Zu viel Gezeter, zu viel Lavieren – Lüneburg hat die Steinwüste am Sand verdient

Lüneburg, 21. Januar 2019

Tränken und Brunnen gehörten lange zum Platz Am Sande. Das letzte war ein Löschwasserbrunnen in einer hässlichen Waschbeton-Einfassung bis Anfang der 70er-Jahre.

Tränken und Brunnen gehörten lange zum Platz Am Sande. Das letzte war ein Löschwasserbrunnen in einer hässlichen Waschbeton-Einfassung bis Anfang der 70er-Jahre. Collage: LZ-Ausschnitt

Dieses Gezeter, dieses Lavieren und Lamentieren – jahrelang. Schier unerträglich. Und alles wegen ein paar Wasserdüsen auf dem Platz Am Sande. Die Lüneburger Stadtverwaltung, sie hat sich auch nicht mit Ruhm bekleckert, sollte die Idee endgültig begraben, auf dem Platz ein wenig Wasser sprudeln zu lassen. Lüneburg hat diese Steinwüste im Sommer verdient.

In der Fußgängerzone am Rathaus in Lübeck freuen sich besonders die Kinder über die Wasserdüsen.

In der Fußgängerzone am Rathaus in Lübeck freuen sich besonders die Kinder über die Wasserdüsen.

Sie ist sowieso das Ideal der Denkmalschützer. Freie Sicht auf die Giebel, kein Baum, kein Wasserspiel. Zwar gibt es den Platz so, in Stein gemeißelt, erst im Denkmalschutz der Moderne. In der langen Lüneburger Geschichte, die von ungeheurem Wandel geprägt war, von Salz-Reichtum und Armut und Bedeutungslosigkeit, sah er nie so aus. Mal mit Brunnen, mal mit Tränke, mal mit beidem, mal mit Bäumen, man stelle sich vor: mit Bäumen!

 

 

Wasserspiel vor dem Rathaus in Stralsund.

Wasserspiel vor dem Rathaus in Stralsund.

Der Erhalt eines bestimmten Zustands ist eine fixe Idee. Den hat es am Sand so wenig wie in der Westliche Altstadt gegeben – das „mittelalterliche Ideal“ hat eher musealen Charakter. 

Schauen Sie sich Bilder vom frühen 20. Jahrhundert an, da starrte einen die Armut in fast jeder Gasse an. Die Giebel mürbe, die Fenster blind, die Fassaden bröckelnd.

 

 

 

Wasserspiel in der Fußgängerzone vorm Schloss in Bayreuth.

Wasserspiel in der Fußgängerzone vorm Schloss in Bayreuth.

Denkmalschutz heißt ja nicht, einen Zustand aus dem Jahr X zu bewahren, sondern die Schichtung, die Entwicklung zu schützen. Und die Entwicklung kennt keinen Endpunkt..

Und dann die Klage, da werde Wasser verschwendet, dutzendfach bei jedem Post zum Brunnen kommentiert. Umlaufsysteme sind eben ein Fremdwort.

 

 

Fußgängerzone Bad Bevensen

Fußgängerzone Bad Bevensen

Ich hoffe, diese Kritiker gehen nicht ins Freibad und auch nicht in die Sauna und sprengen schon gar nicht den Rasen. Und sie fahren auch nicht mit dem Auto zum Fitness-Studio, um dort aufs Trimmrad zu steigen.

Ich hätte mich über ein paar Wasserdüsen gefreut – im Sommer, wenn es heiß ist. Aber mittlerweile ist mir klar, dass gegen kleine Karos kein Kraut gewachsen ist. Hallo, Provinz. 

Hans-Herbert Jenckel

Über jj

Journalist, Dipl.-Kaufmann
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35 Antworten zu Zu viel Gezeter, zu viel Lavieren – Lüneburg hat die Steinwüste am Sand verdient

  1. Sascha Marks schreibt:

    Der introvertierte Plätscher-Romantiker träumt im Zentrum dem Wasser nach, welches die extrovertierten Hydro-Ökonomen ihm an der Peripherie abgraben.

    Zum Themenkreis gehört nämlich auch:

    „Die umstrittene Brunnen-Suche“

    Landeszeitung vom 28. Januar: https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/2285232-die-umstrittene-brunnen-suche

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  2. Robert schreibt:

    Freitagabendfieber nach der
    Einweihung des Sande-Brunnens
    im Spätsommer 2024

    Wenn mit großen Feuerwerken
    Lünebürger fröhlich feiern,
    sich mit Bier und Fleischwurst stärken
    und in die Rabatten reihern,

    Wenn sie in den Handschuhfächern
    kundig nach Kondomen tasten,
    und die breiten Autos blechern
    strahlend ineinanderhasten,

    Wenn in Häusern bunte Schatten
    herrlich aufeinander schießen,
    sich verprügeln, sich begatten,
    bis die letzten Kneipen schließen,

    Wenn dann in zu lauten Räumen
    viele Menschen sich bewegen
    und beim Lärmen davon träumen,
    stumm einander flachzulegen,

    Wenn am Ende Franz und Frieda
    glücklich in der Falle liegen -:
    Wer gedenkt dann jener, die da
    noch eins in die Fresse kriegen?

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  3. jj schreibt:

    Sehr komisch, ist längst freigegeben, erscheint aber nicht….schmunzel

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  4. Klaus Bruns schreibt:

    herr jenckel, sie haben entweder eindeutig zu wenig humor, oder ihr humor ist zu akademisch. das brunnenlied wäre hier doch wirklich angebracht, oder? ich bin vor jahren darauf gestoßen und der künstler, der, obwohl er aus der ehemaligen ddr stammt, doch meiner meinung nach, der politik sehr genau auf deren finger geschaut hat, hat auch hier , wie ich finde, einen volltreffer gelandet. wer landet denn im rathaus, wenn er sich nicht vorher angepasst hat? wer bestimmt dann über brunnen? ein brunnen soll doch auch ein lebensspender sein, oder nur zur bespaßung taugen?

