Tamme, mein Lieblingsfotograf für Reportagen, macht Schluss

Ein Flug von München nach Sarajevo mit der Transall ist sehr laut und lang.

Er hat die Gabe, im richtigen Augenblick auf den Auslöser zu drücken. Seine Porträts zeichnen oft mehr Lebenslinien als die Story dazu. Nach Jahrzehnten, in denen er, gemeinsam mit seinem „t&w“-Partner Hans-Jürgen Wege, das Gesicht der Landeszeitung mit seinen Fotos geprägt hat, macht Andreas Tamme Schluss.

Zusammen haben Andreas und ich in und um Lüneburg und vor allem weit weg, großartige und bedrückende Geschichten eingefangen. Dicht dran sein, war uns wichtig, nichts vom Hörensagen schreiben, selber sehen, hören, spüren, riechen und aufschreiben. Aber das Sahnehäubchen waren immer seine Fotos. 

Somalia: Keiner hat geglaubt, dass wir es schaffen, zwei Journalisten von der kleinen LZ berichten aus einem Bürgerkriegs-Land in Afrika. Und schon gar nicht wollte man uns versichern. Der Bundestagsabgeordnete Klaus Harries hat uns den Weg geebnet. Wir sind mit Lüneburger Soldaten zum ersten militärischen Auslandseinsatz der Bundeswehr ans Horn von Afrika aufgebrochen, lagen Anfang der 90er-Jahre im Feldlager Belet Huen vor dem umkämpften Mogadischu, tranken am Äquator acht Liter Wasser am Tag, um nicht zu dehydrieren, und berichteten aus einem zerrütteten Land der Warlords. Wir aßen in Dschibuti mit den Fremdenlegionären zu Abend und haben gesehen, dass der, der nackt auf einem Stück Pappe am Wegrand saß mehr hat als sein Nachbar. Dass wir die gefangenen Skorpione, die Kinder vorm Feldlager in leeren Wasserflaschen gefangen hatten, nicht als Souvenir kaufen wollten, haben sie nicht verstanden. Kapiert hatten wir aber spätestens da, dass hohe Stiefel in dem Wüstensand, der feiner als Mehl war, angezeigt waren. Schließlich gehörten Schlangen, Kamelspinnen und Skorpione auch zu den Bewohnern des Lagers.

Zwischen drin lagen natürlich auch die langen Lüneburger Graubrot-Strecken: Andreas motivieren, auch von seinem elften Stadtfest gute Fotos von den Bands in der Nacht zu liefern, weil ich extra den Andruck rausgezögert habe. Noch mal Sandweitwurf beim zweiundzwanzigsten Spatenstich, Foto-Safari bei Bällen und Galas und so weiter. Aber dann auch wieder große Geschichte.

Bosnien: Wir flogen mit der Transall nach Sarajevo und berichteten über die Verheerungen des Balkankrieges und die heikle Mission der Lüneburger Aufklärer. Sarajevo liegt im Kessel und die Panzer hatten von den Bergen die Stadt und die ehemaligen Olympia-Anlagen in Trümmer gelegt. Pinkelpausen auf Patrouillenfahrten mit dem Spähpanzer waren nicht drin – der Wegesrand war oft vermint. 

Gorleben: Und immer wieder war es Gorleben und der Widerstand gegen den Atommüll. Wir haben Stunde um Stunde auf der Esso-Wiese in Dannenberg auf den Castro-Zug gewartet, aus Hizacker berichtet, wo ein ganzer Bahnhof von Autonomen demontiert wurde, wir haben die Kraft der Wasserwerfer gespürt, haben Kilometer umd Kilometer den Barrikaden-reichen Weg der Castor-Lkw verfolgt, Berichte mit vorzeitlichen Handys durchgegeben und in unzähligen Polizei-Kesseln festgesteckt. Immer dicht dran. Anders geht Reportieren nicht. Das alles aber wäre ohne die Fotos von Andreas Tamme nichts gewesen. Danke mein Freund für unvergessene gemeinsame Höhepunkte meines Journalistenlebens.

Hans-Herbert Jenckel

Avatar von Unbekannt

About jj

Journalist, Dipl.-Kaufmann, Moderator, Lünebug- und Elbtalaue-Liebhaber
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

36 Responses to Tamme, mein Lieblingsfotograf für Reportagen, macht Schluss

  1. Avatar von Anderas Janowitz Anderas Janowitz sagt:

    Auch Sie wollten aufhören H. Jenckel? Ich hoffe Sie übergeben den Staffelstab an jemanden, der diesen Blog weiterführt? Einfach den Stecker ziehen wäre Verschwendung.

    Guten Rutsch.

    Like

    • Avatar von jj jj sagt:

      Nö, ein bisschen geht es weiter, auch diese Woche. lg Ihr jj

      Like

      • Avatar von Klaus Bruns Klaus Bruns sagt:

        hindernisse für radfahrer sollen abgebaut werden. die leuphaner und die verwaltungen sind begeistert. wer hat in der vergangenheit bloß für viele dieser hindernisse gesorgt?waren es nicht die verwaltungen? da ist doch schon mal jemand ausgezogen , um überflüssige vorschriften abzuschaffen, leider gibt es die schnelle truppe der überflüssigen vorschriftenmacher. somit haben die abschaffer dieser, generationsübergreifend zu tun. ein perpeduum mobile wurde somit doch schon geschaffen. die technik schaffte es bis heute nicht. schmunzeln.

