Der Abgang auf Raten des Bürgermeisters

Lüneburg, 17. August

Warum er gerade jetzt zurücktritt und nicht Anfang des Jahres, als die Debatte um ihn hochgekochte, das bleibt das Geheimnis von Lüneburgs Bürgermeister Dr. Gerhard Scharf, über den hier im Blog oft geschrieben wurde, seit er einem ultrarechten Blogger am Stein für die 110. Infanterie-Division verstörende Sätze ins Mikro sprach. Anfang des Jahres stand hier im Blog, was heute noch gilt: 

Lüneburgs Bürgermeister Dr. Gerhard Scharf ist ein Konservativer, aber ich kenne ihn nicht als rechten Scharfmacher. Aber ein rechter Scharfmacher hat Scharfs wunden Punkt getroffen, als er ihn am Stein für die 110 Infanterie Division in Lüneburg zur Gedenkkultur befragte, denn gerade auf diesen Stein fällt ein Schatten, die Division war an Kriegsverbrechen beteiligt. Scharf ist Schlesier, ein Vertriebener, einer der daran litt, der sich als Unwillkommener in Norddeutschland fühlte und der aus der Position letzter Arsch im Nachkriegsdeutschland nach oben strebte. Diese Narbe im Gemüt ist nie verheilt.“

Und Scharf gehört einer Medien-Generation an, für die die Weiten des Internets und vor allem der sozialen Netzwerke ein Paralleluniversum sind, in das sie sich nicht verirren und dessen Wucht sie kaum wahrnehmen, die aber allgegenwärtig ist. Zuletzt dokumentierte das der Fall Özil, der seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft über Facebook kommunizierte und eine neue Flüchtlings-Integrations-Debatte und einen neuen Hashtag auslöste. 

Dr. Gerhard Scharf verliest seine Entschuldigung im Rat. Foto: jj

Scharf hat auf die Kritik, die auf seine Äußerungen gegenüber dem rechten Video-Blogger folgte, jeweils mit großer Verzögerung reagiert. Krisenmanagement sieht anders aus. Der Rückzug jetzt, das war zwar so intern geplant, ist aber nach der späten Entschuldigung und dem knapp entgangenen Abwahlantrag im Rat der Schlussakkord eines Abgangs auf Raten. Sein Ehrenamt als Bürgermeister, als Profi für Empfänge, ließ er seit der Affäre im Grunde schon länger ruhen. Das schaut ganz nach politischem Taktieren aus, der Sache nicht angemessen.

Dr. Gerhard Scharf hat sich für die Hansestadt Lüneburg ins Zeug gelegt, er hat das Bürgermeister-Dasein geliebt, er war ein Vorzeige-Bürgermeister, ein Ehrenamtlicher voller Tatendrang. Dass das Karriere-Ende so auffällt, dass hat der Gerhard Scharf summa summarum nicht verdient, und dass er bei einigen zum Freiwild einer politischen Treibjagd wurde, auch das hat er nicht verdient, aber wohl durch sein Zögern mit verschuldet. Angesichts des ausgebliebenen Dialogs ist auch eine Chance auf Karthasis vertan.

Im Grunde ist Scharf in dieser Sache Opfer seiner Lebensgeschichte und eines großes Missverständnisses, was nämlich passieren kann. wenn man einem jungen Mann, der vorgibt, einen zu verstehen, einfach ins Mikro quatscht, obwohl man den Kerl gar nicht kennt. 

Hans-Herbert Jenckel

https://blog-jj.com/2018/02/01/scharf-spaltet-jamaika/

https://blog-jj.com/2018/02/01/buergermeister-scharf-entschuldigt-sich-im-rat/

https://blog-jj.com/2018/01/31/scharf-und-der-eine-augenblick-der-nicht-vergehen-will/

https://blog-jj.com/2018/01/22/affaere-scharf-lueneburgs-cdu-steckt-selbstverschuldet-in-der-zwickmuehle/

https://blog-jj.com/2018/01/10/buergermeister-scharf-und-das-rechte-paralleluniversum/

Über jj

Journalist, Dipl.-Kaufmann
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28 Antworten zu Der Abgang auf Raten des Bürgermeisters

  1. Tobi schreibt:

    Hallo Herr Mencke,

    was Sie Herrn Dr. Scharf vielleicht noch schnell präventiv zuflüstern sollten, bevor der sich in knapp einer Stunde im Huldigungssaal wieder zu unbedachten, urplötzlich wie Taschenmesser aufklappenden Schimpfausbrüchen gegen „die“ LINKEn in toto hinreißen lässt:

    Am Montag hat der CDU-Bundesvorstand zwar Koalitionen mit der Linkspartei eine Absage erteilt. Dennoch gehört für viele „Visionäre“ aus der Lüneburger Jungen Union (Alexander Schwake (?), Karlheinz Fahrenwaldt (?), Michael Zeinert (?), Peter Luths (?) usw.) dem dunkelrot-schwarzen Bündnis die Zukunft – aus folgenden Gründen:

    • Beide Parteien verdanken beinahe alles, was sie sind, Helmut Kohl

    • Beide Parteien haben sich mittlerweile glaubhaft vom Kommunismus distanziert

    • Beide Parteien schauen mitleidig auf die SPD herab

    • Beide Parteien sprechen die gleichen Wähler an (konservativ, Ü60, pflegebedürftig)

    • Beide Parteien werden von ostdeutschen Frauen gelenkt

    • Beide Parteien eint der Hass auf einen gemeinsamen Gegner, dessen unverhohlener Rechtsextremismus die Demokratie bedroht (CSU)

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    • Rudi schreibt:

      Wieso die „Visionäre“?

