
Heute, am 14. Januar, vor 80 Jahren übergab der britische General Bishop im Traubensaal des Lüneburger Rathauses die Lizenz an die Verleger der LZ. Doch ohne den Presse-Offizier John Chaloner wäre die Landeszeitung am nächsten Tag, am 15. Januar 1946, nicht erschienen. Ohne ihn hätte auch die Geschichte des „Spiegel“ eine andere Wendung genommen. Chaloner war der Geburtshelfer der freien Presse in Niedersachsen, im grauen Nachkriegsdeutschland eine Lichtgestalt unter Journalisten. Zum 80. Geburtstag der Landeszeitung geht der Blick noch einmal zurück zu den Anfängen.
Ein Mann vom Fach
Chaloner ist der Spross einer britischen Verlegerfamilie, Absolvent der Elite-Militärakademie Sandhurst. Schon mit fünfzehn Jahren verfasst er seinen ersten Artikel für „The Boy‘s Own Paper“. Im Nordwesten Deutschlands wird John Seymour Chaloner als „Vater der Pressefreiheit“ gerühmt, ein Hoffnungsträger für alle, die nach dem Krieg wieder Zeitung machen und lesen wollen.
Unweit von Lüneburg, im Zelt von Generalfeldmarschall Montgomery auf dem Timeloberg, unterzeichnet am 4. Mai 1945 der deutsche Admiral Hans- Georg von Friedeburg die Teilkapitulation für Norddeutschland, Dänemark, Norwegen und die nördlichen Niederlande. Lüneburg ist in der Hand der Briten. Und Major Chaloner, erst Anfang zwanzig, ist ohne Frage eine der Schaltstellen für den Aufbau der freien Presse in der britischen Zone.
Wiedergeburt der freien Presse
Der Presse-Offizier hat in der Public Relations and Information Services Control (PRISC) die Aufgabe, nach Jahren der Gleichschaltung und Propaganda eine Zeitungslandschaft in Niedersachsen zu verwurzeln, die sich der Meinungsfreiheit, der Trennung von Nachricht und Kommentar verpflichtet fühlt. „Mit einer Schachtel Büroklammern, einem Jeep und zwei Sergeanten“ macht er sich an die Arbeit, wie er sich später erinnert. Er beweist guten Instinkt. Zu den ersten zarten Presse-Pflänzchen, die er setzt, gehört im Januar 1946 die Lüneburger Landeszeitung.

Der britische Presse-Missionar und Frauenschwarm residiert in Lüneburg in einer requirierten Vorstadt-Villa. Die erste Zeitung, die er in Lüneburg herausgibt, mit seinem Freund Ralph Kingsley, ist nicht die LZ, sondern schon am 7. August 1945 im beschlagnahmten Druckhaus der Familie von Stern die „Lüneburger Post“. Ein Blatt der alliierten Militärregierung. Für die Zeitungsproduktion spürt Chaloner vergessene Papierrollen auf, absolute Mangelware, lässt Rotationsmaschinen flottmachen oder beschlagnahmt Fahrzeuge für den Vertrieb.
Der Blick in bleiche Hungergesichter
Wie Chaloner das Nachkriegsdeutschland empfindet, zitiert Leo Brawand in seinem Buch „Der Spiegel – Ein Besatzungskind“: „Meine Uniform trennte mich von den Deutschen, die es vermieden, mir offen in die Augen zu sehen. Die wenigen, die es doch wagten, blickten vorwurfsvoll aus ihren bleichen Hungergesichtern. Jeder schleppte irgendetwas – einen Sack, ein Bündel Holz, schob einen Kinderwagen oder Handkarren, beladen mit verstaubtem, gerettetem Hausrat. In ihren Ruinen mussten sie von knapp tausend Kalorien am Tag leben, weniger als im nicht sehr weit gelegenen Konzentrationslager Bergen–Belsen, und ihnen dämmerte, dass Propagandaminister Goebbels ihnen nicht die Wahrheit gesagt hatte.“
Die Odyssee des ersten Chefredakteurs
In diesem Umfeld gute und unbelastete Journalisten für einen Neustart der freien Presse zu finden, erweist sich im Nachkriegsdeutschland als schwierig. Für Chaloner bleiben im Grunde nur die sehr Alten übrig sowie Überlebende aus Konzentrationslagern und die ganz Jungen, die direkt von der Schule in den Krieg ziehen mussten. Zudem sind Zeitungen nach angelsächsischem Vorbild in Deutschland per se keine Selbstgänger. Die Edelfedern lieben bisher die Nabelschau, die Melange aus Leitartikeln und Feuilletons und nicht die harten Nachrichten mit lästigen W-Fragen: Wer hat wann, was, wo, wie und warum getan? Ehemalige Schreiber mit NSDAP- oder SS-Vita sind tabu.










