Lüneburgs Rabattschlacht „Final Sale“ hat dieses Jahr eine bedrohliche Note – Corona ist nur der Brandbeschleuniger

Die Filialisten überschlagen sich mit Rabatten. Foto: jj

Lüneburg, 13. August 2020

50 Prozent Rabatt, 70 Prozent Rabatt, ein Rabatt auf den Rabatt. Der Lockruf „Final Sale“ bekommt dieses Jahr eine bedrohliche Note in Lüneburg. Die Höhe der Rabatte wird zum Fieberthermometer der Krise. Und ehrlich gesagt, frage ich mich bei dem Preissturz: Was waren das vorher für vermessene Handelsspannen oder ist das pure Untergangsstimmung? Weiterlesen

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Arena-Debakel: Günter Dubbers Verwandlung vom Chefaufklärer zum Chefverteidiger

Ulf Reinhardt, Sprecher der Lüneburger Grünen. Foto: jj

Lüneburgs Grünen—Sprecher Ulf Reinhardt zählt Günter Dubber in seinem Blog-Beitrag an. Der  CDU-Fraktionschef im Kreistag hat in einem Interview mit LZ-Chefredakteur Marc Rath, kurz gesagt, die Schuld für das Arena-Desaster nur in der Vergangenheit verortet und bei der alten Landkreis-Spitze und Landrat Jens Böther in Schutz genommen. Schadensbegrenzung bei Fortführung einer verhunzten Sache laute Dubbers Botschaft. Weiterlesen

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Schau, schau, wer pendelt denn da im Amt Neuhaus wohin und über den Strom?

Die Elbbrücke bei Dömitz wurde 1992 gebaut, die kleine Stadt hat davon nicht profitiert, seither ein Viertel der Einwohner verloren, viele Geschäfte wie vor allem die Kaufhalle im Zentrum stehen leer. Foto: jj

Lüneburg, 31. Juli 2020

Einen ganzen lauen Sommerabend saß ich auf meiner jüngsten Radtour an der Elbe in Dömitz auf dem Deich und versuchte mir diese Betonbrücke mit dem blauen Bogen schönzusehen, die den Blick auf die Aue durchbricht. Es ist mir trotzdem nicht gelungen. Aber ein Gedanke ist mir schon gekommen: Wer profitiert von einer zweiten Brücken ein paar Kilometer stromabwärts bei Neu Darchau? Und wohin pendeln die Neuhauser eigentlich? Das ist schon erstaunlich.

Wirtschaftlich hat die geplante Darchauer Brücke, das zeigen schon die alten Untersuchungen, über Neuhaus hinaus nur homöopathischen Nutzen. Die Bau- und Planungskosten von 60 bis 100 Millionen Euro, je nachdem, wann sie gebaut wird, stehen dagegen in keinem Verhältnis. Und die Autos fahren nicht nur nach Lüneburg, sondern diffundieren Richtung Ludwigslust, Hamburg, Schleswig-Holstein oder Dannenberg.

Bei Neu Darchau ist die Elbbrücke geplant.
Grafik: Geoportal Landkreis Lüneburg

Den Bewohnern, also den Bewohnern, die sich zu Wort melden, geht es um eine sichere und kurze Überfahrt. Wobei das mit dem Kurz natürlich so eine Sache ist: Wer in Bitter wohnt, fährt 19 Kilometer bis zur Elbbrücke Dömitz. Darchau wäre genauso weit. Stellt sich also die Frage: Will derjenige nun nach Lüneburg oder Dannenberg? Wohnt einer in Wehningen, fährt er 26 Kilometer nach Darchau und nur knapp sieben Kilometer nach Dömitz. Strachau: 14 Kilometer Dömitz und 25 Kilometer nach Darchau. Stiepelse? Sechs Kilometer zur Fähre Bleckede oder mehr als doppelt so weit nach Darchau?

