Was kommt, was war – Blog.jj 20/19

Lüneburg, 30. Dezember 2019

Glasfaser – der Schlüssel zum schnellen Internet

Die Zukunft gehört dem Lokalpolitiker, der in Stadt und Landkreis Lüneburg entschieden die Weichen stellt für die großen Zukunftsthemen digitale Revolution, Mobilitätswende und Klimaschutz. Das gilt in der Arbeitswelt, beim Bauen, das gilt bei der Infrastruktur und bei der Bildung.

Die Zukunft gehört also nicht Verweigerung, Lamentieren und Protektion. Die Zukunft gehört dem Lokalpolitiker, der sich nicht nach Wahlprognosen ausrichtet, der dazu steht, dass es umwälzend und unbequem wird, dass das bewährte Schema F auf den Misthaufen der Politik gehört. Denn wer danach handelt, versucht die Zukunft mit den Rezepten der Vergangenheit in einer sich rasant wandelnden Welt zu meistern. Er scheitert nicht, er sorgt nur für Stillstand. Im Blog.jj hat das der Lüneburger Startup-Star Marco Börries im neuen Podcast „LG2120“ skizziert.

Spannend wird das Szenario bei der Frage, wer sich zutraut, Oberbürgermeister von Lüneburg zu werden. Die Wahl ist zwar erst 2021, die Weichen dafür werden aber 2020 gestellt. Parteisoldaten werden es schwer haben, egal welcher Couleur, Bündnisse für unabhängige Kandidatinnen haben mehr Chancen.

Beherrscht aber hat den Blog,jj 2019 nicht die Zukunft, sondern die Gegenwart oder besser gesagt die Arena. Hier eine kurze Blog-Bilanz:

  • Seitenaufrufe: plus 50 Prozent, knapp 100 000 Aufrufe
  • Top-Themen: Arena (Foto), Lüneburg als „fahrradunfreundliche Stadt“ und „Freunde und Feinde meines Grundwassers“
  • Kommentare: insgesamt 2377, das sind 1000 mehr als 2018, Spitzenreiter: 2 x Arena-Blogs mit 290 und 176 Kommentaren
  • Marco Börries. Foto: web-netzBester Podcast: Marco Börries: „Das nächste Jahrzehnt wird unbequem“

 

 

Zwar nicht Blog, aber vom selben Autor
Live-Interviews „11.30 Uhr“ auf der LZ-Facebook-Seite:
Platz 1 TV-Star Gerry Hungbauer mit mehr als 10 000 Video-Aufrufen, Platz 2 u. 3 gehen an den Rockstar-Maler Ole Ohlendorff und Metal-Sänger Henning Basse

  • Live-Streitgespräche:
    Der Wolf mit mehr als 10 500 Abrufen und
    die Arena mit mehr als 6800
  • Ausblick auf 2020: mehr Themenvielfalt und vor allem mehr Podcasts

Hans-Herbert Jenckel

Über jj

Journalist, Dipl.-Kaufmann
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61 Antworten zu Was kommt, was war – Blog.jj 20/19

  1. Ulf Reinhardt schreibt:

    Hallo Frau Wilhelm,
    Vielen Dank für Ihre interessanten Fragen. Ich bitte jedoch um Verständnis, dass ich mich an parteipolitischen Spekulationen nicht beteiligen werde. Unser Ziel ist es vielmehr, durch inhaltliche Arbeit zu überzeugen. Welche Koalitionen oder wechselnde Mehrheiten sich nach den Wahlen anbieten, wird sich
    ebenfalls anhand von Inhalten und den sich hieraus ergebenden Schnittmengen zu anderen Parteien zeigen.
    Vielleicht doch noch zu ihrer letzten Frage:
    Ja, natürlich können auch die Grünen etwas falsch machen. Und davon eine ganze Menge. Anregungen muss ich hier zu sicher nicht liefern, das werden andere tun.

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  2. Kirsten Wilhelm schreibt:

    Sehr sehr geehrter Herr Fahrenwaldt, geehrter Herr Jenckel, sehr geehrter Herr Reinhard,

    der Politologe Wolfgang Merkel meinte anlässlich ihres 40jährigen Jubiläums heute in der SZ, die Grünen seien im Moment auf dem Höhepunkt ihrer bisherigen Karriere und könnten noch mit einem zusätzlichen Pfund wuchern: Sie stünden in der Wahrnehmung vieler Menschen für die großen drängenden Fragen wie Klima-, Verkehr- oder Energiewende und seien deshalb in hohem Maße zukunftsfähig.

    Außerdem seien sie immer noch eine junge Partei, die regierungsfähig ist, aber keine Volkspartei, denn eine solche müsse in der Lage sein, quer durch alle sozialen Schichten und sozial-moralischen Milieus Wählerinnen und Wähler anzuziehen. Das täten die Grünen nicht. Sie seien in der unteren Hälfte unserer Gesellschaft nur ganz wenig präsent. Andererseits sei die große Zeit der Volksparteien so oder so vorbei, und es würde anachronistisch sein, wenn die Grünen etwas sein wollten, was sich historisch überholt habe.

    Sie seien nicht nur eine Partei der Besserverdienenden, sondern mehr noch der Bessergebildeten. Sie seien die Partei der gebildeten, höheren Mittelschichten, urban, wenn nicht gar metropolitan und in der jüngeren Bevölkerung sehr präsent. Sie seien cum grano salis zu einer Partei wie alle anderen geworden, wenn auch mit jüngerem Image. Außerdem hätten die Grünen noch ein Plus: eine hoch belastbare eigene Klientel, die zu ihnen steht.

    A) Sehen Sie das ebenso? Trifft das bei uns im Lüneburger Land auch zu?

    B) 2021 haben wir nicht nur Kommunalwahlen, 2021 wird auch ein neuer Bundestag gewählt. Die SPD ist seit der Abwahl Schröders auch in Lüneburg in einem stetigen Niedergang begriffen. Sollte es im Herbst 2021 zu einem schwarz-grünen Bündnis mit der CDU als Juniorpartner im Bund, im Rat und im Kreistag kommen, wäre die CDU da nicht in Gefahr, als nächste ehemalige Volkspartei zum Blutspender für die modernere Partei, die Grünen, zu werden?

    C) Wären bei einer angestrebten Mitte-links-Koalition (Grüne, Rest-SPD und Linke) in Rat und Kreistag für eine Mehrheit der Lüneburger die Grünen oder die Linken das Problem?

    D) Was können die Grünen bis zur Kommunalwahl eigentlich noch falsch machen?

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  3. Otto Berg schreibt:

    Lieber Herr Jenckel, lieber Herr Rath,

    vielen Dank für Ihre Repliken.

    Vielleicht habe ich wirklich zu sehr dramatisiert. Politik- und Theaterpathos sind ja nahe Verwandte: https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/politik-als-schauspiel-das-grosse-bunte-staatstheater-13001053.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2 Aber „Morgen ist ein neuer Tag“ lautet immer wieder der letzte Satz des gerade neu (z. B. ohne tümelndes Schluss-„e“) übersetzten Monumentalromans „Vom Wind verweht“.

    Drei Fragen (weil immer noch offen) und einen Wunsch habe ich dennoch:

    FRAGE 1: Warum sollten „Bündnisse für unabhängige Kandidatinnen“ bei der kommenden OB-Wahl bessere Chancen haben als „Parteisoldaten“? Ist nicht jeder Kandidat, egal ob Parteigewächs oder nicht, ohne Bündnis verloren?

    FRAGE 2: Warum und in welchem Sinne sollte auch nur einer der im Kuddelmuddel weiter unten genannten Namen bereits „verbrannt“ sein? Wie lautet die Begründung für diese Diagnose?

    FRAGE 3: Inwiefern ist das Exponieren einer aufs Geratewohl zusammengestellten Gruppe potentieller OB-Kandidaten „eine Grundlage für das Thema, das derzeit in vielen politischen Diskussionen in der Stadtgesellschaft hin und her gewendet wird“? Wären zwölf andere Namen eine ebenso gute „Grundlage“ dafür gewesen?

    WUNSCH: Statt Metatheorien darüber, welche publizistischen Kniffe knapp zwei Jahre vor einer Bürgermeisterkür opportun sind, würde ich in den nächsten Wochen und Monaten lieber klare, zu Diskussion und Kommentierung einladende Blog.jj-Beiträge von den vielen Genannten lesen. Von Pia Steinrücke zum Beispiel über die Weiterentwicklung der Sportlandschaft in unserer Stadt, von Steffen Gärtner vielleicht über Kooperationsaspekte an den Gemarkungsgrenzen von Oberzentrum und Randgemeinden, von Michèl Pauly etwa über den Zusammenhang von Sozialpolitik und städtischem Wohnungsbau oder von Ulf Reinhardt eventuell über integrierte Stadtentwicklung und deren Finanzierungsgesichtspunkte. Würden Sie dieses Ansinnen unterstützen, Herr Jenckel?

    Vermutlich nicht nur nach Ihrer und meiner Meinung wäre das wahrscheinlich der weitaus bessere Weg, sich ein Bild zu machen, als der, bloß wieder die berüchtigte (und ziemlich nach den 2010er Jahren müffelnde) Karte zu verschicken:

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    • jj schreibt:

      Lieber Herr Berg, die ersten beiden Fragen beantworte ich gerne, für Frage drei müssten Sie noch mal Herrn Rath anfunken.
      1) Wir haben es im bürgerlichen Lager mit einer deutlichen Parteien-Müdigkeit zu tun. Die immer gleichen Schablonen passen nicht mehr auf die Bedürfnisse des Wahlvolks. Die ehemals großen Volksparteien versuchen durch Basisdemokratie gegenzusteuern. Das funktioniert mehr recht als schlecht. Die Grünen sind gerade die Nutznießer, aber hält das bis zur Wahl?
      Aber am Ende sind es doch wieder die Berliner Machtspiele, die im kleinen Maßstab auch in der Provinz durchgespielt werden, die den Bürgerinnen zum Halse raushängen. Nicht umsonst rangieren Politiker in der Vertrauensfrage auf dem Abstiegsplatz.
      https://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/vertrauensvolle-berufe-die-meisten-vertrauen-feuerwehrmaennern-a-954481.html
      Und jetzt kommt es: Auch abstiegsbedroht sind Journalisten, auch sie müssen um Glaubwürdigkeit kämpfen. Kurzum, da haben wir es mit einem echten Konflikt zu tun. Den Politikern traut keiner mehr über den Weg und den Journalisten immer weniger. Da müssen beide Berufsgruppen die Weichen einmal ganz anders stellen. Und beide sind kräftig dabei. Ausgang ungewiss.

      Gerade die Lokalpolitiker vertrauen noch auf das gedruckte Wort, weil ihre Meinung dann wenigstens 24 Stunden unangefochten dasteht. Im Netz können sie da schon manchen Tod gestorben sein. Sie trauen sich die Debatte einfach nicht zu und versuchen die User, die junge Generation, mit zweifelhaften und niedlichen Videos und Angeboten zu ködern. Allerdings dreht sich die Social-Welt dermaßen schnell, dass sie eben nicht hinter kommen. Kaum sind sie bei Facebook gelandet, treibt sich da nur noch die Generation 50plus rum. Also Instagram oder doch gleich Snapchat oder TikTok? Sinnlos.

