Facebook-Post: Jetzt muss der Kreistagschef auf Kotau-Kurs +++ Update: Dittmers legt am 13. Februar Ämter nieder

LZ-Schlagzeilen und Facebook-Post

Ausriss LZ-Schlagzeilen und Facebook-Post

Lüneburg, 8.2.20

Der Kreistags-Vorsitzende Rainer Dittmers hat sich für seinen Facebook-Post zur Thüringen-Wahl  „Ein guter Tag für Deutschland!“ vermutlich viele Likes erhofft. Deswegen macht man das ja und nicht um in Schockstarre zu verfallen. Vielleicht hätte er aber besser vorher den ehemaligen Lüneburger Bürgermeister Dr. Gerhard Scharf um Rat fragen sollen, was so adhoc für Unglück passieren kann im WorldWideWeb.

Denn Dittmers ist nicht der erste Lüneburger Lokalpolitiker, der in den Sozialen Medien mit spontanen unbedachten Äußerungen eine harte Landung hinlegt. Bürgermeister Dr. Scharf sprach vor zwei Jahren am umstrittenen Stein für die 110. Infanterie Division einem rechten Blogger frank und frei ins Mirko und erntete einen Empörungssturm.

Die Reflexe und die Dramaturgie damals wie heute wiederholen sich: Deckung suchen, am liebsten alles ungeschehen machen, entschuldigen, Abwahlantrag überstehen. Scharf hat das überlebt und ist mit gebotenem Abstand zurückgetreten. Dittmers steht erst am Anfang seines Kotaus.

(Anm. jj, Update 13.2.20: Als Konsequenz aus seinem Facebook-Post zur Ministerpräsidenten Wahl in Thüringen hat Rainer Dittmers am Donnerstag, 13. Februar, angekündigt, sofort sein Amt als Kreistagsvorsitzender und als Ratsvorsitzender und stellvertretender Bürgermeister in Adendorf niederzulegen, siehe LZ-Online https://www.landeszeitung.de/blog/aktuelles/2691104-dittmers-tritt-als-kreistagsvorsitzender-zurueck)

Der Unterschied zwischen Scharf und Dittmers ist der: Scharf ahnte gar nicht, worauf er sich einließ, als er locker und empört über die Kritik am Denkmal drauflos plauderte. Die Neuen Medien waren für den schon fast 80 Jahre alten Politiker ein Paralleluniversum, das er nie betreten hatte. Dittmers ist oder war? in den Sozialen Medien lange aktiv. Da teilte er in Sachen Arena oder Elbbrücke gerne auch gegen mich aus (wir sehen das beide eher sportlich). Es traf auch die eigene Partei, da echauffierte er sich über die neue Vorsitzende „was für eine linke Sch..“ oder „Was ist bloß mit unserer SPD los? Eine Katastrophe!“ Das ging noch alles gut. Nicht beim Thüringen-Post: „Hauptsache der Linke ist weg!“

Er löschte, er postete dafür ein strammes SPD-Bekenntnis gegen Faschismus,  er nahm den ganzen Account vom Netz. Was man so tut in Panik und in der Hoffnung, dass das Netz doch vergisst.

Nun sitzt Sonntag seine Fraktion über Dittmers zu Gericht. Auch das gehört natürlich zum Schutz der Partei in so eine Inszenierung. Genauso wie die ungewissen Tage für den roten Rainer bis zum Kreistag. Das kleine Krisen-Management, auch das hat man aus der Causa Scharf doch gelernt, sollte zügig die umfassende wie klare Entschuldigung platzieren. Sonst droht Krisen-Ping-Pong.

Und die Moral: Auch Lokalpolitiker sollten nicht jedem Impuls nachgeben und drauflos plappern und tippen. Das können nämlich nur die allerwenigsten unfallfrei. 

Hans-Herbert Jenckel

PS: Unsachliche oder beleidigende Kommentare werden  nicht veröffentlicht, und das nehme ich hier ganz genau. Lg jj

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Journalist, Dipl.-Kaufmann
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88 Antworten zu Facebook-Post: Jetzt muss der Kreistagschef auf Kotau-Kurs +++ Update: Dittmers legt am 13. Februar Ämter nieder

  1. Otto Berg schreibt:

    Lieber Herr Wiemann,

    dies zu Ihrem Blog-Kommentar von gestern: https://blog-jj.com/2020/02/08/facebook-post-jetzt-geht-der-kreistagschef-auf-kotau-kurs/#comment-9543

    Protest ist ein legitimes Mittel demokratischer Expressionskultur! Gewalt widert mich an. Wer das Gesetz bricht, muss es zu spüren bekommen. Die ideologische Orientierung ist da gleichgültig.

    Allerdings widert mich auch der fatale, in Lüneburg pandemische Whataboutism-Reflex an.

    »Whataboutism« bezeichnet »eine unredliche Gesprächstechnik, die unter diesem Namen ursprünglich der sowjetischen Regimepropaganda bei ihrem Umgang mit Wertungen aus der westlichen Welt vorgehalten wurde. Das Wort steht heute allgemein für die Ablenkung von unliebsamer Kritik durch Hinweise auf ähnliche oder andere wirkliche bzw. vermeintliche Missstände auf der Seite des Kritikers.« (Wikipedia)

    Am Freitag hatte ich Ihnen geschrieben, es sei nach meinem Dafürhalten die Pflicht (nicht zuletzt die historische) Pflicht des Bürgertums und damit auch die Pflicht des Lüneburger Bürgertums, sich nicht erneut nach Rechtsaußen zu öffnen, wie das die amerikanischen Republikaner, die ÖVP in Österreich oder französische und italienische Konservative getan haben. Diesem Sündenfall waren die Liberalen (FDP) und die Union (CDU) in Thüringen gerade sehr nahe, Herr Wiemann! Mit der naiven Extremismus-Theorie (»Rot gegen Schwarz«), die sie sich von den Rechtsextremisten aufschwatzen oder sich von denen in ihrem dummen Glauben daran bestärken lassen, spinnen leider auch manche Lüneburger die Lebenslüge des Bürgertums weiter, unsere Erste Republik (die mit der Goethe-Stadt Weimar im Namen) sei am Zangengriff der „Ränder“ zugrunde gegangen. Dabei haben in Wirklichkeit der Extremismus der »demokratischen Mitte« und der Verrat des Bürgertums die Nazis stark gemacht.

    Haben Sie gestern Abend nach dem »Polizeiruf« noch »Anne Will« gesehen?

    Dazu steht heute etwas in der Süddeutschen Zeitung, worüber nachzudenken ich Ihnen und Ihrem offenbar nicht dialogfähigen Kreis-FDP-Fraktionsvorsitzenden Herrn van de Berg ebenso ans Herz legen möchte wie dem Verfasser der empörenden, Unfrieden schürenden, weil leider auch krude inversionsrhetorischen »Angespitzt«-Glosse aus der Landeszeitung vom vorgestrigen Sonnabend:

    »In Erinnerung bleibt «, so die SZ, »von diesem ›Anne Will‹-Abend die eindringliche Warnung von Gerhart Baum, 87 Jahre alt, seit 66 Jahren Mitglied der FDP und Zeitzeuge der Bombennacht von Dresden im Februar 1945. ›In meiner Lebenszeit ist der Rechtsextremismus noch nie so stark und einflussreich gewesen als jetzt‹, sagt er. Baum meint seine Lebenszeit nach dem Krieg.

    Die AfD sitze jetzt in allen Parlamenten und so erinnere er sich an eine Aussage des Nazi-Propagandaleiters Joseph Goebbels. Der habe 1928, als die NSDAP mit 2,6 Prozent ins Parlament einzog, gesagt: ›Jetzt gehen wir in den Reichstag und holen uns dort aus dem Arsenal die Waffen der Demokratie, mit denen wir die Demokratie bekämpfen.‹ Er bitte, das nicht zu leicht zu nehmen, sagt Baum. Auch heute sehe er im Bürgertum [!] wieder Leute, ›die mit Gleichgültigkeit oder sogar mit Sympathie auf diese Angriffe auf die Demokratie‹ sähen.« Quelle: https://www.sueddeutsche.de/medien/anne-will-soeder-merz-1.4798727

    In Erfurt hat am 5. Februar 2020 die FDP-Führung zusammen mit dem Thüringer CDU-Personal bewusst, gewollt und geplant mit Hilfe der rechtsextremistischen Höcke-AfD ausprobiert, wie die Demokratie sich mit »Waffen aus dem Arsenal der Demokratie bekämpfen« (JosephGoebbels), ja, abschaffen lässt.

    Auch beim Formulieren von Rücktrittskondolenzen, von LZ-Glossen und von KT-Resolutionen sollte »man« darauf achten, dass einem die moralischen Maßstäbe nicht durcheinander geraten!

    Meine Meinung, Herr Wiemann!

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    • Karl Beck schreibt:

      Vielen Dank für den Kommentar. Ich unterschreibe jedes Wort.

      Die Thüringer Ministerpräsidentenwahl interpretierte einen Tag nach dem Erfurter FDP/CDU-Fiasko mit dem Lüneburger SPD-Skandal im Kielwasser, also am Donnerstag, den 6. Februar 2019, bei „Maybritt Illner“ (ZDF) auch Dagmar Rosenfeld, die Chefredakteurin der „Welt“ und Ex-Ehefrau des Noch-FDP-Vorsitzenden Christian Lindner:

      ILLNER: Können Sie sich vorstellen, dass CDU und FDP in Berlin von den Ergebnissen der Wahl tatsächlich so überrascht waren, wie sie heute sagen?

      ROSENFELD: Annegret Kamp-Karrenbauer kann nicht überrascht gewesen sein, weil sie hat ja im Vorfeld, kurzfristig zumindest noch, an Mohring und die Thüringen-CDU appelliert, es NICHT zu tun, NICHT Kemmerich mitzuwählen. Von Christian Lindner sind solche Sätze nicht bekannt, dass er sie in Richtung Kemmerich gerichtet hätte, zu sagen, nicht anzutreten (…) Es gibt eine Version, die tatsächlich sagt: Er habe das nur als politisches Signal verstehen wollen, und er habe sich nicht vorstellen können, dass Kemmerich tatsächlich gewählt wird. Wenn so wenig Überblick da ist über eine AfD, die sich schon im November CDU und FDP angeboten hat und sehr deutlich gemacht hat, wohin sie will, dann muss man sagen: Politik ist was für Profis.

      ILLNER: Mh-hm ähm tn mn äh…, hässlich schöner Satz in dieser Situation.

      Quelle: Minute 9:10 bis Minute 10:18 hier: https://www.zdf.de/politik/maybrit-illner/ueber-rechtsaussen-an-die-macht-tabubruch-in-thueringen-sendung-vom-6-februar-2020-100.html

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      • Christoph Schönberger schreibt:

        Herostrat hieß der Mann, der einst den Artemis-Tempel von Ephesos in Brand setzte, um berühmt zu werden. Der politische Herostrat der Bundesrepublik ist der jüngst gewählte, dann zurückgetretene, aber noch geschäftsführend amtierende Ministerpräsident von Thüringen, Thomas Kemmerich. Für einen kurzen Moment des Ruhms hat der FDP-Mann die Lunte an den deutschen Verfassungstempel gelegt. Sicherlich war die Wahl mit geschlossener Unterstützung durch die AfD zunächst eine ostdeutsche Provinzposse, in der Geltungsbedürfnis, Dummheit, Kalkül und Verantwortungslosigkeit der traditionellen bürgerlichen Parteien zusammentrafen mit geschickter Destruktivität der AfD Björn Höckes. Doch zu demonstrieren, wie sich die verfassungsrechtlichen Stabilitätsmythen der bundesdeutschen Nachkriegsgeschichte auf burleske Weise dementieren lassen, wie wenig politische Stabilität die traditionellen Stabilisierungstechniken des Grundgesetzes und der deutschen Länderverfassungen tatsächlich zu gewährleisten vermögen, dieses zweifelhafte Verdienst haben sich die FDP und ihr für nichts qualifizierter Aufmerksamkeitsclown Thomas Kemmerich erworben.

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  2. jj schreibt:

    Liebe Foristen,
    ich bitte Sie die Diskussion über Artikel oder Glossen der Landeszeitung, über Entschuldigungen oder Kommentare der LZ auch in und mit der LZ zu führen und nicht hier. Das habe ich leider bei der Freigabe von Kommentaren zum Blog-Beitrag über Herrn Dittmers nicht stringent beachtet, dafür bitte ich um Entschuldigung. Lg jj

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  3. Klaus Riecken schreibt:

    Hallo, wie stehen Sie zu folgendem: Eine Sammlung von Bildern, die Fehlverhalten im täglichen Und regionalen Bereich zeigen?

    Beispiel:

    Mit freundlichen Grüßen

    Klaus Riecken

    >

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  4. Klaus Bruns schreibt:

    ich war mehr als überrascht von dem was herr rath als angeblich angespitzt vom stapel gelassen hat. kurz um, ich bin nicht seiner meinung. ich warne vor vereinsbrillen. sie haben eine unangenehme eigenschaft. sie werden nicht von dem betroffenen bemerkt, wenn er sie´aufsetzt.

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  5. Otto Berg schreibt:

    Lieber Herr Rath,

    kaum kommt Kommentatoren-Kaiser Kohler mit Chaot Kemmerich, Causeur Kubicki, kommunikativen Kurzschlüssen, kollabierenden Kanzlerkandidaten und kommunalen Kollateralschäden (https://www.faz.net/aktuell/politik/fraktur/f-a-z-fraktur-endlich-mal-zuruecktreten-16633745.html), kredenzt Kollege Rath eine kreative, kaum kürzer konfektionierte K-Kette mit der kaputtgekeilten Kramp-Karrenbauer, einem vor Kurienkardinälen kneifenden katholischen Kirchenkönig und dem sich um Kopf und Kragen kalauernden Kicker-Coach Klinsmann.

    Marc Raths Kolumne heißt „Angespitzt“.

    Aber hätte er sie dieses Wochenende nicht besser „Abgebrochen“ nennen sollen?

    Warum das?

