Patrick, der Bunker und die Vollkasko-Mentalität

Baustelle Rote Straße, Bunker-Abriss am Sand 1999.

Partielle Amnesie ist für Politiker ein Schutzschild, um nicht von der Vergangenheit eingeholt zu werden und ungestört zu Populismus und Märchenstunde überzugehen. In der Causa Baustelle Rote Straße treiben es Lokalpolitiker allerdings zu weit, wenn sie jetzt auch noch Entschädigungen für Geschäftsleute fordern. 

Wenn, dann für die Landeszeitung als Schmerzengeld fürs Drucken ihrer Forderung und natürlich für Sparkasse und Commerzbank am Platz für Einbußen am Geldautomat – da freue ich mich schon auf eine Gutschrift. 

Warum ist das so geschichtsvergessen, was manche Christdemokraten und Sozialdemokraten dort treiben? Weil vor noch gar nicht so langer Zeit der Platz Am Sande selber umgebaut wurde, und zwar ein gutes Jahr. Also kein Stadtfest, keine Bühne, kein Weihnachtsmarkt am Platz. An der Roten Straße dauert es voraussichtlich ein halbes Jahr inklusive Verlängerung. Nichts gegen Kritik an mangelnder Kommunikation dazu mit Anliegern, wohl aber gegen Populismus.

An der Roten Straße empören sich Lokalspitzen, dass weder die Stadt noch die Avacon wussten, was für ein Leitungschaos da im Untergrund liegt, das jetzt maßgeblich für Verzögerung am Bau sorgt. Als der Platz Am Sande Ende der 90er-Jahre umgebaut wurde, tauchte plötzlich beim Buddeln in der Mitte ein riesiger und dicker Nazi-Bunker auf, der sich fast von der Bäckerstraße bis zu Johanniskirche erstreckte. Wie stand es im Juni 1999 in der LZ: „Der städtische Tiefbauchef Erhard Busch hat gestern unter dem Platz Am Sande eine böse Überraschung erlebt: ‚Wir haben einen ganz anderen Bunker gefunden, als wir gedacht hatten.“ Viel größer ist er, mit rund 130 Metern mehr als dreimal so lang, wie es in den dürftigen Akten aus der Zeit kurz vor Kriegsende steht. Und die Decke besteht wider Erwarten aus Stahlbeton – das stellt den Abriß des Bunkers vor ungeahnte Hürden.‘“

Aber niemand wäre auf die Idee gekommen, Oberbürgermeister Ulrich Mädge dafür verantwortlich zu machen, dass damals die Aktenlage so dünne gewesen war und niemand rief „Entschädigung“.

Als die Verkehrsberuhigung in Lüneburg durchgeboxt wurde, da haben manche im Rat nur mitgezogen, weil der maßgebliche Dezernent versicherte, „das machen wir mit Bordmitteln“. Das allein der Platz am Sande vier Millionen Mark verschlang, ließ den Begriff „Bordmittel“ künftig im Rat zum Eckenbrüller werden. Und es folgten viele Millionen. Schlugen damals die Wellen über Oberbürgermeister Ulrich Mädge zusammen und drohten ihn wegzuspülen? Tatsächlich gewann er die nächste und die nächste und soweiter Wahl, weil er standhaft blieb und am Ende im Zeitplan. 

Dass in dem Zuge auch noch beim Busverkehr zum „Quantensprung“ angesetzt wurde, so der Geschäftsführer der KVG, sei nur am Rande erwähnt. Statt Sand, steuerte einige Linien künftig nur noch den Bahnhof als ZOB an. Umsteigen. Wo war der Behindertenbeirat? Und überhaupt: Was ist mit dem hässlich verbarrikadierten Bahnhof, warum wusste die Stadt nichts von den geheimnisvoll mäandernden Grundwasserströmen bei der Sanierung der Kanäle an der Bleckeder Landstraße, die alles in die Länge zogen, und wie oft will die Bahn dort die Brücken-Erneuerung noch verschieben?

Heute passt der Ruf nach Entschädigung in unsere Vollkasko-Mentalität, die keine Überraschungen und Verspätungen duldet und entschuldigt. Und einer, der sich zurzeit besonders hervortut, ist Partick Pietruck, der, wie Kai aus der Kiste, Themen identifiziert und den Staatsmann gibt.  

