Frau Kalisch, von Mädge kann man lernen… nur nicht alles

Er stand im Sturm mit Orkanböen, als er in den 90er-Jahren in Lüneburg die Verkehrsberuhigung durchboxte, die Autos weitgehend aus der Innenstadt verbannte, den Platz Am Sande zur Großbaustelle machte und die Händler auf die Barrikaden brachte: Die Innenstadt sei nicht mehr erreichbar, schimpften die Geschäftsleute. Kommt ihnen das bekannt vor, Frau Kalisch?

Ulrich Mädge stand, weil er an den sogenannten Verkehrsentwicklungsplan, kurz VEP, glaubte, trotz Händlern, die aus Protest die Schaufenster verdunkelten, trotz negativen Telefonumfragen der LZ und Kommentaren. Und er gewann mit seiner klaren Haltung Wahlen. Daran könnte sich die Nachfolgerin Claudia Kalisch erinnern, wenn sie heute Protest statt Beifall erntet.

Bei der Verkehrsberuhigung maulten die Händler weiter, die Innenstadt sei nicht mehr erreichbar. Mädge baute Parkhäuser und gewann weiter Wahlen. Er war zu seiner Zeit lange das Beste, was Lüneburg passieren konnte. 

Gerade versucht sich die CDU am VEP 2.0, im Positionspapier zur Mobilität steht überspitzt: mehr für alle, also die Quadratur des Kreises in einer tausendjährigen Stadt. Mehr Rad, mehr Auto, mehr Bus, verlinkt und barrierefrei. Mehr Parkplätze nah an der City, fehlt eigentlich nur in der Logik, mehr Parkplätze, weniger Suchverkehr, mehr Klimaschutz like CDU. Aber, darüber kann man ja diskutieren. Schon bei der Umsetzung des VEP hätte die CDU gerne einiges zurückgedreht wie die Sperrung der Salzstraße für den Durchgangsverkehr. Die Sperrung ist bis heute die meist missachtete.

Und Sie, Frau Kalisch? Sie haben jetzt eigentlich alle Karten in der Hand. Sturm und Protest ist immer garantiert, das gehört zum politischen Alltagsgeschäft in der Kommunalpolitik. Man muss nur auf Linie bleiben, wenn man von einer Sache überzeugt ist, notfalls auf Kompromiss umschalten, aber nicht umfallen, nicht nachtreten. Die grünen Konturen sind zurzeit mächtig weich gezeichnet. Da bietet das CDU-Papier beste Chancen, die Kanten zu schärfen. Die Frage ist doch: Wer wurde und wird eigentlich wofür in Lüneburg gewählt?

Ulrich Mädge war schon zu Beginn seiner OB-Laufbahn nicht das, was man in der Verwaltung einen Grüßaugust nennt, er war hart, er musste mit miesen Umfragewerten unter Mitarbeitern umgehen. Es rumpelte, das zeichnet die Erinnerung auch gerne weich.

Mädges Waterloo war für mich der Bürgerentscheid über den Flugplatz Lüneburg. Ein kleiner Verein zwang ihn in die Knie, das Glück war da schon nicht mehr auf seiner Seite. Und dass am Ende 2021 seine Kandidatin bei der OB-Wahl schlecht abschnitt und die Grünen so überaus überwältigend, das lag auch daran, dass die Kandidatin zu nah an Mädge verortet wurde und zu viele der Meinung waren: Der Mädge hat seine Schuldigkeit getan.  


Sein Abgang als Oberbürgermeister gegenüber Nachfolgerin Kalisch war nicht gentlemanlike. Dass er jetzt über Beiräte, Stiftungen und Verwaltungsräte seine Bahnen zieht um seine Nachfolgerin, ob das gut ist, das muss er selber wissen. Dass er gerade jetzt im Streit um Verkehr und Platz Am Sande als Mitglied des neuen Seniorenbeirates auch seine alte Verwaltungs-Garde hart rannimmt, vor die er sich sonst immer gestellt hat – was hätte Napoleon dazu gesagt? Daran, Frau Kalisch, muss man sich nicht unbedingt ein Beispiel nehmen.