      Und da bin ich der Meinung, wer keinen Stallgeruch hat, sondern für Positionen steht, die überparteilich daherkommen, der findet Verbündete – unter Bürgern. Es gibt da schon deutliche Überlegungen in diese Richtung.

      2) Beim Kandidaten-Dutzend sind Männer und Frauen dabei, die schon bei der Landratswahl abgewinkt haben, warum sollten sie sich also Oberbürgermeister zutrauen. Und dann gibt es durchaus auch Kandidaten/innen, denen es für mich an Charisma fehlt. Da kämen Wahlabende eher als Yoga-Stunde daher.

      PS: Und ob sich jemand einen Blog zutraut? Gerne.

      PS2: Und was Steffen Gärtner angeht, der hat für sich eine bodenständige Agenda entworfen und der hat einen langen Atem. Von dem wird man im Lüneburger Land noch hören, da bin ich ganz sicher. Lg jj

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    • Marc Rath schreibt:

      Dann nehme ich den Ball für Frage 3 auf. Die Doppelseite der LZ enthielt ja nicht nur aus 12 Namen, sondern nichtzuletzt auch einen längeren Text, der die schwierige Suche thematisiert hat. Das war der Ausgangspunkt. Und dann sind seit Sommer diverse Namen (letztlich mehr als 12) im Gespräch – deren Bandbreite habe ich aufgenommen, um die Diskussion zu illustrieren. Es gibt viele (inhaltliche) Fragen, die vor der Wahl diskutiert werden sollten- in der LZ, in diesem Blog, auf Foren… Es ist eine grandiose Chance für eine lebendige Stadtgesellschaft. Darauf freue ich mich und das ist eine tolle Herausforderung. Beste Grüße Marc Rath

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    • Klaus Bruns schreibt:

      die heutige printausgabe der lz zeigt, dass ein leser sich einen parteilosen OB wünscht. sie ist nicht allein. ihre meinung in diesem fall, ist auch meine meinung. wer braucht seilschaften ? der bürger, oder der OB? oder geht es auch ohne?

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    • Otto Berg schreibt:

      Lieber Herr Bruns,

      es gibt in Deutschland 81 Großstädte (mit über 100.000 Einwohnern). Nur sechs haben einen parteilosen Oberbürgermeister, 47 einen von der SPD, 22 einen von der CDU, 4 einen von den Grünen und 2 einen von der FDP. (Sieben der 81 „Stadtoberhäupter“ sind Frauen. Nur in den Chefredaktionen deutscher Tageszeitungen ist die Quote noch niedriger.)

      Es gibt in Niedersachsen 14 Städte mit einem Oberbürgermeister (darunter ist keine Frau), von denen vier parteilos sind:

      Ingo Meyer in Hildesheim seit Februar 2014, Dieter Krone in Lingen seit 2018, Carsten Feist in Wilhelmshaven seit November 2019 und – mit einem Paukenschlag (denn erstmals seit mehr als 60 Jahren sitzt in der ostfriesischen Hafenstadt kein SPD-Politiker mehr auf dem Chefsessel im Rathaus) – Tim Kruithoff in Emden ebenfalls seit November 2019.

      Keiner dieser Parteilosen kam ohne die Unterstützung von Ratsfraktionen und Bürgerbündnissen ins Amt (Kruithoff z. B. wurde von der CDU, den Grünen, der FDP und der Wählergemeinschaft „Gemeinsam für Emden“ getragen und kam so auf 75,4 Prozent aller Stimmen).

      Wenn Sie solche Support-Gruppen pauschal als „Seilschaften“ abqualifizieren möchten, lautet die Antwort: Es geht nicht ohne!

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      • Klaus Bruns schreibt:

        mein lieber Herr Berg, sie machen mir einen von der politik abhängigen mitmenschen aus. dieses tut mir ehrlich leid. obwohl ich mich viel mit politik beschäftige, bemühe ich mich immer , eine distanz zu bewahren. ich habe mich noch nie von der politik abhängig machen lassen, deswegen bin ich hier auch anderer meinung als sie. seilschaften sind seilschaften,egal wie man sie nennt. nur lobbyisten brauchen sie. ich brauche keine lobbyisten, denke lieber selbst. der ob kann ohne parteien gewählt werden. er braucht leider in unserem system dazu nur viel geld. auch dieses könnte man ändern, wenn der aufgeklärte bürger es will. jede wette, er würde es wollen, wenn er es dürfen könnte. schmunzeln.

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      • Otto Berg schreibt:

        Geld, lieber Herr Bruns?

        Und damit kommt dann ein Trump oder ein anderer egomaner Schreihals ans Ruder?

        Man kann – und muss – an Parteien und politischen Bündnissen gewiss viel kritisieren. Besonders, wenn die Abkömmlinge einer „Couleur“ über mehr als zwei Wahlperioden hinweg den Steuermann stellen, tendieren sie leicht dazu, im Inneren autokratische Gewohnheiten auszubilden und zu undemokratischen, ihren „Souverän“, die Bürgerschaft, vergessenden Machterhaltmaschinen zu degenerieren. An den sozialdemokratischen Rats- und Kreistagsfraktionen konnten die Lüneburger (und die Reppenstedter) solche wachsende ignorante und selbstzentrierte Betriebsblindheit während der letzen Jahre sehr schön studieren. Aber solche Gruppierungen bleiben trotz aller Defekte immer noch funktionierende Instrumente der politischen Willensbildung, die (sofern sie nicht schon als illiberale demagogische Organisation angetreten sind) eine auf Vernunft und Konsens zielende, „emotionalisierenden“ Extremismus und blöde Luftfechtereien zurückdrängende Personalauswahl gewährleisten. Diese „Filtereffekte“ von „Gremientouren“ in an offen daliegende Programme und Prinzipien gebundenen Einrichtungen finde ich wichtig. Aus dubiosen Quellen finanzierte „Volkstribune“, die in Karl-Marx-Stadt (oder sonstwo) Fackelzüge (in einer „Symbolik“ schlimmsten Angedenkens) anführen, um die Straße gegen „die da oben“ zu mobilisieren, sind mir demgegenüber unheimlich.

        Viel wäre erreicht, wenn Lüneburg im nächsten Jahr etwas zustande brächte wie in Emden, ein an der Zukunft des Gemeinwesens insgesamt mehr als an der Daseinssicherung von ein paar Freunden und Mandatsträgern orientiertes, parteiübergreifendes Wahlbündnis, das von wichtigen gesellschaftlichen Gruppen mitgetragen wird, um eine ähnlich qualifizierte, tatkräftige und mit politischer Phantasie begabte Person ins Amt zu befördern, wie es seinerzeit der vierzigjährige Ulrich Mädge gewesen ist.

        PS: Wer, Herr Bruns, sollte „den aufgeklärten bürger“ davon abhalten können, das zu dürfen, was er will, wenn er es denn wirklich wollte?

        Machen Sie es sich nicht zu einfach, wenn Sie diese Frage unbeantwortet lassen? Das Rezept lautet: Mitmachen! Auch Sie würden es mögen, wenn Sie es möchten wollten. Jede Wette!

        Aber auch das reine Nachdenken, das Ausmalen und Träumen, die größte Distanznahme gestatten, sind natürlich erlaubt und haben als vorgestelltes Bühnengeschehen ihren bereichernden, aufbauenden Wert, der manchen brauchbaren Ratschlag unter die Handelnden befördert.

        In einer Notiz zum Weimarer Hoftheater formulierte Goethe 1802: „[…] allein wir finden auch solche Stücke höchst nötig, durch welche der Zuschauer erinnert wird: daß das ganze theatralische Wesen nur ein Spiel sei, über das er, wenn es ihm ästhetisch, ja moralisch, nutzen soll, erhoben stehen muß, ohne deshalb weniger Genuß daran zu finden.“ (GMA 6.2, 702)

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    • Markus Biermann schreibt:

      Herr Bruns, man darf die Vorstellung nicht überziehen, „wir“ alle (oder mit Ausnahme von Ihnen alle anderen) seien nur davon bewegt, unseren (oder ihren) Gewinn zu maximieren. Ein Unternehmen wird nicht in die Welt gesetzt, um Aktionären Rendite zu verschaffen – auch wenn es diesen erlaubt ist, das so zu sehen. Nein: Sein Ziel liegt darin, ein optimales Produkt für den Konsumenten zu schaffen – unter der doppelten Nebenbedingung, dass dabei die Aktionäre mit guter Rendite auf ihre Kosten kommen und die Beschäftigten mit gutem Lohn. Auch Banken haben durch ihre Geldschöpfung eine öffentliche Nebenfunktion. Sie können sich daher nicht verhalten wie bloße Eigennutzmaximierer. Banken können doch nicht dem Lebenskonzept eines Drogensüchtigen nacheifern: Ich nehme drei Jahre Heroin, mache tolle Erfahrungen, bin die halbe Zeit high – und dann sterbe ich eben. Im deutschen Aktiengesetz steht, dass es ein Erhaltungsinteresse des Unternehmens gibt. Kurzum: Ein Privatspekulant darf hoffen, die schnelle Mark zu machen, und dabei seinen Bankrott riskieren. Der Manager einer Großbank darf es nicht. Oder nehmen Sie Ärzte, ein anderes Beispiel. Die können sich auch nicht nur an der Maximierung ihres Eigennutzes orientieren, wenn sie einen Patienten behandeln. Lesen Sie den hippokratische Eid: https://www.aerztekammer-bw.de/10aerzte/40merkblaetter/20recht/10gesetze/hippoeid.pdf. Der Mensch ist in allem von vielem motiviert; ihn bewegen stets selbstsüchtige und noblere Motive. Sicher, keiner macht einen guten Job, der eigene Verluste einfach so hinnimmt. (Deshalb wird der neue Landrat auch bestimmt alles daran setzen, den hoffentlich bald überarbeiteten Arena-Betreibervertrag schon aus Selbstschutzgründen, aber auch im Hinblick auf die nun über viele kommende Jahrzehnte geschröpften Steuerbürger von unangemessenen, Stadt und Kreis noch weiter benachteiligenden Haftungsklauseln frei zu halten, – die nach § 307 Abs.1 BGB ohnehin unwirksam wären.) Doch genauso kann keiner in seiner Profession, egal, welche es ist, gut sein, wenn er immer nur an seinen Gewinn denkt. Das gilt für Gemüsehändler. Das gilt für Spitzensportler. Das gilt für Lehrer. Das gilt für Werkzeugmacher. Das gilt auch für Politiker.

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  4. Otto Berg schreibt:

    Lieber Herr Jenckel,

    außer bei Herrn Fahrenwaldt, der hier am Neujahrsmittag als fauchender Tiger durch die von Ihnen aufgehaltene Tür hereingesprungen kam und drei Tage später als schnurrendes Mietzekätzchen wieder hinausgeschlichen ist, habe ich mich am Sonnabend auch bei Ihnen erkundigt, wie Sie Ihre These begründen, dass „Parteisoldaten, egal welcher Couleur“, es bei der kommenden OB-Wahl schwer, „Bündnisse für unabhängige Kandidatinnen“ jedoch gute Chancen haben werden.

    Darauf sind Sie nicht eingegangen, wischten die Frage stattdessen mit dem launigen Eingeständnis vom Tisch, Sie hätten „da nur ein paar Schlagwörter hingeworfen“.

    Aber ist das wirklich so? Wird das auch so wahrgenommen?

