Die IHK und der Pulsschlag der Patrioten

Lüneburg 12. September 2017

Wer in alte Strukturen eingreift, der braucht nicht nur gute Argumente, der muss auch den Pulsschlag der Lokalpatrioten fühlen, sie überzeugen und verdammt gut kommunizieren. Die Lüneburger Industrie- und Handelskammer ist damit gescheitert beim Fusions- oder Konföderatíons-Versuch mit den Braunschweigern.Die Verantwortlichen haben unterschätzt, dass gegen Lokalpatriotismus der Pragmatismus meistens den Kürzeren zieht. Sie hätten vielleicht einmal studieren sollen, warum in Lüneburg eine Sparkassen-Fusion und eine Gebietsreform gescheitert sind. (In beiden Fällen natürlich zum Glück). Auch da fehlte die Kommunikation. Unter den Fusions-Kritikern waren jetzt Schwergewichte, die sich mit gescheiterten Fusionen bestens auskennen und die wussten, welche Register sie ziehen mussten.

Und gerade die Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg, die dem gemeinen Mann auf der Straße eh ein Mysterium ist und deren Kompetenzen selbst manchen Lokalpolitikern nicht gegenwärtig sind, hätte es besser wissen müssen.

Schließlich muss sie sich seit Jahren als Autobahn-Lobby-Verein oder als Zwangs-Debattier-Club von Kritikern titulieren lassen. Tatsächlich leistet die Kammer, ob bei Existenzgründung, als Sprachrohr der Wirtschaft, als Ausbildungs-Kammer oder Experte in Rechtsfragen, gute Basisarbeit.

Und ja, sie ist nicht die Interessen-Vertretung von Rotbauchunken und Haubenlerchen, sondern von Logistikern, Produzenten und Händlern. Und ja, sie poliert seit Jahren das einst verstaubte Image. Und ja, es sind eben alte, also auch verkrustete Strukturen. Daran hat sich jetzt Präsident Kahle zerrieben. Sein Rücktritt ist konsequent und geradlinig. Und das hat im Vergleich zum heute bevorzugten Aussitzen und Wegducken Seltenheitswert und verdient Respekt.

Hans-Herbert Jenckel

Über jj

Journalist, Dipl.-Kaufmann
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15 Antworten zu Die IHK und der Pulsschlag der Patrioten

  1. Klaus Bruns schreibt:

    Alfred Breloh
    ich glaube , ich verstehe es nicht, worum es ihnen geht. ablenkung? welche ecke meinen sie?

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    • AK Demiker schreibt:

      Zusammen mit einigen Freunden habe ich jetzt einen Verein gegründet, zu dem nur Personen zugelassen werden, die ein hohes Bildungsniveau mit einem fatalen Faible für flache Wortwitze in sich vereinen. Der Name für den Zirkel war schnell gefunden.

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  2. Der Teufel kommt auf die Erde der IHK Lüneburg (bejagte Wolfsburg) zu und will natürlich Böses tun und die schöne Liddy dem bösen Freiherrn von Mordax in die Hände spielen, welcher dafür dreizehn Schneidergesellen ermorden soll. Der Schulmeister des Ortes und der wegen seiner Hässlichkeit keine Chancen bei Liddy sehende Mollfels versuchen, die Intrige zu vereiteln.
    Gallerie:
    Sehen Lokalpatrioten sich als Anhänger des „eisernen Kanzlers Bismarck“?. Zieren Gemälde des Reichsgründers die Büros der IHK und ihrer Schwergewichte, so wie ihrer Lokalpatrioten?.
    Schweigt die Industrie- und Handelskammer zu Lüneburg zu den Gründen?
    Besetzung:
    Baron von Haldungen
    Liddy, seine Nichte
    Herr von Wernthal
    Freiherr von Mordax
    Rattengift
    Der Schulmeister
    Tobies
    Gottliebchen
    Gretchen
    Konrad
    Vier Naturhistoriker
    Der Teufel
    Seine Großmutter
    Kaiser Nero
    Grabbe
    Bühnenbild, Kostüme
    Beleuchtung, Ton
    Souffleuse
    Plakat
    Regie und Leitung?