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    • jj schreibt:

      Der Link ist seit Tagen online. 🙃

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      • Klaus Bruns schreibt:

        wo ist er zu finden?

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      • Kai schreibt:

        Herrlich, das ist ja simulierter Flachsinn reinsten Wassers. Da darf das Brunnenlied von Gogol Bordello nicht fehlen. Es spielte eine große Rolle in der Verfilmung von „Alles ist erleuchtet“:

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      • Manfred Dengler schreibt:

        Der Brunnen ist ein seit alters her in Literatur und Märchen häufig verwandtes, mehrdeutiges Symbol. Er kann die Ambivalenz von Leben und tödlicher Gefährdung darstellen. Das deutsche Wort benennt damit bis in die Neuzeit hinein sowohl die frei fließende Quelle und ihr Wasser, die eingefasste Quelle und den gegrabenen Brunnen. Er hat einerseits lebensspendende Aspekte als Quelle, Wasser des ewigen Lebens, Symbol für Wachstum und Erneuerung (Jungbrunnen), und ist darüber hinaus ein sozialer Treffpunkt. Er ist auch Symbol für die Liebe, die Brautwerbung und die Ehe. Andererseits verkörpert er aber auch auf Grund seiner oft nicht erkennbaren Tiefe den Zugang zu verborgenen, schöpferischen und oft destruktiven Schichten der Seele.

        Aber, Strophe fünf, Vers drei: „Der Hut flog mir vom Kopfe“?

        „Nur noch ein Hut kann uns retten!“ So (oder so ähnlich) formulierte es Martin Heidegger Ende September 1966 in dem berühmtesten Interview, das jemals im Nachrichtennmagazin „Der Spiegel“ (allerdings erst am 29. Mai 1976) gedruckt wurde. Der Hut (oder dessen Verlust) kann als ein psychologisches Statussymbol oder Symbol der Macht des Trägers und dessen Schutzzeichen gedeutet werden, oder er kann ein Indiz des Verlusts gesellschaftlicher Macht darstellen. Eine andere dichterische Anwendung dieser Symbolik findet sich in Jakob van Hoddis’ Gedicht mit dem bezeichnenden Titel „Weltende“ (1911), das mit der sehr ähnlichen Verszeile „Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut“ beginnt. Der Verlust des Hutes beim Verlassen der Stadt in „Die Winterreise“ kann als „gleichnishaft für einen Bürger, der das Bürgertum“ aufgibt (Günter Hartung), gesehen werden. Nach C. G. Jung kann der Verlust des Hutes auch den „Verlust des eigenen Schattens“ symbolisieren. Das Tragen eines Hutes (siehe Heckerhut) war auch nach den Napoleonischen Kriegen ein Bekenntnis zu bürgerlich-demokratischen, damals revolutionären Einstellungen.

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  5. jj schreibt:

    Dieser Kommentar vorn Thomas Sander kam per Mail

    Mein lieber Hans-Herbert,

    Deine ungeheuerliche Provokation, „Lüneburg hat diese Steinwüste im Sommer verdient“,
    hat eine gesalzene Polemik als Antwort verdient (warum eigentlich nur im Sommer?).
    Vorwiegend steinern ist „der Sand“ im heutigen Zustand, die Bezeichnung als Wüste verdient er keinesfalls.
    Vorangestellt sei ein Zitat : „Statt zu klagen, dass wir nicht alles haben, was wir wollen,
    sollten wir lieber dankbar sein, dass wir nicht alles bekommen, was wir verdienen.“
    (D. Hildebrandt)
    Daran anschliessend folgen einige ausgewählte Beispiele (mit Baubezug) für das, was wir uns (fast)
    verdient hätten, dann, was wir uns (wie auch immer) verdient haben und endlich was wir uns zukünftig
    verdienen (bzw. ersparen) sollten. Letztgenannte „Wir“ sind die aufgeklärten, mündigen, demokratischen
    und dem Gemeinwohl sich verpflichtet fühlenden Bürger unserer Stadt :

    Verdient hätten wir (fast), wenn nicht im letzten Moment verhindert u.A. , die Einebnung weiter Teile
    der Altstadt zugusten von Parkplätzen, die Errichtung eines deplazierten, geschmack-/ geschichtslosen
    „Grapengießer-Brunnens“ mit an Arno Breker gemahnende Figuren (en miniature) bestückt.
    Letzteres betrieben von einem in weiten Teilen seiner Geschichte wenig ruhmreichen Verein.
    (Die offiziell in der LZ genannten Gründe der „Beerdigung“ dieses Projekts sind übrigens lächerlich.)