    Gleichzeitig mit dem Erscheinen des LZ-Facebook-Posts machen Sie Herrn Raths zwölf mögliche Kandidaten/innen für die Oberbürgermeister-Nachfolge 2021 in Lüneburg bekannt: https://blog-jj.com/2019/12/30/was-kommt-was-war-blog-jj-20-19/#comment-8813

    Kommentator Michael Snief am Mittwoch bei Facebook: „Wurden die Personen eigentlich vorher gefragt, ob sie überhaut Interesse haben oder ist das ne wilde LZ-Spekulation und name dropping?“ Antwort Marc Rath: „Es ist – wie auch erwähnt – eine Analyse. Sie beruht auf Recherchen und Beobachtungen.“

    Sie teilen im Blog mit: „Taktisch gesehen ist man in der Politik schnell verbrannt, wenn der Name zu früh für einen Posten gehandelt wird.“

    Frau Harms bittet am selben Abend um Auskunft: „Warum prescht Herr Rath mit seiner ‚Analyse‘ vor? Um den Aufgeführten klar zu machen: ‚Hey, Folks, ihr steht prima im Saft. Aber bei den OB-Wahlen werdet ihr alt aussehen‘?“ Antwort Hans-Herbert Jenckel: „Ich denke, er (Rath) hat vor allem Wertschätzung für Genannte zum Ausdruck gebracht und deutlich gesagt, dass es im Grund für konkrete Nachrichten zu früh ist.“

    „Wertschätzung“ durch das Veröffentlichen von „Nachrichten“, die noch gar keine sein können?

    Ich kann mir vorstellen, dass sich die Freude unter den Hochgejubelten, aber auch in den Rats- und Kreistagsfraktionen über die sogenannte „Analyse“ von Herrn Rath genauso in Grenzen hält wie wohl über Ihr urteilendes Sekundieren („Alles was jetzt gehandelt wird, ist bald verbrannt.“ JJ.: 2. Januar 2020 um 19:11 Uhr).

    Unter Waidmännern und -frauen wird, wie ich höre, die Rath-Jenckel-Aufstellung als LZ-„Abschussliste“ gehandelt.

    Führen Sie sich bitte vor Augen: Der Chefredakteur des Lüneburger Zentralorgans präsentiert am Mittwoch zwölf mögliche Kandidatinnen und Kandidaten für die frühestens in zwanzig Monaten anstehende OB-Wahl in der Landeszeitung und auf allen Online-Kanälen, ohne zuvor mit diesen Rücksprache gehalten zu haben, – und der kürzlich ausgeschiedene LZ-Vize erläutert das Vorgehen seines Kollegen in Lüneburgs lokalpolitischem Blog (mit einem Leserradius von Hannover bis Berlin) dahingehend, dass vor der Zeit in Erscheinung tretende Kandidaten und „Parteisoldaten“ keine Aussichten mehr haben. Und beide Journalisten tun das, ohne sich die geringste Mühe zu geben, ihren karnevalesken Akt nachvollziehbar zu begründen!

    Was würden Sie daraus schließen, wenn mit Ihnen (sagen wir im Vorfeld der Entscheidung über ein Beratungsmandat) so umgegangen würde, Herr Jenckel?

    Und wie sollte sich Ihrer beider Meinung nach eine der unfreiwillig in die Bütt geschobenen Personen jetzt verhalten?

    Ein paar Monate lang geduckt, schnell und unauffällig um die Ecken witschen?

    Sich bekennen? Fast zwei Jahre lang Wahlkampf in eigener Sache machen und sich so der Lächerlichkeit preisgeben?

    Dementieren? Und damit rufschädigende Folgediskussionen auslösen?

    Die LZ-Übergriffigkeit hier bei Ihnen im Forum monieren und sich damit endgültig jeder ernsthaften Möglichkeit berauben?

    Wen der von Herrn Rath „Wertgeschätzten“ erwarten Sie vor Mai/Juni 2021 noch einmal mit einem Beitrag bei Blog.jj?

    Kennen Sie das Peterl und den Hansel von Wilhelm Busch?

    Die wollten auch zur Unzeit an Honig und haben unberufen im nachbarschaftlichen Bienenstock herumgestochert:

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    • jj schreibt:

      Lieber Herr Berg, Boshaftigkeit war sicher nicht im Spiel bei Herrn Rath. Und: Viel mehr könnte es doch auch die ärgern, die zwar keine Chance haben, aber nicht mal Erwähnung gefunden haben.

      Warum Marc Rath diese Zwölf rausgegriffen hat, da müssten Sie ihn bitte selber fragen, Sie hatten ja, wie ich höre, schon mal Kontakt.

      Ich selber bleibe dabei, bei aller Wertschätzung für Politiker: Damit geht auch einher, dass so eine frühe Diskussion durchaus auch seine Schattenseiten hat. Davon gibt es in der Politik groß wie klein viele Beispiele.

      Ich selber hatte einen/e Kandidaten/in zu einem Podcast eingeladen, um nur am Rande diese Kandidaten-Frage kurz geradezurücken und vielmehr über seine/ ihre Position und seine/ihre Zukunft und namentlich über seine/ihre Partei zu reden, die durchaus in schwerem Fahrwasser ist. Kurz: Kante zeigen und gerne auch austeilen gegen die Journaille. Leider ohne Resultat. Wissen Sie warum? Ich glaube, weil es Politiker gibt, die immer noch glauben, sie könnten ins Lenkrad greifen und seien im Besitz der Deutungshoheit. Weil es immer noch Politiker gibt, die mächtig Angst vor der Diskussion im Netz haben, weil sie die nicht steuern können. Angst, selbst wenn man zusichert, dass es um Debatte und nicht Scherbengericht geht. Das sind die selben Politiker, die uns weismachen, das sie zuhören und mitdiskutieren. Sie merken schon, ich bin enttäuscht. Und frage mich, ob in zwei Jahren wieder mit den Rezepten des letzten Jahrtausends in den Wahlkampf gezogen wird? Lg jj

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      • Andreas Janowitz schreibt:

        Hallo,
        ich muss anmerken, das FB genau wie alle anderen „offenen“ Foren (You-Tube vor Google) die reinsten Jauchegruben sind. Es muss moderiert werden, womit man sich schon in seine persönliche Wohlfühlblase begibt…
        Über die Jahre habe ich extrem selten eine semi vernünftige Diskussion führen können. Wer dezidiert Position bezieht wird angefeindet. Neuerdings gibt es bei FB eine Tendenz zur Mässigung. Zumindest Mordaufrufe finden sich kaum noch. Es sind nunmal die schlichten Gemüter am stärksten Überzeugt. Echte Idioten kommen nunmal nicht drauf das ihre Pläne dumm sind. Es ist einfacher mit duzenden Spamkonten Mehrheitssimulation zu betreiben?! Ich glaube kaum das in einer realen Diskussionsrunde jemand derart ausrasten würde, wie Online, soweit stimmen wir glaube ich alle mittlerweile überein?

        Die „Arena“ betreffend muss ich allerdings Fragen, wie jemand auch nur entfernt dafür Verantwortlich etwas anderes als ein Donnerwetter erwartet?! Der Bock ist sowas von geschossen, da gibt es nurnoch die Frage „Wen schicken wir dafür in die Wüste?“ ?? Das ist wohl das Sprichwörtlichst` mögliche Scherbengericht? Der Haushalt liegt in Scherben?! Auf Jahre? Relevant ist nurnoch wen das den Kopf kostet…

        Um nocheinmal den „Parteisoldaten“ zu bemühen: ich zumindest wäre bereit auch mal mir zuwiderlaufende Entscheidungen mitzutragen. Wenn ich allerdings mir vorgesetzte davon abhalten muss aberwitzge Entscheidungen zu treffen, stellt sich mir eher die Frage welchen Zweck die überhaupt noch erfüllen. Denn darum geht es: überall werden aberwitzge Entscheidungen gefällt? Was der Verkehrsminister getan hat ist ein Kennzeichen von „Geschaftsunfähigkeit“? Die „Arena“ fällt nicht weit von diesem Stamm?!

        Von Konzernpolitik muss ich hoffentlich gar nicht erst anfangen. Die läuft dem gesunden Menschenverstand ständig zuwider. Wesswegen ich Herrn Plattner´s „Empfehlung“ auch eher als Drohung auffasse. Er will einfach die seiner Ansicht nach querulatorischen Mitarbeiter loswerden. Denn es sind immer nur wenige % der Bevölkerung die überhaupt aktiv gestalten. Die müssen qua definition „aufsässig“ sein. -.-
        Würde man stringent digitalisieren, wäre heute schon 50% des „Managements“ überflüssig.

        Die letzten 10-15 Jahre sind doch eine einzige Serie hirnrissiger, gefährlich bekloppter Entscheidung, völlig egal ob „die grosse Weltpolitik“ oder das Klein-und-Klein.
        Die paar Wehrmutstropfen betäuben schon längst nicht mehr.

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      • Kevin Schnell schreibt:

        Hallo Herr Janowitz,

        Facebook hat Milliarden von Eingängen. Hinter vielen hausen die Einfalt und der Teufel im unguten Konkubinat. Da haben Sie leider recht. Aber es gibt auch die Seiten von Charlotte de Witte, Desmond Tutu und der Landeszeitung!

        Anonyme Soziopathen reißen ihren Mund weiter auf als diejenigen, die vor dem Toben ihren Personalausweis vorzeigen mussten. Das können Sie in jedem Fußballstadion beobachten.

        Für die Arenakatastrophe ist schon ein Verantwortlicher in die Wüste geschickt worden. Er hat das bloß als eigene Entscheidung getarnt. Über rechtliche Konsequenzen wird derzeit im hannoveraner Innenministerium beraten.

        Falsche Entscheidungen können parteigebundene Führungsfiguren ebenso treffen wie überparteiliche. Herr Scheuber ist der dumme August am Ende einer Kette von illegal mit der digitalen Überwachungswirtschaft paktierenden Vorgängern.

        Was Herr Hasso Plattner über die nicht qualifizierbaren dreißig Prozent ohne bezahlte Beschäftigung sagt, pfeifen bereits die Spatzen von den Dächern. Nur möchte natürlich kein Finanz- ooder Sozialpolitiker der Erste sein, der diese Wahrheit publik macht. Gut ist, dass Herr Plattner das bedingungslose Grundeinkommen für unerlässlich hält, schlecht, dass er Deutschland zu verlassen droht, wenn die Vermögenssteuer kommt.

        Es stimmt, was Sie sagen, die Beschäftigungslosigkeit, wird nicht nur den berühmten „kleinen Mann“ treffen, sondern auch das untere, mittlere und obere Management. Vor vier Tagen ging die Meldung um die Welt, die kanadische Regierung wolle „im Kampf gegen Fake News den unabhängigen Journalismus stärken“. Mit einem Steuerbonus von 15 Prozent auf digitale Presse-Abonnements sollen die nationalen Zeitungen unterstützt werden. Wie der Nachrichtendienst „Heise online“ berichtet, können Kanadier bis Ende 2024 eine Gutschrift für ihre Einkommenssteuer beantragen. Überlesen wird gerne, dass dies nur für digitale Presse-Abonnements gilt und auch als staatliche Maßnahme zur Abschaffung der Print-Erzeugnisse (Klima- und Naturschutz) aufgefasst werden muss. Kennen Sie das: https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/2033602-der-kreislauf-der-lz Überlegen Sie mal, was allein da an Jobs auf allen Ebenen wegfällt, wenn nur noch online produziert wird.

