Lüneburgs Rabattschlacht „Final Sale“ hat dieses Jahr eine bedrohliche Note – Corona ist nur der Brandbeschleuniger

Die Filialisten überschlagen sich mit Rabatten. Foto: jj

Lüneburg, 13. August 2020

50 Prozent Rabatt, 70 Prozent Rabatt, ein Rabatt auf den Rabatt. Der Lockruf „Final Sale“ bekommt dieses Jahr eine bedrohliche Note in Lüneburg. Die Höhe der Rabatte wird zum Fieberthermometer der Krise. Und ehrlich gesagt, frage ich mich bei dem Preissturz: Was waren das vorher für vermessene Handelsspannen oder ist das pure Untergangsstimmung?

Der alte Spruch „Handel ist Wandel“ ist zum Alarmruf umgemünzt. Namentlich Filialisten in der Lüneburger Innenstadt leiden unter Schnappatmung. Das Thema ist gesetzt für den kommenden Kommunalwahlkampf. Wandel. Der ein oder andere, das war jetzt in der LZ zum Thema Laden-Krise zu lesen, hat es schon erkannt. Doch Corona ist nur der Brandbeschleuniger für den Niedergang der guten alten Fußgängerzone. Es bröckelte schon vorher.

An den Fußgängerzonen lässt sich wie unterm Brennglas die Handelskrise ausmachen. Sie sind für Filialisten und Vermieter im letzten Jahrhundert zu pragmatischen wie öden Flaniermeilen ausgebaut worden, die nichts bieten außer eben Einkaufen. Die 1A-Geschäfts-Phalanxen finden sich in jeder Stadt gleicher Größe. Ob man nun in Lüneburg, Goslar oder Hildesheim shoppt. Im Herzen der Städte weiß man eigentlich nicht mehr, wo man ist. Alles so vertraut, alles wie zuhause. Im Erdgeschoss die Verkaufsfläche zu exorbitanter Miete, das Obergeschoss mutiert zum Lager mit blinden Fenstern. Wohnen in der Innenstadt? Weitgehend Fehlanzeige.

Oberbürgermeister Ulrich Mädge redet gern und oft vom “Kaufhaus Lüneburg“. Jetzt ist es an der Zeit, das Kaufhaus zu renovieren, sonst nimmt es Kurs auf Konkurs. Die Stadt ist gefragt, Vermieter, Ladenbesitzer, Filialisten und Marketing an einen Tisch zu bringen, um den Einkauf tatsächlich wieder zu einem Erlebnis zu machen, ein Erlebnis das jenseits der Gewinnmaximierung liegt, das nicht durch Kleinkunst oder Straßenmusik an einem Verkaufsoffenen Sonntag aufgehübscht wird, danach aber die Langeweile wieder Einzug hält. Das hat Stadtforscher Thomas Krüger unlängst bei Spiegel online gut erklärt.

Der größte Treiber des Wandels ist und bleibt das Internet, das das gesamte Handels-System umkrempelt. Alphabet, Amazon, Apple und Facebook kommen zusammen auf einen Börsenwert von rund 6,5 Billionen US-Dollar. 

Handel ist Wandel, das muss sich jetzt in einem neuen Gesicht beweisen, und dieser Wandel lebt nicht von Rabattschlachten, sondern von Lust, und er verbraucht viel Zeit. Manches kann man sich in Lüneburgs Westlicher Altstadt und im Wasserviertel abschauen.

Individualität, Made in Lüneburg und Handwerkskunst sind gefragt. Möglich ist das nur mit kleinen Mieten in der 1A-Lage, mit einer gehörigen Portion Lokalpatriotismus und unverwechselbaren Fußgängerzonen.

Liebe Hauseigentümer, auf der Bank gibt es heute Null- oder Minus-Zinsen und Ihr verlangt immer noch Mieten wie in den goldenen Zeiten – das kann nicht gut gehen.