Welche Lüneburger Partei kann sich schon damit brüsten, eine veritable Online-Erfolgsmaschine im Rücken zu haben? Nur die CDU mit Pietruck als Chef der Mittelstandsvereinigung der Union und zugleich als ein Boss der preisgekrönten Marketing-Spezialisten von „Webnetz“. Er rührt aktuell auffällig in der Lokalpolitik mit, ob er sich nun als Fraktionschef oder OB-Kandidat warmläuft, bleibt sein Geheimnis. 

Vielleicht rollt er aber auch nur den Roten Teppich für seine gute Bekannte Anne Bauseneick aus. Die CDU-Landtagsabgeordnete revanchierte sich gerade und flocht Pietrucks Firma zum Gewinn des Mittelstandspreises einen Lorbeerkranz.

Der Hanseat allerdings sollte die ein oder andere Basisrecherche betreiben. Mit seinen Einlassungen zu Parkplätzen und jetzt zur Baustelle Rote Straße sorgt er mit dafür, dass sich zum Sommertheater der Politik auch ein Herbsttheater gesellt. 

Und den rührigen Auto-Park-Lobbisten sei gesagt: Ihre Altvorderen in CDU und SPD waren drauf und dran ganze Straßenzüge Lüneburgs zu schleifen für den Verkehr, dafür gab es Generalverkehrspläne, die eher Altstadt-Abbruchplänen glichen. Immerhin wurde rechtzeitig noch auf Vernunft umgeschaltet. Wenn’s interessiert, der kann diese Albträume hier nachlesen, ab Seite 9 in „Aufrisse“ des Arbeitskreises Lüneburger Altstadt.

Hans-Herbert Jenckel

Fotos: Ausriss LZ/jj

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6 Responses to Patrick, der Bunker und die Vollkasko-Mentalität

  1. Avatar von Erwin Habisch ezwoh sagt:

    An der Roten Straße dauert es jetzt länger als ein halbes Jahr. Das Kuddelmuddel unter der Oberfläche ist aber zu Zeiten entstanden, in denen SPD- oder CDU-Oberbürgermeister im Amt waren (ja, die gab es hier in Lüneburg auch mal… z.B. bei Verabschiedung des Verkehrsentwicklungsplans 1990 Jens Schreiber).

    Dass die Verkehrsberuhigung in Lüneburg von der SPD unter Oberbürgermeister Mädge durchgeboxt wurde, kann man angesichts des Agierens der SPD in den vergangenen drei Jahren kaum glauben.

    Sie sollte sich die Worte ihres Parteifreunds Peter Kurz zu Herzen nehmen. Populismus nützt weder CDU noch SPD oder FDP. Populismus treibt Wähler in die Arme der Parteien, deren erster Buchstabe am Anfang des Alphabets zu finden ist.
    In Lüneburg ist es bisher nur eine der Beiden.

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  2. Avatar von Jan Uwe Furhop Jan Uwe Furhop sagt:

    Hier ist etwas für unsere PS-Hofdamen, Parkplatzritter, NUMP-Skandalisierer und GRÜNEn-Basher:

    Unter dem Titel »Kampf an falschen Fronten?« lädt die Universitätsgesellschaft der Leuphana am Dienstag, 5. November 2024, um 19:00 Uhr zu einem öffentlichen Vortrag mit anschließender Möglichkeit zur Diskussion in das Foyer des Museum Lüneburg ein. (Um einen digitalen Einladungscode zu erhalten, sollten sich Interessierte bis zum Sonntag um 18 Uhr vor Veranstaltungsbeginn unter gf@ug-lg.de anmelden.)

    Worum geht es?

    Der Referent, Herr Prof. Dr. Thomas Wein, erläutert seine These, dass das

    auf europäischer Ebene geplante Verbot des Verkaufs von neuen Kraftfahrzeugen mit Verbrennermotoren ab 2035 (»Verbrenneraus«) und die Reform des deutschen Gebäudeenergiegesetzes (»Heizgesetz«) von Anfang dieses Jahres Haushalten vorschreibe, wie sie CO2-Emissionen im Verkehr und beim Heizen vermeiden sollen. Das Brennstoffemissionshandelsgesetz bzw. der Europäische Zertifikatshandel (ETS 2) werde nämlich genau diese Emissionen in den nächsten Jahren (drastisch) verteuern. Herr Professor Wein, ein Volkswirtschaftler, ist nun der Ansicht, dass Heizgesetz und Verbrenneraus »gesamtgesellschaftlich gesehen« unnötige Kosten erzeugten und »die Freiheit der Haushalte über Gebühr einschränkten«, ein (»richtig dimensionierter«) Zertifikatshandel reiche seiner Überzeugung nach völlig aus.