        Die gesamte Weltgeschichte seit der Erfindung des Faustkeils kann als Verfallsgeschichte gedeutet werden. Aber es gab auch Raffaello Sanzio da Urbino, William Shakespeare und Johann Sebastian Bach! Und es gibt Charlotte de Witte!

        Alkohol ist nie eine Lösung.

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      • Otto Berg schreibt:

        Der Milliardär, Investor und Mäzen Hasso Plattner hatte vor fünfzig Jahren zusammen mit vier Kollegen IBM verlassen und 1972 SAP („Systeme, Anwendungen und Produkte in der Datenverarbeitung“) gegründet, um Software für Unternehmen zu entwickeln. Heute hat der Konzern weltweit fast 100.000 Mitarbeiter und ist mit einem Börsenwert von rund 150 Milliarden Euro das wertvollste börsennotierte Unternehmen Deutschlands. Hier der (kleine) Ausriss aus dem (ganzseitigen) FAZ-Gespräch vom Sonntag vor Weihnachten mit den von mir oben angesprochenen Stellen zum Thema „Zukunft der Arbeit im digitalen Wandel“:

        ▶ Plattner: Wir haben eine ungehemmte und unkontrollierte Informationsverteilung, die sehr zum Nachteil der Kultur, der Sicherheit und der politischen Meinungsbildung funktioniert. Wie können denn Informationen verteilt werden, ohne dass da die professionelle Vor- und Nachbereitung von Journalisten eine Rolle spielt? Es ist doch fürchterlich, was über ganz andere Kanäle explosionsartig verbreitet werden kann. Ich war der Meinung, dass die freie Meinungsäußerung zu einer Liberalisierung und zu einer besseren Welt führt. Nein! Es führt zu einem ideologisch verfärbten Bild, in dem die Leute nach dem greifen, was sie gerne mögen. Sie informieren sich gerne über das, was sie eh schon glauben.
        (…)
        ▶ Plattner: Noch nie konnten einzelne Personen oder kleine Gruppen so schnell etwas bauen und damit erfolgreich werden wie in der Softwareentwicklung. Selbst in der Hochphase des Automobilbaus war es nicht einfach, eine Fabrik aufzubauen und in die Massenproduktion zu gehen. Das ist in der Software unvergleichlich viel einfacher, weil die Vorabinvestitionen sehr niedrig sind. Dadurch gibt es eine ganz starke Bevorzugung der Talente.
        (…)
        ▶ Plattner: Wir kommen nicht um eine Diskussion über das Grundeinkommen herum. Wir müssen jedem eine Wohnung, ein ordentliches Einkommen und eine Gesundheitsversorgung zur Verfügung stellen. Bald werden sich große Teile der Bevölkerung, vielleicht 30 Prozent, nicht mehr am Wertschöpfungsprozess beteiligen können. Daran werden auch noch so viele Schulungen nichts ändern. Man kann Fußballspieler in der fünften Liga noch so sehr trainieren, daraus werden keine Bundesligaspieler. Jedes Talent muss ausgegraben werden. Trotzdem fallen jene Leute unter den Tisch, die Jahrhundertelang eine solide Arbeit verrichtet haben, dank ihrer körperlichen Fähigkeiten. Denken Sie an die Menschen im Bergbau, in der Montage. Alle diese Jobs sind mehr oder weniger weg.

        ▶ FAS: „Aber man kann doch nicht 30 Prozent der Menschen sagen: Du bist einfach nicht fähig dazu, Arbeit zu verrichten, die dich mit Sinn erfüllen kann!“ Plattner: „Unsere Kultur sieht solche Diskussionen nicht vor. Aber deshalb darf man das Problem doch in der Politik nicht ignorieren. Ich sehe keine Alternative zum Grundeinkommen. Die Politik muss sich darum offensiv kümmern.“

        Quelle: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, Nr. 51 vom 22. Dezember 2019, Rubrik „Wirtschaft“, Seite 22

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      • Klaus Bruns schreibt:

        Und frage mich, ob in zwei Jahren wieder mit den Rezepten des letzten Jahrtausends in den Wahlkampf gezogen wird?
        Herr Jenckel, so wie ich das sehe, wird mit den gleichen rezepten des letzten jahrhunderts in den wahlkampf gezogen. wer soll das ändern? derjenige ,der auf dem ast sitzt? niemand holt da eine säge raus.

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    • Marc Rath schreibt:

      Lieber Herr Berg,
      ich sehe da keine große Drama-Konstellation. Das Thema wird zweifellos erst im Laufe des Jahres auf Touren kommen. Meine Analyse dazu steht im Haupttext. Und dann habe ich 12 Damen und Herren etwas näher beleuchtet. Es hätten auch 10 oder 14 sein können. Ich denke, dies ist in einer Form geschehen, die niemanden verschrecken muss. Es geht ja auch nicht um irgendwelche Präferenzen, sondern vielmehr um eine Grundlage für das Thema, das derzeit in vielen politischen Diskussionen in der Stadtgesellschaft hin und her gewendet wird. Die gute Nachricht ist vielleicht auch: Es gibt vielleicht doch mehr Potenzial, als manch eine/r so denkt.
      Weitere Befragung machen jetzt keinen Sinn, da zu diesem Zeitpunkt keine/r aus der Deckung kommen wird und es nur allgemeine Formeln zu hören geben würde. Das Thema ist aber ein Thema – und deswegen ist es gewissermaßen der erste Stein, der da durchs Wasser titscht – und offenbar die ein oder andere Welle schlägt.
      Und es gehört wohl auch dazu, dass der oder die eine oder andere dies auch missversteht. Oder sauer ist, weil es die eigene Dramaturgie etwas durcheinander wirbelt.
      Alles weitere wird sich zeigen. Ich warte das gelassen ab.
      Es wird jedenfalls ein spannendes 2020.
      Alles Gute Marc Rath

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    • Andreas Janowitz schreibt:

      Guten Abend Herr Berg,
      ich glaube sie haben mich missverstanden.

      Ich nutze selber täglich SAP und das durchaus mit Begeisterung, bei richtiger Bedienung funktioniert es sogar. Was Software allerdings von materiellen Gütern grundsätzlich unterscheided ist die beliebige duplikation einmal geschriebenen Codes. Man kann kein KfZ oder sonstwas beliebig kopieren. Für die Fertigung an sich bedarf es, wie beim Programmieren selbst, „tacit knowledge“, das wissen im Umgang mit den Apperaten und Prozeduren. Software ist demenstprechend selbst etwas grundlegend anderes, als alles war wir zuvor an Werkzeugen schufen. Copy&Paste kann auch ich, ohne jedwede Programierkenntnisse.

      Was ich allerdings als Drohung auffasse ist die soziale Funktion von Menschen die immer zufällig Kontrolle über unvorstellbare Ressourcen ausüben. Insbesondere wenn diese dann über eine unausweichliche Zukunft für den Rest erzählen. Die Montagejobs sind ja nicht „weg“ im Sinne von gänzlich verschwunden, sondern nur an einem anderen Ort. Ich führe das Beispiel „Grohe“ an: die profitablen Werke in Ostdeutschland wurden nach dem Verkauf durch die Familie geschlossen, weil es um Renditesteigerung ging. Die zufallsreichen Kinder der Gründer hatten schlicht kein Bock darauf ein Unternehmen zu führen und verkauften es. Der Käufer hatte eigentlich kein Geld und lieh es sich anstatt dessen. Um die Schulden zu begleichen wurden die Werke nach China exportiert (mitsamt der Arbeitsplätze). Gespart wird an Umweltauflagen und Arbeitnehmerrechten – Renditeerwartungen erfüllt. Jetzt wollen mir die Familienmitglieder erzählen, das alles sei „unausweichlich“ gewesen?! Echt jetzt?! In meiner bescheidenen Welt nennt man sowas „verarschen“.

      Ganz egal was für ein „Talent“ man ist, jeder von uns hat nur 24/7 zur Verfügung. Bill Gates, Hasso Plattner, Sie und ich. Unter den vermögensten deutschen sind immernoch Nachkommen der Fugger. Die Tradierung von Vermögensverhältnissen jenseits von Fähigkeit und Leistung wird auch ein Grundeinkommen nicht ändern, wenn grundlegende andere Bedingungen nicht erfüllt werden, oh Wunder mit keinem Wort erwähnt.
      Echte Genies, ein Leonado da Vinci, einer von wahrscheinlich mehreren 10er Milliarden, waren zu Lebzeiten immer pleite. Die Verfügungsgewalt über Ressourcen ist also definitiv kein Kennzeichen besonderer Eignung. Ist es nie gewesen und wird es auch nie sein.

      „50 Prozent der Wirtschaft sind Psychologie. Wirtschaft ist eine Veranstaltung von Menschen, nicht von Computern.“

      „An dem Tag, an dem die Manager vergessen, daß eine Unternehmung nicht weiter bestehen kann, wenn die Gesellschaft ihre Nützlichkeit nicht mehr empfindet oder ihr Gebaren als unmoralisch betrachtet, wird die Unternehmung zu sterben beginnen.“

      Zwei Zitate über die es sich auch heute noch nachzusinnen lohnt…

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      • Otto Berg schreibt:

        Sehr geehrter Herr Janowitz,

        Sie formulieren es völlig richtig, „die Digitalisierung“ steht, so wie der nebulöse Begriff heute zumeist gebraucht wird, für eine neue Sorte von „Werkzeugen“. Vor einer Million Jahren gelang unseren Vorfahren die Indienstnahme des Feuers, vor 250 Jahren begann der Siegeszug der Kolben-Wärmekraftmaschinen und vor dreißig Jahren „die digitale Revolution“, der durch Signaldaten, Computer und Robotik ausgelöste Umbruch, welcher seit Ausgang des letzten Millenniums mit zunehmender Beschleunigung einen Wandel nahezu aller Lebensbereiche bewirkt hat und das – in immer kürzeren Zeitabständen – auch weiterhin tun wird. Herr Jenckel hat oben ausgeführt, dass unsere Altvorderen bis ins Achtzehnte Jahrhundert in Äonen dachten, bis ins Zwanzigste in Generationen, wir aber neuerdings froh sein können, wenn wir ein paar Wochen zum Eingewöhnen haben, bevor wir uns dem nächsten technologischen Durchbruch (mit gravierenden ökonomischen, politischen und sozialpsychologischen Folgen) stellen müssen.

        Die Feuer- und Dampfwerkzeuge haben Welten umgekrempelt. Die Datenwerkzeuge haben gerade damit begonnen, dies mit unserer ebenfalls zu tun.

        Werkzeuge dienen dazu, Ziele mit ihnen schneller und unangestrengter zu erreichen als ohne sie. Aber, Herr Janowitz, davon, dass diese Ziele einen moralisch vertretbaren Wert besitzen sollten, steht nichts in der Gebrauchsanleitung.

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      • Karl Beck schreibt:

        So ist es.

        Wenn ich einen Hammer benutze, kann ich damit Nägel oder Köpfe einschlagen.

        Über die rechtmäßige, moralisch und gesellschaftlich akzeptierbare Verwendung von Werkzeugen entscheiden die Vernunftgründen zugänglichen Mitglieder dieser Gesellschaften. Nicht die Möglichkeiten der Digitalisierung sind das eigentliche Problem, sondern die Kontrolle und Regulierung dieser Möglichkeiten nach humanen Maßstäben und demokratisch gewonnenen Übereinkünften.