    Ich werde meinen Vorschlag jetzt (A) begründen, (B) in einem Fazit resümieren und (C) eine Einladung aussprechen:

    (A) — „Angespitzt“ möchte eine Glosse sein. Eine Glosse ist ein meist „kurzer und pointierter, oft satirischer oder polemischer, journalistischer Meinungsbeitrag“ zu einem aktuellen Thema (Wikipedia). (1.) Den Einstieg für seine „Glosse“ entleiht Herr Rath bei der FAZ, ohne sich dafür zu bedanken. Das ist unredlich. (2.) „Wer heute?“ ist eine rhetorische Suggestivfrage, die unterstellt, es gebe eine Geheimgesellschaft, deren Ziel es ist, unschuldige Menschen des öffentlichen Lebens zu demontieren. So eine Unterstellung ist rezeptionslenkend, d. h. manipulativ, also unredlich. (3.) Herr Rath deutet an, ohne es zu belegen, Herr Dittmers sei ein Opfer dunkler Mächte. Das ist unredlich. (4.) Rath schreibt, Dittmers sei „über vier Sätze gestolpert“, die „etwa vier Stunden auf Facebook zu lesen waren“. Raths Absicht ist die Verkleinerung. Das Geschriebene impliziert, es habe sich um eine Petitesse gehandelt. (Machen vier Stunden oder vier Sekunden für einen Skandal einen Unterschied?) Das anzudeuten, ist unredlich. (5.) Der LZ-Chefredakteur behauptet, „einzelne“ hätten „aus einem überzeugten Antikommunisten einen Faschisten machen“ wollen. Ich weiß von niemandem, der aus Herrn Dittmers „einen Faschisten machen“ wollte. Herr Rath belegt seine Behauptung nicht. Das ist unredlich. (6.) Erst im sechsten Satz folgt eine Aussage über das, Thema der Rathschen „Glosse“: „Rainer Dittmers hat einen Fehler gemacht. Seine geschichtsvergessenen Äußerungen fordern Widerspruch und Kritik zugleich heraus.“ Rainer Dittmers Facebook-Jubel galt dem Coup von AfD und „bürgerlicher Mitte“ aus CDU und FDP, die „Politik“ durch Täuschung, Irreführung und parlamentarischen Regelbruch zu „organisieren“. Das als „Fehler“ zu bezeichnen, ist eine suggestive Bagatellisierung. Das ist unredlich. (7.) „Der Umgang vieler seiner Kritiker mit Rainer Dittmers war ein noch größerer Fehler.“ Welcher „Umgang“ genau? Und warum? Herr Rath stellt eine pauschale Beschuldigung in den Raum, ohne Sie zu begründen. Das klingt nach Inversionsrhetorik à la AfD. Der erfahrene Social Media-Provokateur („Dittmers ist oder war (?) in den Sozialen Medien lange aktiv. Da teilte er … gerne … aus“. / H.-H. Jenckel) wird zum Opfer stilisiert. Das ist unredlich. (8.) Durch das gedankliche „Framing“ in seiner ersten Texthälfte, welches „die Kritiker“ der „geschichtsvergessenen Äußerungen“ von Rainer Dittmers diskreditiert, bekommt Marc Raths grundsätzlich richtige Empfehlung, aus den Vorgängen zu lernen, tendenziöse Schlagseite. Das ist schade. (9.) Rath fährt fort, wie er begonnen hat: „Kommunalpolitische Akteure aller Couleur sowie jeden Ranges und deren kritische Begleiter an der Außenlinie sollten sich nach der Causa Dittmers fragen, ob sie sich von provokanten Aktionen einer kleinen Minderheit anstecken lassen wollen.“ Herr Rath hat recht: Jeder Mensch sollte sich fragen, „ob er sich von provokanten Aktionen einer kleinen Minderheit anstecken lassen“ will. Jeder Bürger sollte sich beispielsweise fragen, ob er der AfD auf „die ausgelegten Leimruten“ steigen möchte. Ein Kreistagsvorsitzender sollte sich fragen, ob er eine von dem Faschisten Höcke inszenierte Verhöhnung demokratischer Einrichtungen öffentlich als Segen für Deutschland feiern sollte. Und ein LZ-Chefredakteur sollte sich fragen, ob er eine Zeitung für alle Menschen im Landkreis oder nur eine für die „politischen“ Freunde seiner Verlegerfamilie machen möchte. (9.) „Ob im Netz verbreitete intelligent-filigran formulierte, aber anonyme Gedankengebilde wirklich eine Diskussion prägen sollen“, beschäftigt Herrn Rath ebenfalls. Traut er „den kommunalpolitischen Akteuren aller Couleur“ geistig so wenig zu? Hält ein Mann des Wortes wie Rath es nicht für möglich, dass Kommunalpolitiker zwischen der Substanz von Argumenten und der Kenntnis des Argumentierenden unterscheiden können? Muss ein Autor als nicht-anonymer Chefredakteur oder Oberbürgermeister auftreten, damit seinen „Gedankengebilden“ Geltung und Wahrheitswert zukommt? Steckt in solchen Aufforderungen nicht eine armselige Autoritätsgläubigkeit? Und ist eine solche Empfehlung aus einer medialen Macht- und Monopolstellung heraus nicht unredlich? (10.) „Wie wäre es … mal mit einer Fastenzeit auf Facebook und Co.“? „Einmal mehr nachdenken oder auch mal zu loben statt zu kritisieren“? Ist Herr Rath bereit, sich diese Fragen auch selbst vorzulegen? Alles andere wäre unredlich!

    (B) — Fazit: Herrn Raths „Angespitzt“ hat mehr von einem manipulativen und indoktrinären Appell als von einem pointierten, zum Nachdenken anregenden Meinungsbeitrag. Die gedankenstimulierende Spitze ist „abgebrochen“. Eine stumpfe Absicht zum Rechtbehalten kommt zum Vorschein.

    (C) Lieber Herr Rath, ich lade Sie zum Mitmachen ein! Wollen wir das Geschriebene zum Anlass nehmen, um hier im Blog.jj „mal einen wirklichen Austausch kontroverser Meinungen zu pflegen“? Und das, ohne dass Sie „kritische“ Geister pauschal diffamieren oder anonyme Kommentatoren als „anonym“ diskreditieren und so den Verdacht auf sich lenken, Ihnen komme es auf Argumente weniger an als auf die Möglichkeit, „intelligent-filigran Formulierenden“ ans Zeug zu flicken“? Ihr Beispiel, lieber Herr Rath, „könnte mit Blick auf die Kommunalwahl im Herbst 2021 zum Mitmachen animieren!“ Oder möchten Sie lieber, dass „man sich auch in Lüneburg bald wieder fragt“: Wen delegitimiert der LZ-Chefredakteur heute? Wen will er aus der Debatte ausschließen?

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    • Marc Rath schreibt:

      Ich stelle mich jeder offenen Diskussion von Angesicht zu Angesicht. Und wir finden auch Formen von 60 Zeilen plus x für alle, die mit ihrem Namen sich hier einmischen wollen. Viele andere und ich machen dies so. Das gehört zu einem offenen Diskurs.

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  6. Michel Pauly schreibt:

    Schon spannend wie die Diskussion in der Lüneburger Öffentlichkeit, auch im Vergleich zum sonstigen Bundesgebiet, so läuft. Während der Ostbeauftragte der Bundesregierung für einen Twitter – Jubel ob der Ministerpräsidentenwahl mit Hilfe von Faschisten sogar von einer CDU-Kanzlerin entlassen wird, verschiebt sich die Debatte hier in Richtung der Reaktionen darauf. Im heutigen Kommentar des LZ-Chefredakteurs sei das Hauptproblem nicht mehr der Geschichtsrevisionismus und der stumpfe Antikommunismus in den Äußerungen des Kreistagspräsidenten, es ist die Reaktion darauf. Vormals wurde er von ebenjenem Chefredakteur auch als „Honorige Person“ bewertet. Was macht eigentlich Menschen zu diesen honorigen Persönlichkeiten? Wie macht man sich derart unangreifbar? Schon die jetzige Ratsvorsitzende in Lüneburg wurde ja als honorige Person bezeichnet.

    Ist das einfach nur die Meinung eines Redakteurs oder ist Position der LZ insgesamt? Ist es Bewertung der Vorgänge oder ist es Reaktion auf einen Anruf unseres Oberbürgermeisters bei den Verlegern der Landeszeitung mit der Forderung, die LZ möge sich wieder „neutraler“, heißt, weniger kritisch, positionieren?

    Um es einmal ganz deutlich zu sagen: es geht nicht um die Wortwahl in den Reaktionen auf relativistische Äußerungen, es geht um die Äußerungen selbst. Wo die Integration der extremen Rechten in den politischen Prozess beginnt, werden Menschen ausgegrenzt. Es mag ersteinmal nicht uns selbst treffen, es mag zunächst auch nicht institutionelle verankert sein, aber es ist spürbar. Wo die extreme Rechte normalisiert wird, werden Ausgrenzung und auch Übergriffe häufiger werden. Gegen Andersdenkende, gegen Menschen mit Behinderungen, gegen Juden, gegen Muslime, gegen Kommunisten und auch gegen missliebige Presseorgane. Und es gibt einen ganz großen Unterschied zwischen Faschisten und allen anderen politischen Bestrebungen. Wenn Konservative gewählt werden, ärgert das regelmäßig uns Sozialisten. Man problematisiert die Politik, weißt auf Probleme hin, kämpft um Mehrheiten. Werden Sozialisten gewählt, geht es genau andersherum. Demokratische Wahlen, das ist die Übertragung von Macht auf Zeit. Wo Faschisten die Macht durch Wahlen übertragen wird, wird es der letzte friedliche Machtübergang sein. Nach der Ausgrenzung der vielen Minderheiten wird am Ende nur ein homogener „Volkskörper“ verbleiben. Eine Gruppe von Menschen wird den politischen Prozess gestalten, die sich durch Überhebung über alle anderen stets im Recht wähnt und keine Opposition mehr zulassen. Die Wahl von Faschisten ist stets die letzte Wahl. Die Wahl DURCH Faschisten ist ein wesentlicher Schritt in Richtung Normalisierung dieser Positionen. Durch eine falsch verstandene Akzeptanz dieses Handelns wird Widerstand dagegen dämonisiert. Darum fordere ich, ganz direkt auch von unserer lokalen Presse, kritisiert nicht jene, die sich der Normalisierung der extremen Rechten entgegenstellen, sondern kritisiert jene, die meinen es handele sich nur um demokratische Mitbewerber. Denn das sind sie nicht.

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    • Marc Rath schreibt:

      Lieber Herr Pauly,
      Namensbeiträge sind Beiträge des- oder derjenigen, die es schreibt. Wenn es die Meinung der gesamten Redaktion wäre, stünde dort ja „Die Redaktion“. Sie spielen da vielleicht auf die angelsächsische Tradition an, in der ein Kommentar immer der der Zeitung ist. Das gab es in Deutschland aber nur bei der – leider eingestellten – Financial Times Deutschland. In der FTD-Redaktion wurden die Leitartikel am Nachmittag vor dem Team vorgelesen und diskutiert.
      Im übrigen telefonieren und schreiben (uns) die verschiedensten Menschen. Damit ließen sich Bücher füllen.

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      • Michel Pauly schreibt:

        Sehr geehrter Herr Rath,

        gehören zu den „unterschiedlichsten Menschen“ auch höchste Amtsträger der eigenen Stadt? Gehören dazu Personen, die öffentliche Ressourcen (z.B. das Büro des eigenen Amtes) wie selbstverständlich in Anspruch nehmen, um „oberhalb“ der Redaktionen, bei den Verlegern anzurufen? Oder einfacher gefragt: stimmt es, dass der Oberbürgermeister aus seinem Dienstzimmer und mit Hilfe des eigenen Büros bei den Verlegern der LZ intervenierte? Ja oder nein?

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      • Karlheinz Fahrenwaldt schreibt:

        Lieber Herr Rath, ihr Satz „Doch der Umgang vieler seiner Kritiker mit ihm war ein noch größerer Fehler.“ impliziert meiner Meinung nach, dass sie die Kritiker faschistoiden Äußerungen schlimmer finden. Aber erst durch die massive Kritik ist Rainer Dittmers zurückgetreten! Die Geschichte hat doch gelehrt: nur wachsame und wehrhafte Demokraten können uns vor dem Faschismus bewahren!

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      • Marc Rath schreibt:

        Lieber Herr Pauly,
        Ich glaube, das bekommt der OB auch ohne Hilfe hin. Und aufmerksame Rathausbeobachter werden bekannte Herren an einem Februarvormittag gesichtet haben. Das gehört zu einem Diskurs dazu. Entscheidend ist doch dabei, dass sich die Gewalten nicht verschieben. Und da kann und möchte ich Sie (und andere) beruhigen.

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      • Kevin Schnell schreibt:

        Sehr geehrter Herr Rath,

        wenn Namensbeiträge bei der Landeszeitung „Beiträge des- oder derjenigen sind“, der bzw. die solche „Beiträge schreibt“, wenn diese also NICHT „die Meinung der gesamten Redaktion“ spiegeln und wenn somit „die angelsächsische Tradition, in der ein Kommentar immer der der Zeitung ist“, für die Landeszeitung NICHT gilt, — wie war es dann möglich, dass die LZ-Chefredaktion sich am Montag, den 19. August 2019 im Namen der gesamten Landeszeitung für einen von Malte Lühr am Sonnabend zuvor verfassten Namensartikel öffentlich entschuldigt hat?

        In seiner unvergesslichen „Angespitzt“-Glosse (LZ Nr. 191, Sonnabend, 17. August 2019, Seite 4) hatte Redakteur Lühr bekannt, er könne sich vorstellen, dass Quentin Tarantino den Stoff für seinen nächsten Film „in einer Stadt an der Ilmenau finden“ werde. „Auch der Titel ‚Es war einmal in Lüneburg‘ wäre passend“, so Lühr. Der Redakteur charakterisierte das reale Vorbild seines Plots, der ihm reif für eine Mafia-Verfilmung in Hollywood zu sein schien, als „eine Geschichte über das enge Beziehungsgeflecht, das Verwaltung, Politik und Wirtschaft in Lüneburg durchzieht“. Und nur, weil Lühr nicht beachtet hatte, dass eins seiner Rollenmodelle nichts passte, gab es eine Handhabe, die erwirkte „Klarstellung“ zu verlangen.

        „Die LZ entschuldigt sich für die fehlerhafte bzw missverständliche Darstellung in der Ausgabe vom Sonnabend, 17. August 2019“: https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/2606596-die-quittung-bitte

        Warum dieser LZ-Kotau mit Tschingderassa und großem Blech, Herr Rath? Es handelte sich bei der gelungenen Satire von Herrn Lühr doch um einen Namensartikel, der NICHT in der „angelsächsischen Tradition“ stand.

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      • Marc Rath schreibt:

        Lieber Herr Schnell,

        Fehler passieren, sie sind ärgerlich, aber man sollte sie auch eingestehen können. Das ist kein Kotau, sondern ein Zeichen von Transparenz und Fairness – das mögen in Lüneburg für einige Fremdwörter sein, sie sind mir aber wichtig.

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  7. Otto Berg schreibt:

    Lieber Herr Wiemann,

    „Thüringen am 5. Februar 2020“ steht für den (höchstwahrscheinlich verabredeten und) exekutierten Willen eines FDP-Politikers, sich mit den Stimmen der völkisch-autoritären Nationalisten zum Ministerpräsidenten wählen zu lassen — unter dem Vorwand, damit „eine linke Regierung zu verhindern“.

    Seitdem schwankt die Debatte überall und seit Bekanntwerden des „unerträglichen“ (P. Meyn) Facebook-Zustimmungsjubels von Rainer Dittmers besonders heftig in Lüneburg wieder zwischen Alarmismus, der Warnung vor dem „neuen 1933“, und der Illusion, die autokratische Welle werde schon irgendwie und irgendwann von selbst abflauen. Offensichtlich ist sie allerdings seit der Jahrtausendwende global immer stärker geworden. Und Widerstand dagegen darf keine Spezialität linker Antifaschisten sein.

    Meiner Meinung nach sind dabei aber weniger solche grotesken Figuren wie Höcke oder Kalbitz das Problem, als vielmehr die verharmlosende, bei uns in Rat- und Kreishaus ebenfalls stellenweise gepflegte Bereitwilligkeit, die AfD immer noch als „Protestpartei“ einzustufen und ihr sozusagen einen Lernbonus einzuräumen.

