CDU-Pols is back

Lüneburg, 18. Februar 2017

Der Lüneburger Christdemokrat Eckhard Pols mag manchmal unberechenbar sein, launisch und auch ruppig. Dafür ist er vor zwei Jahren abgestraft worden, als Fraktionschef im Rat und als Kreisvorsitzender aus dem Amt gedrängt worden. 

Er war fortan Solist. Die Partei in Lüneburg hatte ihn ausgemustert. Und manche sagen, er habe sich im Osten seines Wahlkreises, im Wendland, wohler gefühlt als in seiner alten Heimat Lüneburg.

Aber Pols ist back, er hat es Freitagabend beim lokalen Parteitag dem CDU-Kreisvorstand gezeigt, er hat seine beiden Konkurrenten im Wahlkreis Lüneburg/Lüchow-Dannenberg um das Direktmandat bei der Bundestagswahl im Herbst ganz alt aussehen lassen. Die waren einfach schlecht gecoacht.

Nicht einmal der Beschluss des Kreisvortandes, die Kandidaten-Präsentation und -Befragung hinter verschlossenen Türen abzuhalten, hatte bei den Mitgliedern Bestand. Sie haben dem Vorstand vielmehr indirekt zweimal das Misstrauen ausgesprochen: Sie haben seinen Beschluss überstimmt und sie haben nicht für die extra aufgefahrene Konkurrenz gestimmt, sondern für Pols.

Unterm Strich: Die CDU steht da, wo sie vor gut zwei Jahren stand, als sie MdB Pols demontierte. Jetzt muss sich dieser Vorstand fragen, was er überhaupt besser gemacht hat, oder die Konsequenzen nach dieser Schlappe ziehen.

Eckhard Pols muss seinen zweiten Frühling nutzen und auf die Partei zugehen. Als Einzelkämpfer ist ein Bundestagsmandat hier nicht zu gewinnen. Das schaffte nur die grüne Kultfigur Ströbele in Kreuzberg. Und von Kult ist Pols noch ein gutes Stück entfernt.

Hans-Herbert Jenckel

Über jj

Journalist, Dipl.-Kaufmann
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13 Antworten zu CDU-Pols is back

  1. Klaus Bruns schreibt:

    wenn die spd nochmal auf den leim von gerhard schröder und der cdu landet,war es das mit der spd. sie wird nie wieder über 20% kommen. der irrtum der spd liegt daran, sie glaubt nicht genug konservativ zu sein, dass es das gegenteil sein könnte, ist den seeheimern bis jetzt nicht eingefallen. warum wohl? selbst konservativer, als die cdu. dabei reicht eine cdu völlig. warum ist dieses bei der spd so schwer zu begreifen? ein steiner von der lz sieht dieses natürlich ganz anders.

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    • Ingolf März schreibt:

      Sehr geehrter Herr Bruns,

      Sie schreiben: „ein steiner von der lz sieht dieses natürlich ganz anders“, aber Herr Eckhard Pols, der für uns im Bundestag sitzt (daher „MdB“!), sieht eine mögliche Fusion der IHK Lüneburg-Wolfsburg mit der IHK Braunschweig mehr als kritisch!!

      Pols erklärt: „Alles andere führt in meinen Augen in die falsche Richtung. Der alte Regierungsbezirk Lüneburg würde eine weitere Institution verlieren. Ich bin der Meinung, dass die IHK Lüneburg-Wolfsburg, zumal sie größer ist als die IHK Braunschweig, das Heft des Handelns in der Hand behaltensollte. Die erste Geige spielt Lüneburg und nicht Braunschweig. Ich hatte schon die Fusion der Handwerkskammer Lüneburg-Stade mit Braunschweig für nicht notwendig erachtet, was sich meiner Meinung nach heute auch noch bewahrheitet. Zum Glück aber konnte hingegen die Fusion der Sparkasse Lüneburg mit der Sparkasse Harburg-Buxtehude erfolgreich von der CDU verhindert werden“!!! (http://www.pols-cdu.de/presse/pols_mdb_pm_062017.pdf)

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  2. Klaus Bruns schreibt:

    nur mal so am rande, da ändert auch kein pols daran.
    Zitat:Viele Unternehmen an der ehemaligen Grenze haben sich nach dem Fall des Eisernen Vorhangs auf der Jagd nach noch größeren Fördertöpfen verabschiedet.
    Hier ist Bayern gemeint. Das Gleiche ist aber auch im Landkreis Lüneburg passiert. Geschenke an die Wirtschaft dürfte danach mit Nachhaltigkeit nichts zu tun haben. Die CDU und die SPD haben einen Wirtschaftsflügel , der ist so groß, dass beim Fliegen sich immer nur im Kreis bewegt wird. Eigentlich könnten die Steuerzahler direkt die Arbeitsplätze subventionieren. Wozu braucht man da sogenannte Unternehmer?