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      • Andreas Janowitz schreibt:

        Aber Herr Berg, es gibt doch keine Gebrauchsanleitung für die Zukunft.
        Ich möchte ihnen diesen Artikel nahelegen und anfügen: „… und der Clown-Oligarchen.“
        https://www.tagesspiegel.de/politik/trump-johnson-selenskyj-bolsonaro-und-co-wir-leben-imzeitalter-der-clown-politiker/25388252.html

        Ich halte die Oligarchie für die einzig persistente Regierungsform und halte dementsprechend eine Disziplinierung derselben für unerlässlich. Die amoklaufenden Prinzelchens brauchen dann und wann einen Schuss vor den Bug, denn etwas anderes dringt in deren Wohlfühlbläschen offensichtlich nicht vor. Oder wie soll ich die doch ziemlich freche Behauptung verstehen eine 2% Vermögenssteuer wäre untragbar? Mir scheint eher die Herrschaften führen sich untragbar auf, dabei ist völlig egal ob frisch verkalkt oder schon senil. Denen wurde in den letzten Jahrzehnten jeder Wunsch nachgetragen. Ein wenig Respekt kann man durchaus verlangen.

        Insofern würde mich ein „anonymer Spender“ für den Verwaltungsaufwand bei der Umbenennung der „Hindenburgstr. “ in „Herrhausen-Alle“ positiv überraschen. Man weiss ja nie.
        Wahrscheinlich müssen normale Bürger eine Sammelspende organisieren und sich als einzig staatstragende Gewalt einmal mehr beweisen. Was dann einmal mehr beweisen würde, das Verfügungsgewalt über Ressourcen kein Kennzeichen besonderer Eignung ist.

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      • Andreas Steinle schreibt:

        Es gibt keine Gebrauchsanleitung für die Zukunft?

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      • Otto Berg schreibt:

        Vielen Dank für Ihren Link, Herr Janowitz. In der Tat, bizarre, aber brandgefährliche Witzfiguren wie etwa Boris Johnson, Nigel Farage, Donald Trump, Narendra Modi, Jair Bolsonaro, Kim Jong-un, Wladimir Putin, Scott Morrison, Rodrigo Duterte, Recep Tayyip Erdoğan, Viktor Orbán, Jarosław Kaczyński, Wolodymyr Selenskyj, Matteo Salvini, Beppe Grillo, Geert Wilders und Heinz-Christian Strache (in Deutschland drängt Björn Höcke in dieses Rollenfach), haben das Tor zur „Clownokratie“ ganz weit aufgestoßen.

        In der Süddeutschen Zeitung wird von heute an die scharfzüngige schottische Schriftstellerin A. L. Kenedy einmal wöchentlich eine Brexit-Kolumne über „Popo, den Todesclown“ schreiben: https://www.sueddeutsche.de/kultur/brexit-kolumne-affentheater-a-k-kennedy-1.4748497

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  5. Rainer Drögemüller schreibt:

    Herr Jenckel, es ist seit Jahrzehnten bekannt, was für eine Verkehrswende nötig wäre: weniger Autos, mehr Antriebe, die mit erneuerbaren Energien funktionieren, ein intelligenter öffentlicher Nahverkehr und die effiziente Nutzung aller Verkehrsmittel. Aber passiert ist so gut wie nichts, die CO2-Emissionen sind sogar gestiegen. Was läuft falsch?

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    • jj schreibt:

      Es fehlt der Mut, entschieden zu handeln, das ist Lüneburgs größtes Problem. Es werden viele Bälle im Spiel gehalten, da darf man halt nicht hoch werfen. Lg jj

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  6. Otto Berg schreibt:

    Sehr geehrter Herr Fahrenwaldt, sehr geehrter Herr Jenckel,

    Sie wagen eine Prognose: die nächste Dekade „gehört dem Lokalpolitiker, der in Stadt und Landkreis Lüneburg entschieden die Weichen stellt für die großen Zukunftsthemen digitale Revolution, Mobilitätswende und Klimaschutz. Das gilt in der Arbeitswelt, beim Bauen, das gilt bei der Infrastruktur und bei der Bildung.“

    Da stimme ich zu. Und ergänze erstens „das Gesundheitswesen“, vor allem wohl das auf die Psyche spezialisierte, zweitens aber besonders das alles Genannte überwölbende Thema „soziale Gerechtigkeit und Teilhabechancen“. Hasso Plattner, ein wichtiger und illusionsloser Investor, Gründer des wertvollsten Unternehmens in Deutschland, des Digitalkonzerns SAP, hat zwei Tage vor Heiligabend in einem FAZ-Interview darauf hingewiesen, dass am bedingungslosen Grundeinkommen kein Weg vorbeiführt, da schon in zehn Jahren rund 30 Prozent der arbeitsfähigen Menschen in den avancierten Industrienationen – aufgrund von unabwendbaren Digital-, Mobilitätswenden- und Klimaschutztechnologien – keine bezahlte Beschäftigung mehr finden werden. Zwingend, dauerhaft und unumkehrbar. Da stellen sich dann die Fragen nach gesellschaftlichem Zusammenhalt, nach Lebenssinn und nach gedanklicher, emotionaler sowie praktisch-energetischer Ausgeglichenheit im kontinentalen Maßstab ganz neu.

    Herr Schnell hat Ihnen beiden konturenlose Kriterien, Schwammigkeit und ungeeignete Maßstäbe für Ihre Personalauswahl- und Paradigmenwechsel-Konzepte vorgeworfen und sich danach erkundigt, was es eigentlich heißen soll, „die Zukunft nicht mit den Rezepten der Vergangenheit meistern zu wollen“: https://blog-jj.com/2019/12/30/was-kommt-was-war-blog-jj-20-19/#comment-8804 und an Herrn Fahrenwaldt sogar die fehlende Bereitschaft kritisiert, überhaupt Antworten geben zu wollen: https://blog-jj.com/2019/12/30/was-kommt-was-war-blog-jj-20-19/#comment-8839

    Ich sehe das ähnlich. „Umwälzungen“, „Unbequemlichkeiten“ oder „Veränderungen“ sind ja nicht an sich politisch wertvoll, Parteizugehörigkeit weist nicht per se auf Charakterdefekte oder Lernunfähigkeiten hin und bewährte, institutionell verankerte Routinen entlasten davon, ständig über alles zugleich nachdenken zu müssen. Meines Erachtens muss über künftige Handlungsziele unter den Bürgern gemeinschaftlich gewonnene Klarheit ebenso herrschen wie über die Eignung der mit ihrem Erreichen beauftragten Personen oder Personenkreise.

    Darüber, wie das inhaltlich aussehen könnte, erfahre ich von Ihnen bedauerlicher Weise nichts.

    Vielleicht kann die Landeszeitung helfen, Ihre „Visionen“ etwas im Sinne von Herrn Schnell zu „konkretisieren“?

    Ulrich Mädge (SPD), wahrscheinlich der bedeutendste Oberbürgermeister Lüneburgs in den vergangenen 120 Jahren, hat sich zu seinen Zukunftsvorstellungen für die kommenden zwölf Monate geäußert (https://www.landeszeitung.de/blog/aktuelles/2670475-lueneburger-buerger-planen-die-zukunft). Er will in enger Kooperation und somit im Konsens mit möglichst vielen Bürgern

    – den Klimaschutz anpacken

    – die nachhaltige Entwicklung Lüneburgs voranbringen

    – das Integrierte Stadtentwicklungskonzept auf den Weg bringen

    – die Sportlandschaft in unserer Stadt weiterentwickeln

    – die Stadtteilarbeit in den nächsten Jahren neu aufstellen

    – die Modernisierung der kommunalen Fahrzeugflotten fortführen

    – in den Ausbau der E-Mobilität und massiv in den Radwegebau investieren

    – den Wiederaufbau des Heiligengeist-Stifts ins Werk setzen

    – den Neubau des AWO-Familienzentrums in Kaltenmoor anschieben

    – Um-, An- und Neubauten sowie Modernisierungen in Kitas und Schulen umsetzen

    – nach Lösungen zur Behebung des Fachkräftemangels suchen

    – bezahlbaren Wohnraum schaffen

    Etwas weniger vielfältig, aber gleichfalls ambitioniert sind die Pläne von Jens Böther (CDU), über dessen landrätliche Qualitäten nach einem Vierteljahr im Amt seriös noch kaum etwas gesagt werden kann (https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/2670481-jens-boether-3). Herr Böther möchte

    – die Bauarbeiten an der „Arena Lüneburger Land“, die er „als moderne Sport- und Veranstaltungshalle“ für „eine echte Bereicherung [!]“ hält und deren „Bauzeit und Kosten“ er „im Plan“ sieht, bis Ende 2020 weitestgehend abschließen

    – ganz konkret in die Erstellung der Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren zum Bau der Elbbrücke zwischen Darchau und Neu Darchau einsteigen

    – mit der Digitalisierung der Verwaltung zügig in die Umsetzung kommen

    – das Glasfasernetz rund 15.000 Haushalten in 28 Gemeinden des Landkreises zur Verfügung stellen

    – mehr Menschen vom Radfahren überzeugen

    – den Öffentlichen Personennahverkehr stärken

    – dass Rufbusse in weiteren Gemeinden an den Start gehen.

    – die Aufteilung der Kindergarten-Finanzierung nach dem Wegfall der Elternbeiträge regeln

    Wie würden Sie diese relativ konkreten Vorhaben der beiden Lüneburger Hauptverwaltungsbeamten vor dem Hintergrund Ihrer Mahnung und Voraussage bewerten und gewichten, dass die Zukunft „nicht Verweigerung, Lamentieren und Protektion“, sondern speziell „dem Lokalpolitiker“ ihre Gunst erweisen wird, „der sich nicht nach Wahlprognosen ausrichtet, der dazu steht, dass es umwälzend und unbequem wird, und dass das bewährte Schema F auf den Misthaufen der Politik gehört“?

    Wenn Sie die Listen oben anschauen, die Maßnahmen „für die großen Zukunftsthemen digitale Revolution, Mobilitätswende und Klimaschutz“ durchaus vorsehen, wie begründen Sie beide dann Herrn Jenckels These, die, wie Herr Fahrenwaldt eigens hervorhebt, „vollumfänglich auch seiner Einschätzung enttspricht“, dass „Parteisoldaten, egal welcher Couleur“, es bei der kommenden OB-Wahl schwer, „Bündnisse für unabhängige Kandidatinnen“ jedoch mehr Chancen haben werden? Kurz: Inwiefern ist Ihre auftrumpfende Parteisoldatenmarkierung mehr als polemische Rhetorik, die mit einer Schrotflintenattrappe auf weniger populistisch auftretende, dafür aber vielleicht umsichtig, kenntnisreich und fleißig arbeitende Ehrenamtliche zielt?

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    • jj schreibt:

      Lieber Herr Berg,
      was Ihre Einschätzung zu Oberbürgermeister Ulrich Mädge angeht: Schauen Sie in die Nachbarstädte, schauen Sie nach Winsen oder Soltau, schauen Sie nach Celle oder nach Uelzen, dann können Sie erahnen, wie es auch hätte um Lüneburg bestellt sein können. Das Lüneburg gut dasteht, ja, das ist auch das Verdienst dieses OBs.

