Der letzte Stimmungstest vor 2021

Lüneburg, 18. Juni 2019

Die Chance auf so einen Stimmungstest hat die Hansestadt Lüneburg nicht mehr bis zur nächsten Kommunalwahl 2021. Erst die Europawahl im Mai und die erste Runde zur Landratswahl im Landkreis Lüneburg mit grünen Fabelergebnissen in der Stadt und dann die Herzschlag-Stichwahl „Landrat“, bei der am Ende im ganzen Landkreis 176 Stimmen zwischen den Kandidaten von CDU und SPD den Unterschied machten, die CDU mit Jens Böther hauchdünn vorne lag. In der Stadt aber hatte Norbert Meyer mit fast 19 Prozentpunkten Abstand die Nase vorne. Schauen Sie sich die drei Grafiken nur für die Hansestadt genau an, und dann entscheiden Sie für sich, was die Balken für die Zukunft der Stadt bedeuten können:

Wenn 2021 ein Rat und ein Oberbürgermeister gewählt werden und das politische Klima sich wenig ändert.

Dazu stelle ich den Kommentar von LZ-Chefredakteur Marc Rath – gerade für den Fall, wenn, wie jetzt bei Landrat Nahrstedt, eine Wahl vorgezogen werden würde. Da wären alle in Personalnot. Oder?

Europawahl – Ergebnis Hansestadt Lüneburg
Grafik: Stadt Lüneburg/votemanager

Landratswahl Landkreis Lüneburg
Grafik: Hansestadt Lüneburg/votemanager

Landratswahl Landkreis Lüneburg, Stichwahl
Grafik: Hansestadt Lüneburg/votemanager

 

Kommentar Marc Rath aus der LZ vom 17. Juni 2017

Neue Zeiten

Bei einer Wahl kann es auf jede Stimme ankommen. Das hat diese Stichwahl einmal mehr bewiesen. Für viele – selbst in der SPD – war es aber eher überraschend, dass es so knapp werden würde. Denn Rückenwind hat Norbert Meyer kaum gehabt – schon gar nicht aus den eigenen Reihen von Nahrstedt bis Nahles.

Nur 36 Prozent Wahlbeteiligung, nachdem es vor drei Wochen noch 65 Prozent waren. Das wirft mehrere Fragen auf. Beiden Bewerbern ist es nicht gelungen, auf die Zahl ihrer Stimmen aus dem ersten Wahlgang zu kommen. Vielen im Landkreis war offenbar nicht klar, dass erneut gewählt wurde. Insbesondere die Anhänger der Grünen dürften sich aber in ihrer Mehrheit dieser Wahl verweigert haben, so „grün“ beide Kandidaten auch zuletzt dahergekommen sind.

Die Verhältnisse sind im Umbruch. Der 26. Mai war eine politische Zäsur: Die Grünen wurden bei der Europawahl stärkste Kraft im Landkreis. In der Hansestadt vereinte die Partei mit 35,36 Prozent nahezu genauso viele Stimmen auf sich wie die zweitplatzierte CDU und die auf 17 Prozent geschrumpfte SPD zusammen erhielten. Das war ein politischer Erdrutsch.

Die Nachbeben dürften jetzt folgen. Die SPD braucht dringend eine Erneuerung – auch in unserer Region. Darüber sollte das knappe Ergebnis nicht hinweg täuschen. Die Grünen können derzeit vor Kraft kaum laufen, ihnen fehlt aber hier der personelle Unterbau. Das haben sie mit Platz 3 bei der Landratswahl bitter erfahren. Da stehen beide Parteien vor Herausforderungen ganz unterschiedlicher Art.

Und die CDU muss jetzt beweisen, was sie unter den neuen Vorzeichen wirklich an Neuem zu bieten haben. Allen voran: Jens Böther.

Über jj

Journalist, Dipl.-Kaufmann
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56 Antworten zu Der letzte Stimmungstest vor 2021

  1. Jo schreibt:

    Die Würfel sind gefallen:

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  2. Michael Kohlke schreibt:

    Auf der Ortsmitgliederversammlung des B90/Grüne-Stadtverbandes am Donnerstagabend im Grünen Büro in der Schröderstraße 16, fasste dessen Sprecher Ulf Reinhardt die 35,36 Prozent, die die Partei vor vier Wochen bei der Europawahl einfuhr, prägnant zusammen: „Damit haben wir so viele Stimmen bekommen, wie SPD und CDU zusammen.“

    Dass bei der Landratswahl der städtische Vorsprung von Grünen-Kandidatin Erika Romberg nicht gereicht hat, wurde dagegen am Donnerstagabend nur knapp analysiert: „Auf dem Land ist die CDU stark.“ (Vgl.: https://gruene-lueneburg.de/uploads/media/Einladung_OMV_20.06.2019.pdf)

    Kein Wort darüber, dass die Verantwortlichen im Vorstand der Grünen auf Orts- und Kreisverbandsebene sich verkalkuliert, mit der wackeren, aber viel zu kurzfristig „reingeschmeckten“ ehemaligen Politikerin aus dem Berliner Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung einen Missgriff getan und so das Ausscheiden ihrer Kandidatin vor der Stichwahl selbst zu verantworten haben könnten.

    Und bloß ein „Prestigegewinn“, Herr Löb?