    Verdient haben wir (aus unterschiedlichen Gründen, im Laufe der Zeit) u. A. die Erhaltung der sog.
    „westl. Altstadt“, einen grossen Brunnen am „Sande“. Die Entfernung des Brunnens zugunsten eines dort
    errichteten Löschwasserteichs unter Mithilfe von Zwangsarbeitern, „zufällig“ zeitgleich mit Einzug
    der Gauwirtschaftskammer in das dahinter liegende Gebäude. Der Löschwasserteich (spät entfernt) diente
    vornehmlich dem (Brand-)Schutz der dort und im schräg gegenüberliegenden „Braunen Haus“ tätigen
    (Einheits-)Parteigenossen.
    Verdient haben wir einen (derzeit führenden) Lünburg-geschichtsforschenden Professor der undementiert
    mit der Bemerkung zitiert wird, dass die jüngere LG-Geschichte besonders schwer zu erforschen sei, weil
    viele Archive, Akten und Unterlagen „vom 2. Weltkrieg vernichtet worden“sind. (Im Bombenhagel des ansonsten
    fast unversehrt gebliebenen Lüneburg, und nicht etwa von entsprechend interessierten Personen, oder wie ?).
    Verdient haben wir eine gefühlt ewig im Amt befindliche Verwaltungsspitze (OB). Dieser hat unlängst im Glockenhaus
    bei einer Bürgerversammlung (von ihm selbst moderiert) zur geplanten (Teil-)Bebauung des sog. Grüngurtels-West
    seine Verpflichtung zur Schaffung von Wohnraum für in Containern hausenden Asylbewerbern, Asylanten
    und anderen von Obdachlosigkeit bedrohten, in Bezug zu diesem geplanten Wohngebiet gesetzt. Tatsächlich soll
    dort eine bisher nicht vorhandene „Elite“von „Computerdruckern“ eine angemessen, privilegierte Abeits-/Wohnlage
    erhalten. In diesem Zusammenhang darf „name dropping“(Fraunhofer-Institut) nicht fehlen. Mit derartigen
    Argumentationsmustern wird die eigentliche Kritik an der geplanten Bebauung als nicht dem Wohle der Stadt entsprechend
    abgebügelt.
    Investoreninteressen first, seien diese auch noch so undurchsichtig.
    Verdient haben wir auch einen diesem SPD(!)-Oberbürgermeister mehrheitlich ergebenen Rat, der jüngst mit knapper
    Mehrheit einem nicht länger im Amt tragbaren CDU–Bürgermeister die Abwahl ersparte. Dieser Rat erhob einen anderen
    Lüneburger „Investor“ unlängst ohne Gegenstimme zum Ehrenbürger, u.A. wegen dessen Verdienste um den Denkmalschutz,
    obwohl dieser bekanntermassen wegen Verstoss gegen den Denkmalschutz im Rahmen seiner Bautätigkeit im
    denkmalgeschützten Wasserviertel zu hohem Bußgeld verdonnert wurde. Nur zwei tollkühne (linke) Ratsmitglieder enthielten
    sich ihrer Stimme (s. dazu auch“der Herr des Wasserviertels“ nebst Kommentaren).
    Eine schenkweise geplante Bebauung auf städtischem Grund auf einem anderen Platz in Lüneburg von diesem
    Investor, zugunsten der Beherbergung seiner privaten Kunstsammlung, über die unlängst in nichtöffentlicher Sitzung
    vom Bauausschuss beraten wurde, gibt zu erheblicher Sorge Anlass.

    Verdienen sollten wir uns bei der zukünftigen (niemals endgültigen) Gestaltung, insb. solch sensibler, bedeutender Orte wie
    der „Sand“ es ist, einen nicht kleinkarierten, sonden grösseren Wurf. Dieser kann nur Ergebnis eines wahrhaft demokratischen
    Prozesses unter grösstmöglicher Bürgerbeteiligung sein. Mühsam und langwierig vielleicht, aber mehrheitlich zufriedenstellend,
    friedenstiftend.

    Also Luft anhalten JJ, auch mal abtauchen in die Abgründe Lüneburger (auch Brunnengeschichts-) Verhältnisse.
    Es kann bei der jeweils individuellen Entscheidungsfindung nicht schaden. Ein führender Vertreter der unabhängigen,
    freien Lüneburger Presse sollte es sich angelegen sein lassen.

    Kleinkariert, provinzielle Indivdual-/Investoreninteressen sollten ausser Betracht bleiben.

    Und : de gustibus non disputandum, vielleicht sind dann auch die von dir favorisierten paar „Wasserdüsen“ dabei,
    ich wäre beruhigt.

    LG,
    TS

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    • Max Kruse schreibt:

      Hallo Herr Sander,

      gut gebrüllt Löwe!

      Wir, „die aufgeklärten, mündigen, demokratischen und dem Gemeinwohl sich verpflichtet fühlenden Bürger unserer Stadt“, haben es beim Libeskind-Bau und bei der Arena-Anbahnung gesagt bekommen – und wir hören es gerade wieder mit Bezug auf die „Gestaltung“ des „schlichten“, aber „vom reinen Kinderherzen“ unbedingt gewollten Kaumannsschaftspräsidentenbrünnleins: Wer „vom Wähler“ in den Rat oder Kreistag delegiert worden ist – bzw. in engem Kontakt mit diesen Erlesenen steht – , die/der erhält bei Amtsantritt sogleich wokl auch „das Bauchgefühl“, das sie/ihn jederzeit besser als jeden anderen zu wissen befähigt, was „der Bürger“ eigentlicht will, wünscht oder möchte. Wie funktioniert so ein „organisch“ mythomotorisches Sensorium, welches dasjenige zu gottgegebener Einsicht erhöht, was am Tag vor der Abgeordnetenkür nicht mehr als ordinäres Meinen mit starker Neigung zur argumentlosen Rechthaberei genannt worden wäre? Mit anderen Worten: Wie wird man Volksempfänger?

      Dazu gibt es einen informativen Essay bei ZeitOnline, welcher am Beispiel eines lachhaft erleuchteten Obskurantisten ohne Schamgefühl die strukturellen Dispositionen sichtbar macht, welche bei allen zu beobachten sind, die wähnen, einen privilegierten Weg zur „Wahrheit“ zu kennen: https://www.zeit.de/2019/04/bjoern-hoecke-nie-zweimal-in-denselben-fluss-rechtspopulismus/komplettansicht

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  6. e2hae schreibt:

    Die denkmalgeschützte Steinwüste am Sande ist erst vor wenigen Jahrzehnten mit Steinen von zwei tschechischen Marktplätzen so hergestellt worden. Aus dem Mittelalter sind am Platze allenfalls ein paar Keller.
    Das Wasserspiel in Bevensen ist so simpel wie ansprechend. Etwas kühles Naß würde den Platz vor allem im Sommer aufwerten. Das – vor allem im vergangenen Jahr – überhitzte Innenstadtmikroklima könnte damit zumindest punktuell verbessert werden.
    Dass da zu viele KFZ rumfahren spricht nicht gegen ein Wasserspiel, sondern gegen die Menge der Kraftfahrzeuge.