      Und was von der Stadt als Zukunft verkauft wird, klingt durchaus sinnvoll, damit wird Lüneburg gepflegt, aber mit Sicherheit keinen Platz in der 1. Reihe der Zukunftsstädte einnehmen. Ich wünschte mir, der Mut, den der Rat beim Verkehrsentwicklungsplan vor fast dreißig Jahren gezeigt hat, würde in die aktuelle Politik fahren. Ich bin es leid, wenn mir eine Freundin, die zurzeit in Göteborg arbeitet, erklärt, in dieser Metropole des Nordens gleite Sie mit dem Rad vernüglich zur Arbeit, weil alles so gut ausgebaut ist. Und der ÖPNV sei ein Traum. Warum ist selbst ein Adendorf mutiger als Lüneburg beim Radverkehr? Oder die Metropole Hamburg? Und schauen Sie ins kleine Luxemburg, da wird der Bus kostenlos. Und was machen wir? Wir lamentieren seit Wochen über unseren neuen Verkehrsplan, der alles ist, aber wohl doch nicht innovativ. Lüneburg ist längst an der Grenze des Wachstums angelangt, auf den Straßen spüren Sie es jeden Tag. Wachstum als Erfolgsformel hat abgewirtschaftet.

      Und zum Landkreis: Die Arena, die wird gebaut. Und die Kosten werden uns begleiten wie Blei. Da kann der neue Landrat gar nichts dafür. Was für mich bekanntermaßen aber völlig abstrus ist, dass ist eine Elbbrücke in einem Naturschutzgebiet, die der Landkreis Lüneburg in einem Nachbar-Landkreis bauen will. Sie wird fertig, wenn sich die Mobilität komplett verändert hat. Retro-Stil. Und dann, sometimes in the West, wird man sich auch Gedanken machen, wie man mit einem Lkw durch Neuhaus kommt und vermutlich eine Umgehung bauen. Für mich ist das Projekt eine Arbeitsbeschaffungs- und Geldvernichtungsmaßnahme. Und das alles wegen eines Versprechens. Ich sage: Totes Pferd, absteigen.

      Und Herr Berg, verfolgen Sie einfach die Berichte auf den Wirtschaftsspalten, dann wissen Sie, was auf uns zukommt. Das stellt die sogenannte Schlüsselindustrie vor Herausforderungen, die nicht alle Konzerne meistern werden.

      Und ja, ich habe da nur ein paar Schlagwörter hingeworfen. Aber ich verspreche Ihnen, wenn nur auf einem Gebiet – Mobilität, Klima oder Digitales – entschieden Projekte umgesetzt werden, dann geht, um mal mit Roman Herzog zu enden, dann geht ein Ruck durch Lüneburg. lg jj

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      • Inge Lührsen schreibt:

        Mobiles und Klima, da denkt man sofort an Herrn Althusmann, der das Rauchen von drei Zigaretten für ungesünder erklärt als das halbstündige Schnüffeln am Auspuff seines Minister-Diesels. Aber ist im Gegensatz zu solchen Beweisen mühsam bemäntelter Ratlosigkeit der beschleunigte Ausbau erneuerbarer Energien tatsächlich der Königsweg, damit jeder guten Gewissens ein Elektroauto fahren kann? Ist es nicht ein Irrglaube, dass durch das reine Ersetzen von Verbrennungsmotoren durch Elektroantriebe irgendetwas für die Umwelt gewonnen wäre? Wir haben in Deutschland rund 46 Millionen Fahrzeuge mit Benzin- oder Dieselmotoren – der ökologische Rucksack einer entsprechenden Zahl an Elektroautos wäre gigantisch. Die Antriebseinheit, die Batterie und die digitale Recheneinheit, die hinzukommt, wenn man Elektroautos automatisiert, benötigen Ressourcen wie Kobalt und Lithium. Die werden in Afrika oder Lateinamerika unter teilweise fragwürdigen Bedingungen gefördert. Das und auch die Batterieproduktion setzen erhebliche Mengen CO2 frei. Eine solche Verkehrswende ginge also auf Kosten der Menschen in anderen Teilen der Welt und wäre verlogen. Hinzu käme die Frage der sozialen Gerechtigkeit: Nicht jeder wird sich ein Elektroauto leisten können.

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      • jj schreibt:

        Für mich sind E-Autos auch nur Übergangsmodelle.

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    • Karlheinz Fahenwaldt schreibt:

      Sehr geehrter Herr Berg, bis auf den ersten und letzten Absatz teile ich die Analyse von Herrn Jenckel vollumfänglich! Aber auch Ihnen wird es nicht gelingen, eine namentlich benannte Einschätzung ehrenamtlicher PolitakteurInnen für die OB Wahl von mir zu bekommen. Dafür sind die entsprechenden Parteigremien zuständig und nicht ich! Unter ParteisoldatInnen verstehe ich Personen, die von einer hauptamtlichen
      politischen Position in eine andere streben.

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    • Maike Richter schreibt:

      „Bereicherung“ durch die Arena ist gut! Wen bereichert der Bau? Den Anstand? Wem zieht er die Mittel aus der Tasche? Der Unaufrichtigkeit?

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  7. Klaus Bruns schreibt:

    die österreicher hatten ohne wahl eine tolle regierung. nur aus experten. jetzt ist nur noch ein experte übrig geblieben. was sagt uns das? sollte der OB nicht auch ein experte sein? wie wäre es mit einer ,,hübschen“ ausschreibung?

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    • Max Werner schreibt:

      ohne wahl aber vor allem ohne strache und konsorten!

      wer wählt die Mitglieder im ausschreibungs- und auswahlkomitee aus? geht das auch über eine ausschreibung?

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  8. Luise Harms schreibt:

    Sehr geehrter Herr Jenckel,

    LZ-Chefredakteur Marc Rath hat Sonja Jamme, Claudia Kalisch, Monika Scherf, Andrea Schröder-Ehlers, Pia Steinrücke, Monika von Haaren, Sigrid Vossers, Ulrich Blanck, Thomas Maack, Heiko Meyer, Ulf Reinhardt und Peter Rowohlt auf der Liste. Das sind alles Parteisoldaten außer Pia Steinrücke und Sigrid Vossers. Doch wird Frau Steinrücke dem Kader von Herrn Mädge zugerechnet und Frau Vossers dem von Herrn Nahrstedt. beide stehen also ungewollt mit für Verkrustung und Freunderlwirtschaft ein, wie man die jahrzehntelange Netzwerkerei nach Lüneburger Façon in Österreich heißen würde.

    Herr Schnell schließt die unzweifelhaft 150 prozentigen Parteisoldat*inn*en Petra Kruse-Runge, Friedrich von Mansberg, Steffen Gärtner, Michèl Pauly, Finn van den Berg, Martin Dingeldey oder Norbert Meyer als OB-Kandidaten aus. Das müssten Sie mit Ihren Selektionsmerkmalen „Bürgernähe und Parteiferne“ wohl auch tun.

    Zusätzlich schlägt Herr Schnell als mögliche Prätendenten aus wenigstens nominell politikfernen Kreisen die Damen Helga Dreyer, Andrea Amri-Henkel und Kerstin Kuechler-Kakoschke sowie die Herren Dr. (HSG) Sascha Spoun, Klaus Hoppe, Sebastian Heilmann und Michael Zeinert vor.

    Sechs Fraktionen gibt es zurzeit im Rat der Hansestadt Lüneburg. Wenn Sie einen persönlichen Rodel von sechs Kandidat*inn*en zusammenstellen dürften, von denen jede*r mit einer Mehrheit der Angehörigen jener Fraktionen auf zielführende, dem Gemeinwohl dienliche Weise umgehen können müsste, wen würden Sie aus welchen Gründen mit auf Ihren Wunschzettel setzen?

    Vielleicht stellen Sie sich eine auf dürrer Heide gereifte Person vor. Sturmfest und erdverwachsen – so wie unsere wunderschöne Region ließe sich auch deren Politikstil beschreiben: Sie stünde für eine handfeste Politik, die den Menschen in den Mittelpunkt rückt und dabei nicht bevormundend oder überregulierend wirken soll. Ausgehend von ihrem persönlichen Werdegang nähmen eventuell die beiden Komponenten Familie und Handwerk oder Weltläufigkeit und Wirtschaft hierbei einen hohen Stellenwert ein; zu Recht, wie jene Person fände, denn zusammen bildeten beide eine solide Basis, sowohl für den Erfolg des Einzelnen als auch für ein lebendiges Miteinander.

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    • jj schreibt:

      Da denke ich mal nach und wäge

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      • Luise Harms schreibt:

        … und antworte anschließend? Eventuell sogar noch heute oder morgen?

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      • jj schreibt:

        Später im Jahr. Alles was jetzt gehandelt wird, ist bald verbrannt

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      • Arntrud Bischkek schreibt:

        Was ist eigentlich mit Ecki „Ohneland“ Pols, Herr Jenckel?

        Hatte der 2014 „im Augenblick seines Abgangs wirklich richtig erkannt: Wer im eigenen Wahlkreis demontiert (als Fraktionschef im Rat und als Kreisvorsitzender aus dem Amt gedrängt) wird, ist auch für die Bundes-CDU nur noch von begrenztem Wert“? Siehe: https://www.landeszeitung.de/blog/blog-jj/178441-eckhard-ohne-land

        Oder wird es wie 2017 auch mit Bezug auf die kommende Oberbürgermeister-Nominierung heißen: „Nicht einmal der Beschluss des Kreisvortandes, die Kandidaten-Präsentation und -Befragung hinter verschlossenen Türen abzuhalten, hatte bei den CDU-Mitgliedern Bestand. Sie haben dem Vorstand vielmehr indirekt zweimal das Misstrauen ausgesprochen: Sie haben seinen Beschluss überstimmt und sie haben nicht für die extra aufgefahrene Konkurrenz gestimmt, sondern für Pols.“ Siehe: https://blog-jj.com/2017/02/18/pols-is-back/

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      • jj schreibt:

        Eckhard Pols sitzt seit 2009 im Bundestag, er hat den Wahlkreis jeweils direkt gewonnen auch nach dem Blog-Beitrag. Und er will noch einmal für den Bundestag antreten.
        Grundsätzlich halte ich die Strategie in der Region in der Partei verankert zu sein für Bundestagsabgeordnete für richtig und wichtig. Pols sitzt unter anderem im Kreistag und hat ansonsten gezeigt, dass Herr Jenckel mit seinen Weissagungen nicht immer richtig liegt. Und das ist auch gut.
        Hier noch ein bisschen Pols-Vita

        https://www.pols-cdu.de/ueber-mich#4

        Lg jj

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    • Luise Harms schreibt:

      Das heißt, Sie geben K E I N E M der genannten Namensträger*innen eine Chance mehr?

      Mir fällt noch eine Handvoll von Leuten ein, die bisher nicht vorkamen. Soll ich die lieber für mich behalten, um ihren Sieg nicht zu gefährden?

      Warum prescht Herr Rath dann mit seiner „Analyse“ vor? Um den Aufgeführten klar zu machen: „Hey, Folks, ihr steht prima im Saft. Aber bei den OB-Wahlen werdet ihr alt aussehen“?

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      • jj schreibt:

        Liebe Frau Harms, vorweggeschickt sei:
        Ich habe Anfang des Jahrtausends auch einmal fünf Jahre als Pressesprecher der Stadt Lüneburg gearbeitet und habe ein recht genaues Bild von dem, was verlangt wird und was man aushalten muss. Es war das Ende der ersten und der Beginn der zweiten Amtszeit von Ulrich Mädge, also strategisch eine hochinteressante und angesichts seines Wahlergebnis auch erfolgreiche Zeit. PS: Andrea Schröder-Ehlers war da Fachbereichsleiterin.

