Lüneburgs Arena nimmt mit der Kosten-Salami-Taktik Kurs auf die Schmerzgrenze

Lüneburg 14. September 2018

Arena, Elbbrücke oder Libeskind-Bau wären bei hart kalkulierten Zahlen und Risiken sicher schon nach der ersten Debatte in den Lüneburger Kommunalparlamenten versandet. Zu teuer. Aber Lokalpolitiker lassen sich gerne Sternenstaub in die Augen blasen. Wer gleich verkündet, der Weg zu den Sternen sei steinig und teuer, ist ein Spielverderber.

Der Landkreis Lüneburg ist allerdings sehr verschwenderisch mit Sternenstaub. Schon zum Blog Die Arena – ein Landkreis unter Druck“ vom April 2017 schickte mir der Bauherr Landkreis erbost folgende Notiz:

Die Bauzeit beträgt nach Auskunft des Architekten neun Monate. Wenn die Vertragsverhandlungen so laufen wie geplant, der Kreistag am 19. Juni 2017 grünes Licht gibt und der Landkreis zügig die Bauaufträge vergeben kann, können die Bauarbeiten im Herbst 2017 beginnen. Die Halle wäre dann in der zweiten Jahreshälfte 2018 bezugsfertig. Ich bitte Sie, dies bei der künftigen Berichterstattung zur Arena einfließen zu lassen.

Mittlerweile kündigt sich der Herbst 2018 an. Und die Arena? Die kreist in der Warteschleife – und: wird teurer. Diese ermüdende Kosten-Salami-Taktik durchstand bei Großprojekten in jüngster Zeit nur der Libeskind-Bau. Da steht allerdings aus, wer bezahlt. Die Elbbrücke nimmt nach etlichen Kostensprüngen und einer Auszeit im Kreistag einen neuen Anlauf. Doch wie von einflussreichen Kreistagsmitgliedern zu hören ist, will man eigentlich nur wissen, wie viel zu teuer die Brücke wird. Und bauen? “Nicht wir, wenn, das Land.”

Bei der Arena liegt die Schmerzgrenze für viele Lokalpolitiker bei 15 Millionen Euro. Und die sind, ehrlich gesagt, nach bereits zwei Kostensprüngen verdammt schnell erreicht. Schon jetzt taxiert der Landrat den Arena-Bau auf 14 Millionen, und das auch nur, wenn der Kreis nicht auch noch Steuern zahlen muss. Geht das? Auch deswegen ist die Veranstaltungshalle wieder ein Fall für Stadtrat und Kreistag. Da werden dann Bedenkenträger und Visionäre im Lichte höherer Kosten Altbekanntes vortragen.

Wenn ich jetzt aber höre, notfalls müsse die Stadthalle bei steigenden Kosten eben schrumpfen, dann handelt es sich im besten Fall nur um eine partielle Amnesie, im schlimmsten um Realitätsverlust. Auf „geschrumpft“ ist in Lüneburg schon das mit sieben Millionen Euro von Stadt und Kreis alimentierte Audimax abonniert. Ja, das sollte anfangs auch als Stadthallen-Ersatz dienen, ehrlich gesagt, dämmerte einem schnell, der Plan war Sternenstaub, die Wirklichkeit viel von der Platzzahl kleiner aus. 

Die Lüneburger Politiker wissen aus leidvoller Erfahrung, dass die anfänglichen Kalkulationen nichts anderes sind als Hoffnungsposition, die in eine Kostenspirale führen. Etwas mehr Realitätssinn in der Realpolitik und die Politiker müssten nicht immer wieder ihre immer gleichen Positionen runterbeten, weil mal wieder die Messlatte höher gelegt wird.

Zur Arena geht es nur über den steinigen Weg. Sonst war es das mal wieder auf viele Jahre. Und ja, es wird teuer.

Hans-Herbert Jenckel

 

Über jj

Journalist, Dipl.-Kaufmann
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23 Antworten zu Lüneburgs Arena nimmt mit der Kosten-Salami-Taktik Kurs auf die Schmerzgrenze

  1. Jo Bembel schreibt:

    @ Lukas Möller (20. September 2018 um 1:17)

    Lieber Herr Möller,
    Sie haben recht. Die von mir genannten Kosten beziehen sich lediglich auf die Verlegung des mobilen Volleyballbodens. Die Aufbringung und der Abtrag eines geeigneten Untergrunds (flächenelastischer (Doppel)Schwingboden) ist natürlich wesentlich arbeits- und damit kostenintensiver.