Der Landkreis Lüneburg hat in seinen Feldrecherchen zur Brückenplanung schon bei den früheren, gescheiterten Anläufen für die Elb-Querung auch Pendler-Bewegungen im Amt Neuhaus unter den Beschäftigten erfasst. Das war 2010, da lebten noch mehr Menschen im Amt Neuhaus. Für die Zukunft gilt nach den aktuellen Untersuchungen: Die Jüngeren werden dramatisch weniger, die Älteren bleiben.

Ergebnis der Pendler-Ziel-Analyse 2010: Fast 25 Prozent pendelten danach in Orte im Landkreis Ludwigslust, also ganz sicher nicht über eine Elbbrücke. Dahin zog es 4,2 Prozent Richtung Dannenberg. Nach Hamburg pendelten 7,6 Prozent, die nehmen sicher auch nicht die Brücke, sondern fahren über Boizenburg oder die Autobahn. Und lediglich 19,3 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten fuhren damals in den Landkreis Lüneburg.

An den Pendlerzielen und der Mengenverteilung scheint sich für den Landkreis Lüneburg und das Amt Neuhaus wenig verändert zu haben, wenn man aktuelle Zahlen der Agentur für Arbeit zu den Pendler-Bewegungen heranzieht. Die allerdings sind nicht so detailliert.

Also, liebe Planer, liebe Gutachter, schaut noch einmal genau hin, wem die Brücke tatsächlich nutzt? Die Querung hielte schon so keiner harten Wirtschaftlichkeitsprüfung stand, mit dem Pendlerschwund schon gar nicht.

Nur eines ist klar wie Kloßbrühe: Diese Brücke der Herzen, ein Versprechen aus Zeiten des Einheitsrausches, wird dem Tourismus links und rechts der Elbe nicht nutzen, sondern Schaden zufügen und damit einem wichtigen Wirtschaftszweig einer Region, die heute an Charme jeden anderen Flecken im Landkreis Lüneburg überstrahlt. Denn niemand will, wenn er in die pure Natur aufbricht, an einer Stahlbeton-Brücke Kaffee und Kuchen genießen oder gar Quartier beziehen.

Wer also sägt da an dem Ast auf dem er sitzt? Oder besser, wer will womöglich das Amt Neuhaus umkrempeln als Warenumschlagplatz. Wie solche Hallen-Monster aussehen, das kann man bei Gallin und nahe Zarrentin bestaunen. Seelenlose Orte aus Wellblech mit gefräßigen Mäulern für LKW-Schlunde. Das will natürlich niemand, auch kein Neuhauser, dafür ist das Amt nicht gemacht. Aber wie das so ist, man baut eine Brücke und wundert sich, welchen Kollateral-Flurschaden man anrichtet.

Hans-Herbert Jenckel

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Die Suche nach mehr Arena-Parkplätzen ist keine Schnäppchenjagd

Der Arena-Bau im Juli 2020. Foto: jj

Lüneburg, 16. Juli 2020

Eigentlich ist das ja eine Nicht-Meldung: Bei der Arena droht eine neue Kostenfalle. Die Eventhalle, ein Millionen-Moloch, hat wieder mit den Sünden der Anfänge zu kämpfen, nun bei den Parkflächen. Weiterlesen

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Lüneburg muss dringend einen Nachtbürgermeister wählen

Lüneburg, 14. Juli 2020

Nachtbürgermeister

Frank Henfler will Nachtbürgermeister von Heidelberg werden. Ich finde bei der Kneipendichte braucht auch Lüneburg einen Nachtbürgermeister. Foto: Denis Kaschura/Adler Medien

Als ich den Aufruf sah, dachte ich spontan: Titanic-Satire. Da wirbt mein Facebook-Freund Frank Henfler um Stimmen, er will „Nachtbürgermeister“ von Heidelberg werden. Nur, es war kein Joke. Einige deutsche Großstädte suchen oder haben schon Nachtbürgermeister. Und der fehlt auch in Lüneburg – gerade jetzt und überhaupt.  Weiterlesen

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Julia, greif nach der Kette, das Rathaus wartet