Der erste Chefredakteur
Chaloner schlägt für die LZ als Chefredakteur und einen von fünf Lizenzträgern Christoph Ernst Riggert vor. Er kommt aus der Wandervogel-Bewegung, hatte vor dem Krieg in der linken „Reformschmiede“ Harburg als Junglehrer gearbeitet, war Gewerkschaftssekretär, Sozialdemokrat und bis zur Flucht aus Nazi-Deutschland Chefredakteur der Zeitschrift „Der Volksschullehrer“.
Riggert warnte früh vor dem Krieg vor der Anfälligkeit gerade der Volksschullehrer für die NS-Ideologie, forderte in seiner Zeitschrift eine anti-faschistische Initiative. Die Gestapo verfolgte Riggert wie einen Kommunisten, er war mehrfach in Haft. Seine Zeitschrift wurde verboten, Lehrer dufte er nicht mehr sein. Deutschland war für ihn lebensgefährlich. Er wurde in der Not zum Nomaden: Über das Saargebiet floh er erst nach Straßburg, lebte kurz auch in der Schweiz.
Einen Journalisten mit so einer Biografie heuern die Briten gleich nach dem Krieg als politischen Redakteur für die „Lüneburger Post“ an. Und Riggert wird auch LZ-Lizenznehmer und Chefredakteur, bleibt aber nur bis 1949. Er zieht nach Hamburg und wandelt sich publizistisch zum Kalten Krieger, der für die Nato und die Wiederbewaffnung wirbt, wie es auf der Seite Harburger Geschichte und Geschichten heißt.
Der Fehlgriff
Neben Riggert sind Ernst Wiesemann, Walter Bergmann und Harald Buhmann als Lizenznehmer für die LZ an Bord. Und als zweiten Redakteur empfiehlt Chaloner einen hochgewachsenen, rothaarigen Journalisten: Heinz Diestelmann. Der besitzt eine Contax-Fotokamera, aber, was Chaloner nicht ahnt, auch eine fingierte Biografie. So unterläuft ihm gerade in Lüneburg bei seinen Befragungen und Prüfungen ein kapitaler Irrtum. Das wurmt ihn lange.
Leo Brawand schreibt in seinem Spiegel-Buch ein Kapitel über Chaloner und Lüneburg, über die LZ und über diesen Redakteur: Diestelmann war Angehöriger der SS-Leibstandarte Adolf Hitler, einige Zeit Offizier eines Erschießungskommandos in Frankreich gewesen und wurde seit Monaten als Kriegsverbrecher gesucht. „Er hat mich total zum Narren gehalten“, ärgert sich Chaloner noch beim Interview mit Brawand. „Sein Fragebogen war ein Sack voller Lügen.“ Dabei haben gerade Diestelmann und Chaloner auch privat Kontakt, sie reiten zusammmen, spielen Eishockey. Diestelmann wird, als alles auffliegt, nach Frankreich ausgeliefert.
(Anmerkung: Das Phantom des Blogs, Otto Berg, hat im Pressearchiv geforscht und entgegen der Annahme von Spiegel-Redakteur und -Autor Leo Brawand im Spiegel herausgefunden, dass Diestelmann, anders als hier beschrieben, nach Lüneburg doch noch als Chefredakteur Karriere gemacht habe und sogar kurz im Bundespresseamt gearbeitet habe, bevor er fristlos entlassen wurde, als seine Vergangenheit aufflog. Das ist wiederum auch ein Beleg für alte braune Seilschaften, die nach dem Krieg aktiv waren. Danke für Recherche. Hier geht es zur Quelle:👇
https://www.spiegel.de/politik/krach-in-abteilung-i-a-b724fe49-0002-0001-0000-000028958093
Die Geburtsstunde
Zur Lizenzvergabe für die LZ am 14. Januar kommt Genralmajor Bishop, Chef der britischen Informationskontrolle, höchstpersönlich gegen 14.30 Uhr in den Traubensaal des Lüneburger Rathauses, zitiert Goethes Faust: „Zu neuen Ufern lockt ein neuer Tag“ und verleiht Lizenz Nr. 3.