Lüneburg hat mit seinen rund 1400 Baudenkmalen, Plätzen und Gassen im Gegensatz zu vielen anderen Städten in Niedersachsen ein riesiges Potential für den Wandel.

Aber wir sind spät dran. Denn in der Corona-Krise haben sich auch die Konsumenten geändert, sie schauen genauer hin, welchen Sinn ihr Einkauf über den Tagesbedarf hinaus hat.

Wie schwer ein Imagewandel ist, und wie tragisch, ihn auszusitzen, hat Lüneburg am Stintmarkt erlebt. Der Stint war in den 70er- und 80er-Jahren Kult, unangefochten, unübertroffen. Die Wirte ruhten sich auf ihrem Kassenmagneten aus. Und aus dem Nichts kam die Schröderstraße in Mode und der Stint stürzte in die Krise. Der Stint ist zurück – aber es hat sehr, sehr lange gedauert.

Hans-Herbert Jenckel

Über jj

Journalist, Dipl.-Kaufmann
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20 Antworten zu Lüneburgs Rabattschlacht „Final Sale“ hat dieses Jahr eine bedrohliche Note – Corona ist nur der Brandbeschleuniger

  1. Andreas Janowitz schreibt:

    Es wundert mich doch ein wenig, wie wenig der der Präsident des Städtetages Ideen aus anderen Städten in seiner Heimatstadt umzusetzen gewillt ist.
    https://www.zeit.de/kultur/2020-08/umnutzung-kaufhaeuser-zukunft-architektur-vorbild-kleine-staedte
    Immerhin haben offensichtlich andere dieselben Probleme?! Nein, da wird am Circus Minimus herumgefrickelt, obwohl von vorherein abzusehen sein musste, wie wenig dieser um- und durchsetzbar, geschweige denn finanzierbar ist…

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  2. Andreas Janowitz schreibt:

    „Handel ist Wandel“…Herr Jenckel das Internet ist keine „Konkurenz“, es hat den Handel grundlegend verändert- die Örtlichkeit vom Angebot gelöst?! Jeder kann von überall sein Schaufenster in die Taschen fast aller bringen. Die Innenstädte als „Ort des Konsums“ sind überflüssig.
    Nur um ein bekannteres Beispiel zu liefern: https://meinholdi.de/holdi-story/
    (Nein ich mache ausnahmsweise mal keine derben Scherze -.-)

    Ich selbst war in den letzten Jahren nur aus Nostalgie noch am 24.12. zum Einkaufen in der Innenstadt. „Nur“ eine Anekdote- ja klar. Ich kenne niemanden der, wenn überhaupt, dezidiert zum Einkaufen in die Stadt fährt- ja, ja eine weitere Anekdote.
    Wozu soll man überhaupt noch etwas dort kaufen? Alles lässt sich preisgünstiger woanders erstehen? Und Nein! die Idee man könnte mit dem althergebrachten Martplatz als Ort, dem Rathaus und der Kirche Punkten ist naiv. Das ist nicht böswillig sondern realistisch. Das gebaren eines gewissen T. Middelhoff war ein Offenbarungseid?! Der Handelskonzern verkaufte seine Immobilien an eine Tochter und wollte so über Mieteinnahmen die Renditeverluste durch den eigentlichen Verkauf von Produkten kaschieren. Wer zu diesem Zeitpunkt noch nicht begriffen hatte, das der lokale Handel in die Gruft einfuhr, hatte BWL studiert. Die Fantasierenditen eines J. Ackermanns von 30% waren von vornherein Hirngespinnste. Das unsere wohlinformierten Herrschaften von diesem „plötzlichen“ Moment der Klarheit überfahren werden ist ulkig.

    Vor 15 Jahren hat man mich und die anderen Mitglieder vom Verein „Lunar“ mitleidig belächelt. Ja, ja die armen Spinner wollen Negativzinsen und wettern gegen absurde Machenschaften der Banken.