Ob es Ulrich Mädge kommunal wie Kanzler Helmut Schmidt national noch zum Übervater und Erklärer der Nation/Stadtpolitik bringt, ist fraglich bei seiner Ranküne gegen die Nachfolgerin. Nach den jüngsten Wahlergebnissen der Sozialdemokraten in Lüneburg aber ist klar, Dauer-Übelnehmen und ein Alt-Oberbürgermeister, der weiter mitspielt, haben den Abwärtstrend in der einstigen sozialdemokratischen Hochburg Lüneburg nicht aufgehalten. Bitte umschalten.

Und Oberbürgermeisterin Kalisch, die den Alt-Oberbürgermeister kritisiert? Ist das nun Majestätsbeleidigung? Mädge hat sich im Rat nicht nur mit Wolfgang Hartwig von der FDP, Eckhard Pols von der CDU, den Linken von Michel Pauly bis Malte Richey gefetzt und auch gerne ausgeteilt, gegen die grüne Gefahr sowieso. Oft war mehr Streit als Abstimmung inklusive erfolglosen Dienstaufsichtsbeschwerden. Doch das mündete bisher nicht gleich in einer Anfrage von zartbesaiteten Sozialdemokraten. Wie wäre es mit einem Untersuchungsausschuss? Wie gesagt, lieber umschalten. So sind keine Stimmengewinne zu erwarten.

Hans-Herbert Jenckel

PS: Ich habe gute Jahre meines Berufslebens unter Mädge im Rathaus gehabt, viel Freiheit, lange Abende Gespräche mit dem Chef, wenn das Rathaus schon leergefegt war, und so vor allem viel gelernt über Politik. Wichtig ist und war bei ihm immer in Kontroversen Stand zu halten. In der LZ dann herrschte öfter Funkstille, lange gerade in Sachen Peter Koch, weil der Umgang mit einem Dezernenten, den man kaltstellen wollte, nicht nur mir gar nicht gefallen hat und wir berichtet haben. Ulf Stüwe schrieb damals auf seiner Seite LGheute: „Kein Dank, keine persönliche Würdigung, keine Entschuldigung, lediglich eine Urkunde über den Eintritt in den Ruhestand hatte Oberbürgermeister Ulrich Mädge pflichtgemäß zur Verabschiedung seines Ersten Stadtrats Peter Koch (61) vorbereitet.“ Aber unterm Strich war viel mehr Licht als Schatten. Dass er an diesem Vermächtnis rüttelt, finde ich schade.

Fotos: jj

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15 Responses to Frau Kalisch, von Mädge kann man lernen… nur nicht alles

  1. Avatar von Bertolt Knacke Bertolt Knacke sagt:

    Die CDU Lüneburg lehnt mit ihrem verkehrsträgerübergreifenden Ansatz eine Politik ab, die einseitig gegen einen Verkehrsträger ausgerichtet ist:

    Die von politischen Wettbewerbern verfolgte Politik „gegen das Auto“ halten wir für falsch. Denn: In den Autos sitzen Menschen, sitzen Bürger unserer Stadt, aus dem Umland oder Touristen, die uns besuchen. Wir nehmen diese Mobilitätsbedürfnisse ernst und in unsere Mobilitätspolitik auf – ebenso wie die aller anderen Verkehrsteilnehmer. ➝ Positionspapier des CDU Stadtverbandes Lüneburg, Seite 2.

    Klar ist der CDU Lüneburg:

    1. Attraktive Mobilitätsangebote machen Verbote überflüssig. Allein durch Verbote werden Kommunen in Deutschland wie Lüneburg nicht klimaneutral.

    2. Mit einem breiten Technologiemix (Batterie, Wasserstoff, E-Fuels) wird das Auto in Kürze zu einem lokal CO2-freien Verkehrsträger.

      Fragen eines lesenden Bertolts:

      A) In einem feschen Kleinwagen wie dem Mitsubishi Space Star ( 3,8 m L x 1,6 m B x 1,5m H) sitzen Menschen, sitzen Bürger unserer Stadt, aus dem Umland oder Touristen, die uns besuchen, und in einem panzerartigen Straßenherrscher wie dem BMW X7 (5,2 m L x 2,0 m B x 1,8 m H) sitzen Menschen, sitzen Bürger unserer Stadt, aus dem Umland oder Touristen, die uns besuchen. Bis zu welcher Größe nehmen „wir“ solche Mobilitätsbedürfnisse ernst?