      Sie meinen bestimmt die „Realisten“ oder „Realpolitiker“!

      Eberhard Manzke und Michèl Pauly haben doch einige Jahre lang demonstriert, daß junge, ideologisch kaum eingeschnürte Pragmatiker in quasi allen Bereichen sehr gut zusammenarbeiten können.

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  2. Heinrich Dittmer schreibt:

    Der „Abgang“ von Herrn Dr. Scharf als Bürgermeister war überfällig und ist für heute, den 22. August angekündigt. (Warum eigentlich nicht auch der Abgang des Ratsherrn Dr. Scharf?) Von seiner „persönlichen“ Deklaration, die er morgen, am 23. August, im Rat vortragen möchte, wird niemand wesentlich mehr als den Versuch eines „säkularen“ Kyrie eleison mit Motiven aus dem Confiteor in Kombination mit der Kritik von „weltanschaulichen“ Opponenten und legitimatorischen Hinweisen auf erfahrungsbasierte private Studienerkenntnisse erwarten.

    Was mich dagegen interessieren würde, ist, ob das ewige „Ratstalent“, Herr Friedrich von Mansberg, inzwischen aus den vequarkt sentimentallavierend aufgeföhnten Zugeständnissen an die lokalpolitischen Augenblicksinteressen der Sozialdemokraten, die in seiner Ratsrede vom 1. Februar den moralischen Gleichgewichtssinn erschüttern (https://www.friedrich-von-mansberg.de/wp-content/uploads/2016/12/Rede-Rat-Dr.Scharf-010218.pdf), herausgefunden und sich zu einer Bewertung des Scharf-Skandals durchgerungen hat, welche auch morgen und übermorgen noch der aufmerksamen Lektüre von Mittelstufenschülern an unseren Lüneburger Gymnasien standhalten könnte.

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    • Klaus Bruns schreibt:

      Herr Dittmer, ihre frage ist berechtigt. ich würde auch gern mal wissen, wie weit das verständnis der spd geht, wenn es um nazis und ihr unwesen , damals und heute geht. früher war die spd für die atomkraft, früher war die spd weniger militaristisch unterwegs, früher war sie eine volkspartei, früher wurde geglaubt, sie wäre eine arbeiterpartei usw. ich weiß bis heute nicht, für was die spd wirklich steht? wer weiß das eigentlich? klüngel mit konservativen gibt es erst, seit dem sie von den seeheimern gesteuert wird. das verhalten der spd ist mir zu beliebig geworden. das konsenssuchen der spd mit der cdu ,hat der politik im allgemeinen nur geschadet. und umgekehrt.

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  3. Klaus Bruns schreibt:

    Herr Rainer Mencke
    herr webersinn war mal bei mir gast. er hat mir sehr gut gefallen. warum? er hat auf meine fragen ehrlich geantwortet. er hat aber wohl die seilschaften innerhalb der cdu unterschätzt. wie ist es bei ihnen? sehen sie es auch so, oder warum wurde er abgesägt? weil er mit dem verhalten und den aussagen von dr. scharf nicht einverstanden war? oder weil er angeblich durchgestochen hat? mir können sie es ruhig sagen. ich bin kein parteisoldat, nur ein mündiger bürger. schmunzeln.

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    • Rainer Mencke schreibt:

      Sehr geehrter Herr Bruns,
      mir sind „CDU-Seilschaften“ völlig fremd und niemand hat Herr Webersinn abgesägt – Niels Webersinn hat selber seinen Rückzug aus der Politik erklärt. Vielleicht lesen Sie noch mal die damalige Presseerklärung, die die Fraktion gemeinsam mit Herrn Webersinn veröffentlicht hat – und dem ist nichts hinzuzufügen bzw. hinzuzudichten !

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    • Heinrich Dittmer schreibt:

      Hallo Herr Mencke,

      Ihr Vertrauen in die tradionsbildende Macht von CDU-Pressemitteilungen ist wirklich erstaunlich. In der von Montag, den 22. Januar 2018 steht: „In der heutigen Sitzung der CDU Stadtratsfraktion vom 22. Januar 2018 hat Niels Webersinn seinen Fraktionsvorsitz per sofort niedergelegt und angekündigt ebenso sein Stadtratsmandat zum 01.02.2018 aus persönlichen und beruflichen Gründen niederzulegen.“

      Was sollte Herr Bruns diesem anämischen Gebilde des Auslassens und Hinwegdichtens wohl entnehmen? Jeder Zeitungsleser im Land weiß, das Niels Webersinn zurück getreten ist, weil er, statt entschlossen zu handeln und am 5. Januar das schon damals im Grunde als unausweichlich feststehende Ausscheiden Dr. Scharfs aus Amt und Rat per 31. Januar öffentlich anzukündigen, sich von den Duckmäusern und Schleichern im Stadt- und Kreisverband (mit Sensorien für „Signale“ aus dem Landesverband) hat einwickeln und zu der dummen, unlauteren Durchstecherei hat treiben lassen, deren genaue Umstände (Initiatoren, Verlauf und Mithandelnde) immer noch nicht vollständig aufgeklärt sind, aber natürlich ausreichten, um die oben wiedergegebene Verlautbarung zu motivieren.