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  2. Lukas Möller schreibt:

    Vorhin kam die Arena-Meldung des LZ-Chefredakteurs Marc Rath:

    „Die Stadt Lüneburg wird den Betriebskostenzuschuss für die geplante Arena Lüneburger Land verdoppeln: Mit den Stimmen von SPD und CDU hat der Stadtrat am Mittwochabend beschlossen, die laufenden Kosten nunmehr jährlich mit 150 000 Euro zu unterstützen. Für den Bau der Multifunktionshalle an der Lüner Rennbahn nahe der Bundesstraße 4 stellt die Stadt rund 4,4 Millionen Euro zur Verfügung.
    Eine Erhöhung dieses Betrages schließen mehrere Ratsmitglieder aus. Derweil zeichnet sich ab, dass die vom Landkreis als Bauherr bezifferten Baukosten von 10 auf mindestens 14 Millionen Euro steigen. Ungeklärt ist derzeit noch, ob dazu noch die Mehrwertsteuer kommt. Der Kreistag wird am Montag über den Vertrag mit dem künftigen Betreiber, der Campus-Gruppe, entscheiden.“ (Quelle: https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/1899562-stadtrat-gibt-mehr-geld-fuer-die-arena)

    Der Beschluss ist HEUTE SCHON HINFÄLLIG, da die Unterhaltskosten der Halle SICHER rund eine Million Euro jährlich also für „die Stadt“ mindestens 500.000 Euro und die Gesamtkosten rund 25 Millionen Euro betragen werden. Da von städtischer Seite die Übernahme von 40 Prozent der Zahlungslasten zugesagt worden sind, wird „die Stadt“ am Ende SICHER MINDESTENS 10 Millionen Euro „zur Verfügung“ gestellt haben.

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    • jj schreibt:

      Lieber Herr Möller, leider falsch. Der Rat hat den Anteil der Stadt bei der Investition bei 4,4 Millionen Euro eingefroren, und auch die Betriebskosten, fallen sie denn höher aus, müssten vom Kreis getragen werden oder erneut den Rat passieren.
      Das es teurer wird, da bin ich ganz bei Ihnen. LG jj

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      • Lukas Möller schreibt:

        Da es erheblich teurer wird, werden die höheren Zahlungsbelastungen sehr bald schon „erneut den Rat passieren“.

        Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche.

        Denn schon bevor „der erste Beton angerührt wurde“, sind ja wieder „Sachzwänge“ etabliert, sind mehr als drei Millionen Euro im Vrestorfer Heidesand (und in den Taschen von Herrn Sallier) versickert. Also lautet die Devise auch diesmal wieder: „Augen zu und durch!“

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  3. Wolf schreibt:

    Hallo Herr Bruns,

    mit vier Jahren brach ich mir zum ersten Mal das Bein. Mein großer Bruder hatte zusammen mit seinen noch größeren Freunden und deren noch größeren Brüdern eine Sprungschanze gebaut. Eine Schanze baute man, indem man eine Schaufel organisierte und Schnee auf einen Haufen schaufelte. Dann trampelte man darauf herum. Dann fuhr der Beste los und sprang am weitesten. Nach ihm der Zweitbeste am zweitweitesten. Zuletzt mein Bruder. Dann ich.

    Ich ging in eine sehr tiefe Hocke, weil mir bekannt war, dass die Anfahrtsgeschwindigkeit so am höchsten wurde. Man duckte sich unter dem Luftwiderstand hindurch, der über einem ins Leere fuhr wie beim Schwergewichts- boxen der schlecht platzierte Haken eines zu ungestümen Gegners. Man war gleichzeitig Boxer und Schispringer. Je höher die Geschwindigkeit, umso weiter der Flug. Das war ein klarer Zusammenhang. Den Kopf senkte ich so tief, dass ich zwischen meinen Knien nach hinten schauen konnte. Rückwärts durch die Knie betrachtet war die Welt immer am interessantesten. Doch damit konnte ich mich jetzt nicht beschäftigen. Es ging nur darum, im richtigen Moment aufzublicken. Im allerletzten Moment. Nur mit Gefühl und Gehör und dem Gespür in den Nackenhaaren wurde das Näherkommen der Schanze analysiert. Und mit den Augen, die man im Hinterkopf hatte. Das Aufblicken durfte mich erst in dem Moment bremsen, wo ich die Luft durch meine Entfaltung in einen mich tragenden Luftpolster verwandelte.