    Doch die AfD in Thüringen hat einmal mehr klar und unverkennbar gezeigt, was diese Partei (bzw. deren „Management“) wirklich im Schilde führt, Herr Wiemann: nämlich nicht nur, vorlaute Leute wie Dittmers, Kemmerling und Kubicki, sondern die parlamentarische Demokratie insgesamt entgleisen zu lassen, die „Demokratie von innen zu zerstören“ (Bundespräsident Steinmeier) und sie gewissermaßen sturmreif zu schießen für eine neue Art von autoritärer „Volksherrschaft“. Die AfD-Kader planen den Anschlag auf die liberale Demokratie, nach dem Motto „Wir werden sie jagen!“. Sie pflegen einen paranoiden auf Chaos, gedankliche Desorientierung und Destruktion angelegten Politikstil, und die Grenzen zum Terror sind dabei fließend.

    Es ist, denke ich, nicht zuletzt die historische Pflicht des Bürgertums, auch des Lüneburger Bürgertums, sich nicht erneut nach Rechtsaußen zu öffnen, wie das die amerikanischen Republikaner, die ÖVP in Österreich oder französische und italienische Konservative getan haben. Diesem Sündenfall waren die Liberalen (FDP) und die Union (CDU) in Thüringen gerade sehr nahe, Herr Wiemann. Mit der naiven Extremismus-Theorie („Rot gegen Schwarz“), die sie sich von den Rechtsextremisten aufschwatzen oder in ihrem dummen Glauben daran bestärken lassen, spinnen leider auch manche Lüneburger die Lebenslüge des Bürgertums weiter, unsere Erste Republik, die mit der Goethe-Stadt Weimar im Namen, sei am Zangengriff der „Ränder“ zugrunde gegangen. Dabei haben in Wirklichkeit der Extremismus der „demokratischen Mitte“ und der Verrat des Bürgertums die Nazis stark gemacht.

    Leider beantworten Sie keine einzige meiner Fragen Herr Wiemann, stattdessen schimpfen und polemisieren Sie. Das ist schade.

    Was an dem „Schlammschlacht“-Gerede Ihres Fraktionsvorsitzenden richtig sein könnte, erläutern Sie den Blog.jj-Lesern bedauerlicherweise nicht.

    Frau Lotze, Herr von Mansberg und Herr Niederste Frielinghaus schrieben am 6. Februar im Namen des SPD-Ortsvereins Lüneburg, also auch im Namen von Oberbürgermeister Ulrich Mädge, der dort Mitglied ist:

    „Durch die taktischen Manöver von FDP, CDU und AfD wurde der demokratischen Kultur in Deutschland schwerer Schaden zugefügt. Auch wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten in Lüneburg erwarten, dass der FDP-Ministerpräsident Thomas Kemmerich zurücktritt und den Weg für Neuwahlen freimacht.

    Als Mitglieder der sozialdemokratischen Partei, die sich seit 156 Jahren für die Demokratie einsetzt und gegen Faschismus kämpft, sind wir auch über die Äußerungen von Rainer Dittmers, das gestern ein guter Tag für Deutschland gewesen sei, entsetzt. Als Vorsitzender des Kreistags ist er nicht weiter tragbar.“

    Was ist falsch an dieser Lagebeurteilung, Herr Wiemann?

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    • Berni Wiemann schreibt:

      Sg Herr Berg,
      möglicherweise gelingt es mir nicht immer, aus Ihren sehr umfangreichen Kommentaren, die richtigen Fragen herauszufiltern. Unabhängig von der Wortwahl, für die immer nur der Verfasser verantwortlich ist, unterschreibe ich die Grundaussage unseres Fraktionsvorsitzenden Finn von den Berg. Um nicht (bewusst) Missverstanden zu werden, für uns ist die Annahme der Wahl von Herrn Kemmerich ein „Sündenfall“, wie auch die folgenden „Glückwünsche“ zu seiner Wahl. Der zeitnahe Rücktritt war konsequent! Vor dem Hintergrund der folgende „Hetze“ (insbes. der Antifa) finde ich die Kritik von Finn von den Berg sogar ausgesprochen mutig.

      In diesem Sinne haben wir die „demokratischen“ KT-Abgeordneten aufgefordert „alle verunglimpfenden und diffamierenden Äußerungen und beängstigenden Aktionen, von linken und rechten Feinden der Demokratie“ zu verurteilen (Resolution zum nächsten Kreistag). Im Gegensatz zu ihren gleichlautenden öffentlichen Klagen und Sonntagsreden hat noch keine KT-Fraktion eine Unterstützung/Beteiligung zugesagt. Warum?
      Unter https://twitter.com/antifands
      finden Sie beispielsweise (am 6.02.) die bedrohlich „vermummten Brandstifter“ vor dem Lüneburger FDP-Büro sowie (am 14.02.) unsere komplette KT-Resolution.
      Mit Bitte um Unterstützung erhielten alle Fraktionen (außer AfD) unsere Resolution.
      Die offensichtliche Weiterleitung einer Fraktion an die Antifa finde ich bedenkenswert.

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  8. Berni Wiemann schreibt:

    Sg Herr Berg,
    jeder ist für seine Worte und Taten selbst verantwortlich, in diesem Sinne kommentiere ich nur Fragen die mich persönlich betreffen.
    Die SPD-Presseerklärung von Herrn von Mansberg ist auch für mich populistisch und zersetzend. Dramaturgische Übertreibungen vom professionellen „Theatermacher“ sind akzeptabel, vom SPD-Vorsitzenden Friedrich von Mansberg erwarte ich aber mehr Objektivität und Fairness, nicht nur gegenüber seinen eigenen Genossen. Obwohl die Wahl des Ministerpräsidenten, auch durch das Votum der Wähler, demokratisch legitimiert war, haben auch Lüneburger Liberale die Annahme moralisch unmissverständlich verurteilt.
    Die desaströsen SPD-Verlust (-34%) auf nur noch 8,2% (als Regierungspartei!) könnten die völlig übertriebene „Bissigkeit im Überlebenskampf“ für einen „Theatermacher“ entschuldigen. Als SPD-Dramaturg sollte er aber auch die Dramen und Hauptdarsteller im eigenen SPD-Theater (Tilo Sarrazin, Bülent Cliftlik, Sebastian Edathy, u.v.m.) nicht vergessen, bevor er im Glashaus mit Steinen wirft. Populistischer Eigennutz schwächt die demokratische Mitte. Die überzogene SPD-Pressemitteilung spaltet sogar den die örtliche SPD. Während Herr von Mansberg vom unbedachten Post „entsetzt“ ist und Herrn Dittmers als „nicht weiter tragbar“ hält, beurteilen das die KT-Genossen völlig gegensätzlich. Demokraten können um Lösungen streiten, dürfen sich aber nicht gegenseitig diskreditieren.
    In diesem Sinne bin ich gespannt ob die SPD die Resolution „Demokraten gegen Diffamierungen, Hetze und Gewalt“ gemeinsam mit FDP/Unabhängige in den nächsten Kreistag einbringt.

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    • Klaus Bruns schreibt:

      Herr Berni Wiemann, ihr kommentar in ehren, sehe es hier aber anders. populismus ist an sich nichts schlimmes. laut herbert wehner, sollte man ihn aber üben. von klarer kante sehe ich hier nur etwas vom ortsverein der spd und nichts von der spd kreistagsfraktion. schlechte beispiele hervorzuholen, um damit ein anderes gutes beispiel zu diskreditieren zeigt nichts vom guten stiel und moralischer überlegenheit. diese glashausnummer wird immer dann gern hervorgeholt, wenn man ablenken will. gegen eine resolution für demokraten gegen diffamierung und hetze und gewalt ist nichts einzuwenden. ich bin auch gespannt, wie weit sich die spd dabei verbiegen muss. nicht das es zum kotau kommen muss. schmunzeln.

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      • Berni Wiemann schreibt:

        Sg Herr Bruns,
        ich akzeptiere selbstverständlich Ihre Kritik an meinem „Stiel“.
        Wichtig ist mir nur, dass sich Demokraten (mögl. gemeinsam!) gegen Hass und Gewalt zur Wehr setzen. Hier unterscheiden einige „Demokraten“ leider zwischen Rechts und Links.

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  9. Otto Berg schreibt:

    Sehr geehrter Herr Finn van de Berg, sehr geehrter Herr Wiemann,

    unter den parteipolitischen Stellungnahmen zum Rücktritt von Rainer Dittmers vom Amt des Kreistagsvorsitzenden (https://www.landeszeitung.de/blog/aktuelles/2691396-rainer-dittmers) stechen zwei Sorten von Wortmeldungen hervor:

    A) Diejenigen, die nun Nüchternheit und Augenmaß empfehlen und für welche die Zeilen des CDU-Fraktionsvorsitzenden Günter Dubber stehen mögen, der zu fragen und zu überlegen rät, „wie wir im kommunalpolitischen Raum künftig miteinander umgehen wollen“ und mit Recht konstatiert, die Reaktionen auf Dittmers „Fauxpas“ seien „insbesondere im Netz teilweise alles andere als angemessen und sachlich“ gewesen.

    B) Diejenigen, welche die traurige Unvermeidlichkeit des Dittmers-Rücktritts nutzen, um perfide Botschaften unter das Lüneburger Publikum zu streuen. Dazu gehört die wirre Einlassung von Chrstian-Eberhard Niemeyer (AfD), der völlig frei und uneingezwängt seine Phrasenmeinung über „Meinungskorridore“ genauso verbreiten darf wie die Verrücktheit, „der Sozialismus“ habe den Sozi Dittmers zu Fall gebracht. Aber dazu gehört leider auch das teils leichtfertige, teils bösartige Gezischel von Ihnen, Herr van de Berg, das Sie im Namen der FDP, also auch im Namen von Herrn Wiemann, öffentlich gemacht haben. Woher weiß ein liberaler Demokrat von einer „Mehrheit, die Herrn Dittmers vor einer Abberufung bewahrt hätte“, bevor das Beschlussorgan sich überhaupt versammelt hat? Wie kann ein verantwortungsvoller Abgeordneter einen solchen prophetischen Unsinn in die Zeitung setzen lassen? Will er spalten? Will er Vorurteile anheizen? Will er Nötiges und Legitimes delegitimieren? Sie schreiben, es sei „enormer Druck auf Dittmers ausgeübt“ worden, sprechen von „Schlammschlacht“, „Vorgehen wie diesen“ und von „kleinsten [!] Fehltritten“ und Sie scheinen (als ein Repräsentant einer Rechtsstaatspartei [!]) für Sonderrechte von „Freizeitkommunalpolitikern“ zu plädieren. Kurz: Sie diskreditieren die Kritiker einer hanebüchenen Polterei und stilisieren den entgleisten Polterer zum Opfer.

    Sehr geehrter Herr Finn van de Berg, sehr geehrter Herr Wiemann,

    Sie mögen von der Tatsache, dass es eine eigene Pressemeldung des Lüneburger SPD-Ortsvereins (siehe unten) gibt, genauso erstaunt gewesen sein wie ich. Denn diese Meldung dokumentiert den tiefen Riss, der durch die Lüneburger SPD geht, und ihre Veröffentlichung ist daher ein Stück weit auch als internes parteitaktisches Werkzeug zu begreifen. Aber ihr Inhalt ist meiner Meinung nach (also im Gegensatz zu der von Herrn Mädge und Herrn Kamp) absolut korrekt und Ähnliches hätte nach meinem Dafürhalten den mehr als unglücklichen gestrigen Äußerungen des FDP-Fraktionvorsitzenden unbedingt vorgeschaltet sein müssen, um an deren illiberaler Ignoranz nicht zu verzweifeln.

    Was von Ihnen im Namen der Lüneburger FDP in die Zeitung gesetzt worden ist, bedient das Vorurteil, nicht der „Täter“ (in diesem Fall Herr Dittmers als Claqueur der Thüringer Neo-Nazis), sondern die Tatkritiker und Tataufklärer seien die „Feinde“ der Demokratie, weil sie „Unruhe stiften“ und junge Leute – angeblich – vom politischen Engagement abhalten.

    Bitte denken Sie einmal über Günter Dubbers Frage nach: „wie wir (und zu diesem „Wir“ gehören auch die Bürger) im kommunalpolitischen Raum künftig miteinander umgehen wollen“ UND lesen und behandeln Sie die folgende SPD-Resolution gedanklich bitte einmal so, als käme sie wirklich von allen Lüneburger Sozialdemokraten:

    -———————————————

    OV Lüneburg der SPD — PRESSEERKLÄRUNG vom 6. Februar 2020

    Zur Wahl des FDP-Ministerpräsidenten in Thüringen und zu den Äußerungen des Vorsitzenden des Lüneburger Kreistags Rainer Dittmers auf Facebook erklärt die SPD Lüneburg:
    Über die Vorgänge im thüringischen Landtag gestern sind wir fassungslos. Angefangen von der Tatsache, dass der Kandidat der FDP die Wahl angenommen hat, über die öffentlichen Äußerungen von Herrn Kubicki und Herrn Lindner, bis zum Interview mit dem gewählten Ministerpräsidenten im heute-journal. Das Maß an politischer Entgleisung, Instinktlosigkeit, Geschichtsvergessenheit und Machtbesessenheit entsetzt uns.
    Ein Kandidat der Mitte, der sich, wissentlich und bewusst kalkuliert, von der Höcke-AfD zum Ministerpräsident wählen lässt, ist kein Kandidat der Mitte. Er ist ein Kandidat der Spaltung der demokratischen Kräfte, er ist ein Kandidat von Gnaden der Faschisten.
    Durch die taktischen Manöver von FDP, CDU und AfD wurde der demokratischen Kultur in Deutschland schwerer Schaden zugefügt.Auch wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten in Lüneburg erwarten, dass der FDP-Ministerpräsident Thomas Kemmerich zurücktritt und den Weg für Neuwahlen freimacht.
    Als Mitglieder der sozialdemokratischen Partei, die sich seit 156 Jahren für die Demokratie einsetzt und gegen Faschismus kämpft, sind wir auch über die Äußerungen von Rainer Dittmers, das gestern ein guter Tag für Deutschland gewesen sei, entsetzt. Als Vorsitzender des Kreistags ist er nicht weiter tragbar.
    Friedrich von Mansberg, Vorsitzender OV Lüneburg der SPD
    Carl Johann Niederste Frielinghaus, Co-Vorsitzender der Jusos im SPD-Unterbezirk Lüneburg und Kandidat
    für den Vorsitz des Ortsvereins Lüneburg
    Hiltrud Lotze, Kandidatin für den Vorsitz des SPD-Ortsvereins Lüneburg

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    • Klaus Bruns schreibt:

      Herr Berg, wie schön ,dass es sie gibt. schmunzeln. ich hatte die gleiche frage gestellt, natürlich weit aus kürzer formuliert und richtung fdp gestellt. sie wurde wahrscheinlich mangels masse gleich gelöscht. ich bin eben kein akademiker. die werden bekanntlich vor gericht auch anders behandelt. schmunzeln. wie groß, müssen ,,kleine verfehlungen“ eigentlich sein, damit es konsequenzen gibt?

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      • Berg Otto schreibt:

        Danke, Herr Bruns. In Sachen Knappheit (360°) kann Ihnen keiner das Wasser reichen. „Kleinste Verfehlungen“. Superlativ! Das könnte Kubicki sich ausgedacht haben. Kennen Sie Bettina Wegner? „Sind so kleine Sachen“? Kinderlied. Die letzte Strophe lautet:

        Grade, klare Menschen
        Wär’n ein schönes Ziel.
        Leute ohne Rückgrat
        Ha‘m wir schon zuviel.

