Lüneburgs Prügelknabe, die Posaune des Landrats und warum man in der Krise besser in ein Horn stößt

CDU-Chef Felix Petersen und Oberbürgermeister Ulrich Mädge.
Fotos: nh/cdu

Lüneburg, 26. Mai

Wer garantiert Aufmerksamkeit in Lüneburg erhaschen will, schlägt auf den Oberbürgermeister ein. Der ist als Prügelknabe en vogue auf dem politischen Parkett. Und Ulrich Mädge bietet auch wirklich eine breite Angriffsfläche. Er ist eigentlich ständig, ja penetrant in Scharmützel verwickelt. Das hält wohl seine Triebfeder in Schwung. Kritiker Nr.1 ist der Linke Michèl Pauly. Doch dem erwächst Konkurrenz aus dem christdemokratischen Lager.

Pauly nimmt den Oberbürgermeister namentlich auf Facebook zur Brust mit selbsterfüllten Mädge-Prophezeiungen. Wenn seine Kritik auch quietscht, Mädges Echo bleibt aus. Für den Oberbürgermeister ist Facebook und Twitter keine politische Spielwiese, sondern „Mäusekino“. Nicht seine Welt.

Seit aber Christdemokrat Jens Böther Landrat im Landkreis Lüneburg ist, meldet sich ein neuer Dauerkritiker zu Wort. Böthers Posaune hört auf den Namen Felix. Gerade hat der Kreisvorsitzende der Union dem Oberbürgermeister eine Lektion in Finanzpolitik in Krisenzeiten erteilt. Das tut weh, denn Finanzen und Krise sieht Mädge als sein ureigenes Spezialgebiet. Petersen moniert, der OB habe es versäumt rechtzeitig genug Schulden abzubauen. Das stimmt. Da sollte Petersen aber auch seine CDU-Ratsfraktion in die Pflicht nehmen, die beim Etat mitgeht. Und jetzt wolle Mädge auch noch Schuldenhilfe von Bund, Land und Kreis. Ja, genau.

Dass der Oberbürgermeister einer verschuldeten Stadt für Generalamnestie und Finanzminister Scholzes kommunalen Rettungsschirm ist und der Landrat eines sparsamen Landkreises, der seine Schulden auch auf Kosten der hohen Kreisumlage abgebaut hat, das nicht so gerne sieht, das ist politisches Alltagsgeschäft. Das ist nicht geeignet, die Posaune jammern zu lassen. Felix Petersen geriert sich als Lüneburg-Krisen-Manager: mehr Bauen, weniger Staus. Mehr Widerspruch und Leerformel geht kaum. Der Unions-Chef suggeriert, er wisse schon, wie man dieser Krise begegnet. Das wagen angesichts der jetzt schon astronomischen Billionen-Hilfspakete nicht mal krisengestählte Volkswirte. Das kommt einem doch vor wie ein Echo aus dem Tal der  Theoretiker.

Die Hansestadt ist der gut geölte Motor des Landkreises. Und dafür steht Mädge als Maschinist seit fast 30 Jahren im Maschinenraum. Felix Petersen sollte einmal eine Rundreise nach Uelzen, Winsen oder Celle antreten und in den Fußgängerzonen ausharren, bis er vor Sehnsucht nach Lüneburg weint. So leicht verschwommen sieht das mit den Schulden vielleicht auch etwas weichgezeichneter aus.

Parteipolitische, ja selbst persönlich gefärbte Dispute gehören zum Schmierstoff einer dynamischen Demokratie, allerdings sollte auch im kleinen Landkreis Lüneburg bei Landrat, Bürgermeistern/innen, Oberbürgermeister, Parteivorsitzenden und Faktionschefs angekommen sein: Wenn eine Krise von außen, eine von geradezu außerirdischer Dimension den Kreis trifft, bläst man ausnahmsweise mal in ein Horn.

Hans-Herbert Jenckel

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Journalist, Dipl.-Kaufmann
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61 Antworten zu Lüneburgs Prügelknabe, die Posaune des Landrats und warum man in der Krise besser in ein Horn stößt

  1. Otto Berg schreibt:

    Herr Bruns, als lesender Geistesarbeiter fragen Sie Herrn Radlos: „wollte der landrat unter den bekannten bedingungen, die arena wirklich allein bauen?“

    Die Antwort ist: Nein!

    Das belegen zwei Bild-Text-Zitate aus den Qualitätsmedien der Medienhaus Lüneburg GmbH:


    Foto: kt
    „Sie wollen den Bau einer Halle in Lüneburg voranbringen: Oberbürgermeister Ulrich Mädge (Mitte) und Landrat Manfred Nahrstedt (r.) (…mit) Oberfan und Sponsor Klaus Hoppe (l.)“ / (Lünepost 19. Jan. 2015)


    Foto: LK/n
    „Endlich unterschrieben: Landrat Manfred Nahrstedt (links) und Klaus Hoppe (Mitte) halten den Betreibervertrag in Händen, an ihrer Seite Oberbürgermeister Ulrich Mädge“ / (LG heute, 3. Januar 2019)

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    • jj schreibt:

      PS: Oberbürgermeister Mädge hat den Vertrag nicht unterschrieben. Er war gar nicht Verhandlungspartner lg jj

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      • Otto Berg schreibt:

        PPS: Vielen Dank für die Info, Herr Jenckel. Nix davon ist an irgendeiner Stelle von den Qualitätsblättern der Medienhaus Lüneburg GmbH behauptet worden. Andernfalls hätte Herr Mädge wohl vor Jahren schon eine Gegendarstellung erwirkt 😎. Hier hat er, scheint es, einfach mit auf dem schönen Foto sein wollen. Warum, das bleibt weitgehend, von den redaktionellen Bildunterschriften kaum gesteuert, der Phantasie des Betrachters überlassen.

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    • Klaus Bruns schreibt:

      Herr Berg
      ich hatte immer geglaubt, bei den behörden gibt es nur ,,facharbeiter“ schmunzeln. leider gehört dort das vorbeten zum programm.. schließlich muss zu jedem eigenständigen erguss eine unterschrift her. wenn sie der vorgesetzte nicht freiwillig rausrückt, muss sie ihm eben untergeschoben werden, so ,dass er eben nicht weiß, was er unterschrieben hat. und somit schließt sich deren kreis. meine frage an herrn radlos war nur prophylaktisch gemeint.

