Raubbau

Die Menschen gruseln sich im Kino, wenn in einem Blockbuster mal wieder Aliens auftauchen, um die Erde zu erobern mit dem Ziel, die Menschheit zu vernichten und die Ressourcen kahl zu fressen und weiterzuziehen.

Nach und nach dämmert immer mehr Menschen, dass es sich um Selbstbetrug handelt und wir womöglich diese Aliens selber sind, die die Erde zu Grunde richten.

Ein schauriges Film-Beispiel dafür hat Lüneburgs Nabu-Chef Thomas Mitschke aufgenommen, als er am Hambacher Forst war, aus Solidarität mit dem Protestlern, die die Rodung des Waldes für den Braunkohle-Tagebau verhindern wollen.

Für Mitschke eigentlich nur ein weiterer Beispiel für unverantwortliches Handeln.

Spiegel zur Räumung im Hambacher Forst

Über jj

Journalist, Dipl.-Kaufmann
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11 Antworten zu Raubbau

  1. Klaus Bruns schreibt:

    „Warum zum Teufel interessiert ihr euch erst jetzt für den Hambacher Tagebau?“ sehr zu empfehlen
    https://www.jetzt.de/politik/grossdemonstration-im-hambacher-forst-pro-und-contra-zur-rodung

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  2. Heike schreibt:

    Die Politik bekommt im Hambacher Forst kalte Füße. Mit einem eiligen Gesprächsappell „an alle Beteiligten“ reagiert Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Laschet auf den gerichtlich erzwungenen Rodungsaufschub. Der CDU-Mann hatte ohnehin Sicherheitsabstand zwischen sich und den Energiekonzern RWE gelegt und stets darauf verwiesen, die Genehmigung zur Fortführung des Braunkohletagebaus hätten seine rot-grünen Vorgänger erteilt.

    Auch auf Hilfe von Bundeswirtschaftsminister Altmaier hofft RWE-Chef Rolf Schmitz vergebens. Er wünscht sich die Klarstellung, dass die aus Betriebsgründen kurzfristig nötige Rodung des Forsts nichts mit der Kommission zu tun haben solle, die den längerfristigen Ausstiegsplan aus der Braunkohle erarbeiten soll.

    RWE steht nun allein gegen Kohle- und Kapitalismuskritiker, die den Rechtsstaat bekanntlich nur respektieren, wenn er zu ihren Gunsten urteilt. Ansonsten besetzen sie Bäume, werfen Steine und mehr – im Gefühl, auf der „richtigen Seite der Geschichte“ zu stehen. Weicht die Politik vor dieser Anmaßung zurück, wird sie das in vielen Unternehmen Vertrauen kosten, nicht nur bei RWE. Doch ohne die Wirtschaft gibt es keinen Klimaschutz.

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    • Klaus Bruns schreibt:

      Heike
      RWE steht nun allein gegen Kohle- und Kapitalismuskritiker, die den Rechtsstaat bekanntlich nur respektieren, wenn er zu ihren Gunsten urteilt.
      starker tobak und sooo völlig daneben. wer der wirtschaft alles opfert, opfert sich zum schluss selbst. hier sollten nur tatsachen geschaffen werden. das gericht, was die rodung jetzt gestoppt hat, gehört ihrer meinung nach nicht zum rechtstaat?

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  3. Stefan schreibt:

    Was ist mit geistigem Raubbau und semantischer Umweltverschmutzung zwischen dem Hambacher Forst und dem Hasenburger Wald, Herr Janowitz? Interessieren sich Dr. Christine Negrini, Dr. Marita Hilgenstock und Dr. Jens Wiggershaus von der RWE Political Affairs & Corporate Responsibility auch dafür?

    Es fügt sich ja, kann man sagen, immer und grundsätzlich alles, und zwar ist es nicht angenehm, sich auf der aus multipel familiären Gründen unternommen Mehrstationenreise eine dicke Erkältung einzufangen, andernfalls hätte man aber im Hotel nicht kopflahm und ausführlich in den ausliegenden Regionalreklame-Magazinen geblättert und sich etwa über das so gut wie vollständig aus den Vokabeln „Trend“, „spannend“ und „Mädels“ zusammengesetzte Stadtwerbemagazin für „Remscheid, Wermelskirchen, Radevormwald, Hückeswagen“ gefreut. Bester Satz (aus der redaktionellen Werbestrecke für ein Pickup-Monster vom lokalen Renault-Händler): dass „alle Vorurteile gegenüber diesem beeindruckenden charmanten Riesen von vorgestern sind“. Wo nicht gar vom letzten Jahr.