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  4. Dagmar Schröder schreibt:

    Wieso ist Herr Dr. Scharf „im Grunde in dieser Sache (dass „er einem ultrarechten Blogger am Stein für die 110. Infanterie-Division verstörende Sätze ins Mikro sprach“) Opfer seiner Lebensgeschichte“? Und welchen „wunden Punkt“ hat der „rechte Scharfmacher“ Nerling eigentlich „getroffen, als er Dr. Scharf am Stein für die 110 Infanterie Division in Lüneburg zur Gedenkkultur befragte“?

    Viele Menschen im Landkreis Lüneburg, sind hier 1945 (und danach), wie Dr. Scharf, der Schlesier, und seine Familie, als Vertriebene, „displaced Persons“ oder Flüchtlinge eingetroffen und haben vermutlich wie er „daran gelitten“ und haben „sich als Unwillkommene in Norddeutschland gefühlt“, weil sie nämlich als solche behandelt (und vielfach verachtet) wurden, und sind „aus der Position letzter Arsch im Nachkriegsdeutschland nach oben gestrebt“, was „Narben im Gemüt“ hinterlassen hat. Meine Eltern, Großeltern, Geschwister und ich, die aus Ostpreußen stammen, zählen dazu.

    Doch warum dieses „Schicksal“ (zwangsläufig) dazu führen sollte, die geschichtlichen Tatsachen, die es mit herbeigeführt haben, auf die Weise zu verkennen und zu mystifizieren, die (der Historiker und „Zeitzeuge“) Dr. Gerhard Scharf am 2. Januar 2018 der Welt als die seine bekannt gemacht hat, erschließt sich mir nicht. Und welcher „wunde Punkt“ kann einen Bürgermeister — aller Lünburger — rechtfertigen, Menschen seiner Kommune, die eventuell eine von der seinigen abweichende Überzeugung hegen, als Gruppe in Bausch und Bogen (und von offen bekannten Gewaltfantasien begleitet) verächtlich zu machen und eifernd eben der undifferenzierten Klitterung zu zeihen, die im Augenblick ihrer Äußerung aus jedem seiner eigenen Worte quasi hervordonnert?

    Herr Dipl.-Ing. Architekt Alfons Bauer-Ohlberg, vom 1. Oktober 2014 bis zum 31. Oktober 2016 als Mitglied der Bündnis90/DIE GRÜNEN-Fraktion im Rat der Hansestadt Lüneburg, hat dazu am 22. Januar 2018 um 19:18 Uhr an anderer Stelle einen Kommentar gepostet, in welchem zusätzlich zu den besonderen Umständen des „Bürgerrepräsentanten“ Dr. Scharf der ethisch-moralische Aspekt „dieser Sache“ ins Zentrum der Aufmerksamkeit rückt – und diejenigen im Fokus stehen, die beides hauptsächlich (und zwar lange vor dem Rat) angeht: die Mitglieder der Lüneburger Stadtgesellschaft und ihre Nachkommen. Hier kommt der Text:

    »Wenn einer Person im Amt des Lüneburger Bürgermeisters gegenüber dem vermuteten politischen Gegner ›das Messer in der Tasche aufgeht‹, so legt er nahe, andere Auffassungen nicht durch Argumente, sondern durch Taten aus der Welt schaffen zu wollen. Als Amtsperson hätte er sich besser für die strafrechtliche Verfolgung der Schänder des Denkmals einsetzen sollen, die dann durch soziale Reuearbeit ihre Verfehlung hätten tilgen können.
    Stattdessen bekennt er [Dr. Scharf] sich in dem Interview zur Notwendigkeit eines Denkmals für die 110. Infanterie-Division und begründet dies mit der Schuldlosigkeit einfacher Soldaten dieser Einheit. Das Denkmal erinnert nur leider nicht an den einfachen Soldaten, sein Leid und das seiner Angehörigen, sondern an einen Teil soldatischer Organisation, die sich auf Geheiß ihrer Führung schwerster Verbrechen gegen die Menschlichkeit schuldig gemacht hat, welche mit den Nürnberger Prozessen nur stellvertretend und unvollständig aufgearbeitet wurden. Das positive Erinnern an solche Organisationen ist daher falsch. Denn das Denkmal wird heute dafür benutzt, völkisch-rassistische Auffassungen zu befördern, die das friedliche und gedeihliche Zusammenleben in unserer Gesellschaft zerstören wollen. Von einem Bürgermeister und Historiker des Jahres 2018 darf erwartet werden, dass er die Bedeutung und Zwecke von Denkmälern historisch und gesellschaftlich richtig wiedergeben und einordnen kann.
    Die Last vergangener politischer Haltungen und Handlungen und ihrer Folgen ist offenbar aber auch zwei Generationen nach Kriegsende immer noch nicht bei jedem innerhalb der politischen Vertretung Lüneburgs aufgearbeitet. Und die besondere ethische und moralische Verantwortung für ein öffentliches Amt scheint immer noch nicht allen Mitgliedern bewusst zu sein.
    Herrn Dr. Scharf nur noch selektiv als Bürgermeister einzusetzen, wie es Frau Schellmann von der FDP vorschlägt, wird diesem Anspruch nicht gerecht, die Stadtgesellschaft will sich nicht durch gespaltene [schauspielernde, ihre wahren Überzeugungen von Fall zu Fall verbergende bzw. verleugnende] Persönlichkeiten vertreten sehen. Die Grünen versuchen, ihren Gruppenpartner behutsam in abgestufter Weise mit den Realitäten vertraut zu machen, nur die Rücktrittsforderung der Linken ist folgerichtig. Dr. Scharf ist für das die gesamte Stadtgesellschaft repräsentierende Bürgermeisteramt nicht mehr tragbar.«