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  2. Werner Mellentin schreibt:

    Herr Jenkel.

    Sie sind langjähriger Journalist. Dies lange Jahre bei der auflagenstärksten Tageszeitung Lüneburgs. Dennoch verwenden Sie in den Beiträgen hier Bilder, die mehr als nur schief hängen. Insbesondere Ihre Analogien aus dem Technikressort tun weh.

    Bei der Charakterisierung von OB Mädge schreiben Sie: „Das hält wohl seine Triebfeder in Schwung.“

    Triebfedern können unter Spannung stehen oder diese freisetzen. Das von Ihnen beschriebene Verhalten legen Sie nicht an den Tag.

    Oder: „Die Hansestadt ist der gut geölte Motor des Landkreises.“

    Gut geölte Motoren galten bis in die 50er Jahre des letzten Jahrhunderts vielleicht noch als Qualtitätsmerkmal. Wenn Sie mit einem PKW und dessen „gut geölten“ Motor heute eine Werkstatt aufsuchen, wird der Mechatroniker ein besorgtes Gesicht aufsetzen und womöglich den Satz „Das wird teuer!“ verlauten lassen.

    Ob Sie mit dem Satz „Und dafür steht Mädge als Maschinist seit fast 30 Jahren im Maschinenraum.“ dem Genannten eine Freude machen, wage ich zu bezweifeln. Der Maschinist ist lediglich Befehlsempfänger. Er nimmt die Anweisungen von der Kommandobrücke des Schiffes entgegen und hat diese ohne jede Diskussion auszuführen. Eine Position, die dem Verwaltungschef der Hansestadt nun so gar nicht behagt.

    Und noch etwas außerhalb technischer Betrachtungen:

    „Felix Petersen sollte einmal eine Rundreise nach Uelzen, Winsen oder Celle antreten und in den Fußgängerzonen ausharren, bis er vor Sehnsucht nach Lüneburg weint.“

    Leider bin ich nicht in dem Maße wie Sie intimer Kenner der Fußgängerzonen oben genannter Städte. Daher vermisse ich hier die Information, was einen Felix Petersen zum Tränenausbruch verleiten könnte. Sind es die noch schlechteren Straßenmusiker? Zu wenige Modeboutiquen?

    Sie werden es uns noch wissen lassen?

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  3. Karl Beck schreibt:

    Jens Böther ist nicht der erste Landrat, der Hornisten, Posaunisten, Einbläser und Claqueure um sich schart. Einige der eifrigsten seines Vorgängers sind auf diesem Bild zu sehen:

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    • Klaus Bruns schreibt:

      wie oft muss der arme ehemalige landrat hier noch denn arm heben? gähn.

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      • Rudi Radlos schreibt:

        Für magistrale Unterhaltungsvirtuosen mit Ihrem anspruchsvollen Esprit ist die Kurzweil selbstverständlich immer der Hauptgesichtspunkt, Herr Bruns.

        Andere würden es lieber sehen, wenn sich endlich ein ordentliches Gericht mit langem Atem des landrätlichen Multimillionenschabernacks annähme. Haben Sie denn gar kein Verständnis für diese armen Wahrheitsfanatiker?

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      • Klaus Bruns schreibt:

        Rudi Radlos
        der deutsche konnte schon immer besser verurteilen, als beurteilen. wollte der landrat unter den bekannten bedingungen, die arena wirklich allein bauen?

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  4. Otto Berg schreibt:

    Ojemine, Herr Poggensee: https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/2750526-generationenwechsel-nach-schockstarre

    Natürlich gratuliere ich Paul Zeise, bedaure aber aufrichtig, dass Ihnen 82,7 Prozent Zustimmung nicht als Motivation genügten, um dem sehr wichtigen Amt des Kreissprechers von Bündnis90 / Die Grünen wie bisher mit Leidenschaft und Augenmaß gerecht zu werden.

    Ist es nicht vermessen anzunehmen, dass noch bessere Wahlergebnisse unter demokratischen Bedingungen tatsächlich ehrlich gemeint sein können?

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  5. Jürgen Heinbockel schreibt:

    Hallo, Herr Jenckel, hallo, Herr Mencke, hallo, Herr Reinhardt, hallo, Herr Pauly, hallo Herr Wiemann,

    wie bewerten Sie denn den engagierten Kampf von Günter Dubber dafür, endlich die jahrzehntelangen Versäumnisse von Herrn Mädge bei der unvermeidlichen Verkehrswende auszugleichen und den Kfz-Verkehr in Lüneburg massiv zu reduzieren sowie die Radwegeverbindungen zwischen der Hansestadt Lüneburg und ihren Umlandgemeinden zu verbessern? „Unser Ziel ist es, Menschen dazu zu bewegen, ihr Auto stehen zu lassen und mit dem Fahrrad in die Stadt oder von dort raus zu fahren. Dies reduziert Staus und leistet einen Beitrag zum Umweltschutz“, begründet der CDU-Kreisfraktionsvorsitzende Dubber seine Initiative.


    (Foto: CDU)

    Im Kreistag hat die Arbeitsgruppe Radverkehr ein entsprechendes Konzept erarbeitet. Es sieht neue und optimierte Radwege von Lüneburg nach Adendorf, Scharnebeck, Bardowick, Vögelsen, Reppenstedt, Melbeck bzw. Embsen und Deutsch Evern vor. Über die Fahrradschnellstraße von Lüneburg nach Amt Neuhaus über die Fährpunkte Darchau und Bleckede steht dort allerdings nichts Konkretes. Grundlage für diese Planungen ist das „Integrierte Mobilitätskonzept“ (IMK) des Landkreises, das den Bus- und Radverkehr sowie Rufbus-Systeme enger miteinander verzahnen will.

    Unterstützung für Dubbers Vorstoß kommt auch vom Vorsitzenden des CDU-Kreisverbandes Lüneburg, Felix Petersen, der ebenso Mitglied des Kreistages ist. Petersen nennt die Stärkung des Radverkehrs im unmittelbaren Einzugsbereich der Stadt eine „wichtige Maßnahme“. „Denn nirgendwo sonst im Landkreis konzentriert sich der Autoverkehr so stark und sorgt für so lange Staus wie zum Beispiel in der Reichenbachstraße oder in der Willy-Brandt-Straße nach Feierabend. Diese Staus bedeuten für die Autofahrer ein Verlust von Zeit, Nerven und Spritgeld“, sinniert Petersen, „und für die Umwelt sind die Staus auch nicht gut“.