    Doch als ich den Blick hob, ergriff mich eine unvorhergesehene Nachdenklichkeit. Es war nur die halbe Wahrheit, dass man eine Schanze baute, indem man Schnee auf einen Haufen schaufelte und zu einer eleganten Absprungrampe zusammentrampelte. Die andere Hälfte der Wahrheit lag als Loch neben der Schanze. Der Schnee, den man aufschaufelte, musste schließlich irgendwo herkommen. Direkt neben dem Aufgeschaufelten gähnte das Ausgeschaufelte. Unmittelbar neben der Schanze klaffte der abgründige Schatten ihrer selbst. Der Blick, der mich über die herausragende Schanze in die Ferne ziehen sollte, wurde seinerseits von dem dunklen Abgrund angezogen, der sich als Preis unseres Aushubs gebildet hatte.

    Es war zwei Tage vor meinem vierten Geburtstag, als ich diese Zusammenhänge durchschaute. Ich war der weltberühmte Schanzenspringer, der auf die Schanze aus Schnee zuraste und den Blick hebend folgende Erfahrung machte. Wenn man zu viel über das schanzenförmige Loch neben der Schanze nachdenkt, greift eine unsichtbare Hand nach deinen Schispitzen und zieht sie Richtung Loch.

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    • Klaus Bruns schreibt:

      Hallo Herr Wolf
      es ist schwierig wegzuschauen, wenn man doch die methoden kennt, wie bürger ohne größere folgen veräppelt werden können. die arena soll ja angeblich des bürgers liebstes kind werden, weil man sonst ja kein sport treiben kann. wem fehlt denn nun wirklich die arena? wenn die trommler , die für diese hütte sind , gleichzeitig dem bürger reinen wein einschenken würden, wäre es mit der begeisterung schnell vorbei. man sollte eine spendenaktion bei diesen trommlern starten. schnell kann man dann erkennen, wie wichtig so manchem diese arena wirklich ist. das zu erwartende fehlende geld, kann man ja durch eine erneute friedhofsgebührerhöhung eintreiben. zu irgendwas muss der friedhofzwang ja auch mal gut sein, oder?

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  4. Klaus Bruns schreibt:

    die spd sollte man nur noch in maaßen genießen. der fisch stinkt immer vom kopf her. volksverdummung durch die bundespartei spd endet nicht automatisch dort. kommunalpolitiker der spd lassen sich leicht davon anstecken. welche autobahnen sollten bei der elbbrücke ihrer vereinigung entgegen gehen? herr pols, als vordenker der spd, hat schon was. schmunzeln.

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  5. Jo Bembel schreibt:

    Lieber Herr Berg (Otto Berg,17. September 2018 um 23:23)

    Sie wissen es selbst, auch in Lünebrug wird gern mit „Totschlag-Zahlenkeulen“ geworfen, um die eigenen Interessen durchzusetzen. Annäherung an die wahren Kosten:

    „Der Auf- und Abbau des mobilen Bodens erfordert neben einem enormen zeitlichen und logistischen Aufwand auch einen finanziellen Mehraufwand für den Club über die Anschaffung hinaus. „Wir haben ein sensationelles Team an ehrenamtlichen Helfern“, so Koch. „Trotzdem muss man mit 1.000 € pro Spieltag rechnen.“
    Zitiert aus: https://www.volleyball-bundesliga.de/cmsSupport/article/article.xhtml?articleId=25917120

    Wie groß „der enorme zeitliche und logistische Aufwand“ ist:

    Personen für Aufbau: 1 Leiter + 4-6 Helfer (mehr Helfer stehen sich im Weg rum)
    Personen für Abbau: 1 Leiter + mindestens 4-6 Helfer (mehr Helfer möglich)
    Zeit für Aufbau: ca. 4 bis 5 Stunden, Zeit für Abbau: ca. 2 Stunden
    siehe: http://www.vbl-wiki.de/wiki/Mobiler_Boden/Aufbauanleitung

    Ausgehend von jeweils 5 beteiligten Personen an Auf- und Abbau und einer Vergütung von 15€ pro Stunde, belaufen sich die Kosten auf 5 (Personen x 6,5 (Stunden) x 15 (€) = 487,50. Also selbst die oben zitierten 1.000 € sind schon sehr hoch gegriffen.