    Der Kadaver vom „Kaufhaus Innenstadt“ stinkt derweil zum Himmel. Das ist tot, finito, Ende, aus die Maus- für immer, es sei denn sie wollen allen Ernstes das Internet abschalten.

    Ich bitte Sie Herr Jenckel, wer will den „Einkaufen im Museum“? Die Mietpreise spiegeln gigantische Fehlallokationen wieder nichts weiter. Oh Wunder diese Spekulationsblase platzt gerade, denn auch die Büroimmobilienpreise sind im freien Fall. Spannungen über 10 Jahre aufgebaut entladen sich in diesem Finanzerdbeben des „Weiter so! Alles ist gut!“. Können Sie mir sagen welche höherwertigen Güter in der Innenstadt überhaupt noch angeboten werden? Richtig gar keine. Nurnoch billig Ramsch von Lohnsklaven so weit am anderen Ende der Welt zusammengeflickt, das es mich nicht zu stören braucht.
    Wir erleben 2020 eine Neuauflage der https://de.wikipedia.org/wiki/Mississippi-Blase , nur das hier das „Betongold“ als „werthaltigeres Geld“ zu abstrusen Preisen gehandelt wird?! Die Quatschrenditen in den Ramschbudenfilialen versprechen ja phänomenale Renten, die jeden noch so hirnrissigen Preis rechtfertigen. Die Millionen € für die Eigentumswohnung am Kurpark sind betäubter Spekulationsirrsinn in reinst` Form.

    Wenn mich die Arbeit beim „Lunar“ eines gelehrt hat, dann das meine Nackaffenkollegen erst handeln, wenn die Scheisse unter den Nasenlöchern steht.

    Die Mieten werden also um den Faktor 20-50 einbrechen und die Innenstadt, so wie Sie sie kannten, raucht ab. Nachdem die Talsohle durchschritten ist wird man in der Innenstadt dann, wohl so um 2030, die ersten Klimaflüchtlinge einquartieren können, denn „Holland ist in Not“ und „urplötzlich“ wird eine Sturmflut 40% der Niederlande unbewohnbar machen.
    Danke nochmal für die amüsante 30 Mio Circus Minimus Posse, die uns bis dahin beschäftigen, bzw. lähmen wird.

    Den Wärmeinseleffekt für Algenzucht zu nutzen ( https://www.mdr.de/wissen/energie-gewinnung-aus-algen-100.html ) um sowohl den Kohleausstieg als auch passive Kühlung für die Innenstadt zu realisieren ist einfach zu kompliziert und realitätsfern. Diese dann über die Kanalisation abzuführen um im Gärpott des Klärwerks Methan oder Strom zu erzeugen ist schliesslich nicht „profitabel“. Geht ja nicht um Cum-Ex Steuerbetrug und wäre ja sowieso quasi Kommunismus.

    Eine Supraleiterfernleitung am Elbe-Seiten-Kanal bis nach Braunschweig ist genauso ein Hinrgespinnst und die Technik längst nicht aus dem Laborstadium herraus
    ( https://www.deutschlandfunk.de/tolle-idee-was-wurde-daraus-supraleitende-kabel.676.de.html?dram:article_id=437787 ), überdies sowieso unbezahlbar, denn man muss ja unbedingt den Cum Ex Wegelageren hunderte Millionen € Steuergelder hinterherschmeissen und an Fantasiebrücken herumplanen, die dann auch mit dem 700.000€ Trostpflaster niemals gebaut werden.

    Ich geh` mir dann mal noch nen Kaffee-Mariacron einschenken.

