Der Marketing-Geschäftsführer geht, die Aufgaben bleiben und müssen neu sortiert werden

Lüneburg, 20. August 2018

Und der nächste Bitte? Die Marketing GmbH ist wieder auf der Suche nach einem Geschäftsführer, Claudio Schrock-Opitz geht. 

Die Scheidung war nur eine Frage der Zeit, die Chemie stimmte schon länger nicht mehr. Und Schrock-Optiz ist leider einer von vielen in einer Reihe von mehr oder weniger Kurzzeit-Geschäftsführern. Ein Schleudersitz.

Jetzt stellt sich die Frage: Gehen die Gesellschaft das Risiko ein, erneut einen Geschäftsführer zu suchen, der angesichts des Gehalts sicher nicht zur ersten Liga gehört und der dann noch über einen Etat verfügt, der keine großen Sprünge erlaubt?

Nein, die erste Frage ist vielmehr: Wie ordnen die Gesellschafter das Marketing künftig? Splitten sie die Aufgaben von Citymanagement und Tourismus? Das wäre wohltuend für alle und eröffnete einen neuen Ansatz.

Das Marketing mit seinen engagierten Mitarbeitern sollte sich um boomenden Tourismus auch in der Post-Rote-Rosen-Zeit kümmern und um Events. Das Stadtfest verdient eine Frischzellenkur, die Sülfmeistertage kreative Pflege und die Weihnachtsmärkte müssen sich gegen eine starke Konkurrenz im Umkreis behaupten.

Den Händlern in der Innenstadt muss das Marketing nicht den Puls fühlen, das macht schon seit Jahren Heiko Meyer mit dem Lüneburger Citymanagement, kurz LCM. Da braucht es keinen zweiten Motor auf die Gefahr hin, dass man auf Kollisionskurs geht.

Kurz um: Die Stadt braucht zu allererst keinen neuen Marketing-Geschäftsführer, sondern die Aufgaben müssen erstmal neu sortiert werden. Dann kann die Suche starten. 

Hans-Herbert Jenckel

Über jj

Journalist, Dipl.-Kaufmann
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9 Antworten zu Der Marketing-Geschäftsführer geht, die Aufgaben bleiben und müssen neu sortiert werden

  1. Andreas Janowitz schreibt:

    Herr Jenckel,
    würden Sie Herrn Schrock-Opitz überreden die offensichtlichen Dysfunktionalitäten innerhalb des Stadtmarketings anzusprechen? Diese Position ist ja nurnoch als Schleudersitz zu bezeichenen und das regelmässige Ausschreiben der Stelle kostet sinnlos Zeit und Geld, während nichts passiert?! Es geht mir nicht um eine persönliche Abrechnung, aber der Laden läuft ja offensichtlich überhaupt nicht? Er kann ja garnicht so gut laufen, das ein Chef unnötig wäre, denn dann würden ja auch Ideen von dort kommen? Sieht er seine Arbeit sabotiert? Hält er den Handlungsspielraum für irrelevant? Woran liegt es, das es keiner mehr als zwei Jahre dort aushält? Hier wurden ja schon mehr Chefs verschliessen, als Trainer beim HSV?!

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  2. Andreas Janowitz schreibt:

    Ich begreife es nicht… auch wenn man krank ist muss er doch die Steilvorlage von der Universität mitbekommen haben? Wesshalb hat er nicht wenigstens die Umfrage aus dem Frühjahr benutzt um etwas neues einzubringen? Wie kann man die Steilvorlage „Weg bis 2030“ nicht annehmen? Das wäre eine Marketing Dauerbaustelle? So eitel und dumm kann man doch garnicht sein? Das ist doch ein Geschenk?! Für 12 Jahre??? Für null Kosten?? Das würde sich in einer vita sogar gut machen?? Ist mir schleierhaft, welche Scheuklappen man tragen muss um das nicht zu erkennen???

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    • Gabi Schuster schreibt:

      Sie meinen http://www2.leuphana.de/zukunftsstadt2030/ ?

      Da geht es um die wirtschaftlichen Interessen der Leuphana, welche der Staat erfüllen, nicht um die Lüneburgs, welche das sogenannte Stadtmarketing pushen soll.

      ZUKUNFTSSTADT LÜNEBURG 2030+ ist ein Projekt über Projekte, eine Art Beschäftigungsprogramm für mehr oder weniger freiwillig projektengagierte, Projek-Creditpoints sammelnde studierende Projektteilnehmer und Projektleiter, die in Projektaccounts eifrig über Projektstadien chatten, auf Projektkongressen über Projektpotentiale referieren und in Workshop-Projekten das Erreichen der nächsten projektgeldfinanzierten Projektebene vorbereiten. Projektanträge schreiben und Projektutopien in Projektpowerpoints projektbezogen präsentieren, sind so ziemlich die konkretesten Projekte, die hier projektiert werden, da natürlich ein Projekt, das über den Aggregatzustand des Projektseins hinausgelangt, per definitionem schon kein Projekt mehr ist.