        Like

      • Avatar von Kai Kister Kai Kister sagt:

        Perpedudumm Mobiltelefon?

        Like

  2. Avatar von Klaus Bruns Klaus Bruns sagt:

    Volker Schuster

    die verwaltungen blähen sich bei uns doch schon seit jahren immer mehr auf und trotzdem haben wir das gutachter-unwesen. wer ist da wohl am ende immer der ,,esel“?

    Like

  3. Avatar von Christian Jakob Christian Jakob sagt:

    Hallo, Herr Bruns,

    die Weltlage macht es nicht nur für Sie, sondern auch für Journalisten wie Andreas Tamme und Hans-Herbert Jenckel schwer, optimistisch zu bleiben. Aber es gibt ebenfalls (und sogar in Lüneburg) abstoßende Beispiele dafür, wie medien-affine Kleinstplattformbetreiber ununterbrochen Alarm schlagen, dabei selbst vor der Indienstnahme der Magdeburg-Tragödie für ihre unappetitlichen „politischen Zwecke“ (der Angstmacherei) nicht zurückschrecken (und bestimmt schon gar nicht davor, den guten Namen einer neuberufenen leitenden Mitarbeiterin der Stadtverwaltung mit windig zusammengestückelten „Internetfunden“ zu beschädigen, noch bevor sie sich ihren künftigen Kolleginnen und Kollegen und der Öffentlichkeit vorstellen konnte).

    Das Beispiel eines Journalisten, der – mit Hannah Arendt – glaubt, dass man für die Welt noch hoffen dürfe, und mit ihr sagt, wer handelt (statt immer nur zu reden), wirkt manchmal (nicht nur weihnachtliche) Wunder, ist der Spiegel-Reporter Ullrich Fichtner, der heute schwerpunktmäßig den übersehenen Fortschritt beschreibt. So auch am zurückliegenden Sonnabend mit seiner Anregung für die Feiertagsdiskussion. Für ihn sei es eine Art „Wahrnehmungsschock“ gewesen, als er sich für eine optimistischere Weltsicht geöffnet habe. „Man macht so Bekanntschaft mit einem Weltbild, das Kopf steht, mit seinen eigenen Wissenslücken“, sagt Fichtner.

    Wenn er über Zuversicht spreche, würden die meisten denken, er hielte die Weltlage für gar nicht so schlimm. „Das ist nicht der Fall.“ Aber: Negative Momentaufnahmen ließen sich nicht einfach linear in die Zukunft verlängern. „Und historisch begründbar lässt sich hinzufügen, dass es unglaublich viele Überraschungen im Lauf der Menschheitsgeschichte gab, die alles auf den Kopf gestellt haben.“

    Faszinierend sei, wie im Abstand von etwa 50 Jahren immer wieder sehr große Dinge geschahen: Elektrizität, Atomenergie, digitale Revolution. Heute sei die Menschheit „wahrscheinlich so gesund und lebenstüchtig wie noch nie – obwohl es immer mehr Menschen gibt.“

    Widerstandsfrei verlaufe das keineswegs. Die Medizin sei „eine einzige Geschichte von Tabubrüchen“, sagt Fichtner. „Immer wieder sagen Leute: Um Gottes willen, bloß nicht!“ Sei es bei der Blutentnahme, der In-vitro-Fertilisation, der Nierentransplantation: „Immer stehen Leute an der Brücke über das Wasser und sagen: Geh nicht drüber, es wird schlimm enden, der Mensch überhebt sich.“ Heute seien die Reaktionen auf künstliche Intelligenz und andere Innovationen ähnlich. „Gestützt auf historische Erfahrung sollte man sagen: Vielleicht wird doch nicht so heiß gegessen, wie gekocht wird.“

    Was die Medizin vorangebracht hat, gibt dem Menschen auch in anderen Feldern Handlungsmacht – etwa beim Kampf gegen die Klimakrise. „Der Mensch ist offensichtlich in der Lage, Prozesse zumindest zu bremsen und einzuhegen, die ihn bedrohen. Das tut er immer wieder“, sagt Fichtner. In Frankreich etwa habe ein sehr vorbildliches Waldbrandmanagement die Zahl der Brände in den vergangenen 20 Jahren signifikant gesenkt. „Der Mensch hat eingegriffen, mit sehr guten Folgen für alle Beteiligten. Das geht in anderen Feldern ja auch. Dabei unterschätzen wir den Menschen und seine Möglichkeiten. Aber wir könnte bei der Anpassung wahrscheinlich schon weiter sein.“ Das liege auch daran, dass jene, die praktische Vorbereitung einfordern, schnell „als Verräter am Kampf gegen die Ursachen“ gelten.

    Eine Erklärung dafür, warum Zuversicht den Menschen so schwer fällt, sei der „Negativity Bias“, sagt Fichtner: Archaische Überbleibsel evolutionärer Risikovermeidung, die das Gehirn übermäßig auf das Negative, das Gefährliche richten.