    Nicht nur Heiner Luhmann, auch Anna Kebschull lässt schön grüßen! (Siehe: https://blog-jj.com/2019/06/18/der-letzte-stimmungstest-vor-2021/#comment-7224)

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  3. Ulrich Löb schreibt:

    Herr Beck ihre Auflistung grüner Aussagen zur Aufstellung einer grünen Kandidatin kann ich nur als (bewusste?) Fehlinterpretation bezeichnen. Ich habe die „Eroberung des Amtes“ des Landrates/ der Landrätin nicht als irrelevant bezeichnet, sondern mit meinem Beitrag, vielleicht zu verkürzt, darauf hingewiesen, dass eine Grüne Landrätin mit sehr viel Gegenwind aus Politik und Verwaltung zu rechnen gehabt hätte, anders als der von Ihnen angeführte Herr Luhmann in Bardowick, der es dort leichter hat, weil er eher für eine „mainstream-Politik“ steht. „Eine Schwalbe macht nun mal bekanntlich noch keinen Sommer.“ Ihre Vermutung, dass eine kreisbekannte Kandidatin/ ein Kandidat ein besseres Ergebnis erzielt hätte, unterstellt, dass es Diese/ Diesen objektiv gegeben hätte, was Ulf Reinhardt in seinem Blockbeitrag sehr deutlich wiederlegt. Da wünsche ich mir dann schon einmal Namen von Ihnen und möglichst einen weiblichen, den das war sicherlich auch ein nicht zu unterschätzendes Motiv für die Wahl Erika Rombergs, mit der entsprechenden Erfahrung in der Verwaltung. Dass das sehr knappe Ergebnis zwischen Herrn Mayer und Frau Romberg nicht gedreht werden konnte, lag eher an den geschickt eingefädelten, „überraschenden“ Rücktritt des derzeitigen Landrates, das es uns schwer machte, eine Quereinsteigerin als Kandidatin schnell genug bekannt zu machen.

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    • Karl Beck schreibt:

      Lieber Herr Löb, hauptsächlich habe ich bloß die fünf aufgeführten Standpunkte der in Klammern genannten Herren referiert bzw. resümiert. Meine „Interpretationen“ habe ich so knapp wie möglich zu halten versucht. Aber wo solche vorliegen, sind diese IMMER bewusst vorgenommen worden. Daher sind natürlich auch die Interpretationen, die Sie als Fehlinterpretationen einstufen, bewusst vorgenommen worden! Nein, Sie haben die „Eroberung des Amtes“ des Landrates/ der Landrätin nicht expressis verbis, sondern nur dem Sinn nach als irrelevant bezeichnet. Sie haben gefragt: „Was hätte eine Grüne Landrätin gebracht, außer einem Prestigegewinn?“ Um klar zu machen, was Sie stattdessen für wirklich relevant halten, haben Sie angefügt: „Im Kontext einer Kommunalwahl mit gleichzeitiger HVB-Wahl ist die Chance größer, eine starke Fraktion hinter eine Grüne OB/ einen Grünen OB zu scharen.“ Und damit auch die/der Letzte versteht, was Sie damit meinen, haben Sie das übergroße Vorbild einer geradezu revolutionären Umwälzung aufgerufen: „Macron hat ES vorgemacht und DARAUF bereiten sich die Grünen in Lüneburg vor, denn DAFÜR hat die Wählerin/ der Wähler Signale gesetzt.“ (Die Hervorhebungen durch Versalien stammen von mir.)

      Der Name Heiner Luhmanns ist von Herrn Berg ins Spiel gebracht worden. Eine Ähnlichkeit zu Ihrem radikalen, an die Wurzeln des Herkömmlichen gehenden Vorhabens einer „Anti-Mainstreampolitik“ kann ich in Bardowick auch schon allein darum nicht erkennen, weil der Christdemokrat Luhmann direkt auf den Christdemokraten Dubber gefolgt ist. (Meine Schwierigkeit habe ich allerdings mit der blassen, hülsenartigen, heutzutage ja vor allem in den Kreisen rechtsnationaler Natürlichkeits- und Ursprungsträumer viel und gern – und ebenfalls Vages höchst unklar abwehrend – gebrauchten Vokabel „Mainstream“. Ist denn nicht jeder Versuch, im Rahmen unserer Verfassung politisch zu gestalten, in dem Augenblick, in dem er von einer Mehrheit ermöglicht wird, wie das Wort bereits sagt, „Mainstream“? Ist das „Mainstream-Werdenwollen“ nicht das Grundprinzip aller demokratischen Bemühungen um Machtgewinn und Machterhalt auf dem Boden des Grundgesetzes?)

      Zuletzt: Ja, meine Überzeugung, dass „eine kreisbekannte Kandidatin/ein Kandidat ein besseres Ergebnis erzielt hätte, unterstellt, dass es Diese/Diesen objektiv gegeben hätte“. Ulf Reinhardt „widerlegt“ deren Existenz in seinem Blogbeiträgen auch keineswegs, sondern stellt solche Bereitschaft einfach nur in Abrede. Ich möchte in diesem Zusammenhang die letzte Einlassung von LZ-Chefredakteur Marc Rath zitieren, der gestern an Folgendes erinnerte: „Kreissprecher Claus Poggensee hatte zwischenzeitlich von zwei bis vier Bewerber/inne/n gesprochen. Bevor es mit Erika Romberg zu einer Kandidatin und deren einstimmiger Nominierung kam, hat es ein intensives Sondierungsverfahren gegeben. Wie es heißt, auch in der Form à la ‚wenn der/die antritt, trete ich (dagegen) an‘.“

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      • Jo schreibt:

        Vergessen:

        Viel mehr Bus und Bahn. Jetzt! Mit Anna.