    Und weil sich eben alles fügt, lese ich im Morgenblatt, dass die Konjunktur „brummt“ und Bully Herbig neuerdings DDR-Flucht-Filme dreht, in welchen aus Herbigs früherer komischer Subversion Sätze geworden sind wie „Wir hatten einen Traum!“ und „Ich will meine Kinder nicht verlieren!“. Was aber nichts macht, denn die Konjunktur brummt nun mal aus Gründen der Freiheit, und es ist die mittelständische Wirtschaft, die uns alle am Brummen hält und die von der Freiheit profitiert, zu sagen, was man will und freilich, um schlechterdings mitzuhalten, auch unbedingt muss: „Entspannte Drinks & szenige Weine … Genuss-Erlebnisse … das Genuss-Restaurant … Wohlfühlatmosphäre pur … das ist die Philosophie … Urlaub für die Sinne … das Besondere genießen … die Zukunft ist jetzt … mit der Passion, Ihnen Ihre Wünsche zu erfüllen … mit allen Sinnen genießen … altbewährte Traditionen … Kompetenz & Klasse … profitieren Sie von meiner persönlichen Philosophie … das fachkompente Unternehmen … Fachkompetenz … die raffinierten Highlights sind ein wahres Schnupperparadies! … EssensArt … der perfekte Rahmen … TOP aktuelle Hör- und Sehlösungen … die Welt mit allen Sinnen genießen … Badkultur für alle Sinne … Genussarrangements … Lassen Sie sich von der appetitlich angerichteten Theke inspirieren … ein hochmotiviertes Küchenteam … Schenken macht Freun(d)e … Kaffee-Genuss pur … Gastlichkeit für alle Sinne … Makeln aus Leidenschaft“, das wäre ja direkt mein Favorit gewesen: Makeln aus Leidenschaft! Aber die Konkurrenz schläft natürlich nicht: „Geben Sie Ihren Träumen Raum! Von einem Wintergarten geht ein besonderer Zauber aus: er weckt Gefühle, lässt träumen, setzt Bilder frei. Welchen persönlichen ,Film’ der Anblick eines Wintergartens in Ihrem Kopf auch auslösen mag … die besten Plätze sind Ihnen in jedem Fall sicher!“

    Soweit „SchauinsLand – das Bergische Magazin“; doch wollen wir uns natürlich nicht darauf versteifen, dass nun die Gewerbetreibenden aus dem schönen Bergischen Land die kapitalistische Sprachlosigkeit selbst wären, wo’s noch die Vollprofis vom SZ-Magazin ja kein Jota besser können: „Jedenfalls ist es der moldauisch-österreichisch-schweizerischen Violonistin ein Bedürfnis, aus dem starren Orchesterbetrieb ausbrechen zu wollen“. Und mir desgleichen eins, mich nach einer Ladung Nasenspray ins Bett zu verfügen; denn Deutschland spricht, und ich bin krank, und dass das eine mit dem anderen zu tun hat, muss ich immerhin erwägen.

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  4. Andreas Janowitz schreibt:

    Herr Jenkel, mir fehlt es hier an Handlungsoptionen:
    https://www.group.rwe/kontakt-services/kontaktformular?c=08756bbd13df42fa8eaaec416bce37b0
    Was sagt z.B. Herr Wiggershaus von RWE Corporate Compliance&Rsponsibility zu diesem offensichtlichen Raubbau?
    Würden hier schreibende diesem Herrn ebenfalls eine Nachricht zukommen lassen?
    Insbesondere was bestehende Lösungen wie den Umbau der Tagebaue zu Ringwallspeichern anginge?

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  5. Theobald Fuchs schreibt:

    Ein Gutes hat die Zerstörung der Umwelt ja auch: Sie beschenkt die Poesie mit neuen Bildern. Zum Beispiel: »Die Latte Macchiato hatte den zarten Braunton eines komplett verbrannten Rasens.« Oder: »Der Boden vibrierte wie hundert SUVs morgens um halb acht vor der Grundschule am Hasenburger Berg.« Oder auch: »Der Ozean strich sanft über den Sandstrand wie mit Plastikhandschuhen.«

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    • Peter Ringer schreibt:

      Das Bild von der bebenden Erde, wenn heute hundert SUVs morgens um halb acht vor der Grundschule am Hasenburger Berg stehen, ist klasse! Photorealismus!

      Als ich Anfang der 60er in die Grundschule ging (ca. 3 Kilometer zu Fuß), gab es nur ein einziges Kind, das manchmal mit dem Auto kam. Der Bäckerjunge stieg aus dem VW-Bus seines Papas, wenn der seine Tour startete, um Brötchen, Brot und Rosinenklöben in den geschäftsfernen Siedlungen und Betrieben zu verkaufen.

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  6. Klaus Bruns schreibt:

    ist eigentlich bekannt, dass man ein auto mit verbrennungsmotor 8 jahre fahren kann um mit einem tesla s elektrofahrzeug im co2 -vergleich gleich zu ziehen und dieses sogar ohne dass der tesla bewegt wurde? der bau der batterie vom tesla macht es möglich. oldtimer sind die umweltfreundlichsten fahrzeuge. Selbstbetrug ?

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  7. Wir schälen die Erde bei lebendigem Leib.

    PS Korrigiert jj

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