    Doch er beobachte „unglaublich viele voneinander unabhängige Entwicklungen in dieselbe Richtung“. Neue Lehrstühle an Universitäten und Forschungsprojekte mit Bezug zum Klima entstehen, „weil es die jungen Studenten oder Wissenschaftler interessiert, weil sie Verantwortung übernehmen wollen“, sagt er. In der Wirtschaft sei es ähnlich. „In allen Branchen wollen Unternehmer dabei sein. Vielleicht sind sie selber Eltern und denken an die Zukunft, wollen sich korrekt verhalten. Die meisten Menschen wollen ja nicht zum Schlechten beitragen, sondern zum Gelingen.“

    Die großen Erfolge der Vergangenheit waren auch möglich, weil Forschungsförderung und Wissenschaftsfreiheit, Grund- und Bürgerrechte günstige Bedingungen für sie boten. Nun kommen der Autoritarismus der Populisten, die Staatswesenzerstörung der Ultralibertären. Ruiniert das nicht die Grundlagen des Fortschritts?

    „Als Donald Trump zum ersten Mal gewählt worden ist, habe ich Hunderte Berichte darüber gelesen, dass jetzt alles vorbei ist“, sagt Fichtner. Doch in der Regel hätten Populisten es in den vergangenen Jahrzehnten immer nur geschafft, Fortschritt zu verlangsamen und Dinge aufzuhalten. „Dass die es schaffen könnten, dass etwa der Verbrennungsmotor wiederkommt, ist Blödsinn. Kein Mensch will den, nicht mal die Industrie.“ Das Schlimmste an Leuten wie Trump, sagt Fichtner (wir dürfen an seine Verwandten, die Lüneburger Westentaschentrumpisten denken), sei „die wahnsinnige Zeitverschwendung“, die durch deren politischen Einfluss entstehe, „die aber an der Grundrichtung, die eingeschlagen ist, nichts mehr ändert“.

    Like

  4. Avatar von Klaus Bruns Klaus Bruns sagt:

    Neues Sportbad für Stadt und Kreis Lüneburg: Weg frei für Machbarkeitsstudiedie politischen freunde der verwaltungen haben mal wieder für deren daseinsberechtigung gesorgt. welche berufe sind wohl hauptsächlich in der parteienlandschaft vertreten? doch wohl nur die, die von ihren arbeitgebern auch freigestellt werden. und wer ist das wohl in der hauptsache? handwerksbetriebe wohl kaum. verwaltungshengste sorgen nun mal gern für sich. die parteien vertreten nicht den querschnitt unserer gesellschaft. lobbypolitik kommt nicht von ungefähr. es ist völlig egal ,wer regiert. die reichen werden reicher, die armen ärmer. und das ist kein zufall. solange geld in der politik nur eine wette ist, wird sich nichts ändern. mit leerem beutel die gößten sprünge machen, können eben nicht nur kängurus.

    Like

    • Avatar von Willi Banse Willi Banse sagt:

      Da haben Sie ja mal wieder aus den Tiefen der Volksseele in die Abgründe der Politiker*innen-Psyche geschaut, Herr Bruns.

      Laut einer Studie empfinden die meisten Deutschen sowohl sich selbst als auch ihre Mitmenschen als eher schlecht gelaunt.

      Wenigstens stimmt so das Wir-Gefühl zum Jahreswechsel.

      Was ist übrigens mit Herrn Pols und Herrn Soldan? Beide sitzen im Rat der Hansestadt und beide sind Handwerker. Der eine verglast riesige Löcher in Hauswänden, der andere verblendet kaum kleinere in Zahnfassaden.

      Like

  5. Avatar von Klaus Bruns Klaus Bruns sagt:

     Dennoch soll es fair zugehen – das haben SPD, CDU, CSU, Grüne, FDP und Linke nun vereinbart. aber dazu braucht es doch intelligenz? lol.

    Like

    • Avatar von Irmi Sötebier Irmi Sötebier sagt:

      Warum spenden Sie denen nicht allen ein wenig, Klaus Bruns? Sie haben doch mehr davon zu geben, als Sie allein gebrauchen können. Schmunzeln

      Like

      • Avatar von Klaus Bruns Klaus Bruns sagt:

        Irmi Sötebier

        wer nicht selbst drauf kommt, zu merken, wie peinlich dieses abkommen für die parteien ist, ist eh nicht mehr zu helfen. das dämliche verhalten kann man immer wieder schön bei den sitzungen im kreistag ,im stadtrat und in den gemeinderäten erkennen. selbst parteimitglieder untereinander verhalten sich oft nicht besser. egomanen verhalten sich nun mal so, wie sie es tun. es war einer der gründe, warum ich mich aus der politik , was die parteien betrifft, zurückgezogen habe. übrigens, wem ist es schon aufgefallen, das landespolitiker gern vor der nächsten wahl bundespolitische versprechungen machen und umgekehrt? natürlich dann auch noch ohne rücksicht auf nicht vorhandene mehrheiten in den nicht nur eigenen reihen? versprechungen aller art sind bei den hobby-politikern sehr beliebt. man verspricht sich eben öfters im leben. leider versäumt der souverän bei diesen herrschaften , nach den wahlen , bei ihnen nachzuhaken, was nun aus ihren versprechungen wird, bevor deren ausrede, es gab leider dafür keine mehrheit , greift.