        Prestigegewinn in Osnabrück

        Stichwahl der Landrätin / des Landrates am 16. Juni 2018

        Amtliches Endergebnis:

        Dr. Michael Lübbersmann, CDU, 48.822 Stimmen, entspricht 47,8%

        Anna Kebschull, GRÜNE, 53.393 Stimmen, entspricht 52,2%

        Wahlberechtigte: 293.687, Wähler*innen: 102.642, entspricht 34,9%

        (1. Wahlgang: Wahlberechtigte: 293.708, Wähler*innen: 174.478, entspricht 59,4%)

        Frau Anna Kebschull ist zur Landrätin gewählt worden.

        Der Kreistag setzt sich aus 68 Kreistagsabgeordneten und dem Landrat zusammen.

        Die Grünen haben 7 Sitze, die CDU hat 28, die SPD 20, die AfD 4, die FDP 3, die UWG 3, die Linke 2 Sitze und die CDW/W einen Sitz.

        https://www.spiegel.de/politik/deutschland/osnabrueck-gruene-anna-kebschull-gewinnt-in-cdu-hochburg-a-1273436.html

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    • Silke Armbruster schreibt:

      Macron und Lüneburg, Herr Löb?

      Die französische Revolution wäre schon in Rettmer gescheitert (an der Sprachbarriere).

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  4. Karl Beck schreibt:

    Herr Reinhardt, der Umstand, dass es auf der Kreismitgliederversammlung keinen weiteren Kandidaten (w/m) gegeben hat, war doch die eigentliche Nachricht. Dass Erika Romberg dort einstimmig nominiert worden ist, war Beiwerk.

    Und warum so dünnhäutig? Ich habe an keiner Stelle, „einem einzelnen Parteimitglied vorgeworfen, dass es nicht kandidiert hat.“

    Doch bin ich überzeugt, ab Oktober würde ein Mitglied der Grünen Partei der neue Landrat (w/m) sein, wenn dieses Mitglied aus dem Kreisverband gekommen wäre, eine lokale Stammwählerschaft gehabt und so die entscheidenden Prozente an Vertrauensvoten zusätzlich eingefahren hätte. Jens Böther hat diesen Gedanken in seiner Antwort auf die entsprechende Frage der Kreisjägerschaft (Siehe PDF, Seite 8 hier: https://jaegerschaft-lueneburg.de/landratskandidatinnen-aeussern-sich-zur-jagd/) so formuliert: „Bei der Wahl zum Landrat wird eine Person gewählt und keine Partei.“ (Zusätzlich wichtig und richtig sei natürlich trotzdem, „dass alle Kandidierenden für eine Partei antreten und damit auch deren Wertvorstellungen und Ziele vertreten.“)

    WARUM haben die LüneGrünen diesen Faktor nicht in Rechnung gestellt und wider besseren Wissens auf eine externe Kandidatin gesetzt?

    Wir haben, wenn ich richtig zähle, fünf Antworten angeboten bekommen:

    A: Die LüneGrünen hatten die Zeichen der Zeit nicht erkannt (K. Fahrenwaldt).

    B: Die LüneGrünen hielten die Eroberung des Amtes für irrelevant (U. Löb).

    C: Die LüneGrünen fanden keinen interessierten Kandidaten (U. Reinhardt).

    D: Die LüneGrünen konnten sich auf einen der ihren nicht einigen (M. Rath).

    E: Die LüneGrünen laufen rum und verlieren manchmal eine Sandale (U. Blanck)

    Wirklich mobilisierende Wahlempfehlungen fürs nächste Mal sind das alles nicht.

    Oder?

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    • Ulf Reinhardt schreibt:

      Nur noch so viel zum Ratespiel:
      Zwei der Antworten passen nicht zu den übrigen, welche sind es?
      Ich gebe Ihnen völlig recht, diese Antworten sind jedoch auch keine motivierende Wahlempfehlung.
      Diese kann und wird vielmehr in unseren Themen und zu gegebener Zeit in den Kandidatinnen liegen.

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  5. Klaus Bruns schreibt:

    Herr Marc Rath , nicht nur im westen nichts neues. bei den grünen ist hauen und stechen schon immer so gewesen. schmunzeln. als ich damals eine verdeckte abstimmung bei den grünen beantragt hatte, es ging um die wahl von meihsies , war aber richtig was los.

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  6. 2021 schreibt:

    Im Herbst fällt das Laub.

    2021 ohne Grüne-Blätter!

    Denkbar oder nur wahrscheinlich?

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  7. Karl Beck schreibt:

    Herr Blanck, wie beurteilen Sie die Manöver Ihrer Kreiskollegenschaft? War es ein Fehler, nicht auf einen aussichtsreichen Kandidaten (w/m) aus der Region gesetzt zu haben? „Hat die Grüne Landkreispartei die Wählerstromentwicklung falsch eingeschätzt und, nur um Flagge zu zeigen, eine externe Kandidatin ins Rennen geschickt“, wie Herr Fahrenwaldt schreibt? Und „hätte eine Grüne Landrätin wirklich nichts außer einem Prestigegewinn gebracht, da ohne eine Mehrheit im Kreistag die Gegenseite die wesentlichen Politikinhalte bestimmt“, wie Herr Löb nun erklärt? Muss wirklich immer alles auf eine Karte gesetzt werden und die kleinen Schritte sind verächtlich? Der Verdacht, es könnte so überlegt und gehandelt worden sein, stand ja vom ersten Moment seit Bekanntgabe der überraschenden Personalie im Raum. Hat damit eventuell so etwas wie eine sich selbst rächende Halbherzigkeit dazu beigetragen, dass Frau Romberg im ersten Wahlgang nicht auch in der Fläche vor Herrn Meyer lag? Und kann derartiges, im Nachhinein einbekanntes Taktieren zu Testzwecken nicht dazu führen, dass Wähler (w/m) sich vergackeiert bzw. als Versuchskaninchen missbraucht vorkommen und sich abwenden?