    Wozu dieser Handel ausreicht, was richtig dimensioniert eigentlich heißen soll und ob beides dem Wiedergewinn des Anschlusses an den unumkehrbaren Megatrend elektrifizierter Mobilität durch die deutsche Industrie und zugleich dem Erreichen der international vereinbarten Klimaziele dient, – diese Fragen bleiben einstweilen offen.

    Das unter anderen von Herrn Prof. Wein Behauptete stand auch im Mittelpunkt der Gesprächsrunde bei „Markus Lanz“ am 24. Oktober 2024, einer Debatte, die sich (in der ZDF-Mediathek) anzuschauen lohnt, um die Problematik der oben angedeuteten Überlegung zu begreifen (und um sich auf den Vortrag vorzubereiten). — Dort ist Christian Dürr zu sehen, ein hilflos radebrechender FDP-Fraktionschef, der ungefähr 50 Mal die nebulose Worthülse „Technologieoffenheit“ beschwört und ob seiner mangelden Kenntnisse und seiner gebrechlichen Argumente von Ex-VW-Vorstand Herbert Diess, der SZ-Journalistin Christina Kunkel und dem allgegenwärtigen Dr. Stefan Bratzel, einem »Autoexperten« mit eigenem »Autoinstitut«, praktisch die ganze Sendung hindurch ausgelacht wird:

    https://www.zdf.de/gesellschaft/markus-lanz/markus-lanz-vom-24-oktober-2024-102.html

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  3. Avatar von Otto Berg Otto Berg sagt:

    Ein Ex-Oberbürgermeister mit einem einstmals hohen, doch selbstverschuldet leider in Rekordgeschwindigkeit wegschmelzendem Ansehen händigt am laufenden Band auf einer lokalen rechtslastigen Online-Plattform unseriöse Vorschläge ein, an die er bei klarem Verstand wohl selbst nicht glauben kann. Mit einem Satz aus der Bergpredigt (Matthäus 7,3) möchte man den Mann fragen: „Warum suchst du den Splitter im Auge deiner Nachfolgerin, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht?“

    …..

    Herrn Pietruck, Herrn Kohlstedt und Herrn Mädge, von denen ich nicht glaube, dass bei ihnen Hopfen und Malz verloren ist, möchte ich empfehlen eine Warnung des ehemaligen Oberbürgermeisters der Stadt Mannheim zu beachten, die vergangenen Sonnabend, 19. Oktober 2024, in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erschienen ist.

    Dort machte Peter Kurz (SPD), der in der zweitgrößten Stadt Baden-Württembergs das Amt des Oberbürgermeister am 4. August 2007 antrat, der am 5. Juli 2015 im zweiten Wahlgang mit 52 % der Stimmen für eine zweite Amtszeit wiedergewählt wurde und der am 3. August 2023 nach 16 Jahren auf würdige Weise aus dem Amt ausschied, zunächst auf ein erstaunliches Faktum aufmerksam:

    In Deutschland sind mehr als zwei von drei Bürgern Stadtbewohner, insgesamt 60 Millionen Menschen. Unterschiedliche Lebenswelten, verschiedene Ansichten, Konflikte und Kompromisse – all das verdichtet sich in der Stadt, im Zusammenleben auf begrenztem Raum.

    Es liegt meines Erachtens auf der Hand, dass Missgunst, Geschrei und anhaltendes gegenseitiges Diskreditieren nicht die Vorgehensweisen sind, die in solchen Biotopen zu gütlichem Ausgleich beitragen geschweige denn zu einem gedeihlichen Miteinander führen können. Kurz‘ gedankenreiche Überlegungen enden mit dem Hinweis, dass wir alle zusammen politische Entwicklungen und zwar primär in übergeordneten Parteigremien beobachten, die nicht denkbar sind…

    … ohne eine massive Unterstützung durch einflussreiche mediale Stimmen, die vor allem die Idee der demokratischen Kompromiss- und Konsensbildung, Evidenzbasierung und den Widerstand gegen den Populismus attackieren. In der Kombination mit der in den sozialen Netzwerken betriebenen, von Steve Bannon skizzierten Strategie „Flooding the zone with shit“ erfolgt eine absichtsvolle Veränderung in der öffentlichen Debatte, die nicht nur in einer „Diskursverschiebung“ besteht, sondern den Diskurs im Sinne eines wägenden Austauschs von Argumenten möglichst beendet.

