Wissen nur geborene Lüneburger, was gut ist für diese Stadt?

Ulrich Mädge ist am Harz geboren, aber sein halbes Leben wirkt er in Lüneburg.

Lüneburg, 11. Januar 2020

Zwei Fragen treiben mich nach einem Streifzug durch Facebook-Seiten in der Stadt um: Wer ist ein echter Lüneburger? Und weiß nur ein echter Lüneburger, was gut ist für Lüneburg? Das wird jüngst gerne, mal unterschwellig, mal direkt, gegen Oberbürgermeister Ulrich Mädge ins Feld geführt. Richtig ist, er kommt aus Vienenburg am Harz. Richtig ist aber auch: Das Nonsens-Argument hat den Stallgeruch von Provinz-Nationalismus.

Was also ist ein echter Lüneburger? Meine Familie hat im 18. Jahrhundert Bürgerrechte in Lüneburg erhalten. Ich erlaube mir mal ein Urteil.

Echte Lüneburger und Lüneburgerinnen sind für mich nicht nur die Nachkommen aus den Familien, die seit Jahrhunderten ansässig sind an der Ilmenau. Zu echten Lüneburgern sind auch Tausende von Vertriebenen geworden, die nach dem Krieg arm wie Kirchenmäuse in die Hansestadt kamen und sie voll Tatendrang mit geprägt haben. Lüneburger sind für mich Legionen von Unternehmern, die nach Lüneburg kamen und kommen, Tausenden einen Arbeitsplatz bieten, die ihr Glück zum Glück in Lüneburg gefunden haben. Lüneburger/in ist für mich jede/r, der diese Stadt liebt und die Hand für sie hebt, ob im Sport, in der Kultur, in der Wirtschaft oder im Sozialen. Und natürlich in der Politik. Lüneburger ist für mich, wer Teil der Stadtgesellschaft ist, ein fragiles wie bedrohtes Biotop. Bedroht auch durch die Trolle im Netz.

Und dass nur waschechte Lüneburger wüssten, was gut ist für Lüneburg, das kommt dem Abgesang auf eine weltoffene Hansestadt gleich, das steht für Abschottung, Betriebsblindheit und Muff.

Es sind gerade die Perspektivwechsel, die neuen Blickwinkel, die Unvoreingenommenheit, die Verwunderung, die Innovation blühen lassen und eine Stadt vital halten und hohe Lebensqualität garantieren. Wenn man seine Stadt denn liebt.

Mit Ulrich Mädge bin ich in vielen Fragen nicht einer Meinung, ob in der Verkehrspolitik, ich bin leidenschaftlicher Radfahrer, oder in der Baupolitik, wo er Sachzwänge sieht, sehe ich auch Bausünden. Aber ich käme nicht auf die Idee, infrage zustellen, dass dieser Oberbürgermeister Lüneburg liebt, auch wenn er ursprünglich aus dem Harz kommt. Er lebt sein halbes Leben hier, er hat sich in den letzten Jahrzehnten den Arsch für diese Stadt aufgerissen. Im Ergebnis ist ganz sicher nicht alles Gold. Und im Umgang gibt es durchaus charmantere Berserker, und auf Dauer leidet noch jeder Politiker in der ersten Reihe am Kohl-Syndrom. Aber dass Lüneburg so dasteht, das ist zu einem guten Teil auch Mädges Werk. Und ich höre nicht auf, in den Clinch mit ihm zu gehen. Denn ich habe festgestellt: Und er bewegt sich doch.

Und dann kursieren da diese verblasenen „Der-ist-kein-echter-Lüneburger“-Argumente im Netz. Diese Online-Defaitisten und Alles-ist-schlecht-Profis, die wie Hyänen auf jeden Online-Artikel und jeden Facebook-Post stürzen, bieten keinen Anreiz, eine Stadtgesellschaft mit zu gestalten. Kritik ja, Stromlinien-Politik in keinem Fall, sondern hartes Ringen um die besten Ideen für Lüneburg. Wer dazu keine Lust und Liebe hat, der täte den anderen zumindest einen kleinen Gefallen, wenn er es beim Trittbrettfahren beließe, ohne rumzuquäken. 

Hans-Herbert Jencke

Über jj

Journalist, Dipl.-Kaufmann
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63 Antworten zu Wissen nur geborene Lüneburger, was gut ist für diese Stadt?

  1. sanderthomasgmxde schreibt:

    Sehr geehrter Herr Schnell, zu den mannigfaltigen Fragen, die Sie an mich gerichtet haben, möchte ich eine beantworten, deren Beantwortung Ihnen meinem Empfinden nach besonders am Herzen liegt: „Wie weisen Sie nach, dass mein Demokratieverständnis „unterentwickelt“ ist?“ Mit Ihrem offensichtlich mangelnden Respekt vor der Meinungsäußerungsfreiheit, die in unserer demokratischen Verfassung garantiert ist, ob die Meinung Ihnen gefällt oder nicht. Eine gesetzliche Meinungsbegründungspflicht gibt es nicht. Ihr mangelnder Respekt dokumentiert sich darin, dass Sie sofort mittels rhetorischer Fragen das Recht zu dieser Meinungsäußerung (Mangel an demokratischer Entscheidungskultur) in Frage stellen und den Meinungsäußerer mittels dieser Fragen desavouiren. Der Bequemlichkeit halber packen Sie den mir persönlich nicht bekannten Herrn Bruns gleich mit in den Sack in den Sie mich gesteckt haben, obwohl sich dieser im Gegensatz zu Ihnen die Mühe gemacht hat eine eigene Vorstellung davon zu entwickeln, was eine „demokratische Entscheidungskultur“ ausmachen könnte, sonst hätte er nicht „geliket“. Sie aber sind von Anfang an nur auf Vernichtung dieser gedanklichen Figur aus, wie unser Disput auch im weiteren Verlauf zeigt. Dabei bedienen Sie sich ersichtlich der abgefeimt fragwürdigen Methoden aus dem Werkzeugkasten der eristischen Dialektik. Auch dies kann ich im formaljuristischen (bzw. „Ihrem“ rechtspositivistischen) Sinne nicht beweisen. Ein Geständnis wäre eine Sensation. Ich bin aber absolut überzeugt davon, dass Sie, mein lieber Herr Schnell, mühelos Anzeichen zu finden in der Lage sind, die für die Richtigkeit meiner Vermutung sprechen könnten. Wenn Sie bereit sind. Sind Sie? Ich wäre dann, aber auch nur dann, bereit auch noch die eine oder andere Ihrer Fragen zu beantworten.

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  2. Otto Berg schreibt:

    Sehr geehrter Herr Dubber, sehr geehrter Herr Kamp, sehr geehrter Herr Reinhardt, sehr geehrter Herr Pauly, sehr geehrter Herr Wiemann,

    verfolgen Sie die Debatte hier im Blog?

    Ein weit über die Grenzen unseres Stadt- und Landkreises hinaus bekanntes Beispiel dafür, was Thomas Sander mit der „mangelhaften demokratischen Entscheidungskultur in Lüneburg“ meinen könnte, ist die „Arena Lügengurker Schand“ (Kevin Schnell). Die „Monofunktionshalle“ (Kommerz), deren Bedarf und Gemeinwohlnutzen bis heute nicht nachgewiesen wurde, ist ein im Laufe der nächsten 30 Jahre wahrscheinlich weit über 100 Millionen Euro verschlingendes Denkmal (a) der obrigkeilichen Unaufrichtigkeit, (b) des Verwaltungsversagens und (c) der völlig ungenügenden Ausübung der Kontrollpflichten durch die Mitglieder des derzeitigen Kreistages.

    Und trotzdem, sozusagen im Auge des Skandals stehend: Wie man gerade in solcher trüben und beschämenden Lage nicht miteinander umgehen sollte, haben am vergangenen Donnerstag (16. Januar 2020) auf der Sitzung des Ausschusses für Hochbau und Energiesparmaßnahmen im Sitzungssaal der Kreisverwaltung, Auf dem Michaeliskloster 4 eine jüngere Dame und drei ältere Herren vorgemacht, die offenbar vergessen haben, dass sie Diener der Kreisbürgerschaft (und deren Bürgervertretung) sind und nicht deren Oberhofmeister! Bei diesen Personen handelt es sich um:

    » Sigrid Vossers, die für den Fachbereich 6 (Bauen, Umwelt, Regional- und Bauleitplanung) verantwortliche Kreisrätin und

    » Hans-Georg Führinger, den Ausschussvorsitzenden und Scharnebecker Bürgermeister,

    die beide nicht dafür bekannt sind, Herrn Nahrstedts „Ausführungen“ jemals hinterfragt zu haben, die Märchenerzählungen des Ende Oktober 2019 ausgeschiedenen Landrats also, welche hauptursächlich sind für die ungezählten „Arena“-Ungereimtheiten und vor allem für die Kostenverdoppelung des Hallenkörpers lange vor Baubeginn.

    Und es handelt sich um:

    » Ronald Wittkopf, den Projektsteuerer von der Reese Baumanagement GmbH & Co. KG,

    der als vom Kreis beauftragter und bezahlter Dienstleister, auf ihm von Ausschussmitgliedern und Abgeordneten gestellte Fragen zu antworten hat, aber sich nicht als schnippischer Willi Wichtig aufspielen sollte,

    und zuletzt und zuerst auch um:

    » Jens Böther, den Nachfolger von Manfred Nahrstedt als Landrat, der während seines Wahlkampfes sowohl die (juristische) Aufklärung und Trockenlegung des „Arena“-Sumpfes versprochen hat, als auch den vorbehaltlosen Respekt gegenüber seinem politischen „Vorgesetzten“, den Mitgliedern des Lüneburger Kreistages.

    Was, sehr geehrte Herren Dubber, Kamp, Reinhardt, Pauly und Wiemann, fällt Ihnen zum Thema „demokratische Entscheidungskultur“ in Lüneburg ein, wenn Sie die folgenden vier Ausrisse aus dem Bericht von LZ-Redakteur Dennis Thomas über die unseren gewählten Abgeordneten im öffentlichen Sitzungsteil des Kreistagshochbauausschusses von vor drei Tagen erteilten Lektionen lesen?

    1.) Tanja Bauschke (Grüne) bemängelte, dass es zur der Sitzung im Vorfeld keine Vorlage gegeben habe: „Wir haben dann keine Chance, uns auf die Sitzung vernünftig vorzubereiten.“ Landrat Jens Böther (CDU) entgegnete, dass der Arena-Bericht keinen Beschluss erfordere, sondern von den Kreistagsabgeordneten zur Kenntnis genommen werden sollte. Ausschussvorsitzender Hans-Georg Führinger (CDU) hakte ein und fragte Bauschke: „Was hätte es Ihnen gebracht, wenn in der Vorlage gestanden hätte, was die Firma Reese-Baumanagement berichtet?“ Dazu Bauschke: „Ist die Frage ernst gemeint?“ Den Bericht im Vorfeld auszuhändigen, würde es ermöglichen, tiefergehende Nachfragen zu stellen, sagte Bauschke. Schließlich unterbrach Führinger die Grüne: „Ich habe keine Lust, mich mit Ihnen weiter über Formalien zu unterhalten.“

    2.) Ähnlich gereizt reagierte später Projektsteuerer Wittkopf auf das beharrliche Nachfragen Bauschkes. Wittkopf argumentierte, dass ein Bericht, der schon 14 Tage zuvor als Sitzungsvorlage an die Abgeordneten ausgegeben würde, zum Sitzungstermin immer veraltet sei, da er und die Kreisverwaltung tagesaktuell den neuesten Stand wiedergeben würden. Den Einwand Bauschkes, Wittkopf würde mit seinem Redebeitrag unzulässig auf die Ausschussmitglieder einwirken, verbat sich der externe Berater: Bauschke hätte ihm nicht vorzuschreiben, was er sagen dürfte: „Das hat zuletzt meine Mutter gemacht, aber seitdem ich 18 bin, ist das auch vorbei.“

    3.) Die Nachfrage des Kreistagsabgeordneten Martin Nass (Linke), ob ein Wintereinbruch doch noch zu Verzögerungen im Bauablauf führen könnte, quittierte Wittkopf mit einer Gegenfrage: „Bin ich Petrus?“

    4.) Zuletzt kritisierte Bauschke, dass die Kreisverwaltung keine Informationen darüber teile, welche Änderungswünsche beispielsweise die Stadt Lüneburg beim Verkehrskonzept für die Arena angemeldet habe. Kreisrätin Sigrid Vossers sagte, sie wolle „die Kreistagsabgeordneten nicht mit allen Zwischenschritten belästigen“. Das abgestimmte Papier werde im Frühjahr den Kreistagsabgeordneten rechtzeitig vorgelegt.