        PS: Herr Wiemann, auch wenn er zuweilen daneben liegt (oder anderer Ansicht ist als ich, ist ein Mensch mit Rückgrat! Sie sind es (unter demselben Vorbehalt) ebenfalls!

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  10. jj schreibt:

    Der Lüneburger Kreistagsvorsitzende Rainer Dittmers (SPD) gibt sofort sein Amt auf. Er zieht damit die Konsequenz aus seinem Facebook-Post zur Ministerpräsidenten-Wahl in Thüringen „Ein guter Tag für Deutschland.“ Auch als Ratsvorsitzender und stellvertretender Bürgermeister von Adendorf tritt er zurück.
    Mehr LZ-Online
    https://www.landeszeitung.de/blog/aktuelles/2691104-dittmers-tritt-als-kreistagsvorsitzender-zurueck

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    • Michèl Pauly schreibt:

      Es ist gut dass er zurücktritt. Bedauerlich ist es, dass es nicht sofort geschah. Noch bedauerlicher ist es, dass die SPD-Fraktion keinerlei Konsequenzen zu ziehen vermochte. Für ein geringer zu bewertendes Posting wurde der Ostbeauftragte Hirte durch Merkel entlassen. Es ist schon bemerkenswert, dass manchmal die CDU konsequenter gegen die Normalisierung der extremen Rechten ist als die (Lüneburger) SPD.

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      • Klaus Bruns schreibt:

        Noch bedauerlicher ist es, dass die SPD-Fraktion keinerlei Konsequenzen zu ziehen vermochte.
        stimmt,war aber zu erwarten, leider.

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    • Otto Berg schreibt:

      Ein guter Tag für Lüneburg!

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    • Otto Berg schreibt:

      … und ein guter Tag für Rainer Dittmers.

      Rainer Dittmers ist ein Mann mit Ansichten, die ich ablehne. Aber er ist ein Ehrenmann! Und er gibt mit seiner heutigen Entscheidung ein Beispiel, das leuchten wird und das Schule machen sollte – nicht nur im Lüneburger Land!

      Meine Meinung!

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    • Otto Berg schreibt:

      Eine Sternstunde des deutschen Journalismus war die gestrige Sendung von Markus Lanz zu dem Schmuddelthema, über das Rainer Dittmers in den vergangenen acht Tagen aus seinen politischen Ämtern gestolpert, aber dennoch ein Ehrenmann geblieben ist.

      Zentralfiguren in dieser Runde waren Bernhard Vogel (CDU), den ich bis gestern Abend sehr geschätzt habe, und Alexander Graf Lambsdorff (FDP), den ich bis gestern Abend ertragen habe.

      Vielmehr als die Tatsache ihrer abstoßenden Hinterbühnenmachinationen, die zum Fiasko des „Thüringer Mittwochs“ (5. Februar 2020) geführt haben, entsetzt das Ausmaß überheblicher Uneinsichtigkeit und blasierter Dreistigkeit dieser beiden Herren bei ihrem Versuch, Millionen von Fernsehzuschauern die grellen Widersprüche in ihren Rechtfertigungsmärchen als „Wahrheit mit vernachlässigbaren Schönheitsfehlern“ anzudienen. Wer die verlogene Verkommenheit zweier prominenter Politiker im Stadium öffentlicher Selbstdemontage miterleben möchte, der schaue sich die Videokonserve „Markus Lanz vom 12. Februar 2020“ in der ZDF-Mediathek an: https://www.zdf.de/gesellschaft/markus-lanz/markus-lanz-vom-12-februar-2020-100.html

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  11. Otto Berg schreibt:

    Sehr geehrte Frau Kruse-Runge, sehr geehrte Frau Plaschka, sehr geehrte Herren Dubber, Kamp, Mues, Niemeyer, van den Berg und Stoll,

    der SPD-Fraktionsvorsitzende Franz-Josef Kamp informierte am Sonntag in einer Pressemeldung: Herr Rainer Dittmers habe „die Kreistagsfraktion um die Möglichkeit gebeten, bei den anderen Fraktionen im Kreistag für seine Loyalität und als guter Demokrat für seine Unabhängigkeit als Kreistagsvorsitzender zu werben“. (Wie Herr Schnell gestern ergänzte, wird Herr Kamp gemeint haben, Herr Dittmers habe gebeten, bei den anderen Fraktionen „werben zu dürfen“ und nach SPD-Erlaubnis versuchen zu dürfen, von diesen „anderen Fraktionen“ und natürlich nicht von der SPD die Möglichkeit dazu zu erhalten.)

    Sieben Fragen:

    A) Wie “wirbt“ man bei „anderen Fraktionen im Kreistag für seine Loyalität“?

    B) Wie “wirbt“ man bei anderen Fraktionen im Kreistag „als guter Demokrat für seine Unabhängigkeit“?

    C) Sind für Herrn Dittmers „Loyalität“ und „Unabhängigkeit“ Eigenschaften, die er nicht zu haben braucht, sondern die er mittels Eigenwerbung bloß behaupten muss? „Der innere Kompass“ als Reklame-Produkt?

    D) Schließen sich LOYALITÄT FÜR und UNABHÄNGIGKEIT GEGENÜBER anderen Fraktionen nicht aus? Wie kann „ein guter Demokrat“ jeder Kreistagsfraktion beides zugleich anbieten?

    E) Wie kann Herr Dittmers an einem Mittwoch seiner (ich zitiere K. Schnell) tiefinnersten Überzeugung „jubilierenden öffentlichen Ausdruck“ verleihen („Das ist ein guter Tag für Deutschland! Heute morgen dachte ich noch, Deutschland ist verloren. Jetzt schöpfe ich wieder Hoffnung!“) und vier Tage später diese bei Facebook gegen Einreden noch „über Stunden mehrfach verteidigte Herzensüberzeugung“ verleugnen? Wie kann einer öffentlich seine durch und durch parteiische Voreingenommenheit in die ganze Welt hinaus trompeten, um aber sofort seine parteiliche Unvoreingenommenheit zu behaupten, sobald ihm der Verlust eines Ehrenamtes droht?

    F) Ist mit dem Amt des Kreistagsvorsitzenden eine öffentliche hysterische Beifallsbekundung à la Dittmers nicht ebenso unvereinbar wie die unehrenhafte „Werbe“- oder „Kotau“-Tournee, mit welcher Herr Dittmers sich jetzt gegen den – unabwendbaren – Rücktritt von seinem Amt stemmt – und dabei den weiteren, dank „Arena“-Skandal ohnehin schon galoppierenden Ansehensverlust seiner eigenen Fraktion ebenso in Kauf nimmt wie die „nachhaltige“ Beschädigung des wichtigen Kreistagsamtes?

    G) Kann es für Herrn Dittmers einen anderen „Lösungsweg“ aus den skizzierten Dilemmata geben, als seine LOYALITÄT dem Verfassungsorgan „Kreistag“ gegenüber und seine UNABHÄNGIGKEIT als Ehrenmann dadurch zu erweisen, dass er umgehend seinen Rücktritt vom Amt des Kreistagsvorsitzenden erklärt und sein Abgeordnetenmandat zur Verfügung stellt?

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    • jj schreibt:

      Lieber Herr Berg, da ich Herrn Dittmers nun über lange Zeit in mehreren Sitzungen erlebt habe, kann ich meinen Eindruck wiedergeben, dass er die Sitzungen tatsächlich souverän und unparteiisch, also ohne Beanstandung, geführt hat, und das waren keine belanglosen Sitzungen, da ging es mehrfach um die Arena und die Elbbrücke. Insofern stimme ich Herrn Kamp in diesem Punkt zu.

      Ich kann auch bestätigen, dass die Sozialen Medien für einen Mann wie Herrn Dittmers nichts ist. Da richteten sich mal heftige Posts gegen die eigene Partei, mal wurden da Politiker gelobt, die sicher keine Vorbilder für Sozialdemokraten sind. Das er die Macht unterschätzt hat zeigt die panische Reaktion, alles vom Netz zu nehmen.

      Dass Sie für Rücktritt sind, habe Sie nicht erst heute bekundet. Und Ihre Fragen wird vielleicht der ein oder oder lesen, weil Sie ja ein kluger Kopf sind, aber beantworten wird sie niemand. Ich denke, die Fragen sind auch nur rhetorische Wendungen. Lg jj

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      • Ulrich Blanck schreibt:

        Lieber Herr Jenckel,
        es ist schon ausfallend wie häufig Sie Beiträge von Otto Berg kommentieren. In diesem Fall meinen Sie die von Herrn Berg gestellten Fragen als nicht zu beantworten klassifizieren zu müssen. Warum? Wäre es nicht angemessen gewesen abzuwarten, ob sich die angesprochenen Personen nicht doch äußern, ggf. dann zu kommentieren, wenn dieses unterbleibt? Nun fällt es den angesprochenen allzu leicht stumm zu bleiben. Mich hätten die Antworten doch sehr interessiert, zumal diese Fragen schon längst, vielleicht auch von Ihnen, hätten gestellt werden können/sollen.

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      • jj schreibt:

        Lieber Herr Blanck,
        Otto Berg ist ein kluger Kommentator, mir manchmal zu suggestiv unterwegs. Die Methode, einen langen Fragenkatalog an eine Reihe von Politikern zu schicken, gehört zu seinen Stilelementen. In der Vergangenheit hat das nicht verfangen. Aber Sie haben recht, da war ich zu schnell, hätte abwarten sollen. Als Sühne will ich mal so tun, als wäre auch ich angesprochen. Los geht es

        A) Wie “wirbt“ man bei „anderen Fraktionen im Kreistag für seine Loyalität“?
        — In dem die Fraktionen gebeten werden, zu bilanzieren, wie sich dieser Politiker in der Vergangenheit ihnen gegenüber verhalten hat.

        B) Wie “wirbt“ man bei anderen Fraktionen im Kreistag „als guter Demokrat für seine Unabhängigkeit“?
        — In dem die Fraktionen s.o. Soll und Haben auflisten.

        C) Sind für Herrn Dittmers „Loyalität“ und „Unabhängigkeit“ Eigenschaften, die er nicht zu haben braucht, sondern die er mittels Eigenwerbung bloß behaupten muss? „Der innere Kompass“ als Reklame-Produkt?
        — Fürs erste müsste man seine Arbeit im Kreistag Revue passieren lassen, meines Wissen hat er es an Loyalität gegenüber dem Organ Kreistag und an Unabhängigkeit im Amt nicht mangeln lassen. Fürs zweite ist festzustellen, dass der innere Kompass zwischen analogem und digitalem Tun mächtig ins Kreiseln kommt bei Herr Dittmers.

        D) Schließen sich LOYALITÄT FÜR und UNABHÄNGIGKEIT GEGENÜBER anderen Fraktionen nicht aus? Wie kann „ein guter Demokrat“ jeder Kreistagsfraktion beides zugleich anbieten?
        — Hier handelt es sich vordergründig um einen Widerspruch, den Herr Berg später selber en passant aufklärt. In sehe das als eine typische Leerformel in der SPD-Pressemitteilung.

        E) Wie kann Herr Dittmers an einem Mittwoch seiner (ich zitiere K. Schnell) tiefinnersten Überzeugung „jubilierenden öffentlichen Ausdruck“ verleihen („Das ist ein guter Tag für Deutschland! Heute morgen dachte ich noch, Deutschland ist verloren. Jetzt schöpfe ich wieder Hoffnung!“) und vier Tage später diese bei Facebook gegen Einreden noch „über Stunden mehrfach verteidigte Herzensüberzeugung“ verleugnen? Wie kann einer öffentlich seine durch und durch parteiische Voreingenommenheit in die ganze Welt hinaus trompeten, um aber sofort seine parteiliche Unvoreingenommenheit zu behaupten, sobald ihm der Verlust eines Ehrenamtes droht?
        — Der Post ist schlimm und Herr Dittmers hätte gut daran getan, vorher einmal darüber nachzudenken, wer hier wen vorführt und die Demokratie beschädigt, und das auch noch in Thüringen. Wenn ihm das egal sein sollte, dann bitte sofort Amt niederlegen.

        F) Ist mit dem Amt des Kreistagsvorsitzenden eine öffentliche hysterische Beifallsbekundung à la Dittmers nicht ebenso unvereinbar wie die unehrenhafte „Werbe“- oder „Kotau“-Tournee, mit welcher Herr Dittmers sich jetzt gegen den – unabwendbaren – Rücktritt von seinem Amt stemmt – und dabei den weiteren, dank „Arena“-Skandal ohnehin schon galoppierenden Ansehensverlust seiner eigenen Fraktion ebenso in Kauf nimmt wie die „nachhaltige“ Beschädigung des wichtigen Kreistagsamtes?
        — Die Frage können nur die Kreistagsmitglieder beantworten. Also bitte, bitte, springen Sie mir bei.

        G) Kann es für Herrn Dittmers einen anderen „Lösungsweg“ aus den skizzierten Dilemmata geben, als seine LOYALITÄT dem Verfassungsorgan „Kreistag“ gegenüber und seine UNABHÄNGIGKEIT als Ehrenmann dadurch zu erweisen, dass er umgehend seinen Rücktritt vom Amt des Kreistagsvorsitzenden erklärt und sein Abgeordnetenmandat zur Verfügung stellt?
        — Auch das entscheiden zuerst Herr Dittmers und dann der Kreistag. Lg jj

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      • Otto Berg schreibt:

        Hallo Herr Jenckel,

        jetzt haben Sie auf Ihre erste Stellvertreteranmaßung gleich noch eine zweite drauf gesattelt. Das mutet fast ein wenig wie in der UdSSR zu Breschnews Zeiten an. Da wurde auch in der Prawda immer von scheinbar neutraler Seite bekannt gemacht, warum keiner der „Genossen“ persönlich auf Fragen antworten werde. Medien und Politik sprachen schließlich als Vorhut einer besseren Welt mit einer, mit „der“ Stimme des Volkes.

        Zu A und B: Niemand kann für seine Loyalität und Unabhängigkeit „werben“. Man kann loyal und/oder unabhängig sein oder nicht, aber weder das eine noch das andere „bewerben“, ohne es dadurch infrage zu stellen!

        Zu C: Die Vergangenheit ist nicht entscheidend, die Zukunft ist es. Her Dittmers hat sich für die Zukunft im Amt disqualifiziert. Auch war Dittmers nach Ihrer eigenen Aussage ein erfahrener Facebook-Polemiker.

        Zu D: Ich sehe nicht, wo ich diesen Widerspruch als „vordergründig“ selbst „aufkläre“. Wo bitte?

        Zu E: Noch Stunden nach diesem initialen Ausruf der Begeisterung („Heute morgen dachte ich noch, Deutschland [!] ist verloren. Jetzt schöpfe ich wieder Hoffnung!“) hat Dittmers seinen übergeschnappten Kommentar gegen bestürzte Einreden auf Facebook vehement verteidigt. (Ich besitze Screenshots.) Sogar die Warnung des Ratsherrn Pauly (LINKE), er werde mit seinen Äußerungen bestimmt nicht Kreistagsvorsitzender bleiben können, quittierte Dittmers uneinsichtig mit der Entgegnung; „Michel Pauly, da muss ich dann wohl mit leben!“

        Zu F: Die Frage, ob Dittmers für sein Amt weiter tragbar ist, kann jeder Staatsbürger beantworten. Ich beantworte sie: Dittmers ist als Kreistagsvorsitzender nicht mehr tragbar!