    Ursprünglich: https://jj12.wordpress.com/2018/01/10/buergermeister-scharf-und-das-rechte-paralleluniversum/#comment-1780

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  5. Gerd Wagner schreibt:

    Ich denke ebenfalls, sowohl Herr Mencke wie Herr Dr. Scharf sollten sich bewusst machen, dass die Amtsniederlegung des Bürgermeisters Scharf zum 22. August und die Neubestellung seiner Nachfolgerin John auf der Ratssitzung am Donnerstag, den 23. August das eine ist. Das andere ist die von Herrn Mencke annoncierte Stellungnahme von Herrn Dr. Scharf, die, so betont Ratsherr Rainer Mencke in einschüchternden Wendungen und mit Ausrufezeichen an den Satzenden, „noch manches klarstellen wird“ und bei welcher Herr Dr. Scharf „kein Blatt mehr vor den Mund nehmen und seine Empfindungen in den letzten Monaten ausführlich beschreiben“ wird.

    Meiner Überzeugung nach weist der Skandal vom Januar dieses Jahres, der mit dem Namen des Bürgermeisters Dr. Gerhard Scharf unauslöschlich verbunden bleiben und in die Annalen der Stadt eingehen wird, auf ein skandalöses Versagen unseres gesamten politischen Personals inklusive Rat und Verwaltungsspitze bei der Behandlung dieses Falles hin. Und dazu gehört VOR ALLEM der Umstand, dass, wie Herr Mencke wohl in der Absicht anführt, etwas Entschuldigendes zu sagen, „der damalige Umgang mit der öffentlichen Diskussion so mit dem Rathaus abgestimmt war und Herr Dr. Scharf sich oft auf die Unterlippe hat beißen müssen.“

    Gerade das nämlich, dass die „verstörende“ (Jenckel) Angelegenheit alleine nach den Prinzipien des PR- und Aufmerksamkeitsmanagements bzw. nach Maßgaben der „stadtväterlichen“ Diskussionsregie, aber ohne erkennbares Interesse behandelt worden ist, der Aufklärung sowie der sachlichen und – ja! – auch der moralischen Wahrheit eine Gasse zu bahnen, und dass versucht wurde, die – notwendige – öffentliche Aussprache auf die sorgsam „eingenordeten“, also rigoros an „zweckdienliche“ Sprachregelungen gebundenen politischen Gremien zu beschränken, anstatt „den Dialog“ (Jenckel) mit der Bürgerschaft anzustreben (etwa in einem ausführlichen LZ-Gespräch), hat am allermeisten erschüttert.

    Daher halte ich es für eine weitere, wahrscheinlich letzte vertane Gelegenheit zur viel „zu späten“ (Jenckel) und trotzdem wünschenswerten Auskunft des abtretenden Bürgermeisters, der sich doch sicher als Bürgermeister der Bürgerinnen und Bürger und NICHT exklusiv der Lokalpolitikerinnen und -politiker versteht und verstanden hat, wenn er seine Klarstellungen (die hoffentlich nicht so selbstgerecht ausfallen, wie die Ankündigungen von Herrn Mencke befürchten lassen) wieder nur den Ratsmitgliedern, aber nicht der Einwohnerschaft von Stadt und Land vorträgt.