    Quelle: https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/2678141-nerven-bleiben-angespannt

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    • Klaus Bruns schreibt:

      Otto Berg
      die Arena ist ein Paradebeispiel für die demokratische Entscheidungskultur in Lüneburg“. Es wird abgenickt , ohne zu wissen , was es uns allen am ende kosten wird. Und dieses passierte nicht zum ersten mal. Die Leuphana lässt grüßen. In der demokratischen Entscheidungskultur scheint Geld nicht den Stellenwert zu haben, den es haben sollte.Ich bin gespannt, welche ,,Mängel“ bei der nächsten demokratischen Entscheidung (Elbbrücke) zu ,,bewundern“ sein werden. Hinter verschlossenen Türen ist gut munkeln. Wann werden die Sitzungen wohl so demokratisch in lüneburg stattfinden, das die Öffentlichkeit grundsätzlich anwesend sein wird? Hat Lüneburg da nicht noch ein Defizit zu beseitigen? Ob die LZ da noch mal darauf hinweisen wird? Ob die ,,demokratischen“ Protagonisten in Lüneburg sich wirklich in die Karten schauen lassen werden?

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  3. Vision 2021 schreibt:

    Der neue Lüneburger Oberbürgermeister erklärt den Kindern die Zukunft

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  4. Ilka Gerstner schreibt:

    Hallo Herr Bruns, Herr Hagemann, Herr Janowitz, Herr Sander und Herr Schnell,

    soll in der Schröderstraße nicht demnächst die »Aufblas-Bar« eröffnen?

    Ich habe so eine Ahnung, dass die Location zu Ihrer Stammkneipe werden könnte.

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  5. jj schreibt:

    Das Jahr hat vielversprechend angefangen und jetzt entgleisen die Kommentatoren reihenweise schon wieder. Traurig.
    Das schaue ich mir ungern an, möchte aber auch nicht alles in die Tonne treten.
    Kurzum, künftig gilt wirklich: sachlich gewinnt. Wenn‘s wieder die adjektivisch aufgeladene Verbalkeule sein muss, 🙏 🙏 woanders. Danke jj

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    • Rudi Radlos schreibt:

      „Entgleisen“ finde ich zu heftig. Sie „erhitzen sich“ triffts besser. Andreas Safft meinte mal, Fußball sei kein Hallenhalma. Das würden Franz-Josef Strauß und Herbert Wehner über politische Debatten in Lüneburg bestimmt auch sagen, wenn sie noch könnten.

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    • Andreas Janowitz schreibt:

      Es tut mir leid Herr Jenkel, die Situation ist nunmal traurig? Das sollte allen beteiligten Dämmern? Ich kann mir nicht vorstellen das eine öffentliche Kandidatenpräferierung Seitens der Scheidenden hilfreich wäre.
      Ich kann mir auch nicht vorstellen wie eine sachbezogene Politik mit themenbezogenen ständig wechselnden Mehrheiten aussehen, geschweige denn funktionieren soll. Zumal Sabotage bei einer derzeit scheinbar beliebten Fraktion ganz oben auf der Agenda steht.
      Ich kann nicht gerade sagen welchem Lager ich mit wehenden Fahnen zulaufen sollte?!
      Ich glaube vielen anderen geht es genauso und das ist auch Folge gewisser Verfahrensweisen gewisser Verantwortlicher? Dieser Flurschaden überwiegt eine Brechstangenrethorik doch bei weitem?

      Bei den vielen Seitenaufrufen wird doch wohl einer dabeigewesen sein, der dazu aus dem Nähkästchen plaudern könnte? Die Märchenonkels sind gerade dabei die Wahrheit für sich zu pachten?! Zur Verantwortung gehört auch Fehler einzugestehen. Ansonsten schiessen auch hier die Wahnfantasien ins Kraut. An den Leserkommentaren kann man erkennen welches unseelige Narativ sich auch in und um Lüneburg gerade einen Weg bahnt?!

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  6. Kevin Schnell schreibt:

    Sehr geehrter Herr Sander,

    ich gehe einmal davon aus, dass Sie mit der Feststellung einverstanden sind, in unserer Stadt würden die politischen Beschlüsse nach Verfahren getroffen, die verfassungsgemäß gewählte Abgeordnete (w/m) als legitime Repräsentanten der Bürgerinnen und Bürger im Rahmen geltender Gesetze verabredet und festgeschrieben und bei Entscheidungsfindungen in der Vergangenheit auch beachtet haben, in der Gegenwart beachten und in der Zukunft beachten werden (NKomVG § 69: „Die Vertretung gibt sich eine Geschäftsordnung. Diese soll insbesondere Bestimmungen über die Aufrechterhaltung der Ordnung, die Ladung und das Abstimmungsverfahren enthalten“).

    Somit wissen (und begrüßen) wir, WIE demokratische Entscheidungen – idealiter – zustande kommen (und sparen uns eine Grundsatzdiskussion über demagogieanfällige „volksdemokratische“ Konzepte, wiewohl wir direkt- bzw. basisdemokratische Elemente auf kommunaler und parteilicher Ebene gutheißen und fördern – , aber hier einstweilen auf die Erörterung der Kriterien verzichten, die anzeigen, wann diese „Elemente“ greifen oder zum Einsatz kommen sollten).

    WARUM demokratische Entscheidungen „SO UND NICHT ANDERS“ (Klaus Bruns) zustandekommen, ist natürlich eine ganz andere und viel schwieriger zu beantwortende Frage. (Warum diese von welchen Personen getragen werden, d. h. welche Gründe oder Motive und in welchem Verhältnis zueinander eine Rolle spielen, ist in der vorangegangenen bereits enthalten.)

    Und dass Sie mir diese stellen, ist eigentlich nicht ganz fair, da zunächst ich SIE gefragt hatte, was Sie eigentlich konkret monieren, wenn Sie behaupten, dieser Stadt fehle „eine demokratische Entscheidungskultur, die das Etikett ‚demokratisch‘ verdient“. Anstatt an einem Beispiel zu veranschaulichen, wo Sie der Schuh drückt, ersetzen Sie den einen vagen Ausdruck („demokratisch“), den ich jetzt pragmatisch als die Eigenschaft von Ergebnissen bestimmter gesetzeskonformer Verfahren definiert habe, durch zwei andere Dampfvokabeln: „Kultur“ und „Transparenz“.

    Was ist EntscheidungsKULTUR im Unterschied zum Entscheiden? Wird hier nicht eine Praxis, die es jedesmal aufs Neue nur als Einzelfall gibt, durch das Hinzufügen eines nebulösen Wortanhängsels zu etwas umgewidmet, dass auf eine verallgemeinerbare Weise zu handhaben ist?

    Viele Leute, die wir fragen,
    können nicht auf Anhieb sagen,
    ob sie lieber in den Ohren
    oder in der Nase bohren.

    Wie würden Sie die vom Coesfelder Dichter paraphrasierte „Entscheidungskultur“ charakterisieren? Ist sie gut? Ist sie schlecht?

    Viele Leute verwenden das Wort „Kultur“ im Sinne von (ungewohnter) Kunst. Die ist „innovativ“ und oft auch „progressiv“, ist die ästhetische Umsetzung einer ungewohnten Idee – Caravaggio, das neue Tanzstück von Olaf Schmidt, Premiere am Sonnabend um 20:00 Uhr im Großen Haus unseres Theaters –, sie ist oft ein Fall für Minderheiten, dazu oft „kosmopolitisch“. Andere gebrauchen das Etikett „Kultur“ im Sinne einer (gewohnten) Lebensweise. Sie ist das, was die Mehrheit immer schon so getan hat – draußen nur Kännchen, die Rechnung getrennt, bitte –, sie ist „die unsichtbare Grundfärbung unserer Alltagsexistenz“ (Friedrich Merz), eine Frage des „Immerschonso“ und also per Definition konservativ, etwas, das uns (von außen, das heißt fremd, aber komfortabel) bestimmt, das „man“ nicht „hinterfragen“ sollte, dazu in seiner je spezifischen Ausprägung recht lokal, ja, meistens ausgesprochen „provinziell“. (Da schmecken das Bier und die Pommes rotweiß am besten.)

    „Kultur“ im Sinne von Kunst und „Kultur“ im Sinne einer Lebensweise wollen nicht so recht zusammenpassen. Die eine sucht, wenn sie gut ist, gezielt nach den Sollbruchstellen von „Weltanschauungen“, von sozialen Gefügen, sie irritiert; die andere schafft Identität, heilsame Gewissheiten, sie ist ein Klebstoff sozialer Gruppen. Diese zweite „Kultur“ hatte Thomas de Maizière im Sinn, als er 17 Jahre nach Friedrich Merz im Frühjahr 2017 die Idee der „Leitkultur“ wieder aus dem CDU-Archiv holte. Es gebe etwas, schrieb der damalige Bundesinnenminister, „was uns im Innersten zusammenhält, was uns ausmacht und was uns von anderen unterscheidet“, der Handschlag zur Begrüßung zum Beispiel, das protestantische Leistungsethos auch. Ordnung, Herkunft, Heimat: Das sind die Themen unserer identitätsverwirrten Zeit, nach ihnen sehnen sich viele Menschen – und zwar so sehr, dass sich andere vor ihnen fürchten.

    Die gleiche Unschärfe eignet dem Begriff „Transparenz“. Er setzt sich aus den lateinischen Wörtern „trans“ und „parere“ zusammen. Parere bedeutet ursprünglich: Auf jemandes Befehl hin erscheinen oder sichtbar sein. Wer „pariert“, ist sichtbar, gehorcht ohne Widerspruch. Schon von seinem etymologischen Ursprung her haftet dem Wort „Transparenz“ etwas Gewaltsames an. Entsprechend wird sie heute als Instrument der Kontrolle und Überwachung in den Dienst genommen.

    Wenn eine Gemeidevertretung (Rat oder Kreistag bzw. deren Verwaltungs- oder Fachausschüsse) ein komplexes Bauprojekt (wie die Arena z. B.) auf den Weg bringen will, MUSS es Phasen geben, in denen Außenstehenden keine volle „Kontrolle und Überwachung“ der handelnden Abgeordneten möglich ist. Wie wollen Sie adäquate Grundstückskäufe oder -verkäufe hinbekommen, wie günstige Vertragsgestaltungen für den kommunalen Bauherrn erreichen, wenn jedes Detail bereits öffentlich durchgekaut ist?

    Haben Sie die LZ-Serie mit den Wortmeldungen der Hauptverwaltungsbeamten des Kreises zur „Zukunft“ gelesen? Ulrich Mädge, Jens Böther, Thomas Maack, Norbert Meyer und Peter Rowohlt verkünden auf die eine oder andere Weise eine „Transparenzoffensive“ und beteuern: „Transparenz schafft Vertrauen“. Aber den Herren (Damen Fehlanzeige) ist nicht klar, dass dieser treuherzige Leitsatz in sich einen Widerspruch verbirgt. Vertrauen ist nur möglich in einem Zustand zwischen Wissen und Nichtwissen. Vertrauen heißt, TROTZ Nichtwissens gegenüber dem anderen eine positive Beziehung zu ihm aufzubauen. Es macht Handlungen möglich trotz Nichtwissens. Weiß ich im Vorfeld alles, erübrigt sich das Vertrauen. Die Transparenz ist ein Zustand, in dem jedes Nichtwissen eliminiert ist. Wo die Transparenz herrscht, ist kein Raum für das Vertrauen. Statt „Transparenz schafft Vertrauen“ sollte es eigentlich heißen: „Transparenz schafft Vertrauen ab“.