        Zu G: Dass es für Herrn Dittmers keinen anderen „Lösungsweg“ aus den skizzierten Dilemmata geben kann, als seine LOYALITÄT dem Verfassungsorgan „Kreistag“ gegenüber und seine UNABHÄNGIGKEIT als Ehrenmann dadurch zu erweisen, dass er umgehend seinen Rücktritt vom Amt des Kreistagsvorsitzenden erklärt und sein Abgeordnetenmandat zur Verfügung stellt, — kann natürlich NUR Herr Dittmers ALLEINE entscheiden.

        PS: Meine Beiträge als „zu suggestiv“ zu bezeichnen, ist eine pauschale Herabsetzung. Ich bitte um konkrete Belegstellen und Nachweise für diese Behauptung.

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    • Otto Berg schreibt:

      Lieber Herr Jenckel,

      Herrn Dittmers, Herrn Kamp, Herrn Mädge, Herrn Bothe und Frau Schröder-Ehlers wird es sicher freuen zu lesen, dass Sie (a) Herrn Dittmers bescheinigen, er habe seine Machtposition im Kreistag nie missbraucht und (b) er hantiere mit Medieninstrumenten deren Ewigkeitswirkungen er nicht begreife, sowie (c) ihm und seinen Freunden versichern, sie brauchten sich um Leserkommentare – insbesondere um meine Fragen – nicht zu scheren, da ohnehin niemand darauf reagieren werde und es sich „auch nur um rhetorische Wendungen“ handele.

      Den Stein, der Frau Kruse-Runge, Frau Plaschka und den Herren Dubber, Kamp, Mues, Niemeyer, van den Berg und Stoll durch den Einsatz Ihrer, der Jenckelschen „rhetorischen Wendungen“ vom dankbaren Herzen fällt, kann man zwischen Hannover und Berlin im ganzen Landkreis poltern hören.

      Jedoch, (zu a) es geht gar nicht darum, wie Herr Dittmers dem KT-Vorsitz in der Vergangenheit gerecht geworden ist. Es geht darum, dass er (wie 2018 Herr Dr. Scharf auch) sich mit einem einzigen hanebüchenen Medienauftritt als Moderator und Repräsentant ALLER Kreistagsabgeordneten (w/m) und damit auch als Repräsentant ALLER Kreisbürgerinnen und Kreisbürger disqualifiziert hat. Zu ( b) schreiben Sie selbst „Dittmers ist oder war (?) in den Sozialen Medien lange aktiv. Da teilte er … gerne … aus.“ Auch ist es meines Erachtens ganz gleichgültig, welches Format einer nutzt, um seine vorurteilsbeladenen antidemokratischen Affekte öffentlich zu machen. Sobald er diese öffentlich bekannt gemacht hat, ist er für ein öffentliches politisches Amt nicht mehr tragbar! Punkt.

      Und nun zu (c): Ja, ich sehe NUR EINEN ehrenrettenden (andere nicht beschämenden und beschädigenden) Weg für Herrn Dittmers, nämlich seinen sofortigen freiwilligen Rückzug aus allen seinen politischen Ämtern. Doch warum Sie, Herr Jenckel, meinen, sich vor alle Kreisfraktionsvorsitzenden werfen zu sollen und an deren statt zu dekretieren, es werde niemand von denen antworten, das erstaunt mich. Treten Sie so denn nicht mehr wie ein sprachregelnder Verhaltensdompteur auf als wie ein an lebendigem Austausch interessierter Blogmaster? Ich stelle meinen Kreistagsvertretern Fragen, deren Bedeutung ich mit Gründen hergeleitet habe. Warum delegitimieren Sie meine Anliegen als „rhetorische Wendungen“, erstens ohne überhaupt angesprochen worden zu sein und zweitens ohne von den Angesprochenen als Klassensprecher autorisiert worden zu sein?

      Ist die Dialogunfähigkeit unserer politischen Vertreter schon soweit fortgeschritten, dass Sie als Journalist Mitleid mit ihnen empfinden und diese wie das liebe Großmütterchen die sieben kleinen Geißlein vor dem bösen Wolf unter Ihrem Rock verstecken, wenn ein Bürger hereintritt und mit artigen Fragen ein paar einfache Antworten begehrt?

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      • jj schreibt:

        Lieber Berg, Sie haben ja solche Anfragen an mehrere Politiker, ich glaube auch mal verstärkt durch ein Mailing, schon öfter gestellt. Und, gab es Antwort? Arena? Scharf?

        Darüber würde ich nachdenken. Wollen Sie Erfolg, muss es wohl etwas knapper und offner sein und nicht so zwar rhetorisch klug, aber auch streng und lang.

        Herr Blanck hatte mich auch schon kritisiert. Ich habe ihm recht gegeben und mal aus meiner Sicht die Fragen pariert – soweit es mir möglich war. Lg jj

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      • Otto Berg schreibt:

        Lieber Herr Jenckel,

        leider gehen Sie auf keine meiner Repliken ein. Ihnen ist offenbar nur daran gelegen, die angeschriebenen Kreistagsmitglieder vom antworten abzuhalten.

        Wieder maßen Sie sich an, für andere zu urteilen, obwohl Sie gar nicht angesprochen waren.

        Warum?

        „Zu lang“, „zu streng“, „zu wenig offen“?

        Wäre es nicht einfacher, meine Kommentare gleich ganz zu unterdrücken?

        Sie haben die voll berechtigte Kritik von Ratsherr Blanck nicht „pariert“! Sie haben sie verkleistert.

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      • jj schreibt:

        Lieber Herr Berg, solange Sie sachlich bleiben und ohne Beleidigung posten, mische ich mich bei Ihnen nicht mehr ein. Es tut mir wirklich von ganzem Herzen leid, dass ich Sie verärgert habe, und ich habe auch keine böse Absicht verfolgt. Aber wie das so ist, wenn man missverstanden wird, man macht alles nur noch schlimmer. Lg jj

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      • Kevin Schnell schreibt:

        Journalisten, wenn sie in die erste Reihe Lüneburger Wahrnehmung vorstoßen wollen, darf es an Selbstbewusstsein nicht mangeln. Wir kennen sie alle, die graumelierten Welterklärer des Typs Claus-Detlev Walter Kleber. Sie treten auf wie Oberlehrer, denn sie wissen, wie die Dinge sind.

        Ganz vorne in dieser Riege steht Hans-Herbert Jenckel. Einstmals bei der LZ, dann Redakteur bei der Welt, anschließend Pressesprecher unter, neben und gelegentlich über OB Ulrich Mädge, danach viele Jahre wieder bei der LZ als geschäftsführender Redakteur und Vize-Chef mit Schriftleiter Christoph Steiner unter sich und jetzt dabei, mit seinem Blog, seinen 11:30 Uhr-Videos und seinen 2021-Podcasts den Journalismus im Landkreis neu zu erfinden.

        Für sein ehrgeiziges Projekt braucht Diskursunternehmer Jenckel neben Lesern und großzügig ihre Lebenszeit investierenden Kleinschreibern wie Berg, Bruns und Bembel vor allem prominente Kommentatoren aus regionaler Wirtschaft, Reeperbahnen-Kultur und Lokalpolitik. Und er wird sie bald brauchen. Denn „Time Is Money“ lautet Benjamin Franklins „Advice to a Young Tradesman“, der in Sachen gefälliges Infotainment und kommunikativer Blitzableiterei unterwegs ist. Da mag es zwecks „Kundenfang“ naheliegen, sich als unfehlbar auszugeben und sich über andere allzu entschieden auftretende Meinungsinhaber zu erheben. Mit „hundert Prozent Journalismus, keine Märchen“ hat das freilich nichts zu tun. Es ist billige Eigen-PR à la Claus Kleber, Gabor Steingart oder Roland Tichy, von Leuten also, die Politik nicht nur analysieren, sondern im Grunde selber machen möchten. Wie wäre es wenigstens mit einem Prozent Demut? Als Journalist müsste Lünburgs Lautsprecher Jenckel eigentlich um das stets Vorläufige des Metiers und die Halbwertszeit von werblichen Promotionen, Positionen und Prognosen wissen.

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      • jj schreibt:

        Lieber Herr Schnell, Sie haben das Dankeschön an die FAZ vergessen. Dort ist Ihr ganzer erster Absatz entliehen:

        https://www.google.de/amp/s/m.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/gabor-steingarts-journalismus-er-ruft-zum-boykott-auf-16629106.amp.html

        Lg jj
        PS: Ich war bei der Welt am Sonntag

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  12. Kevin Schnell schreibt:

    Sehr geehrter Herr Jenckel,

    ich habe eine Frage zur Sache.

    Sie schreiben, zu Rainer Dittmers und seinem „unerträglichen“ (Philipp Meyn) Facebook-Post: „Jetzt muss der Kreistagschef auf Kotau-Kurs“. Und der SPD-Fraktionsvorsitzende Franz-Josef Kamp informierte am Sonntag: „Herr Dittmers hat die Kreistagsfraktion um die Möglichkeit gebeten, bei den anderen Fraktionen im Kreistag für seine Loyalität und als guter Demokrat für seine Unabhängigkeit als Kreistagsvorsitzender zu werben“. (Herr Kamp meinte: Dittmers habe gebeten, bei den anderen Fraktionen „werben zu dürfen.“)

    Der „Kotau“, lieber Herr Jenckel, mag in Rat- und Kreishaus vielleicht nah an der Praxis sein, aber das Wort ist selbst unter Lüneburger Gemeindevertretern keine alltägliche Vokabel. Der Duden definiert: „sich unterwürfig-demütig jemandem gegenüber verhalten“ und erklärt „in China früher im Kultus oder vor Respektspersonen übliche, in kniender Haltung ausgeführte tiefe Verbeugung, bei der der Kopf den Boden berührte“.

    Nun trifft es sich, dass Sie, lieber Herr Jenckel, sich erst Mitte November vorigen Jahres mit der Sorge trugen, es möchten mit Herrn Landrat Böther „Chinesische Verhältnisse im Landkreis Lüneburg“ bevorstehen: https://blog-jj.com/2019/11/20/chinesische-verhaeltnisse-im-landkreis/

    Ich dagegen habe große Mühe mir vorzustellen, wie wohl der Auftritt von Herrn Dittmers (eventuell in Begleitung von Frau Schöder-Ehlers, die skandiert: „Demokraten dürfen nicht mit Faschisten paktieren“, (LZ, 7. Feb.)) auf dem „Kotau-Kurs“ vor der AfD-Kreistagsfraktion aussehen könnte, nachdem die „Chinesischen Verhältnisse“ dort in Gestalt von Lehrer-Denunziationsplattformen für Schulkinder ja schon vor geraumer Zeit „Mainstream“ geworden sind.

    Meinen Sie die Dittmers‘sche „Kotau“-Rutscherei vor den demokratisch gewählten AfD-Abgeordneten Niemeyer, Subke, Bothe, Dingeldey und Runkel könnte dann in etwa so aussehen wie auf dem folgenden Wikipedia-Bild?


    Foto: wikipedia.org/wiki/Kotau

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    • jj schreibt:

      So wie auf dem Bild sicher nicht, im übertragenen Sinne, also Ausdruck innerer Haltung eventuell. Ob Herr Dittmers überhaupt zur AfD geht, ist mir nicht bekannt.
      Mit Ihrem Exkurs zur Überwachung, chinesische Verhältnisse bezogen sich da eindeutig auf die Neuen Medien, haben Sie die Klammer weit gedehnt. Lg jj

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      • Kevin Schnell schreibt:

        „Innere Haltung“ wäre ja noch viel schlimmer als äußere Schauspielerei! Herr Dittmers kann doch nicht erst seinem innersten Meinen jubilierenden öffentlichen Ausdruck verleihen („Das ist ein guter Tag für Deutschland! Heute morgen dachte ich noch, Deutschland ist verloren. Jetzt schöpfe ich wieder Hoffnung!“) und dann (nur damit er sein Amt behalten darf) diese über Stunden mehrfach verteidigte Herzensüberzeugung mit plötzlich angeblich generalrenovierter Herzensüberzeugung verleugnen.

        Da machte Herr Dittmers sich ja nicht nur vor sich selbst und vor anderen vollkommen unglaubwürdig, sondern er machte sich geradezu lächerlich – und die, die ihm das abkaufen, gleich mit.

        Und warum sollte Herr Dittmers auf seiner „Kotau“-Runde die AfD-Fraktion aussparen, wenn sein Fraktionschef doch mitteilt, der Noch-Kreisvorsitzende werde ALLE Fraktionen besuchen? Ist Herr Dittmers denn nicht Noch-Kreisvorsitzender ALLER im Kreistag vertretenen Parteien, die er ohne Ansehen ihrer politischen Überzeugungen gleich zu behandeln hat? (Also auch die CDU, die AFD und die FDP?) Wäre Herr Dittmers nicht, wenn er das anders handhabte, schon aus genau dem Grund ungeeignet für seinen Posten, welcher ihn – in seinen Augen – trotz seiner grell einseitigen öffentlichen Parteinahme geeignet macht?

        Zuletzt zu meinem vorigen Kommentar ganz allgemein:

        Ich habe es einfach mit dem Befolgen der von Karl Kraus 1918 wiederentdeckten und hier, wie mir schien, besonders gut passenden Aufforderung von Georg Büchners Mercier versucht:

        „Geht einmal euren Phrasen nach bis zu dem Punkt, wo sie verkörpert werden!“

        (Dantons Tod, 3. Akt, 3. Szene)

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      • jj schreibt:

        Lieber Herr Schnell, ich habe Ihnen nur meine Meinung gesagt, die von Herrn Dittmers in diesem Punkt kenne ich nur in soweit, als dass er um Facebook jetzt einen Bogen macht. Ansonsten gilt natürlich das Wort der Partei. Und wir sollten es erstmal dabei belassen. Lg jj

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      • Kevin Schnell schreibt:

        ICH bin der Meinung, mehr als sonst gilt in dieser Schmuddel-Affäre das Wort jedes einzelnen Abgeordneten gemäß NKomVG § 54 Abs.1 Satz 1: „Die Mitglieder der Vertretung üben ihre Tätigkeit im Rahmen der Gesetze nach ihrer freien, nur durch Rücksicht auf das öffentliche Wohl geleiteten Überzeugung aus.“

        Und im Übrigen:

        „Die Partei, die Partei hat NICHT immer recht!“

        Hans-Herbert Jenckel am 27. Januar 2019: https://blog-jj.com/2019/01/27/die-partei-die-partei-hat-nicht-immer-recht/

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      • jj schreibt:

        Genau

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      • Kevin Schnell schreibt:

        Im Falle des Abwahlantrages gegen Herrn Dr. Scharf hat die SPD-Fraktion in der Aula der Christiani-Schule auf einer GEHEIMEN Beschlussfassung bestanden. Ich hoffe, die SPD-Fraktion im Kreishaus wird ebenfalls für die GEHEIME Beschlussfassung im Falle des Abwahlantrages gegen Rainer Dittmers stimmen, damit solchen Sozialdemokraten keine Sanktionen „von oben“ drohen können, die sich nicht an die Vorgaben ihrer „Fraktionsführung“ (w/m) halten, sondern sich für das richtige anstatt für das ihnen bloß aufgenötigte Votum entscheiden!