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  3. Klaus Bruns schreibt:

    Lieber Herr Jenckel, ihre Aussage:Tatsächlich leistet die Kammer, ob bei Existenzgründung, als Sprachrohr der Wirtschaft, als Ausbildungs-Kammer oder Experte in Rechtsfragen, gute Basisarbeit.
    ich weiß ja nicht, woher sie diese erkenntnis und wann sie diese gewonnen haben, es muss wohl schon sehr lange her sein. ich habe durch die hintertür einen sehr guten draht zur ihk. sie würden sich wahrscheinlich wundern. haben sie eigentlich die künstlerische leistung der ihk vergessen, als es um ihre rente ging? mehr in rente verdienen, als bei der arbeit, ist doch auch eine anerkennenswerte leistung, oder? aber um des lieben friedenswillen, sollten sie mich hier nicht erscheinen lassen.

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  4. Klaus Bruns schreibt:

    ich nehme an, es liegt an der ominösen zivilcourage und dem echo, wenn sie gezeigt wird. da ich ja hier hausverbot bekommen habe, dank meiner aussage,hier nicht mehr zu erscheinen, muss ich mein geschwätz von gestern wohl widerrufen, um hier wieder erscheinen zu dürfen. schmunzeln. ob die ihk aus patrioten besteht, dürfte stark bezweifelt werden, es sind meiner meinung nach nur überbezahlte lobbyisten, die für eine bestimmte klientel stimmung machen soll. die cdu wird sich doch nicht mit wirtschaftslobbyisten überwerfen wollen, oder? wer soll ihr dann noch das spielgeld für die politik geben?

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  5. Erich Petersen schreibt:

    Lieber Herr Jenckel,

    gerade hatte ich die saftige und gut gesalzene IHK-Kritik von Rechtsanwalt Peter Luths, dem Kreisvorsitzenden und Landesvorstandsmitglied der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU/CSU, gelesen, in welcher er dem Lüneburger Hauptgeschäftsführer Zeinert und seinem bereits demissionierten Präsidenten Kahle – zu Recht – ihre unklare, zu großen Teilen verdeckte und saumäßig „kommunizierte“ Arkanpolitik in Sachen „Fusion“ und/oder „Konföderation“ vorhält, — da ist dieser scharfe Vorstoß aus dem einen Lobbylager in das gegnerische hinein auch schon wieder aus Ihrer Kommentarspalte verschwunden. Warum das, Herr Jenckel? Muss umtoupiert und zurechtgeföhnt werden? Oder ertönte gar ein scharfer, missvergnügter Pfiff aus Heiligenthal?

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    • jj schreibt:

      Herr Luths hat darauf bestanden, dass sein Kommentar gelöscht wird. Warum? Da fragen Sie Ihn besser selber. Ich weiß es nicht. LG hhjenckel

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    • Werner Müller schreibt:

      Hallo Herr Jenckel,

      Peter Ringer schrieb gestern Mittag: Sie, der Online-Chef, verneigten „sich vor Olaf Kahle, einem Helden des Rückzugs, dessen geradlinige Konsequenz“ Ihnen „mit Blick auf das dickfällige Aussitzen und Wegducken anderer Verantwortlicher“ imponiere. (https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/1042671-ihk-lueneburg-wolfsburg-ruecktritt-kahle#comment-110401)

      Wenn Sie vorsichtiger vornehm formulieren, heute werde das Aussitzen und Wegducken „bevorzugt“, denken Sie dabei auch an Michael Zeinert, der als IHK-Hauptgeschäftsführer und „Kompetenzbereichsleiter Kommunikation“, also als „strategischer“ Steuermann, doch wohl weit stärker für das jetztige Desaster verantwortlich ist als sein Frühstücksdirektor und Kapitänspräsident, die gerade ausgeschiedene Galionsfigur Olaf Kahle?

      Oder schwebten Ihnen beim Tippen Ihres diplomatisch eingepackten Ratschlages als Adressaten gleich alle folgenden vier freundlichen Spreng- und Schießberechtigten aus unseren beiden vor allem mit sich selbst beschäftigten Unterhaltungskammern vor?

      http://www.standort38.de/Portaldata/1/Resources/iload/preview/3cb072a8-1e68-425e-adb9-ec545cef3549.jpg

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      • jj schreibt:

        Nein, ich denke nur, dass ein Dinosaurier nicht dadurch an Beweglichkeit gewinnt, dass man ihn mit einem zweiten Dinosaurier paart. Und das schon gar nicht als mehr oder minder verdeckte Kommandosache. Da wird durchgestochen. Das hätte jeder wissen und einkalkulieren müssen.