    Der Ruf nach „Transparenz“ geht mit dem digital-medialen Beschleunigungsdruck einher. Die konventionellen Parteien mit ihren petrifizierten Ideologien und Machtstrukturen sind zu langsam und zu unflexibel. Gewiss, die von Herrn Jenckel ausgerufene Annahme, „Parteisoldaten werden es bei der kommenden OB-Wahl schwer haben, egal welcher Couleur, Bündnisse für unabhängige Kandidatinnen haben mehr Chancen“ (https://blog-jj.com/2019/12/30/was-kommt-was-war-blog-jj-20-19/), lässt sich als ein Versuch interpretieren, der Schwerfälligkeit, ja der Rigidität unserer auf dem Parteiensystem beruhenden Demokratie entgegenzuarbeiten. Die Frage ist, was kommt dann? Was ergibt sich, wenn man das noch ein paar Zentimeter weiterdenkt? Wechselnde Mehrheiten für jeden Wähler? Wirtschaftsthemen mit der CDU, Rechtliches mit der FDP, Bauen mit der SPD, Umweltpolitik mit den Grünen, Soziales mit den Linken und Schulfragen mit Fachfrau Müller, aber Sportkonzepte mit Fachfrau Maier? Und über die Neugestaltung der Kreisumlagehebesätze möchte ich selbst abstimmen? Verkommt „Politik“ so nicht zu einer Demokratie des „Gefällt mir“-Buttons? Zu einem täglichen Plebiszit für jedermann? Mal von den Überforderungsgefahren (Burnout-Pandemie) abgesehen, wäre das nicht die Bahn, auf welcher die auf Parteien beruhende repräsentative Demokratie zuletzt abgeschafft würde? Das „Expertenwissen“ ersetzt die politische Willensbildung. Wer aber sagt mir, wer ein Experte ist? Andere Experten? Und so ad infinitum? Der Stellenwert der Parteien sinkt auf das Niveau der Privatperson von Herrn Müller ab. Das Resultat wäre ein wildes Durcheinanderkrakeelen – bis die lautesten Gruppen mit den primitivsten Ordnungsvorstellungen ihren „großen Reinemacher“ als „Erlöser“ über die Aufmerksamkeitsschwellen pushen würden.

    Es stimmt, in der Politik haben Gründe und Argumente nicht immer das Gewicht, das sie haben sollten. Interessen und Motive (manchmal auch halbseidene oder unlautere) mischen mit. Aber meiner Meinung nach ist Misstrauen eine Ausnahmewährung. Wenn es – wie im Kreishaus 2018/19 anlässlich der Lügen und Vertuschungen um die Arena-Beschlüsse – grellen Anlass gibt mit ihr zu zahlen, dann sollte nach ihr gegriffen und der (Vertrauen sonst dauerhaft zerstörende) Skandal konsequent aufgeklärt werden. Ansonsten glaube ich an eine „Kultur“ des „Kredits“ – also des Vertrauensvorschusses. (Ohne geht es nicht. Andernfalls könnte man nicht einmal einen Arzt konsultieren oder ein Taxi besteigen, ohne die Sorge, ausgeraubt oder ermordet zu werden.)

    Jedoch, Herr Sander, ich würde empfehlen, die „EntscheidungsKULTUR“ beiseite zu lassen. Es reicht, wenn die jeweils konkret anstehenden oder getroffenen „Entscheidungen“ – im Prinzip – nachvollziehbar sind. Das sind sie. Es gibt „Allriss“, das jedem Bürger zugängliche Rats- und Kreistagsinformationssystem. Wer möchte, kann die Sitzungsprotokolle, die Vorlagen, die Anträge, die Anlagen und die sonstigen Dokumente usw. studieren. Sie/er kann sich mit seinen Vertretern in Verbindung setzen und Details abfragen oder Anregungen geben usw. In letzter Instanz steht jedem der gerichtliche Klageweg offen.

    Und, ja, Herr Bruns: Auch Sie, wie Thomas Sander und ich, bestimmen darüber, was „demokratisch“, was „transparent“ und was in Übereinstimmung mit den guten Sitten und den Regeln des Anstands („Kultur“ zu nennen) ist: Indem Sie sich informieren und mitreden bzw. sich im oben skizzierten Sinne engagieren, indem Sie wählen gehen – oder – indem Sie sich selbst zur Wahl stellen! Doch das haltlose Krachschlagen mit ausgedachten abstrakten und pauschalen Oppositionen wie „kleine gegen feine Leute“, „wir hier unten, ihr da oben“, „das Volk und das Establishment“ oder „der Populus und die Hautevolee“ überlassen wir lieber den kleinkarierten Rattenfängern mit den angegipsten Kyffhäuserbärten. Mit solcher Phrasendrescherei macht man sich nur lächerlich.

    Die Wahrheit ist konkret.

    Immer!

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    • sanderthomasgmxde schreibt:

      Sehr geehrter Herr Schnell, mein Vorwurf von unterentwickeltem Demokratieverständnis an Sie zeigt Wirkung, wie Ihre umfänglichen Erörterungen zeigen. Den Eindruck Ihres formalistischen Ansatzes verstärken diese allerdings. Transparenz ist ein unabdingbarer Wesenskern jeder nicht „gelenkten“ Demokratie. Transparenz ist gegebenen-/erforderlichenfalls auch im Nachhinein herstellbar, sozusagen als Prüfinstanz für das Demokratievertrauen. Die Kenntnisnahme von Protokolliertem reicht da nicht aus. Gelegentlich muss die konkrete, immer unteilbare Wahrheit auf den Tisch:-)

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      • Kevin Schnell schreibt:

        Sehr geehrter Herr Sander,

        in der Tat, im Vorwürfemachen und Behauptungenaufstellen sind Sie stark, im Begründen, Belegen und Nachvollziehbarmachen Ihrer Vorwürfe und Behauptungen leider bisher ein Totalausfall. Ihr Eindruck ist also korrekt: Ich habe mir in der Hinsicht mehr Mühe gegeben als Sie. Ob meine oben stehende „Erörterung“ allerdings durch Sie motiviert war, kann niemand wissen als ich allein.

        Zwei Anmerkungen und vier Fragen:

        A1) Mein „Ansatz“ ist nicht „formalistisch“, sondern gesetzeskonform – und das vor allem im Blick aufs MATERIELLE Recht, das, wie Sie sicher wissen, die Gesamtheit der Rechtsnormen, i. e. deren Inhalte, Entstehung, Veränderung, Übertragung und Erlöschen regelt. Fragen des FORMALEN Rechts, die zur Durchsetzung jener materiellen Normen dienen, habe ich allenfalls mit dem Hinweis auf NKomVG § 69 (Geschäftsordung der Gemeindevertretung) gestreift.

        A2) Wenn „Transparenz“ (was immer das auch sein soll) „ein unabdingbarer Wesenskern jeder nicht ‚gelenkten‘ Demokratie“, also jeder echten Demokratie, ist, dann MUSS in der Definition von „Demokratie“, wie ich sie oben gegeben habe, auch deren „Transparenz“ enthalten sein. Das ist eine LOGISCHE Notwendigkeit.

        F1) Wie begründen und belegen Sie Ihre Behauptung, dass es in Lüneburg an einer demokratischen Entscheidungskultur mangelt, die das Etikett demokratisch verdient?

        F2) Was, jenseiseits der verfassungsgesetzlich gebotenen und beachteten Informations- und Publikationspflichten, bedeutet für Sie das Wort „Transparenz“?

        F3) Wie gelangen Sie in den Besitz der „konkreten, immer unteilbaren Wahrheit“, wenn Sie sich nicht der verfügbaren, Ihnen per Gesetz zustehenden Möglichkeiten, Instrumente und Dokumente oder des gerichtlichen Klagewegs bedienen?

        F4) Wie weisen Sie nach, dass mein Demokratieverständnis „unterentwickelt“ ist?

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      • sanderthomasgmxde schreibt:

        P.S. Und Herr Schnell, zu den von Ihnen in diesem Zusammenhang erwähnten demokratischen Ratsbeschlüssen ( betr. Abwahlantrag Dr. Scharf und Wasserspiele vor der IHK ) möchte ich noch meinen demokratischen Lieblingsbeschluss des Rates der Stadt Lüneburg kommentarlos hinzufügen: Ohne ( ! ) Gegenstimme erhob der Rat 2016 einen Lüneburger Unternehmer u. Investor ( siehe: „Der Herr des Wasserviertels“ bei LZonline, samt Kommentaren) auf Betreiben des OB (auf Vorschlag der Verwaltung) unter anderem „wegen seiner Verdienste um den Denkmalschutz“ zum Ehrenbürger, obwohl weite Teile der Ratsmitglieder positive Kenntnis davon hatten, dass der zu Ehrende in der Vergangenheit zweimal wegen Verstoßes gegen den Denkmalschutz zu hohem Bußgeld verdonnert worden war.

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      • Kevin Schnell schreibt:

        Seh’n Sie, Herr Sander, das ist doch mal etwas Konkretes!

        Ja, der Rat der Hansestadt Lüneburg fasste am 29. September 2016 mehrheitlich bei zwei Enthaltungen (!) folgenden Beschluss: „Herrn Henning J. Claassen wird aufgrund seiner besonderen Verdienste um die Hansestadt Lüneburg das Ehrenbürgerrecht verliehen. Die Auszeichnung wird ihm in einer Feierstunde in Form eines Ehrenbürgerbriefes ausgehändigt.“

        Und ja, in der Beschlussvorlage VO/6835/16 (Ausfertigung 19. September 2019) steht, es sei bereits am 24. Juni 2016 im Verwaltungsausschuss von Herrn Oberbürgermeister Mädge bekannt gemacht worden, dass an ihn, Herrn Mädge, von mehreren Seiten der Wunsch (gemeint ist vermutlich die Anregung) herangetragen wurde, Herrn Henning Jörg Claassen zum Ehrenbürger der Hansestadt Lüneburg zu ernennen.

        Gemäß § 29 Absatz 1 NKomVG kann einer Person, die sich um die Gemeinde besonders verdient gemacht hat, das Ehrenbürgerrecht verliehen werden. Die Entscheidung über die Verleihung des Ehrenbürgerrechts obliegt gemäß § 58 Absatz 2 Nr. 3 NKomVG allein dem Rat der Hansestadt Lüneburg. Auch wird diesem gesetzlich ein weiter Ermessens- und Beurteilungsspielraum hinsichtlich der Frage eingeräumt, ob wirklich eine Auszeichnung vorgenommen wird und ob in dem jeweils vorliegenden Fall besondere Verdienste um die Hansestadt Lüneburg vorliegen.

        Der Rat der Hansestadt Lüneburg hat die Auszeichnung am 29. September 2017 mehrheitlich beschlossen.

        Zur Begründung wird in der Beschlussvorlage ausgeführt:

        „Durch die Ansiedlung seiner Unternehmen in Lüneburg hat Herr Claassen viele Arbeits- und Ausbildungsplätzen in Lüneburg, insbesondere im Hotel- und Dienstleistungsbereich, geschaffen und so zur Attraktivitätssteigerung der Hansestadt als Arbeits- und Wohnort beigetragen. Sein besonderes Engagement gilt dem historischen Wasserviertel Lüneburgs und dessendenkmalgeschützter Bausubstanz. Sein Zutun hat maßgeblich zur Steigerung der Attraktivität des Hafenviertels beigetragen und so auch den Tourismus in Lüneburg angeregt.
        Auch im sozialen Bereich ist Herr Claassen engagiert. Er ist langjähriger Vorsitzender des Vorstands der Bürgerstiftung St. Nicolai, Förderer und Sponsor junger Unternehmensgründer, Förderer der Leuphana Universität, Gründer und Sponsor der 1997 gegründeten Initiative „Schützt die Opfer e. V.“ zum Schutz von Frauen und Kindern gegen Gewalt und Sponsor eines Waisenheimes von Tsunami-Opfern in Indien.Herr Claassen wurde 2003 mit dem Verdienstkreuz am Bande des Niedersächsischen Verdienstordens geehrt. Zudem wurde er 2004 durch den Bürgerverein Lüneburg zum ‚Bürger des Jahres‘ ernannt. “

        Es steht also in der Begründung, Herrn Claasens „besonderes Engagement gilt dem historischen Wasserviertel Lüneburgs und dessendenkmalgeschützter Bausubstanz.“ Es steht NICHT in der Begründung, dass Herr Claasen „unter anderem ‚wegen seiner Verdienste um den Denkmalschutz‘ zum Ehrenbürger“ gewählt wurde.

