Schützenhilfe für Wolfsfeind von der CDU

Lüneburg, 9. März 2018

Wenn es eine Partei der Wolfshasser gäbe, Schäfer Wendelin Schmücker aus Winsen säße im Vorstand. Wenn er über den Wolf redet, dann stehen Naturschützern die Haare zu Berge. „Zum effektiven Herdenschutz gehört das Gewehr“, “Gutes Wolfsmanagement geht nur mit dem Gewehr.“ Das ist so Schmückers Preisklasse. Bis gestern dachte ich noch, der Schäfer stehe auf verlorenem Posten. Dann kam die CDU.

Ich habe Schmücker Mittwoch fürs Video-Format „11.30 Uhr“ interviewt. Der Wolf, der „Schädling“, ein „eingewandertes Raubtier“, gehöre ins Jagdrecht. Die Forderung klang völlig aussichtslos, das bestätigte auch das Umweltministerium. Und der Schäfer wird dafür in Kommentaren geprügelt, nicht erst seit dem Video. Das perlt an ihm ab.

Doch bei seiner Anti-Wolfs-Mission steht der Schäfer nicht mehr alleine in Feld und Flur. Die Wolfs-Kavallerie der CDU rückte Donnerstag an. Der stellvertretende Chef der CDU-Landtagsfraktion, Martin Bäumer, wird laut dpa einen Tag nach unserem 11.30-Uhr-Video so zitiert: „In Deutschland leben zurzeit 1000 Wölfe, 2022 werden es über 4000 und 2030 über 40 000 Wölfe sein. Dieser jährliche Zuwachs von rund 30 Prozent wird es notwendig machen, auch in Niedersachsen Wölfe konsequent zu töten.“

Ein bisschen perspektivisch, aber blutig genug, um Naturfreunde in Wallung zu bringen. Völlig zu Recht. Immer, wenn der Mensch in die Natur eingreift, um zu regulieren, geht der Schuss mächtig nach hinten los. Das wird beim Wolf nicht anders sein.

Hier das 11.30-Uhr-Video zum Wolf

https://www.facebook.com/jjenckel/videos/10209346756824767/

Hans-Herbert Jenckel

Über jj

Journalist, Dipl.-Kaufmann
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11 Antworten zu Schützenhilfe für Wolfsfeind von der CDU

  1. Klaus Bruns schreibt:

    ich verstehe die ganze aufregung eh nicht. na, wer hat bei rotkäppchen und der wolf überlebt? richtig, die großmutter und rotkäppchen. waren da nicht noch ein paar ziegen in der standuhr versteckt? was hat der jäger eigentlich mit ihnen gemacht? ach, es war die mutter. schmunzeln.
    http://www.heinrich-tischner.de/50-ku/marchen/marchen/geislein.htm

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  2. V. Tinmans schreibt:

    Richtig, Herr Jenckel: immer wenn der Mensch in die NATUR eingreift, geht der Schuss nach hinten los. Nur hat dieser Satz schon auf Anhieb zwei Haken: 1. haben wir hier keine NATUR-, sondern eine KULTUR-Landschaft mit vielen Tierarten, die nur aufgrund der bestehenden KULTUR-Landschaft existieren (z.B. viele Hapteren-Arten, die wiederum Nahrungsgrundlage für viele Vogelarten sind). Und 2. greift der Mensch auch beim Wolf in die Natur ein: indem er zwangsweise Tatenlosigkeit eines Lebensraumbewohners gegen einen anderen verordnet. Das ist Eingreifen durch verordnete Unterlassung und hat nichts, aber auch gar nichts mit NATUR zu tun.

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  3. Timo schreibt:

    Selbstverständlich, sagt der Schärfe,bzw der Jäger, dass der Wolf ein Schädling ist.
    Nicht auszudenken, was passiert, wenn die Natur sich selbst reguliert…

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    • Klaus Bruns schreibt:

      Timo
      sie wissen doch, man soll nicht die frösche fragen, wenn ein teich stillgelegt werden soll. schmunzeln. es werden viel zu viele trocken gelegt.