    „Je mehr Leute das Fahrrad wählen, desto weniger CO2 wird ausgestoßen“, ergänzt der CDU-Fraktionsvorsitzende Günter Dubber. Auf keine andere Weise könne der Landkreis einen substanzielleren Beitrag im Verkehrsbereich zur CO2-Vermeidung leisten als durch die Umsetzung des Radwegekonzeptes, ist er überzeugt.

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    • jj schreibt:

      Lieber Herr Heinbockel, wenn‘s denn so käme, wäre es schön. Allerdings bin ich der Fensterreden müde. Schauen Sie sich auf Lüneburgs Straßen um: Radring – Fehlanzeige trotz Versprechen, die wichtigsten Radwege sind marode, die Radstreifen werden von Auto bevölkert, die neue Straßenverkehrsordnung wird nicht in der Praxis umgesetzt. Und fahren Sie doch einmal von Neetze mit dem Rad nach Lüneburg, das grenzt immer an versuchtem Selbstmord.
      Die Welt wird vom Auto her gedacht, und die Autoindustrie wird jetzt mit Milliarden gerettet, es wird Prämien für Autos geben, aber keine Prämien für den Umstieg aufs Rad, Prämien für Lastenräder etc. Selbst Politiker glauben nicht mehr ans Auto, wenn man sie rede hört und bevor sie in ihren SUV steigen. Lg jj

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      • Jens Kiesel schreibt:

        Moin Herr Jenckel, versuchte Selbstmorde sehe ich auch täglich. Ich fahre gelegentlich mit dem Fahrrad, mit dem Auto täglich den Ochtmisser Kirchsteig entlang. Dort gibt es auf beiden Seiten gute und ausreichende Radwege, die von den aller meisten Radfahrern auch genutzt werden. Seit dem die Benutzung der Radwege aber nicht mehr zwingend vorgeschrieben ist, erlebt man trotz freier Radwege Kandidaten, die sich im vollen Berufsverkehr mit ihrem Rad auf der Fahrbahn bewegen. Gestern morgen musste ich z.B. wegen Gegenverkehr einige Zeit hinter einem herfahren, der zu seinem Schutz auch noch sein Kind im Sitz hinter sich als Puffer mitführte. Da muss man dann froh sein, wenn kein hinterherfahrender Autofahrer im falschen Moment einen Hustenanfall, einen Krampf hat oder auch nur unaufmerksam ist. Erstaunlich, das Radfahrer bereit sind, ihr Schicksal in die Hände anderer Verkehrsteilnehmer zu legen. .

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      • jj schreibt:

        Ach, Herr Kiesek, ich lade Sie ein zwei Stunden auf Lüneburgs Radwegen. Für danach melden Sie schon mal einen Termin bei Ihrem Bandscheibenspezialisten klar. Es wird grausam. Versprochen lg jj

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      • Doro Fischer schreibt:

        Um zu vermeiden, dass man nicht mehr „froh“ zu sein braucht, „wenn kein hinter einem Fahrrad herfahrender Autofahrer im falschen Moment einen Hustenanfall, einen Krampf hat oder auch nur unaufmerksam ist“, machen sich Herr Dubber, Herr Petersen und Herr Wiemann doch gerade für die graduelle Verminderung mit dem Ziel der Abschaffung des innerstädtischen KfZ-Verkehrs stark, Herr Kiesel. Die drei Kreistagsabgeordneten haben begriffen, dass die schnelle Lüneburger Verkehrswende hin zu kreislaufstärkendem Muskelantrieb und fahrpreis- sowie emissionsfreiem ÖPNV eine zwingende Notwendigkeit darstellt.

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      • Doro Fischer schreibt:

        Ein Lapsus auf meiner Seite, Herr Kiesel. Ich habe mich in der doppelten Negation verheddert, wollte aber ausdrücken:

        Auch um zu vermeiden, dass man noch länger tatenlos „froh“ sein muss, „wenn ein hinter einem Fahrrad herfahrender Autofahrer“ keinen Fehler macht, möchten Herr Dubber, Herr Petersen und Herr Wiemann die ökologische Verkehrswende in und um Lüneburg schnell voranbringen.

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    • Rainer Mencke schreibt:

      Ich denke, viele Probleme der Stadt wird man nur in einem guten Zusammenspiel mit dem Kreis erfolgreich angehen können – deshalb muss die Zusammenarbeit von beiden Seiten intensiviert werden !
      Ein erfolgreicher Landkreis braucht auch eine starke Stadt !
      Die Region Lüneburg entwickeln geht nur gemeinsam – Gesprächsbereitschaft ist das richtige Signal und gegenseitige Vorwürfe helfen nicht !
      Wir arbeiten gern ehrenamtlich dran – die Themen sind vielfältig und jeder ist eingeladen konstruktive Vorschläge zu machen !

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    • Heinrich Struwe schreibt:

      Lieber Herr Struwes, ich wollte Ihnen eine Mail schreiben, aber leider ist Ihre Mail-Adresse gar nicht vorhanden. Also auf diesem Weg.

      Herr Menke, dem Sie Fragen stellen wollen, sitzt nicht im Kreistag, sondern im Stadtrat. Er ist also auch gar nicht mit der Arena-Entschädigung für Campus befasst. Und beim Thema sind Sie hier zudem im falschen Blog. Hier geht es mal nicht um die Arena, um Herrn Hoppe oder die Campus Management GmbH. Und Ihr Schluss zeigt ja auch, dass Sie es gar nicht ernst gemeint haben, sondern einfach mal was gegen die hohe Abfindung ins Feld führen wollten, die in anderen Blog-Beiträgen weidlich zerflückt wurde. lg jj

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      • Rainer Mencke schreibt:

        Ich habe die Arena oder Herrn Hoppe auch nicht gemeint bzw. angesprochen !

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      • jj schreibt:

        So sehe ich das auch. Alles gut. Lg jj

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      • Elena Schünemann schreibt:

        Ich sehe das anders.

