Mit der Elbbrücke ist es wie mit einem toten Pferd, nur in Lüneburg steigt man nicht ab

Noch setzt die Fähre Tanja bei Neu Darchau über die Elbe.

Noch setzt die Fähre Tanja bei Neu Darchau über die Elbe. Ganz in der Nähe soll eine Brücke geplant werden. Foto: jj

Lüneburg, 5. Juni 2020


„Wenn Du entdeckst, dass Du ein
totes Pferd reitest, steig ab.“ Das raten die weisen Dakota-Indianer. Der Landkreis Lüneburg versucht es bei dieser Diagnose mit Adrenalin. Bei der Arena hat er so viel Adrenalin, vulgo Euro, verabreicht, dass die Arena zwar am Leben erhalten wurde, aber immer noch auf der Intensivstation liegt. Bei der geplanten Elbbrücke Neu Darchau wird das nicht gelingen.

Trotzdem wird das zugesagte Planungsgeld des Landes von 700 000 Euro in den nächsten Monaten weiter angelegt. Schließlich kann die Kreisverwaltung so noch viele Gutachter in der Corona-Krise über Wasser halten. Bei den Resultaten könnte man sich dann überrascht zeigen, dass die Brücke doch teurer wird als 60 oder 70 Millionen. Eventuell sucht man einen Schwarzen Peter, tauscht mal den Chef-Planer aus, setzt selbstredend eine Task-Force ein, kauft weiteren externen Sachverstand ein, macht mobil im Rechnungsprüfungsamt und glaubt immer an den Schluss eines Märchens: Und wenn sie nicht gestorben sind, dann planen sie noch heute an der Brücke der Herzen.

Gerade hat die Landesregierung den Grünen Miriam Staudte und Detlev Schulz-Hendel eine bemerkenswerter Antwort zur Brücke zukommen lassen. Mit Vorsatz oder fahrlässig verbergen sich darin vergiftete Einlassungen.

Verkehrsminister Bernd Althusmann stuft die Brücke darin abermals als Projekt von „besonderer Bedeutung“ ein, macht aber zugleich darauf aufmerksam, dass sie nicht so bedeutsam ist, dass das Land direkt etwas damit zu tun hätte. In der Antwort heißt es: „Zunächst ist festzustellen, dass sich das Land nicht an den Kosten der geplanten Elbebrücke beteiligen wird. Vielmehr wurde eine Förderung der zuwendungsfähigen Kosten des kommunalen Bauvorhabens mit Landesmitteln nach dem NGVFG in Aussicht gestellt.“ Das in Aussicht gestellte Akronym steht für das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz. Und zuwendungsfähig sind natürlich längst nicht alle Kosten. Und auf diesen Topf greifen alle Kommunen im Land zu.

Vollends verwirrend ist die Empfehlung der Landesregierung, der Landkreis sollte auf die bisherigen Planunterlagen zurückgreifen, damit es schneller geht. Vor einem Jahr hieß es in einer Antwort der Landesregierung zum Thema Elbbrücke dagegen: „Nach Einschätzung der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLStBV) ist davon auszugehen, dass sämtliche Unterlagen nach aktuell gültigem Regelwerk neu erstellt bzw. komplett überarbeitet werden müssen. Einschließlich erforderlicher Untersuchungen/Gutachten sind ca. 2,5 Jahre für die Vorbereitung der Planfeststellung realistisch.“ Puh, dann sind die Landtagswahlen fast überstanden.

Da das Land eigentlich nichts mit dieser Brücke „von besonderer Bedeutung“ zu tun hat, ist auch die Frage des wirtschaftlichen Nutzens allein Sache des Landkreises im sogenannten „eigenen Wirkungskreis“.

Richtig tricky wird die Antwort zur Vereinbarkeit von Brücke und Klimaschutz, das setze eine „langfristig vergleichend-bilanzierende Analyse von bau- und betriebsbedingten Strahlungs- und Treibhausgas-Emissionen voraus“. Als langfristig gilt gemeinhin das, was länger als sechs Jahre dauert. Doch dann sollte die Brücke doch schon stehen. Aber für Klima-Analysen gibt es bestimmt auch bald ein Turbo-Gesetz.

Die Landesregierung hat zwar keine „belastbaren Zahlen“ zu Bauwerk und Unterhaltung, geht aber von 60 Millionen Euro aus, die mit 75 Prozent bezuschusst werden. Wohlgemerkt, die Zahlen für diese Annahme sind fünf Jahre alt. Und wenn man nun nicht auf eine Fußgängerbrücke setzt, dann sind es inklusive Baukostensteigerung nach gängigen Statistiken konservativ jetzt schon rund 70 Millionen. Dann kommen noch die künftigen Baukostensteigerungen dazu und die Kosten, die ganz sicher nicht bezuschusst werden. Kurz um: Da wird die Arena buchalterisch zum Schnäppchen.

Am Landkreis Lüneburg geht die Wucht der Corona-Krise im Etat nicht vorbei, er muss den öffentlichen Personennahverkehr als Mitglied im Hamburger Verkehrsverbund mit retten, die KVG, das Theater, die Volkshochschule, denen die Erlöse teils komplett weggebrochen sind. Die Soziallasten werden durch Arbeitslosigkeit und zunehmende Bedürftigkeit zur exorbitanten Last. Auf der anderen Seite schmilzt die Kreisumlage in Zukunft wie Eis im Klimawandel, also die Einnahmen durch die Gemeinden, weil die Steuerkraft der Kommunen schwächelt.

Man könnte die Brücke natürlich noch als Konjunktur-Paket verkaufen, tatsächlich aber ist und bleibt sie ein Versprechen. Aber trotz all der finanziellen Herausforderungen haben Lokalpolitiker nicht den Mumm einmal einzugestehen, dass sie auf einem toten Pferd sitzen. Das machen sie parteiübergreifend nur hinter vorgehaltener Hand. Offiziell wird Adrenalin verabreicht und alle denken an Scarlett O`Hara und den Schluss von „Vom Winde verweht“: Verschieben wir’s doch auf morgen.

Hans-Herbert Jenckel

 

Über jj

Journalist, Dipl.-Kaufmann
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86 Antworten zu Mit der Elbbrücke ist es wie mit einem toten Pferd, nur in Lüneburg steigt man nicht ab

  1. Otto Berg schreibt:

    Lieber Herr Jenckel,

    haben Sie es mitbekommen?

    Herr Sagorski, der Sprecher der Bürgerinitiative „Ja zur Fähre, nein zur Brücke“ in Neu Darchau, hat Ihnen gestern in einem langen Leserbrief in der Elbe-Jeetzel-Zeitung (EJZ) die Reverenz erwiesen (als Reaktion auf einen an derselben Stelle vorangegangenen Brief von Herrn Puls, dem Vorsitzenden des „Fördervereins Brücken bauen e.V.“). Hier der komplette Sargorski-Text:

    WIE MAN EIN TOTES PFERD REITET – 06. Juli 2020 EJZ

    Betrifft: Leserbrief „Unwahrheiten zur Elbbrücke“ von Marko Puls, EJZ vom 13. Juni 2020

    Der Journalist Hans-Herbert Jenckel schrieb vor Kurzem in seinem Internet blog-jj.com „Mit der Elbbrücke ist es wie mit einem toten Pferd, nur in Lüneburg steigt man nicht ab.“

    Eine Lebensweisheit der Dakota-Indianer lautet: „Wenn du entdeckst, dass du ein totes Pferd reitest, steig ab.“ Die Politiker im Landkreis Lüneburg und der „Oberindianer“ (Vorsitzende) des „Förderverein Brücken bauen“, Marko Puls aus Zeetze, gehören nicht zum Stamme der Dakota-Indianer. Die seit Jahren geplante Elbbrücke ist ein totes Pferd. Herr Puls aber reitet den toten Gaul weiter. Mit seinen Leserbriefen in der EJZ versucht er zu erklären, warum man tote Pferde reiten sollte. Da wurde schon mal salopp behauptet, man könne mit toten Pferden über eine Brachfläche zwischen Katemin und Neu Darchau reiten, also kann da auch die Trasse einer zukünftigen Elbbrücke hin. Auf Google Maps hätte Herr Puls aber sehen können, dass auf seiner Reitstrecke Häuser stehen, die das tote Pferd aufhalten. In seinem Leserbrief greift Herr Puls grüneXsoli an, weil sie die Einzigen waren, die sich auf der Kreistagssitzung am 25. Mai 2020 in Lüchow trauten, klipp und klar zu sagen, dass man tote Pferde nicht reiten sollte. Kurt Herzog hat in seinen Redebeiträgen dargelegt, dass es den Landkreis sehr viel Geld kosten würde, wenn der Kreistag weiterhin auf tote Pferde setze. Herr Puls und seine CDU-Freunde scheinen nach der Maxime zu handeln: Sollte jemand darauf hinweisen, dass das Pferd tot ist, prangern wir ihn als Menschen an, der Fake News verbreitet. Diese Taktik ist ja schon von Donald Trump bekannt. Ich empfehle Herrn Puls und der CDU auch andere Strategien für das Reiten toter Pferde. Sie könnten zum Beispiel einfach die Helmut-Kohl-Strategie anwenden: Wir setzen uns hin und warten 16 Jahre, ob sich das Pferd nicht einfach nur tot stellt. Sie könnten auch die Angela-Merkel-Variante nutzen: Alle machen munter sich widersprechende Vorschläge, und am Ende ist es aber die Schuld von jemand anderem, wenn das Pferd sich nicht bewegt. Oder sie fordern eine gemeinsame Lösung, und wenn es die nicht gibt, wird das tote Pferd als alternativlos präsentiert und ihm wird das Vertrauen ausgesprochen.

    Dass die Corona-Pandemie jetzt dem toten Pferd endgültig den Rest gegeben hat, liegt doch auf der Hand. Im Grunde ist es bereits toter als tot. Denn in den Landkreisen Lüneburg und Lüchow-Dannenberg ist kein Geld mehr für das Futter von toten Pferden vorhanden. Wahrscheinlich werden sie und ihre Brückenfreunde erst einmal das tote Pferd für fünf bis zehn Jahre in den Stall stellen, um das Gesicht nicht zu verlieren und um danach sagen zu können: Schaut, wenn man lange genug wartet, lässt es sich viel besser reiten. Ihnen, Herr Puls, rufe ich aber erst mal zu: Wenn Du merkst, dass du ein totes Pferd reitest, sorge für einen bequemen Sattel – es könnte noch ein langer Ritt werden.

    Gerald Sagorski, Neu Darchau

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    • Richard Barenscheer schreibt:

      Zum Verständnis der Einlassungen von Herrn Sagorski gehört der Leserbrief des Herrn Puls vom 12. Juni 2020 in der EJZ, welcher selbst sich auf den EJZ-Artikel vom 27. Mai 2020 bezog, der über die Sitzung des Kreistages Lüchow-Dannenberg von Montag, 25. Mai 2020 berichtete:

      UNWAHRHEITEN ZUR ELBBRÜCKE

      Betrifft: Artikel „Alles vage, harte Fronten“ (EJZ vom 27. Mai)

      Ich habe mir die Veranstaltung angehört und kann dem Verfasser des Artikels zur Kreistagssitzung voll und ganz zustimmen. Das hier Vorgetragene warf mehr Fragen als Antworten auf und sorgte für eine komplette Verwirrung der anwesenden Kreistagsmitglieder, die sich größtenteils mit dem Thema Elbbrücke nicht auskennen, weil sie sich gar nicht damit befasst haben. Das ist in der nachfolgenden Debatte sehr klar geworden.

      Von einem Kreistagsabgeordneten erwarte ich mehr als nur ein Denken vor der eigenen Haustür in der Bahnhofstraße. Wenn Informationen über ein Projekt benötigt werden, kann man im Internet recherchieren. Zur umfassenden Information gehört dann aber auch, die veröffentlichten Gutachten und Ähnliches aus dem Planungsverfahren insgesamt zu lesen, zu verstehen und nicht irgendwelche an den Haaren herbeigezogenen „Fakten“ zum Besten zu geben und mit diesen Falschaussagen dann zu versuchen, Ängste zu schüren.

      Hier sind allen voran die Mitglieder der grüneXsoli zu nennen, die offenbar der Meinung sind: „Wenn man Lügen nur oft genug wiederholt, dann glauben es die anderen schon“ , um dann Zahlen zu präsentieren, die jeglicher Grundlage entbehren. Nur ein Beispiel: Die für den Landkreis Lüchow-Dannenberg zu stemmenden Folgekosten für dieses Projekt machen angeblich jährlich 500.000 Euro aus. Das sei der Gesamtbetrag, den dieser Landkreis heute für alle anderen Straßen im Landkreis ausgebe.

      Werte Mitglieder der Gruppe GrüneXSoli, allen voran Herr Herzog, Sie können ja wie bisher auch aus ideologischen Gründen gegen das Projekt sein, aber hören sie auf, so erbärmlich Unwahrheiten zu verbreiten und damit Ängste bei den Landkreisbewohnern zu schüren.

      Die Art und Weise der Diskussion und den Umgang zwischen den Kreistagsmitgliedern untereinander fand ich persönlich im Übrigen auch sehr befremdlich.

      Marko Puls,

      Förderverein Brücken bauen,

      Zeetze (Amt Neuhaus)

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  2. Otto Berg schreibt:


    Künftig geistert das Gespenst eines amtlichen Neubaus neben der klappergreisen „Amt Neuhaus“ daher. (Foto: t&w)

    Nicht „entweder oder“ sondern „sowohl als auch“ lautet jetzt das Motto im Kreishaus. Erst war gar kein Geld da, nun sollen eine halbe Million für die Ertüchtigung der alten Bleckeder Elbfähre ausgegeben UND weitere sechs Millionen für die Anschaffung einer neuen draufgeschichtet werden.

    Jens Böther und Franz-Joseph Kamp halten das für „einen guten Kompromiss“!

    Wie LZ-Chef Marc Rath schreibt, betont der Erste Kreisrat Jürgen Krumböhmer die Bedeutung der Ausschreibung: „Jetzt übernehmen Fachleute das Ruder.“ Denn die Verwaltung habe beim Thema Fähren-Technologie „nicht den Ansatz einer Ahnung“.

    Dasselbe dürfte für Wilhelm Kastens (CDU), Achim Gründel (SPD), Ralf Gros (Grüne), Martin Goedecke (Gruppe FDP/Unabhängige) und Christian-Eberhard Niemeyer (AfD) gelten, die am Montag auf Gut Wienebüttel dennoch wieder wirres Wunschdenken in der Pose von versierten Bescheidwissern in die LZ-Mikrophone sprachen.

    Sachlich blieb dagegen Frank Stoll. Der Fraktionschef der LINKEn ist selbst Fährmann und pflichtete seiner Kollegin Wilhelm (s.u.) mit dem nüchternen Urteil des Praktikers bei: „Eine 80 Jahre alte Fähre … ist irgendwann fällig.“

    Das Schönste schreibt Rath zum Schluss: „Krumböhmer verwies darauf, dass auch noch eine Zeit vergehen wird, bis der Gutachter gefunden sein dürfte und die fachlichen Vorbereitungen stehen. Ab dann seien etwa 15 Monate für die Ausschreibung und neun Monate reine Bauzeit zu kalkulieren.“

    15 + 9 macht 24 Monate. Hält man sich vor Augen, dass die von Landrat Nahrstedt im April 2019 angekündigte Ausschreibung und Beauftragung eines externen Anwaltes zur vorbereitenden Aufklärung der Verantwortlichkeiten für das skandalöse Arena-Finanzierungsdesaster über ein Jahr nach ihrer Ankündigung bei seinem Nachfolger immer noch aussteht, kann man sich leicht vorstellen, was es heißt, „dass auch noch eine Zeit vergehen wird, bis der Gutachter gefunden sein dürfte und die fachlichen Vorbereitungen“ für die neue Fähre „stehen“. Könnte sein, dass die 2039 kommt, zehn Jahre nach der nächsten Beerdigung des „Elbbrückenprojektes“ Neu Darchau-Darchau.