        Like

      • Avatar von Klaus Bruns Klaus Bruns sagt:

        am schlimmsten ist, das die politik nichts mehr ohne irgendwelche planungsbüros zustande bringen kann. für jeden pforz ein büroauftrag, wo sind da in der politik die fachkräfte? ob es daran liegt, das keine fachkräfte für die poltik freigestellt werden, mangels masse?

        Like

      • Avatar von Volker Schuster Volker Schuster sagt:

        Mehrere Male ist in den letzten zwanzig Jahren in Lüneburg versucht worden, in Eigenregie, also ohne „büroauftrag“ auszukommen, Herr Bruns. Entweder es gab viel Tamtam, aber kein Ergebnis wie beim Zukunftsprojekt „3D-Druck Campus Lüneburg-West“ auf dem Areal der Leuphana Universität Lüneburg in Kooperation mit der Hamburger Bionic Production AG, die inzwischen Insolvenz beantragt hat. Oder die Kosten liefen aus dem Ruder, wie die Butter auf der Glatze bei 45 Grad Celsius im Schatten. Die beiden prominentesten Offenbarungseide in Sachen „öffentlicher Kompetenz“ sind das dysfunktionale Leuphana Zentralgebäude und die überwiegend leerstehende Landeskrankenhilfe Arena.

        Genausowenig wie eine*r, die/der ein Kotelett zubereiten möchte, schon einmal in der Pfanne gelegen haben und gebraten worden sein muss, kann eine Kommunalverwaltung für jede Aufgabe die nötigen Spezialisten vorhalten. Sie, Herr Bruns, müssen sich daher schon entscheiden, was Sie wollen: Eine unlimitiert teuer aufgeblähte Behörde der zehntausend festangestellten Experten oder ein schlankes administratives Management, das wenigstens weiß, wann, wo, warum und zu welchem saftigen Preis es die überwiegende Vielzahl der Leistungen einkauft, die es selbst nicht erbringen kann.

        Denn so wie Sie oben „argumentieren“, läuft Ihre Empfehlung darauf hinaus, sich an Buridans Esel zu halten, der verhungert sein soll, weil er sich nicht zwischen zwei gleich weit von ihm entfernten Heuhaufen entscheiden konnte.

        Like

      • Avatar von Volker Schuster Volker Schuster sagt:

        Wie lautet die Lehre der Leere?

        Groß aufgemachte Meldung in der Landeszeitung vom Wochenende, online am 28.Dezember 2024 um 10:08 Uhr. Zum Jahresende habe Klaus Hoppe, Geschäftsführer der Campus Management GmbH, Dienstleister der Lüneburger LKH-Arena, durchgezählt und gebe urbi et orbi (der Stadt und dem Weltkreis) bekannt:

        Insgesamt 59 Mal [!] wurde die LKH-Arena in diesem Jahr gebucht. Den Großteil machen die Spiele der SVG Lüneburg in der Volleyball-Bundesliga und in der Champions League aus.

        Das heißt ja wohl:

        An 306 von 365 Tagen im Jahr 2024 stand die umstrittene Multimillionen-Euro-Halle ungenutzt in der Gegend herum – und schlürfte an jedem einzelnen davon rund 5.000 Euro Steuergeld in sich hinein (von den Opportunitätskosten wollen wir schweigen).

        Like

      • Avatar von jj jj sagt:

        Was nur hat das alles mit meinem Thema zu schaffen? Gar nichts.

        Like

      • Avatar von Otto Berg Otto Berg sagt:

        Ganz viel hat das mit Ihrem Thema zu tun, Herr Jenckel!

        Tamme und Sie gehören einer Generation an, der Wahrheit und Freiheit etwas bedeutete, die Journalismus und Presse nicht als Verkaufs- und Marketingveranstaltung für zahlende Dritte ansah, die sehr wohl starke Meinungen hatte, aber auch die Stärke besaß, diese im argumentierenden Streit mit Andersmeinenden öffentlich zu diskutieren.

        Heute dient die Zeitung schamfrei als Werbemittel, Anzeigen- und Wiederkäuplattformen dienen unverhohlen als Propagandarampe für politische Hinterwäldler und deren Bürgermeister*innen*favorit*inn*en und überregionale rechtslastige Medien geben durchgeknallten Egomanen die Gelegenheit, aus Weltraumraketen heraus die Diktatur des deutschen Neonationalprimitivismus zu preisen (vielleicht darf Herr Assad demnächst mit dem Chefverkäufer jenes Blattes im Pro&Contra über seine Ansichten zu den Menschenrechten extemporieren – oder Herr Erdogan verfasst einen feurigen Essay, der den etwa drei Millionen Personen mit Migrationshintergrund, die ihre familiären oder religiösen Wurzeln in der Türkei haben, klarmacht, warum welcher deutsche Kanzlerkandidat, w, d, m, auf keinen Fall infrage kommt.)

        Like

      • Avatar von jj jj sagt:

        So viel Lob, da rutsche ich glatt ins Neue Jahr. lg Ihr jj

        Like

  6. Avatar von DOB DOB sagt:

    Es gehört nicht nur guter Wille zur Freundschaft, auch Talent, Seelenkunde und Erlebnisse ähnlicher Art.

    Like

    • Avatar von Francesca von Rimini Francesca von Rimini sagt:

      Gehört nun auch der in Deutsch Evern nahezu vergessene Herr Heyse zu Ihren Zitierdreunden Detlef?