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  6. Von den Thermophylen nach Spa schreibt:

    Bei der Rücktritts-Ankündigung fällt auf, dass Dr. Scharf sein Amt „mit dem Ablauf des 22.08.“ abgibt. Grundsätzlich verdient ein Rücktritt im Rahmen unserer politischen Kultur Respekt, insbesondere wenn er nicht Bestandteil persönlicher Selbstbehauptung ist, sondern der Würde des Amtes dient. Ob eine Ratssitzung in der von Herrn Mencke bedrohlich-nebelhaft angekündigten Ausrichtung dieser amtlichen Würde dienen kann, sollte besser nicht erwartet oder abgewartet, sondern von vorne herein ausgeschlossen werden. Eine auf Situationsberuhigung und die städtischen Interessen ausgerichtete und respektable Form wäre eine persönliche Erklärung von Dr. Scharf gegenüber der Öffentlichkeit und Presse, nicht jedoch eine Therapiesitzung zu seinen „Empfindungen in den letzten Monaten“ (so Mencke !!) in der kommenden Ratssitzung. Zunächst aber geht es darum, mit der politisch notwendigen Sensibilität sicher zu stellen, dass Dr. Scharf an seinem letzten Amtstag den OB Mägde nicht beim Empfang der weißrussischen Zeitzeugen aus Ozarichi am 22.08.2018, 12.00 Uhr unterstützt.

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    • Rainer Mencke schreibt:

      Ups, „bedrohlich-nebelhaft“, „amtliche Würde“ und „von vorne herein ausgeschlossen“ ! Vielen Dank, dass Sie mir so wenig Niveau zutrauen – dann muss ich ja keine Angst haben, jemanden zu enttäuschen !

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      • Von den Thermophylen nach Spa schreibt:

        Ebenfalls Ups, denn um Ihr persönliches (!!) Niveau, das ich gerne respektiere, geht es nicht, nur um Ihre kantigen Formulierungen, die in dieser Situation politisch (!!) wenig hilfreich sind – auch wenn diese einschließlich Ihrer verstärkenden Ausrufezeichen als Ausdruck verständlicher und langjähriger parteilicher Verbundenheit gelten können..:):). Jetzt muss endlich Ruhe in die Bude !!!

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      • Klaus Bruns schreibt:

        welches niveau haben sie denn? herr jenckel lässt mich ja nicht an sie ran. haben sie die nazizeit richtig verarbeitet? verstehen sie dr scharfs einlässe zu diesem thema? herr jenckel weiß was ich von dieser zeit halte und weiß auch , wie ich dazu stehe und warum. warum ist die cdu immer noch so vom militär begeistert? soll die welt am ,,deutschen wesen ,, genesen? sogar die spd ist auf diesem tripp unterwegs. schröder hat die bundeswehr in den kosovo geschickt. die cdu war begeistert und nicht zum ersten mal , bei dem, was schröder so verzapft hat. massenmord gehört zum krieg ,,spielen ,, immer dazu, wie sie bestimmt wissen. wie christlich ist sowas? steine sind nur taube zeugen.

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      • Diederich Heßling schreibt:

        Hier genügte es, daß ein hagerer, nach Salbe riechender Mensch auf Korbjuhnsche Art in den Klassenraum trat, uns höhnisch, aber auch schreckhaft musterte, sich ein »Guten-Morgen-Herr-Doktor« wünschen ließ und ohne Ankündigung, ohne Warnung die Aufsatzhefte verteilte. Er sagte nichts. Er trat vielmehr, und ich meine: genußvoll, an die Tafel, ergriff die Kreide, hob die unansehnliche Hand und schrieb, während ihm der Ärmel bis zum Ellenbogen hinabrutschte, dabei einen trockenen, gelblichen, wenigstens hundertjährigen Arm freigab, das Thema an die Tafel, in seiner geduckten, schrägen Schrift, in der Schräge der Scheinheiligkeit. Es hieß: ›Die Freuden der Pflicht‹.

        Siegfried Lenz: ›Deutschstunde‹, Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 1968, Seite 9

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      • jj schreibt:

        Diederich Heßling war ein weiches Kind, das am liebsten träumte, sich vor allem fürchtete und viel an den Ohren litt. Offensichtlich hier auch an Themen-Dissoziation leidet. LG jj

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      • Diederich Heßling schreibt:

        Dissoziation (Philosophie) bezeichnet das Heraustreten eines Individuums aus seiner subjektiven Betrachtungssicht in eine objektive „Vogelperspektive“, in der das subjektive Ich zum Teil eines Kontinuums wird. (Wikipedia)

        Könnte immerhin sein, daß gerade die weichen Kinder, die gerne Träumen, ängstlich sind und an den Ohren leiden, Zusammenhänge erkennen, die assoziativ weniger abenteuerlustig veranlagten Betrachtungsroutiniers entgehen. Auch „Marcel“, Prousts fiktiver Erzähler der „Recherche“, war so eine empfindsame Natur, die manch einem einiges Überraschende wahr- beziehungsweise hinzunehmen gelehrt hat. Und „das Heraustreten aus seiner subjektiven Betrachtungssicht in eine objektive ‚Vogelperspektive‘“ halte ich für eine Übung, die das Potential hat, sogar Herrn Dr. Scharf zu bereichernden Erkenntnissen zu verhelfen. Hinter der Stadtwohnung seines Freundes Manzke steht ein Turm, von dem herabzublicken einem Mann mit Einbildungskraft eine erste Impression vom Wert derartiger Exerzitien verschaffen kann.

