Galoppierende Arena-Kosten mischen im Wahlkampf mit +++ Suche nach dem Schwarzen Peter startet

Lüneburg, 5. März, Update 12. März

Da brüllt der welfische Löwe. In der Kreisverwaltung auf dem Michaeliskloster werden die Kosten für die Arena neu berechnet. Foto: jj

Da brüllt der welfische Löwe. In der Kreisverwaltung auf dem Michaeliskloster werden die Kosten für die Arena neu berechnet. Sie fallen deutlich höher aus. Foto: jj

Das hat nicht mal der viel bekrittelte Libeskind-Bau geschafft, eine Steigerung der Baukosten innerhalb eines halben Jahres um voraussichtlich mehr als 100 Prozent. Und alles, weil offenbar der gute Glaube und nicht die gute Kontrolle bei den Planern der Arena Lüneburger Land im Kreishaus Regie führte. 

Statt zwischen 10 und 12 Millionen Euro im Spätsommer 2018 kostet die Arena mittlerweile weit mehr als 20 Millionen brutto. Jüngst informierte der Landrat den bass erstaunten Kreistag über „nicht unerheblichen Kostensteigerungen“.  Montag bei der Grundsteinlegung für die Arena an der Lüner Rennbahn steigerte er schon mal: „Wir rechnen mit deutlichen Mehrkosten.“

Genaueres wird in der Kreisverwaltung addiert. Jetzt.  Noch im März soll der neue Kosten-Block stehen, auf einem Sonder-Kreistag die Debatte erneut starten über Gutgläubigkeit, Genauigkeit und Kurzsichtigkeit. 

Reflexartig werden Rücktrittsforderungen laut. Aber auch die Sorge wächst, dass die Verwaltung womöglich überfordert ist. Und natürlich suchen alle schon den Schwarzen Peter. Und nach der aktuellen LZ-Lektüre darf man raten: Der könnte in diesem Fall Jürgen heißen.

Aber vielleicht sollten sich die Kreistagsmitglieder, die trotz lückenhafter Fakten-Lage wie unter Druck für den Arenabau gestimmt haben, auch an die eigene Nase fassen. Aber das ist natürlich Träumerei. Eine bessere Variante wäre da schon  der Versuch, erstmal Regressansprüche gegen Gutachter und externe Berater zu fordern, zumindest bis der neue Landrat im Mai gewählt ist.

Denn so oder so wird die Arena zum Wahlkampfschlager für die anstehende Landrats-Wahl. Kein Kandidat hat zwar für die Arena im Kreistag die Hand gehoben, aber die Parteigänger der aussichtsreichsten Bewerber haben den Weg im Kreistag frei gemacht. Da wird die Argumentationskette im Wahlkampf zum Drahtseilakt. Der Weg für mannigfaltige Schuldzuweisungen ist frei. Dazu gehören natürlich auch die Rücktrittsforderungen.

Und wenn es dicke kommt, dann wird wohl oder übel auch der Rat der Stadt erneut in den Arena-Ring steigen und den Deckel lüpfen müssen, den er auf die Mitfinanzierung für den Bau gestülpt hat. Letztlich baut zwar der Kreis, aber die Arena steht in Lüneburg.

Hans-Herbert Jenckel

PS: Zur Arena-Debatte kann im Blog.jj umfänglich Nachlese betrieben werden. Da war schon 2018 eigentlich alles gesagt, nur die Zahlen dürfen etwas nach oben aktualisiert und korrigiert werden.

https://blog-jj.com/2018/12/14/arena-gelduhr-tickt-unerbittlich-ein-kreistag-in-geiselhaft/

https://blog-jj.com/2018/12/07/update-arena-blog-tarnen-tricksen-taeuschen-update/

Über jj

Journalist, Dipl.-Kaufmann
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69 Antworten zu Galoppierende Arena-Kosten mischen im Wahlkampf mit +++ Suche nach dem Schwarzen Peter startet

  1. Christian-Eberhard Niemeyer schreibt:

    Wie konnte das der Kreisverwaltung passieren. Wir sind sprachlos.

    Wir waren, seitdem wir im Kreistag Lüneburg sind, keine Unterstützer dieses Bauprojektes. Wir haben unsere Bedenken immer wieder formuliert, wurden leider nicht gehört, wie auch andere kritische Stimmen.
    Der Landkreis und die Stadt Lüneburg brauchen eine Halle für den Spitzensport und für größere Veranstaltungen, da herrscht im Kreistag ein allgemeiner Konsens. Nur eine Veranstaltungshalle an diesem Ort und zu den Bedingungen vom 06.03.2017 und später vom 17.12.2018 waren für uns nicht zustimmungsfähig. Wir hatten immer geschlossen dagegen gestimmt.
    Die Mehrheit hat am 17.12.2018 im Kreistag dem Baubeginn zugestimmt. Am 11.03.2019 fand die Grundsteinlegung statt. Am 13.03.2019 haben wir eine neue Kostenberechnung vorgestellt bekommen. Wir gehen davon aus, das diese Kostenaufstellung vom Referat 35 belastbar ist.

    Jetzt sollen wir auf einen Sonderkreistag zur Arena eine Entscheidung treffen: weiter bauen oder abbrechen. Über was sollen wir befinden, dafür haben wir eine Berechnung am Beispiel eines Einfamilienhauses aufgestellt.
    Am 06.03.2017 planen wir ein Haus zu bauen zu 250.000 €,
    am 13.04.2017 steigen die Kosten auf 280.000 €,
    am 17.12.2018 geben wir den Bau in Auftrag für 475.000 € und
    am 13.03.2019 sagt uns der Controller der Bau kostet 676.000 €.

    Der Controller fragt uns jetzt, was soll er machen? Die Rückabwicklung kostet bis zu 280.000 €, das Geld ist weg ohne Gegenleistung. Das Weiterbauen kostet weniger, nämlich nur 200.000 € und wir haben ein Gebäude.
    Wir hätten am 06.03.2017 das Haus schon nicht weiterverfolgt und somit hätte sich diese Frage für uns nicht gestellt.
    Von der Kreistagsmehrheit am 17.12.2018 wird von uns jetzt eine Entscheidung verlangt. Die Rückabwicklung zu 280.000 €, die der Landkreis sich nicht leisten kann (Ende mit Schrecken = Pest), oder der Weiterbau zu 676.000 €, die der Landkreis sich auch nicht leisten kann (Schrecken ohne Ende = Cholera). Wie würden Sie sich entscheiden, für Pest oder Cholera? Wir tendieren zur Pest.

    Wir möchten den Einwohner im Landkreis die Möglichkeit geben, den politisch Verantwortlichen im Kreistag mitzuteilen ob die Arena Lüneburger Land zu 25,7 Mio. € (wobei noch Kosten aus dem noch offenen Verkehrsgutachten auflaufen könnten) weiter gebaut werden soll oder eine Rückabwicklung zu ca. 9 Mio. € gewünscht wird. Dazu bereiten wir einen Antrag auf Durchführung einer Einwohnerbefragung nach § 35 NKomVG vor. Bis zur Klärung dieser Frage sollte die Baustelle ruhen. Die Einwohnerbefragung könnte kostengünstig zur Europawahl erfolgen.

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  2. Gunther Bockelmann schreibt:

    Jetzt sind wir bei Grundsteinlegung also schon bei knapp 27 Millionen Euro für die Hoppe-Areana. So die nunmehr siebte eingestandene Nachkorrektur vom Salami-Landrat Nahrstedt am Freitag.

    Das ist die schon im Oktober vorausgesagte VERDREIFACHUNG, die aber noch lange nicht das Ende der weiter steigenden Kosten bedeutet.

    »Der Landkreis Lüneburg hat sich mit Brücke und Arena Großprojekte geangelt, die durchaus Desaster-Potenzial haben. Lg jj«, schreibt Hans-Herbert Jenckel am 19. November 2018.

    Die Arena-Gesamtkosten setzen sich in etwa so zusammen, wie es Herr Schnell am 10. November 2018 dem KTA Wiemann (FDP) vorgerechnet hat:

    »Der Grundstückskauf bewegt sich eher bei zwei, als bei 1,6 Millionen Euro. Die Honorare für erbrachte, aber nicht verwendbare Planungsleistungen durch die Bocklage + Buddelmeyer GmbH sind nicht eingerechnet. Die immensen Beraterhonorare für die FKP Scorpio-Leute fehlen ebenfalls. Auch einen Vorsteuerabzug kann und wird es nicht geben. Usw. Allein mit der Salier-Transaktion plus den kalt gefönten Baukosten (›Schniedelschrumpfung‹) vom Montag (KT-Sitzung, 5.11.) sind wir schon bei (3 + 17,5 Millionen Euro =) über zwanzig Millionen. Hinzu kommen Parkraumbeschaffungs- und Straßenbaumaßnahmen plus Transportarrangements, die mindestens noch einmal netto 3, brutto 5 Millionen Euro ausmachen. Und auch die notwendige laufende Bezuschussung wird mit Sicherheit nicht weit unter einer Million Euro p. a. liegen. So ergibt sich grob gerechnet eine Summe von 25 bis 27 Millionen Euro, auf die Sie einen Risikopuffer von 15 % draufsatteln müssen um den wahrscheinlichen Näherungswert der Gesamtkosten (von rund 30 Millionen Euro) zu erhalten.

    ABER AUCH DANN ist – wie Sie völlig richtig andeuten – nur über die betriebswirtschaftlichen, noch lange nicht über die erheblichen volkswirtschaftlichen Kosten (Stichworte: Begünstigung, Wettbewerbsverzerrung, mangelhafte Erreichbarkeit, zweifelhafte Brauchbarkeit, unklare Bedarfslage, Verhinderung einer sinnvolleren, weil Ausbau- und Entwicklungsperspektiven bietenden Sportparklösung, usw.) gesprochen worden. (Das Audimax etwa, das mit seiner Event-Vermarktung ohnehin nicht zu Potte kommt, wird – falls die Arena als ›Stadthalle‹ in ihrer grässlichen Umgebung tatsächlich funktioniert – vollends durch die Röhre gucken.)

    Die ganze Sache ist ein Schildbürgerstreich wie er im Buche steht. Nur dass er ganz reales Geld verschlingt, das an anderer Stelle fehlen wird. Und diesmal wird weder ›Europa‹ noch ›das Land‹ einspringen. Anders als beim Libeskind-Bau kommt die ›kommunale Ebene‹ nicht mit sieben Millionen Euro davon, – nicht einmal vorerst. Die ganze Suppe muss von den Lüneburgern in Stadt und Kreis alleine ausgelöffelt werden – mindestens zwanzig, gestreckt dreißig Jahre lang.

    Ihre Parteikollegin, Herr Wiemann, die Ratsdame Birte Schellmann hatte recht. Alles, was sie Mitte September an Herrn Jenckel über das Audimax-Debakel geschrieben hat, lässt sich ohne Abstriche auf das Arena-Desaster übertragen:

    – Das war nicht nur vorauszusehen, danach konnte man von Anfang an die Uhr stellen.

    – Die Wahrheit wird immer nur bröckchenweise auf den Tisch gelegt. Nur, die Wahrheit wollte keiner hören.

    – Die veranschlagten Baukosten werden weit höher liegen, als behauptet, und die dann anfallenden Unterhaltskosten werden ebenfalls weit höher liegen, als angenommen.

    – Wer wollte, dem konnte das von Anfang an klar sein.

    – Anders als von den Claqueuren vorhergesagt, wird sich die Strahlkraft des multimodalen Schachtelbaus sehr in Grenzen halten.

    – Wie beim Audimax ist auch beim Arena-Projekt wohl nicht damit zu rechnen, dass sich irgendwer öffentlich dazu bekennt, einer Riesenfehleinschätzung aufgesessen zu sein.«

    Quelle: https://blog-jj.com/2018/11/10/tarnen-tricksen-und-taeuschen-bei-der-arena/#comment-3861

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    • Berni Wiemann schreibt:

      Sg Herr Bockelmann,
      Sie haben recht. Mit meiner zur „19 Mio.-Wette“ (plus 2,5 Mio. MWSt.= 21,5 Mio.) habe ich das Desaster tatsächlich unterschätzt.
      https://blog-jj.com/2018/11/10/tarnen-tricksen-und-taeuschen-bei-der-arena/
      Aber mit meiner einfachen „Milchmädchenrechnung“ lag ich bereits im November um viele Millionen näher an der Realität als die hochbezahlten Spezialisten und Gutachter der Kreisverwaltung (mit ca. 15 Mio.). Wenn ein einfacher Kaufmann besser kalkuliert als die hochbezahlte „Bauspezialisten“ hat mind. einer seinen Beruf verfehlt.
      LG

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  3. Klaus Bruns schreibt:

    Der Bürger wird mal wieder veräppelt und er scheint es zu genießen. Oder warum geht er nicht auf die Barrikaden? Ganz einfach, es finden sich immer welche , die dabei ihren Spaß haben, der von seinen Mitbürgern bezahlt wird. Bauernopfer scheinen ihm zu reichen. Es ist ja formal alles in Ordnung und sich warum dann aufregen? Das nächste Euro-Grab kommt doch bestimmt. Verantwortung für sein tun, besteht oft nur daraus: Ich trete zurück, aber da ist meine Kontonummer für den goldenen Handschlag. Solange sich das nicht ändert, wird der Bürger von der Politik und ihrer Verwaltung in der Tat am Nasenring durch die Arena gezogen. Ich frage mich: Warum dem Spuk nicht sofort ein Ende bereiten? Aus der Baugrube der Arena kann man doch ein prima Freizeitbad errichten. Wasser scheint ja genug da zu sein. Wie wäre es, eine Sporthalle auf dem Lüneburger Flugplatz zu bauen, die wirklich für die Allgemeinheit angedacht ist und nicht für verhinderte Geschäftemacher, die ihre Beziehungs-Gene spielen lassen? Der Kölner Klüngel dürfte bekannt sein, warum leistet sich Lüneburg wohl einen eigenen? Weil niemand was dagegen unternimmt. Die Familien-Clans lassen grüßen.

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  4. Horst schreibt:

    SOWAS STEHT BEI UNS IN DER ZEITUNG:…

    → Alexander Blume, der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende, „machte deutlich“, dass sich trotz der Mehrkosten „der grundsätzliche Bedarf für die Arena“ nicht ändere.