      Für solche Abschiedsverse gab es 1910 den Literaturnobelpreis:

      Doch den Wunden läßt gesunden
      Heimat, die ihn treu umgibt,
      Wenn die welke dunkle Nelke
      Blatt auf Blatt im Wind zerstiebt.

      Like

    • Ihnen, Detlef, Paul Heyse, Andreas Tamme, Georg Christoph Lichtenberg, Hans-Herbert Jenckel, Friedrich Gottlieb „Kloppo“ Klopstock und Klaus Bruns wünsche ich besinnliche Weihnachten und ein sorgenfreies neues Jahr.

      🎼🎺🎶 ⛄️ 🎻🎵🎷

      Like

  7. Erstaunlich, was vor Beginn der Zeitungskrise gegen Mitte bzw. Ende der 90er Jahre (→ bis zur Stunde immer rascher abschmierende Verkaufszahlen, Wegbrechen der Anzeigen- und Werbeeinnahmen mit der Folge von immer wiederkehrenden Personalkahlschlägen und unerträglichen Qualitätseinbußen sowie beschleunigtem Blättersterben, Monopolisierung und Automatisierung) so alles möglich gewesen ist.

    Hochrangige journalistische Begleitung von örtlichen Einsatzkräften nach Afrika oder auf den Balkan, um das Lüneburger Lesepublikum ins Bild zu setzen!

    Heute sind „Recherche“ und „Reportage“ beinahe zu Fremdwörtern in den Schrumpf- und Rumpf-Redaktionen geworden. Statt ins Rat- oder Kreishaus (bzw. etwa auch zu Herrn noch-Regierungsmitglied Lies, Herrn Avacon-Meyer, Herrn Webnetz-Pietruck, Herrn Leuphana-Spoun oder Herrn Mitmach-Zeinert) zu gehen, zu reden, zu beobachten, nachzudenken und zu schreiben und/oder zu zeigen „was ist“, werden beschönigende vorgefertigte oder nachgereichte Pressemitteilungen der Berichtssubjekte uneingeordnet ins Blatt gehoben und die eingesammelten Bruchstücke mit „digital generiertem Wohlfühl-Content“ und fidelen „Symbolbildern“ umschäumt.

    Herr Jenckel, dem alle Lüneburger dankbar sein sollten, hatte vor gut einem Monat auf Roger de Wecks neuestes Buch („Warum wir den Journalismus vor den Medien retten müssen“) hingewiesen. De Weck analysiert die institutionellen Angriffe auf die Freiheit der Presse ebenso wie deren Mitmachen (!) bei ihrem eigenen Untergang. Die schamfreie Boulevardisierung und der Aufstieg populistischer Tendenzen verstärken das Misstrauen der Rezipienten ebenso, wie (noch unfreiwillige) Desinformation, aber (schon gewollte) mediale Sensationslust die Glaubwürdigkeit des Journalismus schwächen. – In dieser nüchternen, praxisnahen Betrachtung kommt unter vielem wichtigen anderen ein Kapitel vor, das Empfehlungen gibt: „Wie sich der Journalismus selbst helfen kann“. Ein Unterkapitel ist überschrieben mit der Mahnung: „Den Grundgedanken der Pressefreiheit nicht vergessen“! Dort schreibt Herr de Weck auf Seite 131:

    Auch wenn sich der Journalismus untreu wird, schützt ihn die Medienfreiheit. Ebenso deckt sie natürlich rein kommerzielle Angebote. Aber dieses Grundrecht wurde nicht eigentlich zu merkantilen Zwecken eingerichtet. Als nach der Nazi-Diktatur 1948/49 der Parlamentarische Rat in Bonn tagte und die Pressefreiheit in Artikel 5 des Grundgesetzes beschloss, hatte er die Bürgerinnen und Bürger im Sinn, nicht unbedingt die Verbraucherinnen und Verbraucher. Die 61 Verfassungsväter … und vier Verfassungsmütter waren sich „völlig darüber einig, dass eine freie, nicht von der öffentlichen Gewalt gelenkte, keiner Zensur unterworfene Presse das Fundament einer freiheitlichen Demokratie ist“, daran erinnerte 2010 der damalige Bundestagspräsident Norbert Lammert in einem glänzenden Essay über „Wahrheit und Demokratie“ [S. 172, Ende Absatz 3, hier].

    Like

    • Avatar von Otto Berg Otto Berg sagt:

      Zwei Anmerkungen zu dem tatsächlich lesenswerten (in der Zeitschrift Osteuropa, 60. Jg., 12/2010, S. 171–175 gedruckten) Text des Vortrages, den Norbert Lammert am Sonntag, 21. November 2010, um 11.00 Uhr anlässlich der Verleihung des „Lew-Kopelew-Preises für Frieden und Menschenrechte“ an den Chefredakteur Dmitri Muratov und den Fotografen Jurij Rost als Vertretern der Moskauer Zeitung Nowaja Gaseta (Neue Zeitung) in der Kassenhalle der Kreissparkasse Köln am Neumarkt 18 gehalten hat:

      A) ➜ Lammert beginnt mit der These: „Es gibt keine unbestrittene Wahrheit.“ Diesen Satz, obwohl er in seiner Allgemeinheit schwer zu verifizieren ist, würde ich unterschreiben. Spätestens seit März 2020, dem Beginn der ersten tastenden landesweiten Covid-Präventionsmaßnahmen in Deutschland, weiß jeder, dass selbst die Naturgesetze und die Grundrechenarten in einen Fasel-Tsunami geraten und von esoterisch belesenen Schaufensterdekorateuren ebenso, wie von umfassend ungebildeten amerikanischen Präsidenten bestritten werden können. Wichtig ist hier, die Tatsache festzuhalten, dass es – vielleicht – keine „unbestrittenen Wahrheiten“, aber sehr wohl „Wahrheiten“ gibt. Niemand, der schon einmal Zahnschmerzen hatte, wird das bestreiten.