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    • Ulrich Blanck schreibt:

      Natürlich hätte eine Grüne als Landrätin einiges mehr als Prestigegewinn gebracht. Sonst hätten wir uns wohl Kandidatur und Wahlkampf verkniffen – muss man nicht ernsthaft diskutieren. Allerdings sind einige hier so angestellte Vermutungen wirklich schon die höchste Kunst der Verschwörungstheorie. Das Ergebnis im ersten Wahlgang war derart knapp, dass es aus sich heraus selbsterklärend doch Ihre Vermutungen widerlegt. Es hat ganz einfach dieses Mal L E I D E R noch nicht gereicht. Das ist alles.

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    • Karl Beck schreibt:

      Vielen Dank für die Richtigstellung, Herr Blanck.

      Zwischen Herrn Bürgermeister Löb und Ihnen gibt es ja ganz unverkennbar deutliche Unterschiede der post-elektoralen Traumabewältigung.

      Und was Sie als „die höchste Kunst der Verschwörungstheorie“ bezeichnen, ist vielleicht nur Ausdruck derselben Irritation, für die auch unter Ihren Führungskadern nach plausiblen Erklärungen gesucht wird.

      Denn, wohin ich auch höre, Parteizugehörrigkeiten und Weltanschauungen übergreifend herrscht Einhelligkeit darüber, dass die LüneGrünen das Erklimmen des Kreishausgipfels leichtfertig vertan haben, indem sie sich nicht darauf einigen konnten, einen regional verwurzelten Kandidaten (w/m) zu nominieren, mit dem es wohl diesmal schon gereicht hätte. Eines der beiden wichtigsten Ämter im Kreis hat den Grünen die Hand hingestreckt — und die haben nicht zugegriffen.

      LZ-Chefredakteur Marc Rath fühlt sich zu der Aussage berechtigt: „Es muss da hinter den Kulissen aber auch Streit gegeben haben, weswegen eine Bewerbung von außen bevorzugt wurde.“

      Was also spielte die entscheidende Rolle? Missgunst unter Parteifreunden oder der fehlende personnelle Unterbau?

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      • Ulrich Blanck schreibt:

        Herr Beck dann sollten einfach mal wo anders hin hören. Ich kann und werde Ihnen nichts anderes berichten, wenn das Ihre Erwartungen nicht erfüllt tut es mir leid. Wenn Sie gerne glauben wollen es hätte hinter irgendwelchen Kulissen Streit gegeben dann müssen Sie das halt glauben. Manchmal verliert man beim Laufen eine Sandale und da steckt dann nichts weiter hinter, man hat einfach nur eine Sandale verloren. Punkt.

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      • Karl Beck schreibt:

        Sie antworten ja, als wären SIE schon fünfundzwanzig Jahre Hauptverwaltungsbeamter.

        Aber, „Dumm gelaufen!“ und „Schad‘ um die schöne Sandale!“

        Das werden Herr Rath, Herr Fahrenwaldt und ich als Beobachter der kleinen Szene doch noch zueinander sagen oder wenigstens augenzwinkernd denken dürfen, oder?

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      • Ulf Reinhardt schreibt:

        Wenn Sie auf der Kreismitgliederversammlung anwesend gewesen wären, wüssten Sie, dass es schlicht keinen weiteren Kandidaten gegeben hat und Erika Romberg einstimmig nominiert wurde. Herr Rath war da und weiß daher auch, dass es keinerlei Streit gegeben hat. Worum auch, wenn es keine weitere Kandidatur gab? Das ist zwar viel langweiliger als irgendwelche Personaldiskussionen, aber so einfach ist das. Nun können Sie gerne fortfahren einzelnen Parteimitglieder vorzuwerfen, dass sie nicht kandidiert haben.

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      • Marc Rath schreibt:

        Kreissprecher Claus Poggensee hatte zwischenzeitlich von zwei bis vier Bewerber/innen gesprochen. Bis es mit Erika Romberg zu einer Kandidaton und deren einstimmiger Nominierung kam, hat es ein intensives Sondierungsverfahren gegeben. Wie es heißt, auch in der Form a la „wenn der/die antritt, trete ich (dagegen) an“.

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  8. 2021 schreibt:

    Zitat Herr Löb „Politik ist eine leicht vergängliche Ware.
    Quick and efficient work processes are vital, particularly when handling easily perishable products.
    MHD 2021?

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  9. Johannes schreibt:

    Wenn man ganz nüchtern die Altersstruktur der Wahlberechtigten betrachtet, stellt man fest: Nur 15 Prozent der heutigen Wahlberechtigten sind unter 30 Jahre alt. Aber etwa 36 Prozent sind 60 Jahre und älter. Das sind die Folgen des demographischen Wandels. Hinzu kommt, dass die Jungen ihr Wahlrecht deutlich seltener wahrnehmen. Unterm Strich: Die Jungen beeinflussen das Wahlergebnis geringfügiger, als es in manchen Analysen nach der Europawahl unterstellt wurde.

