Faseln in Lüneburgs Notstandsgebiet Kultur

Déjà-vu. Lüneburgs Kulturszene als Notstandsgebiet. Das hat uns 2023, Anfang 24 mächtig in Bann gezogen. Zum Glück linderten Sponsoren und temporäre Zugeständnisse von Gesellschaftern und Land die Not. An der grundsätzlich prekären Finanzlage des Theaters hat sich jedoch weiterhin nichts geändert. Nicht nur daran erinnert jetzt Lüneburgs bester Kulturkenner, Hans-Martin Koch. Außer den üblichen gravitätischen Leerformeln von den „konstruktiven Gesprächen“ ist wenig passiert, es ist nur schlimmer geworden.

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Olle Wahlplakate und Shootingstar Marco

Sie kuscheln wieder mit uns, wie alle paar Jahre, fragen, wo uns der Schuh drückt. Aber vor allem grüßen sie uns als Pappkameraden und Pappkameradinnen von den Masten der Straßenlaternen und erschrecken uns auf Plakatwänden, groß wie Tischtennisplatten, an Kreiseln und Kreuzungen. Das sieht oft nicht nur schlecht oder ramponiert aus, sondern auch überflüssig. Nach der Wahlrechtsreform bin ich jetzt entschieden für eine Wahlwerbungsreform. 

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Über Schulden klagen, aber Prioritäten falsch setzen

Lüneburgs Alt-Oberbürgermeister Ulrich Mädge stufte Investitionen immer nach einem Dreiklang ein: notwendig, nützlich, angenehm. Fehlte das Geld, rutschten Position 2 und 3 auf die Warteliste. Und ob Audimax, Arena oder Elbbrücke, keine von dreien schafft es generell in die Kategorie „notwendig“. Dafür aber verschlingen sie viele, viele Millionen.

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80 Jahre danach, wie Lüneburg und das Land in der Aufklärung versagten

Feldmarschall Montgomery und Admiral von Friedeburg unterzeichnen auf dem Titemeloberg die Teilkapitulation der Wehrmacht. Repro: jj

Wo immer in der Welt Gräueltaten zu beklagen sind, wird in Deutschland von Politikern lückenlose Aufklärung gefordert. Doch 80 Jahre nach Kriegsende und mehr als 90 Jahre nach dem Beginn der unfassbaren Mordexzesse des Nazi-Regimes sollten gerade die Deutschen etwas leiser sein. Denn die Mörder und ihre Helfer waren nach Kriegsende lange unter uns, gedeckt von Tätern, die wieder in Ämtern waren, und Mitläufern, die Schlüsselposition in der jungen Bundesrepublik einnahmen. 

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Wir holpern uns durch Lüneburgs Gassen

Die Lüneburger Innenstadt ist ein Pflaster-Flickenteppich zwischen holprig, historisch und schön und grottenhässlich und platt. Gerade das Historische beklagt die Arbeitsgemeinschaft „Lüneburg zu Fuß“ sei für alle, die mit Rollator, Kinderwagen oder Rollkoffer unterwegs seien, ein Hindernis. Das ist nicht neu. Aber stellen Sie sich Lüneburg einmal platt durchgepflastert vor.

Lüneburg zieht Hunderttausende Touristen und Millionen Kaufkundschaft an, die das Flair zwischen Giebel und Gassen genießen. Sie kommen nicht wegen der Waschbetonplatten in der Apothekenstraße oder Unteren Schrangenstraße, wegen der Plattentristesse in den großen Fußgängerzonen.

Die Touristen kommen wegen der holprigen historischen Altstadt, der wunderschönen Plätze Am Sande, am Stintmarkt oder des holperigen Marktplatzes mit Rathaus, der über zwei diagonal verlaufende Platten-Furten doch ganz gut zu Fuß überquert werden kann. Sie spülen Geld in die Kassen von Gastronomie und Hotelerie. Wenn nun die AG „Lüneburg zu Fuß“ beklagt, an Markttagen, also mittwochs und sonnabends am Morgen versperrten Stände Furten. Dann ist das doch eher ein temporäres Phänomen.

Die Kaufkundschaft kommt trotz des beklagten Leerstandes wegen der immer noch guten Händler-Vielfalt. Sie kommen gerade aus Winsen und Uelzen und aus Hamburg angereist, weil Lüneburg eben einfach mehr Charme hat. Und gerade deswegen könnte Lüneburg als kleinere, aber lebendige Stadt für die Ansiedlung von Filialen weiter attraktiv sein. Denn die gehen nur noch in gut frequentierte Städte.