        Dem von Oberbürgermeister Ulrich Mädge dem Rat vorgeschlagenen, aber vom Rat der Hansestadt Lüneburg ausgezeichneten Henning Jörg Claasen, der u. a. mit dem Hotel Bergström und dem Umbau des Alten Kaufhauses das Lüneburger Stadtbild entscheidend geprägt hat, ist am 1. April 2017 Am Ochsenmarkt 1 mit einem Festakt die erst 15. Ehrenbürgerwürde der Hansestadt verliehen worden. Im städtischen Pressearchiv wird hervorgehoben: „Zur Überraschung der allermeisten geladenen Gäste im Fürstensaal des historischen Rathauses stimmte der 73-jährige Unternehmer, Hotelier und Mäzen nach einer kurzen Dankesrede ein Lied an: ‚It was a very good year‘ von Frank Sinatra, ein berührender Song, der die Jahre des Lebens mit gutem Wein in verschiedenen Reifegraden vergleicht. Es folgten stehende Ovationen“.

        Wie mit der Ablehnung des Abberufungantrages von Dr. Gerhard Scharf als Bürgermeister der Stadt Lüneburg vom 1. Februar 2018 mag mancher (aus gewichtigen Gründen) auch mit dem Beschluss zur Verleihung der Ehrenbürgerwürde an den Unternehmer Henning Jörg Claasen vom 29. September 2016 nicht einverstanden sein (im Falle Scharf gehöre ich zu den vom damaligen Abstimmungsergebnis schockierten Andersmeinenden), so gibt es doch IN BEIDEN FÄLLEN NICHT DEN HAUCH EINES ZWEIFELS, dass die jeweilige Entscheidung demokratisch getroffen wurde!

        „Demokratie“ (alle verfassungsmäßig vorgesehenen Organe involviert, alle Regeln eingehalten), „Transparenz“ (Nachverfolg- bzw. Nachvollziehbarkeit des Verfahrens der Entscheidungsfindung) und „Kultur“ (Gewalt war nicht im Spiel, einer knappen, sachlichen Debatte folgte, wie Sie selbst schreiben, ein beinahe einhelliger Majoritätsbeschluss ) war Genüge getan, Herr Sander.

        Wie der Einzelne (oder eine bestimmte Gruppe) diese Beschlüsse MORALISCH bewertet, ist eine andere Frage. Aber zu behaupten, man könne oder dürfe sie moralisch NUR SO bewerten, wie man selbst meint, ABER NICHT ANDERS, hängt an sehr schwer (und oft gar nicht) zu verteidigenden Annahmen. Demokratie lebt davon, dass Minderheiten, auch wenn sie sich noch so sehr im Recht wähnen, Mehrheitsentscheidungen akzeptieren. Und wie Sie, Herr Sander, von den 2016/17 außer Acht gelassenen Strafbefehlen gegen Herrn Claasen aus dem Jahr 1999 zu dem generellen Satz kommen, „in Lüneburg mangelt es an einer demokratischen Entscheidungskultur, die das Etikett demokratisch verdient“, leuchtet mir immer noch nicht ein.

        Ich möchte hier zu bedenken geben (und dies ist einer der seltenen Fälle, in denen ich das mit Bezug auf diese Person tue), was Churchill kurz nach dem letzten Weltkrieg sagte: „Demokratie ist die schlechteste aller Regierungsformen – abgesehen von all den anderen Formen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind.“ (http://www.bpb.de/lernen/grafstat/grafstat-bundestagswahl-2013/145190/mw-01-01-demokratie-als-regierungsform-zitat)

        Im Wortlaut: „[No one pretends that democracy is perfect or all-wise. Indeed, it has been said that] democracy is the worst form of government except all those other forms that have been tried from time to time.“ – (Rede vor dem Unterhaus am 11. November 1947 Sitzungsprotokoll column 207: https://api.parliament.uk/historic-hansard/commons/1947/nov/11/parliament-bill#column_206)

        War es nicht Sigmund Freud, der in „Das Unbehagen in der Kultur“ geschrieben hat: „Die Absicht, daß jeder Lüneburger mit seinem Oberbürgermeister glücklich sei, ist im Plan der Schöpfung nicht enthalten“?

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    • Klaus Bruns schreibt:

      Die Wahrheit ist konkret.
      Herr Schnell , es stimmt nicht. Dafür gibt es zu viele Wahrheiten.

      Es ist vielleicht bezeichnend, dass die wohl fundamentalste Frage der Philosophie – nämlich die Frage nach der „Wahrheit“ – nicht mit dem Namen eines bedeutenden Philosophen verknüpft ist, sondern mit dem Namen eines politischen Funktionärs: mit Pontius Pilatus. Der Statthalter des römischen Reiches hatte – folgt man dem Text des Neuen Testamentes – erhebliche Schwierigkeiten, die Ausführungen seines posthum berühmt gewordenen Gefangenen Jesus von Nazareth nachzuvollziehen. Dieser behauptete doch allen Ernstes, als König eines jenseitigen Reiches in die Welt gekommen zu sein, um für „die Wahrheit“ Zeugnis abzulegen. In der wohl rhetorisch gemeinten Frage des Pilatus „Was ist Wahrheit?“ spiegelt sich ein gehöriges Maß an Skepsis wider – nicht nur gegenüber den konkreten Ausführungen des vor ihm erschienenen Gefangenen, sondern auch (zumindest wird die Pilatusfrage heute meist in diesem weiterführenden Sinn verstanden) gegenüber dem Wahrheitsbegriff im Allgemeinen.

      Tja Herr Schnell, so ein Atheist, wie ich es bin, kann ja mit der Religion und zum Beispiel deren Wahrheiten mithalten. Mit den Wahrheiten der Politik kenne ich mich auch aus. Schmunzeln.

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      • Gundi Schuster schreibt:

        Hallo Herr Bruns, der Text Ihres Gewährsmannes Dr. Michael Schmidt-Salomon aus Trier, den Sie zitieren, endet mit einem »Fazit«, das Sie unterschlagen haben, das aber das genaue Gegenteil des von Ihnen Gesagten feststellt. Nach Ihrer eigenen Auskunft, die dem Urteil von Herrn Schmidt-Salomon vertraut, müssen die Blog.jj-Leser Sie von nun an wohl zu den »vom Wind des gerade Aufgeschnappten mal in die, mal in eine andere Richtung Schwankenden«, das heißt zu den »zeitgeistgespülten Beliebigkeitsfanatikern« zählen:

        »Fazit: Der Kampf um einen empirischen wie logischen Kriterien entsprechenden Wahrheitsbegriff ist beileibe keine elfenbeinerne Akademieveranstaltung, sondern bei genauerer Betrachtung ein Kampf für humanere Lebensverhältnisse. In diesem notwendigen Kampf sollten sich diejenigen, die sich der Tradition der Aufklärung verpflichtet fühlen, nicht beirren lassen – weder von rückwärtsgewandten Dogmatikern, die in den antiken Reden Jesu oder Mohammeds etc. ›ewige Wahrheit‹ zu erkennen glauben, noch von zeitgeistgespülten Beliebigkeitsfanatikern, die allen Ernstes meinen, in Sachen ›Wahrheit‹ unablässig von Pontius zu Pilatus wandern zu müssen…«

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  7. sanderthomasgmxde schreibt:

    „Hautevolee“ Herr Bruns, zu viel der Ehre für Kevin, wie mir scheint. Sein unterentwickeltes Demokratieverständnis hat er offenbart. Ohne Sie zu kennen Herr Bruns, bleiben Sie schmunzelnd gelassen,

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    • Walter Hagemann schreibt:

      Lieber Herr Sander,

      – in Lüneburg mangelt es an einer demokratischen Entscheidungskultur, die das Etikett demokratisch verdient.

      – zu einer demokratischen EntscheidungsKULTUR gehört auch in einer repräsentativen Demokratie Transparenz. Transparenz in Bezug darauf wie und warum Entscheidungen zustande kommen und warum und von wem diese getragen werden. (Auch Transparenz, so verstehe ich Sie, gibt es nach Ihrem Dafürhalten in Lüneburg nicht in ausreichendem Maße.)

      – das Demokratieverständnis von Herrn Schnell ist unterentwickelt (im Unterschied wohl, wie ich heraushöre, zum Demokratieverständnis von Ihnen und Herrn Bruns).

      Lieber Herr Sander,

      das sind drei steile Behauptungen von Ihnen, über die sich sicher reden ließe, aber leider verweigern Sie sich dem Gedankenaustausch. Denn begründet oder exemplifiziert haben sie keine einzige Ihrer drei Thesen. Im Gegenteil, Sie und Herr Bruns, indem Sie einfach nur maulend hereinplatzen, giftige Bemerkungen ausstreuen und auf blasierte Art Schulnoten verteilen, aber sich nicht der Mühe unterziehen, hier im Forum als argumentierende Debattenpartner Ihrer Pflicht (ja, Pflicht, denn Behauptungen implizieren Begründungspflichten) zum Antworten und Differenzieren nachzukommen geschweige denn am „harten Ringen um die besten Ideen für Lüneburg aktiv teilzunehmen“, offenbaren ein ganz jämmerliches, ein in seiner aufstampfend angemaßten Überlegenheit sogar furchteinflößendes „Demokratieverständnis“ — und einen erschreckend unterentwickelten Sinn für GesprächsKULTUR.

      Wie kommen arrogant in ihren Kommentatorensesseln fläzende Leute wie Sie beide eigentlich dazu, ehrenamtlich arbeitenden Kommunalpolitikern ans Bein zu pinkeln, ohne auch nur ein Detail beizubringen, das sie dazu berechtigt? Ich nenne so ein bräsiges Auftreten den Ausfluss einer degoutant befeuerten VerdachtsKULTUR à la AfD und Trabanten. Ich bitte um konstruktive, am Einzelfall, auf jedem Leser begreifbare Weise demonstrierte Nachweise Ihrer wolkigen Generalverdikte, Herr Sander und Herr Bruns!

      Budda bei die Fischekens, meine Herren!

      Wenn Sie beide dazu keine Lust und Liebe haben, dann täten Sie den anderen Foristen zumindest einen kleinen Gefallen, wenn Sie es beim rezeptiven Trittbrettfahren beließen, ohne Unausgegorenes in die Gegend zu quäken und ohne sich, wie alle von sich allein überzeugten Meinungsblasenbewohner, coram publico gegenseitig auf die Schulter zu klopfen.

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      • Klaus Bruns schreibt:

        Walter Hagemann

        sind sie in der lage, mir direkt eine begründete frage zu stellen, oder ist sippenhaft bei ihnen üblich? welche schulnote habe ich hier denn verteilt? ich bin ganz ohr, wenn herr jenckel es zulässt. Sie und Herr Bruns, wie drollig. ich bin hier noch nie einen gedankenaustausch ausgewichen. kennen sie den zettelschreiber in lüneburg, der damit druck aufbaut, damit die freie meinung ja nicht zum tragen kommt? der wurde gewählt, schon vergessen? nennt man sowas demokratie? wenn ja, seit wann?

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      • Klaus Bruns schreibt:

        Und ich hat für 2020 die Losung ausgegeben, mehr Sachlichkeit, weniger Vorurteile und keine Diffamierung. lg jj
        was ist damit herr jenckel? ist die post von herrn Walter Hagemann da berücksichtigt?

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      • jj schreibt:

        Sie haben recht, grenzwertig , gelbe Karte

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      • sanderthomasgmxde schreibt:

        Lieber Herr Hagemann! Schon die Art und Weise, in Wortwahl und Methode, wie Sie (und z. T. auch Herr Schnell) auf zulässige ihnen nicht genehme Meinungsäusserungen reagieren, gibt zu gewissen Zweifeln Anlass! Ich verspüre jedenfalls keine Lust mich mit Ihrer von üblen Unterstellungen, Provokationen, Vermutungen und vor Arroganz strotzenden Einlassung auseinanderzusetzen..Insofern begebe ich mich gern in die mir von Ihnen zugewiesene Rolle eines „rezeptiven Trittbrettfahrers“.