        „Gesprächsbereitschaft ist das richtige Signal und gegenseitige Vorwürfe helfen nicht!“ Die Aussage kann dahingehend zumindest missverstanden werden, dass die Aufklärung des Arena-Skandals als „gegenseitiges Vorwürfemachen“ verkleinert werden soll. Ich frage mich, warum sich das Landratsamt so schwer damit tut, die Fragen der Kommunalaufsicht aus dem Innenministerium zu beantworten. Und warum wird mit der Ausschreibung des externen Fachanwalts erst jetzt, mit über einem Jahr Verspätung begonnen?

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      • jj schreibt:

        Irgendwie habe ich mich missverständlich ausgedrückt, natürlich hängt alles mit allem in der Welt zusammen, aber hier geht es nicht um die Arena. Lg jj

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    • Berni Wiemann schreibt:

      Sg Herr Heinbockel,
      wenn die Versäumnisse der Vergangenheit (insbes. in Lüneburg) berichtigt werden bin ich selbstverständlich dabei.
      Wir dürfen aber den ländlichen Raum nicht vergessen. Farradschnellwege nach Bleckede/Amt Neuhaus sind für ambitionierte Schönwetterfahrer ok. Bei Regen, Schnee und Eis brauchen wir, für normale Berufspendler, Schüler, Rentner etc., aber weiterhin vernünftige Alternativen.

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    • Jürgen Heinbockel schreibt:

      Lieber Kreistagsabgeordneter Wiemann,

      das eine schließt das andere doch nicht aus! Grundlage für Herrn Dubbers „Planungen ist ja das ‚Integrierte Mobilitätskonzept‘ (IMK) des Landkreises, das den Bus- und Radverkehr sowie Rufbus-Systeme enger miteinander verzahnen will.“ So steht es in dem von mir zitierten Positionspapier des CDU-Kreisfraktionsvorsitzenden.

      Mit der hypermodernen, auch niedrigwassertauglichen und von Hydrogenium-Brennzellen getriebenen Fähre in Bleckede, deren Anschaffung der Verwaltungsspitze vom Lüneburger Kreistag empfohlen wurde (und deren Entsprechung für Neu Darchau käuflich zu erwerben hoffentlich bald auch vom Lüchower Kreistag beschlossen wird), lässt sich der Transport mit Hilfe von Bus- und Rufbus-Systeme auch „für normale Berufspendler, Schüler, Rentner etc. sogar bei Regen, Schnee und Eis“ ganz sicher, da bin ich zuversichlich, ebenfalls beliebig eng miteinander verzahnen und „optimieren“.

      Unterstützung für einen solchen Dubber/Wiemann-Vorstoß käme bestimmt auch vom Vorsitzenden des CDU-Kreisverbandes Lüneburg, Felix Petersen, der die Stärkung des Radverkehrs im unmittelbaren Einzugsbereich der Elbe eine „wichtige Maßnahme“ nennen und das eventuell so begründen würde: „Denn nirgendwo sonst im Landkreis wird sich der Autoverkehr so stark konzentrieren und für so lange Staus sorgen wie zum Beispiel auf einer Elbbrüche zwischen Neu Darchau und Darchau nach Feierabend. Diese Staus werden für die Autofahrer einen Verlust von Zeit, Nerven und Spritgeld kosten und für die Umwelt in unseren herrlichen Elbtalauen wären solche Staus auch nicht gut“.

      Der Ratsherr Mencke wünscht sich, die „Zusammenarbeit von beiden Seiten“, von Stadt und Kreis solle zum Vorteil aller „intensiviert werden“. In seiner Formulierung steckt ein gerüttelt Maß an Enttäuschung und Kritik der bisherigen Praxis. Ihn möchte ich fragen, warum diese Kooperation seiner Ansicht nach während der letzten Jahre nicht mit der nun für eine gedeihliche Zukunft erhofften Intensität möglich gewesen ist. Kamen Herr Mädge und Herr Nahrstedt denn nicht aus demselben Stall? Warum wurde „die Region Lüneburg in der Vergangeheit nicht intensiv genug „gemeinsam entwickelt“?

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  6. Berthold Ohms schreibt:

    Sehr geehrter Herr Jenckel,

    ich finde es schade, daß hier zwischen Frau Dreyer, Herrn Bruns, dem als „Erhalt“ maskierten Herrn Fahrenwaldt, Herrn Schneider, Herrn Pols und Ihnen nur themenferne Animositäten beharkt werden, die allem Anschein nach schon länger schwelen, aber für mich kaum zu entschlüsseln sind und zur Bewertung und Einordnung der von Herrn Mädge und Herrn Petersen vorgetragenen kommunalpolitischen Thesen nullkommanüscht beitragen. Herrn Janowitzens Wortmeldungen sind von einer derartig breiigen Ungreifbarkeit, daß ich nichts mit ihnen anfangen kann, Frau oder Herr Jericho scheint selber nicht zu wissen, was er mitzuteilen beabsichtigte, und Herr Göhring möchte unverkennbar für seine Lastradunternehmung Reklame machen. Der einzige Beitrag, der Berührungspunkte mit den von Mädge und Petersen aufgeworfenen Problemkreisen besitzt, der von Herrn Führbringer, wird dagegen ignoriert. Auch nach der von Herrn Pols erwähnten „PM“ wird gar nicht gefragt.

    Diese Pressemitteilung unseres CDU-Bundestagsabgeordneten habe ich, glaube ich, gefunden. Sie stammt vom 20. Mai 2020 und richtet sich gegen eine Initiative der Bundesregierung. In dieser „PM“ steht viel Konfuses, unter dem, wie mir scheint, vor allem ein Ziel erkennbar wird, nämlich das, den derzeitigen Lüneburger Oberbürgermeister anzuschwärzen. Herr Pols hat darin schreiben lassen:

