Lüneburg verwächst sich – leider

Das Hanseviertel wächst, dafür werden jetzt alte Soldatenunterkünfte geschleift.

Das Hanseviertel wächst, dafür werden jetzt alte Soldatenunterkünfte geschleift.

Lüneburg, 5. Dezember 2018

Das Klima schmiert ab, warnen die Experten bei der Weltkonferenz in Polen. Puh, zum Glück leben wir im kleinen Lüneburg. Hier wird höchstens mal durch neue Baugebiete am Stadtklima gekratzt, aber immer im vertretbaren Maße – sagen die Experten. Wir sind also nicht schuld am Klimadebakel.

Im Schatten der Metropole Hamburg wächst Lüneburg am schnellsten in Niedersachsen, weil Lüneburg im Vergleich erschwinglich und die Hafencity im Nu zu erreichen ist. Man könnte auch sagen, Hamburg schiebt Lüneburg nicht nur Bürger und Steuereinnahmen, sondern auch Probleme zu. Ein Teufelskreislauf, aber ganz legal.

Das Viertel an der Wittenberger Bahn heißt offiziell Ilmenaupark, im Volksmund aber Klein Prora nach dem kilometerlangen Betonblock Rügens Strand.

Das Viertel an der Wittenberger Bahn heißt offiziell Ilmenaupark, im Volksmund aber Klein Prora nach dem kilometerlangen Betonblock Rügens Strand.

Dieses schnelle Wachsen hat einen Preis und meist ein trostloses Antlitz. Der Ilmenaupark an der ehemaligen Wittenberger Bahn, ein gehobener Lärm- und Wohn-Riegel, Klein-Prora nach dem kilometerlangen NS-Block auf Rügen gerufen, könnte genauso an der Südküste Teneriffas stehen. Warum er gerade in Lüneburg gelandet ist? Fragen Sie nach dem Quadratmeter-Preis. Oha.

Das Hanseviertel in der alten Schlieffenkaserne, frei nach dem Rittersport Slogan: Quadratisch, praktisch, gut – sieht in seiner weißen Eckigkeit und mit seinen grauschwarzen Steingärten hinter hohen Mauern ziviler aus. Doch als jetzt die LZ ein Drohnen-Video vom Abriss der letzten alten Kasernengebäude auf dem Areal für die Erweiterung des Hanseviertels zeigte, für neue Wohnquartiere, empörten sich Lüneburger im Kommentaren und wandten sich angewidert ab. Was trägt diese Empörung? Doch nicht die alten Soldatenunterkünfte aus der NS-Zeit. Nein, es scheint vielmehr die Sorge vor weiteren Entgleisungen, vor dem, was womöglich entsteht.

Doch die hoch attraktive kleine Hansestadt bläht sich. Investoren fragen nicht nach Geschmack, nach maßstäblichen Bauen, sondern nach Rendite. Je mehr Quadratmeter man auf einem Quadratmeter stapeln kann, umso profitabler. Das ist der Gang der Dinge, das ist halt ihr Geschäft.

Sind die Neubürger erst eingezogen, fordern sie neue Kindergärten, neue Schulen, natürlich neue Straßen und Radwege. Auch das ist geboten. Das ist dann das Geschäft der Stadt. Und dabei ist es unausweichlich, dass die alte Salzstadt, die tausendjährige Stadt mit mehr als 1400 Baudenkmälern sich bei diesem Wachstum verwächst. Ein Teufelskreis, wie gesagt. Man kann ja niemanden verbieten, nach Lüneburg zu ziehen.

Natürlich wird auch protestiert, wie gerade am unteren Teil des Grüngrürtels West, wo ein Zukunfts-Campus hart an die Schutzzone schrammen soll. Weiter oberhalb ist der Gürtel planerisch eh schon enger geschnürt. Ein bisserl Schwund ist immer, eben auch bei den natürlichen Kühlkellern fürs firsche Stadtklima – aber vertretbar, versichern die Fachleute.