        Was man sonst noch über die Politiker wissen muss, dass habe ich von meinem väterlicher Freund Klaus Harries gelernt, lange Oberkreisdirektor und und lange Bundestagsabgeordneter.

        Nun zu Ihren Fragen:
        Unter den von Marc Rath genannten Namen sind durchaus Kandidaten, die das können, aber vermutlich gar nicht wollen oder das auch schon bekundet haben.
        Und auch mir fielen spontan Namen ein von Lüneburger Geschäftsführern auch von städtischen Gesellschaften, die das können.

        Was Marc Rath angeht, der war längere Zeit Pressesprecher im Ministerium für Umwelt und Raumordnung sowie Wirtschaft und Technologie in Sachsen-Anhalt und beim Verband Forschender Arzneimittelhersteller in Berlin. Der weiß also, wie der Hase läuft. Und ich denke, er hat vor allem Wertschätzung für Genannte zum Ausdruck gebracht und deutlich gesagt, dass es im Grund für konkrete Nachrichten zu früh ist. Und Sie sehen ja an den vielen Kommentaren auf der LZ-Facebook-Seite, dass sich da viele, wenn auch teils rechts abseitig, einen Kopf machen.
        Lg jj

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  9. jj schreibt:

    Marc Rath nennt heute in der LZ zwölf mögliche Kandidaten/innen für die Oberbürgermeister-Nachfolge 2021 in Lüneburg: Ulrich Blanck, Sonja Jamme, Claudia Kalisch, Thomas Maack, Heiko Meyer, Ulf Reinhardt, Peter Rowohlt, Monika Scherf, Andrea Schröder-Ehlers, Pia Steinrücke, Monika von Haaren, Sigrid Vossers.
    Vier hatten schon vorher bei der Landratswahl oder als OB-Kandidat aus persönlichen Gründen abgewinkt, andere haben zu gute Posten. Aussichten hätten nicht viele. Und: Taktisch gesehen ist man in der Politik schnell verbrannt, wenn der Name zu früh für einen Posten gehandelt wird.

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    • Kevin Schnell schreibt:

      Sonja Jamme, Ulrich Blanck und Heiko Meyer wird man sofort streichen müssen. Das sind drei liebenswerte Menschen, aber ohne jede Verwaltungs- und Führungserfahrung. Claudia Kalisch, Thomas Maak und Peter Rowohlt sind genau da angekommen, wofür ihre Kräfte und Fähigkeiten eben ausreichen. Die drei kann man also auch streichen. Monika Scherf und Monika von Haaren sind geeignet, aber beiden stehen inzwischen ganz andere Karrierewege offen. Die beiden fallen weg, weil sie‘s nicht machen werden (und weil sie kaum erklären könnten, warum sie bei ihren jüngsten beruflichen Aufstiegen die Kärrnerarbeit an der Basis und/oder in den parteilichen Gremien wie Frau von Haaren ad Acta gelegt bzw. wie Frau Scherf nie aufgenommen haben). Bleiben Andrea Schröder-Ehlers, Pia Steinrücke, Sigrid Vossers und Ulf Reinhardt, unter denen Frau Schröder-Ehlers zwar die am häufigsten fotografierte, aber auch die wahrscheinlich am wenigsten chancenreiche, weil profilloseste Kandidatin ohne einen Hauch von praktischen Verwaltungskenntnissen ist. Pia Steinrücke und Sigrid Vossers dagegen sind Profis im Management behördlicher Organisationen mit einem beeindruckenden Track Record von Erfolgen. Der Nachteil der beiden ist, dass sie außerhalb des Rat- bzw. Kreishauses niemand kennt, da sie übereitle Chefs vor der Nase hatten, die jeden medienverwertbaren Piep im eigenen Namen haben bekannt machen lassen – und nur bei Pleiten, Pech und Pannen auf Nachrangige gedeutet und signalisiert haben, auf solche Mitarbeiter hätten sie sich eben verlassen müssen. Ulf Reinhardt entspricht unter allen Genannten am ehesten den heute überall gängigen, aber doch ebenso populistischen wie schwammigen Kriterien von „Bürgernähe und Parteiferne (Neutralität), Charisma und Innovation, Faktenwissen und Führungsqualität“. (Zumindest die ersten beiden Gesichtspunkte spielen mit dem platten, jedoch trumpistisch-demagogisch „easy“ ausbeutbaren Klischee-Gegensatz von verlogenem „Establishment“ und wahrhaftigkeitsbeseeltem „Volk“.) Außerdem besitzt Reinhardt nachweisbar bewährte Führungsfähigkeiten, solide betriebs- und volkswirtschaftliche Kenntnisse und den vielfach belegbaren Willen, die jeweils betroffene Bürgerschaft in Entscheidungsprozesse einzubeziehen. Aber, wie Steinrücke und Vossers hat er das Manko, außerhalb des kleinen Kreises stadt- und regionalpolitisch Interessierter kaum bekannt zu sein. Außerdem – und das wiegt schwerer – gehört er einer Partei an, deren örtliche und überörtliche Teile und Verbandsfraktiönchen von Missgunst, Hinterbühnengewese und Ranküne beinahe noch giftiger durchzogen sind als die Orts-, Kreis- und Landesorganisationen bei den „Christ“- und „Sozial“-„Demokraten“.

      Trotzdem, – unter den von Marc Rath Aufgezählten (!) – hätten nur Pia Steinrücke, Sigrid Vossers und Ulf Reinhardt eine reelle Chance (und die dafür notwendigen Qualitäten UND Qualifikationen), im Herbst 2021 das Amt des Lüneburger Oberbürgermeisters in der Nachfolge Ulrich Mädges zu übernehmen.

      (Vergessen hat Herr Rath den knapp gescheiterten Landratskandidaten Norbert Meyer, der aber von seinen Parteifreunden wohl kaum eine zweite Großchance innerhalb von 24 Monaten erhalten wird und der natürlich insofern „verbrannt“ ist, als ihm respektive seinem „Image“ der Ruch des „Losers“ außerhalb der Samtgemeinde Ostheide noch eine gehörige Weile anhaften wird.)

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      • Kevin Schnell schreibt:

        Ich habe mich geirrt.

        Anders als oben geschrieben, besitzt Frau Schröder-Ehlers doch Verwaltungserfahrung: „Im Anschluss an den juristischen Vorbereitungsdienst und die Ablegung des Zweiten Staatsexamens war sie zunächst als Dezernentin für Wirtschaftsförderung, später als Persönliche Referentin und Pressprecherin bei der Bezirksregierung Lüneburg tätig. Von 1998 bis zur Wahl in den Landtag im Jahre 2008 arbeitete sie als Fachbereichsleiterin für Sicherheit, Umwelt, Verkehr und Bürgerservice bei der Stadt Lüneburg.“ (Wikipedia)
        Dieselben Informationen finden sich auf ihrer Website: https://andrea-schroeder-ehlers.de/zur-person

        Bei meinen Einschätzungen von gestern Mittag (2. Januar 2020, 13:57 Uhr) bleibe ich.

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  10. Karlheinz Fahrenwaldt schreibt:

    Lieber jj, wie besprochen melde ich mich im Blog zurück. Sollte jedoch der Cyber-Stalker wieder unter meinem Namen im Blog auftauchen bin ich endgültig weg.
    Lieber Herr Jenckel, der für mich wichtigste Satz in Ihrem Post ist der mit den Parteisoldaten. Er entsprich vollumfänglich auch meiner Einschätzung. Auch in der Politik vor Ort ist ein Paradigmenwechsel nötig. Das geht aber nur mit Personen, die für eine andere Politik stehen und das ist mit den jetzt handelnden Personen auf der politischen Bühne nicht möglich. Bestes Beispiel ist die Wahl des neuen Lüneburger Landrats: alter Wein im neuen Schlauch! Wenn damals die Grünen mehr Selbstvertrauen gehabt hätten und statt einer Parteisoldatin eine „neutrale“ Persönlichkeit mit der Unterstützung weiterer Politakteure aufgestellt hätten, wäre schon damals ein Politikwechsel möglich gewesen. Diese Chance sollte in 2021 nicht versäumt werden und da haben die Grünen als derzeit laut Umfragen stärkste alternative politische Gruppe in Lüneburg die Verantwortung zum Handeln.

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    • jj schreibt:

      Herr Fahrenwaldt, morgen wird Marc Rath in der LZ ein Dutzend potenzielle Kandidaten/innen präsentieren, denen er das Amt zutraut oder die gehandelt werden. Mal sehen, ob für Sie und für mich was dabei ist. Ich sag mal: da müssen Bürgernähe und Parteiferne, Charisma und Innovation, Faktenwissen und Führungsqualität aufs Schönste kombiniert sein. LG jj

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    • Kevin Schnell schreibt:

      Parteisoldaten fallen weg, Herr Fahrenwaldt?

      Dann dürften also weder Friedrich von Mansberg, noch Steffen Gärtner, noch Petra Kruse-Runge oder Michèl Pauly bzw. Finn van den Berg oder Martin Dingeldey sich Hoffnungen machen, den Marschallstab aus dem Tornister kramen und den Oberuli beerben zu können?

      Wenn Sie von einer „neutralen“ Persönlichkeit sprechen, an wen denken Sie dann beispielsweise? Soll Herr Dr. (HSG) Spoun sein Marketingkäppchen in den Ring werfen? Oder Frau Helga Dreyer ihr Brückenkonzept? Käme eine Unternehmerpersönlichkeit wie Klaus Hoppe infrage? Oder doch eher ein Macher wie Sebastian Heilmann oder Michael Zeinert? Und wie wäre es vielleicht sogar mit einer Frau? Wie denken Sie über Kerstin Kuechler-Kakoschke oder Andrea Amri-Henkel?

      Sie und Herrn Jenckel möchte ich außerdem fragen, (1.) wer über das Erfüllen Ihrer reichlich schwammigen Kriterien wie „Bürgernähe und Parteiferne (Neutralität), Charisma und Innovation, Faktenwissen und Führungsqualität“ befinden soll und (2.) wie sich eine derart „qualifizierte“ Persönlichkeit im Rat durchsetzen soll, wo sie ja auf jeden Fall, sofern sie „ gestalten“ möchte, auch nach dem Ausscheiden des jetzigen sozialdemokratischen Kommandostabs auf die Unterstützung von „Parteisoldaten“ irgendeiner Couleur stets angewiesen bleiben wird?

      Neugierig bin ich überdies, worauf Sie, Herr Fahrenwaldt, mit der Bemerkung vom „Cyber-Stalker“ anspielen. Ist wieder Herr Bruns damit gemeint? Das fände ich unfair. Herr Bruns hat zwar eine hohe Kommentarfrequenz, trifft aber, wenn er beim Thema bleibt, sehr oft sehr pointiert den hohlen Kern bei seinen Kontrahenten.