        Die Strukturen des. 20. Jahrhundert, und das gilt für die IHK und gerade auch für unsere Branche, wollen nicht mehr auf die sich atemraubend wandelnde Welt, gerade Arbeits- und Industriewelt, des 21. Jahrhunderts passen. Das überfordert viele. Auch hoch bezahlte Manager.

        Wir erleben das gerade und mit Schrecken als Zuschauer in der Autoindustrie. Die Bosse reden vom Wandel und feiern auf der Automesse in Frankfurt SUVs, die aussehen, als wenn es in der urbanen Welt nur Sandpisten und keinen Asphalt gäbe. Diese Panzer machen mir eher Angst. Und ich frage mich, was ihr Kohorten-Auftreten noch für Signale sendet.

        Und nein, ich denke nicht an Herrn Zeinert. Wir sind oft nicht einer Meinung, aber als rückwärtsgewandt kenne ich ihn nicht. Lg jj

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    • Peter Luths schreibt:

      Ihre haltlosen Mutmaßungen nerven, Herr Petersen.
      Nachdem ich einem ersten Impuls gefolgt war, der möglichen Deutung Hans-Herbert Jenckels („Die Verantwortlichen haben unterschätzt, dass gegen Lokalpatriotismus der Pragmatismus meistens den Kürzeren zieht.“) entgegenzutreten, die Fusionsbefürworter hätten pragmatisch gehandelt, gewann etwas anderes die Oberhand. Nicht zuletzt, um den aktuellen Akteuren unserer IHK solche unkundigen Interpretationen und Missdeutungen wie die Ihre zu ersparen, habe ich gebeten, meinen Beitrag wieder herauszunehmen.
      Soweit Sie meinen, ich hätte einzelnen von Ihnen benannten Personen etwas vorgehalten, trifft das nicht zu; Namen habe ich nicht genannt, sondern nur das Vorgehen der Fusions-Protagonisten kritisiert angesichts der zentrifugalen Kräfte im Kammergebiet und der daraus resultierenden voneinander abweichenden lokalpatriotischen Interessen. Öffentlich ist als Fusionist allein der zurückgetretene Präsident Olaf Kahle in Erscheinung getreten.
      Ich habe vielmehr deutlich gemacht, dass wir in Lüneburg – durchaus lokalpatriotisch – froh darüber sein können, wie es sich gefügt hat, und dass man das in Wolfsburg sicherlich anders sehen wird. Und dass ich hoffe, dass mit den IHKn Braunschweig, aber auch Stade, Hamburg und Hannover Kooperationen ausgelotet werden, wo das sinnvoll ist. Dafür wünsche ich den aktuellen IHK-Akteuren viel Erfolg, selbstverständlich und ausdrücklich unter Einschluss des Hauptgeschäftsführers Michael Zeinert.
      Pfiff aus Heiligenthal? Lächerlich!

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      • Erich Petersen schreibt:

        Schade nur, lieber Herr Luths, dass Sie nun, wie ich und alle anderen Leser auch, interpretatorische Rechtfertigungsexegese an einem Text betreiben, den niemand kennen KANN, weil nach dem Löschen erfolgte Korrekturen und „Anpassungen“ darin ebenso wenig auszuschließen sind wie Ihre nachgereichten Selbstdeutungen sich vom Ruch der „moderierenden“ Lesartendistribution niemals werden befreien lassen.

        Und Hamburg? Warum sagen Sie oder einer der vier IHK-Zampanos nicht endlich, dass es den zwirbelbärtig parfümierten Kammerherrenreitern bei der geplanten elefantösen Bezirksausdehnungshochzeit NUR darum zu tun war, 1.) dem Schicksal der Hanseartigen aus der Weltstadt zu entgehen und 2.) im Dachverband (DIHK) der Pizzabudenfraktion aus Ich-AGlern etwas an aristokratischem Stimmengewicht entgegen zu setzen. Die ganze Veranstaltung war ein Kraftakt der prophylaktischen Restauration, welcher an Muckischwund gescheitert ist. Das Gerede von „Lokalpatriotismus“ und „geostrategischen“ Notwendigkeiten ist der pure Unsinn. Es knarzt gewaltig im Kammergebälk. Und die Gründe für den nicht nur bei uns drohenden Kladderadatsch sind hausgemacht – seit mehr als fünfzig Jahren.