      B) ➜ Ernster – weil unwahr (doch immer wieder kolportiert) – ist eine andere Behauptung von Lammert. Gleich eingangs, in Absatz 2 auf Seite 170 schreibt er:

      Von Voltaire stammt der vielzitierte, historisch übrigens nicht gänzlich gesicherte Satz: „Ich bin zwar nicht Ihrer Meinung, aber ich gäbe mein Leben dafür, dass Sie sie sagen dürfen.“ Gesichert ist eine andere, fast so schöne Version des gleichen Sachverhaltes: „Du bist anderer Meinung als ich, und ich werde dein Recht dazu bis in den Tod verteidigen.“

      ➽ Es ist unzutreffend, dass der eine Satz dem französischen Philosophen nur „ungesichert“, der andere aber „gesichert“ zugeschrieben werden kann. Wahr ist dagegen: Keiner der beiden Sätze stammt von Voltaire!

      Die Berliner Germanistin Anita Runge stellte vor dreizehn Jahren (ein Jahr nach der Publikation von Lammerts Laudatio) in einem Aufsatz erneut* klar:

      Wie sehr Voltaires Name mit dem aufgeklärten Toleranzverständnis schlechthin verknüpft ist, zeigt die kuriose Rezeptionsgeschichte des berühmten Satzes „Je ne partage pas vos idées, mais je suis prêt à mourir pour que vous puissiez les défendre„, der in unzähligen Abhandlungen über Toleranz fälschlicherweise Voltaire zugeschrieben wird, tatsächlich aber eine Übersetzung eines Satzes ist, den S. G. Tallentyre [d.i. Evelyn Beatrice Hall] Voltaire in ihrer biographischen Arbeit: The Friends of Voltaire (London, 1906, S. 199) in den Mund gelegt hat.

      Runge, Anita (2011): Toleranz ohne Gott? Johann Karl Wezels (1747-1819) skeptischer Atheismus im Kontext spätaufklärerischer Toleranzmodelle. In: Weiershausen, Romana;  Wilke, Insa; Gülcher, Nina (eds.) (2011): Aufgeklärte Zeiten: Religiöse Toleranz und Literatur. (Erich Schmidt Verlag) Berlin. S. 105-122. Hier: Fußnote 7 auf S. 107

      * Ihre Quelle dürften das Oxford Dictionary of Quotations und Marjorie B. Garber sein, the William R. Kenan, Jr., Professor of English and Visual and Environmental Studies at Harvard University, and Chair of the Committee on Dramatic Arts, in ihrem Buch Quotation Marks, New York, London, 2002. S. 20

      Elisabeth Knowles, die renommierte Lexikographin und Herausgeberin der aktuellen siebten Auflage des Oxford Dictionary of Quotations von 2009 schrieb 2006:

      A column in the Daily Telegraph of February 2006 on freedom of speech referred to ‘Voltaire’s famous maxim – “I disapprove of what you say, but I will defend to the death your right to say it.” ’In De l’esprit [‘On the Mind’], published in 1758, the French philosopher Helvétius put forward the view that human motivation derives from sensation: a course of action is chosen because of the pleasure or pain which will result. The book was seen by many as an attack on religion and morality, and was condemned by the French parliament to be publicly burned. Voltaire is supposed to have supported Helvétius with these words. In fact, they are a later summary of Voltaire’s attitude to the affair, as given in S. G. Tallentyre’s The Friends of Voltaire (1907). What Tallentyre wrote was:

      What the book could never have done for itself, or for its author, persecution did for them both. ‘On the Mind’ became not the success of a season, but one of the most famous books of the century. The men who had hated it, and had not particularly loved Helvétius, flocked round him now. Voltaire forgave him all injuries, intentional or unintentional. ‘What a fuss about an omelette!’ he had exclaimed when he heard of the burning. How abominably unjust to persecute a man for such an airy trifle as that! ‘I disapprove of what you say, but I will defend to the death your right to say it,’ was his attitude now.

      (The comment ‘What a fuss about an omelette!’ had been recorded earlier, in James Parton’s 1881 Life of Voltaire.)

      Knowles, Elizabeth (ed.) (2006): What they Didn’t Say – A Book of Misquotations. Oxford University Press, Oxford, New York. S. 55

      Marjorie Garber explains in Quotation Marks that Hall never intended to imply that Voltaire said the famed quote. By writing the quote ‘in double quotation marks’ Hall was attempting to quantify how Voltaire was thinking, and her choice of punctuation merely signified her interpretation of Voltaire’s beliefs. Garber confirms that when Hall was questioned about the quote many years after her book was published, she explained that ‘she had not intended to imply that Voltaire used those words verbatim, and would be very surprised if they were to be found in any of his works.’ Hall clearly approved of what Voltaire had to say; so much so that she accidentally assisted him in his attempt to say it.