Bishop: „Solche Lizenzen zeigen die unwiderrufliche Absicht der britischen Militärregierung, dem deutschen Volke zum frühestmöglichen Zeitpunkt eine eigene freie Presse zu geben.“ Und was steht dort geschrieben? 1. Dass alle Gesetze, Verordnungen, Vorschriften und Anweisungen der Militärregierung befolgt werden. So frei ist die Presse in den Kinderjahren nach dem Krieg denn doch nicht. Das erinnert in Grundzügen doch eher ans zensierte Amtsblatt aus dem 19. Jahrhundert. Doch die LZ schwimmt sich schnell frei, so wie der forsche Rudolf Augstein mit dem Magazin „Diese Woche“ in Hannover, dem Vorläufer des „Spiegel“.
Der Brite und Lüneburg
Lüneburg schätzt Chaloner noch aus einem weiteren Grund: Hier hat er das erste Treffen von Chefredakteuren, Lizenzträgern und anderen Print- und Funk-Machern aus allen drei west- lichen Besatzungszonen organisiert. Der spätere Spiegel-Chef Rudolf Augstein sei ebenso in Lüneburg gewesen wie der große Axel Eggebrecht, wie Peter von Zahn oder der Nestor der deutschen Literaturwissenschaft, Hans Mayer.
Magazin mit Lüneburger Wurzeln
Die Zusammenkunft mit „markenfreiem“ guten Essens im Lüneburger Gasthaus „Zur Krone“ wollte „die Grundzüge einer neuen, demokratischen Medienpolitik aufzeigen und diskutieren“, schreibt Brawand. Und der unvergessene Lüneburg-45-Autor und LZ-Chefredakteur Helmut C. Pless erinnert, Chaloner habe beim Treffen „das Zeichen für den Start eines deutschen Nachrichtenmagazins nach angelsächsischem Muster gegeben“. In Lüneburg habe er über das Projekt mit Literatur-Papst Mayer und Augstein gesprochen, ein Markstein auf dem Weg zum „Spiegel“.
Nach seiner Ablösung als Pressechef in Hannover wird Chaloner PR- Berater des legendären Generalfeldmarschalls Montgomery im britischen Hauptquartier in Bad Oeynhausen. Später baut Chaloner in England einen Presseimport auf, schreibt Kinderbücher, verfasst Romane und züchtet Rinder. Medienkarriere wie Augstein, der ganz oben auf der Leiter steht, macht er nicht – er habe eher „am anderen Ende der Leiter“ gestanden, resümiert er einmal wehmütig.
Ein Verdienstkreuz als Dank
Seine Leistung im Nachkiegs-Deutschland schmälert das nicht. Für seine Verdienste als Geburtshelfer der Presse im Norden wird er 1990 in der Botschaft in London mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Er habe sich „um die Demokratisierung der deutschen Presse“ verdient gemacht. Die LZ schätzt Chaloner noch als Pensionär, sie sei eines seiner „kleinen Babys“, jenes Dutzend Zeitungen, die mit seiner Hilfe entstanden sind. Chaloner stirbt am 9. Februar 2007 im Alter von 82 Jahren in London im Stadtteil Borough of Wandsworth.
Hans-Herbert Jenckel
Titelfoto: John Chaloner, englischer Presseoffizier und SPIEGEL- und LZ-Initiator im requirierten Roadster des ehemaligen Außenministers Joachim von Ribbentrop 1946 in Hannover. Foto: Magazin DER SPIEGEL, genehmigt für Jubiläums-Story
Quellen: LZ, jj-Artikel, Helmut Pless „Lüneburg 45“, Der Spiegel, Leo Brawand: „Der Spiegel – ein Besatzungskind“, Harburger Geschichte und Geschichten „harbuch.de.
Das mag ja alles gut und richtig sein, aber das ist fast hundert Jahre her?! Hätten Sie seinerzeit einen ähnlichen Artikel verfasst, wären Sie ähnlich „aus der Zeit gefallen“? Oder können Sie mir erklären wieso heutzutage denkgestörte Politiker auf einen der oberen Plätze an „Beliebtheit“ kommen? Nein …
Göbbels hätte seine wahre Freude an den „sozialen“ Medien und ihren falschen schlichten Meinungsprotzen. Hauptsache man behauptet etwas nur lange und beharrlich genung und schon wird es zur „Wahrheit“.Diese Gefühlspolitik, diese behauptung sachlich falscher „gefülhter“ Wahrheiten wird nicht wieder verschwinden?! Völlig egal wie irre, geisteskrank oder offensichtlich schwachsinnig die Behauptungen: hauptsache die eigene „gefühlte Wahrheit“ bleibt unangetastet.