    Völlig dysfunktionale und spalterische sogenannte „Debatten“ sollen gerade den Raum für konstruktiven, lösungsorientierten Streit blockieren. Das ist eine einfache und attraktive Strategie für alle, die gestaltende Politik und einen funktionierenden und intervenierenden Staat als Bedrohung sehen.

    Zum Schluss resümiert der Sozialdemokrat:

    Wir werden sie jagen“ richtete sich vor allem an die CDU-geführte Bundesregierung. Ob dieses inhaltliche, von Kommentaren in einigen Zeitungen täglich unterstützte „Jagen“ nicht nur punktuell, sondern strukturell durch die Aufgabe von Grundwerten bei der CDU Erfolg hat, ist offen. Für die Zukunft der Demokratie in Deutschland fällt aber hier die Entscheidung: Bleibt die CDU die Partei, die zweiundfünfzig Jahre Regierungen in unserem Land mit einem klaren Bekenntnis zur Demokratie und zum „Kompromiss als Preis der Freiheit“ geführt hat?

    Die Zeichen mehren sich, dass daran einige in der CDU nicht mehr glauben, ihre Mandate und Funktionen aufgeben oder gar die Partei verlassen. Liberal-konservativen Menschen möchte man aber eher zurufen: Tretet ein! So wie sich Helmut Kohl früher Sorgen um die Demokratie im Osten mit Blick auf die Schwäche der SPD gemacht haben soll, muss man sich nun Sorgen machen um die CDU – und das liegt nicht an den Wahlergebnissen . . .

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    • Avatar von Malte Hübner Malte Hübner sagt:

      Ich hadere sehr mit diesem Thema. Aber wenn ich mir Analysen durchlese, warum beispielsweise die politische Spaltung in den USA in diesen sich selbst verstärkenden Strudel geraten ist oder warum in Europa der politische Diskurs immer populistischer wird, dann kristallisiert sich für mich immer wieder heraus, dass eine Partei, in der Regel auf konservativer Seite, die politischen Spielregeln bricht und die anderen Parteien Anstand und Höflichkeit wahren möchten, sich an die Regeln halten — aber an diesem Moment immer im Nachteil bleiben.

      Das sehen wir nun an Trump, der mittlerweile offenbar dazu übergegangen ist, permanent und ausschließlich zu lügen und Unsinn zu verbreiten, während Harris sich immer noch dem verpflichtet fühlt, was man einst als Wahrheit bezeichnete, aber hinsichtlich Aufmerksamkeit und Reichweite dramatisch im Nachteil ist.

      Und das sehe ich nun genauso hier in Deutschland, wo von AfD und Union mittlerweile auch sehr viel fragwürdiges Zeug in die gesellschaftlichen Netzwerke ventiliert wird, sei es dass Söders Hund eine Ausbildung hätte und Ricarda Lang nicht oder dass die Grünen das Auto verbieten wollen und das Fleisch und den Ölbrenner, irgendwas ist ja immer, irgendwas wird ja schon hängen bleiben. Populismus, Wut und leider auch Hass mobilisieren nunmal viel stärker, erwirken eine viel bessere Reichweite, machen auch viel mehr Spaß, so blöd das auch klingt.

      Und das sehe ich nun genauso hier in Lüneburg, als ich während des Europawahlkampfes in der Bäckerstraße am Stand einer eigentlich demokratischen Partei vorbeiging und in einem interessanten Gesprächsfetzen mithörte, was die Grünen denn alles verbieten wollten, wenn sie denn an der Macht wären, und das war erstens von vorne bis hinten mindestens verdreht, wenn nicht erlogen und zweitens Angstmacherei, weil das Europaparlament gewählt wurde und nicht der Bundes- oder Landtag, in dem solche Verbote beschlossen werden müssten.

      Und mein Eindruck ist jetzt im Moment, dass es falsch wäre, diesen politischen Mitstreitern weiterhin mit Höflichkeit und Anstand entgegen zu treten, weil ich das Gefühl habe, deren Wahlkampfgetöse damit zu legitimieren. Und ich finde, man darf Angehörigen anderer Parteien durchaus deutlich machen, dass man mit dem ganzen Populismus über ein angebliches Haustierverbot, das gerade im vollen Bewusstsein um den Schaden, der in unserer Demokratie mit so etwas angerichtet wird, in hunderten Sharepics immer und immer wieder durchs Netz getrieben wird, dass man diesen Populismus nicht duldet.