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    • Yvonne Brück schreibt:

      Warum die Innenstadt nicht zum Vergnügungspark machen? Im Sport-Business ist Lüneburg schon auf dem Weg zur Gamifizierung. Was früher der Leibesertüchtigung diente und auch in den Spitzenformaten als Motivationshilfe gepriesen oder als Modell zum Nachmachen galt, wird heute als flächendeckende Einstiegsdroge der Software-Industrie und des Digitalkapitalismus in die immobilen Traumwelten der „E-Competitions“ für Couch-Potatoes instrumentalisiert.,. Dasselbe könnte mit Clubs, Pubs, Spielhallen und Markenanbietern im „Kaufhaus Lüneburg“ geschehen. „Pop up“ ist das Zauberwort: Pop up Stores wären temporär arrangierte Ladeneinheiten, die auf überraschende und emotionalisierende Weise ein paar Tage lang „innovative“ Produkte „inszenieren“, um die Aufmerksamkeit der Kunden auf sich zu ziehen, Geld anzusaugen und dann wieder zu verschwinden, um für 14 Tage von Pop up-Freizeitparks ersetzt zu werden. Im steten Überschlag schriller Spektakel wird die Innenstadt so zu einem turbulenten ganzjährigen Jahrmarkt und Experimentierfeld der Dauer-Eventisierung von Verkauf und Unterhaltung beziehungsweise von Sale und Entertainement. Wer sagt denn, dass in diesem Setting durch Immobilien- und Investorengesellschaften nicht Mieterlöse erzielt werden können, von denen … heute nicht einmal zu träumen wagen?

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      • Rita Böttger schreibt:

        Und warum nicht Weihnachtsbuden, Lebkuchengeruch und Glühweinsirup an 365 Tagen im Jahr? Saharatemperaturen im Januar, Kunstschnee aus der Plastikkanone im August, im Herbst rote Schokosülfmeister unterm lichterbaumbeleuchteten Kalkberg und Benno Fabricius, der kregle Schaustellervorsitzende, wird unser neuer Oberbürgermeister. Zukunft sind dann Eisbratwürste, Selfiepoints und jingle bells, jingle bells, jingle all the way…

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      • Andreas Janowitz schreibt:

        Die aufblasbare Innenstadt als Hüpfburg Lüneburg? Na Sie sind mir ja ein ausgekochtes Schlitzohr.
        Bei mir gäbe es dann „Grüne Wiese“ mit Eierlikör und Kaffee-Mariacron als Fläsch-Mop-Bauchladen-Gastro- kotzende Gäste schlagen sich schliesslich nicht- mein Friedensprojekt.

        Sie sind nicht zufällig Zeenjör Tschief Äksäkjutif for Stadtaufmöblung? Diese fundierte Kenntnis der Sachlage kommt mir verdächtig vor…

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  3. Thomas Blauwitz schreibt:

    Haben Sie nicht einen wichtigen Aspekt übersehen? Die Entwicklung bei den Büroflächen ist auch besorgniserregend. Die Menschen werden vermehrt mobil arbeiten, zu Hause oder in Coworking Spaces in ihren Stadtteilen und Quartieren. Wer nicht mehr nine to five in der City arbeitet, der steht auch als täglicher Kunde in den Innenstädten nicht mehr zur Verfügung.

    Wenn ich vom Sofa aus einkaufen kann, warum soll ich dann noch in die City? Ein großer Teil von dem Umsatz, der jetzt noch zusätzlich in den Onlinehandel abgewandert ist, wird schlicht niemals wiederkommen.

    Richtig ist, dass die Immobilieneigentümer sich in Zukunft von der Politik des höchsten Mietpreises werden verabschieden müssen. Der Markt wird sie in den nächsten zwei bis fünf Jahren dazu zwingen. Wenn große Filialisten 30 Prozent und mehr ihres Umsatzes online machen, können die sehr bald auf wenigstens ein Drittel ihres Verkaufsraums verzichten. Da werden viele Flächen frei – ebenso bei den Büros. Zu Höchstpreisen wird es kaum neue Mieter geben. Wer Leerstand und einen entsprechenden Imageverlust der Innenstadt vermeiden möchte, wird mit bis zu 30 Prozent Mieteinbußen leben müssen.