    „Der Bundesfinanzminister plant eine Art ‚Schutzschirm‘ für Kommunen in Höhe von 57 Milliarden Euro, deren Kosten sich Bund und Länder jeweils zur Hälfte teilen sollen. Dieser Mechanismus soll aus zwei Komponenten bestehen: aus einer sofort abrufbaren Nothilfe, die allen Städten und Gemeinden wegen der Corona-Krise zur Verfügung steht, und einer Altschuldenhilfe für hoch verschuldete Kommunen. ‚Dass die Kommunen finanziell nicht durchweg optimal ausgestattet sind, lässt sich nicht von der Hand weisen. Ihnen muss bei fehlendem Selbstverschulden, was bei den Altschulden der Hansestadt Lüneburg zum Beispiel nicht der Fall ist, auch geholfen werden‘.“ Siehe: https://uploads.strikinglycdn.com/files/b5d622c1-5658-4a16-8523-0f7a6c351e9e/2020-05-20%20PM%20Gegen%20Vermengung%20von%20Corona-Nothilfe%20f%C3%BCr%20Kommunen%20und%20Altschuldenfrage.pdf

    Dieses Vorgehen muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Unter dem vollen Briefkopfornat eines Bundestagsabgeordneten fordert der Lüneburger, seine Heimatgemeinde von Bundeshilfen auszuschließen, weil es sich bei diesen finanziellen Zuwendungen angeblich um „SPD-Parteipolitik pur!“ handle. Das korrespondiert mit seinem Blog.jj-Vorwurf von gestern Nacht: „Mädge hat es nicht verstanden in den letzten, wirtschaftlich guten Jahren ein Polster anzulegen.“

    Ist Herrn Pols entgangen, daß die Bundesregierung, in welcher „der Bundesfinanzminister eine Art ‚Schutzschirm‘ für Kommunen“ plant, von einer angesehenen CDU-Kanzlerin geführt wird? Hat Herr Pols vergessen, dass er selbst von 2007 bis zu seiner Abwahl 2016 ein Mitglied des Rates der Hansestadt Lüneburg gewesen ist und von 2007 bis 2011 als „Gruppenangehöriger“ sich sogar förmlich zu den Unterstützern des jetzigen Oberbürgermeisters und aller seiner „Projekte“ bekannt hat? Warum hat Herr Pols während seiner aktiven Zeit als Lüneburger Ratsherr keine Konzepte oder wenigstens Hinweise zur Reduzierung der ‚Altschulden‘ vorgelegt und stattdessen exorbitante Geldverschwendeprojekte wie den Libeskind-Bau und die SVG-Arena beklatscht? Warum verhielt sich Herr Pols jahrelang anders als er jetzt, vor den 2021 bevorstehenden Wahlen redet?

    Würden Sie den direkt gewählten Bundestagsabgeordneten für den Wahlkreis Lüchow-Dannenberg/Lüneburg danach einmal fragen, Herr Jenckel?

    Für welches „schöne Projekt an der Elbe“ ist Herr Pols Ihr Hoffnungsträger?

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    • jj schreibt:

      Sehr geehrter Herr Ohms,
      ich weiß zwar nicht, wie Sie darauf kommen, dass der Forist Erhard Herr Fahrenwaldt sein könnte. Ich halte das für abwegig, weil Herr Fahrenwaldt sich stets unter seinem richtigen Namen einmischt.

      Das wir hier das eigentliche Thema nicht fassen, ist halt Ihre Meinung.

      Was Frau Dreyer und mich angeht, so pflegen wir zur Elbe im Allgemeinen und zur Elbbrücke Neu Darchau im Speziellen seit Jahren einen intensiven Disput. Das mag für Neulinge im Forum dann doch verwirrend sein. Das bitte ich zu entschuldigen.

      Herrn Pols schließlich will ich gerne fragen, wie er zu seiner Einschätzung kommt.
      Was das Projekt Elbe angeht: Wenn man alle Ideen gleich auf dem Marktplatz breittritt, kann man sie auch gleich in die Tonne treten. lg jj

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      • Berthold Ohms schreibt:

        Naja, Herr Jenckel,

        wenn ich richtig sehe, waren Sie der Erste, der vorgestern um 15:14 Uhr ungefragt und anlasslos dem Blog.jj-Publikum von diesem Pols’schen „Elbprojekt“ Mitteilung gemacht hat. JJ Wörtlich: „Und was Eckhard Pols angeht, den ich schätze, der kann nie ganz falsch liegen. Er ist schließlich unserer Bundestagsabgeordneter und mein Hoffnungsträger für ein schönes Projekt an der Elbe.“

        Erst ankirren und dann im Dunkeln stehen lassen? Geht man so mit seinen Lesern um?

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      • jj schreibt:

        Ja, das war sicher ein Fehler. Ich bitte um Vergebung 🙏lg jj

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  7. Helga Dreyer schreibt:

    Lieber Herr Jenckel, das mit dem Liken oder Teilen von mir wird nix. Ich als Mediendepp bin weder bei Facebook noch bei Twitter. Es ist mir heute noch nicht einmal gelungen, den Beitrag von Kurt vom 27. Mai, 2:21 Uhr zu „liken“.

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  8. Markus Schulz schreibt:

    Hallo Herr Pols, hat die LZ dem Möchtegern-Mädge-Nachfolger aus der CDU denn kein Podium gegeben? Nur, Herr Petersen hat sich wieder einmal fürs Polemisieren entschieden und damit eine Chance vertan, dem Bürger die Fakten klar darzulegen: https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/2749110-kreischef-der-cdu-ist-empoert-ueber-maedges-kritik

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  9. Eckhard Pols schreibt:

    Schade das die LZ nur Mädge wieder ein Podium gibt. Immer nur nach anderen schreien ist einfach, zumal wenn man es selbst verbockt hat. Mädge hat es nicht verstanden in den letzten, wirtschaftlich guten Jahren ein Polster anzulegen. Die LZ hat eine Chance vertan die Fakten klar dem Bürger darzulegen. Eine PM, auch von mir, liegt der LZ vor. Schlimm ist dazu noch Mädges Zitat mit der „Befehlsausgabe“. Wer hat in den Landkreis durch regiert? mit Befehlsausgabe an den alten Landrat? Das war OB Mädge, aber diese Zeiten sind unter LR Böther jetzt vorbei. Und das ist gut so.