    Siehe dazu: https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/2764768-elbfaehre-3
    und: https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/luneburg/2731817-landkreis-schaltet-anwalt-ein

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    • Werner Mellentin schreibt:

      Herr Jenkel.
      Welchem Umstand ist es zu verdanken, dass der von mir eingestellte Beitrag zum Thema „Elbfähre“ von Ihnen nicht der Freigabe für wert erachtet wurde?
      Mit freundlichen Grüßen
      Werner Mellentin

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      • jj schreibt:

        Ich kenne Ihren Beitrag nicht. Falsche Adresse oder Spam-Filter, ich schaue nach? Lg jj

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      • Werner Mellentin schreibt:

        Beim Lesen vieler Beiträge hier bin ich schon verwundert über den erweiterungsbedürftigen Wissensstand einiger Foristen hier zum Thema „Neue Elbfähre“. Gleiches gilt auch für die Mandatsträger im Kreistag.

        Insbesondere der „Wasserstoffantrieb“ erscheint vielen als der Inbegriff des Fortschritts überhaupt zu sein. Dazu sollte man eines wissen: Aus Elektrizität erzeugter Wasserstoff hat eine lausige energetische Gesamtbilanz.

        Wasserstoff muß großtechnisch aus Elektrolyse hergestellt werden. Dabei entstehen circa 50% Verluste aus der Gesamtmenge der Primärenergie Strom. Und dieser für die H2-Herstellung benötigte Strom hat nach dem derzeitigen „EU-Energiemix“ erhebliche CO2-Emissionen, die dem Brennstoffzellen-Antrieb ebenfalls zugerechnet werden müssen.

        Bei den Brennstoffzellen bleibt es aber nicht nur bei den (Strom-) Energie-Verlusten von ca.50% die bei der H2-Herstellung mit entsprechend hohen CO2-Emissionen im Stromkraftwerk entstehen, sondern es kommen noch folgende Verluste hinzu:

        – Weitere ca. 50% Energieverluste aus dem Rest der Primärenergie (Strom), (Wirkungsgradverluste der Brennstoffzelle) die bei der Reaktion (Rückumwandlung) von Wasserstoff in Elektrizität entstehen. Damit verbleiben nur noch ca. 25% aus der ursprünglichen Menge der Primärenergie Elektrizität.

        – Weiterer (Strom-) Energieaufwand und Primärenergieverluste für Wasserstoff-Tiefkühlung und Kompression bei Herstellung und Lagerung in Vorratstanks.

        – Energieaufwand für Transport des Wasserstoffes zu Tankstellen und sonstigen Verbrauchern – hier also der Fähre.

        – Zusätzliche Wasserstoffverluste durch Diffusion bei den H2-Lagertanks. (H2-Tanks entleeren sich nach kurzer Zeit).

        Und: ob mit oder ohne Wasserstoff – die neue Elbfähre wäre in jedem Falle eine Fähre mit Elektroantrieb, einschließlich der erforderlichen Stromspeicher – sprich: Akkus. Denn die mit Wasserstoff beschickte Brennstoffzelle ist nicht in der Lage, mit Lastspitzen, wie beim Ablegen vom Anleger und dem anschließenden Beschleunigen, umzugehen. Die Brennstoffzelle lädt also daher einen Akku aus dem dann der für den eigentlichen Antrieb zuständige Elektromotor seine Elektrizität bezieht. Dieser Stromspeicher könnte jedoch etwas kleiner sein, als der für den ausschließlich akkubasierenden Antrieb erforderliche.

        Elektromotoren und Akkus sind schon seit Jahrzehnten erprobte Technik. Da gibt es keine Überraschungen.

        Eine solche Fähre mit ausschließlichem Elektroantrieb fährt z.B. auf der Mosel zwischen dem deutschen Oberbillig und luxemburgischen Wasserbillig:

        Name: „Sankta Maria II“
        Rumpflänge: 17,0m
        Rumpfbreite: 8,6m
        Tragfähigkeit: 25t
        Gewicht: 54t
        Total Hauptantriebsleistung: 80kW
        Transportkapazität: 6 PKW / 45 Personen / 25 Fahrräder
        2 Fahrspuren
        Fahrbahnbreite: 5 m
        Baukosten: Nettopreis 1,5 Millionen Euro ( geplant: 1, 7 Mio Euro)

        Zum Vergleich die „Amt Neuhaus“:

        Gesamtlänge von 32,6 m über die Laderampen
        Rumpflänge: 22,4 m
        Rumpfbreite: 7,66 m breit
        Tragfähigkeit: 29t
        Transportkapazität: 9 PKW
        Total Hauptantriebsleistung: 184kW

        Links zum Thema:

        https://www.ardmediathek.de/ard/video/einfach-genial/elektrofaehre-sticht-in-see/mdr-fernsehen/Y3JpZDovL21kci5kZS9iZWl0cmFnL2Ntcy9jNDc0NzJlMS03OTk4LTQ3MzYtYmYyMy1kZTc2NGI2NTIyZTE/

        Die Batteriekapazität der „Sankta Maria II“ ist ausgelegt für 13 Stunden Fährbetrieb + weitere 13 Stunden als Sicherheit. Dazu stehen zwei unabhängige Batterieblocks aus je 12 Lithium-Polymerbatterien je 10,5 kW zur Verfügung. 15 Solarmodule je 540 Watt (5,4 KW) für die Nachladung bei Tag. Letztere erbringen lediglich einen symbolischen Beitrag und werden in erster Linie für den Bordstrom eingesetzt.

        Für den Betrieb auf der bei Bleckede ca. 300m breiten Elbe müsste das Design der Fähre um etwas mehr Transportkapazität, Motorleistung und Batteriekapazität erweitert werden. Vermutlich wären 3 Millionen Euro Baukosten hier realistisch.

        Nähere Infos gibt es bei der Schiffsbauwerft ihres Vertrauens.

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  3. Helga Dreyer schreibt:

    Lieber Herr Jenckel, warum verstecken Sie Ihren Kommentar https://blog-jj.com/2020/06/05/mit-der-elbbruecke-ist-es-wie-mit-einem-toten-pferd-nur-in-lueneburg-steigt-man-nicht-ab/#comment-11001
    so schamhaft?

    Und warum schreiben Sie nicht deutlich: „ich (H.-H. Jenckel) habe mich getäuscht, ich bin einer Falschmeldung eines noch nicht subalternden Informanten aufgesessen. Es gibt KEINE Zusatzvereinbarung zu den Unterhaltskosten der Brücke, die Ausführungen der Helga Dreyer im Blog, die ich bestritten hatte, waren korrekt“.

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    • jj schreibt:

      Liebe Frau Dreyer,
      ich habe den Kommentar dort abgesetzt, wo die Frage gestellt wurde. Das hat doch nichts mit Scham zu tun. Ich habe es Ihnen versprochen.
      Meine kategorische Aussage kann ich nicht belegen. Ob es eine Zusatzvereinbarung gibt, recherchiere ich natürlich weiter. Solange können Sie das gerne als Falschmeldung einstufen.

      Allerdings ändert das am Ende nichts daran, dass der Landkreis Lüneburg an erster Stelle in der Pflicht steht. Allerdings kann es durchaus sein, dass der Landkreis Lüchow-Dannenberg in homöopathischen Dosen nach ein paar Jahren an den Unterhaltskosten beteiligt wird, so es die Haushaltslage hergibt, die bisher als angespannt gilt.

      Aber ich findes es viel interessanter, dass jede Art von Kosten oder Folgekosten heute noch gar nicht ermittelt sind, geschweige denn benannt werden können, sondern diese Ermittlung noch lange dauern wird. Und das alles, was wir haben Retrospektiven auf alten Zahlensalat sind.

      Kurz um, lassen wir uns überraschen – ob die Brücke an den Kosten, an Gerichten, am Naturschutz, am Widerstand der Durchquer scheitert oder an Corona-Spätfolgen oder ob sie trotz aller Widerstände gebaut wird sometimes in the East. lg Ihr jj

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      • Kar Beck schreibt:

        „Ob es eine Zusatzvereinbarung gibt, recherchiere ich natürlich weiter. Solange können Sie das gerne als Falschmeldung einstufen.“

        Klingt ein wenig nach Trump. Ihr geheimrätlicher „Gewährsmann“ hat Ihnen doch nun gesagt, die gebe es nicht.

        Dafür, dass Obama „dem tiefen Staat“ vorsteht, um mit Hilfe der fiesen Echsenmenschen die Erkenntnis zu blockieren, die Erde sei eine Scheibe, gibt es keine Beweise. Aber der Donald „recherchiert natürlich weiter“. Solange können die Fakenews-Media „das gerne als Falschmeldung einstufen.“

        Man hat nix inne Hand drinne. – Aber der andere wird als „Falschmeldungseinstufer“ diskreditiert.

        So geht tatsachenverdrehende Propaganda.

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  4. Werner Mellentin schreibt:

    Beim Lesen vieler Beiträge hier bin ich schon verwundert über den erweiterungsbedürftigen Wissensstand einiger Foristen hier zum Thema „Neue Elbfähre“. Gleiches gilt auch für die Mandatsträger im Kreistag.

    Insbesondere der „Wasserstoffantrieb“ erscheint vielen als der Inbegriff des Fortschritts überhaupt zu sein. Dazu sollte man eines wissen: Aus Elektrizität erzeugter Wasserstoff hat eine lausige energetische Gesamtbilanz.

    Wasserstoff muß großtechnisch aus Elektrolyse hergestellt werden. Dabei entstehen circa 50% Verluste aus der Gesamtmenge der Primärenergie Strom. Und dieser für die H2-Herstellung benötigte Strom hat nach dem derzeitigen „EU-Energiemix“ erhebliche CO2-Emissionen, die dem Brennstoffzellen-Antrieb ebenfalls zugerechnet werden müssen.

    Bei den Brennstoffzellen bleibt es aber nicht nur bei den (Strom-) Energie-Verlusten von ca.50% die bei der H2-Herstellung mit entsprechend hohen CO2-Emissionen im Stromkraftwerk entstehen, sondern es kommen noch folgende Verluste hinzu:

    – Weitere ca. 50% Energieverluste aus dem Rest der Primärenergie (Strom), (Wirkungsgradverluste der Brennstoffzelle) die bei der Reaktion (Rückumwandlung) von Wasserstoff in Elektrizität entstehen. Damit verbleiben nur noch ca. 25% aus der ursprünglichen Menge der Primärenergie Elektrizität.

    – Weiterer (Strom-) Energieaufwand und Primärenergieverluste für Wasserstoff-Tiefkühlung und Kompression bei Herstellung und Lagerung in Vorratstanks.

    – Energieaufwand für Transport des Wasserstoffes zu Tankstellen und sonstigen Verbrauchern – hier also der Fähre.

    – Zusätzliche Wasserstoffverluste durch Diffusion bei den H2-Lagertanks. (H2-Tanks entleeren sich nach kurzer Zeit).

    Und: ob mit oder ohne Wasserstoff – die neue Elbfähre wäre in jedem Falle eine Fähre mit Elektroantrieb, einschließlich der erforderlichen Stromspeicher – sprich: Akkus. Denn die mit Wasserstoff beschickte Brennstoffzelle ist nicht in der Lage, mit Lastspitzen, wie beim Ablegen vom Anleger und dem anschließenden Beschleunigen, umzugehen. Die Brennstoffzelle lädt also daher einen Akku aus dem dann der für den eigentlichen Antrieb zuständige Elektromotor seine Elektrizität bezieht. Dieser Stromspeicher könnte jedoch etwas kleiner sein, als der für den ausschließlich akkubasierenden Antrieb erforderliche.

    Elektromotoren und Akkus sind schon seit Jahrzehnten erprobte Technik. Da gibt es keine Überraschungen.

    Eine solche Fähre mit ausschließlichem Elektroantrieb fährt z.B. auf der Mosel zwischen dem deutschen Oberbillig und luxemburgischen Wasserbillig:

    Name: „Sankta Maria II“
    Rumpflänge: 17,0m
    Rumpfbreite: 8,6m
    Tragfähigkeit: 25t
    Gewicht: 54t
    Total Hauptantriebsleistung: 80kW
    Transportkapazität: 6 PKW / 45 Personen / 25 Fahrräder
    2 Fahrspuren
    Fahrbahnbreite: 5 m
    Baukosten: Nettopreis 1,5 Millionen Euro ( geplant: 1, 7 Mio Euro)

    Zum Vergleich die „Amt Neuhaus“:

    Gesamtlänge von 32,6 m über die Laderampen
    Rumpflänge: 22,4 m
    Rumpfbreite: 7,66 m breit
    Tragfähigkeit: 29t
    Transportkapazität: 9 PKW
    Total Hauptantriebsleistung: 184kW

    Links zum Thema:

    https://www.ardmediathek.de/ard/video/einfach-genial/elektrofaehre-sticht-in-see/mdr-fernsehen/Y3JpZDovL21kci5kZS9iZWl0cmFnL2Ntcy9jNDc0NzJlMS03OTk4LTQ3MzYtYmYyMy1kZTc2NGI2NTIyZTE/

    Die Batteriekapazität der „Sankta Maria II“ ist ausgelegt für 13 Stunden Fährbetrieb + weitere 13 Stunden als Sicherheit. Dazu stehen zwei unabhängige Batterieblocks aus je 12 Lithium-Polymerbatterien je 10,5 kW zur Verfügung. 15 Solarmodule je 540 Watt (5,4 KW) für die Nachladung bei Tag. Letztere erbringen lediglich einen symbolischen Beitrag und werden in erster Linie für den Bordstrom eingesetzt.

    Für den Betrieb auf der bei Bleckede ca. 300m breiten Elbe müsste das Design der Fähre um etwas mehr Transportkapazität, Motorleistung und Batteriekapazität erweitert werden. Vermutlich wären 3 Millionen Euro Baukosten hier realistisch.

    Nähere Infos gibt es bei der Schiffsbauwerft ihres Vertrauens.

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    • Klaus Bruns schreibt:

      Werner Mellentin eine Frage:
      können sie es sich erklären, warum dieses wissen, was sie hier kundgetan haben, bei unseren kommunalpolitikern, die entscheidungen treffen , nicht vorhanden ist? es wird doch ständig da, wegen nicht vorhandenem wissen, wissen eingekauft. wer kauft da wo ein?

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      • Werner Mellentin schreibt:

        Herr Bruns.

        Ich muss bedauern. Auf diese Frage zu antworten hieße, mich auf das Feld der Spekulation zu begeben.

        Aus eigener Erfahrung kann ich nur Bewunderung für einige unserer Kommunalpolitiker – aus allen politischen Lagern – aussprechen, die keine Scheu haben, in Sitzungen der Vetretungen ihr technisches Halbwissen als der Weisheit letzter Schluss zu verkaufen.

        Das von mir im vorhergehenden Beitrag Publizierte ist im übrigen frei verfügbar. Also auch für Politik und Verwaltung in Stadt und Landkreis Lüneburg.

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  5. Damar Harms schreibt:

    „Wir brauchen eine neue Fähre, diese leidet an akuter Altersschwäche.“ – Petra Wilhelm, Fährfrau auf der „Amt Neuhaus“ im Februar 2019 (Foto: t&w)

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  6. Richard Barenscheer schreibt:

    Sehr geehrter Herr Wiemann,

    zu Ihrem Einwand vom 14. Juni 2020 um 16:50 h siehe Jens-Peter Schultz am 14. Juni 2020 um 21:38 h: „Wer einigermaßen überlegend unterwegs ist, baut doch in eine 80 Jahre alte Fähre keinen neuen Motor ein und das, obwohl weltweit bereits zig Fähren mit alternativen modernen Antrieben in Gebrauch sind.“

    Wo waren Ihre öffentlichen Krisenzeitenhinweise, als im März eine vollkommen intransparente und in vielen Hinsichten hochgradig risikoreiche (Zeit & Geld) Finanztransaktion knapp unterhalb eines siebensstelligen Betrages vom Kreis- auf das Geschäftskonto der Campus Management GmbH erfolgte?

    Den blasierten Anschnauzer Ihres Kollegen Detlev Schulz-Hendel vom 14. Juni 2020 um 17:33 h halte ich dennoch für völlig daneben.

