Im Straßenkrieg zwischen Rädern und Autos schafft nur KI Frieden

Lüneburg, 30. Dezember 2018

Auf Lüneburgs Straßen sind die Fronten zwischen Räder und Autos verhärtet, Verstöße und Beschimpfungen an der Tagesordnung.

Auf Lüneburgs Straßen sind die Fronten zwischen Rädern und Autos verhärtet, Verstöße und Beschimpfungen an der Tagesordnung.

Zum Jahreswechsel stehen die guten Vorsätze in voller Blüte, die kurz darauf wieder ins Reich der Träume fliehen. Da darf auch ich träumen. Ich habe den Traum, dass Frieden auf Straßen werde, dass die Künstliche Intelligenz möglichst bald den Kleinkrieg auf dem heißesten Pflaster von Lüneburg beendet, auf dem Straßenpflaster.

Die Front verläuft zwischen Mobilen mit zwei und vier Rädern, zwischen Radfahrern und Autofahrern. Die gegenseitigen Schuldzuweisungen und Sündenregister reichen eigentlich auf beiden Seiten für den Ausschluss vom Straßenverkehr.

Dank der Digitalisierung könnte sich das nachhaltig ändern. Denn auf menschliche Einsicht ist bei diesem Konflikt kaum zu bauen.

Mit der Alltagstauglichkeit von selbstfahrenden Mobilen und dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) im Auto-Cockpit und am Fahrradlenker könnten die Scharmützel auf dem Asphalt enden. Keiner muss kapitulieren, alle werden reglementiert – wie von Geisterhand.

Stellen wir uns das einmal bildlich vor, KI im Pkw und am Fahrrad:

Ein Radfahrer will auf der falschen Seite des Radwegs fahren und prompt blockieren die Räder. Dann wird aus dem Rad wirklich der viel besungene störrische Drahtesel.

Mal kurz noch bei Rot über die Ampel strampeln – keine Chance. Durch Fußgängerzonen huschen, aussichtslos, nachts ohne Licht unterwegs – denken Sie gar nicht erst dran.

Und die Autos? Lüneburg hat sicher nicht die höchste Kneipendichte im Land, wie sich die Stadt rühmt, aber die höchste Ampeldichte auf dem laufenden Straßenmeter. Die berühmte Lüneburger Rote Welle (LRW) allerdings führt auch nur dazu, dass die Zahl der Gelb- und Rot-Verstöße rasant zunimmt. Auch hier greift KI.

Bei Rot in letzter Sekunde noch über die Ampel – ein Monat springt der Wagen gar nicht mehr an, vom Konto verschwinden 200 Euro und in Flensburg kommen zwei Punkte dazu.

Autofahrer, die versuchen auf Radstreifen zu parken, werden prompt wie ferngesteuert weitergeleitet. Wer Radler bedrängt, parkt allerdings wie von Geisterhand am Straßenrand und muss zu Fuß weiter.

Kurzum: Die Straße wird zur Ruhezone und die Nerven gehen auf Kur.

PS in eigener Sache: Unbedingt muss KI auch in Laubbläsern installiert werden. Die springen dann nämlich gar nicht mehr an wegen der negativen Umweltbilanz. Ich sage nur Rio, Paris, Katowice. Die Bläser verpesten die Natur und fressen den Sauerstoff-Gewinn, den einst die Blätter aus Kohlenstoffdioxid produziert haben und dafür welkten. Also, kaufen Sie sich lieber schon mal eine Harke.

In diesem Sinne: Guten Rutsch!

Ihr Hans-Herbert Jenckel

Über jj

Journalist, Dipl.-Kaufmann
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18 Antworten zu Im Straßenkrieg zwischen Rädern und Autos schafft nur KI Frieden

  1. Karsten Hilsen schreibt:

    Also, wenn an dem Bild vom „Straßenkrieg“ irgendetwas dran sein sollte, dann sind nach meiner unmaßgeblichen Beobachtung die Aller- Aller-Allermeisten doch sehr Kriegsmüde und veranstalten laufend Verbrüderungen.
    Nee, nee, dieses Bild ist einfach unzutreffend, und jene ganz übergroße Mehrheit praktiziert ein recht entspanntes und sehr rücksichtsvolles MIteinander auf den Straßen.
    Die Idee mit dem automatischen Stop bei geisterfahrenden Radlern, finde ich allerdings sehr reizvoll.
    Dann wäre ich als Radler z.b. auf der Friedrich Ebert Brücke ja endlich „gezwungen“ in Richtung Stadtmitte komfortabel, sicher und schnell, auf der Fahrbahn zu fahren, anstatt mich auf dem Radweg auf die flasche Seite tricksen zu lassen. 🙂