    → Der Kreistagsvorsitzende Rainer Dittmers (SPD) meint: „Die Bevölkerung freut sich auf die Arena.“

    → Für die Stadt Lüneburg sagte die Dezernentin für Bildung, Soziales und Jugend, Stadträtin Pia Steinrücke, zur Stärkung der Sportstadt Lüneburg werde die Arena „einen wichtigen Beitrag“ leisten.

    → Klaus Hoppe, der Geschäftsführer des künftigen Betreibers, der Campus Management GmbH, kündigte in seinem Grußwort an: „Die Arena wird ein Stimmungstempel.“

    → Mit dem Grundstein kam eine Kupferkapsel als Zeitdokument in die Erde – mit einer Autogrammkarte der SVG-Volleyballer, die Geschäftsführer Andreas Bahlburg beisteuerte.

    WOHER WISSEN DIESE LEUTE BLOß, WAS SIE DA QUATSCHEN ? HABEN DIE DAS EINFACH IM URIN? HAT HERR KIESEL IHNEN DAS VERRATEN? ODER HABEN DIE MIT OPA SCHOWSKI EIN KARTENLEGEN MIT KNOCHENWERFEN VERANSTALTET?

    GEWISSHEIT AUFGRUND ECHTER TATSACHENKENNTNISSE HATTE NÄMLICH GANZ ALLEIN DER LANDRAT:

    → Denn nach den Worten von Manfred Nahrstedt plant der Bezirksschützenverband bereits für 2021 einen Niedersachsentag in der neuen Halle. „Gäste aus dem ganzen Land werden dann eingeladen. Das zeigt mir deutlich, dass die Menschen die Arena wollen.“

    ICH WENDE EIN: ERST WENN DIE KLEINTIERGRUPPE OLDENBURG FÜR 2034 EINEN REGIONALTAG IN DER HALLE PLANT, IST DER BEWEIS ERBRACHT, DASS DIE MENSCHEN DIE HALLE WOLLEN!

    → Die LZ hat eine Drohne über der Arena-Baustelle fliegen lassen, um den Hallenbedarf zu verifizieren.

    Quelle: https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/2441252-baustopp-wohl-keine-option

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  5. Otto Berg schreibt:

    Lieber Herr Pauly,

    ich danke Ihnen für Ihre präzisen Antworten auf meine Fragen von Montag Mittag: https://blog-jj.com/2019/03/12/die-arena-mischt-nun-auch-den-wahlkampf-auf/#comment-5852

    Ich teile Ihre Einschätzung und hätte nur zu ergänzen, wie sehr ich bedaure, dass sich außer dem (im positiven Sinne) streitbaren Herrn Kiesel hier keiner der Arena-Befürworter aus Rat oder Kreistag ins Gespräch einschaltet und versucht, mit nachvollziehbaren Argumenten um Verständnis für seine Position zu werben.

    Haben Sie eine Idee, woran das liegen könnte? Angeblich ist unseren Gemeindevertretern der Bürger-Dialog (besonders in Wahlzeiten) doch so ungemein wichtig.

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    • Klaus Bruns schreibt:

      Angeblich ist unseren Gemeindevertretern der Bürger-Dialog (besonders in Wahlzeiten) doch so ungemein wichtig.
      aber herr berg, sie wissen doch, dass dieses nur ein gerücht ist. dialoge finden in den kreisen nur dann statt, wenn sie beim eigenem vorhaben behilflich sind. hier müsste man mit logik und vernunft reagieren. wo findet dieses in der politik noch statt? wie soll man klüngel verteidigen, wenn man selbst dazu gehört?

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    • Otto Berg schreibt:

      Hallo Herr Bruns,

      Sie tragen ja ein erschreckend deprimierendes Bild unserer Feierabendpolitiker mit sich im Herzen herum. Damit sind Sie zwar nicht alleine. Auch Herr Jenckel zeiht unsere „Kreistagsmitglieder“ ziemlich pauschal der bewusstseinsgetrübt lemminghaften Herdentriebtäterschaft, wenn er sie daran erinnert, dass sie „trotz lückenhafter Faktenlage wie unter Druck [oder meinte er Drogen (?)] für den Arenabau gestimmt haben,“ und empfiehlt ihnen, sich „auch an die eigene Nase fassen“ [was für Drogen spricht], bevor sie danach verlangen, dem armen Jürgen „den Kopf zwischen die Füße zu legen“ [ein Ausdruck des Herzogs von Friedland]. Und peinlich wäre es allerdings, Frau Kruse-Runge, Frau Plaschka, Herrn Blume und Herrn Kamp mit den aberwitzig enthusiasmierten Luftfechtereien zu konfrontieren, die sie im November und Dezember letzten Jahres im Kielwasser des betulichen landrätlichen Phrasendampfers öffentlich als „Argumente“ zu verkaufen suchten. (Ich bin ein passionierter Leser von Wortprotokollen und kann Ihnen sagen, es gibt darin herrliche Passagen verrücktesten Verbal-Gagaismus von gerade diesen vier Fraktionsführern.) Dass jetzt lautstark herausposaunt wird, man werde umgehend etwaige „Regressansprüche gegen Gutachter und externe Berater“ prüfen, wie Herr Jenckel mutmaßt, diese gauenvoll absehbare Theateraufführung zur Wahrung des eigenen (und des Nahrstedtschen) „Gesichts“ ist allerdings unvermeidlich. – „Zumindest bis der neue Landrat im Mai gewählt ist“ (Jenckel), werden in diese Richtung bestimmt ganz ernste Mienen geschnitten und keusch entblößte Denkerstirnen in sorgenunterfütterte Falten gelegt werden.

      Aber trotz alledem, Herr Bruns, es gibt „Usancen“, die im Laufe der Jahrtausende eine gewisse beharrungskräftige Tradition in der Ritterakademie begründet haben. Dazu gehört, sich bei öffentlichen Aufführungen (Kreistagssitzungen) an die vorher „erarbeiteten“ Sprachregelungen zu halten und „Korpsgeist“ bezüglich der „Empfehlungen“ von Ausschusvorsitzenden zu zeigen, selbst wenn es zuweilen schwerfällt, hinter all dem Korps [oder war es Murks (?)] solchen Geist überhaupt noch zu entdecken.

      Übrigens scheint auch Marc Rath, der neue Chefredakteur der Landeszeitung (https://www.anstageslicht.de/menschen-dahinter/marc-rath/), ein Verfechter des (vermeintlichen) „Rechts“ zu sein, das auf eingelebten Sitten und Gewohnheiten gründet. In einem Kommentar (achtung mehrdeutig:) von gestern (https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/2440901-es-liegt-nicht-nur-an-einem) hält er die angepeilte „Abwahl“ des Grünen Ratsvorsitzenden Wolf von Nordheim [Apropos, wussten Sie, dass die stellvertretende Haupt- und Ordnungsamtsleiterin von Nordheim Gabi Wolf heißt und unter der Mail-Adresse gabi.wolf@nordheim.de im dortigen Gemeindezentrum zu erreichen ist?] — ich sage, in seinem gestrigen Kommentar hält Herr Rath die von Herrn Mädge und seinen Getreuen angepeilte „Abwahl“ des Grünen Ratsvorsitzenden Wolf von Nordheim für „eine logische [!] Konsequenz und [für] die späte Rache der […] zu Recht [!] erzürnten Sozialdemokraten. Denn das ungeschriebene Gesetz [!], dass der stärksten Fraktion (nicht Gruppe!) der Vorsitz gebührt, wurde [nach der Wahl von 2016 durch die webersinnige „Jamaika-Koalition“] außer Kraft gesetzt.“ Sie lesen richtig, Herr Bruns. Für Herrn Rath gibt es nicht nur das Niedersächsische Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG), welches die Vorgänge in unseren Gemeindevertretungen regelt, sondern auch noch ein „ungeschriebenes Gesetz“, das bei Verletzung „zu Recht“, so Rath, die „logische Konsequenz“ der „späten Rache“ nach sich ziehe! Ich frage mich, wie es angesichts solcher „Traditionen“ und in uralter Sitte wurzelnden „ungeschriebenen Gesetzen“ nach den Vorstellungen von Marc Rath beispielsweise zur Abschaffung der Leibeigenschaft, des „Ius primae noctis“ und der Kinderarbeit im Steinkohlenbergbau an der Ruhr kommen konnte?

      Notabene, den Sozen, die sich seit bald drei Jahren nicht mit ihrer faktischen Minderheitenposition im Rat abfinden wollen, weil sie meinen, ein eingeborenes, wenn auch nirgends kodifiziertes „Recht“ auf den „Marschallstab“ zu besitzen, billigt hier derselbe Marc Rath „gewachsene“ Privilegien zu, welcher vor knapp sechs Jahren verdienstvolle Sorge dafür trug, eine wahre Jauchegrube solcher vermeintlichen „Sonderrechte“ und ihrer „logischen“ Folgen aufzudecken:

      https://de.wikipedia.org/wiki/Stendaler_Wahlbetrug

      https://www.volksstimme.de/wahlfaelschung-stendal

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      • jj schreibt:

        Dazu merke ich an: Erstens ist die SPD mit 14 Sitzen die mit Abstand stärkste Fraktion im Rat, zweitens halte ich den Kommentar von Marc Rath für zutreffend und drittens würde ich der Abwahl lieber selber zuvorkommen. Der Grüne Blanck hat das in der LZ auch ganz diplomatisch formuliert. Zu guter Letzt: Ein Allianz, die nur den OB ausbremsen will, hat einen zu engen Aktionsradius für Konsensentscheidungen. LG jj

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      • Otto Berg schreibt:

        Die Frage ist, ob es sich tatsächlich um „eine Allianz, die nur den OB ausbremsen will“, handelt – oder ob diese „Allianz“ (mit 20 Sitzen die mit Abstand stärkste Gruppe im Rat) von den 14 Sozen nur unablässig so genannt wird, um sie öffentlich zu diskreditieren und zu deligitimieren. Wo steht geschrieben, dass „die stärkste Fraktion“ das „Recht“ hat, die Marschrichtung im Rat zu bestimmen? Soweit ich weiß, entscheiden in einer Demokratie Mehrheiten und nicht obskure „ungeschriebene Gesetze“. Wenn der HVB sich dazu verstehen würde, das geschriebene Gesetz höher zu stellen als die Gewohnheit, wäre der Aufwand an nötigen Absprachen gewiss größer. Das ist unbestritten. Und sicher, mit kurz gerunzelten Augenbrauen oder scharfen Räuspern zu „regieren“, wäre dann passé. Aber unmöglich wäre es nicht, eine vernünftige Politik zu machen. Haben Sie nicht kürzlich erst an den „Samtgemeindebürgermeister Heiner Luhmann in Bardowick“ erinnert und geschrieben: „Der hatte schwer zu kämpfen, aber der Christdemokrat weiß heute auch SPD und Grüne hinter sich. Das ist beispielhaft“! Ich finde, DARAN sollte sich auch der Lüneburger Oberbürgermeister halten! So könnte auch er „immer durch gute Arbeit überzeugen. (IHRE WORTE, Herr Jenckel! Siehe vorletzter Absatz hier: https://blog-jj.com/2019/03/08/100-prozent-sind-kein-erstrebenswertes-wahlergebnis/)

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      • jj schreibt:

        Der Rat ist Teil der kommunalen Selbstverwaltung wie der Oberbürgermeister und die Verwaltung. Drei Säulen, die zusammen der Stadt Bestes erreichen sollten. Davon ist Lüneburg in dieser Wahlperiode noch weit entfernt, von dem Zusammen. Und ich habe da auch nicht so viel Hoffnung, dass es noch was wird. Und das liegt (Rath) nicht nur an einem.

        Und Herr Luhmann hat das wirklich Beispielhaftes geleistet, wenn man an den anfänglichen Gegenwind denkt. LG jj

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      • Otto Berg schreibt:

        Niemand hat behauptet, dass der Rat nach dem 11. September 2016 schon seine Bestform erreicht hat. Und sicher hat Marc Rath mit manchem in seinem Kommentar recht, aber mit dem Entscheidenden hat er eben nicht recht. Außerdem: wie sollte es auch an einem allein liegen? Die Sozen haben 14 Sitze im Rat. – Und doch scheint es besonders an einem zu liegen:

        Als David Amri sich Ende Oktober letzten Jahres aus dem Rat zurückzog schrieb er: „Der Drang, politisch zu gestalten, wird durch die Beharrlichkeit der Verwaltungsspitze und einer SPD, die dieser bedingungslos folgt, ausgebremst“. Zudem habe er den Eindruck, dass Anliegen der Bürger von vielen Ratsmitgliedern weder gesehen noch ernst genommen oder gar thematisiert würden.

        Ich erinnere auch an die eineinhalb Jahre alten – gleichwohl brandaktuellen – Brandbriefe der Ratsherren
        a) Ulrich Löb (Grüne) vom 6. September 2017 um 14:17 h: https://jj12.wordpress.com/2017/09/01/der-vergiftete-lueneburger-rat/#comment-1150
        b) Niels Webersinn (CDU) vom 7. September 2017 um 10:12 h: https://jj12.wordpress.com/2017/09/01/der-vergiftete-lueneburger-rat/#comment-1158
        c) Michèl Pauly (Linke) vom 11. September 2017 um 12:06 h: https://jj12.wordpress.com/2017/09/01/der-vergiftete-lueneburger-rat/#comment-1171
        d) Niels Webersinn (CDU) 13. September 2017 um 21:48 h: https://jj12.wordpress.com/2017/09/01/der-vergiftete-lueneburger-rat/#comment-1201
        e) Ulrich Löb (Grüne) vom 22. September 2017 um 12:05 h: https://jj12.wordpress.com/2017/09/01/der-vergiftete-lueneburger-rat/#comment-1241
        etc.

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      • Ulrich Blanck schreibt:

        Dieser Antrag ist in der Tat keine logische Konsequenz sondern ein rein strategisches Kalkül. Zum Wahlkampfauftakt vollzieht die OB Fraktion das von uns schon lange erwarte Manöver, dessen einziger Zweck die Herbeiführung einer Abstimmung ist um die Jamaika Gruppe zu spalten. Die Anwürfe gegen Wolf von Nordheim sind abstrus und zeigen, dass die SPD weder Willens noch dazu in der Lage ist das Bestreben des Ratsvorsitzenden zu erkennen. Er verteidigt die Rechte des Rates, und damit übrigens auch die der einzelnen Mitglieder der SPD Fraktion, gegen die stetigen Übergriffe des Herrn Mädge.