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    • Claas schreibt:

      Hallo Herr Bruns, Ihr dadaistisches Manifest erinnert mich an eine kleine Meldung vom Wochenende: Unangenehmes widerfuhr nämlich einem vierzigjährigen Adendorfer vergangenen Donnerstag in der Buchhandlung Vogel in Reppenstedt: Er war im Zuge des Hineinschmökerns in einen Krimi an einer falsch gesetzten Interpunktion eine Weile verweilt, wodurch sein Lesefluß ins Stocken geriet und er sich in weiterer Folge hoffnungslos im Text verirrte und letzten Endes ganz und gar verlorenging. Nachdem er sich stundenlang durch ein Dickicht von herabhängenden Halbsätzen gehangelt hatte, mußte er sich gegen 23 Uhr seine hoffnungslose Lage eingestehen. Die Nacht verbrachte er schließlich zusammengerollt unter dem Klappentext des Schutzumschlags, zugedeckt nur mit einer notdürftig zusammengestrickten Decke aus Adverbien. Am nächsten Morgen konnte der stark fröstelnde Mann von einem Einsatzkommando der Feuerwehr aus seiner Notlage befreit werden.

      War es ungefähr das, was Sie der Blog-Community mitteilen wolten, Herr Bruns?

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  3. Peter Luths schreibt:

    Stand wie vor zwei Jahren? Mitnichten!
    Es hat sich als klug erwiesen, die Führung der Kreis-CDU in andere Hände zu geben und von Mandatsträgern unabhängig zu besetzen. Nur so konnten – mit ersten zarten Erfolgen bei der Kommunalwahl – Strukturen, Verantwortlichkeiten und Kommunikationswege in der Partei auf Kreis- und Ortsverbandsebene erfolgreich revitalisiert werden, wie es einem Mandatsträger wegen der vielfältigen Aufgaben und Rücksichtnahmen nicht vergleichbar möglich gewesen wäre.
    Hätte man einiges besser machen können? Natürlich! Ein lernendes System wird seine Schlüsse daraus ziehen.

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    • Juliane schreibt:

      Was trotz allem für Eckhard Pols spricht:

      + Er hat nie seine Ideale verraten

      + Er behauptet gar nicht erst, politische Phantasie zu besitzen

      + Er arbeitet, obwohl er sich problemlos krankschreiben lassen könnte

      + Er interessiert sich nicht für Moderne Kunst

      + Er hat sich nie heimlich mit Wladimir Schirinowski oder Klaus Bruns getroffen

      + Scheinheiligkeit ist seine Sache nicht

      + Lästerliche Leserbriefe über Parteifreunde würde er nie auf LZ-Online posten

      + Er hat sich bisher nicht positiv zur Musik von Matthias Schweighöfer geäußert

      + Er neigt nicht zu undifferenziertem Antiamerikanismus

      + Er ist kein Karnevalist

      + Er sagt, wen er mag: „Niels, den großen Blonden mit der schwarzen Seele“

      + Er hat eine klare Botschaft: „Nonstop me!“

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  4. Gunter Petersen schreibt:

    Der runde Bernd und sein getreuer Ecki betreiben die Restauration und plagiieren die güldene Zeit vor ihren schmählichen Niederlagen, aber: http://jv-modellbau.de/wp-content/gallery/diverses/waechter_2_wahrscheinlich_guckt_wieder_kein_schwein_300dpi.jpg

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    • Rainer Mencke schreibt:

      Übringens kommt Restauration von Essen – es war Restaurierung oder Neuauflage gemeint !