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    • jj schreibt:

      Zielen Sie auf den Blog oder meinen Sie tatsächlich die LZ? Den Blog betreibt jj. Hier bekommt nur der ein Forum, der selber bloggt. Ich lade Sie ein. Lg jj

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      • Helga Dreyer schreibt:

        Sehr geehrter Herr Jenckel, Ihre einleitenden Worte benennen Felix Petersen als Posaune des Landrats. Sie stellen zudem besonders heraus, dass auf Kritik an OB Mädge dessen Echo selbst ausbliebe, für den OB seien Facebook und Twitter keine politischen Spielwiesen.
        Das alles kann Herr Mädge sich auch sparen, denn er verfügt ja gleich über einen kompletten Posaunenchor mit Ihnen als Dirigenten und ihm wohlgesonnenen Redakteuren der LZ.
        Dafür spricht doch auch folgende Unstimmigkeit: in Ihrer obigen Antwort an den MdB Pols suggerieren Sie, dass Sie hier unabhängig von der LZ schreiben würden. Die Facebook-Seite der Landeszeitung teilt jedoch Ihre Blog-Beiträge und dürfte damit der größte Multiplikator Ihres Blogs sein. So falsch liegt MdB Pols also nicht, wenn er feststellt, dass auch die LZ Herrn Mädge ein (größeres) Podium gibt.

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      • jj schreibt:

        Liebe Frau Dreyer, immer etwas unscharf, aber nie ohne satirische Einlagen. Einleitend habe ich Herr Petersen ganz sicher nicht als Posaune bezeichnet. Das kommt erst im dritten Absatz, das ist einfach nur ein Bild.

        Dass ich nun der Dirigent eines Mädge-Posaunenchors sei, findet sich hier im Blog nicht, aber deswegen dürfen Sie das natürlich trotzdem behaupten. Dass es nun eine ganze Reihe von LZ-Redakteuren Herrn Mädge hofieren, das bitte müssen Sie Herrn Mädge einmal schreiben, das wird ihn freuen. Ich glaube ganz fest, das sieht es ganz anders. Aber bitte, Ihre Meinung.

        Richtig ist, dass auf der LZ-Facebook-Seite wie auch auf der Seite „Lüneburg aktuell“ und einigen weiteren Seiten oder Profilen mein Blog verlinkt wird, bei der LZ leider nicht immer, dafür bei anderen ganz sicher. Richtig ist, dass die LZ-Facebook-Seite eine Multiplikator ist wie auch die starke Fan-Seite „Lüneburg aktuell“. In den Sozialen Medien, liebe Frau Dreyer, kommt es aufs Teilen, Liken und Kommentieren an. Deswegen würde ich mich natürlich freuen, wenn auch Sie künftig meine Blog-Beiträge zur Brücke z.B. teilen oder liken.

        Und was Eckhard Pols angeht, den ich schätze, der kann nie ganz falsch liegen. Er ist schließlich unserer Bundestagsabgeordneter und mein Hoffnungsträger für ein schönes Projekt an der Elbe. LG Ihr jj

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      • jj schreibt:

        Und Frau Dreyer: In der LZ stand nur die Kritik von Herrn Petersen, eine Seite runter. Dass da ein Widerwort von Herrn Mädge stand, wüsste ich nicht. Das nur am Rande, aber da sehen Sie, wie schief Ihr Anwurf ist. Aber wir kennen uns ja. Lg jj

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      • Klaus Bruns schreibt:

        Herr Jenckel
        wo von träumen sie nachts? herr pols und sich einer offenen debatte stellen?

        Lieber Herr Bruns, ja, ich lösche ab und an Kommentare von Ihnen, weil es einfach oft zu viel ist. Und jetzt müssen Sie auch nicht Herrn Pols Unterstellungen unterschieben. Ich habe es noch nicht erlebt, dass er einer Debatte aus dem Weg gegangen ist. Vielmehr ist er in der Sozialen Medien sehr aktiv.
        Und nun, lassen Sie es mal im Garten ruhig angehen. Lg jj

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      • Klaus Bruns schreibt:

        Herr Jenckel, sie belieben zu scherzen. herr pols und die sozialen medien , mit ihrem blog zu vergleichen. wenn es so asozial zugehen würde, wäre ich hier nicht dabei. diese medien, die sie meinen sind weit weg. hier kennt man sich.

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  10. Jericho schreibt:

    Herr Harries war ein toller Mensch. Sein Schnauzer ein mehr als anerkanntes Markenzeichen…
    Ins gleiche Horn blassen: bedeutet eigentlich : etwas schon vorher Verkündetes noch einmal verkünden.
    Ins gleiche Horn stoßen…
    Aber bitte nicht, das am Ende die Trompeten von Jericho erklingen…

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    • Arne schreibt:

      Hallo Herr Fahrenwaldt,
      hier finden Sie die neueste Nachricht von Herrn Poggensee über LINKE Querfrontaktivisten auf rechten Demos: https://blog-jj.com/2020/05/02/mehr-testen/#comment-10629

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    • Ernst Kruse schreibt:

      „Herr Harries war ein toller Mensch.“ – Wieso „war“?

      Soweit ich weiß, ist der alte Herr immer noch kregler als so mancher E-Gamer.

      Im August 2013, als der bis dahin als „Panzerumgehung Soderstorf“ bezeichnete Straßenabschnitt zwischen der Abzweigung der Wohlenbütteler Straße und der Einmündung auf die Kreisstraße nach Evendorf in Anerkennung der Verdienste des ehemaligen Lüneburger Oberkreisdirektors (von 1969 bis 1987) offiziell den Namen „Klaus-Harries-Ring“ bekam, überreichte der damalige Amelinghäuser Bürgermeister Helmut Völker dem 84-Jährigen eine große Tasche voller Bücher zur Geschichte der Gemeinde (ab 1974 Samtgemeinde) von 1293 bis in die Gegenwart. Überflüssig, wie sich schnell herausstellte. Harries hatte sie bereits alle gelesen.

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  11. Wilhelm Führbringer schreibt:

    Hallo, Herr Jenckel,

    Sie schreiben: „Die Hansestadt ist der gut geölte Motor des Landkreises. Und dafür steht Mädge als Maschinist seit fast 30 Jahren im Maschinenraum.“ Das ist cum grano salis sicher richtig. Und ich glaube sogar, dass mit dem Ende der Amtszeit des jetzigen Oberbürgermeisters im Herbst nächsten Jahres eine Zäsur in der Erfolgsgeschichte der Stadt Lüneburg ansteht. Nach einer Person vom Format Ulrich Mädges kann man lange suchen.