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  7. Astrid Feldmann schreibt:

    Ein Beispiel aus der Nachbarschaft: Thema und Thesen gleichen sich beinahe aufs Haar! Nur die Kostenvorstellungen ( – € 1.5 Millionen gelten im Weser-Ems-Gebiet als Discounterpreis für eine Mülllösung – ) sind in der berühmten, etwa zweimal so großen Stadt 180 Kilometer westlich von Lüneburg wesentlich realistischer. Streicht man die örtlichen Spezifika in den Texten, enthalten die vor einem halben Jahr von der NWZ-Redaktion um Lars Reckermann und Timo Ebbers ausgesuchten Oldenburger »Bürgerbriefe« kaum anderes als die hiesigen Meinungsäußerungen. Was sagt uns das? Wie kommt es, dass nicht nur die »Must-haves« sich überall gleichen, sondern auch die »Argumente« für deren »Unverzichtbarkeit«? Ist Uniformität die neue Einzigartigkeit?

    » D E R · P L A T Z · D A R F · N I C H T · ›B I L L I G‹ · W E R D EN ! «

    Leserzuschriften den empörten Artikel betreffend: »Stadt Oldenburg zahlt nur für ›Billigvariante‹; zur Neugestaltung des Waffenplatzes« (NWZ vom 31. Mai 2018: https://www.nwzonline.de/oldenburg/politik/oldenburg-umgestaltung-des-waffenplatzes-stadt-oldenburg-zahlt-nur-fuer-billigvariante_a_50,1,2975330357.html)

    Es scheint mir, als ob die Stadt Oldenburg wichtige Möglichkeiten leichtfertig vergibt, eine attraktive Gestaltung in der Innenstadt zu ermöglichen. Gerade Familien mit kleinen Kindern haben es in der Innenstadt schwer, eine geeignete Möglichkeit zum Verweilen, Spielen und eine eventuelle Betreuung zu finden.

    Deshalb scheint es mir, dass diese wichtige Gruppe der Bürger gerne nach Wechloy zum Einkaufen geht. Es wären sicherlich andere Möglichkeiten denkbar, an anderer Stelle Einsparungen vorzunehmen, jedoch wahrscheinlich die unangenehmere Variante. Der Weg des geringsten Widerstandes mag nicht immer der bessere sein. Leider, meine persönliche Meinung, sehen wir dieses in Oldenburg nun auch am Waffenplatz.

    Marcel Zanner
    Oldenburg

    Da schaffen es die „Bauherren“ der Übermorgenstadt Oldenburg nicht einmal an Morgen, sprich: die Kinder, zu denken. Platzgestaltungen werden hier quadratisch, praktisch und gut mit Steuergeldern als Langweilermodelle hergerichtet in der Hoffnung, dass Anrainer ihre Investition mit Zulagen erweitern helfen. Eine Stadt, die sich Inklusion und Integration auf die Fahnen geschrieben hat, denkt nicht an diejenigen, die Plätze beleben sollten und nicht nur bei Märkten und Festen betreten.

    Eine kleine Nachbargemeinde führt uns vor, wie ein an sich „seelenloser“ Platz bei schönem Wetter zum Leben erweckt wird. Es ist wirklich eine Freude zuzusehen, wenn Mütter und Väter ihre Kinder begleiten und betreuen, ein Picknick anbieten und untereinander Gespräche führen. Man sollte sich auch mal den Trubel am Prinzessin-Diana-Brunnen im Londoner Hydepark oder am Paolozzi-Brunnen unterhalb der Kölner Hohenzollernbrücke im Rheingarten anschauen. Dies nenne ich gelebte Platz-Architektur mit einer gelungenen Gestaltung und hohem Aufforderungswert. Für Oldenburg geht es auch eine Nummer kleiner. Wichtig ist, dass der Platz etwas bietet und nicht nur die Meter zum Überqueren oder den Schatten der Platanen.

    Wasser, Sitzgelegenheiten, Kletteranlässe bereichern im hohen Maße das Architekturerleben. Nichts ist schlimmer als gähnende Leere mit teuren Pflastersteinen und altbekannten Mustern. Man bekommt den Eindruck, dass die Stadt mit Absicht die Verweildauer von Gästen in künftigen „Problemzonen“ auf ein Minimum reduzieren möchte. Davon hat Oldenburg genug: Lappan, Marktplatz, Schlossplatz, Pferdemarkt, Bahnhofsplatz.

    Rüdiger Meile
    Oldenburg

    Komme gerade aus Kopenhagen zurück – überall Brunnen oder Wasserspiele …

    Warum kann die Stadt Oldenburg nicht endlich einsehen, dass sie schlecht geplant hat und schnell noch ein Wasserspiel mit einbauen. Der Schlossplatz ist doch auch schon so öde leer.

    Ernst Thieme
    Oldenburg

    Als zukünftiger Neubürger in meiner alten Heimatstadt würde ich mich sehr über einen attraktiv gestalteten Waffenplatz freuen, der Menschen dazu einlädt, dort gerne bei einem Stadtbummel zu verweilen, das rege Treiben um und auf dem Platz zu beobachten oder spielenden Kindern zusehen zu können (besonders Senioren freuen sich doch am jungen Leben). Da wären Wasserspiele wirklich ein Highlight – wie es schon in vielen anderen Städten zu erleben ist.

    Wirklich bedauerlich, wenn die Stadt diese Gelegenheit verpassen würde, weil Geld fehlt! Wie wäre es, wenn Oldenburgs Bürger zu einer Spendenaktion für die fehlende Summe aufgerufen würden, wenn schon die Anlieger dazu nicht bereit sind? Ich würde mich jederzeit gerne mit einer Spende beteiligen, um für die nächsten Jahrzehnte einen lebendigen schönen Platz in der Innenstadt zu bekommen. Vielleicht denken ja noch andere so und es kommt genug zusammen?