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  4. Andreas Janowitz schreibt:

    Das darf doch alles nicht wahr sein… was soll denn dieser Unfug bitteschön? Es wird doch nicht ernsthaft ein Fass wegen 20-30 Schafen aufgemacht, die sowieso nur rumlaufen und beschäfert werden können, weil der Steuerzahler draufzahlt?! Von denen wird weder Wolle noch Fleisch noch sonstwas verkauft. Dabei ist es ernsthaft scheissegal aus welchen Euphemismusnamenfonds die Gelder kommen?
    Diese Pseudodiskussion ist genauso egal wie der Vorschlag der Au fmerksamkeits Defizitären die Amtssprache nach §23 VwVfG ( https://www.gesetze-im-internet.de/vwvfg/__23.html ) ins GG zu schreibseln.

    Unterdessen verlieren tagtäglich steuerzahlende Unternehmer an Boden gegen Steuerhinterzieher und Schlupfloch-Hüpfer! Der (steuer)zahlende Unternehmer ist der Verlierer? Und wenn der Ehrliche zum Dummen wird, stehen ganz andere Sorgen ins Haus als sowas?

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  5. Jagdunfälle bei Christdemokraten überproportional gestiegen. Ob ein Zusammenhang mit der Wolfspopulation besteht, prüfen nun Fachexperten Dr.Wolf und Prof. Isegrim aus dem Gesundheitsministerium. Vermutet wird unsachgemäßer Umgang, da Christdemokraten häufig von vorne durch den (Gewehr-)Lauf auf die Dinge schauen.
    Jagdunfälle demnächst auch in ihrem Landtag?

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  6. Klaus Bruns schreibt:

    konservative schießen gern auf alles, was sie nicht verstehen und wenn es verbal ist. jäger und cdu sind da innig vereint. der größte jägerverband deutschlands ist in niedersachsen zu hause. zufall? es darf geschossen werden. die cdu will den mp stellen. die jäger können dafür sorgen. schließlich stecken sie alle mit der landwirtschaft unter einer decke. oder hat man in niedersachsen schon mal gesehen, dass ein bauer die linke gewählt hat? schmunzeln. p.s. schäfer hüten schafe. ob es abfärbt?

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  7. Thomas Mitschke schreibt:

    „Herr, wie zahlreich sind deine Werke! Mit Weisheit hast du sie alle gemacht, die Erde ist voll von deinen Geschöpfen.“ Ps 104,24
    Der christliche Glaube sieht die Welt als Gottes gute Schöpfung. Der Mensch hat den Auftrag, die Welt zu gestalten und die Schöpfung zu bewahren. Die Sorge für die „Mutter Erde“ ist nicht eine unter vielen Fragen, sondern die Überlebensfrage des Planeten überhaupt.
    Für was steht das C bei der CDU eigentlich wirklich? Aus dem grauen Beutegreifer wird Nutzvieh gemacht, politisches Nutzvieh! Wer aus der CDU hat sich vor dem Einsetzen der Wolfsproblematik um Nutztierhalter, Schäfer, vor allem Wanderschäfer gesorgt? Keiner! Man benutzt aus politischen Kalkül inzwischen beide, das Tier und den Menschen auf der Weide. Es war wohl noch nie so einfach, aus einer Thematik politisches Kapital zu schlagen. Die Bewahrung der Schöpfung wird dabei limitiert und novelliert, ganz wie man es selber braucht. Der Christ möchte wieder über Tod und Leben entscheiden, nun, das kennen wir schon!

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    • Annegret Sproesser schreibt:

      Politisches Nutzvieh ist der Wolf vor Allem für die NGOs. Die verdienen am Wolf Millionen an Wolfspatenschaften und Kooperationsverträgen mit der Industrie. .

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