    Letztendlich wurde aber auf der LZ-Leserbriefseite, dem LZ-Lokales- und im blog-jj alles geschrieben um vernünftig in dieser Angelegenheit zu entscheiden. Dazu ist man allerdings nicht fähig.

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    • Otto Berg schreibt:

      Hallo Herr Bembel,

      aber die Zahl (€ 4.000,- pro Auf- oder Abbau) stammt von Herrn Andreas Bahlburg! Meinen Sie, der SVG Lüneburg Spielbetriebs GmbH-Geschäftsführer hätte am Dienstag, 13. Februar, nach der Sondersitzung des Kreistagsausschusses für Hochbau zur Arena in der Hanseschule in Oedeme, als er mit einschießendem Augenwasser etwas über neue „Priorisierungen“ in die LZplay-Kamera brabbelte, BEWUSST übertrieben (vulgo: gelogen)? Aber mit welcher Absicht denn nur? Um dadurch das jähe, im Kontrast zu den enthusiastischen Krumböhmerschen FKP Scorpio-Bekenntnissen von wenigen Tagen zuvor geradezu wetterstürzlerisch unvermittelte „Umdenken“ des Manfred Nahrstedt zwischen dem 12. und dem 18. März und damit die Peripetie auszulösen (von altgr.: περιπέτεια: „plötzliche Wendung, unerwartetes Unglück/Glück“; im klassischen Drama: „durch plötzliche Änderung bewirkte Lösung des Knotens“), welche beiden Deus ex machina-Umschwünge das Hallen-Glück zugunsten der Subventionsritter Bahlburg und Hoppe und zum Nachteil des zahlungswilligen Koopmans/Thanscheidt-Tandems wendeten?

      Doch auch wenn wir die benötigte Summe auf ein Achtel reduzieren, bleiben pro Jahr ca. € 200.000,- an Bodentourenkosten, die irgendjemand wird bezahlen müssen. Das ist ein weiterer Posten, der Herrn Jenckels Verdacht erhärtet, mit „Alimentierungen“ (Betriebs- und Nebenkostenzuschüssen) von p.a. 300.000 Euro, wie der Landrat den Leuten (und unter diesen vor allem wohl den Kreistagsmitgliedern) weismachen möchte, würden die Privatunternehmer nie im Leben hinkommen.

      Übrigens, kein Mensch, der „Lüneburg“ und die schauderhaft peinliche Vorgeschichte der Arena-Komödie auch nur in ihren Grundzügen kennt, rechnete jemals ernsthaft damit, daß NICHT Herr Hoppe nach ihrer Fertigstellung der Betreiber der „Bahlburg an der Lüner Rennbahn“ sein würde.

      Vgl. die interessante Prognose: https://www.landeszeitung.de/sport/volleyball/126542-schicksal-der-svg-mit-der-arena-verbunden#comment-37861

      Und siehe dazu auch die 27 durchweg hervorragenden Kommentare unter dem Arena-Reklamegespräch, das vom LZ-Kulturchef Hans-Martin Koch Anfang Oktober 2017 mit Klaus Hoppe, dem damaligen Vamos- und heute immer noch Campus-Boss geführt wurde: https://www.landeszeitung.de/blog/kultur-lokales/1102122-eine-art-von-stadthalle

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      • Jo Bembel schreibt:

        Lieber Herr Berg,

        „Gelogen“ – welch garstig Wort in Zeiten alternativer Fakten!

        Ich bin mir nicht sicher, ob die 4.000 pro Auf- oder Abbau originär von Herrn Bahlburg stammen, oder ob dieser Betrag ihm seitens FKP-Scorpio genannt wurde, um die von der SVG für erforderlich erachteten Trainingseinheiten an Wochenend- bzw. Wochenendrandterminen in der Arena abzuschmettern. NB ist es absolut unsinnig Trainingsbetrieb, gilt erst recht für Schul- und Breitensport,in einer solchen Arena durchzuführen. Selbst bei der Referenz-Arena, dem RASTA-Dome in Vechta wurde zeitnah nebenan eine Trainingshalle gebaut.