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  13. Timo Albrecht schreibt:

    MEHR DRIVE MIT NEUER FÜHRUNGSFIGUR

    Nach Libeskind-, Plagiats-, Scharf-, Twesten-, Nahrstedt-, Thüringen- und Dittmers-Skandalen: Am schnellsten reagieren wieder einmal Lüneburgs Christdemokraten:


    Foto: titanic-magazin.de

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  14. Georg Waldmann schreibt:

    „Wer ausgrenze und hetze, diskreditiere die Meinung anderer, spalte und schließe sich damit von einem demokratischen Konsens aus“, schrieb Felix Petersen nicht zuletzt wohl Rainer Dittmers ins Stammbuch, bevor sich am Sonntagvormittag beim verspäteten Neujahrsempfang des CDU Kreisverbandes Lüneburg in der Scharnebecker Domäne Reinhold Hilbers (vorne links) und Stefan Porwol zu dem jungen Vorsitzenden (v.r.) vor die Kamera des LZ-Fotografen drängten. Der leicht ausgegrenzt wirkende Eckhard Pols (rechts) schaffte es auch mit aufs Bild.

    https://www.landeszeitung.de/blog/aktuelles/2689895-neujahrsempfang-cdu

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  15. Klaus Bruns schreibt:

    Rainer Mencke
    Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) griff die Werte-Union konservativer Kräfte in der Union an. „Ein Bekenntnis zur Werte-Union ist eine Beleidigung für alle CDU-Mitglieder“, sagte er. Die CDU mache Politik auf den Fundamenten ihrer Werte. „Es braucht keine Werte-Union.“ Eine Trennung von der Werte-Union stehe aber nicht zur Debatte. Er fordert jeden in der Werte-Union auf, sich zu überlegen, ob sein Platz noch in der Union sei.
    ich nenne sowas rumgeeier. die cdu verhält sich also auch nicht anders, wie hier die spd. deswegen vertragen sie sich ja auch so gut.

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  16. jj schreibt:

    Aus gegebenem Anlass erinnere ich noch einmal ans PS unter dem jüngsten Blog. weil ich ich lösche ungern Kommentare. Lg jj

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    • Daniel Fehrenbach schreibt:

      Ich erinnere an die Worte des AfD-Landtags- und Kreistagsabgeordneten Stephan Bothe aus Amelinghausen, der anlässlich der Facebook-Entgleisung von Rainer Dittmers am Freitag, den 7. Februar 2020 von LZ-Chefredakteur Marc Rath mit den Worten zitiert wurde, er, Bothe, „sei froh, einen solch klugen Vorsitzenden im Kreistag zu haben“ und Herr Dittmers „habe die Unterstützung der AfD-Fraktion“.

      Warum also sollte am Abend des 24. Februar 2020 die Schlagzeile nicht lauten können wie unten? Auch die Zeitgeschichte hat ihre ironischen Pointen.

      „SPD spricht Rainer Dittmers das Vertrauen aus – mit den Stimmen der AfD“.

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      • Doris Fischer schreibt:

        ⮕ Rainer Dittmers (SPD): „DAS IST EIN GUTER TAG FÜR DEUTSCHLAND!“
        ———————————————————————————

        ⮕ Hiltrud Lotze (SPD): „Völlig inakzeptabel die Äußerung von Rainer Dittmers! Die Haltung der SPD ist klar: seit 156 Jahren gegen Rechts!“

        ⮕ Philipp Meyn (SPD): „Der Post von Dittmers ist unerträglich!“

        ⮕ Friedrich von Mandsberg (SPD): Herrn Dittmers‘ Facebook-Aussage „entspricht IN KEINER WEISE der Haltung der SPD in Lüneburg.“

        ————————————————————————————

        ⮕ Ulrich Blanck (GÜNE): „Wird die SPD nun die Abwahl von Herrn Dittmers als Kreistagsvorsitzender beantragen?“

        ————————————————————————————

        Alle: 5. Februar 2020, siehe unten: https://blog-jj.com/2020/02/08/facebook-post-jetzt-geht-der-kreistagschef-auf-kotau-kurs/#comment-9436

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      • Sören Volkerts schreibt:

        Hat die Lüneburger SPD ein Demokratie-Problem?

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  17. Jo schreibt:

    Schade! Der Award für den besten Nebendarsteller ging an Wolfgang Kubicki (FDP/ 59.592 FB-Abonnenten) und nicht an Rainer Dittmers (SPD / 43 FB-Abonnenten):


    Foto: titanic-magazin.de

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  18. Walter Fröhlich schreibt:


    Foto: Hansi Gienke/SPD
    ICH fühle mich nicht mehr von Ihnen vertreten. Mein Eindruck: Sie vertreten vor allem SICH.

    Sehr geehrte Damen und Herren, wer die eigenen Grundsätze nur noch als Frage politischer Opportunität betrachtet, wird vom Wähler nicht mehr ernst genommen, um es höflich auszudrücken. So ist die Pressemitteilung Ihres Fraktionsvorsitzenden Franz-Josef Kamp von gestern Abend der Hohlspiegel eines sozialdemokratischen Unterbezirks, der erkennbar die politische Orientierung verloren hat. Immerhin auch eine Erkenntnis für den Leser: https://blog-jj.com/2020/02/08/facebook-post-jetzt-geht-der-kreistagschef-auf-kotau-kurs/#comment-9424

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  19. Bernd Drögemöller schreibt:

    Ein politischer Orkan namens Rainer richtet sich Lüneburg häuslich ein.


    Foto: wikipedia.org/wiki/Hurrikan

    Herr Kamp und seine Fraktionsgetreuen irren sich, wenn sie meinen, das Unheil (wie die von ihnen mitzuverantwortende Arena-Katastrophe) einfach weggrinsen zu können.

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  20. Frank Petersen schreibt:

    Einige Facebook-Kommentare zu Herrn Dittmers‘ Thüringen-Post von Mittwoch:

    Michel Pauly: Während bundesweit Linke, SPD, Grüne, Liberale mit Weitblick und sogar die CSU und CDU, die Vorgänge in Thüringen ablehnen, passiert in Lüneburg Erstaunliches oder, wie wir es nur sagen können, leider etwas mit dem man in und um Lüneburg bei der SPD rechnen muss: Der Vorsitzende meines Kreistags, Rainer Dittmers (SPD) kommentiert die Wahl so: „Hauptsache, der Linke ist weg! Das ist ein guter Tag für Deutschland! Heute morgen dachte ich noch, Deutschland ist verloren. Jetzt schöpfe ich wieder Hoffnung!👍“
    Diese SPD in und um Lüneburg steht auf der falschen Seite der Geschichte.

    Hiltrud Lotze: Völlig inakzeptabel die Äußerung von Rainer Dittmers! Die Haltung der SPD ist klar: seit 156 Jahren gegen Rechts! Die Vorgänge in Thüringen sind ein Tabubruch und schaden der Demokratie.

    Ulrich Blanck: Wird die SPD nun die Abwahl von Herrn Dittmers als Kreistagsvorsitzender beantragen?

    Philipp Meyn: Der Post von Dittmers ist unerträglich! Was Sie, Herr Pauli, daraus machen ist zumindest schwer erträglich. Solch eine pauschale unversöhnliche Keule zu schwingen ist schlichtweg unanständig. „Diese SPD in und um Lüneburg steht auf der falschen Seite der Geschichte.“

    Michel Pauly: Philipp Meyn, es ist genau das, worum es geht. Wie war denn die Reaktion der SPD im Rat als wir faschistische Schöffenkandidaten streichen wollten? Unter enthusiastischem Beifall von AfD und SPD wurden wir doch in Grund und Boden verdammt. Wie oft haben SPD und AfD gemeinsam applaudiert, etwa wenn Mädge uns als die „wahren Verfassungsfeinde“ betitelte? Wie oft und wiederholt und mit Ankündigung bildeten sich Zählgemeinschaften unter Einschluss von AfD und SPD? Wann wurde je thematisiert dass der langjährige AfD Vorsitzende und AfD Ratsfraktionsvorsitzende für die höchsten Politischen Amtsträger der SPD ein Dutzfreund ist? Für nicht nur einen Sozialdemokraten war er doch immer „der Gunther“. Würde die Öffentlichkeit dieselben harten und richtigen Maßstäbe an das Verhalten der SPD im Rat anlegen wie jetzt in Thüringen, kaum ein Stein bliebe hier mehr auf dem Anderen. Der Grund weshalb das so selten in der Öffentlichkeit landete ist doch, weil es unter dem Radar der Öffentlichkeit passiert. Selbst der LZ Chefredakteur hat vor nicht allzu langer Zeit etwas verwundert festgestellt, dass es überraschend oft ein gemeinsames Abstimmungsverhalten von AfD und SPD gibt. Statt hier also die Kritik zu delegitimieren und von Rainer Dittmers‘ Verhalten damit abzulenken, sollte sich die SPD in Lüneburg genau damit einmal auseinandersetzen. Sonst bleibt sie auf der falschen Seite der Geschichte kleben und daran ändert eine gute Rede im Rat auch nichts.

    Friedrich von Mansberg: Erfahre erst jetzt von dem Post. Das Zitat, das Sie von Herrn Dittmers bringen, entspricht IN KEINER WEISE der Haltung der SPD in Lüneburg. Die Vorgänge im Thüringischen Landtag gestern sind in meinen Augen eine beispiellose Schande (so formuliert es die Süddeutsche Zeitung)

    Benjamin C. Christ: Friedrich von Mansberg, aber, was folgt denn jetzt nun konkret aus Ihrem obigen Statement? Rufen Sie jetzt bei Ulrich Blanck, Frank Soldan, Michel Pauly und Rainer Mencke an, holen die an einen Tisch und schmieden ein lokales „Bündnis gegen Rechts“?
    Ich meine, das wäre doch mal eine schöne konkrete Aktion, statt sich immer wieder im Nebelkerzenwurf zu üben. Den beherrschen Sie echt grandios.
    Ich an Ihrer Stelle würde jetzt das Telefon zücken und die Jungs zusammenrufen. Schön nett bei Ihnen zu Hause. Frische Brötchen, Käffchen, fertig ist das „Lüneburger Bündnis gegen Rechts“. 😎
    Montag Marc Rath anmorsen und das Ganze als Erfolgsstory verkaufen.
    Go ahead!

    Friedrich von Mansberg: Benjamin C. Christ, Sie werden lachen wie viele konkrete Gespräche ich führe ohne dass Sie es mitbekommen. Der gestrige Tag war ziemlich bestimmt davon, aber auch sonst.

    Petra Güntner: Habe mich auch schon zu Zeiten meiner SPD-Mitgliedschaft massiv zu diesem „Genossen“ distanziert. Solche Aussagen sind nicht neu von ihm!! Aber bedenklich ist, dass er von der SPD-Kreistagsfraktion getragen wurde.

    Dietmar Apking: Es gibt immer mehr sehr gute Gründe die SPD nicht mehr zu wählen. Eine Partei ohne Rückgrad. Sehr traurig. Willi würde sich im Grab umdrehen. Schämt euch

    Eva Köhler: Ich denke, es geht hier auch um den allgemeinen Umgang mit bestimmten Personen in der Partei. Es war nicht das erste mal, dass R. mit solcher Art Aussagen aufgefallen ist. Leider verfolgt man bei uns aber noch immer die Devise des Abwartens… Abwarten bis sich etwas von allein erledigt. Keine schöne Entwicklung in den letzten Jahren!

    Hedi Wegener: Na Rainer, bist du noch in der richtigen Partei? Das ist eine völlig bescheuerte Kommentierung von dir – zudem auch noch falsch. Ich erwarte von dir mehr als nur:…..pardon da hab ich mich wohl aus dem falschen Fenster gehängt.. …
    Interpretiere ich dein Verhalten richtig? Auch du wärst in der Lage, dich so zu verhalten wie FDP und CDU in Thüringen?

    Michel Pauly: Ein kleines Update: Kommentare von Herrn Dittmers, auch hier im Thread, sind nicht mehr auffindbar. Sein Facebook-Account ist ebenso nicht mehr auffindbar. Auch ein Weg der Debatte zu entgehen, statt sie zu führen.

    Quelle: https://www.facebook.com/photo.php?fbid=10158097925377430&set=a.10151208030562430&type=3

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  21. Klaus Bruns schreibt:

    akk wird demnächst als parteivorsitzende der cdu zurücktreten. als kanzlerkandidatin will sie nicht antreten. ob die werte -union in der cdu schon ganze arbeit geleistet hat? ganze landesverbände driften richtung rechten rand. und ein herr dittmers spd ,darf seine posten nach seiner post behalten? wer soll eigentlich dann noch die afd aufhalten, wenn spd-mitglieder sich schon freuen, wenn zitat:,,linke verschwinden“? konservative in der spd werden sich nicht in den weg stellen, wenn die hilfstruppen der afd den mainstream beherrschen. schließlich koaliert man ja mit der cdu , die dabei ist ,den faschismus ,wie in thüringen geschehen, zu unterstützen.

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  22. jo bembel schreibt:

    Doppelrolle rückwärts

    Leider wird der facebook-post von Herrn Dittmers stets verkürzt zitiert und die LZ-Leser kommen nicht in den vollen Genuss. In Gänze: „Hauptsache, der Linke ist weg! Das ist ein guter Tag für Deutschland! Heute morgen dachte ich noch, Deutschland ist verloren. Jetzt schöpfe ich wieder Hoffnung!👍“

    Also: „Heute (am 5.2.2020) morgen dachte ich (R. Dittmers) noch, Deutschland ist verloren (weil die Möglichkeit bestand, dass der alte Ministerpräsident auch zum neuen gewählt wird, aber diesmal nur einer 3-Parteien-Minderheitsregierung vorstünde). Jetzt (da durch ein Paktieren von CDU, FDP und der AfD, deren dominierende Köpfe sich mit Vorliebe nationalistisch, rassistisch und mit faschistischer Diktion äußern, ein Kandidat der „bürgerliche Mitte“ zum Ministerpräsidenten gewählt wurde) schöpfe ich (R. Dittmers) wieder Hoffnung.“

    Dittmers ist Mitglied der SPD, Rats- und Kreistagsvorsitzender. Aber auch selbständiger Kaufmann und Privatperson. Vielleicht auch noch anderes. Auf jeden Fall schätzt er sich glücklich, mindestens ein Doppelleben führen und mehrere Rollen spielen zu können, in die er je nach Belieben hineinschlüpft. So ist es der durch den SPD-Fraktionsvorsitzenden Franz-Josef Kamps herausgegebenen Presseerklärung zu entnehmen: „Er (Dittmers) betonte außerdem, dass das ganze nichts mit seinen Ämtern als Rats- und Kreistagsvorsitzenden zu tun hat.“

    Ich lag oben daher falsch und entschuldige mich. Richtig: „Heute (am 5.2.2020) morgen dachte ich (der Teil von Rainer Dittmers, der nichts mit politischen Ämtern zu tun hat) noch …“

    Bleibt eine Frage: Wer (Rainer Dittmer in welcher Rolle?) hat den Post „Für uns gilt seit 156 Jahren, kein Fußbreit dem Faschismus. SPD“, der den obigen ersetzte, online gestellt? Da spricht doch viel dafür, dass es der politische war. Und deshalb lässt sich leider auch der erste Post nicht von seinen Ämtern trennen.