Wie gesagt, wir können es uns noch leisten, wir sind in Lüneburg. Hier ist die Welt noch in Ordnung – weit weg von den Alarmsirenen, die in  Katowice bei der Weltklima-Konferenz schrillen wegen der Erderwärmung da draußen in der Welt.

Wir leben die Urbanität im Windschatten der Metropole Hamburg. Der Traum vom Großstadt-Status ist zum Greifen nah und vielleicht erreicht, bevor auch wir kapieren, dass auch unser stetes und scheinbar unausweichliches Ausdehnen nicht nur das Stadtklima höhlt und „ein bisserl“ in die Weltbilanz einfließt. Wenn wir schon glauben, es nicht ändern zu können, weil das Ziel zu Wachsen höherrangiger ist, sollten wir uns wenigsten dazu bekennen.

Und dann bleibt ja immer noch die Gewissheit des Lyrikers T.S. Eliot
„Auf diese Art geht die Welt zugrund
Nicht mit einem Knall: mit Gewimmer“

 

 

Über jj

Journalist, Dipl.-Kaufmann
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20 Antworten zu Lüneburg verwächst sich – leider

  1. Moni schreibt:

    Keine Atempause!
    Geschichte wird gemacht!
    Es geht voran:

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  2. Leo Fischer schreibt:

    Infolge des detailliert verabredeten, methodisch geplanten und systematisch betriebenen Dieselbetrugs durch die Bosse der deutschen Autoindustrie sterben Tausende von Menschen früher, als wenn weniger Autoabgase in die Luft gepustet würden. Trotzdem wird immer noch gefragt, ob nicht speziell Stickoxide in der Luft doch harmloser als gedacht und ob aktuelle Fahrverbote übertrieben seien. Während die einen sagen, der NO2-Grenzwert sei willkürlich auf Basis ungeeigneter Forschungsdaten festgelegt worden und letztlich zu hoch – und gleichzeitig auf die unterschätzte Feinstaubgefahr verweisen – warnen anderen davor, das Stickstoffdioxid zu verharmlosen. Die Umweltmedizinerin Barbara Hoffmann, Ärztin und Professorin für Umweltepidemiologie am Universitätsklinikum Düsseldorf, erklärt, warum sie den aktuellen Grenzwert für Stickstoffdioxid (NO2) sogar noch weiter senken würde. Sie sagt: „Um die Bevölkerung vor langfristigen Auswirkungen von Verkehrsabgasen zu schützen, ist er eindeutig zu hoch. Der Grenzwert sollte wesentlich strenger werden. (…) Denn bei dem Grenzwert geht es nicht nur um die Gesundheitswirkung des Reizgases NO2 selbst. Es geht auch um all die anderen Schadstoffe, die aus dem Verkehr stammen und in der Straßenluft vorkommen, die wir aber nicht messen: Ultrafeinstäube, Ruß, krebserregende Kohlenwasserstoffe und viele andere. Anstatt 25 Einzelsubstanzen zu regulieren, wird NO2 als Indikator gemessen und reguliert. Das funktioniert gut, weil NO2 mit den anderen Schadstoffen hoch korreliert ist. Wir wissen aus Studien, dass es auch unterhalb des jetzigen Grenzwerts von 40 Mikrogramm NO2 pro Kubikmeter erhebliche Gesundheitseffekte durch Verkehrsabgase gibt.“

    Mehr dazu hier: https://www.zeit.de/wissen/umwelt/2018-11/stickoxid-grenzwerte-umweltmedizin-barbara-hoffmann-eu-grenzwerte-feinstaub-verkehrsabgase/komplettansicht

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  3. Kai schreibt:

    Stickoxide in der Stadt

    Mit dem Fahrrad durch die Giftwolke

    Die Lunge des Menschen „hält wahnsinnig viel aus“, sagt Lungenfacharzt Kai-Michael Beeh. Trotzdem sieht der Spezialist das Organ im Alltag an seine Grenzen kommen – und fordert tiefgreifende Konsequenzen.