        Der Ratsvorsitz ist die einzige Funktionsstelle in der Leitung der Stadt, die nicht der Weisung des Oberbürgermeisters als Hauptverwaltungsbeamten unterliegt. Wolf von Nordheim hat dies mehrfach deutlich gemacht, wodurch sich der Abberufungsantrag der OB-Partei hinlänglich erklärt. Die SPD begründet ihren Antrag gegen den Ratsvorsitzenden Wolf von Nordheim mit Unsicherheiten die angeblich durch seine Sitzungsleitung entstanden wären.

        Rekapitulieren wir einmal und schauen genauer hin: Im letzten Jahr mussten zwei Abstimmungen des Rates wiederholt werden. Beide wurden nach meinen schriftlichen Hinweisen an den Oberbürgermeister, auf ihre Fehlerhaftigkeit durch Herrn Mädge wieder auf die Tagesordnung der nächsten Ratssitzung gesetzt. Auf meine Hinweise an Herrn Mädge habe ich übrigens keine Antwort bekommen, nicht mal eine Eingangsbestätigung, soviel mal zum Thema Stil. Im ersten Fall, einer Schöffenwahlliste lag ein Fehler der Verwaltung zu Grunde. Auf der Wahlliste stand eine Person die dort nicht hätten stehen dürfen und in der Sitzung wurden außerdem vom Rechtsdezernenten Moßmann irreführende Verfahrenshinweise bezüglich der Veränderungsmöglichkeiten der Liste gegeben. Im zweiten Fall wurde bei den Bebauungsplänen zum Hanseviertel auf Grund des expliziten Hinweises des Herrn Mädge aus den Reihen der SPD Fraktion unzulässiger Weise „Schluss der Debatte“ beantragt, was ebenfalls zu einer Wiederholung der Abstimmung in der nächsten Sitzung führte. Was bleibt ist also der Vorwurf an Wolf von Nordheim jemanden begrüßt zu haben – das wiegt natürlich schwer.

        Summa Summarum verfährt die Lüneburger SPD nach dem Motto: „Wenn ich schon im Glashaus sitze muss ich auch noch Steine werfen“. Eine in der Lüneburger Politik bisher beispiellose schuldbewusste Verzweiflungstat bei gleichzeitigem Ignorieren der eigenen Verantwortung für diese Situation. Die Lüneburger SPD hat es über Jahrzehnte versäumt ihrer Lichtgestalt auch mal die nötigen Schranken auf zu weisen und ein eigenes politisches Profil zu entwickeln. Jetzt wird seit Jahren nur noch nach und durch argumentiert was aus dem OB Büro vorgedacht wird und es ist egal wie weit man sich dabei verrenkt. Grüngürtel, Stadtentwicklungskonzept, Nachhaltigkeitsbericht, Seebrücke, Arena, Wohnungsbaugesellschaft und einiges mehr – viele Entscheidungen die der SPD noch vor die Füsse fallen werden.

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      • Ulf Reinhardt schreibt:

        Wichtiger als Vermutungen und Rechthaberei über die Schuldverteilung zwischen OB und Ratsvorsitzendem erscheint mir die Frage, ob die Organisation zwischen Verwaltung und Rat in Lüneburg unseren demokratietheoretischen Anforderungen grundsätzlich gerecht wird. So sitzen bei den Ratssitzungen die von uns gewählten und ehrenamtlich tätigen Ratsmitglieder als Entscheidungsträger einem Stab von bis zu 10 hauptamtlichen Verwaltungsmitarbeitern gegenüber. Die Tagesordnungen umfassen sowohl in Ausschüssen, als auch bei Ratssitzungen, nicht selten Dokumente mit mehreren hundert Seiten. Die Vorlagen für die Sitzungen liefert die Verwaltung meist erst wenige Tage vor der jeweiligen Sitzung. Ratsfrauen und -herren aller Fraktionen beklagen nicht erst seit Kurzem, dass bei dieser Praxis eine ausreichende Vorbereitung der Sitzungen kaum möglich ist. In vergleichbaren Kommunen verfügt der Ratsvorsitz über ein Büro sowie administrative Unterstützung bei der Sitzungsleitung. Nicht jedoch in der Hansestadt Lüneburg. Hier wird erwartet, dass ehrenamtliche Politiker sich vollständig selbst organisieren und regelmäßig umfangreiche Vorlagen quasi über Nacht durcharbeiten, weil hauptberuflich tätige Verwaltungsmitarbeiter nun einmal nicht schneller arbeiten können.

        Hier ist die Verwaltung aufgefordert, vernünftige Arbeitsstrukturen herzustellen, die sicherstellen, dass die von uns gewählten Vertreter Ihre wichtige Rolle als Entscheidungsträger im Sinne Ihrer Wähler auch ausüben können. Gelingt dies nicht, ist das nichts Anderes als eine Aushöhlung der Demokratie, weil wir dann von der Verwaltung und nicht von unseren Volksvertretern regiert werden.

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  6. Olli Hahn schreibt:

    Ratsherr Michèl Pauly antwortet heute auf die Frage: Halten Sie es für wahr, dass «den Bau jetzt noch zu stoppen teurer wäre, als das Vorhaben samt Mehrkosten durchzuführen», wie Herr Nahrstedt sagt? Oder halten Sie das für eine weitere Zwecklüge des Landrats?

    Ratsherr Pauly: In der Tat halte ich diese Aussage für eine Zwecklüge. Da keine alternative Kalkulation für z.B. andere Standorte oder andere Baukonzepte vorliegt, kann so eine Aussage gar nicht verlässlich getroffen werden. Sie bleibt eine bloße (Schutz-)Behauptung des Landrats. Das ist in etwa so, als würde man nach 10 Mio. Euro Baukostensteigerung beim BER gesagt haben: „Jetzt müssen wir das Ding zu Ende bauen, sonst wird es teurer“. Oder beim Audimax nach den ersten 10 Mio. Euro. Die Aussage ist einfach nicht belastbar.

    Mehr dazu gibt’s weiter unten: https://blog-jj.com/2019/03/12/die-arena-mischt-nun-auch-den-wahlkampf-auf/#comment-5852

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  7. Berni Wiemann schreibt:

    Dieser „Zu-stimmungswechsel“ war bei einigen Akteuren, zuletzt in deutlich kürzeren Zeitabständen, festzustellen. Als Kaufmann/Betriebswirt finde ich hierfür auch keine Erklärung. Fragen Sie besser…
    die Betroffenen selbst.

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    • Erich Biermann schreibt:

      Kann es sein, daß der Gesinnungswandel der KTA etwas mit den Konditionen für das SVG-Sponsorenengagement des Amelinhäuser Autohauses zu tun hat?

      Auf dieser Montagsphotographie macht die flotte Pia als städtische Gesandte gute Miene zum bösen Spiel, während der Manni die dicke Geldbombe versenkt und die Gisela, der Andi und der Klaus das Grinsen der reich Beschenkten nicht unterdrücken können:

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      • Herbert schreibt:

        Spitzenlichtbild.
        Wer sich die Stadträtin für Bildung, Jugend und Soziales, den Kameramann und die Bauleute wegdenkt, der sieht den harten Kern der vier Arena-Bedürftigen, die sich unverkennbar für „die Gebietskörperschaft selber“ halten. „WIR sind ein stark wachsender Landkreis“, umarmte Manfred Nahrstedt denn auch die drei anderen mit dem Pluralis benevolentiae. Und adressierte sie und sich anschließend sogar als geo-administrative Einheit: „Wenn EINE REGION diese Halle braucht, dann sind WIR es“, sagte der Landrat (was sich immer nach „WIR VIER HIER“ anhörte) in seiner Ansprache vor der kleinen Handvoll Zuhörer, die sich zu dem peinlichen „Event“ unmittelbar vor dem unausweichlich nahenden Offenbarungseid getraut hatte. Bei jedem „WIR“ leuchteten die Augen von Klaus Hoppe und Andreas Bahlburg. Denn sie wussten, dass zuerst und zuletzt sie gemeint waren und nur ganz nebenbei Gisela Plaschka. Dafür sprach auch, dass zwar ausdrücklich die Unterschriften der SVG-Mitarbeiter in die „Zeitkapsel“ gelangten, die der Autohausangestellten aber unerwähnt blieben.

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      • Udo Hiller schreibt:

        „Es soll gezeigt werden, wie tragische Ereignisse sich im Alltagsleben oft in eine komische Form kleiden … Alle meine Stücke sind Tragödien … sie werden nur komisch, weil sie unheimlich sind.“ Das könnte Manfred Nahrstedt auch über sein Arena-Bubenstück gesagt haben. Doch leider, sogar diese gelungene Selbstbeschreibung ist nicht auf dem Mist des Landrates gewachsen. Er hat sie sich von Ödön von Horváth geliehen. Der bezog sich damit auf seine trimodale Multifunktionshallen-Persiflage „Glaube Liebe Hoffnung“, welche am 29. März nicht im Kreishaus, sondern diesmal im „Großen Haus“ unseres Theaters gegeben wird.

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  8. Dagmar Hansen schreibt:

    Sehr geehrter Herr Wiemann,

    Ihre Parteikollegin Gisela Plaschka hat im März 2017 den Kreishaushalt abgelehnt. Ausschlaggebend dafür waren vor exakt zwei Jahren vor allem die exorbitant kostspieligen Risiken und Mängel des Nahrstedt-Projekts „Hoppe-Arena“.

    ALLES, WAS FRAU PLASCHKA DAMALS SAGTE, GILT AUCH HEUTE NOCH.

    Lieber Herr Wiemann, wenn herauszufinden wäre, warum die Kreistagabgeordnete Plaschka heute (obwohl die von ihr selbst aufgezählten Missstände sich inzwischen nicht gebessert, sondern um den Faktor 10 verschlimmert haben) trotzdem seit November letzten Jahres plötzlich wie ausgewechselt FÜR die Arena agitiert, – müsste dann nicht so etwas wie die Pathologie der übrigen Träumer und jegliches kritische Überlegen abwehrenden Realitätsverneiner im Kreistag mit erkennbar werden?

    Hier die Anti-Arena-Brandrede von Frau Plaschka von 2017:

    „Auch in diesem Haushalt werden neue Schulden gemacht! Und nicht gerade wenige! So werden zig Millionen Euro für die Arena Lüneburger Land in diesem und den kommenden Haushalten verplant werden müssen – wohl gemerkt für eine Halle für die es bislang immer noch keine Bedarfsanalyse gibt – bis auf die Volleyballer. Der Kreistag weiß bislang überhaupt noch nicht, welche Schulen und Vereine Bedarf an Hallenzeiten haben und wie stark die Veranstaltungshalle aller Voraussicht nach gebucht werden wird. Die möglichen Betreiber laufen dem Landkreis anscheinend auch nicht gerade die Türen ein. Und insgesamt steht weder die erforderliche Grundstücksgröße noch ein überzeugendes Verkehrskonzept fest. Die Halle, die der Landrat und die damalige Mehrheitsgruppe aus SPD und Grünen auf Biegen und Brechen im letzten Jahr im Rausch des Wahlkampfes durchboxen wollten, ist in den letzten Monaten nicht wirklich vorangekommen. Ursprünglich hat auch unsere Gruppe die Arena mittragen wollen. Aber mittlerweile sind unsere Bauchschmerzen doch erheblich größer geworden und guten Gewissens können wir das nicht mehr alle. Auch die Stadt scheint sich aus der Verantwortung herausschleichen zu wollen. In 2016 ist enormer Zeitdruck aufgebaut worden, der in 2017 verpufft, weil vieles bei der Arena halbgar, spekulativ und unausgegoren ist. Und trotzdem sollen wir jetzt die Anschubfinanzierung absegnen? Wohl gemerkt, Geld, das der Landkreis nicht hat, sondern über neue Schulden finanzieren muss. Hier tun sich sehr viele Risiken auf, die man deutlich aussprechen sollte.
    Aus diesen Gründen werde ich dem Haushalt nicht zustimmen.“

    Quelle: https://www.fdp-lueneburg.de/2017/03/09/wohnungsbau-f%C3%B6rderung-und-arena-l%C3%BCneburger-land/

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  9. jo bembel schreibt:

    Sehr geehrter Herr Kiesel,

    ich habe zwischen den Zeilen herausgelesen, dass Ihnen nicht unterstellt wurde, dass Sie dieses Zahlenmaterial vorliegen haben, sondern dass Sie es vorliegen haben müssten, um eine solche Aussage zu treffen und um darüber entscheiden zu können, ob DIESE Arena (von der SVG) gebraucht wird oder nicht. Sie – und alle anderen Entscheider – hätten darauf bestehen müssen, dass Ihnen überprüfbare Unterlagen rechtzeitig vorgelegt werden. Und dann hätten Sie und Ihre Kollegen das auf Plausibilität überprüfen müssen. (Haben Sie eine Ahnung wie kreativ Menschen sein können, wenn es darum geht, an das Geld anderer zu kommen?) So wurde wieder einmal eine Entscheidung getroffen, die auf Wunschdenken, Träumereien, Mutmaßungen, Bauchgefühl und fadenscheinigen Behauptungen (Argumente gab es ja nur seitens der Kritiker DIESER Arena) gefällt.

    Ich bin immer wieder aufs Neue fasziniert und erschrocken, wie sich als Interessenvertreter der Bürger und Treuhänder der Steuergelder gewählte (Kommunal)Politiker selbst den einfachsten Gedankengängen verweigern. Als der Rat der Stadt Lüneburg über den städtischen Zuschuss von 5 Millionen Euro für das Leuphana Zentralgebäude entschied und im Gegenzug das Recht erhielt, jährlich an 30 Terminen das AUDIMAX mietfrei für nicht kommerzielle Veranstaltungen zu nutzen, da hat sich nicht ein einziges Ratsmitglied gemeldet und gesagt: „Bevor wir darüber entscheiden, lasst uns bitte nachdenken, wie viele dieser Veranstaltungen konnten wir bisher nicht durchführen, weil es diese Räumlichkeiten nicht gab und welche wollen wir zukünftig dort durchführen.“ Und dann wäre ganz schnell allen klar gewesen, dass es für diesen Zuschuss keine Rechtfertigung gibt.