    Martina Giese
    Oldenburg

    Sie fragen,warum Rastede am Kögel-Willms-Platz einen Platz mit Wasserspielen hat und Oldenburg nicht? Die Antwort ist ganz einfach: Im Rathaus in Rastede sitzen fähige Mitarbeiter, die ihren Job verstehen, ganz im Gegenteil zu den Schlafmützen hier in der Stadtverwaltung Oldenburg!

    Jürgen Fogts
    Oldenburg

    Mit großem Interesse habe ich Ihren Artikel zur Umgestaltung des Waffenplatzes gelesen. Ich stimme Ihnen zu 100 Prozent zu, dass es sehr schade ist, wenn der Platz „nur“ in der einfachen Variante umgestaltet wird. Ich hätte mir sehr gewünscht, dass der Platz endlich auch eine eigene Aufenthaltsqualität bekäme, er sozusagen Anziehungspunkt wird.

    Wer soll sich denn auf dem Platz zukünftig aufhalten? Nur weil er ein neues Pflaster bekommt, will da doch keiner sitzen. Ich erinnere mich daran, dass vor ungefähr 25 Jahren der Platz mit dem Trog umgestaltet wurde. Es dauerte damals circa sechs Monate, da wurden wir Bürger in der NWZ dazu aufgerufen, Ideen für die Nutzung des Platzes zu entwickeln.

    Eine davon war, den Trog im Winter mit Wasser zu befüllen und ihn bei Frost als Eisbahn zu nutzen! Es dauerte ein paar weitere Jahre, dann wurde der Trog zugeschüttet. Diese Fehlplanung hat damals schon ca. 1 500 000 DM gekostet. Jetzt werden circa 1 500 000 Euro investiert, um „Planungssünden“ der Verwaltung zu korrigieren und der Platz erhält wieder keine eigenen Impulse einer Belebung.

    Als ich 1980 nach Oldenburg gezogen bin, war es für uns ein großes Vergnügen, an heißen Sommertagen dem Wasserspiel am Schlossplatz zuzuschauen. Nicht nur Kinder, auch Jugendliche und Erwachsene hatten großen Spaß daran. Ich würde mich freuen, wenn durch Ihre Initiative doch noch eine schönere Umgestaltung des Waffenplatzes möglich wäre und wäre auch bereit, mich mit einer „Bürgerspende“ in Höhe von 1000 Euro daran zu beteiligen. (…)

    Ein besonderes Lichtkonzept und interessante Wasserspiele haben eine große Anziehungskraft für Jung und Alt (…) Ich appelliere an die Stadt, den Fehler von einst nicht zu wiederholen. (…)

    Dirk Brauer
    Oldenburg

    Als regelmäßige Besucher unseres Stammlokales gegenüber des Waffenplatzes beobachten meine Bekannten und ich seit geraumer Zeit die Maßnahmen zur Umgestaltung und sind alle gespannt, was die Stadt dort mit unseren Steuergeldern wohl „zaubern“ wird.

    Natürlich sind 1,5 Millionen Euro nicht viel Geld – obwohl man damit zum Beispiel locker drei Einfamilienhäuser bauen könnte! Vielleicht sollte man sich einmal Anregungen bei den Gestaltern der Stadtgärten holen, die mit kleinem Budget und viel Fantasie wahre Paradiese im Kleinformat schaffen – und das in kürzester Zeit!

    Ivonne Löffler
    Oldenburg

    Das Wasserspiel, das früher am Schlossplatz war, hat man auch entfernt. In dem spielte schon mein kleiner Bub mit viel Spaß und Freude, besonders wenn die Wasser-Fontänen langsam hochgestiegen sind. So geht es auch anderen Kindern.

    Aber auch Erwachsene schauen den Fontänen gerne zu. Ein Musikstück einmal in der Stunde dazu, das wäre die Attraktion, die viele Besucher nach Oldenburg ziehen würde. Es gibt hier wenig, was Lust auf ein längeres Verweilen in der Stadt macht. Die umliegenden Geschäfte würden profitieren.

    Wenn Gelder fehlen, wäre eine Tombola mit buntem Treiben, ein Flohmarkt oder sonstige Veranstaltungen, eine Möglichkeit, Geld einzunehmen. Dazu würde sich zum Beispiel das Stadtfest gut eignen. Flyer, eine Sammelaktion, ein kleines Theaterstück oder eine Modenschau mit dem Thema „Wasserorgel am Waffenplatz“ könnten darauf aufmerksam machen. Das eingenommene Geld geht an die Stadt. Natürlich muss für das leibliche Wohl gesorgt werden, selbstverständlich gegen ein kleines Entgelt. Das dann fehlende Geld müssten Geschäftsleute aufbringen, es sei denn, es würden weitere Aktivitäten angeboten, bis das Geld zusammen ist. (…)

    In diesem Sinne der Appell an die Geschäftsleute: Legt Euch ins Zeug und zeigt was die Oldenburger alles auf die Beine stellen können! Lasst Euch viele Dinge einfallen, wie man das Geld zusammen bekommen kann. Zum Beispiel durch ein Radrennen. Der Gewinner erhält dann eine Urkunde oder einen Pokal. Es könnte viel mehr gemacht werden. (…)

    R. Büchner
    Oldenburg

    Quelle: Nordwest Zeitung-Online vom 5. Juni 2018: https://www.nwzonline.de/oldenburg/wirtschaft/waffenplatz-darf-nicht-billig-werden_a_50,1,3114355620.html

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  8. Michael Kohlke schreibt:

    „Ey spieß mal nicht so rum ey, wir woll’n nur was erleben!“

    Die „Steinwüste im Sommer“, die unser Zentrum „verdient hat“, ist so gewollt. Wo soll denn sonst im „Kaufhaus Lüneburg“ all das Nullachtfuchzehn-Remmidemmi („Stadtfest“, “ ADAC Grand Prix“, „Sülfmeistertage“, „Weinachtsmärkte“ usw.) „produziert werden“, mit welchem der „historische Rahmen“ so sinnreich „bespielt“ wird?