    Von Marie Lisa Kehler

    Wenn Kai-Michael Beeh über die menschliche Lunge redet, dann hört es sich eher an, als schwärmte er von einer Box-Legende. Vom Rocky Balboa der Organe. „Die Lunge hält wahnsinnig viel aus“, sagt er. Sie werde unterschätzt, sei leidensfähig und kämpferisch. Aber wer viel einsteckt, der muss auch mal durchatmen. Und das scheint in Großstädten, in denen die Luft stark verschmutzt ist, immer seltener möglich. Der Wiesbadener Internist hat ein Buch über die Lunge geschrieben, um „aufzuklären“, wie er sagt. „Erst wer versteht, wie wunderbar dieses Organ ist, der wird seine Gesundheit nicht mehr leichtfertig wegschmeißen.“

    Mit dem Buch „Die atemberaubende Welt der Lunge. Warum unser größtes Organ Obst mag, wir bei Konzerten husten müssen und jeder Atemzug einzigartig ist“ hat Beeh ein gutes Timing bewiesen. Selten zuvor haben sich die Menschen so sehr für das interessiert, was sie automatisch mehr als 17.000 Mal am Tag tun: für das Atmen. Seit das Buch erschienen ist, steht das Telefon des Internisten nicht mehr still. Die Meinung des Lungenfacharztes zum Thema „Stickoxidgrenzwert“ ist gefragt. 40 Mikrogramm pro Kubikmeter im Jahresmittelwert sollen nicht überschritten werden, so die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation. Ein Grenzwert, der immer wieder kritisiert wird. „Zu streng“, sagt manch ein Dieselfahrer. Denn Werte von bis zu 1000 Mikrogramm pro Kubikmeter wurden schon im indischen Neu-Delhi gemessen. Sind die Europäer also ein bisschen überempfindlich?



    FAZ, 12. Dezember 2018

    URL: https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/stickoxide-in-der-stadt-meinung-eines-wiesbadener-facharztes-15936717.html

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  4. Annika Weinert schreibt:

    Den Wachstumsgegnern hier empfehle ich, den Blick einmal über genau die Lüneburger Stadtgrenzen hinaus zu weiten, die Sie offenbar künftig am liebsten für alle Zuzugswilligen verschließen würden. In Ost wie West sehen wir eine ganze Reihe schrumpfender Städte und Regionen. In diesen Regionen ändert sich derzeit ebenfalls ganz wesentlich das Stadtbild – nämlich durch den stetigen Wegzug junger Menschen und die Auswirkungen des demografischen Wandel.
    Fahren Sie doch mal für ein paar Tage in eine der Regionen Niedersachsens, für die bis zum Jahr 2031 ein Bevölkerungsminus von 20 % und mehr im Vergleich zum Jahr 2015 prognostiziert wird (in der oberen Karte rot markiert: https://niedersachsen.de/startseite/themen/demografie_und_regionalentwicklung/dynamisches_niedersachsen/demografie_niedersachsen/demografischer-wandel-in-niedersachsen-146677.html). Die Folgen dieser Entwicklung machen sich dort vielerorts bereits jetzt in verödeten Innenstädten, in der Schließung von Krankenhäusern, Schulen und anderen sozialen Einrichtungen, im Abbau von Arbeitsplätzen durch Wegzug von Industrie und im Verlust von Kulturangeboten – kurz: in einem deutlichen Rückgang der Lebensqualität – bemerkbar. Ich bin mir sicher, dass Sie trotz aller Wachstumskritik froh sein werden, danach wieder ins wachsende Lüneburg zurückzukehren, wo man solche Probleme nicht hat…
    Unsere Stadt zeichnet sich durch eine hohe Lebensqualität aus und ist entsprechend hochattraktiv. Natürlich verändert sich mit dem Zuzug die Stadtkultur, natürlich verändert sich mit Neubauten das Stadtbild und natürlich macht der Zuzug auch Anpassungen in der Infrastruktur erforderlich, die von Verwaltung und Politik aktiv angegangen werden. Diese Dynamik tut Lüneburg jedoch ausgesprochen gut, denn sie hat die Stadt weiter verjüngt und belebt – es gibt kaum wirksamere Präventivmaßnahmen gegen solche Schrumpfungstendenzen wie wir sie in anderen Regionen Niedersachsens sehen.