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    • Berni Wiemann schreibt:

      Sg Herr Barenscheer,
      1. das Beispiel von Kol. Schulz sowie Schulz-Hendl trifft nicht das Problem. Es ist vielmehr die Frage welcher vernünftige Mensch investiert , ausgerechnet bei dramatischen Einnahmeverlusten (allein 23 Mio in 2021), in eine risikoreiche Neuentwicklung? Vernünftige Investoren, die eigenes Geld einsetzen müssen, warten ab, bis die technischen Entwicklung die Investition vergünstigt und das notwendige Geld z. B. nicht bei Schulsanirungen eingespart werden muss.
      2. Ich war anfangs der einzige Arena Kritiker und habe seit Jahren auf das erkennbare Desaster hingewiesen. Dafür wurde ich auch jahrelang insbes. von Genossen Schulz und Kamp unsachlich kritisiert. Daran habe ich mich gewöhnt.
      3. Zum grünen Schulz, der offenbar keine Argumente mehr hat, erübrigt sich jeder Kommentar.

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  7. Jens-Peter Schultz schreibt:

    Ich habe mein altes Fahrrad aus der Garage geholt und wie vom LR Böther i.S. Fähre empfohlen einen neuen Motor eingebaut. …. Der läuft prima, nur die Peripheriegeräte des alten Fahrrades haben das nicht ausgehalten 🙂 Wer einigermaßen überlegend unterwegs ist, baut doch in eine 80 Jahre alte Fähre keinen neuen Motor ein und dass, obwohl weltweit bereits zig Fähren mit alternativen modernen Antrieben unterwegs sind. Und hier wird uns vom LR und Gefolge suggeriert, die Technik ist noch nicht soweit. Doch. Nur die handelnden Personen sind es noch nicht oder werden es nie.

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    • Berni Wiemann schreibt:

      Schlechtes Beispiell Herr Kollege. Ich würde überhaupt keinen Motor in ein altes Fahrrad einbauen! Aber zur Herstellung der Verkehstüchtigkeit, evtl einen neuen Dynamo, wenn ich mir infolge der aktuellen Finanzsituation (23 Mio. Einnahmenrückgang), kein neues e bike leisten kann. „Unverantwortliche“ Politiker sehen das bei steuerfinanzierten Investitionen leider häufig anders.

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    • Werner Mellentin schreibt:

      Herr Schultz.
      Da zeigt sich wieder einmal mehr: Landrat Nahrstedt fehlt an allen Ecken und Enden. *hüstel*

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  8. Otto Berg schreibt:

    Anfang Mai, berichtete Redakteur Stefan Bohlmann gestern in der Landeszeitung (https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/2760379-doppelstrategie-fuer-die-elbfaefhre), war es im Kreishaus zu einem heftigen politischen Streit gekommen, als:

    ➽ „Landrat Jens Böther (CDU) die Idee im Kreisausschuss durchbrachte [!], die mehr als 80 Jahre alte Fähre [bei Bleckede] zu ertüchtigen und damit die bisherige Planung für ein neues Schiff mit klimafreundlichem Antrieb zu verschieben.“

    Dieser Konflikt ist nun beendet.

    „Einstimmig [!] hat der Mobilitätsausschuss des Lüneburger Kreistages [vor drei Tagen, am 10. Juni 2020] Zukunftsoptionen für die Elbfähre Bleckede-Neu Bleckede abgesteckt. Der Landkreis setzt auf zwei Varianten: Die derzeit über die Elbe setzende ‚Amt Neuhaus‘ wird technisch bei Bedarf ertüchtigt, um den Fährbetrieb zu gewährleisten. Gleichzeitig werden die Planungen für eine Fähre mit klimafreundlichem Antrieb fortgesetzt, wobei nicht nur ein Schiffsneubau infrage kommen muss, sondern die Umrüstung der „Amt Neuhaus‘ auf einen klimafreundlichen Antrieb ebenfalls eine Möglichkeit sein kann.“

    DAS RESULTAT auf Deutsch:

    ➽ Landrat Jens Böther (CDU) hat die Idee im Mobilitätsausschuss durchgebracht [!!], die mehr als 80 Jahre alte Fähre [bei Bleckede] zu ertüchtigen und damit die bisherige Planung für ein neues Schiff mit klimafreundlichem Antrieb zu verschieben.

    („Beschlussvorschlag zur Vorlage 2020/180: Die Verwaltung schlägt vor, den Kauf einer neuen Fähre für die Verbindung Bleckede – Neu Bleckede zu verschieben. Stattdessen wird die bestehende Fähre … ertüchtigt.“)

    Nach Ansicht von Herrn Bohlmann „muss“ [!] der Kreistag diesen „Kompromiss“ [!] übermorgen „bei seiner Sitzung am Montag, 15. Juni, ab 16 Uhr im Kulturforum Gut Wienebüttel [nur] noch absegnen“! — Wie schön. Selberdenken und eigene Meinungen [obgleich laut § 54 (1), 1 u. 2 NKomVG nicht verboten] sind für die Abgeordneten wieder einmal nicht vorgesehen.

    Was der Landtagsabgeordnete bzw. das Mobilitätsausschussmitglied Detlev Schulz-Hendel von Bündnis 90/Die Grünen zu dieser lachhaften Wendehalskurbelei sagt, an deren Zustandekommen er beteiligt ist, war bisher leider nicht zu erfahren. Während Franz-Josef Kamp, der sich für Jens-Peter Schultz in die Sitzung gedrängelt hatte, den bekannten, universell verwendbaren Kamp-Sermon herumtönte, die Renovierung der alten Fähre sei ihm soviel wert, wie sie koste. Denn es müsse [!] „allen klar sein, dass in zwei Jahren keine neue Wasserstoff-Fähre einsatzbereit ist: Die Variante für die Zwischenzeit wäre die Ertüchtigung. Kosten von 410.000 Euro dafür sind nicht zu teuer.“

    Den Sarah Cooper-Clip „How to ferry“ gibt es leider noch nicht. (Den muss [!] Herr Jenckel per Lippensynchronisation der Böther-Gros-Gründel-Kamp-Kastens-Bramarbasage vom Mittwoch erst noch einspielen.)

    Aber wer wissen möchte, wie man „Ressourcen spart“, indem man sie verschwendet („how to save by using“), der lasse sich von Trumps Worten im Munde seiner kongenialen Übersetzerin erläutern,

    ➽ „How to water“: https://www.youtube.com/watch?v=XGHzK7PQqCs

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    • Otto Berg schreibt:

      Nachtrag:

      Noch etwas übers Bauen (z. B. von Zentralgebäuden und Arenen) und übers Bezahlen (z. B. von alten schwimmenden Kostenfressern):

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      • Detlev Schulz-Hendel schreibt:

        Moin Herr Berg,
        seien Sie versichert, ich bin hellwach: die Beschlussvorlage 2020/180 ist nicht der Kompromiss, sondern die ursprüngliche Verwaltungsvorlage vom Landrat Böther. Möglicherweise noch nicht aktualisiert. Seien Sie gewiss: diese Vorlage wird nicht beschlossen, es sei denn man möchte uns etwas unterjubeln, was ich mir dann tatsächlich so nicht vorstellen könnte. Trotzdem Danke, dass auch Sie so aufmerksam sind.

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    • Detlev Schulz-Hendel schreibt:

      Na Herr Berg, dann muss ich wohl mal nachhelfen beim Übersetzen: die Planung für eine Fähre mit alternativen Antrieb geht wie geplant weiter. Bei dem „Kompromiss“ geht es dann eher darum, dass eine Lösung her muss, sollte die jetzige Fähre bis zu Neubeschaffung den Geist aufgegeben. Also der Landrat hat sich nicht durchgesetzt. Die politische Entscheidung für die Beschaffung einer neuen Fähre wird sich durch diesen Zusatz nicht ändern, bei den Grünen nicht, bei den Linken nicht und auch vermutlich bei der SPD nicht.

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      • Otto Berg schreibt:

        Lieber Herr Schultz-Hendel,

        Sie haben doch den Beschlussvorschlag zur Vorlage 2020/180 gelesen: „Die Verwaltung schlägt vor, den Kauf einer neuen Fähre für die Verbindung Bleckede – Neu Bleckede zu verschieben. Stattdessen wird die bestehende Fähre … ertüchtigt.“

        Das wird am Montag vom KT so beschlossen werden. Das ist die Prosa der harten Tatsachen. Dass sich „die politische Entscheidung für die Beschaffung einer neuen Fähre durch diesen Zusatz nicht ändern wird, bei den Grünen nicht und bei den Linken nicht (bei der SPD setzen Sie selbst schon das Fragezeichen)“, das ist die Poesie der hehren Absichten. (Parallelgeschichte: Dass die Hundertmillionen-Euro-Arena gebaut wird, das entspricht der Prosa der Verhältnisse; dass noch immer kein externer Anwalt eingeschaltet wurde, um mit der Trockenlegung und gerichtlichen Aufarbeitung des „Tarnen, Tricksen, Täuschen“-Sumpfes wenigstens zu beginnen, verdankt sich der Poesie der herzinnigen Absichtserklärungen.)

        Vier bis fünf Millionen Euro für eine neue Fähre aus der Kreiskasse jetzt würden das Elbbrückenprojekt sofort und endgültig pulverisiert haben. Dass aber das nicht sein soll, DARÜBER wird übermorgen abgestimmt. Das wissen Sie so gut, wie es Herr Böther, Herr Kamp, Herr Stoll und Herr Niemeyer wissen.

        Der „Kompromiss“ ist kein Kompromiss, sondern ein ganz fauler Kuhhandel. (Wobei mir noch nicht völlig klar ist, was Ihre Seite sich „erhandelt“ hat. Den Hosenbandbonus argloser Gutgläubigkeit?

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      • Berni Wiemann schreibt:

        Lieber Detlev, nach dem unsinnigen rot/grünen Aufschrei habt Ihr Euch vernünftigerweise beruhigt. Ich habe jetzt die Hoffnung, dass sich bei der Fähre ausnahmsweise die Vernunft durchsetzt, wie ich es bereits am 16.05. im Blog forderte. In Krisenzeiten sollten wir eine risikoreiche (Zeit & Geld) Wasserstoff-Neuentwicklung zurückstellen. Schön wenn das jetzt ALLE verstehen.
        https://blog-jj.com/2020/05/12/die-elbfaehre-als-corona-kollateralschaden-in-lueneburgs-kreispolitik/#comment-10534

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      • Detlev Schulz-Hendel schreibt:

        Völliger Blödsinn Berni Wiemann, die wirtschaftliche Kompetenz lässt doch sehr zu wünschen übrig !

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  9. Klaus Bruns schreibt:

    Frau Dreyer
    kurz erklärt:
    Der „Halo Effekt“ gehört damit zu den mächtigsten und häufigsten Streichen, die uns von der Psyche gespielt werden. Das Gefährliche an diesem Phänomen ist, dass alle anderen Eigenschaften – außer dem „Heiligenschein“ – in den Hintergrund treten, selbst wenn diese eigentlich bedeutender und ausgeprägter, oder sogar negativer Art sind. Wer dem „Halo Effekt“ zum Opfer fällt, redet sich also sprichwörtlich die Tatsachen schöner als sie sind. Das kann natürlich vor allem im professionellen Umfeld zu Komplikationen führen.

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    • Helga Dreyer schreibt:

      Herr Bruns, was wollen Sie mir damit sagen? Fühlen Sie sich als missverstandenes Opfer des Halo-Effektes? Oder wollen Sie mir zunächst den Glorienschein aufsetzen, um dann auf vermeintlich für andere nicht sichtbare ausgeprägte negative Eigenschaften meiner Person hinzuweisen, die Ihnen aber bekannt sind? Und welche Tatsachen habe ich in meinen Beiträgen „schöner geredet, als sie sind“?

      Vielleicht ist es Ihnen nicht klar: ich schreibe in diesem Blog zu diesem Thema immer als Vorstandsmitglied des Fördervereins Brücken bauen e. V. und nicht als „Privatperson“.
      Unser Verein gibt denen eine Stimme, die für den Bau einer Elbbrücke sind. Die öffentliche Stimme der Brückengegner ist Herr Jenckel in seinem Blog und ab und an bei LZ-Facebook. Pro-Brücke-Ansichten wurden in diesem Blog bisher sofort – auch von Ihnen – verzerrt und zerredet. Zur Meinungsbildung ist es doch wichtig, auch die Argumente der anderen Seite anzuhören und dann abzuwägen. Sie sehen doch auch, dass dank Herrn Ohms Herr Jenckel und ich uns jetzt bemühen, die Bilder zu entzerren und faktenbasiert und nicht emotional zu diskutieren.

      Und deshalb hoffe ich, dass auch Sie auf den Pfad der Fairness zurückkehren und künftig das Hineingrätschen in die Debatte unterlassen werden. Gerne antworte ich Ihnen wieder, wenn Sie Konstruktives zur Diskussion beitragen.

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      • jj schreibt:

        Danke für den Kommentar

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      • Klaus Bruns schreibt:

        Frau Dreyer
        ganz ohne emotionen. was für den flughafen-verein gilt, gilt zum großen teil, auch für ihren verein. sie akzeptieren keine mehrheitsentscheidungen, wenn sie nicht nach ihrer mütze sind. die brücke war ad acta gelegt, genau so der flughafen. die a39 wird ebenfalls immer wieder von der gleichen klientel aufs trapez gehoben. es gibt bei allen dreien keine berechnungen , für wie sinnvoll es für die allgemeinheit ist, diese vorhaben weiter zu verfolgen. ganz im gegenteil, es wird alles getan, diese berechnungen nicht neutral durchführen zu lassen, damit sie ihre darseinsberichtigungen bekommen. bei der a39 wurde mal berechnet, ergebnis war grottenschlecht. es scheint dieser klientel, die gerne baut und fliegt, völlig egal zu sein, was es kostet, wenn in der hauptsache der steuerzahler zahlt. es gab mal etwas, was ca.10 minuten einsparung bedeuten soll, war es etwa ihre brücke? was kostet dann wohl die minute?

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  10. Helga Dreyer schreibt:

    Herr Bruns, Ihre Frage https://blog-jj.com/2020/06/05/mit-der-elbbruecke-ist-es-wie-mit-einem-toten-pferd-nur-in-lueneburg-steigt-man-nicht-ab/#comment-10877

    könnten Sie sich selbst beantworten, wenn Sie meine Antwort an Herrn Ohms inhaltlich verstanden hätten.

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    • Klaus Bruns schreibt:

      Frau Dreyer, gar nicht nett. wen wollen sie für dumm verkaufen? ich halte nichts von reklame. sie wollen hier was verkaufen und nicht informieren. sie haben ihre erfahrungen in walmsburg gesammelt, ich in bleckede. ich habe sie besser verstanden, als sie sich selbst. was meinen sie? soll die betonindustrie bei der brücke zum zuge kommen, oder doch die stahlindustrie? am schönsten wäre es doch ,wenn beide ihr lied singen würden, oder?

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      • Helga Dreyer schreibt:

        Herr Bruns,

        Zunächst einmal:
        „Lobbyismus verständlich & knapp definiert
        Vertreter gesellschaftlicher Interessensgruppen, die auf Politiker einwirken, werden als Lobbyisten bezeichnet. Beim Lobbyismus handelt es sich um den Versuch einer Einflussnahme auf Abgeordnete eines Parlaments oder andere politische Entscheidungsträger durch Dritte.“

        Ihr Schubladendenken können Sie beim besten Willen nicht auf meine Handlungen übertragen. Wenn Sie meine Antwort an Herrn Ohms inhaltlich verstanden hätten, hätte Ihnen aufgehen müssen, dass ich mich allein für die Interessen der hier Wohnenden, für die Ökologie und für die Ökonomie, begrenzt auf diese Region, einsetze.

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      • jo bembel schreibt:

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  11. Helga Dreyer schreibt:

    Herr Jenckel, zu Ihrem Kommentar: https://blog-jj.com/2020/06/05/mit-der-elbbruecke-ist-es-wie-mit-einem-toten-pferd-nur-in-lueneburg-steigt-man-nicht-ab/#comment-10876
    die Bitte: dann beweisen Sie es!