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    • jj schreibt:

      Das stimmt, mehr HomeOffice, weniger Bürofläche, zudem wird es mehr Online-Konferenzen und weniger analoge Konferenzen geben, also weniger Auto- und Bahnfahrten und Flüge. Wir erleben eine Zäsur, die eigentlich viel gedehnter verlaufen wäre, die jetzt aber durch Corona beschleunigt wird. Lg jj

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      • Werner Hölzke schreibt:

        Meinen Sie, diese Entwicklungen im Kern des Oberzentrums haben Auswirkungen auf die Überlegungen zur Notwendigkeit von Gleisausbau, A39 und Elbbrücke?

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    • Kay Porath schreibt:

      Das Problem der langsam verödenden Innenstädte hat nicht nur Lüneburg. Man mag diese Erkenntnis verteufeln, aber jedes Jahrzehnt hat seinen Verlierer: waren es in den 70ern und 80ern noch die Filialen der Großhändler und Discounter, die die Tante Emma Läden und inhabergeführten Einzelgeschäfte nach und nach verdrängten, so ist es jetzt der Onlinehandel, der den damaligen Favoriten eben den Garaus macht. Hieran werden wir nichts ändern können, allen Unkenrufen zum Trotz. Das Einkaufsverhalten der Generation Y und Z ist nun einmal so. Was sich aber nicht so schnell ändern wird, ist das Bedürfnis der Menschen nach sozialen Kontakten. Restaurants, Lounges, Cafés, Kneipen, Theaterfoyers, Spielhallen, Saunaclubs, Billardbars und Bowlingbahnen, in denen man sich nach Feierabend oder am Wochenende mit Freunden trifft, werden weiter Konjunktur haben. Darauf sollten sich die Stadtplaner und Vermieter konzentrieren.

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  4. Herbert Nickelt schreibt:

    Untergangsstimmung, Filialisten in der Lüneburger Innenstadt leiden, Laden-Krise, Niedergang der guten alten Fußgängerzone, Handelskrise, öde Flaniermeilen, exorbitante Miete, Lager mit blinden Fenstern, Kurs auf Konkurs, Corona-Krise …

    Und wo bleibt denn das Positive, Herr Jenckel?

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  5. Doro Fischer schreibt:

    Ausriss aus einem langen SZ-Artikel zum gleichen Thema:

    „Die Lösung kann nicht sein, in den Zentren mit möglichst viel Fördermitteln Ketten am Leben zu erhalten, die dort einst kleine Läden verdrängt haben. Stattdessen ist neues Denken gefragt, im Rückgriff auf die Ursprünge. Europäische Städte entwickelten sich um den Dreiklang von Marktplatz, Rathaus und Kirche. Diese sind auf die eine oder andere Art öffentliche Räume. Immer noch erkennt man am Charakter einer Altstadt sofort, dass man sich in Europa befindet und eben nicht in einer nordamerikanischen Autostadt oder einer jungen asiatischen Hochhausansammlung. Das am Gemeinwesen orientierte Stadtzentrum, auf das sich alle anderen Ortsteile ausrichten, ist Kern des europäischen Selbstverständnisses, im räumlichen wie im politischen Sinne. Hier liegt die Zukunft der City.

    Gemeinschaft entsteht durch Begegnung, und die erschöpft sich nicht im Anstehen vor der Kasse. Behagliche Freiflächen mit Grünanlagen und locker platzierten Marktständen sind nötig. Es braucht Ruhepunkte, an denen man, überdacht oder nicht, einfach nur sitzen, reden, lesen oder im Internet surfen kann, mit kostenlosem Wlan. Die Innenstadt muss bessere Gründe als nur den Konsum bieten, warum man sie besuchen sollte.