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      • Klaus Bruns schreibt:

        na, na, na, Herr Luths
        nichts gegen lokalpatriotismus, die frage ist immer nur, für wen und für was. sie sind natürlich ein fan der ihk, ich nicht mehr. sie kennen mich nicht persönlich, ich sie auch nicht. sie haben ihre erfahrungen, natürlich positiver art, schließlich(cdu) ,ich hatte persönlich andere erlebnisse mit dieser institution. die ihk hat nur eines im sinn, ihre schlagkraft durch fusion, oder ähnliches zu erhöhen, um noch mehr politik zu betreiben und den wirtschaftsnahen parteien dabei behilflich sein zu können. man will den eigenen marktwert erhöhen. so funktioniert nun mal kapitalismus,oder? im sinne von a aus afrika? ! schmunzeln.

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      • Alfred Breloh schreibt:

        Hallo Klaus Bruns,sie gestatten? nicht das es zuviel nonsens wird, schmunzel. sie haben sehr gute fragen gestellt? wer bestimmt hier, was sehr gut ist? ich hätte nichts dagegen, wenn herr luths antwortet. nur, was soll es bringen? eine zufriedenheit in dieser runde? wie soll das möglich sein? es allen recht machen? tatsächlich seine ehrliche meinung zum schafott tragen? zur volksbelustigung? Zitat:Sie können sich noch so oft vor dem einfach davonmarschierenden Ratsherren in den kotigen Rinnstein werfen, damit er trockenen Fußes über die Straße kommt. verrät der satz nicht hier schon alles? mein hund hat hin und wieder auch eine anwandlung. er ist dann auf krawall gebürstet. ihre geliebten sehr guten fragen kommen so wie mir scheint , alle aus der gleichen ecke. sie vergessen hier was, ich bin kein cdu-anhänger, ich bin überhaupt kein anhänger, aber riechen, wenn es stinkt, kann ich dadurch besonders gut. ich glaube , mit herrn luths haben siich die alten protagonisten aus der cdu ein bequemes opfer gesucht, um noch bequemer ihr ränkespiel zu betreiben. ha ha, die liebe politik ist so einfach zu durchschauen. aus der zweiten reihe überraschend zuschlagen , ist einfach der knaller. schmunzel hobbypolitiker geben immer eine schwache flanke für den angriff frei. egal , ob er von der opposition kommt, oder aus den eigenen reihen. sie siehe es ja hier, trolle bemühen sich da in jeder hinsicht.

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    • Werner Müller schreibt:

      Da haben Sie recht, Herr Jenckel. Die selbstgefällige Blasenblindheit der Autobosse ist wohl das grellste und beängstigendste Zeichen von intrinsischer Lernunfähigkeit seitdem die Segelschiffbauer in der Mitte des 19. Jahrhunderts die Überlegenheit der Dampfschiffe nicht wahrhaben wollten.

      1869 wurde der Suez-Kanals eröffnet. Er verbindet das Mittelmeer mit dem Roten Meer. Schiffe auf dem Weg von Europa nach Asien mussten nicht mehr um das Kap der Guten Hoffnung fahren. Die Klipper hatten davon allerdings nichts: Denn die Windverhältnisse im Roten Meer waren so schwierig, dass sie weiterhin die alte Route fahren mussten – und nach China doppelt so lange wie Dampfer brauchten: 127 statt 60 Tage.

      Trotzdem brüstete sich die todgeweihte Industrie (inklusive ihrer Claqueure in ihren großen „Interessenverbänden“) im selben Jahr mit der „Cutty Sark“ (32 Segel, der Großmast war 44,5 Meter hoch, Segelfläche 3.000 Quadratmeter, Höchstgeschwindigkeit mehr als 17 Knoten) das schnellste Lastschiff der Welt gebaut zu haben. Zum damals astronomischen Preis von 20.223 Pfund Stirling für knapp 1.000 Bruttoregistertonnen. Die „Cutty Sark“ sollte zum „Symbol der Übermacht des Britischen Empire auf den Weltmeeren“ werden.

      Dass die Klipper zumindest für einige Jahre überhaupt noch konkurrenzfähig blieben, hatten sie vor allem skeptischen Teetrinkern zu verdanken. Sie glaubten, dass von Dampfschiffen transportierter Tee einen unguten Beigeschmack bekommt.

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