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  9. Klaus Bruns schreibt:

    da es offensichtlich hier an humor mangelt, darf man wohl auch nicht aus der reihe fallen, oder? Lüneburg hat die Steinwüste am Sand verdient? bei den protagonisten im rathaus bekommt lüneburg nur das, was gewählt wurde. man stelle sich vor, ein brunnen, der sich bei wind vollautomatisch mit gelben säcken füllt. damit meine ich jetzt nicht die fdp ,schmunzeln.

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  10. Heinz Gregersen schreibt:

    Lieber Herr Jenckel,

    leider finden auch in Ihrer Darstellung zwei wichtige Probleme keine Erwähnung: Erstens steht Herr Mädge selber nicht hinter dem Projekt, was sehr deutlich wurde, als Ende letzten Jahres herauskam, dass „der Rathauschef entgegen anderslautendem Beschluss darauf verzichtet hatte, Geld für den jetzt neu geplanten Brunnen bereitzustellen“. Und zweitens unterschlagen Sie den Lüneburger Plagiatsskandal, der auch unter dem Stichwort „Ideenklau“ bekannt geworden ist! Keine Erwähnung findet hier nämlich bisher die kreative Vorarbeit von Ruth Schneider! „Wesentliche Merkmale ihres Konzepts sind“, laut Landeszeitung, „unter anderem in die Erde eingelassene und durch eine Glasplatte abgedeckte Steinsalzbrocken sowie sechs große und zwölf kleinere Fontänen mit den Namen der früheren Lüneburger Solequellen – jedes Detail bewusst in Bezug zur Lüneburger Salzgeschichte gebracht. Auch die runde Form des von vorgeschlagenen Wasserspiels … war mit Bedacht gewählt“, denn schließlich sei, so Frau Schneider, ja auch der Grapen rund“. Keine Erwähnung findet aber überdies, dass sowohl Frau Schneiders „Salzbrocken als auch ihre Fontänen in der Präsentation für den neuen Brunnen auftauchten, die Lüneburgs Straßen- und Grünplanerin Uta Hese­beck in der gemeinsamen Sitzung des Umwelt-, Grünflächen- und Kulturausschusses am 21. Januar 2018 vorgestellt hatte. Sogar der Bezug zu den Solequellen blieb nicht unerwähnt“! Und das, obwohl Frau Scheider „sich noch vor der Präsentation an die Stadt gewandt hatte. Denn dort war ihr Konzept gelandet, nachdem sie es ursprünglich Michael Zeinert als Vorsitzendem des Brunnenvereins vorgelegt hatte. Der wiederum hatte es unabgestimmt an die Stadtverwaltung weitergereicht“! (Nachweis: LZ von Dienstag, 15. Januar, https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/2249312-ideenklau-beim-brunnen-konzept)

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    • jj schreibt:

      Wasserdüsen in Reihe, im Quadrat oder Rechteck, in Reih und Glied, finden Sie in Fußgängerzonen, im Pflaster versenkt, in jeder dritten deutschen Stadt mit mehr 50 000 Einwohnern. Sie finden Sie vorm Paul-Löbe-Haus neben dem Bundestag, mehrfach in Lübeck und auch in der Provinz in Bad Bevensen. Grundsätzlich also gibt es da viele Vorbilder. Frau Schneider hat da mit ihrem Lüneburg-Bezug bestimmt Großes geleistet. Aber ich hätte mich schon über schlicht sprudelndes Wasser gefreut, selbst wenn es nur wie vorm Bahnhof, im Hinterhof der LZ oder vor der Apotheke in Bleckede, aus einem Stein (Salzkristall????) ordentlich sprudelt. lg jj

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      • Kevin Schnell schreibt:

        „Wasserdüsen in Reihe, im Quadrat oder Rechteck, in Reih und Glied, finden Sie in Fußgängerzonen, im Pflaster versenkt, in jeder dritten deutschen Stadt mit mehr 50 000 Einwohnern.“

        Eben, Herr Jenckel!

        Es gibt derzeit 84 Mittelstädte in Niedersachsen, 619 in Deutschland. Nach Ihrer Rechnung sind 28 in Niedersachsen und 206 in Deutschland mit so einem fantasielosen und langweiligen Durchschnittsaccessoire in der Fußgängerzone ausgestattet (von den über 1.300 Klein- und Landstädten wie Bad Bevensen oder Winsen/Luhe schweigen wir lieber). Muss Lüneburg die 85. Mittelstadt in Niedersachsen bzw. die 207. in Deutschland werden, die nun auch eine einfallslose Stadtbildtverhunzung dieser Art präsentiert? Heißt „geschicktes“ Stadtmarketing, es so zu machen wie alle anderen? Muss man Denkmalschutz (das Anarbeiten gegen die Verreppenstädterung der Welt) wirklich populistisch verhohnepipeln? Haben Sie nicht mit Eifer interveniert, als im Roten Feld der Stadtvillenkitsch sich in die Lessingstraße vorarbeitete? Wurde nicht von Ihnen wiederholt und erst kürzlich noch einmal die armselige „Gesichtslosigkeit“ der immergleichen Stadtzentren mit den immergleichen Kaufladenketten und dem immergleichen „Stadtfest“- und Weihnachtsmarkt-„Budenzauber“ beklagt? Und hatten Sie sich nicht öffentlich lustig gemacht und zu Recht laut gelacht, als Heiko Meyer mit seiner Schlafmützenkopie von einer „Rote-Rosen-Königin“ an den Start gegangen ist? Wieso veralbern Sie mit dem aberwitzig peinlichen „Konzeptions“-Unfug der Damen Hesebeck und Schneider und des Herrn Zeinert jetzt auch gewichtigere Bedenken, wie sie etwa von Herrn Carl Peter von Mansberg („Die alte Stadt ernst nehmen! Chaos gibt es genug.“) oder von Herrn Sander kommen, als „dieses Gezeter, dieses Lavieren und Lamentieren“? Haben wir nicht wahrhaftig genug der trostlosen „zeitgeistigen“ Bausünden in Lüneburg?