      B) Warum haben attraktive Mobilitätsangebote bisher Verbote nicht überflüssig gemacht?

      C) Mag sein, allein durch Verbote werden Kommunen in Deutschland wie Lüneburg nicht klimaneutral. Aber glaubt irgendjemand in der CDU Lüneburg (oder bei LG heute) allen Ernstes, ohne Verbote würde auch nur eine einzige Kommunen wie Lüneburg jemals in Deutschland klimaneutral?

      D) Wie kurz ist denn die Kürze, in der das Auto „mit einem breiten Technologiemix (Batterie, Wasserstoff, E-Fuels) zu einem lokal CO2-freien Verkehrsträger“ wird? Was, wenn das ungefähr so lange dauert wie „die Entwicklung“ des „3D-Druck Campus Lüneburg-West“, dem „spannenden Projekt, das Lüneburg über kommunale Grenzen hinweg zum innovativen Technologiezentrum à la Sillicon Valley“ pushen soll?

      E) Werden die wie Eiffelturm-hohe und Saarland-breite Pilze rund um den Erdball in immer kürzeren Abständen aus dem Boden schießenden Klimawandelfolgen in Lüneburg solange abwarten, bis sich herausgestellt hat, ob die „von politischen Wettbewerbern verfolgte Politik“ gegen die (zumindest selbstbetrügerische) Auto-Augenwischerei der CDU Lüneburg reüssieren konnte – oder nicht?

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      • Avatar von Klaus Bruns Klaus Bruns sagt:

        die cdu möchte eben gern immer wieder behaupten, das die grünen eine verbotspartei sind. ich frage mich seit jahrzehnten, warum wir dann so viele vorschiften und verbote haben. wer hat da wohl für die meisten vorschriften und verbote gesorgt? wer hat am meisten regiert, oder mitregiert? ob die cdu das immer vergisst? wollte da nicht jemand überflüssige verbote abschaffen?

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        • Verbieten wollen CDU und AfD in Thüringen z.B. die geschlechtergerechte Sprache. Cannabis soll auch verboten bleiben. Smartphones an deutsche Schulen will die CDU verbieten. Über all das kann und sollte mensch diskutieren. Dass auch die CDU auf Verbote und Hineinregieren in den Alltag der Menschen setzt, ist aber Fakt und nicht Meinung.

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    1. Avatar von Ivan Pawlow Ivan Pawlow sagt:

      nur nicht alles!

      alles, etwas, nichts, viel und wenig.

      Nur nicht alles. Frau Oberbürgermeisterin könnte mit jener Logik bestimmt sehr unterfordert sein?!

      Oder gibt es da noch ganz besondere Geheimnisse jener Eigenschaften lieber Ferdinand?

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      • Lieber Detlef,

        Ihr Freund, der Physiologe (Nobelpreis 1904), hat bereits vor über 135 Jahren festgestellt, dass der Speichelfluss eines abhängigen Lebewesens nicht erst mit dem Fressvorgang beginnt, sondern schon beim Anblick der Nahrung. So zeigte Pawlow 1888, dass das Aktivwerden der Bauchspeicheldrüse nicht nur vom Füllungszustand des Magens und des Zwölffingerdarms, sondern auch von Nervenimpulsen und bedingten Reflexen abhängig ist.

        Aber auch ein anderer Reiz, zum Beispiel ein Klingelton, kann die Sekretion von Verdauungssäften auslösen, sofern er nur regelmäßig der Fütterung vorausgeht.

        Ähnlich könnten sich Herr Jenckel und Herr Müller Rommel (aber auch Herr Eggeling und Herr Stüwe) doch das behavioristische Objektlernen unserer Oberbürgermeisterin vorstellen:

        Das zackige Geräusch der Schritte von Ex-OB Mädge auf dem Rathausflur etwa, der zielstrebig um die Ecken und Kanten in Richtung Huldigungssaal schnürt, welchem meistens aber kein Rühmen und Preisen der Nachfolgerin, sondern ein cholerischer Besserwisser-Ausbruch in irgendeinem Beirat folgt, – wird im Zentralnervensystem von Frau Kalisch inzwischen vermutlich mit dem kompletten Bedeutungsspektrum von „Schwarzer Pädagogik“ in engste Verbindung gebracht.