        Herr Bahlburg hat sich – emblematisch – bei Herrn Nahrstedt auf den Schoß gesetzt, liebevoll seinen linken Arm um die Schulter gelegt, die ihm widerfahrene Ungerechtigkeit beklagt und gefragt, wie es denn sein könne, dass diese Arena, die es ohne ihn und Herrn Hoppe nicht einmal in Gedanken geben würde, in die Hände von nicht provinziellen Verschwörern fallen soll und sie gänzlich außenvor blieben. Und mit Ihnen auch der Schul- und Breitensport. Die Arena, ist zwar aufgrund ihrer Lage und der Tatsache, dass es vor Ort keine Turn- und Sportgeräte geben soll, gänzlich ungeeignet dafür, aber dennoch ist es das beste Argument, wenn es um die Frage geht, weshalb Landkreis und Stadt für die Arena zahlen sollen.

        Ich vermute, die Kosten für die „Bodenlogistik“ werden nur einen kleinen Bruchteil der von Ihnen angenommenen 200.000 € betragen, da der Volleyball-Spielboden dauerhaft auf dem Beton liegen wird und nur zu bewegen ist, wenn eine der wenigen anderen Veranstaltungen ansteht/anstand. Und dabei werden dann auch ehrenamtliche Helfer eingesetzt werden, wie es auch der Fall ist, wenn die SVG ihre Playoff-Spiele in der Hamburger CU-Arena austrägt. Von den 300.000 € wird wohl noch etwas Spielgeld übrigbleiben.

        Gute Kommentare gab es schon viele:
        https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/1562322-bereit-fuer-die-arena#comment-165221

        und auch das ist sehr interessant: https://www.fdp-lueneburg.de/2017/03/09/wohnungsbau-f%C3%B6rderung-und-arena-l%C3%BCneburger-land/
        Noch interessanter wäre aber zu wissen, weshalb Frau Plaschka ihre Meinung geändert hat.

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      • Lukas Möller schreibt:

        Sehr geehrter Herr Bembel,
        Sie scheinen bei Ihren Bodenkalkulationen zu übersehen, dass die Arena ZWEI Nutzer hat: Herrn Bahlburg UND Herrn Hoppe. Primär Herr Hoppe muss Frequenz in die Halle und folglich auf den Beton bringen, damit der Rubel in die Campus-Kassen rollt. Für ihn ist der parkraumlose Event-Palast im Gewerbegebiet hauptsächlich Vamos-Ersatz. Das heißt Club, Kneipe, Disco und Musischuppen. Da wird gerockt und gerollt, wann immer die SVG keine sponsorengerechten Spitzensport-Auftritte auf synthetischen, federnden Belägen aus den unterschiedlichsten Elastomeren, meist einer flexiblen Verbindung von Gummigranulat oder -fasern mit Polyurethan-Bindemitteln, zu absolvieren hat. Und das bedeutet in der Praxis eben: Sportboden rauf und Sportboden runter. Von der Henry Hoppe GmbH in der Alfred-Krupp-Str. 4 in 32278 Kirchlengern wird übrigens empfohlen, mobilen Schwingböden zu favorisieren, die aus hochwertigen Hölzern und bis zu sechs Lagen unterschiedlicher Konstruktionselemente bestehen, wobei im unteren Bereich die Unterklotzung angebracht wird, dann nach Bedarf die Wärmedämmung und im Anschluss der Einfach- oder Doppelschwingträger, der Blindboden, die Lastverteilerplatten aus Sperrholz oder Spanplatte und als letzte Schicht der Oberbelag folgt. Übrigens erfüllen Hoppe Schwingböden die DIN 18.032.2 Norm und sind als Volleyballhallen- und Turnhallenböden sehr geeignet.