    Trotzdem sind sie als Zielgruppe im Wahlkampf nicht zu vernachlässigen! Denn die jungen Wähler von heute sind die alten Wähler von morgen. Deshalb laufen CDU und SPD Gefahr, dass sie eine ganze Generation an neuen Wählern verlieren. Junge Wähler werden noch viele Jahre wahlberechtigt sein und die Ergebnisse beeinflussen. Jede Partei muss sie ernst nehmen.

    Vor allem junge Wähler haben bei der Europawahl die Grünen gewählt. In der Gruppe der 18- bis 24-Jährigen holten sie 34 Prozent der Stimmen. Warum konnten die Grünen gerade in dieser Altersgruppe punkten?

    Wichtigster Erklärungsfaktor sind die Themen der Grünen. Ihre Kernthemen wie Klimaschutz, eine humane Flüchtlingspolitik, Geschlechtergerechtigkeit oder auch eine klar proeuropäische Haltung deckt sich mit den Interessen und Einstellungen vieler junger Menschen. Es gibt aber auch noch einen wichtigen kulturellen Erklärungsfaktor. Die neue Parteispitze aus Annalena Baerbock und Robert Habeck hat einen jugendlichen Habitus – das kann man an Sprache, Kleidung und Benehmen festmachen. Nach der Landtagswahl in Bayern 2018 hat Habeck den Wahlerfolg mit Stagediving gefeiert. So etwas kennen junge Menschen von Musikfestivals, bei Älteren hat das vielleicht eher zu Stirnrunzeln geführt. Die Partei hatte früher mitunter ein miefiges Öko-Image, heute ist grün cool.

    Das Label als Verbotspartei dagegen ist ein Relikt aus dem Bundestagswahlkampf 2013, als die Grünen einen Veggie-Day einführen wollten. Es ist eine Strategie insbesondere von Union und FDP, den Grünen ein solches Image anzuhängen. Innerhalb der Grünen gilt es mittlerweile als großer Fauxpas, wenn man neue Verbote fordert. Man versucht nun eher, am System statt beim Individuum anzusetzen. Außerdem werden Verbote durchaus auch von anderen Parteien gefordert. Manfred Weber warb beispielsweise im Europawahlkampf für ein Plastikverbot. Wenn es um Nachhaltigkeit und Klimaschutz geht, fallen den anderen Parteien auch nicht unbedingt bessere Lösungen ein, als dass bestimmte Konsumgewohnheiten so nicht weitergeführt werden können. Das Image der Verbotspartei passt heute nicht mehr zur Programmatik der Grünen, das merken auch die jungen Wähler.

    Unterschiede im Wahlverhalten zwischen den Generationen sind zunächst nichts Neues. Junge Menschen haben schon immer anders als der Durchschnitt gewählt. Auch die Piratenpartei hatte eine sehr junge Wählerbasis. Wichtig ist: Der Graben verläuft heute nicht etwa zwischen den Unter-und den Über-30-Jährigen. Bis zum Alter von 45 Jahren sind die Grünen stärkste Kraft, darüber wird es die Union. Deutlich absetzen kann sich die Union von den Grünen aber erst bei der Wählergruppe 60 Jahre und älter. Außerdem muss man auch auf andere Gräben hinweisen.

    Es gibt eine klare Differenz nach Bildungsabschlüssen und eine Ost-West-Spaltung. Die Grünen werden immer deutlich häufiger von Bessergebildeten gewählt und holen ihre besten Ergebnisse in westdeutschen Metropolen. In vier der fünf ostdeutschen Bundesländer sind die Grünen bei der Europawahl nur auf dem fünften Platz gelandet. Das hat auch mit den dortigen Strukturen der Partei zu tun. Hinsichtlich der Ressourcen ihrer Landesverbände und charismatischem Personal sind sie dort viel schlechter aufgestellt.

    Nach dem Rezo-Video wurde häufig gefordert, Union und SPD müssten besser mit den Jungen kommunizieren. Das greift zu kurz. Es ist in erster Linie ein politisches Problem, nur in zweiter Linie ein Kommunikationsproblem. Die Traditionsparteien haben nicht die passenden Antworten auf die Fragen, die junge Menschen bewegen. Das sind vor allem Klimaschutz, Digitalisierung, Bildungs- und Europapolitik. Offenbar haben die etablierten Parteien hier eine mangelnde Überzeugungskraft in programmatischer Hinsicht.

    Doch gerade programmatische Modernisierungsprozesse sind zentral, die Kommunikation darüber ist bloß der zweite Schritt. Junge Menschen lassen sich nicht allein mit besserer Social-Media-Kommunikation überzeugen, die richtigen Positionen und Botschaften müssen schon drinstecken.

    Aber natürlich: Die Rechnung lautet nicht einfach: Mehr Klimaschutz der großen Koalition gleich weniger Stimmen für die Grünen. Einen solchen Automatismus gibt es nicht – denn Klimaschutz ist nicht gleich Klimaschutz. Die Koalition behauptet ja auch, dass sie Klimaschutz betreibe, aber gemessen an ihren eigenen Ambitionen werden die Ziele nicht erreicht. Der Kohleausstieg wird auch unter der großen Koalition langsamer ablaufen, als es vielleicht mit grüner Beteiligung passieren würde. Auch gehen die Forderungen der Fridays-for-Future-Demonstranten noch weiter als die der Grünen. Darüber hinaus gelten die Grünen als Anti-AfD. Sie sind keine Ein-Themen-Partei, auch wenn Klima- und Umweltschutz zu ihrer DNA gehören.