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      • jj schreibt:

        Lieber Herr Schnell, der Platz Am Sande ist einmalig durch seine Giebel aus Gotik, Renaissance, Barock, Klassizismus. Nicht durch sein Stein-Ödnis. Und ein wie auch immer exzeptioneller Wasserbrunnen würde nur Neid unter die Giebel bringen, sei es so was wilhelminisch Mächtiges und rückwärtsgewandtes wie der Reichenbach-Brunnen oder der verspielte Grapengießer-Entwurf. Es geht um schlicht, nicht öd, wie sie vermuten. Es geht nicht um Regalware, es geht um schlichte Eleganz, die aber dem Essemble nicht die Show stiehlt. Lg jj

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      • Klaus Bruns schreibt:

        herr jenckel, geben sie es doch endlich zu, sie wollen für den nächsten heißen sommer nur ein kühles nasses plätzchen , um radfahrern beim schwitzen zusehen zu können. und der weg zu ihrer unruhestätte ,sprich büro bei der lz, ist dann auch nicht so weit ,um das,,erfahrene,, gleich zu papier zu bringen.

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      • jj schreibt:

        Nein, Herr Bruns, Wasser für alle, vor allem für die Kinder

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      • Kevin Schnell schreibt:

        Wenn Sie sich an Ihre Anfangsjahre bei der LZ erinnern, dann gab es da eine Verkehrsinsel am Sande, auf der Taxis warteten, Busse pausierten, Fahrräder verrosteten und ein Drittel der Fläche (genau gegenüber von Herrn Zeinerts luxuriösem Wohnbüro) von PkWs vollgestellt war. Warum dort nicht ein Blumenparadies Klein-Mainau schaffen, in welchem rüstige Radelrentner ruhen oder sich ergehen, Herr Heilmann die Zukunft der hanseartigen Cycle-City erläutert und Herr Bruns seinen auditiven Begleitern auf der imaginativen Coca-Cola-Journey zu den Quellen von VIO, dem „Lüneburger Mineralwasser für ganz Deutschland“, alle Viertelstunde den Bambusbecher mit Ochtmisser Grundwasser füllt, das inmitten eines kleinen Fahrenwäldtchens aus einer original Berliner Handpumpe strömt?

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  11. Clemens schreibt:

    Wenn schon ein Brunnen vor den frühneuzeitlichen Klinkerbacksteinpalästen McDonald’s und der IHK, dann doch wohl der erinnerungsträchtige Reichenbach-Brunnen! Denn „bestimmte Zustände“ hat es ja gerade am Sand durchaus gegeben. Und vom „musealen Charakter“ gering zu sprechen, mutet aus dem Mund des stellvertretenden Chefredakteurs seltsam an, dessen Blatt doch beinahe alles tut, um den „historischen Flair“ der „Hanse“- und „Salzstadt“ marketingtechnisch ins „rechte Licht“ zu rücken, mit den Pfunden des geschichtlich „Authentischen“ zu wuchern und die Illusionen des „Echten“, „Wahren“ und „Gewachsenen“ in klingende Münze zu verwandeln.

    Siehe:

    A) — https://www.lustauflueneburg.de/johannes-reichenbach/

    B) — https://oldthing.de/Ak-Lueneburg-in-Niedersachsen-Am-Sande-mit-Blick-zur-Johanniskirche-Brunnen-Passanten-0030744270

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  12. Henrike Gundelach schreibt:

    Und bevor jetzt wieder einer mit den trockenen Mündern kommt, möchte ich noch an „Heidemarie“ erinnern, die am 18. März 2018 um 13:53 Uhr an Herrn Bruns geschrieben hat:

    „Wer seine Begleitung beim Bummel durch die Innenstadt spontan auf ein oder mehrere Getränke einladen möchte, ohne seinen Geldbeutel über Gebühr zu belasten, sollte im Gedächtnis behalten, daß die Filialen der Drogeriekette DM mit Wasserspendern ausgestattet sind, an denen man das köstliche, kühle Trendgetränk in bereitstehende Pappbecher zapfen und nach Herzenslust genießen kann – völlig kostenlos und meiner Erfahrung nach bis zum Ladenschluß in nahezu unbegrenzter Menge.

    https://blog-jj.com/2018/02/22/bei-brunnen-auf-plaetzen-koennen-die-lueneburger-von-italien-lernen/#comment-2353

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    • Dominik Wachsmann schreibt:

      Brunnen oder kein Brunnen, egal! Ich fahre zum Shoppen jetzt immer nach Berlin. Dort sprudelt das Internet der Dinge einfach besser.

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  13. Maria K. Bröckerhoff schreibt:

    So ein Wasserspiel ist wunderschön. In meiner Heimatstadt Wesel wurde im Zuge der Innenstadtsanierung ein solches gebaut. Welche Freude in heißen Sommern den Kindern beim Plantschen zuzusehen.