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    • Otto Berg schreibt:

      Hallo Herr Bembel,

      Sie haben recht, zu keinem der gewichtigen von der Kreistagsabgeordneten und FDP-Fraktionsvorsitzenden Gisela Plaschka bereits im März 2017 geäußerten Einwände gibt es bisher überzeugende Antworten:

      „Die Zweifel an der bisherigen ARENA-Planung [werden] immer deutlicher. Während vor der Kommunalwahl der Kreistag den Bau befürwortete werden die Zweifel immer deutlicher. Das ursprünglich PPP-Modell, mit Stadt- und Landkreis sowie Sallier als Bauträger ist nicht mehr umsetzbar. Jetzt soll der Landkreis die Alleinverantwortung übernehmen. Hierfür gibt es aber noch immer kein nachvollziehbares Betreiberkonzept und die Kosten steigen mit jeder Nachkalkulation. So haben sind innerhalb weniger Monate die Grundstückskosten beinahe verdoppelt.
      Für die SVG-Volleyballer scheint die Arena mit 3.500 Plätzen auch überdimensioniert. Aus der „Gellersen-Hölle“ (800 Plätze) würde wahrscheinlich ein „gähnend leerer Stimmungstöter“, bei der mehr als die Hälfte der Zuschauerränge mit Tüchern abgedeckt werden müsste. Gerade vor diesem Hintergrund wird ein Nutzungskonzept und eine nachvollziehbare Kostenplanung für die Arena endlich notwendig. Einigkeit besteht aber über die dringende Notwendigkeit einer bundesligatauglichen Sporthalle für den SVG. Wünschenswert wäre hierfür ein kostengünstiger Plan-B, um dann mittelfristig eine wünschenswerte Veranstaltungshalle, mit der notwendigen Vernunft und Planungssicherheit, zu realisieren.“
      (…)
      Es „werden zig Millionen Euro für die Arena Lüneburger Land in diesem und den kommenden Haushalten verplant werden müssen – wohl gemerkt für eine Halle für die es bislang immer noch keine Bedarfsanalyse gibt – bis auf die Volleyballer. Der Kreistag weiß bislang überhaupt noch nicht, welche Schulen und Vereine Bedarf an Hallenzeiten haben und wie stark die Veranstaltungshalle aller Voraussicht nach gebucht werden wird. Die möglichen Betreiber laufen dem Landkreis anscheinend auch nicht gerade die Türen ein. Und insgesamt steht weder die erforderliche Grundstücksgröße noch ein überzeugendes Verkehrskonzept fest. Die Halle, die der Landrat und die damalige Mehrheitsgruppe aus SPD und Grünen auf Biegen und Brechen im letzten Jahr im Rausch des Wahlkampfes durchboxen wollten, ist in den letzten Monaten nicht wirklich vorangekommen. Ursprünglich hat auch unsere Gruppe die Arena mittragen wollen. Aber mittlerweile sind unsere Bauchschmerzen doch erheblich größer geworden und guten Gewissens können wir das nicht mehr alle. Auch die Stadt scheint sich aus der Verantwortung herausschleichen zu wollen. In 2016 ist enormer Zeitdruck aufgebaut worden, der in 2017 verpufft, weil vieles bei der Arena halbgar, spekulativ und unausgegoren ist. Und trotzdem sollen wir jetzt die Anschubfinanzierung absegnen? Wohl gemerkt, Geld, das der Landkreis nicht hat, sondern über neue Schulden finanzieren muss. Hier tun sich sehr viele Risiken auf, die man deutlich aussprechen sollte.“

      Ich erinnere auch an den Überblick der ungelösten Arena-Fragen von Herrn Fischer (vom April 2018: https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/1546332-suche-nach-der-arena-linie#comment-160781), in dem mir folgender Passus immer noch von großer Bedeutung zu sein scheint:

      „Der Kreis darf aus Gründen des Beihilferechts den Volleyballern finanziell NICHT unter die Arme greifen. Zumal nicht der Verein, sondern Herrn Bahlburgs angegliederte Sportbetriebsgesellschaft, die privatwirtschaftliche, profitorientierte SVG-GmbH, offiziell als Hallennutzer auftreten würde. Dazu heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme des Kreises: „Die Sportbetriebsgesellschaft GmbH muss wie jedes andere Unternehmen auch für eine Nutzung [der Arena] ein angemessenes Entgelt bezahlen. […] Würde eine kostenlose Nutzungsüberlassung geregelt, wäre dies […] R E C H T S W I D R I G. Denn der Landkreis würde aus Steuermitteln FÜR EINEN ZWECK, DER NICHT ZU SEINEM AUFGABENKREIS ZÄHLT, einem Privatunternehmen eine Zuwendung gewähren.“