      Vgl. außerdem: Citations inventées

      Voltaire : «Je ne suis pas d’accord avec ce que vous dites, mais je me battrai pour que vous ayez le droit de le dire

      À croire certains commentateurs (Norbert Guterman, A Book of French Quotations, 1963) cette citation reposerait sur une lettre du 6 février 1770 à un abbé Le Riche où Voltaire aurait écrit : «Monsieur l’abbé, je déteste ce que vous écrivez, mais je donnerai ma vie pour que vous puissiez continuer à écrire.» En fait, cette lettre existe mais la phrase n’y figure pas, ni même l’idée. On la considère alors comme pseudo-citation ayant sa source dans le passage suivant :

      «J’aimais l’auteur du livre De l’Esprit. Cet homme valait mieux que tous ses ennemis ensemble; mais je n’ai jamais approuvé ni les erreurs de son livre, ni les vérités triviales qu’il débite avec emphase. J’ai pris son parti hautement, quand des hommes absurdes l’ont condamné pour ces vérités mêmes

      (Questions sur l’Encyclopédie, article «Homme» (Dictionnaire philosophique, in Oeuvres complètes, Garnier, 1879, p.385))

      Elle a été employée pour la première fois en 1906 dans The Friends of Voltaire, livre anglais d’Evelyn Beatrice Hall écrivant sous le pseudonyme de S. G. Tallentyre, pour résumer la position de Voltaire : « „I disapprove of what you say, but I will defend to the death your right to say it“, was his attitude now».

      (Marjorie B. Garber, «Quotation marks», Routledge, New York, London, 2002, p. 20)

      Vgl.: http://fr.wikipedia.org/wiki/Citation_apocryphe#cite_note-6

      Like

      • Avatar von Otto Berg Otto Berg sagt:

        Nachtrag vom 3. Januar 2024:

        Gegen Ende ihres Gesprächs ( F.A.Z. online am 1. Januar 2025 um 16:38 Uhr) kontert Jan Philipp Burgard, der neue Welt-Chefredakteur, die Frage des F.A.Z.-Redakteurs Michael Hanfeld, ob es angehe, einem prominenten, nicht bloß medienpolitisch weltweit ambitionierten amerikanischen Multimilliardär, der für die AfD werbe, in der „Welt“ einem (in seiner Publikumsakzeptanz schwächelnden) deutschen Leitmedium eine Plattform zu bieten, nicht mit einem Argument, sondern mit dem bildungsstolzen Hinweis auf das (offenbar – in jeder Hinsicht – unbefragte) Dekret einer philosophischen Autorität, welches sein Berufsethos bestimme:

        Mein Verständnis von Journalismus ist in dieser Frage von Voltaire geprägt [!], der einmal gesagt hat: „Ich bin zwar anderer Meinung als Sie, aber ich würde mein Leben dafür geben, dass Sie Ihre Meinung frei aussprechen dürfen.“ Solange eine Meinung nicht rechtswidrig ist, müssen wir sie in der Demokratie aushalten, auch wenn sie, wie gesagt, nicht unserer eigenen entspricht.

        Anschließend betont Herr Burgard noch:

        Bei X finden Sie ungefilterte, unkommentierte, nicht eingeordnete, nicht hinterfragte, nicht auf Faktentreue geprüfte Positionen und Botschaften. Es muss [!] im Interesse von Journalisten sein, sich da einzuschalten.

        Auf diese Art unbehandelte „Postionen und Botschaften“ findet „man“ aber nicht nur bei X, sondern ebenfalls in der Welt, der Welt am Sonntag, in der Bildzeitung und auf diversen anderen Kanälen des Hauses Springer. Müsste es nicht im unbedingten Interesse eines Journalisten vom Format des Herrn Burgard sein, sich dort einzuschalten? Und wenn es schon nicht „rechtswidrig“ ist, dass überregionale Medien durchgeknallten Egomanen die Gelegenheit geben, aus Weltraumraketen heraus die Diktatur des deutschen Neonationalprimitivismus zu preisen, wäre es dann nicht wenigstens „moralisch geboten„, dass Herr Burgard sich die Frage stellt, für wen alles er noch „sein Leben geben würde„, damit die betreffenden Personen ihre „Meinung frei aussprechen dürfen„? (Vielleicht mal mit Herrn Assad, Herrn Chamenei, Herrn Erdogan, Herrn Kim Kim Jong-un oder Herrn Putin erörtern, warum welcher deutsche Kanzlerkandidat, w, d, m, auf keinen Fall infrage kommt?)

        Das Loben eines falschen Voltaire-Zitates tangiert zwar nicht unbedingt die Frage nach dessen konsistenter Vertretbarkeit (betr.: „Hinterfragung“, „Einordnung“ etc.) dieser (übrigens sehr häufig von AfD-Vertretern bzw. deren Verteidigern) angeführten zentralen, das Journalistenverständnis des Welt-Chefredakteurs prägenden [!] Sentenz, stellt jedoch deren sakrierende Zuordenbarkeit (betr.: „Faktentreue“, „Prüfung“ etc.) infrage.