    Der Vertrag wird ja wohl irgendwo aufzutreiben sein.
    Merkwürdigerweise haben die von mir hierzu befragten Mitglieder der beiden Landkreise keine Kenntnis von der Existenz eines von Ihnen behaupteten Zusatzvertrages über die Unterhaltungskosten der Brücke und ich schätze mal, dass über solch eine weitreichende Vereinbarung hätte in den Kreistagen abgestimmt werden müssen.
    Aber ich lasse mich gerne eines Besseren belehren.

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    • jj schreibt:

      Liebe Frau Dreyer, ich fasse da nach. Versprochen. Lg jj

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    • jj schreibt:

      Liebe Frau Dreyer, wie versprochen, habe ich noch einmal nachgefragt. Es gilt die Brückenvereinbarung. In den ersten Jahren ist der Landkreis Lüneburg aus rechtlichen Grünen für Baulast und Unterhaltung zuständig. Dann wird der Nutzen der Brücke evaluiert und gesehen, welche Regionen welchen Vorteil aus der Brücke ziehen. Das gilt für die Verkehre wie für die Wirtschaft. Beides können Sie anhand der Unterlagen des Landkreises im Brücken-Check nachlesen. .
      Grundsätzlich lässt sich aber weder zu den Kosten des Baus noch zur Unterhaltung heute eine Aussage treffen. Das ist, so sagt es Kreisrat Krumböhmer, „Zukunftsmusik“.
      Bis es tatsächlich handfeste Zahlen gibt, wird noch sehr viel Zeit vergehen. Solange stecken alle nur den Finger in die Luft. Lg jj

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  12. Helga Dreyer schreibt:

    Sehr geehrter Herr Ohms,
    ich lege Wert auf Feststellung der Tatsache, dass nicht ich sondern Herr Jenckel in zwei seiner Beiträge eine angebliche Zusatzvereinbarung zum Brückenvertrag zwischen LK L.-Dan. und LK Lbg. in die Waagschale geworfen hat:

    „denn es gibt eine Zusatzvereinbarung zur Brückenvereinbarung, die besagt, dass zwar die Baulast aus rechtlichen Gründen nach gewisser Zeit auf den Landkreis Lüchow-Dannenberg übergeht, aber der Landkreis Lüneburg auf Dauer für die Unterhaltung des Bauwerks zuständig ist. Das habe ich mündlich beim Landkreis erfragt aufgrund der Anfrage, die jetzt dazu unter anderem im Kreistag Lüchow-Dannenberg gestellt wurde“.

    Meine Rückfrage beim Lüneburger kreiseigenen Betrieb SBU, der federführend in dem Verfahren zuständig ist, hat ergeben, dass es nur eine Zusatzvereinbarung gibt. Dieser aus Rechtssicherheitsgründen später in 2011 geschlossene Vertrag behandelt nur die Übertragung der Zuständigkeit als Anhörungs- und Planfeststellungsbehörde zum BV Elbbrücke. Ich habe Herrn Jenckel eine Kopie für den Faktencheck zukommen lassen.

    Es gibt also keine Zusatzvereinbarung zu den Unterhaltungskosten wie von Herrn Jenckel behauptet, so dass die folgende Passage aus dem Brückenvertrag 2009 nach wie vor gilt:

    „Nach Abnahme der Ortsumfahrung wird der Landkreis Lüchow-Dannenberg hierfür die Straßenbaulast übernehmen.
    5. Die Straßenbaulast für die Brücke bleibt aus Rechtssicherheitsgründen für die Dauer der fünfjährigen Gewährleistungsfrist beim Landkreis Lüneburg. Rechtzeitig vor Ablauf dieser Frist verpflichten sich die Landkreise Lüneburg und Lüchow-Dannenberg gemeinsam eine Analyse über die regionalen Auswirkungen des Brückenbaus auf die beiden Landkreise aufzustellen mit dem Ziel, entsprechend dieser festgestellten Vorteilslage die Trägerschaft der Straßenbaulast und damit die künftigen Unterhaltungskosten neu zu ordnen. Der Landkreis Lüchow-Dannenberg verpflichtet sich, sich dieser Diskussion partnerschaftlich zu öffnen und zu der genannten Frist in vertragliche Absprachen zur Neufestlegung der Brücken-Straßenbaulast entsprechend dieser Intention einzutreten und eine Kostenträgerschaft für Anteile seiner Vorteilslage zu übernehmen. Ist bis zum Ablauf einer Frist von fünf Jahren nach Verkehrsöffnung der Brücke eine einvernehmliche Regelung von Straßenbaulast und Unterhaltungskosten der Brücke nicht zustande gekommen, wird der jeweilige Hauptgeschäftsführer der IHK Lüneburg-Wolfsburg ermächtigt entsprechend §§ 317 bis 319 BGB eine für beide Seiten verbindliche Regelung festzulegen. Der Hauptgeschäftsführer der IHK Lüneburg-Wolfsburg kann dazu ein Gutachten in Auftrag geben, dessen Kosten auf die Landkreise in demselben Verhältnis wie die Unterhaltungskosten des Brückenbauwerks verteilt werden.
    6. Jeder Landkreis haftet für den Bereich, für den er die Straßenbaulast trägt.“

    Daraus folgt, dass die Brückengegner in beiden Landkreisen z. Zt. noch über ungelegte Eier gackern. Jeder nimmt als Argumentationshilfe für sich in Anspruch, sein Landkreis müsse die immensen Folge- und Unterhaltungskosten der Brücke zahlen, obwohl jetzt schon feststeht, dass eine korrekte Verteilung erst fünf Jahre nach Fertigstellung berechnet nach jeweiliger Vorteilslage erfolgen kann und niemals nur ein Landkreis allein diese Kosten zu stemmen hat. Dabei werden von den Gegenern zusätzlich auch noch aufgeblähte Zahlen verwendet, obwohl belastbares Zahlenmaterial mangels Ingenieur-Berechnungen bzw. Angebote noch nicht vorliegt. Eine aktuelle Schätzung im Januar 2020 haben 60 Mio. € Baukosten ergeben.

    Noch ein Wort zum überregionalen Schwerlastverkehr. Ich habe ebenso wie Sie keine Glaskugel um sagen zu können, dass Schwerlastverkehr zunehmen oder wegbleiben wird. Aber wenn ich mir das Straßennetz in Südwestmecklenburg und in Nordostniedersachsen und die anliegenden wenigen Städte und Ortschaften auf der Karte anschaue, so frage ich mich, woher dieser Schwerlastverkehr denn kommen soll? Setzt dieser nicht voraus, dass Industriebetriebe ihre Produktionsgüter verteilen wollen? Woher kommen diese und wohin fahren die dann, wenn es eine Brücke gibt? Ins Wendland? In die Lüneburger Heide? Oder kommen die aus Polen und wollen dann nach Hannover? Ich glaube kaum, dass diese Straßenverbindungen über die Brücke solch eine Zeit- und Kostenersparnis bringen würde, als wenn gut ausgebaute Bundesstraßen über Dömitz oder Lauenburg genutzt werden. Aber – wie gesagt – das ist nur meine Vermutung.

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    • jj schreibt:

      Liebe Frau Dreyer, da meine Auskunft nicht bei einem subalternen Mitarbeiter eingeholt wurde, bleibe ich bei meiner Behauptung. Lg jj

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      • Otto Berg schreibt:

        Lieber Herr Jenckel,

        diese Behauptung müsste sich dann aber doch auch mit dem Text des entsprechenden Dokumentes unterfüttern lassen. Schließlich handelt es sich hierbei nicht um so etwas wie die zwei geheimen Zusatzprotokolle zum „Nichtangriffsvertrag zwischen Deutschland und der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken“ (bekannt als „Hitler-Stalin-Pakt“) vom 23. August 1939. Siehe: https://www.bundestag.de/resource/blob/491952/efd363a9fba7c3d9556d37d0f098565d/Der-Deutsch-Sowjetische-Nichtangriffspakt-data.pdf

        Solange eine solche Verifizierung nicht erfolgt ist, muss jedenfalls die komplette darauf fußende Argumentation als schepp und windschief sich türmendes „Luftschloss“ (Andreas Janowitz) angesehen werden. Und was u. U. auf die Auskünfte von „nicht subalternen Mitarbeitern“ aus dem Kreishaus zu geben ist, dafür steht der Name „Manfred Nahrstedt“ jedem Wahrheitssucher in der Region als warnendes Beispiel bestimmt noch ein, zwei Generationen lang vor Augen.

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    • Klaus Bruns schreibt:

      Herr Jenckel
      antworten sie auch noch auf die letzte frage von herrn ohms?

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  13. Berthold Ohms schreibt:

    Sehr geehrte Frau Dreyer, sehr geehrter Herr Jenckel,

    ich danke Ihnen beiden für Ihre Antwort auf meine Frage nach Ihren Motiven für Ihr Engagement pro bzw. contra Elbbrücke.

    Pro: Frau Dreyer betont die nützlichen Aspekte einer festen Querung, sieht die Freiheit der 360° Mobilität wachsen, die sozialen Beziehungen aufblühen, die Arbeitskräfte zu ihren Arbeitsstätten gelangen, die regionalen Verkehrbewegungen ab- und die CO2-Reduzierung zunehmen. Sie erkennt ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit. Gerechtigkeitsempfinden und Fakenews-Widerwille treiben sie an.

    Contra: Herr Jenckel dagegen fürchtet um den Naturschutz beidseitig des Stromes und ihn schrecken die hohen Investitionskosten zur Herstellung und die gleichermaßen beachtlichen Bauunterhaltungs- bzw. Instandhaltungskosten zur Aufrechterhaltung der Nutzbarkeit. Das Verhältnis von Aufwand und Emolument hält er nicht für vertretbar. Der Erhalt einer lebenswerten Zukunft und Aufklärungswille treiben ihn an.

    Sympathie für Tatsachengenauigkeit und Freude am Artikulieren und Austauschen von nachvollziehbaren Argumenten nehmen Sie beide für sich in Anspruch.

    Nichts steht also dem Abarbeiten der Thesen und Aussagen im Zusammenhang mit Ihren Selbstdarstellungen entgegen. Frau Dreyer hat ihre sogar durchnummeriert.

    Was ich nicht verstehe, ist der Streit um die „Zusatzvereinbarung zur Brückenvereinbarung“. Da schreibt Herr Jenckel: „Die besagt, dass zwar die Baulast aus rechtlichen Gründen nach gewisser Zeit auf den Landkreis Lüchow-Dannenberg übergeht, aber der Landkreis Lüneburg auf Dauer für die Unterhaltung des Bauwerks zuständig ist.“ Zum Terminus „Unterhalt“ finde ich bei Wikipedia als erste Orientierung: Diese Kosten „umfassen zum einen die regelmäßige Wartung und Reparatur von Bauwerken, was bis zum Austausch ganzer Baukörperteile gehen kann. Zum anderen fallen aber auch die Reinigung, die Versorgung mit Strom, Wasser und Gas sowie der Winterdienst unter die Unterhaltung. Die Kosten der Unterhaltung eines Bauwerks sind aufgrund der langfristigen Nutzungsdauer im Verhältnis deutlich höher als die reinen Baukosten.“ Wieso gibt es kein physisches oder elektronisches Dokument, in welchem diese Zusatzvereinbarung niedergelegt ist und nachgelesen werden kann? Warum hebt Frau Dreyer hervor: Es gebe NUR „eine Zusatzvereinbarung zum Brückenvertrag und der ist im Oktober 2011 zwischen den Landkreisen Lüchow-Dannenberg und Lüneburg geschlossen worden, weil die Zuständigkeit als Anhörungs- und Planungsbehörde auf den LK Lüneburg übertragen wurde.“ Was heißt hier „nur“? Inwiefern ist das Faktum, warum der Brückenvertrag geschlossen wurde für den Inhalt der Zusatzvereinbarung von Bedeutung? Warum bedurfte es überhaupt einer geheimen „Zusatzvereinbarung“? Wenn Frau Dreyer den Wortlaut dieser Zusatzvereinbarung kennt, weshalb setzt sie ihn nicht her? Wie kommt Frau Dreyer zu der Behauptung gegenüber Herrn Jenckel. dessen „Aussagen in den verlinkten Beiträgen“ zu dieser „Zusatzvereinbarung“ seien „falsch“, wenn sie diesen Anwurf nicht belegt oder belegen kann? Auf welche „Aussagen“ bezieht sie sich da exakt?

    Was ich außerdem nicht verstehe, ist, wie Herr Jenckel sagen kann, der Landkreis sei wieder in das Brückenplanungsverfahren eingestiegen, weil Minister Althusmann in einem Video-Interview mit ihm und einem Artikel von ihm „das Planungsgeld und 75 Prozent der förderfähigen Baukosten in Aussicht gestellt“ habe, „wenn der Landkreis seine Klage gegen das Land um das Planungsgeld“ zurückziehe und wirklich baue? Hatte denn „der Landkreis“ nicht schon lange vor dem populistischen Reingrätschen des Herrn Althusmann in dem Arbeitskreis der Kreistagsabgeordneten um Berni Wiemann mit der Reanimation des Brückenprojekts begonnen? In die Kreistagssitzung vom 19. Dezember 2016 hatte die Gruppe FDP/Unabhängige einen Antrag eingebracht, in dem es hieß: „Eine ‚umgehend zu bestimmende‘ Arbeitsgruppe solle neue Möglichkeiten der Brückenfinanzierung prüfen.“ Und ist nicht die noch von Landrat Nahrstedt auf den Weg gebrachte „Klage gegen das Land um das Planungsgeld“ ein deutliches Indiz dafür, dass der Landkreis wieder in das Brückenplanungsverfahren eingestiegen war, lange bevor Minister Althusmann in dem LZ-Video-Interview als Trittbrettfahrer zuletzt auch noch auf den bereits rollenden Zug gesprungen ist? Dann kann aber nicht stimmen, dass „der Landkreis“ aufgrund eines Artikels von Herrn Jenckel vom 26. März 2018 wieder in das Brückenplanungsverfahren eingestiegen ist. Auch hatte der Lüneburger CDU-Bundestagsabgeordnete Eckhard Pols bereits im Spätsommer 2017 einen Brief an Manuela Schwesig (SPD), Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, geschrieben, worin er darauf hinwies, „dass die Brücke (…) auch von immenser Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung Südwestmecklenburgs und den Nordosten Niedersachsens“ sei. Beide Regionen würden letztlich von einer Brücke profitieren. (Diese großräumigen „Visionen“ stehen natürlich in krassem Gegensatz zu der Behauptung der „Brückenfreunde“, man wolle auf keinen Fall dem rund um die Uhr durch Amt Neuhaus orgelnden Schwerlastverkehr eine Rampe für Südwestmecklenburg und den Nordosten Niedersachsens bieten.)

    Außerdem verstehe ich nicht, wieso es oben heißt, hier seien „39 Antworten“ zu „Mit der Elbbrücke ist es wie mit einem toten Pferd, nur in Lüneburg steigt man nicht ab“ zu finden, während ich nur 35 Antworten finden kann und zum Beispiel ein Wortbeitrag von Klaus Bruns samt Antwort von Helga Dreyer von heute Mittag am heutigen Abend plötzlich verschwunden war?

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    • jj schreibt:

      Lieber Herr Ohms,
      der Grund für das Verschwinden von Kommentaren ist nicht darin begründet, dass ich sie gelöscht habe, sondern darin, dass Frau Dreyer ihren Kommentar noch einmal geschrieben hat, weil die optische Form des ersten Kommentars ihr nicht gefiel. Daraufhin habe ich den alten Kommentar gelöscht und damit sind offenbar auch alle Kommentare verschwunden, die an dem ersten Kommentar als Reaktion hingen. lg jj

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  14. Ossarek-Bruns schreibt:

    Ich möchte eine schönere Welt erleben. Wann kommt die Flut?. Eine Brücke…. für Menschen… Diese Brücke ist reine Verzweiflung…

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  15. Helga Dreyer schreibt:

    Sehr geehrter Herr Ohms,

    ich möchte zunächst meine persönlichen Beweggründe schildern, um zu erklären, weshalb ich mich für die Realisierung des Brückenbaus einsetze, und danach die triftigen Gründe darlegen, die den Bau der Brücke notwendig machen. Da Herr Jenckel in seinem Beitrag die bisherigen Begebenheiten zum Scheitern der bisherigen Brückenplanungen aus seiner persönlichen Sicht darstellt, gebe ich einen kleinen Überblick der wahren Sachlage, auch wenn dieses in Ihrer „Warum-Frage“ gar nicht gewünscht war.