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  2. e2hae schreibt:

    Die Front verläuft NICHT zwischen Mobilen mit zwei und vier Rädern. Sie verläuft zwischen egomanen Rüpeln und Leuten, für die Sozialverhalten kein Fremdwort ist.
    Für die egomanen Rüpel braucht man wohl wirklich Bremsen mit künstlicher Intelligenz, weil die natürliche Intelligenz nicht ausreichend vorhanden oder auf standby geschaltet ist.
    Gegen zugeparkte Fuß- und Radwege würde schon simples Abschleppen helfen. Das will die Verwaltung der Stadt Lüneburg aber nicht (Suzanne Moenck: „Abschleppen dient der Gefahrenabwehr und nicht der Sanktionierung.“ LZ vom 17.2.2018).
    Verbotenes Linksfahren von Radfahrern fiele immer auf, wenn die Stadt nicht so viele Radwege im Zweirichtungsverkehr mit Linksfahren ausgeschildert hätte (z.B. Willy-Brandt-Straße).
    Radler werden in Lüneburg leider auch häufig von einem Bus der KVG bedrängt. – Vor allem in der auch für Radfahrer freigegebenen „Fußgängerzone“, die eher „Überlebenstrainingszone für Fußgänger“ ist.

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  3. Karl Beck schreibt:

    Hallo Herr Jenckel,

    ich sehe gerade: https://www.landeszeitung.de/blog/aktuelles/2205081-kommentare

    Die dort abgeschnittenen Wasser sollten Sie unbedingt auf Ihre Mühle leiten.

    Sonst gibt es gar kein kritisches Lüneburger Debatten-Forum für Lokalpolitik mehr.

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    • Klaus Bruns schreibt:

      sehe ich auch so. kostenpflichtiges lz-online mit echtnamen und echten adressen scheint ja nicht zu kommen. eigentlich bedauerlich, bei den möglichkeiten.

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  4. Otto Berg schreibt:

    Die ersten haben schon reingefeiert:

    Ich wünsche dem Blog-Master und seinen Gästen ein gutes neues Jahr.

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  5. Klaus Bruns schreibt:

    Kevin Schnell
    So ein kleiner Mann ist, glaube ich, der beste Grund der Welt, das eigene Leben neu zu sortieren.
    stimmt nicht so ganz, schmunzeln. meine enkeltochter ist 2 jahre alt und lebt mit ihren eltern bei mir. ohne mädels geht es nicht.

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    • Kevin Schnell schreibt:

      Da sollten Sie im kommenden Mai mal einen Tanztee für die beiden Kleinen arrangieren, Herr Bruns. Vom Brockwinklerweg bis zum Reppenstedter Dichterviertel pest so ein Vorschulkind auf dem Tretroller doch mit fünf, sechs kräftigen Stößen. Wer weiß, was sich daraus ergibt? In zwanzig Jahren sitzen Sie vielleicht neben Herrn Jenckel in der ersten Bank von St. Johannis, wenn das langsam ergrauende Pfarrertandem Dr. Dorothea Noordveld-Lorenz und Dr. Diederik Noordveld die Trauung Ihrer Sprösslinge vollzieht und damit die fruchtbare Verbindung der prägendsten Lüneburger Kommunikationsclans während der letzten vierzig Jahre endgültig segnet und in eine dauerhaft glückliche Familiengemeinschaft überführt.

      Ein produktives neues Jahr wünsche ich Ihnen!

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      • Klaus Bruns schreibt:

        Herr Schnell, eine frage: haben sie bei den vielen pfeilen, die sie gern verschießen , auch schon mal richtig getroffen? sie haben jetzt schuld, dass ich ein bestimmtes bild nicht mehr aus den kopf bekomme. zwei alte auf den balkon in der muppetshow. schmunzeln. würden sie herr schnell, auch den zeremonienmeister (kermit) spielen? zum thema: solange kinder die fußwege mit ihren fahrzeugen unsicher machen, nützen radfahrer auf den straßen nichts. schmunzeln. es wird nicht sicherer.

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  6. Kevin Schnell schreibt:

    Hallo Herr Jenckel,

    ja, unumschränkt unwidersprochener Bestimmer (Tyrann) sein, ist sicher was herrliches! Das wird Ihnen Mohammed bin Salman al-Saud gewiss bestätigen.

    Ihre kleine Durchregierphantasie klingt allerdings ein wenig nach den feuchten Allmachsträumen von aufstampfenden Ordnungsfanatikern mit stark eingeschränktem Horizont wie Donald Trump, Bernd Althusmann oder Norbert Kasteinecke.