    Und beim Museum war es ähnlich. Das alte Museum hatte an manchen Tagen nur 3 Besucher, aber in der vorgelegten Machbarkeitsstudie wurde von jährlich 70.000 Besuchern fabuliert. Also umgerechnet jeden Tag vier vollbesetzte Reisebusse anstatt eines Kleinbusses. Jeder vernünftig denkende Mensch hätte da abgewunken. Wer aber einem Oberbürgermeister hinterherläuft, der Sätze wie „Ich staune vor allem deshalb, weil wir hier in Lüneburg einen ganz anderen Blick auf diese Frage haben: Wir sehen die Ausgaben in Kultur nicht als Kosten, sondern als Investitionen!“ (also als Investition in noch mehr Kosten) raushaut, der hat sich vom Vernunftgedanken verabschiedet.

    Haben Sie die 2-farbige Titelkopfanzeige (Kosten ca. 475€) in der LZ vom 15.2. gesehen, mit der die SVG das Spiel gegen Bühl bewarb? Was sagt Ihnen das? Vielleicht dass selbst die Gellersen-Hölle nicht automatisch jedes Spiel ausverkauft ist!?

    Ich stimme Ihnen in einem Punkt vollumfänglich zu: Es wird bei den Spielen der SVG in DER Arena zu keinem Verkehrschaos kommen. Denn es werden keine 1.600 zahlende Besucher kommen. Vielleicht 1.000 bis 1.200 und wenn es ganz dumm für Herrn Bahlburg läuft, dann kommen nicht mehr als in Gellersen. Wie ich darauf komme? In dem ich mir folgende Fragen gestellt und auf Basis meiner Lebenserfahrung für mich beantwortet habe.

    In welchem Zeitraum finden die Spiele der Volleyballbundesliga-Hauptrunde statt? Könnte man diese Zeit auch als Herbst/Winter oder „nasskalte Jahreszeit“ nennen. Was meinen Sie, steigert das die Lust aufs Zufußgehen und Radfahren? Wie viele der 800 Besucher der SVG-Spiele in der Gellersen-Halle kommen zu Fuß oder mit dem Rad dorthin? Wie viele von diesen werden sich auch so auf den Weg in die Vrestorfer Heide machen? Welche Zahl an Fahrradbügeln werden die Radler dort vorfinden? Was denken Sie, wie werden die, die sich nicht mehr zu Fuß oder mit dem Rad auf den Weg machen zur Arena kommen wollen? Mit dem Auto? Wie viele werden sich ein Auto teilen? Wie viele der Arena-Parkplätze sind damit schon belegt? Was meinen Sie, mit welchem zeitlichen Vorlauf wird man die Arena-PKW-Parkplätze ansteuern müssen, um sicher zu sein einen solchen zu bekommen, wenn man kein VIP ist. Meinen Sie, in fußläufiger Entfernung gelegene Unternehmen, werden ihre Parkplätze für Arena-Besucher zur Verfügung stellen (MediaMarkt und Rothe etc. vielleicht sogar schon um 17.00 schließen)? Oder werden die Unternehmen ihre Parkplätze gegen Vergütung in die Obhut einer privaten Parkraumüberwachung (Abschleppunternehmen) geben? Werden Menschen, die sich nicht wirklich für Volleyball interessieren, bereit sein einen möglicherweise kostenpflichtigen Parkplatz (Bahnhof) anzusteuern und sich zur Arena shuttlen zu lassen? Wird es bei Volleyballspielen überhaupt einen solchen Shuttle-Service geben?

    Herr Bahlburg braucht, um den Lizenzanforderungen der VBL zu genügen, eine Halle mit 9m lichter Deckenhöhe. DIESE Arena ist das, was er überhaupt nicht gebrauchen kann. Er weiß es nur noch nicht. Irgendwann 2020/21 wird er wahrscheinlich vorstellig werden und den Erlass der Hallenmiete einfordern, weil sonst die Insolvenz droht. Und auch dieses Begehren wird wohl erfüllt werden. Die Begründung wird sein:

    „Die Menschen würden uns doch für bescheuert halten, wenn wir unserem einzigen 1. Bundesliga-Verein eine solche Arena hinstellen und ihn dann an der Hallenmiete pleitegehen zu lassen.“

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  10. Inge Jansen schreibt:

    „Den Bau jetzt noch zu stoppen wäre teurer, als das Vorhaben samt Mehrkosten durchzuführen“.

    DAS IST EINE DICKE, FETTE LÜGE DES LANDRATS.

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    • Klaus Bruns schreibt:

      er wird damit durchkommen, jede wette. die seile in der verwaltung sind sehr stabil. und die vorfreude bei den geschäftemachern ist sehr groß. wer ruft die kommunale aufsicht an? und was soll das bringen? formal wird bestimmt alles in ordnung sein, oder?

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  11. Otto Berg schreibt:

    Sehr geehrter Ratsherr Pauly, sehr geehrter Kreistagsabgeordneter Wiemann,

    was sagen Sie dazu? Kurze Zusammenfassung der Ereignisse von heute und vier Fragen:

    « Landrat Manfred Nahrstedt (SPD) sagte am Rande der Grundsteinlegung [von heute Vormittag] gegenüber NDR 1 Niedersachsen, dass er die gesamten Hallen-Pläne derzeit noch einmal prüfen lasse, um endgültige Klarheit über die Gesamtsumme zu bekommen. Spätestens in einer Woche soll es konkrete Zahlen geben. Diese werden vermutlich deutlich über 20 Millionen Euro liegen. Der Landkreis [d. i. Herr Nahrstedt] hat die Kosten bereits mehrmals nach oben korrigiert – zuletzt in der vergangenen Woche um deutlich mehr als eine Million Euro.

    Trotz der Kostensteigerung werde die Halle auf jeden Fall gebaut, betonte Nahrstedt. Den Bau jetzt noch zu stoppen wäre teurer, als das Vorhaben samt Mehrkosten durchzuführen, so der Landrat. Zu den Gründen für die Kostenexplosion wollte sich Nahrstedt nicht äußern. Es seien Fehler gemacht worden, sagte er. Aber welche genau, darüber wolle er nicht spekulieren.»

    Herkunft: https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/lueneburg_heide_unterelbe/Lueneburg-Grundstein-fuer-neue-Arena-gelegt,arena144.html

    A) Glauben Sie auch, dass die Halle auf jeden Fall gebaut wird, wie Nahrstedt «betont»?

    B) Halten Sie es für wahr, dass «den Bau jetzt noch zu stoppen teurer wäre, als das Vorhaben samt Mehrkosten durchzuführen», wie Herr Nahrstedt sagt? Oder halten Sie das für eine weitere Zwecklüge des Landrats?

    C) Warum, glauben Sie, will Nahrstedt sich nicht «zu den Gründen für die Kostenexplosion» beim Arena-Projekt äußern?

    D) «Es seien Fehler gemacht worden, sagte» Herr Nahrstedt dem NDR. Glauben Sie, er will sich zu diesen Fehlern nicht äußern, weil beinahe alle ausschließlich von ihm selbst gemacht wurden?

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    • Berni wiemann schreibt:

      Sg Herr Führbringer,
      Ihre Kritipunkte habe ich bereits vor Monaten ausführlich dargelegt. Ich war sicher, dass das Planungschaos dauerhaft nicht zu verheimlichen ist. Die Geschwindigkeit der „zu späten“ Erkenntnis hat selbst mich überrascht. Realisten erwarten aber noch erhebliche Kostensteigerungen, im mittleren 1-stelligen Millionenbereich. (Verkerkehskonzept, Bauanpassungen etc. ). Es gibt noch viel zu beschönigen, warten wir es ab.

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    • Berni wiemann schreibt:

      Hallo Herr Berg,
      die Antworten sind einfach.
      A. Die Genossen haben immer offen bekannt, das sie diese Arena bauen „koste es was es wolle“ und die Unterstützer sagen weiterhin „Augen zu und duch!“ Also, es wird „weitergewurschtelt“, schließlich zaht der Steuerzahler.
      B. Bereits beim Baubeschluss im Dezember war diese Drohung ein (unbewiesenes) „Killerargument“.
      C. Allen Realisten waren die Gründe für die Kostenexplosion bereits vor Monaten bekannt, aber „Träumer“ brauchen noch Zeit, um wach zu werden.
      D. Die Planungsfehler verantwortet die Verwaltung, die KT- Mehrheit wollte die Fehler nicht sehen und die Kritiker konnten die Mehrheit nicht rechtzeitig überzeugen.. Warten wir ab, wer als Sündenbock benannt wird. Ich befürchte die Falschen.

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    • Franz Hillmer schreibt:

      Sehr geehrter Herr Wiemann,

      am 4. September letzten Jahres, als Herr Nahrstedt den zweiten Kostensprung bei der Arena von 10 und zwölf auf über 14 Millionen Euro eingestehen musste (Herr Jenckel titelte etwas von „Salamitaktik“ und inzwischen sind wir bei Korrektur Nummer sechs und bei 25 Millionen Euro, ohne dass alle Kostenfaktoren berücksichtigt wurden), am 4. September also hat Herr Nahrstedt im Video-Gespräch mit Herrn Jenckel eine seiner Lebensmaximen öffentlich bekannt gemacht:

      ➽ Nahrstedt ab Minute 10: „Wenn die Planung [der Elbbrücke] fertig ist, wird [ihr Bau] entschieden – oder nicht. […] Ich sag mal, ein hanseatischer Kaufmann plant ’n Haus und guckt erstmal, wenn die Planung fertig ist: Was kostet das Haus denn? Dann entscheidet er, ob das Haus gebaut werde oder nicht.“
      ➼ Sehr weiser Grundsatz! Oder? Warum ist diese Maxime beim Arena-Bau von Herrn Nahrstedt NICHT beherzigt worden? Da sind erst einmal 3 Millionen Euro für ein ungeeignetes Grundstück und unbrauchbare Buddelmeyer-Zeichnungen ausgegeben worden, dann ist die Entscheidung fürs Bauen mit „Tarnen – Tricksen – Täuschen“ durch die Gremien gepeitscht worden und ZULETZT ist seit nunmehr zwei Jahren geplant worden, OHNE dass es – BIS ZUM AUGENBLICK – eine Antwort auf die Frage gibt: Was kostet das Haus denn?
      ➼ ERST JETZT, nach der Grundsteinlegung will Herr Nahrstedt „die gesamten Hallen-Pläne noch einmal prüfen lasse, um endgültige Klarheit über die Gesamtsumme zu bekommen. Spätestens in einer Woche soll es konkrete Zahlen geben.“
      ➼ GLEICHZEITIG behauptet er aber zu wissen, was er gar nicht wissen kann, da er nach eigenem Eingeständnis die tatsächlichen Kosten ja noch gar nicht kennt, dass „den Bau jetzt noch zu stoppen teurer wäre, als das Vorhaben samt Mehrkosten durchzuführen“.
      ➼ Lässt solches Geschwurbel nicht nur zwei Schlussfolgerungen zu, die beide gleichermaßen Anlass zur Sorge geben: ENTWEDER der Landrat redet irre ODER er lügt, dass sich die Balken biegen?

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      • Berni Wiemann schreibt:

        Sg Herr Hillmer,
        wer erst jetzt von der Kostenentwicklung „überrascht“ wurde muss zu den bekannten „3 Affen“ gehören. „Nicht sehen – nichts hören – nichts sagen“. In diversen Kreistagsreden wurde (seit mind. 1 Jahr!!!) auf das Desaster hingewiesen. Meine „19 Mio.-Wette“ (ohne die zus. 2,5 MIo. Mehrwertsteuer) brachte mir sogar einen Ordnungsruf ein. Im Blogbeitrag ( https://blog-jj.com/2018/11/10/tarnen-tricksen-und-taeuschen-bei-der-arena/ ) habe ich mit einer „Milchmädchenrechnung“ bereits Anfang November dargelegt, dass die offiziellen Kalkulationen (damals 14,4 Mio.) nur ein „Wunschtraum“ war.
        Dennoch verbiet mir meine Erziehung Ihre Bewertung/Abschlussfrage zu kommentieren.

        PS: es ist noch lange nicht Schluss… auch das Betreiberkonzept bietet noch reichlich „Sprengstoff“.

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    • Michèl Pauly schreibt:

      Sehr geehrter Herr Berg,

      anbei kurz meine Positionen zu Ihren Fragen:

      A) Glauben Sie auch, dass die Halle auf jeden Fall gebaut wird, wie Nahrstedt «betont»?
      Ja, das wird jetzt auch bei Verdreifachung durchgezogen, weil der Gesichtsverlust für die handelnden Personen (hier vor allem Nahrstedt und seine Partei uns Stadt und Kreis) zu groß wäre.

      B) Halten Sie es für wahr, dass «den Bau jetzt noch zu stoppen teurer wäre, als das Vorhaben samt Mehrkosten durchzuführen», wie Herr Nahrstedt sagt? Oder halten Sie das für eine weitere Zwecklüge des Landrats?
      In der Tat halte ich diese Aussage für eine Zwecklüge. Da keine alternative Kalkulation für z.B. andere Standorte oder andere Baukonzepte vorliegen, kann so eine Aussage gar nicht verlässlich getroffen werden. Es bleibt eine bloße (Schutz-)Behauptung des Landrats. Das ist in etwa so als würde man nach 10mio Euro Baukostensteigerung beim BER gesagt haben „Jetzt müssen wir das Ding zu Ende bauen, sonst wird es teurer“. Oder beim Audimax nach den ersten 10mio Euro. Die Aussage ist einfach nicht belastbar.

      C) Warum, glauben Sie, will Nahrstedt sich nicht «zu den Gründen für die Kostenexplosion» beim Arena-Projekt äußern?
      Dass die Verwaltungsspitze im Landkreis hier verantwortlich für das Desaster ist, dürften auch Sie selbst kaum mehr verbergen können. Deswegen ist die klügste Kommunikation um den eigenen Imageschaden für die SPD-Spitzen zu begrenzen hier keine Kommunikation.

      D) «Es seien Fehler gemacht worden, sagte» Herr Nahrstedt dem NDR. Glauben Sie, er will sich zu diesen Fehlern nicht äußern, weil beinahe alle ausschließlich von ihm selbst gemacht wurden?
      Er selbst und die verantwortlichen Personen in der Verwaltungsspitze die unmittelbar an den Projekt beteiligt sind. Aber auch die Politik will ich hier nicht ganz und gar entlassen. Wer diesem Bau aufgrund eines Pseudodrucks („jetzt oder nie“) vor der Kommunalwahl eilig zustimmt, der wägt nicht gut ab, weder den Standort noch die Alternativen. Wer, wie im Stadtrat geschehen, kurzerhand in 5min Debatte einer Verdopplung der Betriebskostenzuschüsse für die Stadt zustimmt, der geht auch einfach schlecht mit Geld um.