    Als gebürtige Walmsburgerin habe ich von Kindesbeinen einen Blick auf die Elbe als Zonengrenze zur DDR gehabt, ebenso mein Mann, der aus Neu Darchau stammt. Es war gar nicht möglich, in alle vier Himmelsrichtungen zu reisen, Richtung Osten ging nichts. Die Grenzöffnung 1989 und die Wiedervereinigung 1990 waren ein Segen. Vor allen Dingen auch deshalb, weil mein Mann ein Betonwerk in Alt Garge betrieb und gewerbliche Mitarbeiter im „Westen“ nur schwer zu finden waren. Mehr als die Hälfte der 30-köpfigen Belegschaft kam in den 90er Jahren aus dem Gebiet Amt Neuhaus. Es entwickelten sich Freundschaften und wir hatten und haben dadurch gute Einblicke auch in das Leben der Menschen „drüben“.

    Aber auch die sichtbare strukturelle Veränderung der einst so stolzen Ortschaft Neu Darchau bewegt mich. Als Wohnort scheint Neu Darchau nur noch großstadtmüde Rentner anzuziehen, die sich dann in der BI „Ja zur Fähre, nein zur Brücke“ engagieren, junge steuerzahlende Leute haben wegen der begrenzten kostenfreien Fahrmöglichkeit kein Interesse, hier zu wohnen und wenn wieder ein Alteingesessener verstorben ist, kommt ein neuer Rentner aus Hamburg oder Berlin, der schon immer das Landleben in Ruhe genießen wollte, und kauft das verwaiste Haus.

    Die Gemeinde Amt Neuhaus wurde in 1993 umgegliedert von Mecklenburg-Vorpommern nach Niedersachsen und Amt Neuhaus wurde eine Gemeinde des Landkreises Lüneburg, weil die Bewohner auch in den Zwangsjahren der Zugehörigkeit zur DDR sich als Niedersachsen fühlten. In der Begründung zum Staatsvertrag zur Umgliederung, unterschrieben vom damaligen MP Gerhard Schröder, steht: „Zur besseren verkehrstechnischen Anbindung des Amtes Neuhaus an das Bundesland Niedersachsen ist der Bau einer Elbbrücke unerlässlich“. Die Fähre sollte nur eine Übergangslösung sein.

    Mehrere Anläufe, den Brückenbau umzusetzen, scheiterten. Der Bund ist nicht zuständig, weil keine Bundesstraßen von der Brücke abführen, das Land Niedersachsen als möglicher Bauherr, seinerzeit rot/grün in Regierungsverantwortung, musste sich danach dem Kompromissvorschlag der Grünen beugen, wonach diese ihre Hand nur für ein Projekt heben wollten: entweder die Mercedes Teststrecke in Papenburg oder die Elbbrücke bei Darchau/Neu Darchau. Papenburg hat das Rennen gemacht.

    Förderprogramme der EU waren dann beendet, die Straßenanbindung zur Fähre als Kreisstraße herabgestuft. Nun versuchte sich der LK Lüneburg. Seinen Planfeststellungsbeschluss vom 03.05.2005 kassierte das OVG in 2007, weil vom Land Niedersachsen versäumt wurde, nach Auflösung der bis dato zuständigen Bezirksregierung am 01.01.2005, mit dem danach zuständigen Landkreis Lüchow-Dannenberg eine Vereinbarung zur Landesstraße / zum Brückenbau zu treffen.

    Später, Anfang 2009, wurde mit der Brückenvereinbarung zwischen den beiden beteiligten Landkreisen ein neuer Anlauf genommen und 2011 ein neues Planfeststellungsverfahren durch den Landkreis Lüneburg mit anderer Trassenführung eingeleitet. Die Finanzierung schien gesichert, aus GVFG-Bundes-Mitteln sollten 75 v. H. der Baukosten vom Land dazu gezahlt werden. Nach der Landtagswahl 2013, es trat ein Regierungswechsel zu rot/grün ein, wurden diese 75 v.H. allerdings gedeckelt mit 75 v. H. auf höchstens 45 Mio €, beruhend auf einer drei Jahre alten Kostenschätzung aus 2010!

    In 2015 hat eine Mehrheit des Kreistages das Projekt Brücke dann begraben. Aus meiner Sicht war die Begründung hierfür, das Projekt wäre nicht mehr finanzierbar gewesen, nur vorgeschoben, denn es wurde durch den Landkreis (mit Einflüsterung aus der Stadt) flugs ein anderes Projekt aus der Taufe gehoben: die Arena. Die Brückenplanung musste weg! Während all dieser Jahre wurde Amt Neuhaus von namhaften Politikern der ganzen Bandbreite besucht mit den Lippenbekenntnissen: ich setze mich für den Brückenbau ein.

    Man hat mir ein ausgeprägtes Gerechtigkeitsempfinden mit in die Wiege gelegt. Ich konnte diese Heuchelei nicht mehr ertragen und von Stund‘ an engagierte ich mich im Förderverein Brücken bauen. Nicht zuletzt durch unsere Aufklärungs- und Zu-Arbeit – insbesondere für Finanzierungsmöglichkeiten – wurde das Planfeststellungsverfahren zum Bau der Elbbrücke im Herbst 2018 dann wieder aufgenommen.

    Die Reihenfolge der folgenden Aufzählung sagt nichts über deren Priorität aus. Jeder der genannten Aspekte ist ein Mosaikstein, dessen Gesamtheit das Postulat bildet:

    1) Katastrophenschutz: der LK Lüneburg ist im Katastrophenfall für die Gemeinde Amt Neuhaus zuständig. Ohne Brücke so gut wie unmöglich

    2) Rettungsdienste / Notärzte kommen ohne Brücke nicht rechtzeitig nach Neuhaus bzw. Patienten von Neuhaus ins Krankenkaus nach Lüneburg oder Dannenberg

    3) Arbeitnehmer, die in zwei- oder drei Schichten arbeiten, kommen abends nach Dienstschluss nicht über die Elbe. Besonders hervorheben möchte ich die dringend benötigten Pflegekräfte, die in den Krankenhäusern Bad Bevensen und Lüneburg oder in den Alten- und Pflegeheimen arbeiten (möchten)

    4) In Neuhaus, Bleckede, Dahlenburg oder Hitzacker ansässige Pflegedienste können jeweils die andere Elbseite nicht bedienen, da ein 24-Stunden-Notdienst vorgehalten werden muss

    5) Schüler können nicht durchgängig mit Bussen zu den weiterführenden Schulen nach Bleckede bzw. Lüneburg fahren (Bus – Fähre – Bus); bei Fährausfall kilometerweite Umwege, für die Kinder sehr belastend

    6) Eine direkte Verbindung im ÖPNV von / nach Lüneburg aus dem Amt Neuhaus ist nicht möglich; die Bewohner benutzen daher von vornherein den PKW (schlecht für das Klima)

    7) Tourismus: Busgesellschaften bereisen nicht die linkselbische Seite, weil sie bereits bei Planung der Tour entweder die Brücke in Dömitz oder die in Lauenburg nutzen (Fähre nicht möglich); zahlende Touristen fehlen aber auf der Westseite

    8) Tourismus: Wohnwagengespanne können die Fähre nicht nutzen, Wohnmobile nur bedingt; die in Pkt. 7 und 8 genannten fehlenden Touristen lassen die Gemeinde Neu Darchau veröden, Restaurants wurden geschlossen

    9) Landwirtschaft: Beispiel: diverse linkselbisch ansässige Landwirte, die Kartoffeln nach Hagenow (Emsland Food Werk) bringen wollen, müssen größtenteils über Dömitz fahren, da mehr als 40 t Beladung. (Bei Niedrigwasser ist im Übrigen auch nur eine Überfahrt mit Fähre bei weniger als 10 t Zuladung möglich). Klimaschutzfaktor, erheblicher Kostenfaktor bei Umwegfahrten, vor allen Dingen, wenn Arbeitnehmer bezahlt werden müssen.

    10) Gewerbe- und Handwerksbetriebe: erheblicher Kostenfaktor Fährkosten allgemein und für Arbeiter bei Umwegfahrten nach Fährausfall

    11) Arbeitnehmer allgemein: tägl. Fährkosten, erhebliche Kosten bei Fährausfall wegen Umwege, Zeitfaktor

    12) Soziales Leben, Kulturelle Veranstaltungen: Freundschaften zwischen Personen links und rechts der Elbe können schlecht gepflegt werden oder sich nicht entwickeln, da der Besuch immer ein Kostenfaktor (Fährgeld) ist und die zeitmäßige Begrenzung abends diese Verbindungen nicht fördern. Kulturelle Veranstaltungen werden wegen der zeitlichen Begrenzung der abendlichen Rückfahrt jeweils auf der anderen Elbseite gar nicht wahrgenommen.

    13) Neu Darchau liegt von Neuhaus 7 km entfernt (zum Vergleich: Neu Darchau – Hitzacker: 17 km, Neu Darchau – Dahlenburg: 12 km, Neu Darchau – Bleckede: 14 km, Neu – Darchau Lüneburg: 37 km). Amt Neuhaus ist die nächste Ortschaft, in der Bankgeschäfte getätigt werden können, die eine Tankstelle, einen Baumarkt, diverse Fachgeschäfte, Restaurants, einen Wochenmarkt, eine Apotheke u. v. a. m. vorweist. Die Möglichkeit wird z. Zt. nicht genutzt, weil die Fährkosten dagegen sprechen.

    14) Achtzehn km entfernt von Neu Darchau liegt Brahlstorf. Von dort fahren u. a. täglich 22 Züge nach Hamburg Hauptbahnhof. Für Hamburg- Pendler wäre damit der Wohnort Neu Darchau und Umgebung eine Perspektive, um dort zu wohnen, vorausgesetzt, man gelangt zeit- und kostengünstig mit Brücke nach Brahlstorf.

    15) Mit Brücke könnten sich auch die Grundstückswerte im Ostkreis und in Neu Darchau erholen und erhöhen, die Ortschaften gehören der Metropolregion Hamburg an

    16) Wenn die A 39 zwischen Lüneburg und Uelzen gebaut werden sollte, werden sich an Abfahrten Industriebetriebe ansiedeln, die sogar in drei Schichten arbeiten. Potenzielle Arbeitnehmer aus Amt Neuhaus würden hiervon nahezu ausgeschlossen sein, wenn es keine feste Elbquerung gibt.

    17) Die Klimaschutzaspekte mit Brücke bestehen in dem Wegfall des Schadstoffausstoßes der Fähre und der Reduzierung der Schadstoffe bei Umwegfahrten. Mit Brücke könnte ein ÖPNV eingerichtet werden, der Amt Neuhaus direkt mit Lüneburg verbindet.

    18) Das hochgeschützte Gebiet des Biosphärenreservates (Zone C) wird nicht berührt.

    19) Wirtschaftlichkeit ist gegeben, weil die Fährkosten komplett entfallen werden und Umwegfahrten über Dömitz oder Lauenburg entfallen, für Betriebe weniger Lohngelder und Abnutzung und Treibstoffkosten PKW, LKW

    Damit sind die drei Säulen ökologischer, ökonomischer und sozialer Nachhaltigkeit in ihren 5 Dimensionen: Gesundheit, Umwelt, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur komplett erfüllt. Die Begründung des Staatsvertrages aus dem Jahr 1993, wonach der Bau einer Brücke unerlässlich ist, war vorausschauend korrekt.

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    • jj schreibt:

      Vielen Dank für die Ausführungen, das ist umfänglich. Eine Anmerkung aber: Der Landkreis ist wieder in das Verfahren eingestiegen aus zwei Gründen.
      1.) In einem Video-Interview mit mir und einem Artikel von mir hat Minister Althusmann das Planungsgeld und 75 Prozent der förderfähigen Baukosten in Aussicht gestellt, wenn der Landkreis seine Klage gegen das Land um das Planungsgeld zurückzieht und wirklich baut.
      https://www.lzplay.de/index.php/2018/04/04/wirtschaftsminister-bernd-althusmann-und-die-elbbruecke/
      https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/1527762-althusmann-will-die-bruecke-bauen-2
      2) Die Mehrheit im Kreistag ist möglich gewesen, weil die SPD sich wieder zur Brücke bekannt hat, auch um Wähler stimmen an der Elbe zurückzugewinnen. Das war natürlich eine komplette Fehlkalkulation. Aber es hat zum Erfolg geführt. Und natürlich hat der Brückenverein immer für die Brücke geworben. lg jj

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    • Andreas Janowitz schreibt:

      Um die „einfache Sprache“ zu bemühen: Wunschträume.

      Selbst zu Zeiten des oft angeführten „historischen Wuchses“ lag das Amt abgelegen?!
      Ich persönlich war vor dem Circus Minimus nicht bereit diesen Mühlstein am Hals zu akzeptieren und bin es jetzt nur noch weniger.
      Es ist natürlich unmöglich in den Landkreisen aus Schleswig-Holzbein oder Meck.-Pom. einen vielversprechenden Arbeitsplatz zu finden.
      Und noch unmöglicher über die Bereits gebaute A24 verkehrstechnische Erschliessung zu realisieren.
      Absolut unmöglich die Integration, des nach der administrativen Neuordnung der Bundesrepublik entstehenden Bundeslands „Deutsche See“, vorran zu treiben, was?

      Nein, da muss noch ein teures Luftschloss her.

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  16. Klaus Bruns schreibt:

    liebe frau dreyer, sie sind mir zumindest eine antwort schuldig. wie fühlt denn nun ein niedersachse? ich bin gebürtiger lüneburger. schmunzeln.

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  17. Helga Dreyer schreibt:

    Herr Jenckel, zu Ihrem Beitrag: https://blog-jj.com/2020/06/05/mit-der-elbbruecke-ist-es-wie-mit-einem-toten-pferd-nur-in-lueneburg-steigt-man-nicht-ab/#comment-10846

    1.) Glauben Sie wirklich, dass der Minister Althusmann aus persönlichen Überlegungen heraus die Brücke wieder aufs Tapet hievte? Fragen Sie mal Berni Wiemann, der Vorsitzender des Arbeitskreises zur Elbquerung im Kreistag war, welch harte Arbeit vor diesem Entschluss geleistet werden musste.

    2.) Welche Wahlen nach dem Kreistagsbeschluss aus September 2018 meinen Sie, wonach sich die SPD eine Erhöhung ihres Stimmenanteils erhofft hatte, die dann aber nicht eingetreten ist? Wollen Sie mich – und zeitgleich alle Blogleser – vergackeiern?
    Im Übrigen waren und sind die meisten in der SPD, die nicht nur aus Mädge, Nahrstedt oder Jens-Peter Schultz besteht, Befürworter der Brücke.