        Um die Hypothese unserer beiden Wissenschaftler (JJ & MR) vom Erklärwert des „bedingten Reflexes“ (Grundstein jeder Theorie der Konditionierung) für das Feld der Kommunalpolitik in einem anderen Kontext zu prüfen, wäre m. E. ein aussagekräftiges Experiment das Folgende:

        Auf das Erscheinen von Ex-OB Mädge in der Tür des Besprechungsraumes beim Verwaltungsrat der Sparkasse Lüneburg folgen flinke Bücklinge und scheinbar unmotivierte Zungenbewegungen (eine unbedingte Reaktion für den Kenner höfischen Verhaltens). Auf das Erscheinen von Ex-OB Ulrich Mädge am Sonnabendvormittag in der Tür von Fritze Bohnhorsts Markt Café (neutraler Reiz) erfolgt — nichts! Wenn aber des Wahrsagers samstägliches Auftauchen dort immer und immer wieder (vulgo: regelmäßig) in engstem zeitlichem Zusammenhang mit dem Angebot von Lesefutter bei Lüneburg Aktuell und LGheute stand, — dann reagieren bestimmte Journalisten schließlich schon allein auf die Vorstellung des Eintretens ihres Meisters mit erhöhtem Speichelfluss in die Mundstücke ihrer medialen Posaunen hinein (bedingter antizipatorischer Reflex).

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    2. Avatar von Ferdinand müller rommel Ferdinand müller rommel sagt:

      sehr ausgewogener Artikel, der das aktuelle Verhalten des EX-OB in hervorragender Weise in einen historischen Zusammenhang bringt.

      es geht also weniger um das Verhalten unserer Oberbürgermeisterin, als um die Persönlichkeitsstruktur des EX-OB.

      Ferdinand Müller Rommel

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      • Avatar von Otto Berg Otto Berg sagt:

        Dass es in Herrn Jenckels gelungener, verschiedene und zum Teil Jahrzehnte auseinander liegende Fäden zusammenführenden Porträt-Stickerei um die Darstellung der ambivalenten Persönlichkeitsstruktur von Lüneburgs EX-OB Ulrich Mädge geht, dürfen Sie so natürlich meinen, sehr geehrter Herr Müller Rommel.

        Allerdings sollten Sie vor Ihrem apodiktischen Dekretieren („das aktuelle Verhalten des EX-OB“ werde „in hervorragender Weise in einen historischen Zusammenhang“ gebracht) vielleicht beachten, (1.) dass der – angeblich – „sehr ausgewogene Artikel“ von einem der größten Mädge-Bewunderer unser Stadt geschrieben worden ist, (2.) „das Verhalten unserer Oberbürgermeisterin“ das eigentliche, das dominierende, ja, im Grunde das alleinige Thema ist (Frau Kalisch wird neunmal direkt von JJ angesprochen, mit der Nase darauf gestoßen, sich mit dem attischen Heros aus Kaltenmoor zu vergleichen und aufgefordert, ihren Vorgänger (der, zwinkerzwonker, schmunzeln, gewiss seine Ecken und Kanten hat), so sie in schwierigen Lagen erfolgreich sein möchte, als Benchmark endlich zu akzeptieren) und (3.) ist Herrn Jenckels ganze, wenig galante, um nicht zu sagen: beißende Polemik in Richtung der gegenwärtigen Rathauschefin in den momentan bedrückenden Kontext konfliktreicher aktueller Rathausdebatten (mit einer langen, sich in einigen Fällen seit zwanzig, dreißig Jahren aufstauenden Reihe von Versäumnissen und Fehlern) eingelassen, auf die von ihm in belustigter Weise zum einen, zum anderen aber auch (besonders, wenn er sich dem Heute nähert) in boshafter Art angespielt wird.

        Diese Feinheiten, Fußfesseln und Fallgruben sollte sich Mühe geben, nicht außer Acht zu lassen, wer schneidige literarkritische Urteile fällen möchte.

        Meine Meinung!

