Die Westumgehung, der Griff in die Mobilitäts-Mottenkiste

Lüneburg, 24. Mai 2018

Der Lüneburger Westen ist verstopft, zu viel Verkehr. Da wird wieder über die Westumfahrung Lüneuburgs sinniert. Blog.jj heute mal mit laufenden Bildern.

Hans-Herbert Jenckel

Über jj

Journalist, Dipl.-Kaufmann
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8 Antworten zu Die Westumgehung, der Griff in die Mobilitäts-Mottenkiste

  1. Klaus Bruns schreibt:

    noch darf gelacht werden. von verkehrsvermeidung schreibe ich schon seit jahren, nur wen interessiert es? die lobbyisten, die mit beton und asphalt ihr geld auf kosten der steuerzahler scheffeln, amüsieren sich. nicht mal in der lage, vorhandene strassen zu reparieren,wenn es anfällt. vom räumen im winter ganz zu schweigen, aber immer mehr strassen bauen wollen. wer der wirtschaft ständig solche geschenke macht, muss sich nicht wundern, wenn er bald nichts mehr zu essen hat, wo anbauen? der mensch wird durch die größte umweltverschmutzung auf der erde, den lärm, krank. scheint egal zu sein, es gibt ja eh genug von ihnen. verkehrsvermeidung wäre auch hier angebracht. .die bischhöfe leben es offiziell vor. schmunzeln. hamburg will ein neues stadtteil bauen, für ca.25000 menschen. für wenige wird es ein geschäft,für die natur bestimmt nicht. und wir haben nur die eine. wo soll das enden?

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  2. Friedhelm Feldhaus schreibt:

    Ich freue mich über den klugen Kommentar von jj zur Diskussion über die Mobilität in Lüneburg. Ich freue mich auch, dass Herr Mencke erkennt, dass die Ausweisung von Baugebieten Konsequenzen für die Verkehrssituation hat. Umso irritierter bin ich, dass die SPD – im Fahrwasser des Oberbürgermeisters – sich seit Jahren gegen ein Stadtentwicklungskonzept wehrt. Ein solches Konzept erfasst die Ist-Situation in Lüneburg und formuliert Ziele für die Stadtentwicklung. Dabei wird Wohnungs- und Gewerbeentwicklung, Mobilität, Energieversorgung, Grünflächen, soziale Infrastruktur etc. zusammen gedacht und aufeinander abgestimmt. In Lüneburg hingegen wird seit Jahr und Tag in Häppchen gedacht und in Häppchen geplant. Und was bekommt man dann? Häppchen, aber keine Stadt. Jedes Unternehmen plant seine Zukunft und legt fest, wie man die formulierten Ziele erreichen will. Lüneburg hingegen reagiert auf zufällige Opportunitäten. Wenn die Stadt die Chancen ihrer privilegierten Lage und Situation zum Wohle aller nutzen will, dann muss sie agieren, statt immer nur zu reagieren! Dann muss man auch nicht über die Lösungen jammern, die man vor 20 Jahren verpasst hat. Hätte, hätte…

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    • jj schreibt:

      Und ich freue mich, dass so gute Kommentatoren am Start sind. Ich glaube, die Fragen: wie viel, wie, wo und vor allem mit welchen Konsequenzen? verdient eine öffentliche Diskussion- ich kümmere mich. LG

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    • Zu Singular. Unternehmen haben immer realistische Ziele? Insbesondere das Wohl ihrer Mitarbeiter im Auge? Mitbestimmungsrechte an den Zielen? Soziale Mitverantwortung der Gesellschaft oder ihren Bürgern gegenüber? Tauchen diese in den Zielen auf? Ein Gemeinwohl-Ziel würde mir genügen… Bitte jetzt kein Non-Profit-Center benennen Herr Feldhaus.

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    • Michael Recha schreibt:

      „Dabei wird Wohnungs- und Gewerbeentwicklung, Mobilität, Energieversorgung, Grünflächen, soziale Infrastruktur etc. zusammen gedacht und aufeinander abgestimmt.“

      Sehr geehrter Herr Feldhaus,
      als Immobilienfachjournalist wissen Sie doch bestens, dass in einem Integrierten Stadtentwicklungskonzept auch „Verkehrsflächen und Versorgungsleitungen“ enthalten sein müssen – just Straßenflächen fehlen jedoch in Ihrer Auflistung. Im Zusammenhang mit Herrn Jenckels Video-Kommentar kann dies kein Versehen sein.

      Ja, vernünftige Siedlungsentwicklung und Verkehrsinfrastruktur versucht motorisierten Individualverkehr zu vermeiden – aber Verkehr zu verbieten oder zu drosseln, das ist niemals Ziel für eine urbane, lebendige, agile Gesellschaft. Auch kenne ich – so leid es mir tut – keinerlei verkehrstechnische Revolution, die dies bislang jemals geschafft hätte, Herr Jenckel, wenn wir einmal die Situation im bitterarmen Nordkorea außer Acht lassen, wo Verkehr sehr umweltfreundlich weitgehend zu Fuß oder mit Pferdewagen erfolgen… muss.

