
Heute machen wir es knapp. Die Tech-Milliardäre stehen am Pranger, weil sie zu viel Einfluss auf die Medien und die Politik nehmen. Dabei ist das ein alter Hut. Ob im Großen oder Kleinen, das Geld hat immer Einfluss genommen. Im Kleinen, wie in Lüneburg, das ist die gute Nachricht, ist es sogar weniger geworden. Auch das hat wieder was mit den Tech-Milliardären aus der Netzwelt zu tun.
Heute heißen sie Musk, Bezos oder Zuckerberg, früher Fugger, Rothschild oder Rockefeller. Die Fugger waren im Mittelalter märchenhaft reich, Jakob war wohl der reichste Mensch, der je auf dem Erdball gelebt hat, reicher als Musk. Er sponserte Kaiser und den Papst. Zudem hatte die Kaufmansfamilie ein Info-Netzwerk. Die Fugger waren die Beta-Version der Medienzare. Oder später die Rothschilds, sie finanzierten Staaten. In den USA waren es die Rockefellers und Vanderbilts. Mit ihrem Reichtum dirigierten sie politische und mediale Debatten.
Und in Lüneburg war das im Kleinen nicht anders. Sie hießen Sülfmeister und Patrizier. Oder in der Neuzeit Baulöwen. Als LZ-Volo war ich zum Termin beim damals mächtigsten Baulöwen der Stadt, um über einen Neubau zu berichten. Als wir fertig waren, sagte ich, ich zeige dazu die Skizze des Neubaus und das alte Haus, der Denkmalschutz war gerade gestrichen worden, das dafür abgerissen werden soll. Darauf sagte der Geschäftsführer: „Nein, wir finanzieren nicht nur Ihr Gehalt, Herr Jenckel.“ Ich war hellauf empört. Die Pressefreiheit war in Gefahr. Das Bild vom alten Haus ist nie erschienen. Und ich hatte die Macht des Geldes gespürt. PS: Das Unternehmen rutschte später in die Pleite. Man sieht sich immer zweimal.
Doch der Einfluss des Geldes, scheint mir, hat in Lüneburg abgenommen. Das hat zwei Gründe: Die Unternehmer betreiben im Netz heute professionelle Spielwiesen für ihr poliertes Image und ihre Erfolgsmeldungen. Und die Medienvielfalt hat im eher flüchtigen Digitalen deutlich zugenommen. Das aber könnte die Renaissance der „alten Medien“ werden, auch wenn die Auflagen schwinden: Kritisch, und das Schwarz auf Weiß mit etwas Rascheln als Bonus, das ist immer noch meine große Liebe. Und Kinder und Jugendliche aufgepasst: Die Gefahr, in der Zeitung gemobbt zu werden, gerade ein Riesenthema, geht gegen Null.
Hans-Herbert Jenckel
Entschuldigen Sie Herr Janckel, aber die Oligarchen heute sind mit den mittelalterlichen Monopolisten nicht vergleichbar. Und für den Fall das Herr Manzke oder Claasen sich auf den Schlips getreten fühlen: die gehören nicht dazu. Die Handvoll Oligarchen die hunderte Milliarden € oder $ kontrolieren verfügen über mehr finanzielle Mittel, als die Mehrheit der Staaten dieser Welt. Ganz zu schweigen von den Putschisten die derzeit die USA aushöhlen. Auch die Macht, die von den Besitzern von Palantir ausgeübt wird übersteigt alles bisherige um Grössenordnungen. In etwa so wie Aleph die Mächtigkeit von Unendlichkeiten beschreibt: für Normalsterbliche unfassbar…
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Herr Jenckel,
früher hießen die reichen Lüneburger Einflussnehmer nicht bloß Heideherzog, Sülfmeister und Patrizier, sondern Georg Wilhelm, Henneberg, von Stern und Garbers, heute heißen sie Claassen, Sallier, Manzke und Westermann.
Doch anders, als Herr Klaus Bruns aus Reppenstedt anzunehmen scheint, ist er keineswegs von Amts wegen verpflichtet, in diesem Blog ständig langatmigen Unsinn über Themen und Personen, von denen er keinen Schimmer hat, in die Welt zu setzen.
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