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Geehrter Herr Janowitz,
Ihre Social Media-Kritik klingt auch ein wenig verschnarcht.
Da ich auch selbst immer wieder davon betroffen war, weiß ich: Schlafprobleme löst man nicht einfach so über Nacht.
Jetzt fassen wir uns mal alle an der Hand und gratulieren Hans-Herbert Jenckel zum Neununddreißigsten. Heute ist sein Geburtstag!
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Nach meiner Meinung kann nur ein öffentlich rechtlicher Tageszeitungssektor, fern von Kapitalisierungs-Interessen, einen qualitativ hochwertigen und vielseitigen Journalismus garantieren.
Heppi Börßdäi jj.
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Wenig beeinduckende AfD Jungschar.
Früher war alles besser.
Da wurden Spione verfolgt und Feinde mussten die Justiz fürchten. MAD und BND waren wenigstens „bemüht“ oder versuchten diesen Anschein zu wahren.
Das schöne dabei bleibt das Verkacken an sich: die Folgen der schwachsinnigen Ansichten, die ich verhöhnend, nur noch in Anfängen erdulden muss.
Dieser geistig behinderte, rechtsradikale Müll von „in die gene“, „freiformation“, dieser Zonenfunk von „Weichreite“ , „GEZwungen zur Wahrheit“ oder „kitchen news“, das Weichbirnen TV Format dessen mangelnder Inhalt RTL2 als intelektuell „anspruchsvoll“ durchgingen liesse muss ich nur noch belächeln, als den Müll der er ist. Die Folgen diese Durchfalls dürfen die Reichseigenen Genwerke in voller Blüte durchleben.
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Vielen Dank für Ihren Ratschlag, Andreas Janowitz.
Meine Antwort finden Sie hier.
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Herr Janowitz neigt zu drastischen Urteilen, aber hat er deshalb schon Unrecht?
Während Herr Fahrenwaldt sich nach „öffentlich rechtlichen“ Staatsorganen wie den Völkischen Beobachter, das Neue Deutschland oder die Prawda als „Leitmedien“ zu sehnen scheint, soll die Zukunft der Presse für moderne Zeitungsmacher elektronisch sein. Ihren idealen Kunden stellt man sich in „Medienhäusern“ als „Homo digitalis“ vor. Der wünscht – angeblich – , jederzeit auf ein geradezu unendliches Spektrum von Nachrichten zugreifen zu können, um sich möglichst vielseitig zu informieren, zieht es – tatsächlich – als realer Kunde in der Regel aber vor, in einseitig kuratierten Echokammern zu vegetieren.
Wer bis Sonntag vergangener Woche die historische „Tankstelle“ der Galerie Judin besuche, ein Ausstellungsraum hinter einer Kraftstoffzapfanlage aus den 1950er-Jahren an der Bülowstraße 18 im Berliner Bezirk Tempelhof-Schöneberg, der (w, m, d) traf nicht auf Menschen, sondern auf Bestien. Und die sitzen beispielsweise am Frühstückstisch. Brutal zugerichtet, mit klaffenden Wunden am ganzen Körper, so scheint es, hängen sie mit der Gabel über dem Spiegelei. Statt einer Tasse Kaffee liegt da das Smartphone neben dem Teller. Grell flackernd, ständig in Bereitschaft, sie mit den trivialsten Informationen ruhigzustellen, bis selbst die gewöhnlichste aller Handlungen zum Kraftakt wird: die Gabel zum Mund bewegen, kauen, schlucken.
Was auf den ersten Blick wie Sequenzen aus Body-Horror-Filmen wirkt, sind in den Bildern des rumänischen Malers Adrian Ghenie Szenen des Alltags. Sein Gemälde „The Breakfast“ etwa drückt ein Unbehagen aus, eine Idee, was passiert, wenn wir uns komplett den digitalen Stimulanzen hingeben. Die Bestien, das sind wir Menschen im Zeitalter der „Hirnfäule“.
2024 wurde „brain rot“ von Oxford University Press, Herausgeber des Oxford English Dictionary, zum Wort des Jahres gekürt. Für die Juroren beschrieb der Begriff „minderwertige, wertlose Inhalte in sozialen Medien und im Internet sowie die daraus resultierenden negativen Auswirkungen auf Einzelpersonen und die Gesellschaft“ (siehe: „Why ‘brain rot’?“). Wissenschaftlich ist der Vorgang oft so beschrieben worden: Die endlosen, permanent verfügbaren Schleifen von kürzesten Videos („Shorts“) auf Plattformen wie YouTube, Tiktok und Instagram machen ihre Nutzer süchtig und unempfänglich für konzentriertes Arbeiten oder gedanklichen Austausch. Die Folgen dieser digitalen Abhängigkeit setzt Adrian Ghenie künstlerisch um. Die Körper seiner Figuren sind deformierte Gebilde, oft buchstäblich verwachsen mit ihren Smartphones, Tablets, Laptops – dort, wo Augen, Mund und Nase sein sollen, sind Fratzen aus Hautwülsten. Und wo zwischenmenschliche Beziehungen stattfinden könnten, tauchen immer wieder Endgeräte auf.