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        • Avatar von jj jj sagt:

          Was Sie daraus lesen, allerhand, nur nicht zutreffend. Über den Kommentar von Prof. Rommel freue ich mich natürlich. Hinter Ihrer Missdeutung steckt natürlich Kalkül, die die Moral meines Blogs böswillig unterminieren will. Netter Versuch. Lg jj

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        • Avatar von Klaus Bruns Klaus Bruns sagt:

          tja otto berg, so hat jeder seine vereinsbrille. wann tragen sie keine? frau kalisch als zweiter mägde ? ein schrecklicher gedanke. schmunzeln.

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        • Avatar von Jens Kiesel Jens Kiesel sagt:

          Erinnert sehr an Verschwörungstheorie. Aber vielen Dank Herr Berg, ihre eigenwillige Interpretation hat hohen Unterhaltungswert.

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        • Avatar von Otto Berg Otto Berg sagt:

          Volker Schuster, Ihr alter ego, Herr Bruns, hatte Ihnen letzten Mittwoch den Rat gegeben, Sie sollten bitte nicht fortgesetzt von sich auf andere schließen. Nur, weil Sie einen Mitesser auf der Nasenspitze sitzen haben, brraucht das bei Herrn Kiesel noch lange nicht der Fall zu sein.

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        • Avatar von Otto Berg Otto Berg sagt:

          Wo ist die Verschwörung, wo die Theorie, Herr Kiesel?

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    3. Sehr geehrte Herren Ulrich Blanck, Hans-Herbert Jenckel und Ulf Reinhardt,

      am 22. August 2022 um 07:32 Uhr war bei ndr.de zu lesen:

      Seit drei Jahren besitzt der Wohnungskonzern Vonovia 700 Wohnungen im Lüneburger Stadtteil Kaltenmoor. Mieter klagen schon lange über Schimmel.

      Vgl. die Anfrage der SPD-Fraktion im Rat der Hansestadt Lüneburg vom 08. Juni 2022, eingegangen zu Händen der Verwaltung am 16. Juni 2022, um 11:47 Uhr:

      — Der „Immobilienkonzern Vonovia SE mit Sitz in Bochum ist Eigentümer von über 650 Wohnungen im Stadtteil Kaltenmoor.“ Der Bestand ist „Ende der 60ziger Jahre errichtet worden.“

      — „Der Vonovia gehören in Kaltenmoor 3 Parkhäuser mit über 400 mietbaren PKW-Stellplätzen. Keiner dieser Stellplätze ist mit einer E-Ladestation (Wallbox) ausgestattet.

      Siehe das Sammeldokument zu Vorlage – VO/10153/22 vom 23. Juni 2022 (rechts oben) hier.

      Und vorgestern „begrüßt“ Marianne Esders, im Lüneburger Stadtrat Vorsitzende der Gruppe Die PARTEI / Die Linke, für oder mit ihren Parteigenossen den (ihrer Ansicht nach) „überfälligen Vorschlag zum Rückkauf der Vonovia Wohnungen“. Unter diesem Bekenntnis hat „Lüneburg Aktuell“, genauer: der Mitarbeiter des Medienprodukts, CA am 20. Juni 2024 eine „Anmerkung“ gesetzt, die besagt:

      Kurz zur Einordnung: Es kann sich nicht, wie von den Linken geschrieben, um einen Rückkauf handeln. Die Häuser haben der Stadt nie gehört. Errichtet wurden sie vom damaligen Gewerkschaftskonzern Neue Heimat. Der ist allerdings lange Geschichte.

      Sehr kurz, würde ich sagen. Und statt Budda bei die Fischekens (eine Einordnung) zu geben, wird eine junge Dame vom hohen Ross herunter geschurigelt.

      Daher meine Frage:

      In wessen Besitz waren die „über 650 Wohnungen im Stadtteil Kaltenmoor“ plus die „3 Parkhäuser mit über 400 mietbaren PKW-Stellplätzen“ bis zum Eigentümerwechsel von 2019?

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    4. Avatar von Andreas Janowitz Andreas Janowitz sagt:

      Wenn Sie Glück haben, wird ihre Kleine diese Frage stellen.