      Wer weiteren Wohnraum schaffen will – und da wüsste ich nicht, wer dies in Lüneburg derzeit nicht will – der muss auch das Straßennetz mitentwickeln. Dazu gehört, dass man Verkehrsplaner die Ausgangssituation analysieren und Szenarien entwickeln lässt. Anhand von Entwurfsplänen für die Ergänzung der Siedlungsgebiete auch durch Wasser-/Abwassernetze, Stromversorgung, Straßenanbindung kann man dann diskutieren. Ich wüsste nicht, wie Sie mit längst überholten Planungen aus den 1970er Jahren, und ohne seitdem jeglicher Weiterentwicklung des Hauptverkehrsstraßennetzes
      im Stadtgebiet Lüneburg, eine Aussage treffen können, was jetzt nötig ist, und was nicht einmal analysiert oder entworfen werden darf – da Sie ja bereits wissen, dass wir Vekehrsmittel und Verkehrswege „revolutionieren“ werden.

      Ich fahre täglich Fahrrad und Bahn, besitze gar kein Auto. Aber niemals würde ich behaupten, dass wir die Autos vor Schulen und Kinderkrippen jetzt wegrevolutionieren werden. Um 7.30 Uhr an einem regnerischen, windigen, kühlen Oktobermorgen ist die Anzahl der Radfahrer überschaubar. Und ab 20.30 Uhr fährt in Lüneburg kein Bus mehr.

      Eine gute Stadtplanung orientiert sich immer am Verlauf des Trampelpfades, wenn sie die benötigten Wege effektiv und effizient planen möchte… da können Sie noch so viele revolutionäre Verbote erlassen – jedes Hindernis wird umgangen, um den kürzesten und bequemsten Weg zu finden. Wir sollten die Verkehrsplaner endlich beauftragen, anstatt ihre Arbeit mit Meinungen oder Auslassungen von vorneherein verhindern zu wollen.

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      • Friedhelm Feldhaus schreibt:

        Hallo Herr Recha,
        Verkehrsflächen sind bei mir im Thema Mobilität enthalten und Versorgungsleitungen unter etc. Von revolutionären oder anderen Verboten kann ich nix finden in meinem Beitrag. Aber vergessen habe ich tatsächlich, dass ein Stadtentwicklungskonzept natürlich nur mit einer breiten Beteiligung der Bevölkerung funktionieren kann.

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  3. Mitschke schreibt:

    Wenn wir sachlich und nüchtern die letzten Jahre betrachten, wird eines schnell klar. Es werden nur noch Investoren bedient und das im ganz großen Stil. Bezahlen dafür werden die Bewohner der Hansestadt, denn die Lebensqualität wird weiter Absinken, die nachfolgende Generationen und die Natur, denn der ökologische Fußabdruck wird immer tiefer und größer. Nun werden auch noch politische Beschlüsse ignoriert, der Grüngürtel West und seine klimatischen Funktionen kleingeredet, Inhalte des 400.000€ teuren Landschaftsrahmenplanes ausgeblendet und Probleme nur gewogen um sie dann wegzuwiegen. Nun ist ja der OB ein alter Hase im Kommunalgeschäft, ein ausgemachter Stratege, der auf Grund der Flächenknappheit nun die letzte Bastion im Westen angreift und den Rest des Bauausschusses und später der Ratssitzung nur noch in Diskussionen verstricken muss und zum Abnicken inspirieren muss, damit letztendlich der Einstieg im Westen gelingt. Dass die Verkehrsprobleme sich exorbitant verschärfen werden, ist auch dem Strategen klar. Der Druck und die Unzufriedenheit beim Autofahrer und den Anwohnern wird stetig wachsen. Und dann fällt die Nord-Südtangente, die jetzt noch Grüngürtel heißt und eine verdächtige freie Schneise inne hat, ganz von allein dem öffentlichen Interesse.

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  4. Rainer Mencke schreibt:

    Der Verkehr nimmt zu, denn die Stadt und die Gemeinden im Umland wachsen – auch wenn die Mobilität sich in den kommenden Jahren durch neue Angebote verändern wird, werden immer Fahrzeuge unterwegs sein, ob nun mit Verbrennungs- oder Elektromotor. Kluge Konzepte (besserer öffentlicher Nahverkehr, Fahrradschnellwege usw.) sind für den West der Stadt nötig – eine Westumfahrung ist / wäre nur eine Möglichkeit die Innenstadt zu entlasten. Das Thema „Verkehr im Westen“ ist aufgrund der neuen Baugebiete (z.B. Vögelsen Süderfeld 3, Wienebütteler Weg usw.) sehr aktuell – das ist nicht Mottenkistenpolitik, sondern eine notwendige Diskussion ! Eigentlich hätte man bereits vor 20 Jahren Lösungen finden müssen – leider ist nichts passiert ! Wir dürfen die Augen nicht verschließen, denn das bringt uns bei der vorhandenen Verkehrssituation nicht weiter.

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