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      • jj schreibt:

        Wikipedia:
        Klassifikation nach ICD-10
        F44.0 Dissoziative Amnesie
        F44.1 Dissoziative Fugue
        F44.2 Dissoziativer Stupor
        F44.3 Trance- und Besessenheitszustände
        F44.4 Dissoziative Bewegungsstörungen
        F44.5 Dissoziative Krampfanfälle
        F44.6 Dissoziative Sensibilitäts- und Empfindungsstörungen
        F44.7 Dissoziative Störungen [Konversionsstörungen], gemischt
        F44.8 Sonstige dissoziative Störungen [Konversionsstörungen]
        F44.80 Ganser-Syndrom
        F44.81 Multiple Persönlichkeit(sstörung)
        F44.82 Transitorische dissoziative Störungen [Konversionsstörungen] in Kindheit und Jugend
        F44.88 Sonstige dissoziative Störungen [Konversionsstörungen]
        F44.9 Dissoziative Störung [Konversionsstörung], nicht näher bezeichnet
        ICD-10 online (WHO-Version 2016)
        Der Begriff Dissoziation bezeichnet das (teilweise bis vollständige) Auseinanderfallen von psychischen Funktionen, die normalerweise zusammenhängen. Betroffen von dissoziativer Abspaltung sind meist die Bereiche Wahrnehmung, Bewusstsein, Gedächtnis, Identität und Motorik, aber manchmal auch Körperempfindungen (etwa Schmerz und Hunger).[1]

        Dissoziative Phänomene existieren auf einem Kontinuum: Es gibt leichte Symptome, von denen nahezu jeder Mensch im Laufe des Lebens mindestens einmal betroffen sein kann, und schwere Symptome, die zu Beeinträchtigungen und Leiden führen und daher als Störungen bezeichnet werden.

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      • Diederich Heßling schreibt:

        In Heinrich Manns länglichem Provinzportrait werde ich, Diederich Heßling, klischeehaft als unsicherer junger Mann, Student, Mitglied einer schlagenden Verbindung, Stammtischagitator, Fabrikbesitzer, Kontrahent „der“ Linken, Beherrscher der Familie, lokalpolitischer Intrigant und Verehrer des deutschen Kaisers Wilhelm II dargestellt. An einer Kette solcher Episoden, denen Zitate aus Kaiserreden als Leitfaden dienen, wird mein Aufstieg zu Einfluss und Macht in der nordostdeutschen Kleinstadt „Netzig“ geschildert, wobei sich meine Persönlichkeit einerseits als Tyrann gegen Schwächere auslebt, andererseits als „autoritärer (keineswegs rein dissoziativer) Charakter“, der sich freudig höheren politischen Gewalten unterordnet. Auch ein Denkmal spielt eine prominente Rolle. Während einer Rede zu dessen Einweihung identifiziere ich mich am Ende meines Lebensromans mit den Weltmachtambitionen der radikalen Nationalisten, die den kommenden Weltkrieg herbeiwünschen.

        Im Übrigen lobte Kurt Tucholsky das Buch als „Herbarium des deutschen Mannes“. Die Debatte um die Repräsentativität des Untertans als Sinnbild des Wilhelminischen Reiches erhielt Auftrieb in den 1980er Jahren, als der prominente, kürzlich verstorbene Sozialhistoriker Hans-Ulrich Wehler (unterstützt von Ossip K. Flechtheim) die These formulierte, dass „kein Historiker [die Rolle des meinungsbildenden akademischen Bürgertums bei der Verbreitung eines so radikalen, antidemokratischen Nationalismus im Deutschen Kaiserreich] so eindringlich beschreiben konnte“ wie Heinrich Mann.

        In Siegfried Lenz’ Roman „Deutschstunde“ dagegen bildet die Erzählgegenwart der Hauptfigur Siggi Jepsens im Erziehungsheim in den Jahren 1952 bis 1954 die Rahmen- und seine in Rückblenden erinnerte Vergangenheit der Jahre 1943 bis 1945 die Binnenhandlung. Auch hier ist der Erzählort extrem eingeengt: in einem abgeschlossenen Zimmer einer Anstalt, die sich wiederum auf einer Insel befindet. Nur in der Erinnerung ist dem Protagonisten eine gedankliche Mobilität möglich, die nicht mit einer „dissoziativen Störung“ verwechselt werden sollte (selbst wenn ein Element von Multiperspektivität in der Dopplung der Blickwinkel Siggi Jepsens vorliegt, dem Kontrast nämlich zwischen der Froschperspektive des zehnjährigen Siggis in der Erzählvergangenheit und der kommentierenden Vogelperspektive des nahezu Volljährigen in der Erzählgegenwart). Sowohl die Erziehungsanstalt als auch das Dorf Rugbüll sind Modellorte. Der Literarhistoriker Winfried Freund bezeichnet das Dorf „im Abseits von Gesellschaft und Geschichte“ als „Provinz schlechthin“ und „Modell für akut verengtes Leben“.