        Like

  8. Avatar von Erwin Habisch ezwoh sagt:

    Das Markenzeichen t & w stand immer für herausragende Qualität. Da sieht man was echte Profis sind. Aktuelles Beispiel: Am Mittwoch zeigt das Foto auf Seite 5 der LZ, worum es im Artikel geht: Ein Pkw überholt zwei Radelnde praktisch ohne Abstand. Auf dem Foto „normale“ Fahrräder und ein Mittelklasse-Pkw. Das Foto gebraucht keine Klischees (SUV versus Rennradler). Es zeigt, was viele für normal halten.Ich hoffe, dass es noch viele Bilder von „t&w“-Partner Hans-Jürgen Wege geben wird.

    Like

  9. Die imponierenden Stoffmassen im Zirkuszeltschnitt von Ihren fluffigen barbour-britischen Jagdhauskostümen mit Hosen im Mom Fit-Style erinnert ein wenig an den 80er Jahre-Hype um die mittelgebirgsgroßen Schulterwattierungen der beiden verdeckt arbeitenden „Metro-Dade Police Department“-Polizisten, James „Sonny“ Crockett, Deckname Sonny Burnett, und Ricardo „Rico“ Tubbs, Deckname Ricardo Cooper, die von 1984 bis 1989 vor allem Drogenhändler, Waffenschmuggler und Geldwäscher in und rund um Miami, South Florida, jagten.

    Aber Ihre „faltenfreie Zeit“ hätte ich eher in der Mitte der 70er verortet, in denen es betörend gutaussehenden, obendrein durch die aufregende Welt der halbgeheimen Staatsereignisse wirbelnden Starreportern wie Ihnen beiden geschehen konnte, dass ihr Schaffen nach erfolgreicher Recherche verfilmt und ihr Konterfei auf der ersten Seite eines in der ganzen Milchstraße gelesenen Magazintitels von Schauspielern nachgestellt wurde:

    Ich meine, die optische Nähe zu Dustin Hoffman und Robert Redford ist groß genug, dass Tamme und Sie, hätten Sie das präsidiale crime aufgedeckt, es ohne Weiteres als ungedoubelte Originale auf die frontpage geschafft hätten.

    Like

    • Avatar von jj jj sagt:

      Das war alles, nur keine Barbourjacke. Die war aus Stoff und geliehen von meinem viel zu früh verstorbenen Kollegen Harald Ross

      Like

      • Andreas Tamme trägt wahrscheinlich bei Graubner erstandenen Barbour, Brunelli Cucinelli, vermutlich von Karstadt, tragen Sie.

        Das Heer der Bundeswehr stellte ab Ende Januar 1996 unter Führung von Brigadegeneral Friedrich Riechmann erste Kräfte für das German Contingent Implementation Force, Land (GECONIFOR-L) mit rund 2.600 Soldaten bereit. Zuvor hatten sogenannte Vorauskommandos ab dem 22. Dezember 1995 die Infrastruktur der späteren Liegenschaften vorbereitet. Gehörte denn das damalige Aufklärungsbataillon 3 „Lüneburg“ schon zu diesem Teil der NATO Implementation Force (IFOR), die der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen am 15. Dezember 1995 mit der Resolution 1031 beauftragt hatte, die gerade einmal drei Wochen zuvor getroffenen Waffenstillstandsvereinbarungen von Dayton sowie die Truppenentflechtung zu überwachen? Mit anderen Worten: Wann genau waren Sie in Sarajevo?

        Like

      • Avatar von jj jj sagt:

        Ab 1995 überwachten Lüneburger Spähtrupps den brüchigen Frieden auf dem Balkan

        Like

  10. Avatar von peter hoffmann peter hoffmann sagt:

    legendär

    danke

    so etwas gibt es heute nicht mehr aus der Provinz in die Welt

    so viel Mut, professionelle Passion

    Like

    • Avatar von Jochen Jochen sagt:

      Heidi Klum, Boris Becker sowie Bill und Tom Kaulitz ist das auch gelungen, Peter. Glück, eine starke Person, die einem den Rücken freihält, plus, wie schon Winston Churchill wusste, der Griff nach der richtigen Champagner-Marke gehören auch dazu, wenn man es zu Ruhm und Ehren bringen möchte.

      Like

  11. Avatar von magnetic3ec5d88452 magnetic3ec5d88452 sagt:

    Ein Stück Lüneburger Mediengeschichte(n). 🙂

    Like

  12. Tag, der den Nachherbst endet,
    Herz, dem das Zeichen fiel.
    Die Flammen sind versendet,
    die Fluten und das Spiel.

    Die Bilder werden blasser,
    entrücken sich der Zeit,
    Wohl spiegelt sie noch ein Wasser,
    doch auch dies Wasser ist weit.

    Du hast eine Schlacht erfahren,
    trägst noch ihr Stürmen, ihr Fliehn,
    indessen die Schwärme, die Scharen,
    die Heere weiterziehn.

    Rosen und Waffenspanner,
    Pfeile und Flammen weit –:
    die Zeichen sinken, die Banner –:
    Unwiederbringlichkeit.

    Like

Hinterlasse eine Antwort zu Klaus Bruns Antwort abbrechen