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  10. Klaus Bruns schreibt:

    Martin Knepper
    der nasenring ,mit dem man durch die arena gezogen wird, kann scheinbar nicht groß genug sein. sämtliche parteisoldaten tragen ihn und scheinen es nicht zu merken.

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    • Herbert schreibt:

      Noch schlimmer sind oft diejenigen, die überzeugt sind, keiner Formation anzugehören, und schon allein dadurch gegen Voreingenommenheiten und das Phrasendreschen geimpft zu sein. Redensarten, Allerweltsfloskeln und gängige Denkschablonen können dazu verführen, sich für einen unabhängigen Meinungsinhaber zu halten, während einen das Gerede hinter sich herschleift, dass es ein Jammer ist.

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  11. Ulrich Löb schreibt:

    Politik ist eine leicht vergängliche Ware. Trotzdem, was hätte eine Grüne Landrätin gebracht, außer einen Prestigegewinn? Ohne eineMehrheit im Kreistag bestimmt die Gegenseite die wesentlichen Politikinhalte. Nun sollte man/ frau nicht so vermessen sein, gleich von der absoluten Mehrheit zu träumen. Aber im Kontext einer Kommunalwahl mit gleichzeitiger HVB-Wahl ist die Chance größer, eine starke Fraktion hinter eine Grüne OB/ einen Grünen OB zu scharren. Macron hat es vorgemacht und darauf bereiten sich die Grünen in Lüneburg vor, denn dafür hat die Wählerin/ der Wähler Signale gesetzt.

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    • Otto Berg schreibt:

      Wow, Herr Löb,

      soviel Freimut war selten!

      Die Verlegenheitslösung Erika Romberg war also nur eine Finte, eine Fingerübung: „Was hätte eine Grüne Landrätin gebracht“? (Was hat die Wahl vom 11. September 2011 z. B. Heiner Luhmann von der CDU gebracht, der in Bardowick Samtgemeindebürgermeister ohne Mehrheit geworden ist und am 26. Mai 2019 ohne Gegenkandidaten im Amt bestätigt wurde — mit 76,53 % Ja-Stimmen?)

      Charmant klingt solche Offenherzigkeit jedenfalls nicht.

      Mutmaßlich nicht einmal in den Ohren von Berliner Referatsleiterinnen.

      Mit „Prestigegewinnen“ gibt sich ein gewiefter Stratege also nicht ab. Es sollte schon ein Erdrutschsieg sein! „En Marche im Durchmarsch“, um bei Marc Raths Skatblatt zu bleiben. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron verfügte nach seiner Wahl vor zwei Jahren über die größte Mehrheit in der Nationalversammlung seit 50 Jahren (hat seit November 2018 allerdings auch mit der „Mouvement des Gilets jaunes“ zu tun).

      Ich bin gespannt, wie „sich die Grünen in Lüneburg“ auf ihren Kantersieg 2021 weiterhin „vorbereiten“ und ob „die Wählerin/der Wähler“ sich in zwei Jahren noch daran erinnert, welche „Signale“ sie/er den politischen Schachgroßmeistern in der Neuen Sülze 4 am 26. Mai 2019 „gesetzt“ hatte.

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    • Hans-Jörg Fehrenbach schreibt:

      Wenn Steffen Gärtner im Sommer 2021 auch in Lüneburg antritt, wird er die Wahl gewinnen, und das Thema »Oberbürgermeister« wird für das folgende Vierteljahrhundert abgehakt sein.

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      • Marc Rath schreibt:

        Die beiden Landratsrunden haben aber auch eines gezeigt: Die Stadt war auch dieses Mal kein CDU-Terrain

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      • Hans-Jörg Fehrenbach schreibt:

        »Die Stadt« möchte überzeugt, nicht überrumpelt werden. Gärtner steht für Klugheit, Können, Solidität, Bescheidenheit, Sachverstand, Tatkraft und Jugend. Er ist der Traum aller potentiellen Schwiegermütter. Und er ist die nächsten beiden Jahre am Grüngürtel West, praktisch in Sichtweite präsent. Nennen Sie mir eine Person, die eine Chance gegen ihn hätte, wenn übermorgen OB-Wahlen wären!

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      • Marc Rath schreibt:

        Es würde ihn selbst überrumpeln. In einem neuen Amt braucht es mind. ein Jahr, bis man ganz angekommen ist. Dann kann man nicht schon in der Nachbarschaft antreten. 2006 hätte er als dann 35-Jähriger immer noch alle Möglichkeiten .

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  12. 2021 schreibt:

    Es möchte nicht jede vergessene Gemüsesorte wiederentdeckt werden.
    Politik ist dafür da, Kindern und Kindeskinder eine Zukunft zu ermöglichen. Wo diese Grenze zwischen Grün für alle und Grün für Grüne verlaufen soll, gilt es in den nächsten Jahren auszuhandeln.

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  13. Marc Rath schreibt:

    Ich sage es mal so:
    Auch von einer Landrätin aus könnte man Ministerin werden. Es muss da hinter den Kulissen aber auch Streit gegeben haben, weswegen eine Bewerbung von außen bevorzugt wurde. Für Details bin ich aber noch nicht lange genug im Geschäft.
    Das AfD-Thema ist reine Spekulation. Es gab keine offene Unterstützung außer der einen kleinen Provokation vor dem Wahlkampfauftakt. Und AfD-Wähler haben früher auch mal CDU, SPD oder … gewählt.
    Die Grünen haben von den beschriebenen Trends zweifellos profitiert.
    So profillos sehe ich die beiden nicht. Sie müssen jetzt zeigen, was sie drauf haben. Vielleicht will Norbert Meyer jetzt ja OB werden. Dann könnten wir jetzt die hübsche SPD-Spekulation starten – auf jeden Fall Meyer, bloß welcher?
    2021 wird wirklich vieles neu gemischt. Da dürften hinterher ganz andere Könige, Damen, Buben und Joker im Skat sein. Spannend wird‘s.