Julia Verlinden, Monika Scherf, Pia Steinrücke oder Andrea Schröder-Ehlers – sie alle könnten Oberbürgermeisterin von Lüneburg. Und doch gibt es für jede Gründe, die dagegen sprechen. Fotos: jj, stadt, land, as

Lüneburg, 9. Juli 2020

Wer soll nun fürs Oberbürgermeister-Amt in Lüneburg kandidieren? Die Parteien werden sich erst nach der Sommerpause langsam positionieren. Ich lege jetzt schon mal, deutlich in Sommerlaune, die Karten: Das nächste Stadtoberhaupt wird eine Frau. Und das prophezeie ich nicht, weil die CDU gerade Imagepflege betreibt und mehr Frauen an die Macht bringen will. Weiterlesen

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Ja zum Flugplatz: Wie Politik und Bürger in Lüneburg fremdeln

Lüneburg, 14. Juni 2020

Der Bürgerentscheid zum Flugplatz ist ein Weckruf. Er zeigt zum einen, wie ein kleiner Verein, der kämpft, Massen mobilisieren kann. Und er zeigt zum anderen den Grad der Entfremdung zwischen Politik und Bürgerinnen und Bürgern in Lüneburg. Weiterlesen

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Mit der Elbbrücke ist es wie mit einem toten Pferd, nur in Lüneburg steigt man nicht ab

Noch setzt die Fähre Tanja bei Neu Darchau über die Elbe.

Noch setzt die Fähre Tanja bei Neu Darchau über die Elbe. Ganz in der Nähe soll eine Brücke geplant werden. Foto: jj

Lüneburg, 5. Juni 2020


„Wenn Du entdeckst, dass Du ein
totes Pferd reitest, steig ab.“ Das raten die weisen Dakota-Indianer. Der Landkreis Lüneburg versucht es bei dieser Diagnose mit Adrenalin. Bei der Arena hat er so viel Adrenalin, vulgo Euro, verabreicht, dass die Arena zwar am Leben erhalten wurde, aber immer noch auf der Intensivstation liegt. Bei der geplanten Elbbrücke Neu Darchau wird das nicht gelingen. Weiterlesen

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Flugplatz: David und Goliath gehen mit Naturschutz auf Stimmenfang

Zwischen Naturschutz, Fliegerei und Gewerbe – Luftsportverein und Stadt werben beim Bürgerentscheid für ihre Ideen. Fotos: Plakat Luftsportverein, jj, Hansestadt

Lüneburg, 3. Juni 2020

Auf den ersten Blick könnten die Lüneburger angesichts mancher Plakaten und Grafiken dem Irrglauben verfallen, beim Bürgerentscheid für oder gegen den Flugplatz müssten sie darüber abstimmen, wer nun der bessere Naturschützer sei: die Flieger oder die Stadt? Bei den Konkurrenten steht das Öko-Siegel oben auf der Agenda. Im Kern aber geht es natürlich um eine andere Frage: Fliegerei und Hobby oder Gewerbe und Geld? Die Propeller-Piloten wirbeln für ihre Piste so viel Staub in der Lokalpolitik auf, dass es zu brenzligen Manövern kommt. Weiterlesen

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Lüneburgs Prügelknabe, die Posaune des Landrats und warum man in der Krise besser in ein Horn stößt

CDU-Chef Felix Petersen und Oberbürgermeister Ulrich Mädge.
Fotos: nh/cdu

Lüneburg, 26. Mai

Wer garantiert Aufmerksamkeit in Lüneburg erhaschen will, schlägt auf den Oberbürgermeister ein. Der ist als Prügelknabe en vogue auf dem politischen Parkett. Und Ulrich Mädge bietet auch wirklich eine breite Angriffsfläche. Er ist eigentlich ständig, ja penetrant in Scharmützel verwickelt. Das hält wohl seine Triebfeder in Schwung. Kritiker Nr.1 ist der Linke Michèl Pauly. Doch dem erwächst Konkurrenz aus dem christdemokratischen Lager. Weiterlesen

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