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      • Gunter Petersen schreibt:

        „Mit dem historischen Fachbegriff Restauration (lateinisch restaurare ‚wiederherstellen‘) bezeichnet man allgemein die Wiederherstellung eines politischen Zustandes, in der Regel die Wiedereinsetzung einer alten Dynastie, die im Zuge einer Revolution beseitigt worden ist.“ → https://de.wikipedia.org/wiki/Restauration_(Geschichte)

        „Als Restaurierung bezeichnet man die Wiederherstellung eines alten Zustandes, welcher oft im Laufe der Zeit verloren gegangen ist. Die an einer Restaurierung zu beteiligenden Fachgebiete richten sich nach den zu restaurierenden Objekten (z. B. Tafelbilder, Wandmalereien, archäologische Funde, Musikinstrumente, Oldtimer, Filme), den verwendeten Materialien (Holz, Textilien, Malfarben, Stein, Keramik, Papier, Leder, Metall, Glas) und den angewendeten Techniken.“ → https://de.wikipedia.org/wiki/Restaurierung

        Im Übrigen haben wir uns mit diesem Austausch beide verdient, uns einbilden zu dürfen in der großartigen Handzeichnung von Herrn Klaus Bruns aus Reppenstedt antizipiert und mitgemeint gewesen zu sein 😉 : https://www.titanic-magazin.de/fileadmin/content/Postkarten/170217_Stellung.jpg

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      • Hans-Werner Harms schreibt:

        Reiner Mencke und Gunter Petersen,

        Sie sind vielleicht zwei lustige Vögel. Steinhauer und Zimmerer? Ich bin Dreher und Werkzeugmacher und ebenfalls ein Liebhaber der Richtigstellung. So nehmet auch mich zum Genossen an: Ich sei, gewährt mir die Bitte, In eurem Bunde der Dritte!

        Denn ich glaube, als Herr Mencke vom Essen gesprochen hat, meinte er nicht die Worte „Restauration“ oder „Restaurierung“, sondern die Bezeichnung „Restaurant“, d. h. ein Gasthaus wie etwa die ländlich vornehme „Wassermühle Heiligenthal“, in welcher Bernd Althusmann am 2. Oktober des zurückliegenden Jahres, dem Erntedanktag, nach dem Gottesdienst in der Gutskapelle vor Pastor Andreas Zachmann und rund hundert anderen Kennern, Genießern und Feinschmeckern, die bei einer reichhaltigen Vesper schlemmten und – während sie im Saal Erlesenstes zu sich nahmen und fidel mit ihrem Jade Silk Geschirr aus der Preußisch Königlich privilegierten Porzellanfabrik Tettau klapperten – den besonderen Worten eines besonderen Referenten lauschten, dem damals noch bloß designierten Spitzenkandidaten des CDU-Landesverbandes für das Amt des niedersächsischen Ministerpräsidenten nämlich, als dieser feierlich verkündete und gelobte, wenn er dermaleinst Landesvorsitzender und Spitzenkandidat für die niedersächsische Landtagswahl werde, indem er z. B. in der CDU-Hochburg Wahlkreis Seevetal kandidiere („Mein Herz gehört dem Landkreis Harburg“, so Althusmann vor 14 Tagen im Kreiszeitung-Wochenblatt), dann wolle er da – in Seevetal – auch langfristig mit seiner Familie leben und wohnen, weil er sich gerne um „die Menschen vor Ort“ kümmern möchte. Siehe: https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/367578-politische-einsicht-in-der-wueste

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      • Mechthild Schülke schreibt:

        „…, weil er sich gerne um die Menschen vor Ort kümmern möchte.“

        Ich bin sicher, die warten dort schon alle ganz ungeduldig darauf, daß Althusmann ihnen morgens um Viertel nach sechs in der Dorfbäckerei Soetebier beim Brötchenholen gutgelaunt in die Wangen kneift, ihnen beim Gehen die Ladentür aufhält und sie durch einen ermunternden Popoklaps im Vorbeihuschen ihr jeweiliges Tagwerk wie neugeboren angehen läßt.

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  5. Ossarek Bruns schreibt:

    War es doch die Systemfrage des Sieges für den Kandidaten „Glaubt ihr denn nicht, dass der liebe Gott katholisch ist?“

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  6. Rainer Mencke schreibt:

    Er war niemals weg und die CDU – Basis vertraut ihm ! Wünschen wir ihm ein gutes Händchen in Berlin zum Vorteil unserer Region.

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