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  12. Karsten Konradi schreibt:

    Markus Graff, ein auf „marktgerechte Objektbewertungen“ und den Kundenvorteil fokussierter „Immobilienprofi“ nach eigener Auskunft, renditeorientierter Geschäftsführer einer Vermögensverwaltung, ehemaliger CDU-Ratsherr in der Gemeinde Adendorf und erfahrener Kreistagsfraktionschef sowie stellvertretender Landrat bei den Grünen, will nun für die Linkspartei am 26. Mai Nachfolger von Landrat Manfred Nahrstedt (SPD) werden, der, wie es offiziell heißt, „auf eigenen Wunsch“ am 31. Oktober „vorzeitig aus dem Amt scheidet“.

    Graffs Story klingt nach dem Sujet aus einem der satirischen Themenplakate von Karlheinz Fahrenwaldt.

    „Man muss sich doch nur die ungute gesellschaftliche Entwicklung in Deutschland anschauen“, sprach der 58-Jährige Selbstvermarktungs- und Anlageprofi vor einem Monat dem LZ-Redakteur Reschke ins hingehaltene Smartphone: „Die Reichen werden immer reicher, während die Mittelschicht immer mehr zu kämpfen hat um überhaupt über die Runden zu kommen.“ Diesem Zustand wollte er nicht mehr länger tatenlos zusehen.

    Fürwahr! BlackRock, die Vanguard Group, State Street Global Advisors, Fidelity Investments und die Allianz Group, die ersten Fünf unter den Asset Managern „verwalten“ ein Vermögen von rund 14 Billionen (= 14.000 Milliarden) Euro. Das scheint nicht fair. In diesen Club aufgenommen zu werden und ein wenig Rahm mit abzuschöpfen, wäre für die Adendorfer „Mittelschicht“ bestimmt interessant!

    Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, wenn der Finanzfachmann Markus Graff in Sachen „Arena“ den kommunalen „Laieninvestoren“ für ihr „Multimillionen-HoffnungsPlacement“ ins private Show-Business die Leviten liest: „Da hat die Spitze der Kreisverwaltung auf ganzer Linie versagt! Nicht nur, weil die Kosten für den Bau nicht feststehen, dieser steht auch am falschen Platz!“

    Ein solches „Engagement“ hätte Herr Graff sicherlich geschickter ausbalanciert.

    Nur wie, das wüsste man als Wähler und Sparbuchbesitzer gerne.

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  13. Wilhelm Führbringer schreibt:

    Sehr geehrte Kreistagsabgeordnete Bauschke, Dubber, Gödecke, Kamp, Podstawa, und Wiemann,

    Arena? Standortwahl? Kostenexplosion? Bedarfsanalyse? Wirtschaftlichkeitsprüfung? Gemeinwohldienlichkeit? Anforderungsprofil? Steuerungskompetenz? Verkehrskonzept? Parkraumplanung? Externe und interne Informationspolitik?

    Fällt Ihnen dazu etwas ein?

    Oder rufen Sie auch: „„Mein Name ist Phrase, ich weiß von nichts“?

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  14. Peter Ringer schreibt:

    Sehr geehrter Herr Kiesel,

    haben Sie den Artikel von Herrn Jenckel gelesen?

    – Die veranschlagten Arena-Kosten haben sich innerhalb eines halben Jahres VOR der Grundsteinlegung mehr als verdoppelt. Sie sind auf dem besten Wege sich zu verdreifachen.
    – Es gibt keine Wirtschaftlichkeitsprüfung für die Arena.
    – Es gibt keine Bedarfsanalyse für die Arena.
    – Es gibt kein Verkehrs- und kein Parkraumkonzept für die Arena.
    – Es gibt keine verlässliche Kostenplanung für die Arena.
    – Es gibt keine verlässlichen Daten, die verraten wie die Auslastung der Arena gelingt.
    – Es gibt keine Daten über Kannibalisierungseffekte im „Event“-Sektor Lüneburgs.

    DAS SIND DIE (traurigen) FAKTEN!

    „Und alles“ das ist nun leider der Fall, schreibt Herr Jenckel, „weil offenbar der gute Glaube und nicht die gute Kontrolle bei den Planern der Arena Lüneburger Land im Kreishaus Regie führte.“

    SIE, Herr Kiesel, sprechen im Gegensatz zu den vorliegenden harten TATSACHEN unablässig über die Zukunft, wenn Sie sich auf Besucherzahlen und Nutzungen beziehen, die – vielleicht – einmal Wirklichkeit werden könnten – oder vielleicht auch nicht. Mit anderen Worten, Herr Kiesel, Sie führen KEINE ARGUMENTE, sondern WÜNSCHE, HOFFNUNGEN oder eben GLAUBENSSÄTZE ins Feld.

    Nach Herrn Jenckels Diagnose wiederholen Sie also keine ARGUMENTE, die sich von unbestreitbaren Prämissen (hier: Tatsachen) ableiten lassen müssen, lieber Herr Kiesel, SONDERN, Sie machen sich genau des blauäugigen Ungenügens schuldig, welches die Rats- und die Kreistagsmitglieder in die „dem Bürger nicht mehr vermittelbare“ (Pauly) Kostenkatastrophe geleitet hat: Sie bauen auf WÜNSCHE, HOFFNUNGEN UND GUTEN GLAUBEN.

    ES IST GANZ UND GAR VERANTWORTUNGSLOS, wenn beschlussbefugte Gemeindevertreter sich so verhalten. Es ist aber – Gott sei Dank – nur ungenügend (und auch ein wenig zum Fremdschämen), wenn sich bloß einflussberechtigte Parteigänger so unbelehrbar verhalten.

    Dass Sie sich auf eine Halle freuen, von der Sie annehmen, sie werde Ihren Wünschen entsprechen, ist das eine, Herr Kiesel. Dass diese wunschbeseelte Vorfreude Sie (aber offenbar auch viele Kreistagsmitglieder) davon abhält, der bitteren Realität ins schmallippige Antlitz zu schauen, ist das andere.

    Und NUR um dieses andere geht es hier im Forum – und NUR darum kann es in der augeblicklichen Lage auch gehen (in der ein Umsteuern immer noch möglich ist).

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  15. Ulf Reinhardt schreibt:

    Es gibt offensichtlich keine der von Herrn Kiesel angesprochenen Erhebungen, Gutachten oder nachprüfbaren Fakten zu den prognostizierten Veranstaltungen und Besucherzahlen. Den KTA’s hat vor Beschlussfassung noch nicht einmal ein detailliertes Betreiberkonzept vorgelegen.
    Die Erwartungen solcher „Arena-Hallen“, welche für viele Veranstaltungsformate einfach ungeeignet sind, lassen sich am besten anhand von Vergleichsobjekten veranschaulichen.

    Die 2014 fertiggestellte Inselparkhalle Hamburg (auch edeloptics-Arena) ist genau in der Größe unserer Lüneburg-Arena. Ein Blick auf das Verstaltungsprogramm zeigt, was zu erwarten ist:

    Durchschnittlich die letzten Monate 2 Sportveranstaltungen sowie 1-2 Konzerte und Vortragsveranstaltungen. Das sind dann also um die 50 Veransltaltungen pro Jahr.

    http://inselpark.hamburg/veranstaltungen/
    http://www.edel-optics.de/arena/#termine

    Nur unsere Lüneburg-Arena erwartet natürlich mit 200 – 250 Veranstaltungen pro Jahr eine krankenhausähnliche Belegung!

    Hat mal jemand die Investitionskosten (also 25 -bis möglicherweise 35 Mio.) und die jährlichen Betriebskosten (500 TEUR, eine genaue Berechnung wurde auch hier nie vorgelegt) addiert und durch die Anzahl der Besucher geteilt?

    Bei analog zur Inselparkhalle 50 Veranstaltungen und unterstellten 2.000 Besuchern je Veranstaltung über eine Laufzeit von 25 Jahren (danach sind solche Hallen meist Sanierungsobjekte) sind das dann 15 – 19 € je Besucher, die aus Steuergeldern gesponsort werden.

    Können wir diese Summe von über 25 Jahre 37 – 50 Mio. Euro (Investition & Betriebskosten) nicht sinnvoller auch in andere Kulturstätten investieren?

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    • Jens Kiesel schreibt:

      Bei der Nutzung einer Mehrzweckhalle geht es mehr um Qualität als um Quantität, nicht die Menge der Veranstaltungen ist entscheidend sondern ihre Güte. Die Inselpark Halle in Wilhelmsburg ist die Heimspielstätte für die Basketball Mannschaft der Hamburg Towers (2. Basketball Bundesliga), die ihre Spiele dort regelmäßig vor über 3000 Zuschauern durchführen. Außerdem spielen dort die Rollstuhl Basketballer der BG Basket, ein hervorragendes Beispiel und Anregung für Inklusion und Teilhabe. Heute sind alle sehr froh und zufrieden über die Möglichkeiten, die diese Halle ihnen bietet. Ich wiederhole mich gerne, in einigen Jahren wird die Arena in Lüneburg völlig selbstverständlich genutzt werden und für viele Menschen ein beliebter Anziehungspunkt sein.

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      • Otto Berg schreibt:

        Sie sagen es, Herr Kiesel, Sie wiederholen sich gerne.

        Das ist die „Strategie“ von verstockten Dreijährigen — und, wie es scheint, auch die von Lüneburger Hauptverwaltungsbeamten und ihren Claqueuren.

        Wer fremder Leute Geld im Umfang von über 30 Millionen Euro zur Daseinsvorsorge von zwei Privatunternehmern aus dem Show-Business ausgeben möchte, ohne jene „Geber“ (und prospektiven „Kunden“) vorher um ihr Einverständnis gebeten zu haben, sollte aber mehr können, als rechthaberisch mit dem Fuß aufstampfen und Formeln substanzlosen Wunschdenkens gebetsmühlenhaft wiederholen!

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      • Jens Kiesel schreibt:

        Sehr geehrter Herr Berg,
        wir können hier im Blog gerne kontrovers diskutieren, sollten aber bitte nicht persönlich werden. Argumente sind durch Wiederholung ja nicht zwangsweise falsch und wenn Sie die Texte der „Hallen Gegner“ lesen wiederholen sich deren Argumente ja auch ständig.
        Zum Schluss : Ich freue mich auf die vielfältige Nutzung der Arena, die viel mehr bietet
        als nur Konzerte und Sportveranstaltungen.

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      • jj schreibt:

        Hallo, Herr Kiesel, wenn mir da Stiefschläge durchgegangen sind, bitte ich das zu entschuldigen. Schönen Sonntag lg jj

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      • Kevin Schnell schreibt:

        Lieber Herr Kiesel,

        Phrasen werden durch Wiederholung aber auch nicht zwangsweise zu Argumenten!

        Doch, — ja, die Halle bietet mehr: Mehrkosten nämlich in Höhe von mindestens 20 Millionen Euro über die veranschlagten 10 Millionen hinaus. Sie bietet ein Mehr an Planungschaos, an Fehlern und an Inkompetenz im Vergleich zu dem, was ein Außenstehender sich bisher hat vorstellen können. Ein Mehr an Ungewissheit, welchem Zeck das „Projekt“ eigentlich dienen soll und wo seine Gemeinwohldienlichkeit sich versteckt hält. Ein Mehr an Hinterbühnendreistigkeit, an Lügen und an Desinformationen. Ein Mehr an ignorantem, widervernünftigem Reklamegequackel. Sie bringt ein Mehr an Unfähigkeit und ein Mehr an mangelnder Einsicht und Gemeinwohldenken bei ihren Verteidigern und Betreibern zum Vorschein usw. Insofern liegt Herr Hoppe mit seinem lächerlichen Propagandaslogan nicht ganz falsch: „Die Arena der Möglichkeiten“ steht für alles das Hanebüchene, von dem man hoffte, es würde nach den Erfahrungen mit den wöchentlich wechselnden leuphanatischen „Finanzierungskonzepten“ in Lüneburg NICHT MEHR möglich sein.

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  16. Peter Gribowski schreibt:

    Lieber Herr Jenckel,

    Althusmann (—) fordert eine Wirtschaftlichkeitsprüfung für die Elbbrücke, bevor das Land (also er im Namen der Steuerbürger) Geld für deren Planung [!], noch lange nicht für deren Bau, gibt. Dort geht es um 100 Millionen Euro plus jährliche Erhaltungskosten. Bei der Arena geht es um 30 Millionen Euro plus jährliche Erhaltungskosten, welche eine klamme Stadt und ein kaum entschuldeter Kreis (also die Bürger) ohne Landesmittel werden berappen müssen. Warum hat es hier keine Wirtschaftlichkeitsprüfung gegeben, bevor die Mammutinvestition angeschoben wurde? Warum haben hier „Bauchgefühle“, Kegelbruderappelle und großmäuliges Augenrollen genügt? Haben „wir“ denn gar nichts aus den substanzlosen Ankündigungen des Spoun/Keller-Gespanns über die angebliche Vermarktbarkeit der heute hochgradig defizitären, praktisch ungenutzten, jedenfalls nicht oder nur sehr gering nachgefragten „Stadthalle“ an der Schaumschlägertwiete Nummer Eins gelernt?

    Die Arena sollte zu Beginn der Planungen unter 10 Millionen kosten. Stand heute sind wir bei mehr als 22 Millionen. Am Ende werden es sicher 25, höchstwahrscheinlich eher 30 Mio. Szenario x: In 5 Jahren ist die Campus GmbH pleite, der SVG fehlt der Hauptsponsor und spielt deshalb nur noch Regionalliga inkl. (Rück-)Umzug in die kostenfreie Gellersenhalle. Ein anderer Pächter der Halle ist nicht zu finden (neben Skorpio gab es seinerzeit ja keinen Interessenten). Stadt und Landkreis kommen für alle Kosten einer am unbrauchbaren Standort leerstehenden und überdimensionierten Veranstaltungsarena ohne Parkraum und Verkehrskonzept auf.

    Warum werden solche Szenarien nicht berücksichtigt? Was würde mit der Arena passieren, wenn ihre zwei Nutzer auf einmal wegfallen? Welche Folgen hat der Arenabau für den Breitensport? Blockiert die Arena womöglich den Bau einer wettkampfgeeigneten Sportanlage, die dem Lüneburger Breitensport derzeit fehlt?