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    • Uta Radeburg schreibt:

      Liebe Frau Weinert,

      ich bin lieber allein als tot.

      Und jemand, der für Maß, Umsicht und Vernunft plädiert, ist noch lange kein „Wachstumsgegner“! Wer Nieren in Senfsauce nicht runter bekommt, muss ja auch kein militanter Veganer sein. Sie sollten bei Ihren Agitprop-Aktionen verbal ein wenig abrüsten, gute Frau! Und vielleicht einmal darüber nachdenken, was Wilhelm Busch Ihnen sagen wollte, als er in Ihr Poesiealbum schrieb: „Oft ist das Denken schwer, indes, das Schreiben geht auch ohne es.“

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      • Annika Weinert schreibt:

        Liebe Frau Radeburg,

        schade, dass Sie den persönlichen Angriff wählen statt sich mit den Sachargumenten aus meinem Beitrag auseinanderzusetzen – so bringt man die Diskussion um die Lüneburger Stadtentwicklung jedenfalls nicht voran.

        Schöne Grüße,
        Annika Weinert

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      • Herbert schreibt:

        Hallo Frau Weinert,

        ich glaube, Frau Radeburg meint, dass sich zwischen den vollkommmen unbegründeten Unterstellungen und den wolkig wabernden Allgemeinplätzen, die Sie in Ihre aufgeregte Intervention geschnibbelt haben und welche Sie (fälschlich) „Sachargumente“ nennen, ein Riesenwiderspruch auftut: Das Antidot gegen die von Ihnen überdramatisierte und mit viel Bescheidwisserpathos in Dienst genommene Landflucht kann doch nicht sein, dieser noch zusätzliche Anreize zu schaffen, indem die „Attraktivitätspotentiale“ allein in einem „Oberzentrum“ konzentriert werden. Oder?

        Und dann: Was sagen Sie zu Maddis Einwand?

        Was hülf mir Stadt und SUV und Brück statt Fähre?
        Die könnten mich nicht freun!
        ’s ist leider Smog – und ich begehre
        Nicht schuld daran zu sein!

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  5. Maddi Klausius schreibt:

    ’s ist Smog! ’s ist Smog!
    O Gottes Engel wehre,
    Und rede Du darein!
    ’s ist leider Smog –
    und ich begehre
    Nicht schuld daran zu sein!

    Was sollt ich machen, wenn im Schlaf mit Grämen
    Und blutig, bleich und blaß,
    Die Geister der Erstickten zu mir kämen,
    Und vor mir weinten, was?

    Wenn wackre Männer, die nen Parkplatz suchten,
    Verröchelt und halb tot
    Im Staub sich vor mir wälzten und mir fluchten
    In ihrer Todesnot?

    Wenn tausend tausend Väter, Mütter, Bräute,
    So glücklich vor dem Smog,
    Nun alle elend, alle arme Leute,
    Wehklagten über mich?

    Wenn Staublung, böses Keuch und ihre Nöten
    Freund, Freund und Kind ins Grab
    Versammelten und mir zu Ehren krähten
    Von einer Leich herab?

    Was hülf mir Stadt und SUV und Brück und Fähre?
    Die könnten mich nicht freun!
    ’s ist leider Smog – und ich begehre
    Nicht schuld daran zu sein!