Und ja, es gibt viele Stolperfallen. Sie denkmalgerecht zu gätten, aber ist für eine Stadt mit tiefroten Haushalten auf die Schnelle kaum möglich. Und die Klage und die Berichte sind nicht neu, es ist wohl auch eher das stete Erinnern.

Lüneburgs Pflaster ist heute ein Kulturgeschichte für sich, zwischen Irrungen und Wirrungen des letzten Jahrhunderts, Historischem und gelungener Modernisierung.

Und vielleicht hätte die Stadt in den 90er-Jahren, als sie den Platz Am Sande neu pflasterte, doch auf den damaligen Baudezernenten hören und gesägten Granit verlegen sollen, das wäre für Fußgänger und Radfahrer weitaus angenehmer, wäre allerdings auch schwindelerregend teuer geworden. 

Das wirklich historische Kopfsteinpflaster wie auf dem Marktplatz steht zum Glück unter Denkmalschutz. Und überall, wo heute nachgebessert wird, finden sich auch Lösungen, teure Lösungen im Kopfsteinplfaster durch geglättete Steine. Das beste Beispiel ist die sanierte Salzstraße am Wasser. Da gibt es, kaum sichtbar, eine Furt für Radfahrer neben dem Bürgersteig, da holpert nichts, auch für Rollatoren geeignet. Allerdings hatte auch das seinen Preis.

Und so ist und bleibt die Frage des Pflasters ein Bermudadreieck zwischen Historie, behindertengerecht und Kosten, in dem mancher Wunsch verschluckt wird. 

Hans-Herbert Jenckel

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Die Jahrhundert-Brücke hat das Zeug zum Mahnmal

Die Grünen haben eine schwurbelige Anfrage zum Vergleich Kosten Elbbrücke vs. Fähre gestellt und den Landkreis Lüneburg genötigt, für eine Kalkulation den Finger in die Luft zu halten.  

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Tamme, mein Lieblingsfotograf für Reportagen, macht Schluss

Ein Flug von München nach Sarajevo mit der Transall ist sehr laut und lang.

Er hat die Gabe, im richtigen Augenblick auf den Auslöser zu drücken. Seine Porträts zeichnen oft mehr Lebenslinien als die Story dazu. Nach Jahrzehnten, in denen er, gemeinsam mit seinem „t&w“-Partner Hans-Jürgen Wege, das Gesicht der Landeszeitung mit seinen Fotos geprägt hat, macht Andreas Tamme Schluss.

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Lüneburgs Museen: Mehr Salz wagen

Salzsieden in LG.

Das Ende naht. Ich werfe zwei Schlaglichter auf 2024. Wir starten mit Museen. Schließlich öffnet als viertes bald das Kant-Museum, rund satte acht Millionen Euro teuer. Dabei ist Lüneburg schon für drei Museen zu klein.

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Wo ein totes Pferd über die Brücke reitet

Sie ist ein Ladenhüter, alle paar Wochen ist sie eine Schlagzeile wert. Und in Zeiten tiefroter Zahlen in den öffentlichen Haushalten können wir es knapp machen. Die Grünen, entschiedene Gegner einer Elbbrücke bei Neu Darchau, haben jetzt beim potenziellen Bauherrn, dem Landkreis Lüneburg, angefragt, ob der überhaupt die Unterhaltungskosten für so eine Brücke stemmen könne. Das ist eine völlig irrelevante Frage. 

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Warum Wagenknecht nicht die Erbin Brandts ist

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:W.brandt.jpg
Willy Brandt. Foto: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:W.brandt.jpg

In der Frage, wie der Angriffskrieg Putins auf die Ukraine beendet werden könnte, berufen sich Sahra Wagenknecht und andere Linke auf Willy Brandt. Zu Unrecht, sagt der Alt-Lüneburger und Historiker Dr. Bernd Rother. Willy Brandt habe wenig zu tun mit dem Bild, das sich manche heute von ihm herbeifantasieren. Dr. Rohter gehört heue der Blog. Und er holt aus und rückt das Brandt-Bild mancher Politiker zurecht: „Jede Zeit will eigene Antworten.“ Genau da hilft ein Blick auf Brandts Denken.

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