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    5. Avatar von Otto Berg Otto Berg sagt:

      Es ist gekommen, wie (außer Jens Kiesel, Mädges treuestem Husar neben Cem Aksoy, Stefan Minks und Jörg Kohlstedt) alle Kommentatoren im ersten Quartal des Jahres vermutet haben: Flankiert von LGheute-Betreiber Ulf Stüwe und vom Lüneburg Aktuell-Kooperator Carlo Eggeling, möchte ‚Uns Ulrich‚ das Rad der Zeit zurückdrehen und seiner meistens (nicht immer) sehr klug, umsichtig und beherzt agierenden Nachfolgerin die hauptsächliche Schuld für die Probleme andichten, die er selbst (gegen besseren Rat) verursacht, zumindest mitverursacht oder eben nicht hinreichend zu verringern gewusst hat: Die fatale Avacon-Abhängigkeit (mit der daraus resultierenden Netz-, Wärme-, Strom-, Wasser bzw. alarmierenden, von ihm bis zuletzt abgestrittenen Grundwasserproblematik), Wohnungsnot, Schlaglochstraßen, Innenstadtverödung, Immobilienkatastrophe in Kaltenmoor, ÖPNV-Chaos usw.

      Karl Werner Müller fragte am 8. Februar 2024:

      Warum arbeitet ein ganz großer ehemaliger Oberbürgermeister so hart daran, als ganz kleiner ehemaliger Ex-Oberbürgermeister in Erinnerung zu bleiben?

      Ich frage mich zum wiederholten Male: Warum versucht er nicht diskret, das – allein durch sein Verschulden – beschädigte Vertrauen zur Amtsinhaberin zu reparieren und (um der Stadt Bestes willen), ohne – allein medienerregendes – Gepolter vom Gestühl irgendeiner ersten Reihe im zweiten Rang herab, der OB und ihren Experten seinen fachlichen Rat (nicht seine Direktiven) zu vermitteln (nicht zu verordnen)? Frau Kalisch wäre m. E. gewiss die Letzte, die (nach einer ebenso unerlässlichen wie glaubhaften Entschuldigung Mädges) künftig sachorientiert von ihm vorgetragene, vernünftige Überlegungen in wichtigen Angelegenheiten nicht anhören und erwägen würde (wenn der Ehrenmann Mädge vertraulichen Umgang mit dem Besprochenen für jeden Fall, also auch für den zusicherte, dass seinen Konzepten und Empfehlungen anschließend nicht oder nicht auf der ganzen Linie entsprochen wird).

      Am 1. September sind in Sachsen und Thüringen, am 22. September in Brandenburg Landtagswahle und die Wahl zum 21. Deutschen Bundestag wird – vorbehaltlich einer vorzeitigen Auflösung des derzeitigen 20. Deutschen Bundestages – voraussichtlich im Frühherbst 2025 stattfinden.

      Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wird die FDP in keinem dieser Parlamente mehr vertreten sein. Aber auch, dass die SPD es in den Ländern Sachsen, Thüringen und Brandenburg nicht noch einmal über die Fünfprozenthürde schaffen wird, ist nicht auszuschließen. Das Ziel der Sozialdemokraten, bei den kommenden Bundestagswahlen zu einem zweistelligen Ergebnis zu gelangen, gilt derzeit als weit jenseits alles Erreichbaren. Dafür, dass die stümperhafte, von Geldskandalen und offenen Nachweisen beweinenswerter Inkompetenz einiger ihrer Minister begleitete Performance der derzeitigen Niedersächsischen Landesregierung (Kabinett Stephan Weil III) die Chancen der hiesigen Landes-SPD erhöht, im Herbst 2027 besser als ihre Genossen in den östlichen Bundesländern dazustehen, spricht nicht allzu viel.

      Soll es in Lüneburg ebenfalls, – bis alles in Scherben liegt – , nur darum gehen, wer im laut klirrenden Hauen und Stechen (zur Belustigung des zahlenmageren Krakeel-Publikums von fünftklassigen Online-Portalen) obsiegt? Oder wollen „wir“, die nicht Geistverlassenen, gegen die Pandemie des Scheiß-Egalismus, Hauptsache Me First dafür ringen, dass Ansprechbarkeit, Argumente und, ja, – Anstand, kurz: Vernunft und Gemeinsinn wieder zählen?

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