    Denn ist das von Ihnen erdachte „KI“-Instrumentarium nicht auch bloß ein Fassadenwort vor dem Imperativ: „Geheiligt werde mein Name. Mein Reich komme. Mein Wille geschehe wie im Himmel so auch auf Erden!“ ?

    Schön zu lesen, was einen stellvertretenden Chefredakteur der Lüneburger Landeszeitung zum Jahreswechsel im Innersten so umtreibt.

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    • jj schreibt:

      Lieber Herr Schnell, da teilen Sie zur Jahreswende ja noch mal richtig aus.
      Dass Ihnen Regeln im Straßenverkehr wie alle Regeln ein Graus sind, müssen Sie nicht betonen. Ich aber als leidenschaftlicher Radfahrer habe einfach bei der Aggression auf dem Asphalt zunehmend Angst um mein Leben, wenn Regel-Tupamaros mir entgegenkommen. Da träumt man eben von ein bisschen Frieden.

      Ich hoffe, 2019 wird für Sie mal ein fröhliches und optimistisches Jahr.

      PS: Was mich im Innersten umtreibt, das tut hier nichts zur Sache. Und das mit dem geschäftsführenden Redakteur ist operativ längst Geschichte und wechselt zur Jahreswende auf formal. Bloggen und etwas mehr als Autor bleiben. Guten Rutsch Ihr hhjenckel

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      • Kevin Schnell schreibt:

        Na, da habe ich Sie wohl auf dem falschen Fuß erwischt. Nur weil ich mehr für natürliche als für „künstliche“ Intelligenz bin und keinen von Herrn Heil- oder von Herrn Althusmann programmierten Digitaltyrannen über mir ertragen möchte, bin ich noch lange kein linksterroristischer Anarchoaktivist aus dem Haufen vom frisch verschiedenen Dieter Kunzelmann. Das klingt nochmal sehr nach dem Vierhöfener Einfaltspinsel Kasteinecke, für den ebenfalls jeder, der nicht seiner Ansicht ist, mit dem Stempel „Linksextremist“ (oder „Lügenjournalist“) versehen wird. Dieser Typus ist von Hauck & Bauer übrigens gerade wunderbar in Szene gesetzt worden. Mehr gibt es über die Norberts dieser Welt nicht zu sagen:

        https://scontent-frt3-2.xx.fbcdn.net/v/t1.0-9/49414083_2263462793688104_188396275127812096_n.jpg?_nc_cat=105&_nc_ht=scontent-frt3-2.xx&oh=90f05c706e1871121509f9dd2d3ffb83&oe=5CD8E3FC

        P. S.: Ihnen auch einen guten Rutsch! Und, ja, das meine ich ernst: Schade, dass Sie bei der LZ aufhören! Für mich waren Sie immer einer der besten Lokaljournalisten im Land.

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      • jj schreibt:

        Vielen Dank fürs Lob, das freut mich.
        Ganz höre ich nicht auf. Als Autor und Blogger bin ich auf weiter an Bord der LZ und über die üblichen Kanäle zu erreichen. So war das auch in der LZ bereits im Sommer angekündigt worden.
        Ansonsten aber hat sich da ein kleiner Mann namens Fiete in mein Leben getanzt, der viel von meiner Zeit haben will und bekommt, weil er ein toller Knirps ist. LG Ihr hhjenckel

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      • Kevin Schnell schreibt:

        Ein neuer Mann in Ihrem Leben? Wie ist das zu verstehen?

        Einer Ihrer ehemaligen Professoren schrieb kürzlich, Sie seien mit einer Frau verheiratet:

        https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/2170472-showdown-im-kreistag#comment-219242

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      • jj schreibt:

        Der Mann heißt Fiete und ist ein Jahr und fast 8 Monate. Und eine Frau gibt es auch dazu. lg und guten Rutsch.

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      • Kevin Schnell schreibt:

        Herrje, jetzt habe ich auf dem Schlauch gestanden. Entschuldigung. So ein kleiner Mann ist, glaube ich, der beste Grund der Welt, das eigene Leben neu zu sortieren.

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  7. Klaus Bruns schreibt:

    wer die ki benötigt, um seine eigene dummheit zu beherrschen, sorgt dafür, dass sich deutschland tatsächlich abschafft. schmunzeln. guten rutsch und fallen sie dabei nicht hin, herr jenckel.

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  8. Sollte nicht als erstes eine Testphase erfolgen?
    Ein geeigneter Kandidat wäre allemal die neue niedersächsische Pflegekammer, oder? Der Test wird es zeigen!

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