    Mädge sagte laut LZ, Böther – ehemals Bürgermeister in Bleckede – könne Lüneburg „nicht wie einen Vorort von Bleckede behandeln“. Was genau soll das besagen? Behandelt einer, der seinen Ausrufer von den unterbliebenen Sparanstrengungen zetern lässt, die Mittelstadt an der Ilmenau wie einen Vorort der Kleinstadt an der Elbe? Ja, zwar 80 Prozent der Arbeitsplätze der Region liegen in Lüneburg, dazu Theater, Krankenhaus und Kultureinrichtungen. Das Umland profitiert von der Stadt! Aber die Stadt eben auch vom Umland. Herr Mädge sieht das. Und er sieht richtig, dass die Kreisumlage schnellstmöglich um mehrere Punkte gesenkt werden muss, damit die Gemeinden ihre Handlungsfähigkeit wieder erlangen bzw. diesde ihnen erhalten bleibt. Und „im Zweifel müsse der Kreis eben Schulden machen, er könne nicht Stadt und Land im finanziellen Elend lassen“. (https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/2748033-haushalt-lueneburg)

    Ja, die Stadteinwohnerschaft macht bloß 42 Prozent der Kreiseinwohnerschaft aus und trotzdem buttern ihre Steuerbürger die Hälfte der Umlagensumme in die Kreiskasse.

    Aber warum ist das so?

    Weil die absoluten Umlagesummen von der Finanzkraft einer Kommune abhängen und die ist in Lüneburg um ein Mehrfaches größer als die aller übrigen Kreisgemeinden zusammen. Die Finanzkraft einer nicht umlagefinanzierten Kommune wird maßgeblich durch die Höhe der eigenen Steuereinnahmen beeinflusst. Insofern ist die Steuereinnahmekraft ein wichtiges Merkmal für die Beurteilung der Finanzkraft einer Kommune. Gleichzeitig ist die Höhe der Steuereinnahmekraft ein Indiz für vorhandene Strukturunterschiede.

    Und hier möchte ich einhaken.

    Denn, dass 80 Prozent der Arbeitsplätze der Region in Lüneburg liegen und die Hansestadt „für die ganze Region die wesentlichen Kultur-, Klinik- und Erholungseinrichtungen vorhält“, ist meines Erachtens ihr Problem und nicht ihr Plus.

    Die Fläche unserer Stadt macht 5 Prozent der Kreisfläche aus. Wieso werden 5 Prozent der Fläche mit Bildungs-, Beschäftigungs-, Gesundheits-, Kultur- und Unterhaltungseinrichtungen volgestopft, während 95 Prozent durch die Röhre glotzen, mit Wegzug und Infrastruktureinbußen (Schließung von Post-, Bank-, Klinik- und Supermarktfilialen, von Arztpraxen, Kirchen, Gasthäusern, Schulen, Kindergärten und Sportanlagen) zu kämpfen haben? Ist die Fläche bloß Pampa und nur die Stadt ist Zukunftsmodell? Ist nicht der ganze gedankenleere, wieder und wieder herumerzählte Oberzentrumskäse in Wahrheit Ausfluss eines vorsintflutlichen Raumplanungsschwachsinns? Wo steht geschrieben, das Zentralismus richtig ist und dezentrales, gleichmäßig über den ganzen Gemeindeverband verteiltes Potential ein Holzweg? Warum müssen fast alle Menschen auf den geförderten Zufahrtswegen im Stau stehen, weil sie zur Arbeit, zur Schule, zum Arzt, ins Theater, ins Museum oder ins eventisierte Spitzensporterlebnisuniversum ins Oberzentrum genötigt werden, wo sie keinen Parkplatz finden, wo Hektik herrscht, die Luft schlecht ist und Schlangestehen angesagt ist, bevor man hingelangt wo man hin möchte? Wieso die Attraktionen und Betätigungsfelder nicht über die Ortschaften des Kreises verteilen, damit z. B. die Majorität der Beschäftigten ihre Arbeitsstelle per pedes oder mit dem Fahrrad erreicht?

    Das Antidot gegen die unleugbare Landflucht kann doch nicht sein, dieser noch zusätzliche Anreize zu schaffen, indem die „Attraktivitätspotentiale“ allein in einem „Oberzentrum“ konzentriert werden. Oder? Ein grelles Symbol dieser verfehlten Politik stellt die Arena dar, die auf dem Stadtgebiet in eine gänzlich ungeeignete Parzelle ohne entsprechende Infrastruktur gezwängt worden ist, anstatt z. B., wie ursprünglich geplant, in Bardowick die Keimzelle eines großen Sport-, Erholungs- und Freizeitparks zu bilden, der einen wirklichen Mehrwert für die gesamte Region dargestellt hätte.

    Und würde nicht dann vermutlich auch die Steuerkraft sich gleichmäßiger gestalten, so dass der Oberbürgermeister nichts zum Wehklagen hätte und die Kreisverwaltung das Subsidiaritätsprinzip wieder in Stellung bringen und die Umverteilungsbürokratie im Kreishaus abschmelzen könnte, den Gemeinden ihre Finanz- und Gestaltungsautonomie nicht abzuschnüren brauchte und die (einstmals bloß temporär zum Abfangen von Ausgabenspitzen gedachte) Kreisumlage endlich auf einstellige Werte zurückfahren und sich ansonsten auf das Wenige konzentrieren könnte, das tatsächlich zu ihrem Aufgabenkreis gehört (Kreisstraßen, öffentlicher Personennahverkehr, Natur- und Landschaftsschutz, Abfallbeseitigung, Gesundheit- und Rettungswesen, Brand- und Katastrophenschutz, Lebensmittelüberwachung –– und 😂 Bauaufsicht)?

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  12. Andreas Janowitz schreibt:

    Was zur Hölle ist das „Tal der Theoretiker“?! Ich wette sie hatten das „Tal der Ahnungslosen“ schon getippt. Was ich allemal treffender fände, da es ja die in ihrer eigenen Infosuppe schmorenden meint, man könnte vom „Rufer in der Echokammer“ schreiben.
    Ihm braust von allen Seiten (ein wenig abgehobene) Zustimmung entgegen, was ihn sicher zu manch ungelenker Formulierung verleitete. Offenbar stelle er sich nicht all zu offen gegen den kürzlich verbahl verunglückten (und immernoch unhaltbaren) Altvorderen.