      Die Lünburg Marketing GmbH dagegen hat nur ein Ziel: Menschenmassenzutrieb. Den Gaststätten, Restaurants und den Hotels, den Ladengeschäften, den Schaustellern, Wurstbrätern und Marktbeschickern, den Bier- und Glühzuckerwasserbuden sowie den Parhausbtreibern und den Daddelhallenfürsten soll mit Klingelmünzen um sich werfende Kundschaft das Angebotene abkaufen. Und jede Saison soll die Zahl der zahlenden Besucher und Gäste um fünf bis zehn Prozent zunehmen, damit auch die Zahl der Ansprüche stellenden gastronomischen Betriebe ins Astronomische weiterwuchern kann.
      https://www.lueneburg.info/files/Content/Dokumente/Informationsmaterial%20zum%20Download/Broschueren%20LMG/Selbstdarstellung_LMG.pdf

      Wo sehen Sie hier „die Steilvorlage“ vom einen Feld zum anderen? Für mich handelt es sich hier um Parallelwelten.

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      • Andreas Janowitz schreibt:

        Ich sehe das ganze sehr viel weniger polemisch. Natürlich weiss ich nicht ob Herr Schrock-Opitz aufgrund von Sabotage und ständigen Intrigen die Segel strich, ob seine Krankheit schwerwiegend oder vorgeschoben ist.

        Allerdings sehe ich eine Chance dieses relativ langfristig angelegte Projekt auch für eine Präsentation Lüneburgs nach aussen hin zu nutzen. Wesshalb sollten Studenten nicht die Möglichkeit haben Abschlussarbeiten in einen für Lüneburg nützlichen Kontext einzubinden? Ich sehe hier ausnahmsweise mal eine echte „win-win“ Situation.

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    • Gabi Schuster schreibt:

      Intrigen?

      Sowas gibt es in Lüneburg nicht. Hier herrscht hanseatisches Kaufmannsethos. Offen-, warm- und treuherzig wie Richard „Rick“ Blaine treten die Gesellschafter vor ihre Geschäftsführer hin und sagen ihnen mit fester Stimme: „Ich schau dir in die Augen, Kleines.“

      Den leuphanatisch luftigen Höhenweg in die Zukunftsstadt Lüneburg hatte Herr Jenckel schon einmal evaluiert und für deutlich zu leicht befunden: https://blog-jj.com/2018/07/16/wann-und-wie-beginnt-lueneburgs-zukunft/#more-606

      Aber, wenn Sie bestimmte, klare und dabei praktikable Vorschläge haben, wie sich Konzepze über Kommendes und Künftiges mit Konkretem für Konsum und Kommerz verbinden lassen, um Himmels willen, geben Sie bitte Budda bei die Fischekens und setzen die Liste her!

      Bei der LMG (und bei der LHG sowieso) wartet man händeringend auf „zündende Ideen“, die das Marketing nicht nur „wachküssen“, sondern – endlich – seine Existenzberechtigung erweisen. Siehe: https://blog-jj.com/2018/07/03/lueneburg-vermarktet-sich-blendend-auch-ohne-marketing/#more-596

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      • Andreas Janowitz schreibt:

        Ich werde mich hüten in die Schlangengruben der Parteien zu steigen? Es wurde m.E. zuviel wert auf ein klägliches „House of Cards“ geplänkel gelegt und viel zu wenig auf Problemlösung?
        Die Brücke nach Amt Neuhaus demonstriert das? Warum kam niemand auf die Idee eine im Vergleich doch recht preisgünstige Fahrradbrücke zu bauen? Flankiert von Car- und Bikesharing angeboten? Es kann ja nicht sein das Lüneburg aus seiner Raubbaumentalität der Vergangenheit lernte und dezidiert eine Ausgleichsstrategie im Umland verfolgt?
        Dieses Gerangel um den Grüngürtel ist ein weiteres Beispiel? Wesshalb sollten Bauschutthügel bepflanzt durchaus ökologisch wertvolle Lebensräume bietend nicht ein Schritt sein? Natürlich ist das kein ultimativ naturbelassener Lebensraum?! Aber all das liesse sich in ohne Probleme in das Konzept „Lüneburg 2030“ einfügen? Und es ist m.E. auch nicht der grosse intelektuelle Wurf? Zumal die Schläulinge ihre intelektuelle Kapazität gemeinhin in €-Einkünfte auszudrücken pflegen?

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    • Gabi Schuster schreibt:

      Seh’n Sie. genau dieses (hier das Ihre) vornehme, von vielen Wenns und Abers garnierte sich Winden beim zurückhaltenden Nichtssagen war, ist und wird auch in Zukunft sein: das Hauptproblem der Geschäftsführer vom Lüneburg Marketing.

      Alle poltern denen gegenüber triumphierend herum, es solle, müsse und könne besser sein, — doch keiner sagt konkret, wie das geht.

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  3. Udo Wolters schreibt:

    Heiko Meyer soll‘s endlich selbst machen und zeigen, dass er Marketinggeschäftsführer nicht nur kujonieren, examinieren und zum Ausscheiden drängen kann, sondern auch praktizieren und hinbekommen, was er von anderen verlangt.

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