    Zu Ihren Beiträgen https://blog-jj.com/2020/06/05/mit-der-elbbruecke-ist-es-wie-mit-einem-toten-pferd-nur-in-lueneburg-steigt-man-nicht-ab/#comment-10820 und
    https://blog-jj.com/2020/06/05/mit-der-elbbruecke-ist-es-wie-mit-einem-toten-pferd-nur-in-lueneburg-steigt-man-nicht-ab/#comment-10823

    Es gibt nur eine Zusatzvereinbarung zum Brückenvertrag und der ist im Oktober 2011 zwischen den Landkreisen Lüchow-Dannenberg und Lüneburg geschlossen worden, weil die Zuständigkeit als Anhörungs- und Planungsbehörde auf den LK Lüneburg übertragen wurde.
    Ihre Aussagen in den Beiträgen sind falsch. Es wäre nett, wenn Sie das auch öffentlich bestätigen würden.
    Beste Grüße

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  18. Klaus Bruns schreibt:

    Frau Dreyer
    weil die Bewohner auch in den Zwangsjahren der Zugehörigkeit zur DDR sich als Niedersachsen fühlten.
    wie fühlt man sich denn als niedersachse? mir kommen diese floskeln bekannt vor. meine meinung ist, neuhaus wollte nach niedersachsen , weil man dort geglaubt hat, bei uns fliegen die gebratenen tauben tiefer und man kommt schneller zum wohlstand, als wenn man in meck pom bleibt. die elbe war schon immer eine natürliche grenze und eine brücke hat es da nie gegeben. ich habe meine jugend in bleckede verbracht. so manche nacht wurde laut. minen flogen in die luft. unsere,,armen brüder und schwestern“ haben sie dort eingebuddelt. ich war soldat und habe deren verhalten an der elbe nicht vergessen. kennen sie noch die zollboote-wettrennen auf der elbe? ddr bürger ständig als opfer darzustellen, wird der wirklichkeit nicht gerecht. eine moderne fähre, die kostenlos zur verfügung gestellt wird, wäre völlig in ordnung. und das autobahnen zusätzliche arbeitsplätze schaffen ist eine mär, die von einer bestimmten klientel immer wieder gern benutzt wird. ich könnte hier die ganze seite mit meinen grenzerfahrungen an der elbe füllen. aber es geht ja ums angebliche zusammenwachsen. wenn kein geld rüber wächst , ist es mit dem zusammenwachsen schnell vorbei?

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    • Helga Dreyer schreibt:

      Herr Bruns, sehen Sie, genau deshalb habe ich in meinem Beitrag eingangs beschrieben, wie mein Leben hier so verlief. Sie als Reppenstedter aber maßen sich an, die Wünsche und Einstellungen der Bewohner Amt Neuhaus zu kennen und begründen dieses damit, weil Sie Ihre Kindheit in Bleckede verbracht haben. Finden Sie den Fehler!

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  19. jj schreibt:

    Vielen Dank für die Ausführungen, das ist umfänglich. Eine Anmerkung aber: Der Landkreis ist wieder in das Verfahren eingestiegen aus zwei Gründen.
    1.) In einem Video-Interview mit mir und einem Artikel von mir hat Minister Althusmann das Planungsgeld und 75 Prozent der förderfähigen Baukosten in Aussicht gestellt, wenn der Landkreis seine Klage gegen das Land um das Planungsgeld zurückzieht und wirklich baut.
    https://www.lzplay.de/index.php/2018/04/04/wirtschaftsminister-bernd-althusmann-und-die-elbbruecke/
    https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/1527762-althusmann-will-die-bruecke-bauen-2

    2) Die Mehrheit im Kreistag ist möglich gewesen, weil die SPD sich wieder zur Brücke bekannt hat, auch um Wähler stimmen an der Elbe zurückzugewinnen. Das war natürlich eine komplette Fehlkalkulation. Aber es hat zum Erfolg geführt. Und natürlich hat der Brückenverein immer für die Brücke geworben. lg jj

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  20. jo bembel schreibt:

    „SPD-Ratsherr Philipp Meyn mahnte, dass „es mit dem Arena-Bashing jetzt auch reicht“ und betonte stattdessen „die schöne Vision“. CDU-Ratsmitglied Thomas Buller hob hervor, dass die Halle „mittelfristig ein Benefit“ sei, da sie andere Zielgruppen und Bevölkerungsschichten nach Lüneburg locken werde.“

    So steht es heute in der LZ. Unkommentiert. Anscheinend gab es weder Widerspruch noch Nachfragen zu diesen Aussagen.

    Wenn also mittelfristig die Arena „andere Zielgruppen und Bevölkerungsschichten nach Lüneburg“ lockt, dann stellt sich die Frage, wie diese Menschen neuen Typs nach Lüneburg kommen, wenn nicht über die Brücke der Einheit. Damit hat sich auch das Brücken-Bashing erledigt.

    Der wahre Grund, weshalb heute noch über die Notwendigkeit und die Kosten der Brücke diskutiert wird, ist provinzielles Denken.

    Hätte man Holm Keller ans Werk gelassen, dann könnten wir uns heute schon an einer, unter dem Motto „Grenze überwinden – Elbe überspringen“ geplanten, weltweit einzigartigen „infinite unity bridge by Daniel Libeskind“ erfreuen. Inklusive Katapultstart, Sprungschanze, Steilwandkurven, Looping etc..

    Exklusiv eine der geheimen Konzeptstudien:

    https://venturebeat.com/2019/08/22/mattel-unveils-hot-wheels-infinite-loop-ios-racing-game/

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    • Otto Berg schreibt:

      Buller, SVG-Mannschaftsarzt und Bahlburg-Sprachrohr, sowie Meyn, neben Minks und Salewski der dritte Papagei vom Oberuli, sind im Rat noch nie durch differenziertere Wortbeiträge aufgefallen. Das großspurige Klopfen von schwammigen Reklamesprüchen ist deren Metier. Allenfalls ein Bonin, ein Rehfeldt oder ein Kamp könnten solche schmerzfreien Phrasenproduzenten beim Absondern von leeren Worthülsen noch toppen.

      Würden Sie den LZ-Artikel bitte als JPG hersetzen? Sowas muss dokumentiert werden, damit unsere Kinder in ein paar Jahren noch wissen, mit welchem Nonsens in Lüneburg große Finanzierungsskandale „vom Tisch gewischt“, die gerichtliche Aufklärung der Verantwortlichkeiten abgetan und für Hundermillionen-Euro-Transfers an Steuermitteln zugunsten von zwei, drei privaten Interessenten salbadert worden ist.

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      • Rainer Fuchs schreibt:

        Immerhin wird wenigstens die Aufklärung des Arena-Skandals jetzt mit größtem Volldampf von exakt den Kreisausschussmitgliedern voran getrieben, die diesen selbst mit verursacht und jene bis heute nach Kräften verzögert haben: https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/luneburg/2731817-landkreis-schaltet-anwalt-ein

        Das berechtigt hinsichtlich „der schnellen Umsetzung eines modernen Fährkonzeptes mit alternativen Antrieben, einer Ausweitung des Fährangebotes und dessen kostenloser Nutzung durch die Menschen im Amt Neuhaus“ doch zu den schönsten Hoffnungen

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    • Jörg Kohlstedt schreibt:

      Es gibt Ideen, da ist man richtig neidisch, weil man sie nicht selbst gehabt hat.
      „Hätte man Holm Keller ans Werk gelassen, dann könnten wir uns heute schon an einer, unter dem Motto „Grenze überwinden – Elbe überspringen“ geplanten, weltweit einzigartigen „infinite unity bridge by Daniel Libeskind“ erfreuen. Inklusive Katapultstart, Sprungschanze, Steilwandkurven, Looping etc..“
      Chapeau. Leichte Verneigung.

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  21. Berthold Ohms schreibt:

    Das Streitgespräch zwischen der außergewöhnlich scharfsinnigen Helga Dreyer (der diesbezüglich wohl niemand aus der derzeitigen Hannoveraner Minister:innen:riege das Wasser dürfte reichen können) und dem umfassend informierten, aber zuweilen etwas divenhaft und gereizt auftretenden Hans-Herbert Jenckel (dem kaum gelingen wird, eine geeignetere Kontrahentin zur Klärung seiner eigenen Position zu finden) ist sehr kleinteilig, sehr voraussetzungsreich und für Außenstehende gedanklich nicht leicht nachzuverfolgen.

    Was ich vermisse, ist eine auch für Otto Normalverbraucher verständliche Begründung dafür, warum Herr Jenckel die Elbbrücke bei Neu Darchau auf gar keinen Fall möchte, und dafür, warum Frau Dreyer diese Brücke ganz unbedingt möchte.

    Wie wäre es, Frau Dreyer und Herr Jenckel? Erklären Sie einem gemeinen Zeitungsleser noch einmal in „leichter (barrierefreier) Sprache“, aber clare et distincte, was Sie meinen, warum Sie die feste Elbquerung nach Amt Neuhaus befürworten bzw. ablehnen?

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    • jj schreibt:

      Lieber Herr Ohms,
      kurz nach der deutschen Einheit wurde die Idee geboren, die Gemeinde Amt Neuhaus auf der anderen Seite der Elbe mit dem Landkreis Lüneburg durch eine Brücke zu verbinden. Das war vor 30 Jahren. 1993 kam das das Amt Neuhaus von Mecklenburg-Vorpommern nach Niedersachsen.
      Die Begeisterung war groß. Aber weder Bund noch Land sahen die Notwendigkeit, so eine Brücke zu finanzieren. Sie steht nicht im Bundesverkehrswegeplan, da gehören solche Bauwerke rein. Sie steht nur mit dem Satz, das sei Sache des Landkreises Lüneburg, im Landesraumordnungsprogramm. Warum? Weil sie eben keine überregionale Bedeutung hätte, die eine Finanzierung rechtfertigen. Eine Kosten-Nutzen-Analyse, die dafür angestellt werden müsste, würde bei der geringen Brückennutzung nicht ausreichen. Die volkswirtschaftlichen Vorteile sind sehr begrenzt.
      Da war aber dieses Versprechen, also hat man dem Landkreis Lüneburg ermöglicht, die Brücke selber zu bauen, und zwar durch den Trick, eine Landestraße zu einer Kreisstraße herabzustufen. So kann der Landkreis Geld aus dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz beantragen.
      In zwei Anläufen scheiterte die Brückenplanung, einmal vor Gericht und einmal im Kreistag, weil die Kosten für den Landkreis stiegen und stiegen, seit 2018 gibt es einen ndritten Anlauf. Die Kosten werden zwischen 80 und 100 Mio liegen und der Anteil des Landkreises wird neben der Arena wie Blei in der Bilanz hängen. Am Bau wird der Landkreis vermutlich mit 20 Mio beteiligt. Und dann kommt die Unterhaltung der Brücke, die mit 1,5 bis 2 Prozent pro Jahr vom Landkreis angegeben wird. Es geht also nicht allein um die Investition, sondern um die Unterhaltung. Das sind Jahr für Jahr mehr als eine Mio.
      Ich bin sehr oft an der Elbe unterwegs und es gibt keine schönere Landschaft weit und breit als das Biosphärenreservat, da ist so viel Potenzial für sanfte wirtschaftliche Entwicklung. Und angesichts der Klima-Diskussion, angesichts von Naturschutz, Fauna-Flora-Habitat-Schutz und Vogelschutzgebiet ist Beton die falsche Antwort.
      Und sollten die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Neu Darchau, dort soll die Brücke ja entstehen, weiter gegen das Bauwerk sein, dann ist es ein Unding, sie über deren Köpfe hinweg zu bauen, zumal nicht der Landkreis Lüchow-Dannenberg baut, zu dem Neu Darchau gehört, sondern der Landkreis Lüneburg. LG jj

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  22. Helga Dreyer schreibt:

    Herr Bruns, leider hat Ihr Beitrag kein Antwortbutton mehr, JJ ist mir da zuvor gekommen.
    Zuwendungsfähig nach dem NGVFG sind die Kosten, die zur betriebsfertigen und verkehrssicheren Herstellung des Vorhabens erforderlich sind. Das ergibt sich aus den Richtlinien zum NGVFG; Abschnitte 5.1 und 5.3, bitte einfach googeln und finden Sie es selbst heraus.
    Schwerlastverkehr gibt es ab und an auch in Walmsburg. Was sollte ich dagegen haben? Dafür sind Straßen doch gedacht.

    Herr Jenckel, kennen Sie sich in Ihrem eigenen Faktencheck nicht aus? Schauen Sie bitte mal unter Brückenvereinbarung vom 09.01.2009 unter Paragraph 3 Nr. 4 und 5. Dort steht, dass die Straßenbaulast der Ortsumgehung nach Abnahme sofort auf den LK Lüchow- Dannenberg übergehen wird und die Straßenbaulast der Brücke nach Ablauf von fünf Jahren der Bauabnahme aufgeteilt wird.
    Nur vorsorglich: auch die Folgekosten sind gekoppelt an den Straßenbaulastträger und werden ebenso nicht nur vom Landkreis Lüneburg allein getragen werden müssen.
    Ich empfehle Ihnen die Lektüre einer Antwort aus dem Verkehrsministerium aus 2011 aufgrund einer kleinen Anfrage des Landtagsabgeordneten Kurt Herzog:
    https://www.landtag-niedersachsen.de/ps/tools/download.php?file=/ltnds/live/cms/dms/psfile/docfile/83/16_34884d9323dd5fa31.pdf&name=16-3488.pdf&disposition=attachment

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    • jj schreibt:

      Vielen Dank für die Antwort, Frau Dreyer, aber da liegen Sie leider komplett falsch, denn es gibt eine Zusatzvereinbarung zur Brückenvereinbarung, die besagt, dass zwar die Baulast aus rechtlichen Gründen nach gewisser Zeit auf den Landkreis Lüchow-Dannenberg übergeht, aber der Landkreis Lüneburg auf Dauer für die Unterhaltung des Bauwerks zuständig ist. Das habe ich beim Landkreis erfragt. Und was die Folgekosten angeht, das könnten Sie hier nachlesen, wie vieles andere, was sie bezweifeln, zum Beispiel die geschätzten Kosten, und zwar aufdrehen offiziellen Seite des Landkreises Lüneburg:

      https://www.landkreis-lueneburg.de/Home-Landkreis-Lueneburg/Verkehr-Sicherheit-und-Ordnung/Verkehr-Landkreis/Elbbruecke-Landkreis.aspx
      Hier das Kapitel Folgekosten, viel Spaß:

      Die Folgekosten können je nach Bauteil mit ca. 1,5 bis 2 Prozent der Investitionssumme im langfristigen Jahresmittel angesetzt werden. Diese Werte wurden den Tabellen der Theoretischen Nutzungsdauern und der Prozentsätze der jährlichen Unterhaltungskosten aus der Verordnung zur Berechnung von Ablösungsbeträgen nach dem Eisenbahnkreuzungsgesetz, dem Bundesfernstraßengesetz und dem Bundeswasserstraßengesetz (Ablösungsbeträge-Berechnungsverordnung – ABBV) entnommen. Je nach Höhe der schließlich abgerechneten Baukosten ist mit Folgekosten von ca. 1,5 Millionen Euro zuzüglich. ca. 3 Prozent für laufenden Kostenanstieg pro Jahr zu rechnen. Genauere Angaben sind nicht möglich. Diese Kosten werden in den ersten Jahren noch nicht anfallen.
      Die Unterhaltungskosten wären vom Landkreis Lüneburg zu tragen.

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      • Helga Dreyer schreibt:

        Herr Jenckel, vergessen Sie bitte nicht die Einnahmeseite im Haushalt bezüglich der Folgekosten. Das sind die Zuschüsse von Dritter Seite, die auf die Jahre der Nutzungsdauer der Brücke aufgeteilt werden und nach Adam Riese mehr als 75 v. H. der zuwendungsfähigen Baukosten betragen (75 v. H. NGFVG, 6 Mio € Nds. + 1 Mio € M.V.).
        Die Zusatzvereinbarung zwischen den Landkreisen kenne ich in der Tat nicht. Können Sie mir diese bitte zukommen lassen?
        Herr Jenckel, es gibt eine aktuelle Kostenschätzung des kreiseigenen Betriebes SBU aus Januar 2020. Bitte verwenden Sie diese für Ihre Hochrechnungen, die von Ihnen genannten Zahlen und veröffentlichten Erläuterungen des Landkreises sind überholt.
        Der WiMi hat in seinem Antwortschreiben diese neue Kostenschätzung verwendet.