    Sie glauben allenernstes die Seuche sei schlimm? Ein warmer Furz gegen die Folgen des Klimawandels, nichts weiter. Was meinen Sie ist hier los, wenn in irgendeinem Wirbelsturm Teile der Niederlande absaufen? Was in naher Zukunft „unbewohnbar“ bedeutet…

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    • jj schreibt:

      Herr Janowitz, wir befinden am Anfang eines dystopischen Films, und am Ende ruft T.S. Elliot:
      Auf diese Art geht die Welt zugrund
      Nicht mit einem Knall: mit Gewimmer

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      • Andreas Janowitz schreibt:

        Bitte Herr Jenckel, utopisch wäre ohne Rechtschreibfehler zu posten, dystopisch diese nicht wenigstens nach Veröffentlichung zu erkennen. -.-

        Aber zurrück zum Wesentlichen: Schwarzmalerei ist übertrieben. Ja das Zeitalter der Idioten ist manchmal ein wenig lästig. Immerhin haben wir das Zeitalter der Irren mehr oder weniger unbeschadet hinter uns gelassen? Nur weil jeder dann und wann ein wenig dämlich daher kommt, bedeutet das schliesslich nicht, das der Karren auf ewig im Sumpf stecken muss. Es müssen sogar Fehler gemacht werden, denn nur so kann man lernen?
        (Der breite Acker, der Gemeinplätze lässt grüssen.)

        Insofern kreide ich unseren Arena Baukünstlern nicht unbedingt den Wunsch an einer Mode zu folgen wie etwa mit den Spassbädern in den 90ern, sondern nur den Unwillen die Fehlentscheidung zu revidieren. Nicht korregierte Fehler haben nunmal eher ungünstige Folgen, was selbst dem ansonsten recht denkresistenten Beef Supreme gerade dämmert.

        Die Brücke ins Nirgendwo war wenigstens von vornherein zu teuer. Besser ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.

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      • jj schreibt:

        Gerne können Sie mir den Rechtschreibfehler nennen. Lg jj

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  13. Klaus Bruns schreibt:

    Herr Jenckel
    tja, ich wäre mit beiden auch gut zurecht gekommen. was ist bloß aus der cdu geworden? die spd ist da leider auch nicht besser. stimmt die aussage der meisten politikwissenschaftler: es gab noch nie so schlechte politiker, wie heute? Gebrochene Wahlversprechen und Wortbruch: der Berufsstand der Politiker ist so unbeliebt wie nie zuvor.

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  14. Olaf Schneider schreibt:

    Der Frosch, der groß sein will wie ein Stier:

    Ein Frosch sah einen Bullen gehen.
    Wie stattlich war der anzusehen!
    Er, der nicht größer als ein Ei, war neidisch drauf,
    Er spreizte sich, blähte mit Macht sich auf,
    Um gleich zu sein dem großen Tier,
    Und rief: »Ihr Brüder achtet und vergleicht!
    Wie, bin ich nun so weit? Ach, sagt es mir!« –
    »Nein!« – »Aber jetzt?« – »Was denkst du dir!« –
    »Und jetzt?« – »Noch lange nicht erreicht!« –
    Das Fröschlein hat sich furchtbar aufgeblasen,
    Es platzte und verschied – im grünen Rasen.

    Die Welt bevölkern viele solcher dummen Leute:
    Jedweder Schwätzer möchte sein wie große Herrn,
    Der kleine Landrat – hält sich Trompeter heute,
    Das kleinste Stimmlein prunkt mit Pauken gern.

    Quelle: Jean de la Fontaine: Fabeln. Berlin 1923, S. 6-7

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  15. Heinz Erhalt schreibt:

    Die Hansestadt ist die Schuldenmaschine des Landkreises. Und dafür steht Mädge als Maschinist seit fast 30 Jahren im Maschinenraum. Das rote Rathaus wackelt – ganz egal, ob Genosse Jenckel noch für seinen Ulrich in die Bresche springt oder nicht. 😉

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    • jj schreibt:

      Lieber Herr Erhard, Genosse? Sie wissen mehr. Ich komme ja vom Bauernhof und sollte mal für die Junge Union geworben werden vom damaligen Vorsitzenden. Aber da war Woodstock, Vietnamkrieg und Flower Power. Da ist nichts draus geworden. Leider kein Parteimitglied . War nur mal im HH Presseclub. Lg jj

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      • Klaus Bruns schreibt:

        bläst man ausnahmsweise mal in ein Horn.
        die blow- jobs sind auch nicht mehr das, was sie mal waren. jetzt soll das sogar mit maske klappen. schmunzeln. seien sie doch mal ehrlich herr jenckel, die arbeit als stadtsprecher hat sie doch zumindest , der spd, näher gebracht, als der cdu , oder?

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      • jj schreibt:

        Herr Bruns, da liegen Sie falsch. Ich sach das noch mal, ich komme vom Bauernhof, von der Hammer Mühle Melbeck.

        Gleichwohl denke ich gerne an meine Zeit als Pressesprecher zurück, weil ich zeitlich und auch inhaltlich doch sehr viele Freiheiten genossen habe. Und auch stolz war, in diesem alten Rathaus zu arbeiten, durch die Räume zu streichen und nach 16 Uhr ungestört war wie nie wieder in meinem Arbeitsleben.
        Außerdem habe ich neben meiner „Lehrzeit“ bei meinem väterlichen Freund Klaus Harries in seiner Zeit als OKD und MdB nie mehr über Politik gelernt als in der Zeit im Rathaus. Und dass ich da arbeiten konnte, das habe ich gerade auch Leuten wie dem ehemaligen Oberbürgermeister Jens Schreiber zu verdanken. Lg jj

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      • Uwe Knösel schreibt:

        Karlheinz Fahrenwaldt, der satirische Themenplakatierer, kommt mit Heinz Erhardt und Ludwig Erhard immer schon durcheinander. Wahrscheinlich, weil er den Humor für das Verständnis der Sozialen Marktwirtschaft, das ihm sein angenehm komfortables Dasein als Intellektuellenrentner ermöglicht, nie aufbringen konnte.

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    • Klaus Bruns schreibt:

      Heinz Erhalt
      frage: wie lange hat die spd eigentlich allein in lüneburg regiert?

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  16. Andreas Göhring schreibt:

    Klasse geschrieben, so mag ich Kommentare.
    Andreas Göhring

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