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    • Henrike Gundelach schreibt:

      Und um diese freudig planschenden Kinder herum dieseln dann die IHK-SUVs aus der Innenstadt östlich und westlich des Sandes in Richtung A39, liebe Frau Maria K. Bröckerhoff? Statt die lieben Kleinen während Mamas Shoppingpause einer riskanten Überdosis von nitrosen Gasen, Feinstaub, Kohlenstoffmonoxid und karzinogenen Dieselrußen vor dem McDonald’s auszusetzen, sollte lieber Dampf gemacht werden, um in Wesel die Sanierung des Heubergbades zu beenden und in Lüneburg die der SaLü-Bade- & Erlebniswelt und des Freibades Hagen voranzutreiben.

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    • Gerd Lührsen schreibt:

      Sind die Grenzwerte für Stickoxid und Feinstaub zu niedrig angesetzt? Eine Gruppe von Lungenärzten um den Pneumologen Dieter Köhler behauptet das: https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/kritik-von-aerzten-an-schadstoffgrenzwerten-waechst-16001623.html

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      • Klaus Bruns schreibt:

        wie war das nochmal? ein bisschen dreck hat den menschen noch nie geschadet? seltsam, warum kommen jetzt erst ärzte aus ihrer deckung? fahren sie etwa einen suv-diesel?

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      • Gerd Lührsen schreibt:

        Das büschen Nachdieseln der rasant abkackenden deutschen Automobilindustrie während der dreißigjährigen Übergangszeit bis Scheuers solarbatteriegetriebenen Flugtaxis im Minutentakt am Gellersen-Haus starten und landen, werden die Lungen unserer Kinder und Enkelkinder doch wohl noch aushalten, Herr Bruns.

        Oder wollen Sie wirklich den Wissenschaftlern der „Lancet Commission on Pollution and Health“ glauben, die in der renommierten Fachzeitschrift „The Lancet“ (Landrigan, Band. 391, Nr. 10119 von Oktober 2017) schätzt, dass die Luftverschmutzung weltweit für etwa neun Millionen vorzeitige Todesfälle verantwortlich ist? (https://www.thelancet.com/commissions/pollution-and-health)

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      • Gerd Lührsen schreibt:

        Pro Jahr!

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      • Klaus Bruns schreibt:

        Eins haben die Studien aber auch gezeigt: Es gibt keinen Schwellenwert, unter dem Stickstoffdioxid aufhört, schädlich zu sein.

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  14. Sönke Heinemann schreibt:

    Genau! Raus aus den kleinen grauen Karos! Auf Nimmerwiedersehen Provinz! Werden wir Weltstadt mit Sascha Spoun-Allee und Michael Zeinert-Wasserspiel! Seitdem es sein Zierbrünnlein hat, ist schließlich sogar Reppenstedt in die Champions League der europaweit ausstrahlenden metropolitanen Touristenmagneten aufgestiegen. Einen ihrer kreativeren (und entsprechend kostspieligen) Versuche, „das Ortszentrum attraktiver zu gestalten“, hatten Rat und Gemeindeverwaltung am Kranken Heinrich von 2009 bis 2013 mit der Umgestaltung des Landwehrplatzes gegenüber dem Rathaus unternommen, hatten schließlich einen Brunnen gesetzt sowie Bäume auf dem Platz gepflanzt, „um die Linie zur Landwehr fortzusetzen“, da, wie es hieß, „das historische Kulturdenkmal die Siedlungsstruktur des Ortes“ präge, und hatten so die schöne Vision von Oliver Glodzei, dem Fraktionssprecher der Grünen im heimischen Gemeinderat, Wirklichkeit werden lassen, „dass der Landwehrplatz im Herzen Reppenstedts ein Ort wird, auf dem man gerne verweilt und nicht nur – wie vor fünf Jahren noch – darüber hinweg hastet.“ (https://www.gruene-gellersen.de/ein-brunnen-fuer-den-landwehrplatz/)

    (Dass aber auch in Reppenstedt die neo-romantische Ortskernauffrischung, die zur „ Aufwertung“ der „Aufenthaltsqualität“ des malerischen Fleckens Erde zwischen den Durchfahrtsstraßen führte, jahrelang ein Kampfplatz landschaftsplanerisch kunsthistorischer sowohl als auch fiskalisch technologischer sowie volkspädagogisch weltanschaulicher Expertise gewesen ist, darüber informierte Herr Glodzei am 8. September 2013 um 18:17 Uhr außerdem: „Die grün-rote Mehrheitsgruppe favorisierte ein dezentes Wasserspiel aus Granitgestein, während die Union eine Schwengelpumpe mit Leitungs- bzw. Grundwasser ins Spiel brachte. Letztlich aus ästhetischen und praktischen Erwägungen (eine Pumpe spritzt und verschmutzt gegebenenfalls die umliegenden Sitzbänke), fiel die Entscheidung zugunsten des Wasserspiels, das aber auch ein bisschen teurer ist als eine Pumpe.“)

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  15. Klaus Bruns schreibt:

    bei brunnen sollte die politik vorsichtiger sein, sonst gibt es kostenüberraschungen. es soll planungsbüros geben, die auf eine bezahlung bestehen. in reppenstedt war das zumindest so. schmunzeln. die verträge abschließen, scheinen diese öfters gar nicht erst zu lesen.

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    • Michael Kohlke schreibt:

      Hier eine Image-Aufnahme des neu gestalteten Zentrums, mit dem annähernd 200.000 Euro teuren Brünnlein in Reppenstedt. Der Betrachter findet den sparsam Wasser spendenden Freudenquell mit Marmorglobus ganz im Bildhintergrund, wenn er voll links am vorderen Pfosten der schönen Baumbepflanzung auf dem Foto vörbi luurt. Auch ist direkt achtern der kultivierten städtebaulichen Preziose ein Kind zu ahnen, wie es mit wohl angemessener Versonnenheit die gelungen renovierte „Aufenthaltsqualität“ des „historischen“ Landwehrplatzes würdigt: https://www.gruene-gellersen.de/wp-content/uploads/2016/02/20140216-Landwehrplatz-e1455569055584.jpg

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