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      • jj schreibt:

        Ich bemühe mich um die Zusatz-Vereinbarung. Das habe ich mündlich beim Lanskreis erfragt aufgrund der Anfrage, die jetzt dazu unter anderem im Kreistag Lüchow-Dannenberg gestellt wurde. Vielleicht gibt dazu schon eine Antwort. Ich funke Rouven Groß an. Lg jj

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    • jj schreibt:

      Ach so, Frau Dreyer, da steht auch viel zu Baukostensteigerung und vor allem können Sie erkennen, dass die 60 Millionen Euro, die in der Lz standen, die zuwendungsfähigen Kosten sind, die 65 Millionen bereits 2015 die geschätzten Baukosten sind.
      Und nun müssen Sie die Baukostensteigerung draufschlagen. Hier die amtliche Tabelle für Niedersachsen vom Landesamt für Statistik – es sind ja nur schlappe 20 Prozent beim Straßenbau. Viel Spaß beim Rechnen. Lg jj

      https://www.statistik.niedersachsen.de/startseite/themen/preisstatistiken/baupreise_in_niedersachsen/baupreise-in-niedersachsen-178396.html

      https://background.tagesspiegel.de/mobilitaet-transport/strassenbauprojekte-werden-deutlich-teurer

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  23. Andreas Janowitz schreibt:

    Der Zossen liegt doch mittlerweile skeletiert da? Zumal man nach der Querung auf Kreisstrassen unterwegs wäre?! Was angesichts des allg. Zustands auch kaum Zeitersparnis brächte? Gülzau und Rassau liegen nunmal abgelegen. Anstatt dessen sollte die „Luxusfähre“ besser heut` als morgen angeschafft werden? Womit diese Erzählung dann endlich ad acta gelegt werden könnte?

    Wenn schon grösse Summen ins Gespräch kommen, dann doch eher für Untergrundexploration, damit die Sekung genauer erfasst werden kann? Für Umschludungen betroffenener Immobilienbesitzer, die sich in teils unbewohnbaren Häusern wiederfinden? Wenn der offenbar abrutschende Hang vom Kreideberg (zwischen Schomaker- und Lauensteinstr.) dann in öffentlicher Hand ist, gibt es endlich eine echte Frischluftschneise bis in die Innenstadt?
    Wenn schon, wie von Herrn Pauly angesprochen, die Sparkasse Geschäftsinteressen vertitt, wieso dann nicht günstige Kredite für Dach- und Fassadenbegrünung? Für Solarkollektoren zum Heizen? Denn anders als für die Stromproduktion genügt die Einstrahlung für´s Heizen durchaus (fast ganzjährig)?

    Oder stumpf 100.000€ für ein Rechenexempel: https://www.youtube.com/watch?v=MmNafEg9NoY
    Könnte mit Algenfarmen an LüWoBau Fassaden die Biomassefracht im Abwasser dermassen erhöht werden, damit der Faulturm am Klärwerk ergiebiger arbeitet? Die Studenten bekämen endlich einmal vernünftige „Nebenjobs“ und die Unität evtl. Ergebnisse für den „Inkubator“?

    Über die Verwendung öffentlicher Gelder lässt sich trefflich streiten, aber dieses Fossil sollte wirklich niemand mehr satteln…

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  24. Claus-C. Poggensee schreibt:

    Eine Elbbrücke muss für Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen barrierefrei überquerbar sein. Und das auch zu Fuß mit Rollator / Rollstuhl und möglichen weiteren Einschränkungen.

    Ich schreibe das, damit es hinterher nicht wieder heißt, auf die Barrierefreiheit sei nicht rechtzeitig hingewiesen worden. Nicht das wieder aus dem ferner Hannover Fachfrauen gen Lüneburg reisen müssen, um zu bestätigen, was lokale Architekten schon rechtzeitig und treffend analysiert hatten. Dass ein Parteibuch ein frühes Coming-Out möglicherweise verhindert hat, sei zu hinterfragen. Das mögen andere tun, wenn sie den rückwärtsgewandten Blick für zielführend halten. Gegenfinanzierte echte Inklusion als mein politisches Ziel steht darüber.

    Und ich schreibe das, weil die Finanzierung eines dringend nötigen KiTa-Neubaus hier im Dorf von Bund und Land eher kärglich unterstützt wird. Die Wortgewalt öffentlicher Beteuerung kommunaler Daseinsvorsorge ist deutlich höher als die bereitgestellten Mittel. Mich beschleicht der Eindruck, dass sich Gemeinden erst ordentlich verschulden müssen, bevor sie anschließend halbherzig entlastet werden sollen. Wer schlecht wirtschaftet, wird nachträglich belohnt?
    Ist hier vielleicht auch der Kreis in Verantwortung? Der hat die Zuständigkeit für KiTas an die Gemeinden abgegeben. Viele Gemeinden wollten das so, brechen aber jetzt unter der Finanzierungslast zusammen. Ob deren Finanzhaushalte eine KiTa mit mangelhafter Gegenfinanzierung durch das Land selbst mit Corona-Konjunkturpaket künftig noch wuppen können? Hier könnte der Landkreis sinnvoll Brücken bauen.

    Wie sagte es einst die Persiflage des Landrats beim politischen Aschermittwoch der GRÜNEN: „Jeder Euro lässt sich nur einmal ausgeben. Außer bei der Arena. Da geht das auch mehrmals, sonst könnten wir das Projekt ja gar nicht nachhaltig finanzieren.“

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    • Jasper Schmid schreibt:

      Eine Elbbrücke muss auch für Menschen mit „Peng“ ordentlich nach was klingen, lieber Klaus-C. Poggensee. So hat ja SPD-Finanzminister Olaf Scholz das 130 Milliarden Euro schwere Konjunkturpaket der Großen Koalition als „Wumms“ bezeichnet. Angespornt durch eine derart bildgewaltige Lautmalerei, will die Regierung nun auch weitere Vorhaben realisieren, wenn auch nicht gleich „schwuppdiwupp“. Sowohl bei der kommenden Erhöhung des Mindestlohns als auch bei der längst überfälligen Anpassung der Hartz-IV-Sätze haben sich Union und Sozialdemokraten bereits auf ein spürbares „Plitsch-zisch“ geeinigt. Unstimmigkeiten zwischen den Parteien gibt es dagegen noch in der Arbeitsmarktpolitik. Will die CDU/CSU dem Fachkräftemangel mit einem engagierten „Uff!“ begegnen, setzt die SPD eher auf das bewährte „Puh!“. Das Erreichen der Klimaschutzziele wiederum geht das Kabinett geschlossen an („Tüdelü“), und auch beim Kampf gegen den Rechtsextremismus wird es deutlich konkreter: „Dideldum!“ Die Opposition kritisiert die geplanten Maßnahmen gewohnt fundiert. Die Reaktionen reichen von „knirsch“, „würg“, „spotz“, über „peng“ bis hin zu „#&***!!!“

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  25. jj schreibt:

    Danke für die ausführliche Antwort. Ihre Sechs adelt mich.
    Natürlich haben Sie den LZ-Artikel von Marc Rath gelesen, wo noch ganz andere Baukosten-Summen genannt werden, natürlich wissen Sie, dass schon vor fünf Jahren von 60 Mio die Rede und wegen der hohen Kreisbeteiligung von 10 Mio die Notbremse gezogen wurde. Dieses Mal bliebe es natürlich nicht bei 10, auch nicht bei 20 Mio. Aber das können Sie gerne noch einmal bei Herrn Rath nachlesen.

    Zu den Fakten: Die Elbbrücke wird auf Kreisebene gebaut, weil das Land sich daran nicht direkt beteiligen will. Deswegen ist eine Landesstraße zur Kreisstraße herabgestuft worden. Sonst nämlich gebe es kein Geld aus dem GVFG-Topf.
    In de Antwortschreiben, dass ich natürlich im Fakten-Check veröffentliche, können Sie auch lesen, dass der Landkreis Lüchow-Dannenberg noch klamm ist.

    Dann verdrehen Sie auch noch die Tatsachen. Der zitierte Satz unter Punkt 3 „Zunächst ist festzustellen….“ steht genau so in dem Schreiben. Aber mit den Fakten haben Sie es ja nicht so, man könnte sagen, da sind Sie abgehärtet als Brücken-Parteigänger. Und das ist auch gut so. Was Sie dann unter 4. bringen ist wiederum ein Zitat aus dem Antwortschreiben, das gilt auch für die folgenden Abschnitte.

    Sie stellen Minister Althusmann als tumben Politiker da, der Kosten und Nutzen eigentlich schon ermitteln könnte, wenn er den Finger in die Luft hält. Neu, Frau Dreyer, er schreibt wörtlich, dass dem Land keine belastbaren Zahlen vorlägen, nur SCHÄTZUNGEN. Lesen schadet nicht.
    Da steht, Frau Dreyer: „Belastbare Zahlen zu den Gesamtkosten bei einem Bau der Elbbrücke oder zu erwartendem Unter- haltungsaufwand liegen dem Niedersächsischem Ministerium für Inneres und Sport (MI) als zustän- diger Kommunalaufsichtsbehörde aufgrund des noch ausstehenden Planfeststellungsverfahrens bis- her nicht vor, sodass eine langfristige Beurteilung der Auswirkungen auf die Handlungsfähigkeit der Landkreise erschwert wird.“

    Frau Dreyer, Althusmann ist kein tumber Politiker, er ist fleißig, klug und weiß, was er da schreibt. Und er ist ein ausgebuffter Politiker, der vom Stadtrat über den Kreistag, das Landtagsmandat, Staatssekretär, Minister bis stellvertretenden MP eine Karriere vorzuweisen hat.
    Sie, Frau Dreyer, verdrehen die Fakten wie einen Flickenteppich, und ich nehme Ihnen das gar nicht übel, weil Sie für diese Brücke stehen wie kein zweiter, sie engagieren sich, und das ist alle Ehre wert. Schönes WE Ihr jj

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    • Helga Dreyer schreibt:

      Danke, dass Sie die Antwort des Ministeriums an die Grünen-Abgeordneten Staudte und Schulz-Hendel in den Faktencheck eingestellt haben – https://jj12.files.wordpress.com/2020/06/antw-zu-6281.pdf . So kann sich der Interessierte selbst ein Bild machen und braucht weder Sie noch die Grünen noch Herrn Rath als Einflüsterer.
      Ihre Annahme, ich hätte mich in meinem Beitrag von gestern an dem LZ-Artikel von Marc Rath orientiert, ist falsch. Einzig und allein Ihre Inhaltsangabe vom 5. Juni 2020 im Blog zu dem vorgenannten Antwortschreiben, das mir natürlich vorlag beim Verfassen meines Beitrags, war Grundlage meiner Kritik. Insofern hätte es Ihrer Hilfe, mir den Wortlaut zukommen zu lassen (Kommentar um 20:18 Uhr), nicht bedurft.
      Aber Sie liegen richtig, mit dem Chefredakteur der LZ werde ich Montag ein Telefon-Date haben. Gesprächsthema wird der von Ihnen erwähnte Artikel sein. Ich werde von ihm wissen wollen, ob die Aussagen in dem Artikel aus der findigen Feder des Chefredakteurs selbst stammen oder ob er seine Erkenntnisse aus dem Gewürge einer Pressemitteilung der Grünen entnommen hat. Vieles spricht dafür, dass zweiteres zutrifft. Wenn Herr Rath z. B. schreibt, erstmals hätte das Althusmann-Ressort auch die Zusagen von 6 Mio Zuschüsse aus Landesmitteln erklärt, obwohl schon die öffentliche Antwort vom 17.07.2019 an Frau Schröder-Ehlers (s. Nilas-Nds. DS 18/4185) aufgrund ihrer Anfrage dieses erklärte – geschenkt, nicht weiter wichtig.
      Schlimmer sind doch die Zahlenspiele in dem Artikel. An welcher Stelle macht das Schreiben aus der Landeshauptstadt das Szenario denn eigentlich deutlich – so wie von Herrn Rath beschrieben – wenn sich das Projekt Richtung eines dreistelligen Millionenbetrages bewegen würde, dann….? Ich kann nichts Entsprechendes finden.
      Lieber Herr Jenckel; Sie merken an, ich würde Tatsachen und Fakten wie einen Flickenteppich verdrehen. Da schätzen Sie mich falsch ein. Ich bin geradezu Fakten-affin. Das hat auch etwas mit meinem früheren ausgeübten Beruf zu tun.
      Tatsächlich wird die Elbbrücke auf Kreisebene gebaut, weil die Brücke Kreisstraßen verbinden wird und nicht – wie von Ihnen angenommen – weil das Land sich nicht direkt an Brückenbaukosten beteiligen will. Die Landstraße in Darchau wurde bereits in 2003 zur Kreisstraße herabgestuft, weil die Frequentierung dieser Straße dieses nach dem Nds.Straßenverkehrsgesetz so hergab. Richtig ist, dass sich danach auch Fördermöglichkeiten nach dem NGVFG ergeben haben. Da stellt sich wieder die Frage: was war zuerst da, das Huhn oder das Ei? Und weiter: würde das Finden einer Antwort hierauf das Projekt Elbbrücke gefährden? Natürlich nicht! Warum reiten Sie dann eigentlich auf diese Feststellung immer wieder herum?
      Wenn bei Ihnen angekommen ist, dass ich Herrn Althusmann als „tumben Politiker“ darstellen würde, so ist auch diese Einschätzung falsch. Natürlich hatte das Wirtschaftsministerium die neueste Kostenschätzung aus Januar 2020 des Landkreises Lüneburg (SBU), die 60 Mio € zuwendungsfähige Baukosten ausweist. Und jedem dürfte klar sein, dass bisher nur Schätzungen vorliegen können! Bitte besorgen Sie sich diese mal, als Journalist wird man Ihnen diese aushändigen und dann brauchen Sie auch nicht mit alten Zahlen zu jonglieren.
      Und schauen Sie auch unter Pkt 4 der Antwort der Landesregierung, Thema Biosphärenreservat. Dann schauen Sie sich die Gebietskarten zu der geplanten Brückentrasse an. Sie werden entdecken, dass diese Trasse nahezu ausschließlich in dem Gebietsteil A des Biosphärenreservats vorgesehen ist. Gebietsteil A bedeutet: „Ortslagen und durch menschlichen Einfluss besonders geprägte Bereiche und dient mit seinen nutzungsgeprägten Lebensräumen dem Leben + Arbeiten der Menschen“. Ich sende Ihnen ein Drohnenfoto vom 31.05.2020 zu, Sie sehen dort kultiviertes Ackerland, wo die Straßenanbindung zur Brücke verlaufen soll. Wenn Sie mutig sind, stellen Sie dieses Foto in den Blog. Allerdings ist dann die Mythenbildung der Grünen und der BI „Nein zur Brücke, ja zur Fähre“, wonach hochsensibles Biosphärenreservatsareal mit dem Bau der Brücke vernichtet wird, futsch.

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      • jj schreibt:

        Vielen Dank für die Antwort. LG und schönes WE jj

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      • Thomas Meyn schreibt:

        Wo bleibt das Dreyersche Straßenanbindungsfoto, Herr Jenckel?