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      • Kevin Schnell schreibt:

        Sehr geehrte Herren Sander und Bruns,

        — „in Lüneburg mangelt es an einer demokratischen Entscheidungskultur, die das Etikett demokratisch verdient.“

        — „wer der nächste OB wird , wird den meisten egal sein. Ich nehme an, ich weiß auch warum. Was wird sich ändern? Ich nehme an, nichts“

        Belegen und begründen Sie bitte endlich Ihre Behauptungen! Sprücheklopfen und Opferhaltungeinnehmen reicht leider nicht aus, um Ernst genommen zu werden.

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      • Walter Hagemann schreibt:

        Lieber Herr Sander,

        meine Diagnose Ihrer unterentwickelten GesprächsKULTUR zeigt Wirkung, wie Ihre mit einer umfänglichen Zahl von Vorwürfen gespickte Empörung zeigt. Leider haben Sie immer noch keine einzige Ihrer drei steilen Thesen begründet oder exemplifiziert. Im Gegenteil, Sie maulen weiter und streuen giftige Bemerkungen aus: Ganz genau so, als wollten Sie Ihre eigene KommentatorenKULTUR noch einmal genauer charakterisieren, schimpfen Sie „von üblen Unterstellungen“, „Provokationen“, „Vermutungen“ und von „vor Arroganz strotzenden Einlassungen“, — verweigern aber erneut, Ihre strittigen, doch zulässigen Meinungsäusserungen mit Argumenten zu unterfüttern,

        – dass es in Lüneburg an einer demokratischen Entscheidungskultur mangelt, die das Etikett demokratisch verdient,

        – dass es auch Transparenz in Lüneburg nicht in ausreichendem Maße gibt

        – und dass das Demokratieverständnis von Herrn Schnell unterentwickelt ist

        Lieber Herr Bruns,

        wo verteilen Sie Schulnoten?

        Hier:
        „Die Hautevolee“: Duden: „Substantiv, feminin, oft spöttisch abwertend für vornehme, bessere, feine Gesellschaft“ (https://www.duden.de/rechtschreibung/Hautevolee)

        Und hier:
        sanderthomasgmxde schreibt am 12. Januar 2020 um 17:51 Uhr
        „(…) Woran es in dieser Stadt mangelt ist eine demokratische Entscheidungskultur, die das Etikett demokratisch verdient.“
        ★ Gefällt 1 Person (nämlich: Klaus Bruns aus Reppenstedt am Kranken Heinrich)
        https://blog-jj.com/2020/01/12/wissen-nur-geborene-lueneburger-was-gut-ist-fuer-diese-stadt/#comment-8927

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  8. Klaus Bruns schreibt:

    Herr Jenckel
    was kann ich dafür ,dass ich so schlau bin?
    Das trifft den Kern nicht, Herr Bruns, es ist die schiere Masse an Kommentaren, von denen leider auch viele am Thema vorbei gehen.
    Sie wissen ,ich denke gern um drei Ecken. Sie schrieben mir mal, ich solle es lassen, weil die meisten Menschen schon ein Problem mit dem Geradeaus -denken haben. Können Sie aus ihre Haut? Hier wird sich um ungelegte Eier viele Gedanken gemacht.
    Zitat:Wer Menschen beurteilt, hüte sich vor Verallgemeinerungen!
    Ich sage : Menschen zu verurteilen ist einfach, sie zu beurteilen sehr schwer. Und wer der nächste OB wird , wird den meisten egal sein. Ich nehme an , ich weiß auch warum. Was wird sich ändern? Ich nehme an, nichts.

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  9. Hanni Kröger schreibt:

    Echter Lüneburger oder nicht, den Problemen ist das gleichgültig:

    HUNDERTE MILLIONEN MENSCHENLEBEN, BILLIONEN VON DOLLAR

    „Ernteausfälle, überflutete Flughäfen, ausbleibende Touristen: In einer neuen Studie rechnen die Unternehmensberater von McKinsey die Folgen der Erderwärmung für die Volkswirtschaften durch. Die Ergebnisse sind verheerend“:

    https://www.spiegel.de/wirtschaft/service/mckinsey-studie-zum-klimawandel-ergebnisse-sind-verheerend-a-0ccc0af4-6706-4a38-a4ef-38bdf570d9a6

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    • Gerd Baumann schreibt:

      Na also, wir brauchen den 24-stündigen Schwerlastverkehr durch das Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue. Die Brücke bei Neu-Darchau muss kommen!

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  10. Karl Beck schreibt:

    Ein selbstherrlicher Bürgermeister, der berechtigte Kritik öffentlich als böswillige, »den Fortschritt« gefährdende Obstruktion hinstellt, bei Sitzungsbeginn überraschend geänderte Tagesordnungen, bei Ratsmitgliedern schleppend, unvollständig oder gar nicht eintreffende Unterlagen und Informationen, Zurückstellung von dringlichen Anträgen bei gleichzeitigem Zeitdruckgerede, Planungsabweichungen bei Bauvorhaben, die »kreative« Umdeutung von zurückliegenden Beschlüssen usw. usf.

    Ist von Lüneburg die Rede?

    Nein, sondern nur von einem Ort, der dem Lüneburger Politbetrieb unfreiwillig den Spiegel vorhält. In Radbruch wird vorgemacht, wie hellwach Sozialdemokraten sein können — sobald sie sich in der »Opposition« befinden. Denn unter den Frondeuren gegen Bürgermeister Semrok (CDU) ist es der Radbrucher Ex-Bürgermeister Achim Gründel (SPD), ein Mitglied im Verwaltungsausschuss der Gemeinde, der das große Wort führt, während er als Kreistagsmitglied bei den Abstimmungen zur Katastrophe der 100 Millionen Euro-»Arena Lügengurker Schand« als einer der treuen Nahrstedt-Kamp-Soldaten stets still die Hand für die widervernünftigen Ansagen seiner »Führungsoffiziere« gehoben hat.

    Wer denkt nicht »verkehrte Welt« und hat nicht sofort das »Projekt« am Wienebütteler Weg und die Bebauungspläne des Grüngürtels-West vor Augen, wenn er die folgenden Einwände der Radbrucher SPD (!!) liest?

    »›Der Gemeinderat bittet den Bürgermeister, künftig die Pflicht zur Neutralität und das NKomVG (Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz, d. Red.) stärker zu beachten‹, hieß es in einem Antrag, den die SPD mit ›Amtsgeschäfte‹ betitelt hatte. Rolf Semrok (CDU) habe per Mail einen SPD-Antrag an alle Ratsmitglieder weitergeleitet und dabei eine eigene Kommentierung angefügt, erläuterte Gründel. Die SPD habe sich an die Kommunalaufsicht gewandt, die dieses Verhalten als rechtswidrig einstufe. ›Sie haben damit die Meinungsbildung des Rates beeinflusst‹, warf Gründel dem Bürgermeister vor«.

    »Auch zum neuen Entwicklungskonzept ›Radbruch 2035‹ gibt es unterschiedliche Sichtweisen. Die Sozialdemokraten setzten durch, dass es im Rahmen einer Einwohnerversammlung vorgestellt werden muss. Zudem unterstrichen sie ihre Kritik: Das Konzept weiche von der 2015 beschlossenen Planung und von der Entwicklungsplanung der Samtgemeinde Bardowick ab und widerspreche den Zielen der Regionalen Raumordnung.«

    Quelle: https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/2676123-neues-jahr-alter-streit

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  11. Miriam@Frantz schreibt:

    Auch eine Lösung für Lüneburg?

    Was immer zur Debatte steht,
    ich muss nicht überlegen.
    Mir ist egal, um was es geht,
    ich bin ja doch dagegen.

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  12. Manuela Hein schreibt:

    Sehr geehrter Herr Jenckel,

    Herr Pols war vom 20. Dezember 2007 (als CDU-Nachrücker, denn die Bundestagswahl 2009 kam in Sichtweite, für den zähneknirschend am 29. November ausgeschiedenen Günter Dammann) bis zum 31. Oktober 2016 Mitglied des Rates der Hansestadt Lüneburg. Vorsitzender der CDU-Ratsfraktion war Herr Pols aber erst vom 1. November 2011 bis zu seiner Entmachtung durch Niels Webersinn am 13. Juli 2014. In der Wahlperiode 2006 bis 2011 war die CDU ein erzgetreuer Gruppenpartner der unter Herrn Mädge und Herrn Dörbaum dominierenden Sozialdemokraten. (Nicht ohne Grund halten die Christdemokraten bis heute am viel zu kleinen OB-„Huldigungssaal“ fest.) Aber in der Wahlperiode ab September 2011 bis September 2016 waren die Grünen (nach dem weltweiten Schock auf die Reaktorenexplosionen von Fukushima im März 2011) zur zweitstärksten Ratsfraktion geworden und hatten sich eng an die stets monolithisch auftretende Garde des Oberbürgermeisters geschmiegt.

    Doch warum hat bei der OB-Wahl vom Mai/Juni 2014 trotzdem die Glaubwürdigkeit von Herrn Pols (CDU) stärker unter der zurückliegenden Zusammenarbeit mit den Mädge-Truppen gelitten als die Glaubwürdigkeit von Frau Schmidt (Grüne)?

    Lag das daran, dass 2011 bis 2016, so wie in der gegenwärtigen Wahlperiode auch, die CDU sich durch Zugeständnisse sehr oft der Partei des Oberbürgermeisters angedient hatte (um einen Keil zwischen die grünlinken Gruppenpartner zu treiben)?

    Oder lag das daran, dass die Kandidatur von Frau Schmidt, der zu ihrer Nominierung von ihrem (unterlegenen) damaligen Fraktionsführer eine hässliche Kampfabstimmung aufgenötigt worden war, im Wahlpublikum als Signal verstanden wurde, dass der profilschädigende Mädge-willfahrende Meihsies-Anpassungskurs der Vergangenheit angehören sollte?

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    • Manuela Hein schreibt:

      Hallo, sehr geehrter Herr Jenckel,

      Sie bleiben selten eine Antwort schuldig. Warum in diesem Fall? Ich habe mir ja nichts von dem, was ich beschrieben habe, ausgedacht.

      „Treibt Lüneburgs SPD den Keil ins grüne Parteigefüge?“ Diese Sorte von – manchmal notwendigen – Fragen, haben Sie sich und Ihren Lesern auch schon gestellt: https://www.landeszeitung.de/blog/blog-jj/300925-gruene

      Ähnlich gelagerte Überlegungen zum Zusammenspiel von Personen und Parteien, Räten und Relationen oder Individuen und Intrigen folgten unter den inquisitorischen Überschriften:

      Verlässt die Lüneburger CDU die Komfortzone?

      Frau Scherf muss weg. Oder?

      Quo vadis Andreas Meihsies?

      Steht Rot-Grün in Lüneburg, oder beginnt nach der Wahl das Farbenspiel?

      Spaltet Scharf Jamaika?

      Und Ihr Gastautor Ulrich Löb hat im Mai 2015 bekannt gemacht, Kommunalpolitik werde überwiegend „von Beziehungen und Mehrheiten bestimmt, zum Teil fern jeder Rationalität“.

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    • jj schreibt:

      Das sind ja so Spekulationen im Schneegestöber von Gestern. Dazu habe ich teils gebloggt, habe aber nicht immer ins Schwarze getroffen, zum Beispiel bei Herrn Pols.

      Was die Grünen angeht, da müssten die Altvorderen der Partei antworten.

      Und das sich ein Oberbürgermeister Mehrheiten beschafft so wie es auch die Parteien tun, das ist Politikgeschäft im Großen wie im Kleinen. Er ist schließlich stimmberechtigtes Mitglied im Rat. lg jj

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  13. Andreas Janowitz schreibt:

    Guten Morgen Herr Jenckel,
    ich kann ihre Furcht vor einem ausufernden Wachstum nicht nachvollziehen. Wälzte man einschlägige Statistiken wäre klar das Niedersachsen und insbesondere Lüneburg nur noch durch „Zuzug“ wachsen. Insofern kann man die Universität als Erfolg verbuchen, auch wenn 10.000 Einwohner nur auf Zeit „Lüneburger“ bleiben. Auf absehbare Zeit wird die rasante Vergreisung auch in Lüneburg voll durchschlagen. Und was machen „weise Greise“? Das was sie schon immer gemacht haben. Dementsprechend können gar keine auf Wachstum fußenden Konzepte überhaupt noch erfolgreich ausgehen? Die ausgelatschten Pfade ehem. Erfolgskonzepte werden somit ohnehin zuwachsen (müssen). ^^
    Die paar Mehrheitssimulanten aus dem Internet bereiten mir ehrlich gesagt am wenigsten Kopfzerbrechen.