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    • Andreas Mihm schreibt:

      Rund 7 Millionen Menschen sterben nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO jedes Jahr an Smog.

      Das sind die Folgen menschengemachter Luftverschmutzung. Die Gesundheitskosten zur Behandlung derjenigen, die nicht an der schlechten Luft sterben, schätzt die Agentur der Vereinten Nationen in ihrem neuen, zur Klimakonferenz in Kattowitz herausgegebenen Bericht auf mehr als 5 Milliarden Dollar im Jahr. Die 15 Staaten mit dem höchsten Ausstoß an Klimagasen müssten etwa 4 Prozent ihres Bruttoinlandsproduktes aufwenden, um nur die gesundheitlichen Folgen der Luftverschmutzung zu finanzieren, schreiben die WHO-Fachleute. Dagegen würde es nur ein Prozent der globalen Wirtschaftsleistung kosten, die Ziele des Pariser Klimavertrages zu erreichen. Zugleich könnten bis zur Mitte des Jahrhunderts Millionen Menschen vor dem Tod bewahrt werden.

      Es sei eindeutig, dass der Klimawandel große Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und das Leben habe, sagte WHO-Generaldirektor Tedros Ghebreyesus. Die gleichen Faktoren seien für die Erwärmung der Erde und eine schlechte gesundheitliche Verfassung verantwortlich. „Die wahren Kosten des Klimawandels schlagen sich in unseren Hospitälern und Lungen nieder“, sagte WHO-Direktorin Maria Neira. Beziehe man Gesundheit in die Klimapolitik ein, so sei die Bekämpfung des Klimawandels eine Chance und kein Kostenfaktor.

      In der Studie werden direkte Auswirkungen wie Stürme, Dürren, Überflutungen, Hitzewellen und Waldbrände genannt. Zu den indirekten Folgen des Klimawandels zählen die Autoren die Qualität des Trinkwassers und der Atemluft sowie die Notwendigkeit für Landbewohner, ihr Leben anzupassen. Zu den Gesundheitsfolgen gehören psychische Erkrankungen, Unterernährung, Verletzungen, Atemwegs- und Herzerkrankungen, Allergien, Infektionen, Vergiftungen, Hitzschläge und Krankheiten, die aus Wasserverschmutzung folgen.

      Auf der Liste der Empfehlungen der WHO stehen der Verzicht auf den Einsatz fossiler Rohstoffe, also vor allem Kohle und Öl. Die WHO beklagt, dass in den Klimaschutzprojekten Gesundheitsfragen nur eine Nebenrolle spielten und es dafür kein Geld gebe.

      Vgl.: https://www.who.int/air-pollution/news-and-events/how-air-pollution-is-destroying-our-health

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  6. Martin K. schreibt:

    Auch der Nikolaus muss sich tummeln, um seine Zweizimmerwohnung in Kaltenmoor geheizt zu bekommen! Sagt an, liebe Investoren, kennt ihr den Nikolaus?

    Fährt bienenemsig durch die unverschneiten Gassen, mit einem gelben, braunen, und wenn alle Beteiligten Pech haben, auch einem blauen Schlitten und bringt für kargen Lohn Geschenke. Ganz müd geworden ist der Nikolaus vom Ausfüllen all der Abholkarten, denn die Menschen sind nicht zu Hause, weil sie für neue Gaben arbeiten müssen. Und all die Knechte und die Elfen vom Nikolaus, die arbeiten in den Paketgruben für kleinen Lohn bei Tag und Nacht, und ihr Herr und der vom Nikolaus, der ist der reichste Mensch auf diesem Erdenrund, so reich, dass er nicht einmal Haar und Bart benötigt. Damit jedoch der Nikolaus, wenn er in ferner Zukunft mal so müde ist, dass er all die Pakete nicht mehr heben kann, noch Speis und Trank hat, legt er jeden Monat von seinem kargen Lohn ein paar Rentiertaler zurück, damit er Anteile an den Paketgruben kaufen kann; denn so sagt ein Talerphilosoph aus dem Sauerland, wo all der Schnee und all die Elfen wohnen: Wer Aktien kauft, der muss nicht darben, wenn des Lebens Winter kommt. Der Nikolaus ist ein armer Narr.