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      • jj schreibt:

        Lieber Herr Schell,
        das entscheiden natürlich Zehntausende Wahlberechtigte, also auch Sie und ich, wem wir das zutrauen. Und so ein Oberbürgermeister der leitet die Verwaltung und berät und schlägt vor, aber letztlich versucht er zu erfüllen, was der Rat will. lg und ein gutes Jahr jj

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      • Kevin Schnell schreibt:

        „So ein Oberbürgermeister der leitet die Verwaltung und berät und schlägt vor, aber letztlich versucht er zu erfüllen, was der Rat will.“

        So sollte es sein, Herr Jenckel. So steht es im Niedersächsischen Verfassungsgesetz. Aber wir haben seit 1996, nunmehr 23 Jahre lang, erlebt, dass es auch genau anders herum gehen kann: Die Gemeindevertretung berät und schlägt vor und redet sich rauchende Köpfe, aber letztlich versucht sie zu erfüllen, was der Oberbürgermeister will.

        Auch Ihnen LG und ein gutes Jahr

        Kevin Schnell

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      • Karlheinz Fahrenwaldt schreibt:

        Wenn Sie meinen 2. Satz richtig gelesen hätten könnten Sie sich Ihre Frage selbst beantworten. Lesen bildet. Der Herr Bruns postet unter SEINEM Namen und nicht unter MEINEM! Und was die anderen Namen betrifft: Schauen wir mal was Herr Rath morgen so für Vorschläge hat!

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      • Kevin Schnell schreibt:

        Oh, okay, Herr Fahrenwaldt,

        Sie meinen, der schreibt IN Ihrem Namen. „UNTER Ihrem Namen auftauchen“ hatte ich verstanden als „Ihnen immer wieder direkt unter Ihrem Post antworten“. Wo eigentlich sonst, müsste man da ja dann fragen. — Geantwortet haben SIE damit aber nur auf eine MEINER Fragen.

        Jedenfalls wünsche ich auch Ihnen ein gutes neues Jahr und sende Ihnen lG

        Kevin Schnell

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      • Karlheinz Fahrenwaldt schreibt:

        Lieber Herr Schnell, deutsche Sprache – schwere Sprache: Unter meinem Namen steht hier im Blog (z.B. Karlheinz Fahrenwaldt schreibt:
        1. Januar 2020 um 23:53) ein Kommentar und der ist in diesem Fall von mir, also in meinem Namen. Ein Cyber-Stalker hat unter meinem Namen einen eigenen Kommentar gepostet – also NICHT in meinem Namen sondern nur darunter! 😦
        Und was die Namen etwaiger KandidatInnen betrifft: Für mich sind die konkreten Namen nur von geringer Bedeutung. Für mich sind der von diesen Personen vertretene Politikstil und die Inhalte von Bedeutung für meine Wahlentscheidung.

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      • Kevin Schnell schreibt:

        Lieber Herr Fahrenwaldt,

        nicht „in“, „unter“ oder „mit“ Ihrem Namen, sondern „auf“ Ihren Kommentar antworte ich (noch einmal) mit konkreten Fragen:

        1.) Sie schreiben: „Was die Namen etwaiger KandidatInnen betrifft: Für mich sind die konkreten Namen nur von geringer Bedeutung. Für mich sind der von diesen Personen vertretene Politikstil und die Inhalte von Bedeutung für meine Wahlentscheidung.“ Ist das nicht exakt das formelhafte, nichtssagend ausweichende Gerede eines Lokalpolitikers, der den von Ihnen gewünschten „Paradigmenwechsel“ mental noch nicht vollzogen hat, Herr Fahrenwaldt? Welcher Parteisoldat würde nicht mit der blankgelutschten Phrase vom „Vorrang der Sache vor den Personen“ kommen, wenn er „den Bürgerdialog“ über konkrete Inhalte vermeiden will?

        2.) Sie selbst waren am Mittwoch noch ganz gespannt auf die „konkreten Namen“, die Herr Rath am Donnerstag würde vorgeschlagen haben. Warum? Weil Sie sich an Faust erinnert haben, der meinte: „Bey euch, ihr [Damen und] Herrn, kann man das Wesen / Gewöhnlich aus dem Namen lesen“?

        3) So sind zum Beispiel Erika Romberg und Jens Böther für Sie „Parteisoldaten“ (bzw. „alte Weine in neuen Schläuchen“), die nicht für eine „andere Politik stehen“. Wie definieren Sie eine solche „andere Politik“ inhaltlich konkret?

        4) Ist nicht die Botschaft: „Künftig soll gemacht werden, was ich will!“ die konkreteste Übersetzung für Ihre bis zur Durchsichtigkeit ausgebleichte Wendung vom dringend notwendigen „Paradigmenwechsel“, der „nur mit Personen“ gehe, „die für eine andere Politik stehen“? Aber was wollen Sie konkret, Herr Fahrenwaldt?

        5) Mit konkret welchen „jetzt auf der politischen Bühne handelnden Personen“ ist die von Ihnen (leider nicht konkret beschriebene) Wende aus welchen konkreten Gründen nicht möglich?

        6) Noch eine letzete konkrete Frage zu konkreten Namen: Wenn Parteisoldaten Ihrer Ansicht nach nicht als Kandidaten bei der OB-Wahl infrage kommen, Herr Fahrenwaldt, scheiden dann die Parteisoldaten Friedrich von Mansberg, Steffen Gärtner, Petra Kruse-Runge, Michèl Pauly, Finn van den Berg und Martin Dingeldey als OB-Kandidaten für Sie, definitiv aus? Ja oder Nein?

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      • Karlheinz Fahrenwaldt schreibt:

        Lieber Herr Schnell, es ist nicht meine Aufgabe, politisch aktive Menschen bezüglich einer Eignung als KandidatInnen für die OB Wahl zu beurteilen und es steht mir auch nicht zu. Meine Meinung hab ich in dem Kommentar vom 1.1. kundgetan: 2021 (…) haben die Grünen als derzeit laut Umfragen stärkste alternative politische Gruppe in Lüneburg die Verantwortung zum Handeln. Der Paradigmenwechsel bezieht sich auf inhaltlichen Wandel (z.B. Mehr bezahlbaren Wohnraum schaffen, kostenloser ÖPNV usw.) und die Änderung des Umgangs miteinander im Stadtrat.

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      • Kevin Schnell schreibt:

        Lieber Herr Fahrenwaldt,

        aber wenn Sie schreiben: „Lieber Herr Jenckel, der für mich wichtigste Satz in Ihrem Post ist der mit den Parteisoldaten. Er entspricht vollumfänglich auch meiner Einschätzung.“ UND wenn Sie schreiben, zum Beispiel Erika Romberg und Jens Böther seien in Ihren Augen „Parteisoldaten“ (bzw. „alte Weine in neuen Schläuchen“), die nicht für eine „andere Politik stehen“, — dann beurteilen Sie doch „politisch aktive Menschen bezüglich ihrer Eignung als KandidatInnen“ oder als Amtierende für den Posten des Landrats!

        Sie haben also eine Vorstellung davon, wer für Sie NICHT infrage kommt: Parteisoldaten.

        Insofern MÜSSEN Sie sehr wohl „politisch aktive Menschen bezüglich ihrer Eignung als KandidatInnen für die OB Wahl beurteilen“ können und wollen.

        Mindestens meine Entscheidungsfrage (6) MÜSSEN Sie daher eindeutig beantworten können.

        —> Wenn Parteisoldaten (w/m) Ihrer Ansicht nach nicht als Kandidaten (w/m) bei der OB-Wahl infrage kommen, Herr Fahrenwaldt, scheiden dann die Parteisoldaten (w/m) Friedrich von Mansberg, Steffen Gärtner, Petra Kruse-Runge, Michèl Pauly, Finn van den Berg und Martin Dingeldey als OB-Kandidaten (w/m) für Sie, definitiv aus? Ja oder Nein?

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  11. Jürgen schreibt:

    Apropos „das große Zukunftsthema digitale Revolution“:
    Lieber Jürgen, Sie zitieren im Folgenden nicht, nein Sie kopieren hier einen ganzen Artikel der FAZ und geben das als eigene Leistung aus, und das zum Jahresende. Zitieren geht anders. Das habe ich mal gekürzt auf die erste Zeile. LG und Guten Rutsch jj

    Titelbild FAZ-Artikel
    Hier der Link zum FAZ-Artikel
    https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/fragen-an-das-naechste-jahrzehnt-16555002.html

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  12. Andreas Janowitz schreibt:

    100.000 Aufrufe? Mit Chance auch von denjenigen, um die es all zu häufig geht: unsere Lokalprominenz.

    Und jetzt der Tradition entsprechen ins Kino und die Portion Eskapismus ergattern.
    Guten Rutsch!

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  13. Gerhard Wagner schreibt:

    Wow, Herr Jenckel,

    beeindruckende Zahlen! Mehr als 100.000 Aufrufe. Und das Arena-Desaster, ein Politikthema, an erster Stelle!

    Aber, wie kommt es, dass unter Ihren Top-Themen die Wohnraummisere fehlt? Und das, trotzdem die Landeszeitung gerade dieses Megaproblem mit ihrer Frage „Wem gehört Lüneburg?“ kritisch und informativ wie niemals zuvor begleitet hat?

    Denn natürlich besteht zum Aufatmen am Lüneburger Wohnungsmarkt keine Veranlassung. Seit gut zehn Jahren steigen Preise und Mieten rasant, und die jüngsten Zahlen belegen, dass sich das Wohnen vor allem in der Hansestadt unvermindert weiter verteuert. Bekannte Auguren wie Hinrich Bonin und Karlheinz Fahrenwaldt sehen wenig Anhaltspunkte dafür, dass sich diese Tendenz in absehbarer Zeit umkehren könnte. Die Einwohnerzahlen steigen vor allem im Oberzentrum, die auch die notwendigen Arbeitsplätze bietet. Die Zinsen sind so niedrig, dass Immobilien schon mangels anderer rentabler Anlagen gefragt bleiben. Und die Bauwirtschaft und das entsprechende Handwerk sind so gut ausgelastet, dass sie wenig Anlass zu Preisnachlässen sehen.

    Unter diesen Rahmenbedingungen wird es dauern, bis sich die Lage am Wohnungsmarkt auch im Kreis entspannt. Dringend notwendig wäre es, deutlich mehr Wohnungen zu bauen, um der starken Nachfrage entgegenzukommen. Doch das scheitert schon daran, dass zu wenig Bauland ausgewiesen wird – nicht nur wegen Nachlässigkeiten der um Lüneburg herum liegenden Kommunen, sondern auch wegen deren Befürchtung, für die wegen des Wohnungsbaus notwendigen Kindergärten, Schulen und Verkehrswege finanziell nicht geradestehen zu können. Zudem tun viele Lüneburger alles, um zu verhindern, dass vor ihrer Nase in Baulücken oder auf den Dächern weitere Wohnungen entstehen.

    Es ist also keineswegs die Verwaltung und die von ihr herumgeschubste „hohe Politik“ allein, die an den Wohnungsnöten schuld ist. Dennoch könnte Herr Althusmann aus Heiligenthal (oder doch schon Seevetal (?)) in Hannover einiges tun. Dazu gehören die Verringerung und Vereinfachung der unübersehbar zahlreichen Bauvorschriften. Außerdem könnten die staatlichen Nebenkosten für Neubau und Wohnungskauf gesenkt werden, an erster Stelle die vom Land erhobene Grunderwerbsteuer. Anstatt sich auf diese Stellschrauben zu konzentrieren, steht bei unserem Wirtschaftsminister im Vordergrund, kurzfristig in die Preisentwicklung einzugreifen. Mietendeckel und Mietpreisbremse fördern aber nicht den notwendigen Wohnungsbau, sondern behindern ihn – und verlängern damit die Wohnungsnöte.

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