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  17. Susanne Jäger schreibt:

    KTA Günter Dubber (CDU) am 17. Dezember 2018: „Er spreche nur für diejenigen, die dem Beschlussvorschlag nicht zustimmen werden. Keiner von denen, die dagegen stimmen werden, seien gegen eine Arena, keiner bezweifelt, dass eine Halle für Spitzen- und Breitensport und Veranstaltungen sinnvoll für die Region wäre. Wenn sie heute trotzdem Nein sagten, dann deswegen, weil bei allen bisher vorliegenden Fakten, der Bau dieser Arena, die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Landkreises übersteige und weil ihnen, die nach wie vor bestehenden Risiken zu groß seien. Er habe hier am 5. November noch mit Bauchschmerzen zugestimmt, im Glauben, dass man die bis dahin bekannten und zu erwartenden Mehrkosten durch das gute Jahresergebnis einigermaßen abfangen könne. Seitdem hat sich die Situation geändert. Man werde mehr finanzieren müssen und zusätzliche Kredite brauchen. Und er befürchte, dass man noch lange nicht am Ende angekommen sei. Die sich aus dem Bau der Arena ergebenen Folgekosten mit dem Umfang jetzt in Form von Abschreibungen, Zinsen für die zusätzlichen Kredite sowie die im Betreibervertrag geregelten Zahlungen werden den Landkreis für einen langen Zeitraum erheblich belasten. Zu Lasten anderer Aufgaben oder zu Lasten der Kreisumlage, er wolle die Ausführungen von KTA Petersen nicht wiederholen, das hat er am 05.11. ausführlich und gut gemacht. Ihm komme es so vor, als wenn jemand der gerade aus einer Privatinsolvenz kommt, sich als erstes einen Ferrari kauft, weil er sagt, er benötigt ein Auto. Den Optimismus, man würde die Vorsteuer dann schon irgendwann erstattet bekommen, vermag er nach dem Schreiben der Finanzbehörde nicht zu teilen.

    Und er hat nach den Erfahrungen auch erhebliche Zweifel, dass die Halle einen wirtschaftlichen Betrieb garantiere. Was soll die unbegründete Behauptung, eine kleinere Halle wäre unwirtschaftlich. Dass es wirklich keine wie auch immer geartete Alternative gab und gibt. Man entscheide heute zum 5. Mal über den Bau der Halle, was seiner Ansicht nach schon eine ganze Menge sagt. Er habe während dieser Zeit einiges gehört und gelesen, was sich später als nicht wirklich zuverlässig herausgestellt hat.

    Auch die Behauptung die ausgeschriebene Version sei die Sparversion möchte er nicht kommentieren. Aber die Entscheidung für ein Betreibermodell war wesentlich auch deswegen alternativlos, weil nur so die Vorsteuer eingespart werden sollte.

    Um gar keinen falschen Eindruck entstehen zu lassen, auch die Kreistagsabgeordneten tragen Verantwortung dafür, dass alternative Ideen wirklich nie zu Ende geprüft wurden, dass Kritik zu häufig nur als störend empfunden wurde, dass viel, viel Zeit und damit eben Geld verbrannt wurde und man heute erneut beschließen solle, ohne dass alle Fakten auf dem Tisch liegen.“

    Quelle: Wortprotokoll der Kreistagssitzung in der Ritterakademie vom 17. Dezember 2018

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  18. Karl Beck schreibt:

    „DIESE HALLE wird keine ‚positiven Auswirkungen auf junge Menschen‘ haben, sondern nur negative Auswirkungen auf die öffentlichen Kassen — und, was weitaus schlimmer, ja, was eine Katastrophe ist: sie wird NACHHALTIG negative Auswirkungen auf das Vertrauen in die Kompetenz und Glaubwürdigkeit unserer politischen Vetreter und unserer politischen Verwaltungsbeamten haben!“ (Jürgen Walther)

    Das halte ich für einen ganz wichtigen Gesichtspunkt. Ein Landrat darf die Kreistagsmitglieder nicht systematisch belügen, um seine Vorhaben durch die Gremien zu tricksen. Und Abgeordnete, die in unverantwortlicher Weise darauf verzichtet haben, sich umfassend und detailliert zu informieren sowie sich beizeiten mit den harten, gegebenenfalls unvereinbaren Fakten des Arena-Baus zu befassen, bevor sie über eine zweistellige Millionen-„Investition“ abgestimmt haben, düfen nun nicht einfach die Betrogenen s c h a u s p i e l e r n, ohne auf schärfste Konsequenzen für den Landrat und seine von ihm missgeleiteten Mitarbeiter zu dringen!

    Glaubwürdigkeit und Vertrauen stehen diesmal in ernstlicherer Weise auf dem Spiel, als in den vergangenen 35 Jahren, in denen Hans-Herbert Jenckel diese erbärmlichen, immergleichen Selbstsalvierungsmanöver beobachtet hat: https://blog-jj.com/2019/03/05/die-arena-mischt-nun-auch-den-wahlkampf-auf/#comment-5766

    Denn (1.) sind die Einzelheiten eines Skandals, wie sie die blamable Arena-Fehlplanung nebst von Verwaltungsseite methodisch verfolgten Täuschungsstrategien darstellen, heute via neue Medien in Bruchteilen von Sekunden überall bekannt und im Gespräch und (2.) leben wir in Zeiten, in denen ein neo-nationalprimitivistischer Krawallpopulismus solches institutionelle Versagen (plus die stümperhaften Versuche, es zu kaschieren) hemmungslos nutzt, um wohlfeil umlaufende Vorurteile über „korrupte politische Eliten“ auf dieses Ziel zu lenken und die daraus entstehenden Verdrossenheiten in Form von aggressiven Ressentiments weiter aufzupeitschen und eiskalt für sich auszubeuten.

    „Die Zersetzung der Vernunft ist der Anfang der Zersetzung der Demokratie“, sagte unser Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in einer Rede über „Demokratie und Vernunft“, die er am Dienstag in Berlin in der „American Academy“ bei der „Fritz Stern Lecture“ (benannt nach dem vor drei Jahren verstorbenen Historiker Fritz Stern) hielt: http://www.bundespraesident.de/SharedDocs/Downloads/DE/Reden/2019/03/190305-Fritz-Stern-Lecture.pdf?__blob=publicationFile

    Kann man über dreißig, vierzig Monate hin „tarnen – tricksen – täuschen“ – ohne damit Vertrauen irreparabel zu zerstören und den Triumph der Verantwortungslosigkeit vorzubereiten?

    Herr Nahrstedt und Herr Mädge, aber auch alle demokratisch gesinnten Lüneburger Kreistags- und Ratsmitglieder sollten sich darüber im Klaren sein, dass auch im kommunalen Rahmen notorische Unaufrichtigkeit, das pathosumbrauste Herumdengeln mit inhaltsleeren Klanghülsen (OVG-Richter Sören Claus) und das „taktische“ Missachten von Informationspflichten an der „Zerstörung der Vernunft“ mitarbeiten und „Demokratie und Freiheit dadurch in große Gefahr geraten“ (Steinmeier)!

    Die für das Arena-Desaster verantwortlichen Verwaltungsbeamten sollten daher umgehend das Feld räumen und ihre Nachfolger das Funktionshallenprojekt an einem dafür geeigneten Standort ganz neu – und von Beginn an ohne zu lavieren und zu beschönigen – auf den Weg bringen!

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    • Klaus Bruns schreibt:

      wenn es doch nur so einfach zu erklären wäre. ich befürchte was ganz anderes. die unfähigkeit in den verwaltungen wächst und ich sehe da auch einen grund. der grund ist: es fehlt grundsätzlich an der tatsache, dass es keine konsequenzen für diese klientel gibt, wenn sie versagt. wer wird da für sein versagen entlassen? er wird höchstens umgesetzt. in der freien wirtschaft ist man schnell draußen, wenn man den anforderungen nicht genügt. damit meine ich bei den behörden in den verwaltungen, diejenigen, die über andere bestimmen. leistung soll sich doch angeblich lohnen. warum nicht auch umgekehrt? das gutachterunwesen, was wir haben, kommt doch nicht von ungefähr.

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  19. Doris Schuster schreibt:

    „Ist der Projektablauf wirklich noch mit Unvermögen und grober Fahrlässigkeit zu erklären?
    Oder ist langsam Zeit, den Stimmen glauben zu schenken, dass wir es hier mit annährend mafiösen Verhältnissen zu tun haben?
    Dies ist nun wirklich nur noch ein Fall für die Kommunalaufsicht, den Rechnungshof und möglicherweise den Staatsanwalt.“

    Danke für die klaren Worte!

    Trotzdem ich Ihrer Meinung bin, Herr Reinhardt, bestürzt es mich sehr, dass einer unserer führenden Lokalpolitiker meint, solche Erwägungen in dieser Drastik öffentlich bekannt machen zu sollen.

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    • Ulf Reinhardt schreibt:

      Sehr geehrte Frau Schuster,

      vielen Dank für Ihre differenzierte Kritik. Tatsächlich habe ich mir lange überlegt, ob ein Beitrag in dieser Deutlichkeit angemessen ist. Da derartige Fragen und Vermutungen zu Ursachen dieser „Projektplanung“ jedoch immer häufiger an uns herangetragen werden, muß es zumindest erlaubt sein, darüber auch öffentlich nachzudenken. Ich habe daher auch die ersten zwei Sätze bewußt mit einem Fragezeichen versehen und mir diese nicht als Behauptungen zu eigen gemacht.

      Klar ist aber auch, dass alle Bürger des Landkreises ein Recht haben zu erfahren, mit welchem Kenntnisstand die Verwaltung den Beschluss zum Bau der Arena als Vorlage eingebracht hat und welche verantwortungsvolle und professionelle Projektsteuerung die Grundlage für die Ausgabe der Steuergelder ist.

      Hoffentlich bringt die beantragte Akteneinsicht als „kleiner Untersuchungsausschuß“ hierzu endlich Klarheit .

      Bis dahin ist nur die Kreisverwaltung selbst ist in der Lage aufzuklären, wo die Verantwortlichkeiten für die Täuschung der Kreistagsabgeordneten sowie die damit einhergehende Kompetenzüberschreitung und Steuerverschwendung zu suchen ist.

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  20. Hanni Müller schreibt:

    Sehr geehrter Herr Kiesel,

    Sie brüsten sich heute damit, über erwartbare Nutzer- und Besucherzahlen für die Arena verlässlichen Anhalt zu besitzen. Gegenüber Herrn Bembel treten Sie als Kenner (wohl nur auf der Basis relevanter, mehrjährig akkumulierter und analysierter Daten zu gewinnender) statistischer Erkenntnisse auf: „Meine Einschätzung ist etwas mehr als ein Bauchgefühl. Die aktuelle Zuschauerzahl von 800 Besuchern wird sich in der neuen Halle verdoppeln und zu einigen Spitzenspielen könnten bis zu 2.500 Zuschauer in der Halle sein.“ (https://blog-jj.com/2019/03/04/helau-eine-parkplatz-lotterie-fuer-die-arena/#comment-5773)

    Diese präzisen Prophezeiungen sind erstaunlich, weil außer Ihnen bisher niemand vom Vorhandensein solchen empirischen, mit den Mitteln der induktiven Stochastik durchdrungenen Materials gewusst hat.

    Bitte beweisen Sie, dass Ihre Einschätzung „etwas mehr ist als ein Bauchgefühl“, lieber Herr Kiesel. Auf welche Erhebungen, welche Gutachten oder nachprüfbare Fakten stützen Sie Ihre Einschätzung? Geben Sie doch bitte Ihre Quelle(n) an, damit ich mich überzeugen kann, dass diese belegen, was Sie behaupten! Bisher sind ja nicht einmal die beiden Hauptprofiteure des Arena-Baus in der Lage, valide Zahlenreihen aus der Vergangenheit und Gegenwart vorzulegen, anhand welcher sich auf künftig erwartbare Besucherquantitäten und Auslastungswerte extrapolieren ließe. Eine professionelle Bedarfsanalyse für die Arena ist nie erstellt worden. Herr Hoppe und Herr Bahlburg arbeiten ebenso mit frei erfundenen, wenn auch verständlicherweise erhofften Wunsch- und Fantasieparametern wie Herr Nahrstedt, Herr Krumböhmer und Herr Mädge (der ohnehin bekannt dafür ist, mit and hoch erdichteten numerischen Größen ganz nach Augenblickslaune und dem momentanen Äußerungszweck um sich zu werfen. Fragen Sie Jens-Peter Schulz! Der kann Ihnen ein Lied davon singen: „Der OB hat … die Zahlen über den Daumen gerechnet genannt“: https://blog-jj.com/2018/11/10/tarnen-tricksen-und-taeuschen-bei-der-arena/#comment-4063 , worauf Herr Ringer, sein Gesprächspartner antwortet: „Mir ist natürlich bewusst, dass Oberbürgermeister Mädge sehr häufig und immer mit dem autoritären Gestus alternativloser Heilsgewissheit ‚Zahlen über den Daumen rechnet’. Das tut er, wenn er Anträge, die ihm nicht behagen, abschmettern möchte (Energieversorger, Mietspiegel, Klimagutachten usw.), das tut er aber auch, wenn er Vorhaben, die ihm gefallen, schönrechnen möchte (Libeskind-Bau, Museum, Arena, usw.). Nur ist diese ‚Methode’ 2008 einmal für die Ewigkeit dokumentiert worden und außerdem hatte diese ‚Taktik‘ der obstruktiven bzw. wunschbeseelten (doch stets nach bestimmten Interessen instrumentalisierten) Zahlenrabulistik des OBs bisher noch kein Sozialdemokrat so unmissverständlich bestätigt wie Sie in Ihrer Entgegnung zu meiner Frage, Herr Schultz. Insofern: besonderen Dank für Ihre Offenheit!“ (https://blog-jj.com/2018/11/10/tarnen-tricksen-und-taeuschen-bei-der-arena/#comment-4063)

    Bitte, Herr Kiesel, belegen Sie Ihre Angaben! Noch einen städtischen Repräsentanten, der sich als Wichtigtuer, Dampfplauderer, Schaumschläger oder Schwindler entpuppt, verträgt die traurige Angelegenheit nicht, mit der wir uns hier schon bis zum Überdruss befasst haben.