    Wenn sich Abstandsgebote einhalten lassen, bieten sich Freiluftkonzerte an. Ausstellungshäuser gehören in die Zentren, etwa Stadt- und Heimatmuseen. Kaufhäuser lassen sich in Bibliotheken und Jugendzentren verwandeln; Künstler können Freiflächen bespielen. Kommunen sollten Läden zurückkaufen oder aus Beständen günstig an Handwerker vermieten, sodass Schuster und Schreiner herziehen. Größere Räume laden zum Co-Working ein. Und warum nicht Wohnraum schaffen über den Geschäften?“

    Kia Vahland in Süddeutsche Zeitung vom 3. August 2020, https://www.sueddeutsche.de/politik/innenstaedte-coronavirus-konsum-zurueckholen-1.4987604

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    • Klaus Bruns schreibt:

      „Die Lösung kann nicht sein, in den Zentren mit möglichst viel Fördermitteln Ketten am Leben zu erhalten, die dort einst kleine Läden verdrängt haben.
      sehe ich genau so. es hilft sonst nur den vermietern mit ihren ausverschämten mietenforderungen.

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  6. OB schreibt:

    Kaufhaus Lüneburg als Leerverkauf.? Interessant… Hat der Stadtrat denn genügend kindliche Phantasie… Wonach sehnen sich wohl, die vielen lieben Lüneburg Herzen?

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  7. peter hoffmmann schreibt:

    jj – du hast m. M. nach in allen Sätzen die richtigen Worte gefunden.
    Eine Stadt wie Lüneburg mit einem so großen emotionalen Erlebnispotential braucht Kreativität für den Einzelhandel, die Gestaltung der Innenstadt,
    keinen aktiven online Handel, wie immer wieder gefo/ördet wird- das kann das große Kaufhaus besser!!!

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  8. Jo schreibt:

    Standardspruch von Heiko Meyer (LCM-Vorsitzender, Kaufmann, Gastronom, Ratsherr und OB-Kandidat)

    „Der Kunde will es so“:


    Foto: Ttanic Magazin

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    • S.Appel schreibt:

      Was ist das für ein scheiss Spruch. Immer anonym meckern! Der LCM arbeitet sehr engagiert auch wenn nicht immer alles sofort umzusetzen ist. Und wenn Sie Herrn Meyer was zu sagen haben, dann sprechen Sie ihn doch mal persönlich an.
      Was machen Sie denn um die Geschäfte zu unterstützen?

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      • Jo schreibt:

        Der Spruch stammt nicht von mir, sondern von Heiko Meyer. „Engagiertes Arbeiten“ ist zwar eine notwendige, aber doch keine hinreichende Voraussetzung von Güte und Wert. Vor allem nicht vor dem Hintergrund einer ökonomischen Revolution, die sich seit zwanzig Jahren ankündigt. Wie kommen Sie zu der Annahme, dass ich Herrn Meyer nicht persönlich anspreche? Wie lange ist er denn LCM-Vorstand? Und wie lange degeneriert die Situation im „Kaufhaus Lüneburg“? Was ich mache, um die Geschäfte zu unterstützen? Ich trage mein Geld hinein.

        Schauen Sie mal hier: https://blog-jj.com/2017/07/05/lueneburgs-stadtentwicklung-braucht-kein-hochglanzpapier/

        Vor genau drei Jahren war die Misere genausogroß wie heute. Hans-Herbert Jenckel, Friedhelm Feldhaus, Ortwin Riechel, Peter Luths, Tanja Bauschke, Rainer Mencke, Karlheinz Fahrenwaldt, Rainer Petroll, Kevin Schnell, Niels Webersinn und andere haben die „dynamische digitale Stadtkarte“ als ein wichtiges Instrument der Steuerung von Raumordnungsproblemen vorgeschlagen (zu denen auch rapide abkackende Wunschvorstellungen von „Handel ohne Wandel“ gehören).

        Was hat sich getan?

        Nüscht!

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    • Wolfgang Schuster schreibt:

      Kaffeekönig Meyer steht für Klamauk und Kommerz. Kulturkonsum und Konsumkultur ist alles, was ihm zum Thema Stadtentwicklung einfällt.

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