    Ich denke ich werde erhebliche Ressourcen darauf verwenden müssen die 50+ Herrschaften einigermaßen auf Linie zu halten. Darf ich doch jetzt schon. Von denen wird kaum jemand eingefahrene Denkstrukturen überdenken (können), denn was die letzten 20 Jahre gut war, kann doch nicht auf einmal falsch sein?! Muss ich an aufsässig senile Ratmitglieder erinnern? Oder lustig verkalkte Leserbriefe? Was für eine Aussicht: ein Bande seniler Wracks beaufsichtigen.

    Altersheim Bundesrepublik, na das wird noch was werden. Lauter klugscheissende ausgetrocknete Fischköppe mit Loorbeeren von vorgestern. Auf das Ende vom Lied freu´ ich mich jetzt schon.

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    • Felix Stephan schreibt:

      Und einer von diesen „klugscheissenden ausgetrockneten Fischköppen mit Loorbeeren von vorgestern“ auf der meinungsstarken Imperatorenstirn 50+ werden dann wohl auch bald Sie sein, Herr Janowitz? Aber Abhilfe ist doch für Ihre Alterskohorte zum Greifen nah. Sollten Sie an Energieüberschüssen leiden, können Sie sich beim Sender RTL um eine Mansplaining-Rolle im Dschungelcamp bemühen oder dabei mithelfen, der „Umsetzung“ des „Masterplans“ von Herrn Bahlburg in der Arena von Herrn Hoppe zu applaudieren: https://www.landeszeitung.de/sport/aktuelles/241429-eltmann-meldet-insolvenz-an#comment-82673 „Erfolgskritische“ Tipps und Tricks zum Vorankommen in diesen „Formaten“ können entweder bei Prof. Jürgen Lürssen (https://www.amazon.de/J%C3%BCrgen-L%C3%BCrssen/e/B00457Z0Y0) oder bei Günther Krause (CDU) nachgefragt werden, dem ehemaligen parlamentarischen Staatssekretär beim letzten Ministerpräsidenten der DDR, späteren Bundesminister für besondere Aufgaben und zuletzt Bundesminister für Verkehr im Kabinett Kohl IV. Und, das ist das beste an solchen Lifestyle-Programmen mit angeschlossener Craft Beer Brewery: Anders als unter „aufsässig senilen Ratsmitgliedern“, „lustig verkalkten Leserbriefautoren“ oder in einer „Bande seniler Wracks“ (Wie erklären Sie den Blog-Lesern eigentlich Ihren rüpelnden Affekt gegenüber Senioren?) können Sie sich jederzeit Hoffnung machen, gehört zu werden, wenn Sie öffentlichkeitswirksam flehen: „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“

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      • Andreas Janowitz schreibt:

        „Wie ich das erkläre?“ Ganz einfach : ich hab die jeden Tag am Hals……
        Anm. jj: Lieber Herr Janowitz, bei aller Liebe, aber die folgenden Ausfälle habe ich einfach mal gestrichen. Wenn Sie das in sachlicher Form vorbringen, gerne, aber nicht in diesem Stil. Ich hoffe auf Ihr Verständnis. lg jj

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      • Mareike Jenssen schreibt:

        Wer Menschen beurteilt, hüte sich vor Verallgemeinerungen!

        Adenauer war 73, als er zum Bundeskanzler gewählt wurde. Er übte das Amt 14 Jahre lang aus und gilt alles in allem international als einer der ganz großen Staatsmänner.

        Josef „Jupp“ Heynckes, einer der erfolgreichsten Fußballtrainer überhaupt, war 68 als er 2013 mit den Bayern „das Triple“ (Deutscher Fußballmeister, Champions-League-Sieger und DFB-Pokalsieger) holte.

        Jürgen Habermas, ein in der ganzen Welt bekannter, gelesener und diskutierter Philosoph, hat im letzten November, fünf Monate nach seinem neunzigsten Geburtstag, ein weiteres Hauptwerk von 1.700 Seiten Umfang vorgelegt.

        Ulrich Löb, vor zwei Tagen 67 Jahre alt geworden (Ich gratuliere nachträglich!), ist einer der beliebtesten und engagiertesten ehrenamtlichen Bürgermeister unserer Stadt.

        Meine Oma Trude, 89, kennt 143 Gedichte und Balladen auswendig, die wir alle auf ihrem alten Braun TG 1020/4, ein Tonbandgerät, aufgenommen haben. Jeden Monat kommen zwei neue hinzu.

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      • Andreas Janowitz schreibt:

        Ah So, Fr. Jenssen,
        die letzten Adenauer Jahren lassen sich nicht wie die letzten Kohl Jahre auch durch vornehmlich eines charakterisieren: Erstarrung?
        Wenigstens beugt Fr. Merkel dem vor und tritt mit Würde ab. Die Ausnahme bestätigt eben die Regel.

        Herr Jnkel, ich war meiner Ansicht nach durchaus freundlich im Umgang mit peinlichen oder im Vorhinein zum Scheitern verurtreilten Plänen, deren Folgen ich wohlmöglich ebenso mittragen darf, obwohl Alternativen möglich gewesen wären und nur aus Mangel an Einsicht verworfen wurden.
        Da wird einem eine üble Beleidigung nach der anderen zugemutet und sich dann auch noch gewundert was für grobe Hackschnitzel übrig bleiben, nachdem man mal drüber gefahren ist um sie wenigstens halbwegs realistisch zu Ende zu bringen.

        Wir werden uns schon noch in ein paar Jahren wiederlesen, dann wollen wir mal sehen welchen Richtblock meine Mitbürger bis dahin ranngekarrt haben werden. Vornehmlich auch die Jüngeren, die die Suppe dann auszulöffeln haben. Die sind dann nicht mehr am Wasser tragen, da kommen dann Teer&Federn zum Einsatz- wenn die Beteiligten Glück haben. Mit Pech liegen sie dann noch nicht unter der Erde.
        Ist die Person einmal verblasst und die Befangenheit verflogen bleiben nurnoch die Taten. Die Sprechen dann für sich.

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      • Mareike Jenssen schreibt:

        Lieber Herr Janowitz,

        ich habe bei vollem Bewusstsein geschrieben, Adenauer gelte „ALLES IN ALLEM international als einer der ganz großen Staatsmänner“. Das heißt: nicht uneingeschränkt, natürlich nicht überall und selbstverständlich nicht bei jedem, aber doch überwiegend. Auch für ihn galt, wie Herr Jenckel mit Bezug auf Herrn Mädge konstatiert, „auf Dauer leidet noch jeder Politiker in der ersten Reihe am Kohl-Syndrom.“ Da war der spätere selbsterklärte Enkel sozusagen rückwirkend prägend. Aber was in den Geschichtsbüchern bleibt, ist ja meist „The Big Picture“. Jedenfalls sind Adenauers Verdienste unbestritten und wohl generell auch die Überzeugung, dass die Republik ohne ihn und seinen Kurs der „Westbindung“ eine ganz andere geworden wäre.

        Die letzten beiden Absätze Ihres Kommentars kann ich leider nicht verstehen. Sie sind voller dunkler Drohungen und Andeutungen.

        Mir scheint, Sie haben in großer Erregung geschrieben.

        „Sprich, wenn du wütend bist, und du wirst die beste Rede halten, die du jemals bereuen wirst“, hat der amerikanische Schriftsteller und Journalist Ambrose Bierce einmal gewarnt.

        Vielleicht übersetzen Sie mir Ihre Prophezeiungen deshalb erst morgen oder übermorgen ins Lüneburger Alltagsdeutsch, wenn Ihre Blutzirkulation wieder ihr normales Tempo erreicht hat?

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      • Andreas Janowitz schreibt:

        Guten Morgen Fr. Jenssen,
        sie können auch nicht verstehen, Herr Jencke schon. Er strich meine ihm wahrscheinlich zu verächtlichen Äusserungen. Und ja ich verachte ein gewisse Geisteshaltung zutiefst und schäme mich dafür auch nicht. Ich bin nicht zornig oder wütend ich verachte gewisse Meinungen einfach. Diese als „senil“ zu verniedlichen ist meines erachtens noch höflich.
        Gemeinhin wurde diese geisteshaltung auch geächtet? Zoring bin ich hingegen darüber, das der OB diese Ächtung untergräbt.

        Zu Herrn Adenauer: gerade neulich hörte ich mir die Ausführungen eines Historikers an, der eine was wäre wenn Geschichte sponn. Was wäre wenn es Person X,Y so nicht gegeben hätte. Leider muss ich darauf hinweisen das die von ihnen so gewürdigte „Westbindung“ schon vor der Kapitulation von doch weiten Kreisen geteilt wurde? Der Krieg gegen insbesondere Grossbritanien eher „aus der Not heraus“ geführt wurde? Nach der Kapitulation war die Bundesrepublik faktisch ein Satelit? Wirtschaftlich und militärisch existentiell abhängig? Insofern kann man ruhig annehmen das der Alte formalisierte was faktisch gegeben war. Ein hatte sowieso keine andere Wahl, wie so glaube ich, jeder andere an seiner Stelle.
        Seine persönliche Note hinterliess er mit dem Beginn der deutsch-französischen Aussöhnung. Er beschritt diesen Weg wohl bewusst und auch gegen den Widerstand innerhalb Deutschlands. Er begann woran Kohl und Mitterand anknüpfen konnten. Diese Weitsicht macht ihn zu einem grossen Staatsmann, diese Haltung erwirbt man allerdings nicht mit dem Alter. Man hat sie oder nicht.

        Was man allerdings mit dem Alter erwirbt ist Starrsinn. Die Unfähigkeit seine eigenen Fehler und Fehlbarkeiten als solche zu begreifen. Wie sonst soll man erklären das einige Herren nicht erkennen konnten, das unsere grossartige Sportarena ein solches Desaster werden würde, obwohl Meinungen von dritten frühzeitig(!) genau das(!) anmahnten! Da ist „senil“ eine sehr wohlwollende Bezeichnung. Zur Hand wären durchaus auch „unfähig“ oder gleich „Gewährung von Vorteilen“. Die Geschichte wird gnadenlos urteilen, da können sie sich sicher sein. Wenn die absehbare Kostenexplosion den Haushalt erst lähmt, können sie sich sicher sein, das niemand mehr damit in Verbindung gebracht werden möchte.

        Eine weitere Eigenschaft des alters ist es das Vergangene zu beschönigen, ganz gleich was für ein Desaster es war, es war schon nicht so schlimm. Und wenn erst die Hälfte der Bevölkerung der guten alten Zeit nachjammert und starrhalsig Wahnfantasien kolportiert, was meinen Sie was diejenigen denken, die sich mit den real existierenden Resultaten rumschlagen dürfen?

        Wie Sie sicher erkennen ist Haltung eine Ausnahme und Weitsicht rar gesät- war es schon immer und wird es immer bleiben. Die Ausnahme bestätigt die Regel. Das sind sicherlich keine Starallüren, sondern schlichte Einsichten…

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      • Mareike Jenssen schreibt:

        Vielen Dank, Herr Janowitz, da ich nicht alle besonderen Umstände kenne, über die Sie schreiben, lasse ich das mal so stehen. Mir war es darum zu tun, der Altersdiskriminierung vorzubeugen. Jugend schützt vor Torheit nicht.