        Der Titel des Romans „Deutschstunde“ verweist auf den Aufsatz, der Siggi Jepsen in der Erziehungsanstalt von dem problematischen Lehrer Dr. Korbjuhn verordnet wird, welcher vermeintliche eigene Defizite durch die unkritische Huldigung von Sekundärtugenden überkompensiert. Das Aufsatzthema „Die Freuden der Pflicht“ reicht denn auch über eine Funktion des Deutschunterrichts als Unterweisung in die deutsche Sprache und Literatur hinaus und will eine charakterliche Erziehung und Wertevermittlung erzielen. Solche Art von Besinnungsaufsätzen waren gerade in der Zeit des Nationalsozialismus ein beliebtes Mittel der ideologischen Unterweisung.

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      • jj schreibt:

        Gehört zu meinen Top 10

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  7. Ein Leben lang ein Blatt vor dem Mund, es wird Herbst die Blätter fallen. Nicht durch die Sommerdürre.
    Eine Erkenntnis die Menschen spät überkommt. Menschen im Sterbebett reden immer klar und ohne umschweife. Deswegen kann man sie so gut und leicht verstehen. Diese Sprachebene zeigt das wahre Sein des Lebens beim Abschied nehmen.

    Vielleicht erreicht diese Erkenntnis die Menschen nun schon früher im Leben, Die nächste Ratssitzung wird es zeigen. ob noch viele Blätter geblieben sind?

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  8. sanderthomasgmxde schreibt:

    Demnächst werden noch einmal Überlebende des Lagers Ozarichi Lüneburg besuchen. Beginn einer neuen (linken) Hetzjagd sollte, sich Dr. Scharf dann noch im Bürgermeisteramt befinden? Si tacuissses….JJ&RM
    Spannend wird auch, wenn einer von „Zilles Jungs“ ohne sich auf die Unterlippe zu beißen „Tacheles“ redet. Aber bitte nicht nur über Empfindungen der letzten Monate.

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  9. Otto Berg schreibt:

    Sehr geehrter Ratsherr Mencke,

    Sie schreiben – sehr vage, sehr generalisierend und sehr pauschal – von einer „links-aufkeimenden neuen Hetzjagd“ gegen den Bürgermeister Dr. Gerhard Scharf und knüpfen damit an den ebenso ins schwammige Allgemeine geballerten Schrotschuss von Herrn Hans-Herbert Jenckel an, der meint, dass Scharf „bei einigen [!] zum Freiwild einer politischen Treibjagd wurde“.

    Wo Sie eine „neue“ Hetzjagd wittern, muss es eine „alte“ gegeben haben.

    Ich frage Sie: Schließt Ihr unspezifischer Vorwurf, der in seiner wolkigen Ungenauigkeit auf unschöne Weise an die beklagenswerte Verunglimpfungsrhetorik von Bürgermeister Gerhard Scharf in dem bekannten AgitProp-Video des rechtsextremistischen Hasspredigers Nikolai Nerling (https://www.youtube.com/watch?v=VrdSJHZBVuA) erinnert, folgende Kommentare zum Scharf-Skandal ein?

    1. Den von Ex-Botschafter Dr. Gebhard Weiss: https://blog-jj.com/2018/02/04/es-geht-nicht-nur-um-lueneburg/ , welcher die bewusst und überlegt und dreimal [!] von Herrn Dr. Scharf während der Aufzeichnung autorisierten bürgermeisterlichen Einlassungen als Exempel für unbelehrbare Voreingenommenheit kennzeichnete, welche dem Ansehen der Deutschen in der Welt schade (und damit natürlich auch dem der Lüneburger (und sogar denen im Kreisverband der CDU)) ?

    2. Den von Leuphana-Professor Dr. Ulf Wuggenig: https://jj12.files.wordpress.com/2018/01/wuggenig.pdf , der im Januar (als ein Stadtbürger unter vielen, vielen anderen) den sofortigen Rücktritt von Dr. Scharf verlangte?

    3. Den der Ratsherren Friedrich von Mansberg und Klaus-Dieter Salewski, die Herrn Bürgermeister Dr. Gerhard Scharf am 11. Januar auf Facebook attestierten, er sei ein vorurteilsbeladener, affektgesteuerter Geschichtsklitterer, der „gemeinsame Sache mit Rechtsradikalen und Neonazis“ mache?

    Ausriss aus dem SPD-Facebook-Text: „Mit Befremden haben wir die Äußerungen von Dr.Scharf zum Gedenkstein für das 110. Infanterieregiment der Wehrmacht zur Kenntnis genommen“, sagt Friedrich von Mansberg, kulturpolitischer Sprecher der SPD-Stadtratsfraktion. „Aus Dr.Scharfs Äußerungen spricht ein untragbares Maß an Wut auf andere, hier vor allem auf linke Meinungen und Überzeugungen. Was aber weit schwerer wiegt, ist wie Dr.Scharf die unabhängige neuere Forschung zu den Kriegsverbrechen der Wehrmacht in Zweifel zieht. Wer in diesem Zusammenhang von ‚Geschichtsklitterung’ und ‚anti-deutscher Propaganda’ spricht, macht gemeinsame Sache mit Rechtsradikalen und Neonazis.“ Für von Mansberg und Klaus-Dieter Salewski, Fraktionsvorsitzender der SPD im Rat, ist zudem die Gleichsetzung von den durch Deutsche in der ehemaligen Sowjetunion begangenen Kriegsverbrechen und dem Leid deutscher Vertriebener nicht hinnehmbar. „Es verbietet sich, das Leid von Menschen gegeneinander aufzurechnen. Aber die Einzigartigkeit der durch Deutsche begangenen Verbrechen in Zweifel zu ziehen, zeigt zumindest ein schwer zu verstehendes Maß an historischer Unkenntnis“, so Salewski weiter. Quelle: https://www.facebook.com/358392291166322/photos/a.359410501064501.1073741828.358392291166322/559215481084001/?type=3