      (Quelle: Vorlage 2018/037 in der Sondersitzung des Ausschusses für Hochbau und Energiesparmaßnahmen vom 13. Februar 2018, Antwort zu Frage 10 der CDU-Fraktion, Absatz 2 PDF, Seite 7): https://allris.lklg.net/bi/vo020.asp?VOLFDNR=4710)“

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  6. Hallo Herr Landrat Fahrenwaldt schreibt:

    Zur Arena gibt es eine Menge Nachfragen. Besonders nach dem Chaos, das Herr Nahrstedt ohne Mandat durch den Kreistag plötzlich in der elften Kalenderwoche (zwischen dem 12. und dem 18. März) angerichtet hat. Haben Sie sich diese Fragen alle notiert? Werden die von Ihnen und anderen seitdem in den zuständigen Ausschüssen und Gremien zu Gehör gebracht? Haben Sie jetzt vielleicht schon eine Antwort auf die Kern- und Schlüsselfrage, wozu die „Arena“, so wie sie augenblicklich ins Auge gefasst ist, eigentlich nütze sein soll? Geht es nur noch um Begünstigung der kommerziellen SVG-Unternehmung, an der kaum öffentliches Interesse besteht (siehe Jo Bembels Beitrag vom 25. März diesen Jahres: https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/luneburg/1520042-die-geforderte-hilfe-von-aussen-hat-der-landkreis-laengst#comment-157211), mit ein bisschen Event-Hallodri zu Lasten der Steuerbürger im Kreis? Wo ist dann eigentlich der Gedanke ans Gemeinwohl? Oder geht es um mittel- und langfristige Sportförderung in ganzer Breite für Schulen, Vereine und Freizeitler? Dann taugt doch aber weder das einseitig spezialistische und geldverschlingende Konzept noch der Standort, da sich an der Lüner Rennbahn keine integrale Anlage entwickeln lässt, oder?

    Mit lieben Grüßen, Regina Schneider

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  7. Paul Hänsen schreibt:

    Hallo Herr Jenckel,

    Vorspann der Krumböhmer-Nahrstedtschen „Notiz“ vom April 2017, die durch Katrin Holzmann an Sie expediert worden ist, lautete so:

    „Der aktuelle Stand ist wie folgt: Der Landkreis Lüneburg plant, den bisherigen Planungsstand des Investors vom Architekturbüro Bocklage & Buddelmeyer zu übernehmen. Dies ist Teil der Verhandlungen mit der Sallier Bauträger- und Verwaltungsgesellschaft. Der Antrag auf die Baugenehmigung bei der Hansestadt Lüneburg ist bereits gestellt, nach unseren Informationen steht die Genehmigung kurz bevor. Das Brandschutzkonzept ist bereits abgestimmt. Die Ausführungsplanung – das ist der letzte Schritt, bevor die Auftragsvergabe vorbereitet wird – hat begonnen, und die Tragwerksplanung ist so gut wie fertig.“

    Jeder einzelne Punkt war gelogen, wie anzunehmen wir heute mannigfache Gründe haben.

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  8. Die Kosten-Salami mit Edelschimmel?

    Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad von Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand.

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  9. Manfred Möller schreibt:

    Die Lüneburger Ratsdame Birte Schellmann hat vorgestern geschrieben: „Ein ähnliches Drama [wie mit der Bezahlung des Libeskind-Baus], wenn auch auf wesentlich kleinerer Flamme, werden wir beim Arena-Projekt erleben. Aber hier wie da ist wohl nicht damit zu rechnen, dass sich irgendwer öffentlich dazu bekennt, einer Riesenfehleinschätzung aufgesessen zu sein.“ (https://blog-jj.com/2018/09/11/libeskind-spektakulaer-und-spektakulaer-teuer/#comment-2875)

    Das „Arena-Projekt“ wird ein Drama auf wesentlich größerer Flamme! Denn für den Libeskind-Bau zahlen Stadt und Kreis – bisher [!] – zusammen „nur“ sieben Millionen Euro (plus die knappe Million für den Neuen Kreisel und die Kanalarbeiten an der „Universitätsallee“). Aber für die Arena werden Stadt und Kreis die komplette Summe von derzeit unabsehbaren (vermutlich aber weit über zwanzig Millionen Euro) aufbringen müssen (plus die Gelder für die Ertüchtigung der verkehrlichen Situation in der Vrestorfer Heide).