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  7. Ute Jagoda-Müller schreibt:

    Hallo Herr Jenckel,

    der B90/Grüne Ratsvorsitzende Wolf von Nordheim schlägt der klammen Stadtverwaltung vor, „die eingeplanten Mittel für die jetzt wohl nicht mehr realisierbare Arena Lüneburger Land zu nutzen“, um das vom Rat beschlossene Zierbrünnlein vor dem Mc Donald‘s Am Sande zu finanzieren (https://www.landeszeitung.de/blog/aktuelles/2136242-heftiges-geplaenkel-ums-geplaetscher).

    Im Sinne Ihres Plädoyers für eine auch unter Gesichtspunkten des physischen und des psychischen Wohlbefindens ihrer Einwohner „lebenswerte“, anstelle einer chaotisch ins Breite, Dichte und Hässliche wuchernden Stadt, wäre ich dafür, die aus dem gescheiterten Arena-Projekt frei werdenden Mittel von Stadt und Kreis eher in die Sanierung unserer Schulen als in den Bau einer überflüssigen Plätscheranlage vor dem Telefonierzimmer von Herrn Zeinert zu stecken. So hat die Stadtverwaltung unter Oberbürgermeister Mädge, um Geld zu sparen, auf den Einbau einer technischen Belüftungsanlage im neuen Anbau des Johanneums verzichtet. In diesem Annex, der im Sommer 2017 bezogen wurde, sind seitdem regelmäßig erhöhte Werte von CO₂ und anderen kohlenstoffhaltigen Substanzen festgestellt worden, die immer wieder zu schwerwiegenden und unverantwortbaren gesundheitlichen Problemen bei Schülern und Lehrern führen (https://www.landeszeitung.de/blog/aktuelles/2136292-lehrer-sind-mit-der-geduld-am-ende). Sollten die nun nicht mehr nötigen Arena-Mittel nicht vordringlich verwendet werden, um den nachträglichen und darum im Vergleich zum ursprünglich vorgesehenen mindestens doppelt so teuren Einbau dieser für die Gesundheit unserer Kinder absolut notwendigen Belüftungsanlage zu bezahlen?

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  8. Andreas Janowitz schreibt:

    Mit dem Backstein/Mörtelabraum sollten dauerhafte Benjeshecken einen wirklichen Grüngürtel schaffen, damit die untergepflügten und totgespritzen Wegrandstreifen ein Refugium bekommen, das gleichzeitig die Kaltluftversorgung Lüneburgs sichern könnte.
    Fantasielose Totalopposition und träumerische Vorstellungen von „unberüherter“ Natur prägen die Debatte bisher. Mal sehen wer sich vom Holz- auf einen Zukunftsweg begibt.

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    • Bernd Wagemuth schreibt:

      Warum machen Sie es nicht vor und orientieren die Debatte etwas?

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      • Andreas Janowitz schreibt:

        Um genau zu sein gibt es ja gar keine Debatte. Dort würden nämlich echte Standpunkte vertreten und nicht nur vage, sich an den Standpunkten der anderen Seite orientierende Protestnoten ausgetauscht?
        Den Raum vom Königsweg, um den Kranken Heinrich zum Schnellenberger Weg herüber als „biologisch wertvoll“ zu bezeichnen ist schonmal grotesk. Wem da jetzt genau welche Scholle gehört ist momentan entscheidender, als der von der Stadtverwaltung vorgeschlagene Bebauungsplan.
        Um ein funktionierendes Biotop mit entsprechenden unentgeldlichen Leistung geht es niemandem. Wollte man dort eine Art Klimaanlage realisieren müssten hydrologische Aspekte berücksichtigt werden, was dann z.B. Sumpflöcher beinhaltete. Diese Äcker müssten echten Ökotopen (vergl. https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96kotop ) weichen?