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    • Rainer Mencke schreibt:

      Ihre Sicht der Dinge ist zu respektieren und Fakten bleiben Fakten – aber persönliche Angriffe sind unmenschlich ! Weiteres in der Ratssitzung !

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      • Gerd Wagner schreibt:

        Ich bin, wie Sie, auch der Meinung, daß persönliche Angriffe nicht angehen. Ich hoffe, es handelt sich ausschließlich um verbale, nicht um physische! Unmenschlich sind solche Angriffe, wenn sie das Maß des Rohen und Gemeinen in einer Weise übersteigen, die an Grausamkeit grenzt. So etwas ist nicht hinnehmbar und sollte in jedem einzelnen Fall polizeilich und juristisch verfolgt werden!

        Ich glaube aber auch, daß Herr Dr. Scharf schon im Januar dieses Jahres hätte zurücktreten sollen. Damit hätte er sich und Lüneburg einen Gefallen getan. Er hat die Stadtgesellschaft mit seinem langen Schweigen und seinen ungenügenden Erläuterungen vom 1. Februar gespalten, hat sich zum Instrument abstoßender Parteipolitik machen lassen, hat zugesehen, wie sich seine eigene Ratsfraktion zerfleischt, hat seinen politisch hochbegabten Fraktionsführer Webersinn in eine Verzweiflungstat getrieben und hat sich außerdem über Wochen des Aussitzens und des Nichtstuns als medialen Spielball der Rechtsextremisten um den hämisch hetzenden Blogger Nerling und dem dazu gehörenden applaudierenden Pöbel mißbrauchen lassen. Wie eine Erklärung in der nächsten Ratssitzung aussehen könnte, die den einstmals glänzenden Ruf des Politikers und des Menschen Scharf nicht noch weiter beschädigt, ist schwer vorzustellen. Ich fürchte, ein Appell an Korpsgeist und Mitgefühl wird nicht genügen, um die selbst verursachten Scherben aus Augen und Sinn zu bringen. Vor dem Hintergrund einer Entwicklung die immer stärker aufs Irrationale, auf „Emotionen“, auf grelle Überteibungen, Vorverurteilungen, Floskeln, Phrasen und hysterisches Geschrei, zu setzen scheint, anstatt auf Vernunft und richtig und geduldig entwickelte Argumente, ist das alles sehr traurig. Ein beunruhigender Akt in einem bürgerlichen Trauerspiel, wie ihn Lessing, der Aufklärungsoptimist, sich nicht hat träumen lassen.

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  10. Rainer Mencke schreibt:

    Vielen Dank für Ihre Worte Herr Jenckel !
    Zur Info : Mit dem jetzt gewählten Zeitpunkt wird lediglich einer „links – aufkeimenden“ neuen Hetzjagd vorgebeugt !
    Eine Stellungnahme von Herrn Dr. Scharf in der kommenden Ratssitzung wird noch manches klarstellen !
    Und in eigener Sache möchte ich noch anmerken : Herr Dr. Scharf hat familiär, beruflich und ehrenamtlich einen sehr erfolgreichen Lebensweg vorzuweisen – die Menschen, die in den letzten Monaten besonders laut Kritik geübt und persönliche Angriffe gefahren haben, sollten sich selbstkritisch zurücknehmen und sich diese Lebensleistung als Vorbild nehmen !

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    • jj schreibt:

      Lieber Herr Mencke, ich habe Gerhard Scharf seit Jahrzehnten als Beobachter begleitet, als Schulleiter, als Ratsherr, als Bürgermeister, als Zeitzeuge. Er hat viel für Lüneburg getan. Nur in diesem Punkt lag er daneben, aber es ist schade, dass es so gar nicht zu einem Dialog gekommen ist. Ihr hhjenckel

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      • Rainer Mencke schreibt:

        Liebe Herr Jenckel : Der damalige Umgang mit der öffentlichen Diskussion war so mit dem Rathaus abgestimmt und Herr Dr. Scharf hat sich oft auf die Unterlippe beißen müssen.
        In der kommenden Ratssitzung wird er kein Blatt mehr vor den Mund nehmen und seine Empfindungen in den letzten Monate ausführlich beschreiben !
        Ihr Rainer MENCKE

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      • Klaus Bruns schreibt:

        Herr Jenckel
        Im Fall von dissoziativen Störungen sind funktionelle und anatomische Abweichungen im Gehirn – beim Vergleich von Gruppendaten – festgestellt worden.
        gibt es da in der wahrnehmung bei der cdu unterschiede? schmunzeln.

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