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Lieber Herr Jenckel,
eine schön erzählte Geschichte.
Doch scheint mir die unternehmungslustige Zuversicht eines John Chaloner ebenso aus der Zeit gefallen wie die begeisterungsbeseelte Power eines Hans-Herbert Jenckel.
In der Landeszeitung lese ich heute, Die Elbfähre „Tanja“ fährt wieder nach Plan und Manuel Becker, unser phantasievoller neuer Chefredakteur, verspricht, indem er zitiert:
Ein Aufstieg in Sachen Qualität wäre gewiss eine feine Sache, aber wird sich der Abstieg in Sachen Quantität dadurch noch aufhalten lassen?
An der folgenden Aufstellung ist zu sehen, dass der Sinkflug der LZ sich fortsetzt. Seit der Jahrtausendwende sind Auflage und Verkauf deutlich abgeschmiert. Die gedruckten Exemplare um 66 Prozent, Print und E-Paper zusammen um 56 Prozent. Das Hinzutreten des digitalen Angebots hat den Abwärtstrend nicht aufhalten, allenfalls geringfügig verlangsamen können. Seit dem Ausscheiden von JJ am Ende des vierten Quartals 2018 bis heute ging es noch einmal knapp 30 Prozent weiter nach unten. Seit dem Ausscheiden von Herrn Lühr am Ende des zweiten Quartals 2024 bis heute waren es, trotz der E-Paper-Verdoppelung insgesamt weitere 3 Prozent, da der Print-Verkauf im gleichen Zeitraum um 15 Prozent einbrach. Man reibt sich die Augen, muss aber erkennen, auch ein Sven Fricke kocht nur mit Wasser.
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Druckaufl. (Mo-Sa), davon verkauft + e·paper = Gesamt (Mo-Sa)
1990, 4. Quart.: 40.819 (vk: 35.807 Expl. + E-Pp.: 0.000 = Ges.: 35.807)
2000, 1. Quart.: 37.299 (vk: 35.507 Expl. + E-Pp.: 0.000 = Ges.: 35.507)
2000, 4. Quart.: 37.411 (vk: 35.514 Expl. + E-Pp.: 0.000 = Ges.: 35.514)
2018, 4. Quart.: 27.779 (vk: 26.154 Expl. + E-Pp.: 1.935 = Ges.: 28.089)
2022, 1. Quart.: 25.407 (vk: 23.800 Expl. + E-Pp.: 1.721 = Ges.: 25.521)
2024, 2. Quart.: 19.606 (vk: 18.384 Expl. + E-Pp.: 2.357 = Ges.: 20.741)
2025, 3. Quart.: 16.786 (vk: 15.582 Expl. + E-Pp.: 4.551 = Ges.: 20.133)
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Manuel Becker will…
„Die deutschen Leser“? Wieso nicht einfach „die Leser“?
Apropos „die umgebende Welt“, erinnern wir uns:
Heute vor 40 Jahren, am 16. Januar 1986 scheiterten die Anträge von SPD und Grünen, den Umweltschutz als Staatsziel ins Grundgesetz aufzunehmen, an der Haltung der CDU/CSU.
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Folglich mag es wohl sein, dass die Erinnerung das einzige Paradies ist, aus dem wir nicht vertrieben werden können (vgl. den letzten Satz in Spalte 3 auf Seite 14, hier), dies aber auf das darin Erinnerte selbst (Winterlandschaften, Treppenhäuser mit grauem Holzhandlauf, Absatzrekorde) keineswegs zutrifft und natürlich schon lange nicht auf all jene Erinnerungen, die keinen Garten Eden zum Inhalt haben (Verlagshistorien, Ritterkreuzträger, LTI-Vokabular).
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Die kumulierten „Klimawandelfolgekosten“ allein der letzten 25 Jahre betragen in Deutschland 150 Milliarden Euro. Die Prognose für die nächsten 25 Jahre lautet, dass weitere 900 Milliarden Euro hinzukommen werden.
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