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    • Jens Kiesel schreibt:

      Liebe Frau Müller,
      ich bin erstaunt, was Sie so alles aus meinem kurzen Wortbeitrag erkennen zu glauben. Sie überschätzen mich, meine Gedanken in Sachen Arena sind viel schlichter als Sie mir unterstellen. Da mir hier im Blog schon mehrfaches Wiederholen meiner Argumente vorgeworfen wurde, möchte ich jetzt nicht mehr darauf eingehen. Das ich mich als Kenner in Sachen zukünftiger Besucherzahlen in der Arena gebrüstet hätte ist eine unhaltbare Unterstellung. Ich habe von einer EINSCHÄTZUNG geschrieben, hätte ich Kenntnis von Erhebungen, Gutachten oder von nachprüfbaren Fakten hätte ich z.B. von einer gesicherter Analyse geschrieben. Wie interpretieren Sie das Wort Einschätzung ? Für mich bedeutet Einschätzen die Vermutung, dass etwas eintreten könnte. Auf Grund von vielen Gesprächen mit Sport begeisterten Menschen in Lüneburg bewerte ich meine Einschätzungen etwas höher als ein Bauchgefühl und komme zu der Vermutung, dass sich die Zuschauerzahlen etwa so entwickeln könnten. Ich hatte nie die Absicht, irgendwelche Angaben zu belegen, das war überhaupt nicht meine Intuition hier im Blog.
      Mit meiner Einschätzung habe ich nur deutlich machen wollen, dass bei den zu erwarteten Besucherzahlen aus meiner Ansicht keine erheblichen Verkehrsprobleme auftreten werden.

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      • Wilhelm Petersen schreibt:

        Lieber Herr Kiesel,

        „Bauchgefühl“ oder „persönliche Einschätzung“, wo ist da der Unterschied?

        Sie beteiligen sich einfach am allgemeinen haltlosen Geblubber ohne jeglichen Anhalt in der Wirklichkeit. Wenn auf der Grundlage „von vielen Gesprächen mit Sport begeisterten Menschen in Lüneburg“ über Investionen von 25 bis 30 Millionen Euro entschieden wird, DANN befinden wir uns geistig-gedanklich wirklich in dem „Mittelalter“, von dem Sie gestern gesprochen haben.

        Herr Jenckel scheint genau das zu vermuten, wenn er mit bösem Sarkasmus schreibt, die Kosten- und Konzeptionskatastrophe in Sachen Mehrzweckhalle sei da, „weil offenbar der gute Glaube und nicht die gute Kontrolle bei den Planern der Arena Lüneburger Land im Kreishaus Regie führte“. — Und bei den autoritätshörigen Papisten im Rathaus, möchte ich hinzufügen!

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  21. Jens Kiesel schreibt:

    Lieber Herr Bruns, eigentlich wollte ich Sie nicht ärgern und lieber Herr Schnell, Unehrlichkeit ist nun wirklich nicht meine Absicht. Ich möchte hier nur meine Meinung sagen und die unterscheidet sich nun mal deutlich von Ihnen beiden. Es gibt nicht nur schwarz und weis und vieles was Sie sagen ist ja nicht falsch. Aber ich sehe doch wesentlich optimistischer in die Zukunft unserer Nachkommen. „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein“ sondern braucht auch kulturelle und sportliche Anreize fürs Leben und da gilt es zu investieren. Ich bin überzeugt, dass Investitionen für Theater, Museen und eben für eine Mehrzweckhalle positive Auswirkungen und ganz besonderen Einfluss auf die Entwicklung und Ausbildung junger Menschen haben kann. Im Idealfall werden sie durch Besuche bei interessanten Sportveranstaltungen selber zu sportlichen Aktivitäten verleitet. Weiterhin besteht die Möglichkeit das Interesse junger Menschen für kulturelle Teilhabe zu wecken. Das alles könnte ein dringend benötigter Gegenpol für facebook, twitter und Co. sein und dafür sollte uns keine Investition zu teuer sein. Schuldenpolitik lieber Herr Bruns muss nicht unbedingt Verschwendung sondern kann unter bestimmten Umständen auch Investition in die Zukunft sein. In einigen Jahren werden die Menschen diese Mehrzweckhalle völlig selbstverständlich nutzen und Niemand wird sich noch Gedanken über ihre Entstehung machen. Die Halle wird jetzt gebaut und es lässt sich über den Standort, Kostenentwicklung und vieles andere diskutieren und das wird sicherlich an geeigneten Stellen auch geschehen. Aber lieber Herr Schnell, wir können jetzt nichts mehr daran ändern und bei mir überwiegt einfach die Vorfreude auf die Arena.

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    • Jürgen Walther schreibt:

      Hallo Herr Kiesel,

      Sie haben leider auf die sehr guten Einwände von Herrn Schnell nicht geantwortet: https://blog-jj.com/2019/03/05/die-arena-mischt-nun-auch-den-wahlkampf-auf/#comment-5757 Stattdessen wiederholen Sie Ihre Werbefloskeln ohne Bezug zum Thema. Doch es geht hier um DIESE HALLE, nicht um irgendeine! Und DIESE HALLE wird keine „positiven Auswirkungen auf junge Menschen“ haben, sondern nur negative Auswirkungen auf die öffentlichen Kassen — und, was weitaus schlimmer, ja, was eine Katastrophe ist: sie wird NACHHALTIG negative Auswirkungen auf das Vertrauen in die Kompetenz und Glaubwürdigkeit unserer politischen Vetreter und unserer politischen Verwaltungsbeamten haben!

      Dass „wir jetzt nichts mehr daran ändern können“, halte ich für unwahr!

      Lesen Sie den Post vom Ratsherrn Pauly: „Anders als einige Jahre nach der Grundsteinlegung des Audimax‘ sehe ich den ‚Point of no return’ noch nicht überschritten. Die Arena-Kosten sind in Anbetracht ähnlicher Projekte nicht vermittelbar und auch nicht plausibel. Ein komplettes Ende der Planung und eine neue Planung unter Einbeziehung anderer Standorte, z.B. am Rande des Flugplatzes, sind geboten! Mit einer neuen Planungsstruktur, vor allem mit neuen Verantwortungsträgern seitens der Kommunen, kann unterm Strich ein besseres Ergebnis dabei herauskommen. Die Kosten des Grundstücks sind zwar ärgerlich, weil viel zu hoch, aber sie führen noch NICHT zu einer unumkehrbaren Situation!“

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      • Jens Kiesel schreibt:

        Hallo Herr Walther, was Sie als Werbefloskeln bezeichnen ist ganz schlicht und einfach meine Meinung und das Thema.ist die Notwendigkeit, in Lüneburg eine funktionsfähige Mehrzweckhalle (DIESE HALLE) zu bauen. Es ist nicht meine Absicht, auf die „guten Einwände“ anderer speziell einzugehen und sie zu belehren, sondern ich möchte für meine Auffassung werben. Und dazu wiederhole ich mich gerne und weise auf die positiven Affekte der Investition für die Arena hin.

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    • Jens Kiesel schreibt:

      Moin Herr Petersen,
      Bauchgefühl, Einschätzung, haltloses Geblubber, für diese Bezeichnungen gibt es verschiedene Interpretationen, das können Sie natürlich halten wie Sie wollen. Allerdings habe ich in Sache Arena nichts zu entscheiden, ob 25 oder 30 Millionen können weder Sie noch ich entscheiden.

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  22. Ulf Reinhardt schreibt:

    KREISTAG GETÄUSCHT, STEUERZAHLER GEPRELLT

    Nach LZ-Berichterstattung ist die Ursache der jüngsten Kostensteigerungen darin zu suchen, dass die Hochbaufachleute die Regie übernommen und etliche Defizite entdeckt haben.

    Mit anderen Worten: Die vorliegende Ausführungsplanung ist so lückenhaft und mangelhaft, dass uns hier noch viele Überraschungen erwarten. Bei solchen Planungsmängeln ist die Arena wirklich eine Arena der Kostensteigerungen. Das Theater geht gerade erst los …

    Die Verwaltung hat den Kreistag mit Ihrer Vorlage vom 18. Dezember, mit welcher weitgehende Kostensicherheit dargestellt wurde, getäuscht

    Wird der Kreistag im April die einzig logische Konsequenz ziehen, und einen Baustopp beschließen?

    Ist der Projektablauf wirklich noch mit Unvermögen und grober Fahrlässigkeit zu erklären?

    Oder ist langsam den Stimmen glauben zu schenken, dass wir es hier mit annährend mafiösen Verhältnissen zu tun haben?

    Dies ist nun wirklich nur noch ein Fall für die Kommunalaufsicht, den Rechnungshof und möglicherweise den Staatsanwalt.

    Auch ein Baustopp sowie der längst überfällige Rückzug von Landrat und 1. Kreisrat machen eine Untersuchung dieser Verschwendung von Steuergeldern nicht überflüssig!

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  23. Michèl Pauly schreibt:

    Anders als einige Jahre nach der Grundsteinlegung des Audimax‘ sehe ich den „Point of no return“ noch nicht überschritten. Die Kosten sind in Anbetracht ähnlicher Projekte nicht vermittelbar und auch nicht plausibel. Ein komplettes Ende der Planung und eine neue Planung unter Einbeziehung anderer Standorte, z.B. am Rande des Flugplatzes, sind geboten. Mit einer neuen Planungsstruktur, vor allem mit neuen Verantwortungsträgern seitens der Kommunen, kann unterm Strich ein besseres Ergebnis bei herauskommen. Die Kosten des Grundstücks sind zwar ärgerlich und wären auch viel zu hoch, aber sie führen noch nicht zu einer unumkehrbaren Situation.

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  24. Gesine Schmittke schreibt:

    „Aber vielleicht sollten sich die Kreistagsmitglieder, die trotz lückenhafter Fakten-Lage wie unter Druck für den Arenabau gestimmt haben, auch an die eigene Nase fassen. Aber das ist natürlich Träumerei. Eine bessere Variante wäre da schon der Versuch, erstmal Regressansprüche gegen Gutachter und externe Berater zu fordern, zumindest bis der neue Landrat im Mai gewählt ist.“

    Dieser Passage liegt ein sehr trauriges Menschenbild zugrunde, Herr Jenckel! Sie sagen, die momentan öffentlich zur Schau getragene Zerknirschung sei bloß Theater, das solange aufgeführt wird, bis der nächste Posten gesichert ist. Wir haben ein Schauspiel von eifernden Maulhelden und diesen gedankenlos folgenden Abnickern im Kreistag erlebt – in allen Fraktionen. Die Mehrheit der Abgeordneten hat sich mit Sprücheklopfen und dickfelliger Selbstgerechtigkeit zufrieden gegeben. Lust, einmal die Dokumente zu studieren, um genauere Informationen zu bitten und sich dem Druck ihrer Führungsposaunen zu widersetzen, hatte (bis auf Bauschke und Wiemann) keine*r. Aber Grund, sich an die eigene Nase zu fassen, haben vor allem Mädge und Nahrstedt. Sie waren die Dramaturgen und Regisseure der Taschenspielerkomödie in Personalunion. Krumböhmer ist nur der Esel, der geschlachtet werden soll, weil dessen unaufrichtige Treiber und die Einfältigen, die ihnen aufgesessen sind, einen Sündenbock benötigen. Ein sehr, sehr teures und unwürdiges Schauspiel, aber ach, ein Schauspiel bloß. Das ist Ihr bitteres Fazit, wenn ich Sie richtig verstehe.

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    • jj schreibt:

      Frau Schmittke,
      das ist die Quintessenz bei solchen Sachlagen aus 35 Jahren Lokalpolitik-Begleitung als Journalist.
      Sie können das auch gerne Taktik oder Strategie nennen.
      Ich würde eher von Pawlowschen Reflex reden, wenn es mal wieder schief läuft. Das ist gar nicht böse gemeint. Das hat der Politiker über die Jahre im Blut. lg jj

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      • Klaus Bruns schreibt:

        Herr Jenckel, sie stehen auf Vanille? Pawlow’sche Reflexe gibt es auch bei Menschen
        Auch beim Menschen gibt es so simple Reflexe wie beim Pawlow’schen Hund: Versuchspersonen, denen beim Betrachten eines abstrakten Bildes jedes Mal Vanilleduft in die Nase steigt, empfinden auch später beim Anblick des Bildes ein Verlangen nach Vanille. Diese Lust entsteht nicht mehr, wenn die Probanden soviel Vanille-Eis gegessen hatten, wie sie wollten. Das berichten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Science (Bd. 301, S. 1104).
        es soll menschen geben, die genug vanille gegessen haben und nichts mehr damit zu tun haben wollen. schmunzeln

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      • jj schreibt:

        Wer hat jemals etwas anderes behauptet, vielleicht sollten Sie einfach mehr Vanilleeis essen……..

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    • Barbara Paulsen schreibt:

      Ein „Politiker“ (w/m) oder (vielleicht besser) ein gewählter Gemeindevertreter (w/m), dem solche „Reflexe“ des automatisierten Verantwortungabwälzens über die Jahre in Fleisch und Blut übergegangen, dem also Einsicht, Anstand und kritische Selbstdistanz abhanden gekommen sind, hat weder im Rats- noch im Kreishaus irgendwas zu suchen. Ganz egal, ob man das Taktik, Strategie oder Betrug nennt, solche Leute müssen aus den Gremien und Ämtern verschwinden. Wer nicht mehr die Arbeitsenergie aufbringt, die erforderlich ist, um sich ehrenamtlich zu „engagieren“, sich auf die jeweiligen Sachfragen zu konzentrieren und für seine Entscheidungen mit nachvollziehbaren Gründen öffentlich geradezustehen, der sollte für andere, wachere und verantwortungsbewusstere Gemeinwohldiener Platz machen!

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  25. Jens Höger schreibt:

    Friedrich von Manzke hat es von Anfang an immer wieder gesagt, TARNEN – TRICKSEN – TÄUSCHEN, das war die Devise bei der Arena vom ersten Tag bis heute …

    Eigentlich kann man da nur noch grinsen. Die 25 Mio. werden noch lange nicht das Ende der Fahnenstange sein. Auch hier im Blog haben Kritiker der Arena seit Ende 2015 davor gewarnt. Aber in typisch Lüneburger Manier wird es auf Deuwel komm raus durchgezogen. Da gibt es so zwei, drei Seilschaften die sich gegenseitig stützen, schützen und bestärken. Bemerkenswert war zudem in den letzten Tagen ein Artikel in der Lüneburger Zeitung, in dem der Landkreis offen zugab dass nicht genügend Parkplätze an der Halle vorhanden sein werden. Man setze auf Shuttleverkehr und hoffe auf viele Radfahrer. Dilletantischer und blauäugiger geht es kaum noch. Ich glaube mit der Arena wird es während des Baus und auch hinterher noch viel „Spaß“ geben.