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      • jj schreibt:

        Hallo, Herr Meyn, diese Fotos hat Frau Dreyer mir geschickt. Sie zeigen Darchau, Elbe und Neu Darchau aus der Luft mit Blick auf den potentiellen Brückenstandort, das andere Bild von Michael Behns, ich hoffe, das Foto darf man zeigen, zeigt eingezeichnet die bekannten Trassenvarianten. Lg jj

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  26. Helga Dreyer schreibt:

    Meine Güte, sehr geehrter Herr Jenckel, was hat Sie denn da geritten, solch eine Zusammenfassung der Antwort des MW zum Besten zu geben? Bitte tun Sie mir einen Gefallen und veröffentlichen Sie das Antwortschreiben in Ihrem sogenannten Faktencheck, damit sich die Kommentarschreiber selbst ein Bild machen können und Ihre Claqueure sich nicht blamieren, wenn sie voll des Lobes Sie auf einen Sockel stellen.
    Gehen wir mal der Reihe nach vor:
    1) Ich kann keine „vergifteten Einlassungen“ in dem Antwortschreiben entdecken. Ihre folgenden Interpretationen, die das erklären sollen, liegen alle neben der Sache, um nicht zu sagen: sie sind falsch!.
    2) Die Elbbrücke ist ein Projekt der Landkreise Lüneburg und Lüchow-Dannenberg, da Kreisstraßen gebaut werden sollen, das Land kann also daher gar nicht „direkt“ etwas mit der Planung zu tun haben. Gleichwohl hält das Land dieses Projekt für (so) bedeutsam, dass es aus Landesmitteln 700 Tsd € und 4 x 1,5 Mio € bezuschussen möchte.
    3) Sie fabulieren, wenn Sie behaupten, es würde folgendes in der Antwort stehen:“Zunächst ist festzustellen, dass sich das Land nicht an den Kosten der geplanten Elbebrücke beteiligen wird“. In der Antwort heißt es aber wörtlich: „Das Land wird sich nicht mit NGVFG-Mitteln an der Planung und Gutachtererstellung für den Bau einer Elbquerung bei Neu Darchau beteiligen“.
    Für Planung und Gutachtererstellung sind NGVFG-Mittel auch nicht vorgesehen, daher ja auch die unter Pkt. 2 genannten Zuschüsse aus Landesmitteln.
    4) Dann wirbeln Sie noch mehr durcheinander, indem Sie meinen, es wurde eine Förderung mit Landesmitteln nach dem NGVFG in Aussicht gestellt. Diese Mittel belasten aber nicht den Landeshaushalt, es sind reine Bundesmittel und keine Landesmittel!
    5) Zuwendungsfähig nach dem NGVFG sind die Kosten, die zur betriebsfertigen und verkehrssicheren Herstellung des Vorhabens erforderlich sind. Das ergibt sich aus den Richtlinien zum NGVFG; Abschnitte 5.1 und 5.3, bitte einfach googeln (gilt auch für Herrn Otto Berg)
    6) In Unkenntnis, dass die landesplanerische Feststellung aus Mai 2016 von vornherein eine verlängerte Gültigkeit von zehn statt der üblichen fünf Jahre (§ 38 Nds. Straßenverkehrsgesetz) hat, scheint die Landesregierung im letzten Jahr der Meinung gewesen zu sein, dass die dem Raumordnungsverfahren zugrunde liegenden Gutachten (z. T. aus 2011) erneut eingeholt werden müssten. Die Meinung war irrig, das ist doch keiner Erwähnung wert. Woran klammern Sie sich da eigentlich?
    7) Sie meinen auch anprangern zu müssen, dass die Frage des wirtschaftlichen Nutzens sich allein auf den Landkreis bezieht. Hier werden Kreisstraßen gebaut und keine Autobahnen! Ein Nutzen kann sich daher auch nur regional ergeben. Dieser Nutzen – oder besser – die Wirtschaftlichkeit ist nicht nur im monetären Bereich, sondern auch in sozioökonomischen und sozioökologischen Bereichen zu untersuchen und muss mit Vorlage des Antrags auf NGVFG-Gelder dem Land nachgewiesen werden.
    8) Trickreich sind auch Ihre Anmerkungen zum Klimaschutz. Zum Errechnen einer vergleichenden Klimabilanz Brücke / Fähre benötige ich keine Studien und Analysen. Jeder Drittklässler kann vorrechnen: der Verkehr wird sich – allgemein gesehen – mit Brücke nicht erhöhen. Wenn jemand von Dahlenburg nach Neuhaus fahren möchte, dann tut er das. Er wird wahrscheinlich die Fähre bei Neu Darchau nutzen. Die Fähre hat einen Dieselantrieb. Bei Wartezeiten und Kälte wird er den Motor seines PKW’s laufen lassen. Bei Fährausfall wird er die Fähre Bleckede oder die Brücken in Lauenburg oder Dömitz nutzen. All diese zusätzlichen Schadstoffausstöße wird es bei einer problemlosen Überfahrt mit Brücke nicht geben. Und noch ein Aspekt, warum wird dieser hier im Blog eigentlich nicht erwähnt?: In Brahlstorf, 18 km von Neu Darchau entfernt, gibt es einen Bahnhof, an dem täglich 22 Züge nach HH Hbf fahren. Zum Vergleich: von Neu Darchau nach Lüneburg Bahnhof sind es 36 km. Für Pendler nach HH wäre also auch ein Wohnort im östlichen Teil unserer Landkreise attraktiv. Und dann könnte sinnvollerweise ja auch ein Busverkehr nach Brahlstorf eingerichtet werden. Z. Zt. ist das nicht möglich, denn ein Bus im ÖPNV und Fähre – geht nicht! Warum denkt Frau Staudte nicht mal darüber nach?
    9) Herr Jenckel, Sie behaupten, die Landesregierung habe keine belastbaren Zahlen zum Bauwerk, sie würden in der Antwort mit fünf Jahre alten Zahlen hantieren. Korrekt ist, dass die Antwort lautet: „Nach der letzten im MW bekannten Schätzung des Landkreises vom Januar 2020 werden die zuwendungsfähigen Baukosten mit 60 Mio Euro beziffert. Januar 2020! Herr Jenckel, das sind keine fünf Jahre her!
    Auf der LZ-Facebook-Seite werben Sie ja häufig für Ihre Blog – Seite und laden dazu ein, Ihren Fakten-Check zur Elbbrücke zu lesen. Nicht zum ersten Mal hat ein Facebook-Nutzer seinen Kommentar dazu gegeben und Ihnen ins Gebetbuch geschrieben:
    „Ho Gö Hans-Herbert Jenckel Wie kann man von Fakten-Check sprechen wenn schon die Einleitung mit subjektiven Dingen wie „womöglich Steuergelder verbrannt“ überladen ist???
    Dieser Fakten-Check ist einseitig, fördert gefährliches Halbwissen und lässt unparteiliche Information gar nicht erst zu.“
    Dem schließe ich mich an, denn Ihre Interpretationen sind keine Fakten. Auch nicht die Statements von Frau Staudte, von Herrn Dehde und von wem auch immer. Mein Lehrer hätte gesagt: „setzen, sechs“.

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    • jj schreibt:

      Und hier für Sie, Frau Dreyer als Nachlektüre noch einmal die komplette Antwort des Landesregierung, aber bitte alles lesen. Lg jj

      Klicke, um auf antw-zu-6281.pdf zuzugreifen


      PS: Ich freue mich aber immer auf Ihre Kritik, nochmal: Schönes WE

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      • Klaus Bruns schreibt:

        Herr Jenckel, es gibt also positionen , die nicht förderungswürdig sind. es muss doch herauszufinden sein, welche es sind, wie hoch deren kosten sind und wer sie bezahlen muss. diese zahlenspiele , die momentan stattfinden ,sollen doch wohl nur dazu dienen, den bürger und die kommunalpolitiker zu verunsichern ,um sie damit zu verleiten ,für die brücke zu stimmen. wer die musik bestellt, muss doch wissen ,wie hoch deren kosten sind. die brückenbefürworter lügen sich hier in die eigene tasche und jeder weiß das, wer sich mit baukosten auskennt. ich nehme an ,auch frau dreyer weiß das ebenfalls. schon seltsam, nach der wende wäre die brücke weit aus billiger zu haben gewesen. die argumente für die brücke sind seltsamerweise immer noch die gleichen, obwohl ca 30 jahre ins land gegangen sind. von einer mauer wird fabuliert und vom zusammenwachsen. ich sehe diese argumente als absurd an und dafür geld rauszuwerfen ist noch absurder. spekulanten haben doch schon zugeschlagen. ob der schwerlastverkehr auch durch walmsburg fahren wird, was meinen Sie Frau Dreyer? schmunzeln.

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      • jj schreibt:

        Wie hoch die Gesamtkosten allein für die Brücke ohne die weitere Infrastruktur sind, das wird sich erst im Laufe der Prüfungen und des Planfeststellungsverfahrens zeigen, dann auch erst kann man die förderfähigen Kosten ermitteln. So oder so wird es eine schwere Last für den Landkreis, der auch allein die Brückenunterhaltung trägt, das ist so mit dem Landkreis Lüchow-Dannenberg vereinbart. Lg jj

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    • Klaus Bruns schreibt:

      Helga Dreyer
      Noch immer Geld aus dem Solidarpakt
      Sie weiß viele in der Region hinter dem Vorhaben: In einem Bürgerentscheid 2013 sprach sich eine Mehrheit im Landkreis für den Brückenbau aus – wenn der Landkreis Lüneburg mit maximal zehn Millionen Euro belastet wird. Auch das Land sei zur Unterstützung bereit – doch bei geschätzten Gesamtkosten von 65 Millionen Euro gebe es noch immer ein Finanzloch von sechs Millionen Euro, sagt Dreyer.

      Dieses Loch könnte Mecklenburg-Vorpommern stopfen helfen, meint sie. Schließlich bekomme das östliche Nachbarbundesland seit 1995 und noch bis 2019 für die einst 6100 Neuhäuser Geld aus dem Solidarpakt – nach ihren Worten insgesamt rund 71 Millionen Euro. Denn die Zuweisungen an die Ostländer richten sich nach der Bevölkerung dort am 30. Juni 1991 – als das Amt Neuhaus noch zu Mecklenburg-Vorpommern gehörte.

      die angeblich fehlenden 6 millionen euro , sind doch nur peanuts, oder? na frau dreyer, so richtig konnten sie mit ihrer meinung wohl nicht durchdringen? meck pom zahlt keinen cent. und die angebliche mehrheit für eine brücke ist, wie sie wissen, nur konstruiert. schon damals war klar ,dass die maximalen 10 millionen euro deswegen nicht ausreichen werden, weil der brückenbau teurer wird. und was soll das mit der ,,mauer“ ? dort war nie eine brücke. diese geisterdebatte sollte beendet werden. wir haben weiß gott andere sorgen. für ihr nächstes brückenfest habe ich hier ein schönes lied. https://www.youtube.com/watch?v=wxsKfx8laAU

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      • jj schreibt:

        Das ist nicht richtig. Meck-Pom zahlt, ohne dass daraus ein Anspruch erwächst, eine Mio, soweit ich weiß. Lg jj

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      • Klaus Bruns schreibt:

        Das Land Niedersachsen hat zugesagt, 75 Prozent der tatsächlich anfallenden Kosten zu übernehmen. Auch Mecklenburg-Vorpommern wäre bereit, sich mit einer Million Euro an den Kosten zu beteiligen. Der Landkreis Lüchow-Dannenberg, der die Verantwortung für den Bau an den Landkreis Lüneburg abgegeben hat, würde sich laut derzeitigem Stand mit 700 000 Euro beteiligen. Nun liegt ein erneuter Beschluss des Kreistages Lüneburg vor, die Planungen fortzusetzen und das Planfeststellungsverfahren aufzunehmen.
        Herr Jenckel, es wird hier viel behauptet. wie wahr ist es denn? tatsächlich anfallende kosten, bedeutet hier , egal wie teuer es wird?

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      • jj schreibt:

        Nein, es werden 75 Prozent der förderfähigen Kosten übernommen, das sind natürlich nicht alle. Und es gibt 4 mal 1,5 Mio vom Land dazu. Die Restinvestition trägt trägt der Landkreis Lüneburg. Laut Brückenvereinbarung beteiligt sich der Landkreis Lüchow-Dannenberg mit 700000 Euro an Bau und Planung. Die Zahlen, die in der Brückenvereinbarung stehen, haben sich längst überholt. Der Vertrag gilt trotzdem, weil man sich verpflichtet hat eine Lösung zu finden….. lg jj

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  27. Georg Wüstenhagen schreibt:

    Sehr geehrter Ratsherr Pauly,

    ich wiederhole mich: Der Herr Professor Doktor Peter Pez hat mit Vehemenz und guten Argumenten dafür plädiert, das für Lüneburg immer noch fehlende Stadtentwicklungskonzept im Kontext einer großräumigeren, „suburbane“ Ansprüche und Bedürfnisse integrierenden, allerdings erst noch zu skizzierenden und zu konsolidierenden „Stadtumlandentwicklungsstrategie“ auszuarbeiten: https://www.youtube.com/watch?v=FSFZJTwatOo&feature=emb_logo. Diese sehr passioniert vorgetragene Ideenskizze von Pez kulminiert bei min:sec 35:20 in dem Appell:

    „Wir sollten nicht alles abreißen [nicht alles „Alte“ beseitigen], nicht alles neu überbauen. Wir sollten uns Gedanken darüber machen!“

    Nun hat die Grüne Kreistagsfraktion bekanntlich gerade einen Anstoß zu solchem „Gedankenmachen“ gegeben, indem sie den Antrag in den Kreistag einbrachte, den rechtselbisch durch Schwerlastverkehrsströme, „Landvillenbau“ und Siedlungsgeschwüre drohenden unkontrollierten Flächenfraß zu verhindern und stattdessen Bewahrung, Schonung und Pflege anzustreben, indem das beschlossene Planfeststellungsverfahren für eine feste Elbquerung bei Neu Darchau gestoppt und die gesamte Brückenplanung eingestellt wird.

    Die Grünen Landtagsabgeordneten Miriam Staudte und Detlev Schulz-Hendel sind sich im Hinblick auf die wahren Erfordernisse einig: „Statt den Menschen immer wieder Sand in die Augen zu streuen, eine Brücke wäre zeitnah umzusetzen, brauchen wir jetzt eine schnelle Umsetzung eines modernen Fährkonzeptes mit alternativen Antrieben, eine Ausweitung des Fährangebotes und die kostenlose Nutzung für die Menschen im Amt Neuhaus.“

    Was halten Sie davon?

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  28. Otto Berg schreibt:

    „Zuwendungsfähig sind natürlich längst nicht alle Kosten.“ Ihr Satz, Herr Jenckel.

    Wirklich interessant, dass neuerdings auch aus Hannover immer wieder ganz stark betont wird, die „Förderung nach dem Niedersächsischen Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (NGFVG) in Höhe von 75 Prozent“ betreffe exklusiv „die zuwendungsfähigen Baukosten“.

    Was sind „zuwendungsfähige“ Kosten, was nicht?

    Darüber lese ich leider sehr wenig. Genauer: nichts!

    Außerdem: Woher nimmt der Herr Althusmann eigentlich die Legitimation für seine „Zusicherung“ [!] vier mal 1,5 Millionen Euro aus dem „Titel 883 61“ verteilt über 4 Jahre „gewähren“ [!] zu können? (Letzter Satz auf Seite 1 hier: https://gruene-lueneburg.de/uploads/media/Antw_zu_kl._Anfrage_zur_Elbbruecke_6281_02.pdf)

    Gab es da schon einen Landtagsbeschluss? Oder darf ein in Potsdam über den Zaun gehobener CDU-Minister mit Millionenzuwendungen „aus dem Landesstraßenbauplafond“ aasen, wie es ihm opportun zu sein scheint?

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  29. Rolf Rehfeldt schreibt:

    Bravo Herr Jenckel, hier ist klug und weise argumentiert, man könnte meinen sie hätten die Position der Grünen Kreistagsfraktion übernommen. Vielen Dank für diese Zusammenfassung.

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    • jj schreibt:

      Vielen Dank fürs Lob. Aber wenn Sie einmal den Elbbrücken-Check auf der Blog-Seite lesen, dann könnte man meinen, in diesem Punkt hätten die Grünen meine Position übernommen. 🙂 Schönes WE

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      • Karl Beck schreibt:

        Offenbar hat der B90/Grüne Kreistagsabgeordnete Rehfeldt bei seinem staatsmännischen Lob und Dank auch übersehen, dass Sie geschrieben haben:

        „Bei der Arena hat ‚der Landkreis Lüneburg‘ so viel Adrenalin, vulgo Euro, verabreicht, dass die Arena zwar am Leben erhalten wurde, aber immer noch auf der Intensivstation liegt.“

        Ich glaube nicht, dass die Arena noch lebt. Meines Erachtens kam sie schon tot zur Welt. Sie ist pränatal an konzeptioneller und räumlicher Enge erstickt.

        Und wenn ich mich recht erinnere, war es dann vor allem Herr Rehfeldt, der zuletzt ganz entgegen „der Position der Grünen Kreistagsfraktion“, immer wieder dafür gestimmt hat, den am Alten Schlachthof pompös aufgebahrte Hallen-Leichnam sinnloser Weise mit weiteren Adrenalin-Behandlungen (vulgo: Multimillionen-Euro-Beträgen) zu postletalen Zuckungen zu veranlassen.

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