        Monentan sehe ich hier lediglich, etwas hysterisch, Preishuberei als dominantes Motiv. Vorgeschoben wird der „Umweltschutz“, aber eigentlich hat man sich mit dem Bebauungsplan schon arrangiert. Man schachert sozusagen mit „gutem“ Gewissen. ^^

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  9. Ulrich Vössing schreibt:

    Ja, ja, da haben Sie ganz Recht. Die Stadt entwickelt sich irgendwie vor allen Dingen mit den Geldbörsen einiger weniger, zu etwas, wovon auch nur diese profitieren … alles wie in der großen weiten Welt … Und wo der kleiner Kommunalpolitiker noch entscheiden darf, da wird eine Arena vielleicht nächste Woche vom Tisch gefegt … verdient ja keiner dran 😦

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    • Bernd Wagemuth schreibt:

      Machen Sie Witze? Wenn in LG ein Partikularinteresse zum klaren finanziellen und sozialen Nachteil des Gemeinwohlinteresses und übrigens auch ohne einen Vorschlag für eine umweltverträgliche Verkehrslösung durch ein Bauprojekt bedient wird, dann doch wohl durch den exorbitant teuren Unfug der Millionen-Arena am falschen Standort. Siehe die klare Gesamtbetrachtung hier: https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/2117152-arena-vorsteuerabzug#comment-215832

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      • Ulrich Vössing schreibt:

        Lieber Herr Wagemuth, ein Statement zur Arena, um die es aber ja hier inhaltlich nicht geht: All das ist nur ein Versäumnis der Lokalpolitik. Seit der Schließung der Nordlandhalle gab es keine ernsthafte politische Initiative für einen alternativen groß dimensionierten Veranstaltungsraum/Sporthalle, der bis zum Bürger vorgedrungen wäre. Zurück zum Blog: … “ Investoren fragen nicht nach Geschmack, nach maßstäblichen Bauen, sondern nach Rendite. Je mehr Quadratmeter man auf einem Quadratmeter stapeln kann, umso profitabler.“ … Wohnraum wird geschaffen, grundsätzlich ist das gut, aber wer profitiert wirtschaftlich? Hanse-Viertel, An der Wittenberger Bahn, Rettmer/Pilgerpfad II, überall „Stadtvillen“, sogenannte moderne Quartiere, für eine maximale Zahl an Bewohnern, über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten, über Gewinn eher weniger…

        und doch noch ein kleiner Seitenhieb in Richtung Arena: Eine der ersten Initiativen ging auch hier von privater Seite aus. Ich bin mir sicher, mit Hätte-Man und Wenne-Man würde dort das Pokalhalbfinale gegen Berlin am kommenden Donnerstag vor ausverkauftem Lüneburger Haus stattfinden, 3500 Menschen die Lüneburg im Herzen tragen und den eigenen Verein, die eigene Stadt anfeuern, live im Fernsehen … leider nur eine Wenne-Man.

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  10. Schachmatt!? Welche Königsfarbe wird das Spiel beenden und gewinnen?

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  11. Jo schreibt:

    Lüneburg First!

    Der Klimawandel ist ein Gerücht, das die missgünstigen Chinesen streuen, um die Zukunftsstadt klein zu halten!

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  12. Klaus Bruns schreibt:

    Wenn wir schon glauben, es nicht ändern zu können, weil das Ziel zu Wachsen höherrangiger ist.
    und hier ist die krux. der wahn, nur wachstum kann helfen , ist immer noch weltweit verbreitet, obwohl die erde bekanntlich rund und endlich ist. die bwl`er sind die totengräber der welt.

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