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  26. Kai Würgner schreibt:

    DAS ARENA-PROJEKT IST EIN EINZIGER GROßER SCHWINDEL

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  27. Otto Berg schreibt:

    Lieber Herr Jenckel,

    die Forderung, Herr Nahrstedt möge wegen der jahrelangen Lügen um die „Arena Lügengurker Schand“ (Kevin Schnell) noch diese Woche zurücktretren, kann ich gut verstehen. Sie wursteln sich da mit der Formel raus: „Reflexartig werden Rücktrittforderungen laut.“ Was meinen Sie? Sollte Nahrstedt bis zum Wochenende seinen Hut nehmen? Oder nicht? Wie lauten Ihre Gründe?
    Jenckel: Der Kreistag hat sich zwar mit unzureichenden Fakten zufrieden gegeben, als er grünes Licht für die Arena gab. Natürlich wird jetzt trotzdem ein Schuldiger gesucht.

    Schon vor zwei Jahren, am 14. Mai 2017 um 15:08 Uhr, als Sie noch den giftigen Verteidiger dieses idiotischen Arena-Wahnsinns gaben, hat Herr Kai Albrecht geschrieben: „Für mich bleibt das Hallending trotz all dem hochgeistigen Gekurke hier ein veritabler Skandal. Weil einmal mit viel Geld unnötige Planungsfehler verschleiert werden, zum Zweiten auf nicht geignetem Gelände nach den Maßgaben eines Investors gebaut wird, der sich mit dem gierig übereilten Kauf verhoben und vergaloppiert hat, und drittens ein abstoßendes Riesentheater um einen Privatunternehmer herum veranstaltet wird, der es geschafft hat, Stadt- und Kreisgremien dazu zu bringen, ihm einen für ihn praktisch kostenlosen Zweckbau maßzuschneidern.“
    Quelle: https://blog-jj.com/2017/04/25/die-arena-ein-landkreis-unter-druck/#comment-589

    Der Blog hat eine ganz andere Tendenz. An Bashing und Verschwörungstheorien beteilige ich mich nicht.

    Darauf bezugnehmend richtete die Leuphana Combo am 5. Mai 2017 um 14:05 Uhr folgende Frage an Sie: „Mal ehrlich, Herr Jenckel, die Art und Weise aufzuklären, wie der SVG-Vamos-Deal über fast zwei Jahre eingefädelt und bisher durchgezogen wurde, wäre das nicht ein Recherchefest für jeden investigativen Journalisten? Und sei es auch nur, um an einer kunstvoll gearbeiteten Miniatur zu zeigen, wie hansestädtische Lokalpolitik funktioniert? “
    Quelle: https://blog-jj.com/2017/04/25/die-arena-ein-landkreis-unter-druck/#comment-480

    Geantwortet haben Sie damals auf diese Frage nicht. Wie würden Sie das heute tun?
    Siehe oben, wenn Sie die Planungsgeschichte verfolgen, dann müsste nach Ihrer Lesart der Ausflug zu FKP Scorpio ein reines Ablenkungsmanöver gewesen sein. Glauben Sie das wirklich.

    Übrigens hat unter anderen auch Ratsherr Michèl Pauly bereits vor zwei Jahren von „dieser ganz bestimmt 25 bis 30 Millionen Euro teuren Arena“ Arena gesprochen: https://blog-jj.com/2017/12/06/event-halle-auf-treibsand-geplant/#comment-1497

    Zur „umfänglichen Nachlese im Blog.jj“ gehört auch, dass Sie im Winter 2017 behauptet haben, was Frau Lena Bergmann am 10. Dezember 2017 um 13:54 Uhr so zusammengefasst hat: „‚Der Beitrag der Stadt ist bei € 5,9 Millionen brutto gedeckelt, das Kostenrisiko liegt beim Landkreis.‘ Das ist Ihre (oder die von Ihnen zumindest verteidigte) Aussage. Wir wollen uns das merken!“ Sie betätigen: „Genau, wir merken uns das. Und wenn es anders kommt, berichten wir. Lg“
    Quelle: https://blog-jj.com/2017/12/06/event-halle-auf-treibsand-geplant/#comment-1501

    Nun müssen Sie einräumen: „Und wenn es dicke kommt, dann wird wohl oder übel auch der Rat der Stadt erneut in den Arena-Ring steigen und den Deckel lüpfen müssen, den er auf die Mitfinanzierung für den Bau gestülpt hat.“

    Das ist meine Meinung. Kann aber auch sein, dass die Stadt hart bleibt, um politischen Streit im Rat zu vermeiden.

    Interessant auch die LZ vom 10. Dezember 2016: https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/385920-zu-wenig-parkplaetze-an-der-geplanten-arena

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    • Klaus Bruns schreibt:

      Herr Berg
      was muss denn noch passieren, bis der hier vorhandene gordische knoten durchschlagen werden kann? jeder andere arbeitnehmer muss für sein tun auch verantwortung übernehmen. und da wird bei uns noch vom fördern und fordern fabuliert? für hartz iv empfänger soll dieses gelten , für den kommunalen und öffentlichen dienst nicht? das aufblähen von verwaltungen ist überall zu beobachten, rathäuser werden vergrößert, gebäude dazu gekauft usw. und der murks wächst mit.

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    • Klaus Bruns schreibt:

      Herr Berg
      Der Blog hat eine ganz andere Tendenz. An Bashing und Verschwörungstheorien beteilige ich mich nicht.
      wie wäre es mit hinterfragen? muss es erst zum himmel stinken?

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    • Otto Berg schreibt:

      Hallo Herr Jenckel,

      Sie fragen oben (kursiv in meinem Post vom 5. März 2019 um 16:19 Uhr): „wenn Sie die Planungsgeschichte verfolgen, dann müsste nach Ihrer Lesart der Ausflug zu FKP Scorpio ein reines Ablenkungsmanöver gewesen sein. Glauben Sie das wirklich?“

      Ich glaube, dass der schwache Landrat nach dem Scheitern des unsinnigen PPP-Konzepts….nicht anders konnte, als vorübergehend auf die Hamburger zu setzen, da das Angebot gut war und das Sozen-Arrangement mit dem Vamos-Betreiber über das Jahr 2016 kreisweit einen mörderisch stechenden Mief erzeugt hatte. Folkert Koopmans hätte kostendeckend gearbeitet und vielleicht sogar Überschüsse erwirtschaftet. Allerdings hätten die SVG-Volleyballer sich dann auf ihre elf Ligaspiele beschränken müssen und weiter nichts zu melden gehabt. Dagegen hat Bahlburg die Heimat- oder Lokalpatriotismus- und die Spitzensportförder-Karte gespielt und Nahrstedt ist am 1. Märzwochenende (3./4. 3. 2018) eingeknickt, ist dem ersten Kreisrat (den Sie kurz zuvor im 11:30 Uhr Interview als enthusiastischen Koopmans-Jünger vorgestellt hatten) in den Rücken gefallen und hat eigenmächtig entschieden, dass das … Bahlburg-Hoppe-Gespann den Vorrang erhält. DAS war der turning point hinein in die Finanzierungsfalle (zu der sich noch manche – bis heute – unausgeräumte rechtliche Schwierigkeit aus dem Beihilfegesetz gesellt). Dazu mein Leserbrief an Malte Lühr vom 23. April 2018: https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/1562322-bereit-fuer-die-arena#comment-164651

      Interessant auch zwei ältere Leserbriefe:

      Alice Car hatte am 21. Juni 2017 (!!!!!) um 10:13 Uhr geschrieben:
      „Sehr geehrter Herr Lutz,
      wie kann Herr Hoppe Geld verdienen, wenn nicht seine Campus Management GmbH, sondern FKP Scorpio – wie in der LZ berichtet – den Zuschlag als Hallenbetreiber bekommt?
      Das will sich mir nicht erschließen.“

      Lutz hatte am 21. Juni 2017 (!!!!!!!!) um 13:33 geantwortet:
      „Liebe Alice Car,
      noch ist der Betreibervertrag nicht unterzeichnet. Warten wir ab, wessen Name am Ende darunter erscheint. Wir befinden uns immerhin in Lüneburg! Nicht nur bei dem berühmten Brettspiel, Alice Car, gibt es Dreiecksmanöver, Scheinangriffe und Abzugsschach.“

      Vgl.: https://www.landeszeitung.de/sport/volleyball/126542-schicksal-der-svg-mit-der-arena-verbunden#comment-37852

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  28. Klaus Bruns schreibt:

    so ist es nun mal, wenn im blog jj mehr fachleute unterwegs sind, als in der verwaltung. deren kenntnisse sind begrenzt. deren übermut natürlich nicht. ob frau merkel einen virus mit dem satz: wir schaffen das, verbreitet hat? hier wurde schon von 25 millionen euro kosten gesprochen. stoppt den ganzen unfug bevor der satz: heute stehen wir am abgrund und morgen sind wir einen schritt weiter, zutrifft. es wird zeit, dass köpfe rollen, oder wie lange soll es so weiter gehen? bis die elbbrücke auch noch kommt? es gibt eigentlich keine aufsichtsbehörde mehr, die kommunalen unfug unterbindet? oder warum wird sie nicht angerufen? wer steckt da mit wem unter einer decke?

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    • Jens Kiesel schreibt:

      Sind Theater, Museen, Schwimmhallen usw. Unfug ? Nein, sie gehören genau so wie eine funktionsfähige Mehrzweckhalle zu den kulturellen Aufgaben einer Kommune. Kultur ist ein wichtiger Bestandteil unseres Lebens und ist nicht umsonst zu bekommen. Die Kosten für die Arena sind hoch aber zu bewältigen und wir stehen nicht am Abgrund. Mit dieser Einstellung würden wir noch im Mittelalter leben.

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      • Klaus Bruns schreibt:

        Herr Kiesel
        sie werden es kaum glauben, mir platzt bald der kragen. ich verstehe etwas von politik und ihrer dummheit. die schuldenpolitik die bei uns standard ist, betrifft in erster linie unsere nachkommen. praktisch, oder? politiker der heutigen zeit vergleiche ich mit kängeruhs. diese können mit leerem beutel auch die größten sprünge machen. oder wer hat das geld für diese ,,scherze,, parat? sie ? ich habe überhaupt nichts gegen kultur, sich diese aber auf kosten unserer nachkommen zu leisten , ist in meinen augen schlichtweg eine sauerei.

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      • Kevin Schnell schreibt:

        Lieber Herr Kiesel,

        bitte ehrlich bleiben! Und auch mal auf die ganz billige Polemik verzichten!

        Dass die Kosten für die Arena hoch sind, ist nicht das Thema! Dass über die Höhe dieser Kosten (und noch einige weitere Einzelheiten [denken Sie an das Zweckmärchen vom Vorsteuerabzug]) systematisch gelogen wurde, um bestimmte Beschlussergebnisse zu erreichen, darum geht es.

        Wohin blöde Rechthaberei ohne echtes Interesse an einer sachlichen Debatte führt, lesen Sie doch oben im Artikel von Herrn Jenckel.

        Gegen eine Sport- und Eventhalle hat hier NIEMAND etwas! Auch Herr Bruns nicht. Es gab im Laufe der Zeit allein in diesem Forum Hunderte, wenn nicht Tausende von Fragen und Hinweisen, die alle auf eine integrale Sportparklösung zum Wohle der Lüneburger Vereine hindrängten. — Nur DIESE Halle, an DIESEM Standort und zu DIESEN Konditionen stand ebensolange in der Kritik. JEDER, der nicht zu der kleinen Interessengruppe persönlich Involvierter (und privat Profitierender) gehört, hat, nachdem der Salier-Kauf und das Mädge/Nahrstedt-„Konzept“ (das vor allem auf Hast und Überrumplung angelegt war) im Frühjahr 2016 bekannt geworden waren, sofort gesehen, dass die Sache SO und DORT, wie und wo sie angefangen wurde, in einem finanziellen und organisatorischen Fiasko enden wird. Es geht also nicht um „Theater, Museen, Schwimmhallen“ und eine „funktionsfähige Mehrzweckhalle“, wenn von UNFUG die Rede ist, sondern es geht UM EXAKT DIESE HALLE, so wie und wo sie geplant ist. DIESE HALLE dient NICHT dem Gemeinwohl, Herr Kiesel, sie schadet ihm! Und es wäre schön, wenn Sie sich endlich ans Argumentieren machten und endlich das Phrasendreschen zugunsten eines bald 30 Millionen Euro teuren Missgriffs ließen! (Wären die Bardowicker Ideen und Vorplanungen von 2015 weiterverfolgt worden, hätte die Kreiseinwohnerschaft jetzt schon eine Arena, ein Stadion und ein weiträumiges Gelände mit zweitausend Parkplätzen für ZUSAMMEN 20 Millionen Euro dastehen. Recherchieren Sie bitte einmal, an wessen lächerlichen Egozentrismen und polternden Eitelkeiten jenes „Projekt“ gescheitert ist. Wenn Sie das herausgefunden haben, werden Sie vielleicht zwei, drei Gänge zurück schalten und etwas leiser auftreten, wenn ein Bürger eine Meinung äußert, dessen Gründe ja nicht BLOß deswegen minderwertig sein können, weil er Bürger ist und nicht – wie Sie – Bürgervertreter.)

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  29. jo bembel schreibt:

    Von Sascha Spoun lernen, heißt siegen lernen!

    Warum nur in aller Welt spricht der Landrat von sich aus über Kostensteigerungen bei der Arena. Kosten steigen immer und überall. Das ist die Regel und sie ist nicht neu. Außerdem wissen wir seit kurzem dank Prof. (HSG) Dr. Spoun, dass es Gebäude gibt, für die keine Endabrechnung erstellt werden kann und um die Existenz von Baufirmen, die ihre Rechnungstellung bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag herauszögern. Für mich war das neu und meiner Lebenserfahrung widersprechend. Der LZ aber keiner Hinterfragung wert.

    Aber das größte Kunststück bleibt auf ewig im Verborgenen: Wie schafft man es, ein Gebäude, in dem der Brandschutz nicht gewährleistet ist für den Publikumsverkehr freigegeben zu bekommen?

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