      Da kann ein kleines Löffelchen von der eigenen Medizin zur Versauung von Bauseneicks, Pietrucks und auch Mädges Unfug nicht schaden, finde ich.

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      • Avatar von Otto Berg Otto Berg sagt:

        Hallo, Herr Hübner,

        noch bevor ab dem 1. Februar 2016 die Vorwahlen begonnen hatten, in denen sich Trump weitgehend ungefährdet gegen eine Vielzahl von Mitbewerbern durchsetzte und am 26. Mai 2016 die Mehrheit der Delegiertenstimmen für den Nominierungsparteitag im Juli 2016 in Cleveland erreichte, auf dem er dann zum Präsidentschaftskandidaten der Republikaner gewählt wurde, prahlte er am 23. Januar 2016 im Sioux Center in Iowa:

        „Ich könnte mitten auf der Fifth Avenue [in New York City, Anm. O. B.] stehen und jemanden erschießen, und ich würde keine Wähler verlieren. Okay? Das ist irgendwie unglaublich.“ (vgl.: min:sec 0:7 bis 0:14 hier)

        Inzwischen scheint es ganz egal zu sein, was der Kerl sagt oder tut: Er verliert keine Wähler.

        Ein Artikel in The Economist (vom 20. Dezember 2023) berichtet, dass 30 Prozent der Amerikaner glauben, Gott habe Trump zum Präsidenten erkoren. (Der ließ die Gelegenheit nicht ungenutzt und begann sogleich, online Bibeln zum Stückpreis von 59,99 US-Dollar zu verkaufen.)

        Ganz so weit auf dem Weg zur Kanonisation durch ihre Wahljüngerschaft scheinen bisher weder Anna Bauseneick noch Partick Pietruck vorgerückt zu sein. Obgleich letzterer manchem (wenn er etwa lautstark insinuiert, gravierende Versäumnisse von Avacon-Chef Thomas Meyer seien aufs Konto von Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch zu buchen) als kommunalpolitisches Strategie-Genie gilt. — Und Herrn Mädge wird das erlittene Martyrium seines Amtsendes samt Nachweis eines heroischen Tugendgrades beim Ausscheiden als Voraussetzung für die Heiligsprechung nicht mehr helfen. Allenfalls könnte wohl Herr Pols ihm noch eine kleine leise Weise vom volatilen Wählervotum trällern.

        Ob Trump-Bibeln von den Genannten erworben wurden, weiß ich nicht. Doch dass sie online (oder analog) welche verkaufen wollen, möchte ich auch nicht ausschließen.

        ——-
        PS: Liege ich richtig, wenn ich annehme, dass Sie in Ihrem letzten Satz nicht der (deftigen) Versauung, sondern der Verdauung „von Bauseneicks, Pietrucks und auch Mädges Unfug“ mit einer Prise „von deren eigener Medizin“ zur Selbsterkenntnis fördernden Seite springen wollten?

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  4. Avatar von Erwin Habisch ezwoh sagt:

    Die geplante Abrissorgie wird im genannten Heft auf den Seiten 52-69 im Beitrag „Verkehrsplanung der Nachkriegszeit in Lüneburg – was uns an Verlust von Bausubstanz der Innenstadt und von Grünflächen erspart geblieben ist“ thematisiert.Bezeichnend ist der erste Satz: „Der nachstehende Artikel verdankt seine Entstehung der Ungläubigkeit und Neugierde des Verfassers.“Ich kenne (auch) noch den Kfz-Verkehr durch die Kleine Bäckerstraße und auf dem Platz Am Sande mit Parkplatz in der Mitte. Ohne nennenswerte Gehwege blieb in der Kleinen Bäckerstraße nur die Flucht in Hauseingänge oder in die Arkaden der Einhorn-Apotheke, wenn ein LKW angerauscht kam. Schön war das nicht und gefährlich obendrein.

    Sehnen sich CDU, SPD, FDP und Heiko Meyer danach zurück? Manchmal hat man den Eindruck…

    Bleibt noch die Frage, unter wessen Ägide das Leitungschaos in der Roten Straße gebaut worden ist… Hätte man damals eine ausreichende Bauüberwachung gehabt, wären uns die jetzigen Verzögerungen wohl erspart geblieben.

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