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  23. Kevin Schnell schreibt:

    Sehr geehrter Herr SPD-Fraktionsvorsitzender Kamp,

    gestern schrieb Heribert Prantl, Autor und Kolumnist der Süddeutschen Zeitung, bei SZonline:

    „Gauland, Weidel, Höcke und Co sind keine ‚Populisten‘ – sie sind Rechtsextremisten; sie schüren Hass. Wer solche Extremisten Populisten nennt, macht sich ihnen gemein; er leistet nolens volens Beihilfe zur Vergiftung des Landes.
    (…)
    Man ahnt und weiß, dass die Humanität wieder bedroht ist, massiv wie schon Jahrzehnte nicht mehr. Sie ist bedroht von Geschichtsvergessenheit, von neuem altem Antisemitismus, von rassistischer Unverfrorenheit, von gemeiner Rede und gemeiner Tat, von der Lust an politischer Grobheit, von Flegelei und Unverschämtheit, von der Verhöhnung von Anstand und Diplomatie, sie ist bedroht von einer rabiaten Missachtung des Respekts und der Achtung, die jedem Menschen zustehen.“ (https://www.sueddeutsche.de/politik/thueringen-wahl-afd-1.4791021-0#seite-2)

    Die FDP und die CDU im Thüringer Landtag haben das alles nicht sehen wollen. Sie haben das Spiel des AfD-Fraktionsvorsitzenden Höcke mitgespielt. FDP und CDU haben damit einen Mann nobilitiert, der das Gedenken an die Nazi-Opfer verleugnet. Sie haben einen Mann nobilitiert, der die Kultur der Erinnerung als „mies und lächerlich“ beschimpft. Sie haben einen Mann nobilitiert, der vom tausendjährigen Reich träumt, und sie taten dies wenige Tage nach dem großen Gedenken an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz vor 75 Jahren. Das war, das ist eine Verhöhnung des Angedenkens an die Opfer der Nazis.

    Rainer Dittmers hat „diesen Coup des Faschisten Björn Höcke und seiner Marionetten im Thüringer Landtag öffentlich bejubelt“ (O. Berg): „Hauptsache, der Linke ist weg! Das ist ein guter Tag für Deutschland!“

    „Ein guter Tag für Deutschland!“, Herr Kamp?

    Noch Stunden nach diesem initialen Ausruf der Begeisterung („Heute morgen dachte ich noch, Deutschland [!] ist verloren. Jetzt schöpfe ich wieder Hoffnung!“) hat Dittmers seinen übergeschnappten Kommentar gegen bestürzte Einreden auf Facebook vehement verteidigt. (Ich besitze Screenshots.) Sogar die Warnung des Ratsherrn Pauly (LINKE), er werde mit seinen Äußerungen bestimmt nicht Kreistagsvorsitzender bleiben können, quittierte Dittmers uneinsichtig mit der Entgegnung; „Michel Pauly, da muss ich dann wohl mit leben!“

    Die SPD-Kreistagsfraktion wird eine Abwahlantrag Rainer Dittmers‘ nicht mittragen?

    Sagen Sie mir bitte, wie begründen Sie, dass Sie Herrn Dittmers Rücktritt vom Posten des Kreistagsvorsitzenden NICHT befürworten, Herr Kamp?

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  24. Otto Berg schreibt:

    Vielen Dank für Ihre Info vom 10. Februar 2020 um 0:07 Uhr, Herr Jenckel.

    Ich bleibe bei meiner Empfehlung vom 9. Februar 2020 um 22:34 Uhr :

    Die ihn demütigende, alle anderen beschämende „Kotau-Runde“ bis zum 24. Februar sollte Herr Dittmers sich, den Lüneburgern und den Abgeordneten der Kreisfraktionen ersparen.

    Herr Dittmers sollte heute, am Montag, den 10. Februar 2020 seinen Rücktritt als Kreistagsvorsitzender bekannt geben und sein Abgeordnetenmandat zur Verfügung stellen, wenn er seine Partei und die politischen Institutionen Lüneburgs vor weiterem Schaden bewahren will. Eine unwürdige Hängepartie über Wochen des Herunterspielens, des Beschönigens, des sich Verbiegens und des Schweigens, wie sie im Januar 2018 durch Dr. Gerhard Scharf verursacht und hingenommen worden ist, würde das ohnehin notleidende Vertrauen in die Integrität und die Glaubwürdigkeit aller Gemeindevertreter im Landkreis weiter zersetzen – und hieße, weiteren propagandistisch verwertbaren Dünger auf die fauligen Schollen der illiberalen nationalautoritären Kräfte zu streuen.

    Wer, wie Herr Dittmers, sich für seine antidemokratischen Unfugsäußerungen bei Facebook später glaubhaft entschuldigt, verdient den vollen Respekt als Mensch von allen Mitmenschen!

    An der Tatsache, dass Herr Ditmers für die Ausübung leitender Ämter in demokratischen Organen kommunaler Selbstverwaltung nicht mehr geeignet ist, hat seine Entschuldigung jedoch überhaupt gar nichts geändert.

    Das ist meine Meinung, die ich in einem Meinungsforum für „Lokalpolitik und Stadtleben“ äußere, Herr Jenckel.

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  25. jj schreibt:

    Der Lüneburger Kreistagsvorsitzende Rainer Dittmers hat sich heute Abend für seinen Facebook-Post zur Thüringen-MP-Wahl „Hauptsache der Linke ist weg..“ entschuldigt bei seiner SPD-Fraktion. Die Sondersitzung war wegen seines heftig kritisierten und längsten gelöschten Facebook-Posts angesetzt worden. Die Fraktion hat die Entschuldigung angenommen und trägt keinen Abwahlantrag mit. Dittmers will jetzt bei den anderen Fraktion für sich werben.

    Der Fraktionsvorsitzende Frranz-Josef Kamps gab folgende Presseerklärung ab:

    „Nach Ihrer außerordentlichen Fraktionssitzung an der auch der geschäftsführende Vorstand der SPD Adendorf und der Fraktion Adendorf teilnahm, erklärt die SPD-Kreistagsfraktion folgendes:

    Rainer Dittmers hat sich bei der Fraktion entschuldigt und seine Äußerungen auf Facebook als großen Fehler dargestellt. Er habe die Situation nach einer Eilmeldung zur Ministerpräsidentenwahl in Thüringen am Mittwoch wohl völlig falsch eingeschätzt und überreagiert. Er betonte außerdem, dass das ganze nichts mit seinen Ämtern als Rats- und Kreistagsvorsitzenden zu tun hat. „Jeder der Ihn kennt, weiß mit welcher Gewissenhaftigkeit und Fairness er diese Ämter ausübt. Herr Dittmers konnte uns gegenüber glaubhaft seine tiefe Betroffenheit über seinen unbedachten Facebookpost deutlich machen.“; so Fraktionsvorsitzende Franz Josef Kamp.
    Herr Dittmers hat die Kreistagsfraktion um die Möglichkeit gebeten, bei den anderen Fraktionen im Kreistag für seine Loyalität und als guter Demokrat für seine Unabhängigkeit als Kreistagsvorsitzender zu werben und Gespräche wegen des Abwahlantrages gegen ihn, mit allen demokratischen Fraktionen zu führen. Die SPD-Fraktion unterstützt Herrn Dittmers bei seinem Vorhaben auf die anderen Fraktionen zuzugehen und um Verständnis für sein Fehlverhalten zu bitten.
    Die SPD-Kreistagsfraktion rügt die unbedachten Äußerungen ihres Fraktionsmitgliedes Rainer Dittmers, kann aber seine vorgetragene Entschuldigung akzeptieren und wird einem Abwahlantrag nicht mittragen.

    Mit freundlichen Grüßen
    F. J. Kamp

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    • Klaus Bruns schreibt:

      Er habe die Situation nach einer Eilmeldung zur Ministerpräsidentenwahl in Thüringen am Mittwoch wohl völlig falsch eingeschätzt und überreagiert.
      was gab es da einzuschätzen? jeder der wollte, konnte sich den vorgang ansehen. und jeder demokrat konnte sofort erkennen, was da gespielt wurde. herr dittmers hat doch nur spontan seine überzeugung kund getan, wie übrigens der sogenannte ostbeauftragte von der cdu. kann man seine überzeugung tatsächlich entschuldigen lassen? worin besteht eigentlich noch mal der unterschied zwischen der spd und der cdu im landkreis lüneburg?

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    • Otto Berg schreibt:

      Wer sich für seine antidemokratischen Unfugsäußerungen bei Facebook später glaubhaft entschuldigt, verdient den vollen Respekt als Mensch von allen Mitmenschen!

      Mit der Tatsache, dass er für die Ausübung leitender Ämter in demokratischen Organen kommunaler Selbstverwaltung nicht mehr geeignet ist, hat so eine Entschuldigung jedoch überhaupt gar nichts zu tun.

      Herr Dittmers sollte morgen Früh seinen Rücktritt als Kreistagsvorsitzender bekannt geben und sein Abgeordnetenmandat zur Verfügung stellen, wenn er seine Partei und die politischen Institutionen Lüneburgs vor weiterem Schaden bewahren will. Eine unwürdige Hängepartie über Wochen des Herunterspielens, des Beschönigens, des sich Verbiegens und des Schweigens, wie sie im Januar 2018 durch Dr. Gerhard Scharf verursacht und hingenommen worden ist, würde das ohnehin notleidende Vertrauen in die Integrität und die Glaubwürdigkeit aller Gemeindevertreter im Landkreis weiter zersetzen – und hieße, weiteren propagandistisch verwertbaren Dünger auf die fauligen Schollen der illiberalen nationalautoritären Kräfte zu streuen.

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      • jj schreibt:

        Lieber Herr Berg,
        die SPD-Fraktion hat die Entschuldigung von Herrn Dittmers akzeptiert, er wird jetzt versuchen, mit allen Fraktionen zu sprechen. Die Pressemitteilung finden Sie unter den Kommentaren von mir. Das Ergebnis der Kotau-Runde sehen wir am 24. Februar.Bis dahin wird es natürlich noch Rücktrittsforderungen geben. Aber entscheiden werden jetzt Herr Dittmers und die Kreistagsfraktionen. lg jj

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  26. Karlheinz Fahrenwaldt schreibt:

    Man muss sich doch fragen, ob eine SPD (der ich im Übrigen seit Willy Brandt’s Kanzlerschaft 37 Jahre angehörte!), die heute Menschen wie Sarrazin und nun auch noch Dittmers in ihren Reihen hat (die ja wohl nur die Spitze eines Eisberges sind), Steigbügelhalter des Sozialfaschismus ist! Man muss doch aus der Geschichte lernen! 1921 beschrieb der schwedische Sozialdemokrat und spätere Handelsminister Gunnar Myrdal in einer Abhandlung über die Eugenik: „(…) schonungslose Sterilisationsverfahren (…) um hochgradig lebensuntaugliche Individuen auszusondern.“ (Mai, Günther, Europa 1918-1939, S. 84ff). Die Nazis pervertierten diesen Sozialfaschismus in ihren Euthanasieprogrammen! Soll sich das alles wiederholen?

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    • Corinna Rabeler schreibt:

      Sehr geehrter Ratsherr Fahrenwaldt,

      wollen Sie den Teufel mit dem Beelzebub, das gernegroße Maulheldentum mit der aufgeplusterten Demutsprotzerei austreiben?

      Der ostdeutsche FDP-Kreisvorsitzende, diesmal des thüringischen Ilm-Kreises wünschte sich gestern via „Tagesthemen“, FDP-Ministerpräsident Kemmerich hätte „nicht so schnell aufgegeben“, und er bürgt für seinen Kreisverband. Caren Miosgas Satz aus der Anmoderation, Deutschland sei insgesamt „erschüttert“, ist also bloß eingeschränkt richtig: Deutschland ist erschüttert, soweit es nichts dagegen hat, dass Faschisten einen Ministerpräsidenten mitwählen, und weißgott nicht alle haben was dagegen. Der Kreisvorsitzende sagt, das seien doch gewählte Leute, und da hat er natürlich recht: Von Faschistinnen gewählte Faschisten repräsentieren den Volkswillen wie alle anderen auch, und der Volkswille ist, je nach Region, bis zu einem Viertel offiziell faschistisch, nichts zu machen.

      König Zufall, dessen Zepter ich mich heute besonders willfährig füge, drückt mir eine Hermann L. Gremliza-Kolumne vom März 1989 in die Hand: „Der Erfolg der ,Republikaner’ lehrt, dass Nationalisten und Rassisten durch die öffentliche Beachtung ihrer ,Themen’ nicht besänftigt, sondern ermutigt werden; dass die Prinzipien antiautoritärer Erziehung an ihnen verloren sind und sie nur eines verstehen: den Stock – gesellschaftliche Ächtung, Drohung mit Entzug des Arbeitsplatzes und, wo sie laut werden, eins auf die Gosch“. Doch sowenig ich gegen eine Welt hätte, in der eine ambitionierte Demokratie wüsste, was sie zu tun hat (etwa keinen Nazi mehr ins Fernsehen einladen), weiß ich doch am besten, dass die Demokratie, wie sie ist, so nicht ist, die deutsche schon einmal gar nicht, da kann sie erschüttert tun, wie sie will.

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  27. Peter Ringer schreibt:

    Der FDP-Fraktionsvize im Bundestag Alexander Graf Lambsdorff auf Facebook am Mitwochh, 5. Februar 2020, um 08:59 Uhr:

    Man kann, ja soll in einer demokratischen Wahl antreten. Aber man lässt sich nicht von AfD-Faschisten wählen. Wenn es doch passiert, nimmt man die Wahl nicht an.

    Link: https://de-de.facebook.com/Alexander.Lambsdorff/photos/a.550660828280855/3206967072650204/?type=3&theater

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    • Kai Würgner schreibt:

      Ich stimme zu. Sage aber darüber hinaus:

      Man kann, ja soll eine demokratische Wahl respektieren. Aber man lässt sich nicht dazu hinreißen, eine durch AfD-Faschisten organisierte Abwahl bei Facebook zu feiern. Wenn es doch passiert, erklärt man umgehend seinen Rückzug von allen politischen Ämtern.

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  28. jo bembel schreibt:

    „Hauptsache, der Linke ist weg! Das ist ein guter Tag für Deutschland! Heute morgen dachte ich noch, Deutschland ist verloren. Jetzt schöpfe ich wieder Hoffnung!👍“ (Rainer Dittmers)

    Wer eine solche Aussage tätigt, egal ob bzw. wie schlaftrunken und/oder andersartig benebelt, der sollte kein politisches Amt bekleiden.

    Erstens, die Linke ist nicht weg. Sie ist in Thüringen immer noch die Partei mit den meisten Wählern.
    Wenn die Linke weg wäre, wie weit im Jenseits wäre dann erst die SPD?
    https://wahl.tagesschau.de/wahlen/2019-10-27-LT-DE-TH/index.shtml

    Zweitens, Herr Kemmerich wurde nicht „mit“ Stimmen der …. AfD zum thüringischen Ministerpräsidenten gewählt, sondern „durch“ . So viel semantische Genauigkeit muss sein.

    Blau ist das neue Braun.
    Wer mit denen, die die Demokratie mit demokratischen Mitteln abschaffen wollen, aus welchen Gründen auch immer, paktiert, ein solches Handeln nicht verurteilt, gar relativiert oder verharmlost, der hat aus unserer Geschichte nichts gelernt.