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  14. Hermann Kessler schreibt:

    Herr Schröder,

    ich sehe das ähnlich wie Sie. Oberbürgermeister Ulrich Mädge, der am 11. Juni seinen 70. Geburtstag feiern wird, hat nie um seine Wiederwahl bangen müssen. Althusmann haftete vor knapp 14 Jahren ein unseriöses Bullerjahn-Image an (mit 22,7 Prozent der Simmen erzielte er das schlechteste CDU-Ergebnis in diesem Jahrtausend; 2001 fuhr die CDU immerhin noch 30,8 Prozent ein) und Pols war vollkommen unglaubwürdig, da er als SPD-Gruppenpartner so ziemlich alles mitgetragen hatte, was er als Kandidat dann infrage stellte. Immerhin erzwang er 2014 eine Stichwahl. Die hatte er aber der starken Claudia Schmidt von den Grünen und Michèl Pauly, dem Riesentalent von den Linken, zu danken, die der SPD in der ersten Runde viele Stimmen entzogen. Doch gewählt wurde in Schritt zwei schließlich Mädge mit den Voten von fast drei Viertel der (wenigen) Urnengänger.

    Allein, Herr Schröder, was kann Herr Mädge dafür? Ich habe den Eindruck, Sie versuchen, ihm einen Vorwurf aus seinen Erfolgen zu machen. Vor allem deshalb nämlich wird er im Herbst 2021 dreißig Jahre „Stadtoberhaupt“ von Lüneburg gewesen sein (so lange wie niemand vor ihm mindestens seit dem Augsburger Religionsfrieden; das Amt im engeren Sinne existiert erst seit 1996), weil die überwiegende Mehrheit unserer wahlberechtigten Einwohner/innen das so gewünscht, gewollt und dreimal bestätigt hat.

    Ist es Ihrer Ansicht nach ein Malus für den politischen Repräsentanten und Verwaltungschef eines prosperierenden Gemeinwesens, beliebt und geachtet zu sein und als klug und kompetent zu gelten?

    Da selbst so einer nicht allwissend und unfehlbar ist, ist ihm ein Kollegium von 42 weiteren Personen an die Seite gestellt, das ihn beraten, beauftragen und kontrollieren soll. Als dessen Mitglieder sind Personen wählbar, die am Wahltag mindestens 18 Jahre alt sind, seit mindestens sechs Monaten im Gebiet der Kommune ihren Wohnsitz haben und Deutsche im Sinne des Artikels 116 Abs. 1 des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland oder Staatsangehörige eines anderen Mitgliedstaates der Europäischen Union sind. Ziehen Sie einfach ein paar Kilometer weiter, Herr Schröder, dann gehören auch Sie zur Gruppe potentieller Kandidaten für den Rat der Hansestadt Lüneburg und können sich in die Gestaltung der oberzentralen „Zukunftsstadt“ aktiv einbringen!

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    • jj schreibt:

      Hier noch das Bild von der OB-Kandidaten-Diskussion. 2014 v.l. Mädge, Pols, Pauly und Schmidt, Moderator jj und Prof. Terhechte (Foto: Lz/tamme)

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    • Otto Berg schreibt:

      Eine kleine Ergänzung plus Richtigstellung, sehr geehrter Herr Kessler:

      Bei der ersten Direktwahl 1996 hat Ulrich Mädge im ersten Wahlgang 46,6 Prozent der Stimmen errungen und erst in der Stichwahl gegen den damaligen Herausforderer Reiner Faulhaber (CDU) 59,0 Prozent erreicht. (Wahlbeteiligung 56,2 Prozent)

      Bei der zweiten Direktwahl 2001 hatte Mädge schon im ersten Wahlgang 56,7 Prozent gewonnen, sein CDU-Kontrahent Bernd Althusmann nur 30,8 Prozent. Andreas Meihsies (Grüne) erreichte 6,2 Prozent und die FDP-Kandidatin Birte Schellmann 6,3 Prozent der Stimmen. (Wahlbeteiligung 51,7 Prozent)

      Bei der dritten Direktwahl 2006 erzielte Mädge im ersten Wahlgang 61,3 Prozent. Und es war nicht Althusmann, sondern Prof. Dr. Jürgen Lürssen von der Leuphana (ein Spezialist für „Die heimlichen Spielregeln der Karriere“), der als CDU-Kandidat mit dem historisch schlechten Ergebnis von 22,7 Prozent abgewatscht worden ist. (Soviel zu den christsozialen Erfahrungen mit einer externen Kandidaten-Persönlichkeit.) Ulrich Löb holte für die Grünen 7,7 Prozent, Birte Schellmann für die FDP 4,9 Prozent, Karlheinz Fahrenwaldt für die Linken 2,9 Prozent und der Rentner Günter Klug durch Einzelwahlvorschlag 0,4 Prozent der abgegebenen Stimmen. (Wahlbeteiligung 47,2 Prozent)

      Die vierte Direktwahl ist von Ihnen korrekt referiert worden. Nachzutagen bleibt, dass Frau Schmidt (Grüne) im ersten Wahlgang 19,9 Prozent erreichte, Herr Pauly (Die Linke) aus dem Stand beachtliche 7,3 Prozent. (Wahlbeteiligung bei der Stichwahl 32,73 Prozent)

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      • Hermann Kessler schreibt:

        Sehr geehrter Herr Berg,

        vielen Dank für Ihre zutreffenden Korrekturen. Ich hatte mich leider auf mein Gedächtnis verlassen. Das unseriöse Bullerjahn-Image haftete Bernd Althusmann also vor knapp 19 Jahren an. Später hat sich der Herr Doktor davon ja befreit. 🙃

        Sehr geehrter Herr Jenckel,

        Ihre Aufnahme erinnert mich an das Filmplakat zu „The Untouchables – Die Unbestechlichen“: Der knurrige Fuchs Jim Malone (Sean Connery) am linken und der frohgemute Kunstschütze George Stone (Andy García) am rechten Bildrand. 😎

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  15. sanderthomasgmxde schreibt:

    Ob geborener Lüneburger oder nicht bleibt sich gleich. Lüneburger Geschichtskenntnisse können hilfreich sein. Woran es in dieser Stadt mangelt ist eine demokratische Entscheidungskultur, die das Etikett demokratisch verdient.

    Gefällt 1 Person

    • Kevin Schnell schreibt:

      Wo genau vermissen Sie denn so etwas? Und wer bestimmt denn darüber, was das eigentlich ist: „eine demokratische Entscheidungskultur, die das Etikett ‚demokratisch‘ verdient“? Sie, Herr Sander, und Herr Bruns?

      Verdienen nur die Entscheidungen das Etikett „demokratisch“, die Ihrem Wünschen und Wollen entsprechen?

      Läge solchem Begehren nicht ein zutiefst undemokratischer Impuls zugrunde?

      Leben wir nicht in einer repräsentativen Demokratie? Ist nicht der Rat der Hansestadt die durch demokratische Wahlen verfassungsgemäß legitimierte politische Vertretung aller Lüneburger? Und die gesetzeskonform zustandegekommenen Beschlüsse seiner Mitglieder und Gremien sind nicht Ausdruck „einer demokratischen Entscheidungskultur“?

      Der geplante Brunnen vor dem Backsteindoppelgiebel des alten Brauhauses Am Sande 1 ist auch meiner Meinung nach eine das Stadtbild an prominenter Stelle verschandelnde Geschmacklosikeit. – Aber seine „Realisierung“ ist demokratisch beschlossen!

      Das gilt auch für die mehrheitliche Ablehnung des Antrages zur Abwahl des damaligen Lüneburger Bürgermeisters Dr. Gerhard Scharf am 1. Februar 2018 (für deren Zustandekommen sich der Theatermann Friedrich von Mansberg in einer flammenden Rede auf unvergessliche Weise öffentlich verbogen hatte: https://www.friedrich-von-mansberg.de/wp-content/uploads/2016/12/Rede-Rat-Dr.Scharf-010218.pdf). Alles drei: (1.) das unsägliche Video-Gezischel des Herrn Scharf vom 2. Januar 2018 (https://blog-jj.com/2018/01/10/buergermeister-scharf-und-das-rechte-paralleluniversum/#comment-1648), (2.) das Verhindern seiner Abwahl durch die Ratsmehrheit am 1. Februar 2018 und (3.) das parteitaktisch motivierte Versagen des Sozialdemokraten, der mit seinem verworren-pathetischen Appell zum (vorläufigen) Amtsverbleib des rettungslos kompromittierten Bürgermeisters beigetragen hat, hat mich entsetzt und deprimiert. – Aber dieser Verbleib war, daran gibt es keinen Zweifel, demokratisch beschlossen!

      Was meinen Sie also, wenn Sie behaupten, es mangele dieser Stadt „eine demokratische Entscheidungskultur, die das Etikett ‚demokratisch‘ verdient“?

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      • jj schreibt:

        Herr Schnell, ich bin ja ein großer Verfechter eines Wasserspiels am Sand, so wie in Lübeck, Stralsund, Bad Bevensen, Bayreuth und an vielen anderen Plätzen. Sagen Sie ihr bitte, wie hat so etwas auszusehen. Bitte ein Bild als Beispiel. Lg jj

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      • Kevin Schnell schreibt:

        Lieber Herr Jenckel,

        ein Restaurantkritiker braucht kein Koch, einer, der ein schlecht geschnittenes Kotelett erkennen kann, kein Metzger zu sein.

        Ich bin kein Landschaftsarchitekt, sehe aber, dass der Platz zwischen IHK und McDonald’s klein ist und darum, wenn es denn ein Brunnen sein soll, nach etwas Kleinem, Kompakten verlangt, in das man als Kind oder Erwachsener seine Beine halten kann: https://christoph-bellin.s3.eu-central-1.amazonaws.com/2018/03/esF4ZZvSWt-25973324487-f417d1e173_l2.jpg Ein solches Zierstück sollte als Bauwerk auch erkennbar sein und nicht aussehen, als habe man eine scharfkantige Glitsch- und Stolperfalle mit lockenden Fontänchen getarnt, um der städtischen Unfallchirurgie gebrochene Hüftknochen und Platzwunden im Akkord zuzuliefern: https://www.landeszeitung.de/wp-content/uploads/2019/11/Wasserspiel.jpg

        Außerdem ist, was Am Sande fehlt, gar nicht das Wasserspiel. Es fehlen Pflanzen! Es fehlt Grünes. Es fehlt Natur in der Steinwüste, kein antiseptisches Baumarktensemble, das mit hässlichen, angstmachenden Granitwürfeln abschreckt.

        Stellen Sie sich vor, es gäbe einen Gänsemarsch von Linden, Kirschbäumen oder Platanen von der Johanniskirche bis zum virtuellen Kreuzpunkt von Grapengießer und Bäckerstraße: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/b/bb/2010-06-04-lueneburg-by-RalfR-14.jpg

        Das würde das Zentrum beleben.

        Und bitte nicht die drei, vier schlanken Bäumchen auf dem Rasenrund um das Brünnlein vergessen https://img.fotocommunity.com/am-brunnen-2289cb1e-6549-44f6-a06d-fc0accffcb42.jpg?width=1000 Die würden Uta Hesebeck bestimmt gefallen. Denn „dadurch wäre auch etwas fürs Mikroklima in der Innenstadt“ getan.

        Kosten? Kein Problem! Herr Zeinert und seine IHK-GedankenGut-Truppen werden für die gartentechnische Aufrüstung des Innenstadtpanoramas vor ihren Bürofenstern gerne ihren Marketingetat plündern. Soviel Klimaschützerimage wie durch diese Finanzierung könnte die umstrittene Kammer auch mit zehntausend teuren, on- und offline gestreuten Reklamfilmchen nicht erwerben.

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      • jj schreibt:

        Herr Schnell, da fragen Sie einmal in Lübeck oder Stralsund nach oder auch in Bad Bevensen, wie viele Kinder sich dort schon verletzt haben, oder in Hannover vor dem Hauptbahnhof oder in Berlin vor dem Paul-Löbe-Haus. Überall Fontänen, über die sich gerade die Kinder im Sommer freuen. Lübeck, Stralsund, Bad Bevensen und Bayreuth

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      • Kevin Schnell schreibt:

        PS: Ausgezeichnet hat mir Ihr Mittwoch-Gespräch mit Herrn Blanck und Herrn Meier gefallen: https://de-de.facebook.com/landeszeitung/videos/490736068309921/ Da sind zwei sehr gut vorbereitete, eloquente und vorbildlich miteinander umgehende Sachwalter ihrer heiklen Anliegen aufeinandergetroffen.