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    • Otto Berg schreibt:

      Welcher?

      Die Andrea, die Hillu und der Fiddi könnten ja beim nächsten Stadtfest in der Schröderstraße einen Rosenkönig auserkiesen lassen. Der mit der cremigsten Milchschaumkrone wäre dann Town Hall Aspirant No.1 fürs folgende Jahr.

      Obgleich beiden Kandidaten qua Nachname (maior domus) ihre administrative Eignung buchstäblich in die Wiege gelegt worden ist, sollten sie bis zur Schneebesenprobe an ihrer öffentlich bekannten Leseunlust arbeiten.

      Denn Chancen hat nur, wer die vorbereitende Lektüre der Kieler Dissertation von Petra Kruse-Runges Kollegin, der Dipl. oec. troph. Katja Borcherding aus Minden, ernst genommen und zehn daraus gezogene Fragen richtig beantwortet hat: https://macau.uni-kiel.de/servlets/MCRFileNodeServlet/dissertation_derivate_00001305/d1305.pdf

      PS: Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im kommenden Winter mit einer Lüneburger Landrätin zu besetzen, wäre in der Tat ein Novum gewesen.

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      • Marc Rath schreibt:

        Ich tippe da eher auf Parl. Staatssekretärin. Und ich glaube, dass die Stichwahl in einer anderen Farbkonstellation ziemlich ähnlich ausgegangen wäre

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      • Otto Berg schreibt:

        Die Frage ist nur, für wen.

        Übrigens bewegt sich „der neue Mann“ bereits in den Spuren der Unaufrichtigkeiten seines Vorgängers: „Superbotschaft für den Bau der Elbbrücke: Das Land gibt 75 Prozent Förderung, Mecklenburg-Vorpommern eine Million Euro und heute neu die Zusage von unserem Wirtschaftsminister Bernd Althusmann: es kommen sechs Millionen Euro zusätzlich vom Land Niedersachsen aus einem Sondertopf. So dicht dran waren wir noch nie!“ Jens Böther (CDU) hatte diese Nachricht am Sonnabend, wenige Stunden vor der Stichwahl zum neuen Landrat, auf Facebook gepostet. (https://www.landeszeitung.de/blog/aktuelles/2585218-elbbruecke-5)

        Nichts davon entspricht der Wahrheit!

        Die LZ hat im Wirtschaftsministerium nachgefragt, wie die Worte des Ministers zu verstehen seien. Die Antwort:
        „Das Land Niedersachsen hat eine Förderung der Elbbrücke bei Neu Darchau in Höhe von 75 Prozent DER ZUWENDUNGSFÄHIGEN KOSTEN in Aussicht gestellt. Diese KÖNNTE [cojunctivus irrealis] GRUNDSÄTZLICH mit Mitteln aus dem ‚Landesstraßenbauplafond‘ über vier Jahre in Höhe von 1,5 Millionen Euro pro Jahr aufgestockt werden.“ Und weiter heißt es: VORAUSSETZUNG FÜR EINE FÖRDERUNG sind nach wie vor die Planung und der Nachweis für die Baureife des Projekts (Planfeststellungsbeschluss…) durch den Landkreis Lüneburg als kommunaler Baulastträger…“
        „Die Staatskanzlei in Schwerin hatte bereits Tage zuvor dementiert, dass sie eine Million Euro zur Verfügung stellen würde und die LZ hatte auch schon darüber berichtet.“

        — 75 % werden nur unter bestimmten, engen (schon aufgrund der anstehenden juristischen Auseinandersetzungen nur schwer, vielleicht in 15 Jahren, vielleicht nie erfüllbaren) Voraussetzungen gezahlt und auch nur für einen Teil der Brückenkosten, denn die förderfähigen Anteile sind BEI WEITEM nicht alle.

        — die zusätzlichen € 6 Mio. sind ein reines Wahlkampfmärchen

        — Mecklenburg-Vorpommern wird keinen Cent geben

        [Überhaupt nicht erwähnt werden die umfangreichen volkswirtschaftlichen Folgekosten für die Region rechts der Elbe, die jährlich anfallenden erheblichen Erhaltungskosten des Bauwerks UND DIE TATSACHE, dass, selbst wenn alles wahr wäre, was Böther da an Unwahrheiten in die Welt gesetzt hat, immer noch fast € 20 Mio. reine Bauaufwendungen fehlen werden. Überschlagen wir konservativ und sagen, € 100 Mio. werden benötigt. Dann gäbe das Land € 75 Mio., Herr Doktormann zahlte 6 Millionen Heiligenthaler aus dem ‚Landesstraßenbauplafond‘ über vierhundert Jahre und Frau Schwesig eine Million aus dem SPD Lüneburg-Förderfonds der Schweriner Bleckede-Liebhaber, — dann hat Herr Böther € 82 Mio., bleibt aber auf € 18 Mio. sitzen. Das wären schon hier € 8 Mio. mehr als „der Landkreis“ erlaubt.]