    Wenn es Herrn Dittmers wirklich darum gegangen wäre, dass selbst ein Bündnis aus LINKE, SPD und GRÜNE keine Mehrheit im thüringischen Landtag hat und immer auf Stimmen der Parteien der selbsternannten bürgerlichen Mitte angewiesen wäre, dann hätte er seine Freude darüber bereits kundgetan, als das amtliche Endergebnis feststand.

    Allen zur Mahnung:
    „Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist. Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Sozialdemokrat. Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Gewerkschafter. Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.“ (Martin Niemöller)

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  29. Otto Berg schreibt:

    Sehr geehrter Herr Chefredakteur Rath,

    „Demokraten dürfen nicht mit Faschisten paktieren.“

    Das hat Andrea Schröder-Ehlers Ihnen am Donnerstag geschrieben. Die SPD-Landtagsabgeordnete und SPD-Unterbezirksvorsitzende bezog sich mit dieser erfreulich klaren Aussage auf die nicht nur im SPD-Ortsverband großes Entsetzen auslösende Facebook-Entgleisung von Herrn Rainer Dittmers (SPD), der im Zusammenhang mit dem Coup des Faschisten Björn Höcke und dessen Marionetten im Thüringer Landtag (eine Woche nach dem Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocausts) öffentlich von „einem guten Tag für Deutschland“ jubelte.

    Doch gestern, am Sonnabend, formulierten dann Sie, Herr Rath:

    „Er [Dittmers] ist ein Kreistagsvorsitzender, der nicht nur souverän und mit Autorität leitet, sondern dem man seine politischen Präferenzen und Aversionen bei der Sitzungsleitung nicht anmerkt. Im wahren Leben ist der Adendorfer das, was man einen honorigen ehrenamtlichen Kommunalpolitiker nennen kann.“

    Als ich das las, habe ich vor allem gelesen, dass Sie Herrn Dittmers als einen Mann sehen, der starke „politische Präferenzen und Aversionen“ hat. Voreingenommenheiten und Abneigungen eben, von denen Dittmers schändliche Facebook-Perfidie am Mittwoch eine ebenso abstoßende wie unvergessliche Kostprobe geboten hat.

    Was aber bezwecken Sie, lieber Herr Rath, wenn Sie die Einstellung, die derartigen „Präferenzen und Aversionen“ ja zugrunde liegen muss, den Fähigkeiten zur (schauspielernden (?)) Selbstdisziplinierung gegenüberstellen, die Herr Dittmers beweist, wenn er Sitzungen „souverän und mit Autorität leitet“, so dass man ihm den in ihm rumorenden Groll „nicht anmerkt“?

    Was bezweckt ein LZ-Chefredakteur mit solch einem Kommentar? Soll das eine „argumentative“ Hilfestellung für die SPD-Fraktionssitzung von heute, Sonntagabend sein? Oder möchte der Herr Rath die Lüneburger SPD über die Dittmers’schen Abgründe hinweg in den freien Fall unter die Fünf-Prozent-Schwelle stolpern lassen?

    Und dann: „Im wahren Leben ist der Adendorfer das, was man einen honorigen ehrenamtlichen Kommunalpolitiker nennen kann“? Nur „im falschen Leben“ ist er also ein affektgesteuerter „Kommunistenfresser“, der die Anstand und Verfassung verhöhnenden Winkelzüge derjenigen glorifiziert, welche die Demokratie mit den Mitteln der Demokratie abschaffen wollen? Woher nehmen Sie die Sicherheit zwischen dem „wahren“ und dem „falschen“ Dittmers unterscheiden zu können, Herr Rath?

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  30. Andreas Janowitz schreibt:

    Ein Auxiliaris der fünften Kollone. Danke dafür.

    Was für ein Niedergang der Erben Otto Wels`, Egon Bahr`s, Willi Brandt´s und Helmut Schmidt´s.

    Die drehen sich im Grabe für diesen Affront, sich denen anzudienen, die für den Verlust eines viertels der Bevölkerung, eines drittels des Territoriums verantwortlich sind. Räuber und Diebe, das niedrigste Gesindel an Leichenfledderen, für die Könige der Barbaren einzutreten… was für ein Niedergang. Das ich das noch erdulden muss. Und ich Trottel dachte nach Sarazin geht´s nicht mehr tiefer…

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  31. ulrich Löb schreibt:

    Um einmal den guten alten Degenhardt zu zitieren: „Wie oft hat man sie schon totgesagt, doch hier im inneren des Landes leben sie noch“. Irgendwie vergaloppieren sie sich immer wieder. Ob nun Herr Dr. Scharf, der die Kriegsverbrechen der deutschen Wehrmacht im intimen Gespräch (was es aber nicht blieb) relativierte, ob Rainer Dittmers, der seine „klammheimliche Freude“ ob der Abwahl des thüringischen Ministerpräsidenten Bodo Ramelow mit Hilfe der AFD nicht verhehlen konnte und dies öffentlich postete. Dies macht mir Angst. Haben wir aus unserer Geschichte nichts gelernt? Sind wir verdammt, sie noch einmal zu wiederholen? Wie viele Mitglieder des Stadtrats und des Kreistages tragen diese Gedanken mit? Wenn es nicht mehr die Worte und Taten sind, die mich zu Urteilen führen, sondern Vorurteile, wie Kommunistenhass, oder die Unfähigkeit die Gräuel der Wehrmacht erkennen zu wollen, dann fehlt mir die Fähigkeit die Feinde der Demokratie zu erkennen, dann bin ich auf einem Auge politisch blind.

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  32. Otto Berg schreibt:

    Sehr geehrter Ratsherr Mencke, sehr geehrter Abgeordneter Wiemann,

    der Kreistagsvorsitzende Rainer Dittmers von der SPD hat den Coup des Faschisten Björn Höcke und seiner Marionetten im Thüringer Landtag öffentlich bejubelt: „Hauptsache, der Linke ist weg! Das ist ein guter Tag für Deutschland!“

    So etwas ist kein „Fehler“, Herr Mencke und Herr Wiemann! Das ist eine – unentschuldbare – Verfehlung! Frau Lotze, Herr Kamp und Herr von Mansberg sehen das ebenso und haben sich gestern in der Landeszeitung mit Abscheu und Entsetzen dazu geäußert.

    Nach seinem ebenso dummen wie schändlichen Facebook-Post vom vergangenen Mittwoch steht am 24. Februar die – notwendige – Verabschiedung von Rainer Dittmers aus dem Ehrenamt des Kreistagsvorsitzenden an – und wenn es mit rechten (hier: anständigen) Dingen zugeht, auch aus dem Ehrenamt des Kreistagsabgeordneten.

    Das Schlimmste, was jetzt in Lüneburg passieren kann, ist ein schäbiges Tauschgeschäft mit den Sozialdemokraten nach dem Motto: „Ihr habt uns am 1. Februar 2018 den Dr. Scharf gelassen, der sich als Bürgermeister vier Wochen zuvor um Kopf und Kragen gequatscht hatte, so lassen wir euch am 24. Februar 2020 den Kreistagsvorsitzenden Rainer Dittmers, der sich mit fünf Facebook-Zeilen für jedes politische Amt unwiederbringlich disqualifiziert hat.“

    Ich habe eine Meinung dazu, Herr Mencke und Herr Wiemann, und die möchte ich, als ein geschwätziger Bürger, Ihnen, als meinen gedankenreichen Bürgervertretern, gerne mitteilen. Ich empfehle, den Konsens der Demokraten in dieser Angelegenheit nicht weiter infrage zu stellen. Es gibt Augenblicke, da muss man sich für das Richtige entscheiden und nicht für das Opportune. (So sehe ich das wenigstens.) Die Thüringen-Schmuddelei wird die CDU überall in der Republik (höchstwahrscheinlich auf Dauer) viele weitere Prozentpunkte kosten, die FDP vermutlich pulverisieren. Und wer sich öffentlich solche Dummheiten erlaubt wie Herr Dittmers (SPD), der ist als Kreistagsvorsitzender ungeeignet. Dass darüber hinaus die Lüneburger Christdemokraten ein weiteres Herumgeeiere wie im Fall des unseligen Herrn Dr. Scharf ohne nennenswerten Schaden überstehen würden, halte ich für ausgeschlossen.

    „Die AfD greift ab, wo sie kann: Links wildert sie mit Gesten der Sorge um die verarmte Oma, bei der Christdemokratie mit Angst um den Weihnachtsmarkt, und den ‚größenwahnsinnigen Liberalen‘ (Alexander Gauland 2017) macht Björn Höcke Angebote, die voraussetzen, jene wollten nichts außer den Sozialstaat eindampfen: Man solle, sagt Höcke, nicht ‚den Lebensstandard‘ und anderen ‚materiellen Plunder‘ zum Maßstab machen, sondern ‚Heimat und Seele des Volkes‘.“ (FAZ, gestern, 7. Feb. 2019, Seite 33)

    Ich glaube, die CDU-Kreisfraktion (wie alle anderen demokratischen Fraktionen ebenfalls) wäre(n) gut beraten, dem von Herrn Dittmers am 24. Februar – hoffentlich – kommenden Rücktrittsangebot zu entsprechen – ohne Wenn und Aber und vor allem, ohne große Worte zu machen.

    Bitte entschuldigen Sie meine naseweise Übergriffigkeit, Herr Mencke und Herr Wiemann. Ich bin nur ein dummer, kleiner Bürger, kein erleuchteter, großer Bürgervertreter wie Sie. Aber ich sehe das Vertrauen in unsere politischen Strukturen mit der gleichen, stetig zunehmenden Geschwindigkeit erodieren wie das Eis auf den Polkappen in Arktis und Antarktis. Die in beiden Beobachtungen gründende Sorge treibt mich um und treibt mich an.

    Ein Verfahrensmodell für den Fall Rainer Dittmers fand sich heute Bei LZonline:

    „Die umstrittene Ministerpräsidentenwahl in Thüringen hat nun auch auf Bundesebene erste personelle Konsequenzen. Der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Christian Hirte (CDU), der gleichzeitig auch CDU-Vize in Thüringen ist, hat sein Rücktrittsgesuch eingereicht. Dies teilte er am Samstagvormittag auf Twitter mit. Demnach habe ihm Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in einem Gespräch gesagt, er könne sein Amt nicht behalten und ihm empfohlen, um seine Entlassung zu bitten. Dem komme er nun nach.
    Hintergrund: Hirte hatte Thüringens Ministerpräsident Thomas Kemmerich (FDP) nach dessen Wahl mit Hilfe der AfD als Kandidat der Mitte gratuliert. Merkel hatte die Wahl als ‚unverzeichlich‘ bezeichnet.“

    Quelle: https://www.landeszeitung.de/blog/nachrichten/politik/2688965-nach-gespraech-mit-merkel-ostbeauftragter-der-bundesregierung-gibt-sein-amt-auf

    Vgl.: Meinen letzten Blog.jj-Beitrag: https://blog-jj.com/2020/02/07/landrat-boether-im-podcast-bei-arena-entscheidungen-wird-kein-zeitdruck-mehr-aufgebaut/#comment-9384

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  33. Klaus Bruns schreibt:

    das internet vergisst nichts. die post von herrn dittmers wird ihre kreise im rechten lager drehen. die werte-union der cdu wird bestimmt begeistert sein. von der afd ganz zu schweigen. aber herr dittmers ist ja in guter gesellschaft. auch ein herr kubicki von der fdp war von dem ergebnis in thüringen sehr begeistert. solche spontanen äußerungen zeigen den wahren kern , der sonst gerade bei politikern gern verschleiert wird.

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    • Henning Meier schreibt:

      In der Tat, Herr Bruns, Kubicki sagte am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur: „Es ist ein großartiger Erfolg für Thomas Kemmerich. Ein Kandidat der demokratischen Mitte hat gesiegt.“ Und indem Herr Kubicki dies sagte, machte er (wie Herr Dittmers auch) klar, dass er selbst kein Mann „der demokratischen Mitte“ sein kann, sondern bestenfalls ein windiger Phrasendrescher der mittelmäßigen Demokratieschauspielerei.

      Ein Rollenfach, das eine lange Tradition in Kubickis Partei hat:

      So forderte die FDP auf diesem Wahlplakat bereits zur Bundestagswahl 1949 (!) einen Schlussstrich und eine Beendigung der Entnazifizierung. Kein Wunder, dass die FDP in den 50er und 60er Jahren zu einem Sammelbecken für ehemalige NSDAP-Mitglieder wurde.


      Quelle: wikipedia

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  34. Berni Wiemann schreibt:

    Zweifelsfrei hat Rainer Dittmers eine Fehler gemacht, insbes. da er nicht stets im Gleichschritt mitmarschierte.
    Aber wenn wir uns offene und ehrliche Politiker „mit Ecken und Kanten“ wünsche müssen wir auch menschliche Fehler akzeptiere.
    Trotz großer Meinungsunterschiede ist Rainer Dittmers in der demokratische Mitte fest verankert.
    ALLE Demokraten sollten gemeinsam gegen die Extremisten an beiden Rändern kämpfen. Auch aus dem aktuellen Desaster werden wir lernen. Wer durch Ausgrenzung einen „kurzsichtigen Vorteil sucht, wird selbst an Bedeutung verlieren, die Mitte schwächen und die Ränder weiter stärken.

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    • Margot Meixner schreibt:

      Als Kreistagsvorsitzender ist ein Mann, der auf dem rechten Auge blind ist, UNTRAGBAR, Herr Wiemann. DAS sollte sogar einem Mitglied der FDP klar sein.

      Wer durch Verharmlosung seinen „kurzsichtigen“ Vorteil sucht, wird selbst an Bedeutung verlieren, die Mitte schwächen und die Ränder weiter stärken!

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      • Berni Wiemann schreibt:

        Sg Frau Meixner, Herr Berg,
        interpretieren Sie nicht sondern nehmen Sie mich beim Wort.
        Ich stimme Ihnen vollkommen zu. Wir alle müssen für unsere Fehler einstehen und auch büßen.
        Ich habe lediglich zum Ausdruck gebracht, das Demokraten nicht gegen- sondern miteinander unsere Demokratie bewahren sollen.
        Im Moment habe ich den Eindruck das viele einen kurzfristigen Vorteil suchen, andere diskreditieren und damit die Ränder stärken.

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  35. Rainer Mencke schreibt:

    Wer noch keinen Fehler gemacht hat, werfe den ersten Stein !

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    • jj schreibt:

      So impulsiv Herr Dittmers ab und an auf Facebook gepostet hat, so untadelig habe ich ihn bisher im Kreistag als Majordomus erlebt.

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    • Ulrich Blanck schreibt:

      Lieber Rainer, ich glaube in diesem Fall ist der Originaltext doch viel treffender: „Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein! „Die Vorgänge in Thüringen lassen sich für mich viel besser mit einer Sünde oder auch dem Bruch eines Tabus beschreiben. Übrigens wissen die Bibelfesten ja auch wie es weiterging. Jesus sprach: Geh hin und sündige von jetzt an nicht mehr! Das ist doch ein guter Rat.

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    • Klaus Bruns schreibt:

      was ist mit der werte-union herr mencke? die haben sich auch geäußert. haben sie auch nur fehler dabei gemacht? es gibt bekannte cdu-politiker , die deren rausschmiss fordern, weil diese,zitat: hilfstruppen der afd sind.

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