        Das ist geradezu ein Lehrvideo für gutes Benehmen unter Debattengegnern.

        Auch gab es mit Petra Güntner, Ann-Kristin Mennen, Jens Kiesel, Thomas Mitschke, Michèl Pauly und anderen viele gute Kommentatoren mit interessanten Wortmeldungen.

        Besonders gut fand ich die Stelle, an der LVL-Chef Richard Meier, der mit trockenem Witz Punkt für Punkt die wirklich hanebüchenen Widersprüche in der Verwaltungs- sprich: OB-Argumentation aufgedeckt hat, den Ochtmisser Ortsbürgermeister Jens-Peter Schultz erwähnt, der sich, wie es scheint, in der Flugplatzsache offen gegen Ulrich Mädge positioniert, indem er verkündet, die Luftsportler seien jahrelang von der Lüneburger Verwaltungsspitze vergackeiert worden.

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      • jj schreibt:

        Danke fürs Lob, der Beitrag läuft auch sehr gut auf Facebook schon fast 17 000 erreichte Personen und 6000 Video-Aufrufe, viele Kommentare und Likes. Lg jj

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      • Kevin Schnell schreibt:

        Lieber Herr Jenckel,

        das Thema „Sande-Begrünung“ haben Sie ausgespart. Haben Sie dazu keine Meinung? UND: auf keiner Ihrer Wasserspiel-Aufnahmen (s. o.) sind solche lebensbedrohlich scharfkantig-spitzeckigen Granitwürfel in Kleinkindkopfhöhe zu sehen, wie Sie vor dem Tor von Herrn Zeinerts Büroquartier (wohl als „moderne“ Abwehrpoller gegen heranrasende Lastkrafträder) geplant sind.

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      • jj schreibt:

        Etwas Grün würde nicht schaden, aber keine Baumreihen. Ja, die Würfel finde ich auch schlecht. Lg jj

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      • sanderthomasgmxde schreibt:

        Sehr geehrter Herr Schnell, zu einer demokratischen EntscheidungsKULTUR gehört auch in einer repräsentativen Demokratie Transparenz. Transparenz in Bezug darauf wie und warum Entscheidungen zustande kommen und warum und von wem diese getragen werden. Dies ist zumindest für zukünftige Wahlentscheidungen wichtig.

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      • Klaus Bruns schreibt:

        Kevin Schnell

        Sie, Herr Sander, und Herr Bruns?
        eine witzige frage, wie ich finde. leider hat herr jenckel beschlossen, mich möglichst nicht mehr hier erscheinen zu lassen. grund: ich könnte hier die haute volee vergraulen. ich hätte sonst darauf geantwortet. meinen namen können sie hier in der zukunft streichen mein lieber herr schnell. herr jenckel entscheidet hier. er hat entschieden.

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      • jj schreibt:

        Das trifft den Kern nicht, Herr Bruns, es ist die schiere Masse an Kommentaren, von denen leider auch viele am Thema vorbei gehen und nur Pauschalurteile wiedergeben.
        Und ich hat für 2020 die Losung ausgegeben, mehr Sachlichkeit, weniger Vorurteile und keine Diffamierung. lg jj

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      • sanderthomasgmxde schreibt:

        Wattnu sprach der chin. Philosoph

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      • Klaus Bruns schreibt:

        Herr Schnell
        Und wer bestimmt denn darüber, was das eigentlich ist: „eine demokratische Entscheidungskultur, die das Etikett ‚demokratisch‘ verdient“? Sie, Herr Sander, und Herr Bruns?
        Auch wir, Herr Schnell. Nicht nur die Hautevolee.

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  16. Joseph schreibt:

    Der Kaiser war ein alter Mann. […] Die Leute glaubten, er wisse weniger als sie, weil er so viel älter war als sie. Aber er wußte vielleicht mehr als manche. Er sah die Sonne in seinem Reiche untergehen, aber er sagte nichts. Manchmal stellte er sich ahnungslos und freute sich, wenn man ihn umständlich über Dinge aufklärte, die er genau kannte. Denn mit der Schlauheit der Kinder und der Greise liebte er die Menschen irrezuführen. Und er freute sich über die Eitelkeit, mit der sie sich bewiesen, daß sie klüger wären als er. Er verbarg seine Klugheit in der Einfalt: Denn es geziemt einem Kaiser nicht, klug zu sein wie seine Ratgeber. Lieber erscheint er einfach als klug. Wenn er auf die Jagd ging, wußte er wohl, daß man ihm das Wild vor die Flinte stellte, und obwohl er noch anderes hätte erlegen können, schoß er dennoch nur jenes, das man ihm vor den Lauf getrieben hatte. Denn es ziemt einem alten Kaiser nicht, zu zeigen, daß er eine List durchschaue und besser schießen könne als ein Förster. Wenn man ihm ein Märchen erzählte, tat er, als ob er es glaube. Denn es ziemt einem Kaiser nicht, jemanden auf einer Unwahrheit zu ertappen. Wenn man hinter seinem Rücken lächelte, tat er, als wüßte er nichts davon. Denn es ziemt einem Kaiser nicht, zu wissen, daß man über ihn lächelt; und dieses Lächeln ist auch töricht, solange er nichts davon wissen will. […] Er hatte lange genug gelebt, um zu wissen, daß es töricht ist, die Wahrheit zu sagen. Er gönnte den Leuten den Irrtum, und er glaubte weniger als die Witzbolde, die in seinem weiten Reich Anekdoten über ihn erzählten, an den Bestand seiner Welt. Aber es ziemt einem Kaiser nicht, sich mit Witzbolden und Weltklugen zu messen. Also schwieg der Kaiser.

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  17. Marcus Schröder schreibt:

    Ob Mädge nun zugezogener oder gebürtiger Lüneburger ist, ist nicht der Punkt.

    Das Problem mit Mädge ist einfach nur, das die Lüneburger in seiner ganzen Amtszeit zu keiner Zeit einen wirklichen Gegenkandidaten hatten. Kein Kandidat, der von der CDU oder vielleicht auch den Grünen oder der FDP aufgestellt wurde, war derart ernst zu nehmen, das man das Gefühl hatte, uih, der könnte dem OB gefährlich werden. Auch und erst recht nicht Herr Pols.

    Keine Partei hat es geschafft – vielleicht wollte man es auch nicht weil man sich in einer Wohlfühloase wähnte, einen Kandidaten aufzubauen, der dem Amtsinhaber das Wasser hätte abgraben können.

    Mädge brauchte sich nie anstrengen, eine Kommunalwahl zu gewinnen. Er musst nie Angst haben, zu verlieren. Die Wahrscheinlichkeit, dabei abgewählt zu werden lag sicher nie über 20%, geschweige denn über 10%.

    Auch wenn es sicher gute Gegenbeispiele für Stadtoberhäupter gibt, die ihre Kommune in 10 oder mehr Jahren wesentlich nach vorne getrieben haben: Man sollte für solche (öffentlichen) Amtsträger eine maximale Amtszeit von zwei Wahlperioden wie in den USA einführen. Damit ist sicher nicht garantiert, das durch den Nachfolger alles besser wird, was der Vorgänger in seiner Amtszeit einschleifen lässt.

    Aber es garantiert, das Bewegung in der Sache bleibt, das sich der Klüngel nicht zu tief in eine Verwaltung einfrisst. Die Strukturen in Lüneburg sind mittlerweile wahrscheinlich derart verknöchert, das der neue – sollte er nicht von der SPD kommen, wahrscheinlich seine erste Amtszeit damit zubringen wird, hier den Presslufthammer anzusetzen um diese aufzubrechen.

    Zudem erscheint Mädge immer nur dann in der Öffentlichkeit, bzw. meldet sich zu Wort, wenn er mit irgendwas positiv dastehen kann. Bei Kritik habe ich ihn noch nie gehört.

    Die einzige Leistung – wenn man sie denn so nennen kann – ist, das er die Stadt zugepflastert bekommen hat, aber ohne Nachhaltigkeit. Wie kann es sein, das ein Stadtviertel – und nichts anderes ist der Ilmenaugarten – nicht von vornherein Autofrei gehalten wird?

    Muss, wer nur 5 Minuten Fußweg in die Stadt oder zum Bahnhof hat, wirklich ein oder mehrere Fahrzeuge direkt vor der Tür stehen haben?

    Das die Stadt attraktiv für Hamburger war oder ist, hat nicht er zu verantworten, sondern ist einfach der Tatsache geschuldet, das die Großstädte mit sechsstelliger Einwohnerzahl und deren direkter Speckgürtel (bis 20 KM Umkreis) mittlerweile für Otto-Normal-Verdiener schlicht nicht mehr erschwinglich sind.

    Das ist es wohl auch, was ihn sein Leben lang ärgern wird: Das er es nicht geschafft hat, Lüneburg eine 6-stellige Enwohnerzahl zu verpassen. Das er die Ambition – und wohl auch den Plan hatte, ist in meinen Augen unbestritten. Gern hätte er sicher Reppenstedt oder Deutsch Evern eingemeindet.

    Um alles andere hat er sicher mehr oder minder gar nicht gekümmert.

    Wie schrieb jemand bei Facebook?

    Eine Stadt mit 80.000 Einwohnern ohne vernünftigem Fußball-Stadion, bzw. gänzlich ohne Fußball-Stadion ist einmalig in Deutschland. Und das ist sicher kein Premium-Stempel.

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    • jj schreibt:

      Ich muss Ihnen natürlich widersprechen Marcus Schröder, Herrn Faulhaber, Herrn Althusmann oder Herrn Pols als „keine Gegner“ zu bezeichnen, das ist nicht fair.

      Und da gäbe es doch eine Menge Leistungen zu benennen, wie zum Beispiel die Konversion der drei Kasernen, das hat nicht jede Stadt so hinbekommen. Wobei man gerne übers das Hanse-Viertel streiten darf.

      Und was das Stadion angeht: Die Modell-Bausiedlung für Betuchte, zu der der alte LSK-Platz in Wilschenbruch geworden ist, das ist kein Ruhmesblatt. Aber der Hauptschuldige ist für mich ist ein Verein, der irgendwann völlig den Überblick über seine Finanzen verloren hat. Man darf da Ursache und Wirkung nicht verwechseln. Wer damals dem LSK den Geldhahn zugedreht hätte, wäre in der Euphorie auch als Verräter hingestellt worden.

      Ansonsten stimmt es, Wachstum hat abgewirtschaftet, heute zählen andere Prioritäten. Lg jj

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      • Marcus Schröder schreibt:

        Herr Mädge hat im ersten Wahlgang 2014 (lt. der Webseite der Hansestadt) im ersten Wahlgang mehr als doppelt so viele Stimmen erhalten wie Herr Pols (48,7 zu 24,1%). In der Stichwahl ist er mit wesentlich mehr als 2/3 der Stimmen gewählt worden.

        Herr Pols war demnach – für mein Verständnis – von vornherein Chancenlos, die Wahl auch nur im Ansatz zu gewinnen. Ein ‚echter‘ Gegner, den Herr Mädge hätte fürchten müssen, hätte die Wahl enger verlieren müssen.

        Zu den Ergebnissen der vorherigen Wahlen kann ich jetzt mangels Quellen nichts sagen.

        Aber soweit ich mich entsinnen kann, waren die Ergebnisse nicht wesentlich undeutlicher.

        Und klar, Ursache für den Verlust von Wilschenbruch ist der Umgang des LSK mit seinen Finanzen. Aber es hätte sicher die Möglichkeit gegeben, zu sagen, wir tun was wir können, das ihr das Gelände behalten könnt, wenn ihr entsprechend zuseht, das ihr wieder auf die Füße kommt. Zuckerbrot und Peitsche sozusagen.

        Und das Mädge, bzw. seine SPD , nicht begriffen hat, das Wachstum abgewirtschaftet hat, sieht man ja am Flugplatz.

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  18. Ulrich Blanck schreibt:

    Das kann ich alles unterschreiben und genau deshalb sollte ein Bürgermeister auch auf Einwohnerversammlungen bei kritischen Fragen nicht mit der Gegenfrage: „Wie lange wohnen Sie denn schon in Lüneburg“ einleiten.

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