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  10. Kai-Uwe Frigge schreibt:

    € 14 Millionen netto heißt € 16,5 Millionen brutto. Realistisch sind € 22 bis € 25 Millionen für die Arena und deren Betrieb. Und oben drauf kommen Parkraumbeschaffungs-, Straßenausbau- und ÖPNV-Anbindungskosten am Alten Schlachthof. Warum wird das Dach der Gellersenhalle nicht für € 300.000 angehoben? Und warum wird von Klaus Hoppe nicht endlich einmal unter Beweis gestellt, dass er der tolle Unternehmer wirklich ist, als der er 2016 ausgezeichnet wurde, indem er für seinen Vamos-Ersatz mit eigenem Geld ins Risiko geht – und nicht immer solange bei anderen herumheult, bis die ihm Sonderkonditionen einräumen und die Bereitstellung seiner vollumfänglich ausgestatteten Geschäftsräume aus Steuermitteln ermöglichen?

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  11. Andreas Janowitz schreibt:

    „Sternenstaub“ beinhaltet alle Elemente für künftiges Wachstum?!
    Der Herrschaften sollten sich eher den Wüstensand aus den Augen reiben, der einem aus der verwüsteten Etatschatulle entgegenbläst?

    Wenn ich im Zusammenhang mit der „Arena“ von „Schulsport“ lese, dann ist das grotesk ulkig?! Und wenn sich die Volleyballer eine neue Halle leisten wollen, mögen doch deren Fans genügend Eintrittsgelder aufbringen? Ich bin wenig geneigt denen als Sponsor wieder Willen beizuspringen.

    Ich verstehe nicht wie der Sandabbau zu einem Politikum werden konnte, denn es knirscht offensichtlich ganz ordentlich im versandeten Getriebe?

    Anstatt die nächste Baugrube aufzureissen, wesshalb nicht ersteinmal vorhandene abnahmefertig zu machen, sprich: das defizitäre Audimax auslasten? Wenn der Keller gerade mal nicht unter Waser steht, kann man dort evtl. das bei den oberen 10(.000) so verhasste Vamos unterbringen?
    Oder wenigstens konstruktive Vorschläge machen, anstatt hier in einem fort groteske Parodien vom Stappel laufen zu lassen?! (Wie etwa 10.00€ für eine THW „Übung“ locker machen, um die Schulkinder ein paar Wochen über die Elbe zu bringen?)

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  12. Klaus Bruns schreibt:

    was darf denn jetzt einfließen? die tatsache, protagonisten , die libeskind durch gewunken haben, können es einfach nicht? wie war das eigentlich noch mit der schuldenbremse?warum hat das land niedersachsen,die schulden abgenommen, wenn der unfug doch nur weiter geht?

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  13. Karl schreibt:

    Hallo,

    schon mal Rainer Zobels Rage-Rede am 26. Juni im „11:30“-Gespräch mit Hans-Herbert Jenckel gehört? Hier (ab Minute 18:00): https://www.facebook.com/landeszeitung/videos/2002115049822109/

    Die Märchenstunde mit Landrat Nahrstedt vom Dienstag hat Otto gut kommentiert: https://blog-jj.com/2018/08/10/das-letzte-geld-gefecht-um-die-elbbruecke-laeuft/#comment-2839

    K E I N E R neidet den Volleeyballern ihre Halle und K E I N E R neidet Bahlburg und Hoppe ihre mit voraussichtlich € 20 Millionen Steuergeld gepamperte Möglichkeit zum jahrzehntelangen Geldverdienen. Das Problem ist, dass hier etwas entsteht, was N U R den beiden Geschäftsleuten dient und N I C H T dem Lüneburger Sport in der Breite. An einem geeigneten Standort, der im Laufe der Jahre durch weitere Anlagen (Stefan Hyes Mucki-Bude usw.) hätte ergänzt und komplettiert werden können, hätten heute schon für das gleiche Geld Arena U N D Stadion für A L L E Sportler und Sportbegeisterten im Landkreis gebaut werden können und nicht nur für den Rückschlag- und Event-Kommerz von zwei ich-zentrierten Schlaumeiern mit „politischen“ Netzwerken.

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