        Was „hat Herr Böther also drauf“?

        Die „Methode Nahrstedt“.

        Nicht mehr.

        Leider.

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  14. Jörg Kohlstedt schreibt:

    Wenn man sich das Ergebnis der Landratswahl mal genauer anguckt, kann man es auch folgendermaßen interpretieren:
    Jens Böther stürzt von 33.762 Wählerstimmen im ersten Wahlgang auf 26.435 Stimmen ab. Das ist ein Minus von 22 %
    Norbert Meyer legt von 26.845 Stimmen auf 28.282 Stimmen zu. Ein Plus von mehr als 5 %.
    Und das trotz eines deutlichen Einbruchs bei der Wahlbeteiligung.

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    • E.-E. Müller schreibt:

      Man kann so genau hingucken, wie man möchte. Gewählt ist Böther. Und Meyer hat Zeit, die Memoiren von Hillary Clinton zu lesen.

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    • Andreas Janowitz schreibt:

      Oh Bitte Herr Kohlstedt: bei 54.717 abgegebenen Stimmen ist ein Vorsprung von 176 Stimmen reiner Zufall?! Die verheerende Wahlbeteiligung von ~35% spricht da Bände? Das ist noch nichtmal Zweckoptimismus, das ist pure Verzweiflung?! Eine Katastrophe für jeden Demokraten? Nach dieser desaströsen Zufallswahl auch noch an Feiern zu denken ist komatös! In Etwa wie die Vorschläge dieser beiden Kandidaten?!

      Die Festgeschriebenen zig Millionen für den Circus Maximus aushilfehalber und dieser Brücke ins Nirgendwo können nur Wachkomapatienten ausbaldowern! Selbst wenn es „nur“ bei der Entwicklung der letzten 10 Jahre bleibt (die Top 5 der heissesten je gemessen Jahresdruchschnittstemperaturen?!?!) müssen doch die Alarmglocken schrillen?! Bei CDU und SPD ist Frühversenilierung angesagt?! Da wird so getan als wenn nichts wäre? Null, Nada, nix und wieder nix.

      Das darf doch alles nicht wahr sein…

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  15. Klaus Bruns schreibt:

    Ulf Reinhardt
    eure personaldecke ist dürftig. wie wollt ihr das ändern? mit themen allein wird es nicht klappen. eure vorschläge müssen eben auch bezahlbar sein. besonders die verbraucher , die sich finanziell nicht wehren können, brauchen da unterstützung. wenn ich die strom, gas und wasserpreise betrachte, haben diese nur eine tendenz, nach oben. dieses ist auch eine folge, wie ideen angelegt sind. da leistet ihr mir einfach noch zu wenig, um euch auf die dauer als alternative zu der spd und der cdu zu betrachten.die partei der besserverdiener habt ihr im verdienen ja schon überholt. aber wie viele blieben dabei auf der strecke?

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    • Jo schreibt:

      Tja, Klaus Bruns, Sie und Ihre Freundin Anikó sind natürlich gegen den Klimawandel UND gegen die Verdopplung der Strompreise. Wasch mich, aber mach mich nicht nass, nicht wahr? Da denunzieren Sie lieber gleich mal präventiv ein paar Politiker im besten AfD-„Stil“ und verhalten sich ansonsten wie Ihr großer Vorsitzender, der auch bei jeder Gelegenheit Geduld und Toleranz predigt, aber beim Warten im Alten Uhu schon nach zwei Minuten solche Schnute zieht:

      Wohin fliegen Sie denn diesen Juli? Für mich ist die erste destination meistens Saint Tropez, zum Warmwerden. Aber es muss nicht immer der Moët auf der Yacht sein. Mit kleinerem Portemonnaie geht auch River Cola auf dem Tretboot in St. Peter Ording. Frei nach dem Motto „Flow trotz Low (Budget)“! Weiterer Vorteil am Urlaub für Sparfüchse: Ihre „Freundin“ kauft sich nicht „aus Versehen“ das gleiche Jetski-Modell wie Sie. Die beste Erinnerung an den Sommer Ihres Lebens ist, natürlich, ein Tattoo. Ich stehe da mehr auf die Klassiker wie ein schönes Infinity-Pool-Zeichen, aber wer es verrückt mag, der kann sich ja auch mal an etwas Ausgefallenerem versuchen. Der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt. Ich kenne sogar Leute, die sich ihre frischen Mückenstiche mit tätowierten Linien miteinander verbunden haben, um sich dann daraus die Zukunft lesen zu lassen. Das Ergebnis bei allen (!): Autan kaufen. Zufall?

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    • Ulf Reinhardt schreibt:

      Lieber Herr Bruns,
      was für ein Niveau! Wer oder was ist dürftig und woran genau machen Sie das fest?
      Kommen Sie doch einfach einmal zu einer Orts- oder Kreismitgliederversammlung und diskutieren dort mit der dürftigen Personaldecke.Ihre gut angelegten sozialpolitischen Ideen.
      Legen Bündnis 90 / Die Grünen als Oppositionspartei in Bund, Land und Kommune die Strom- Gas- und Wasserpreise fest?

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      • Klaus Bruns schreibt:

        Mein lieber Herr Reinhardt, was das Niveau betrifft, ich passe mich gern an. schmunzeln

        Dieter Janecek

        @DJanecek
        Um das mal klar zu sagen: Was Union und FDP zusammen mit ein paar verirrten Lungenärzten da in Sachen #Umwelthilfe #Feinstaub #Stickoxide aufführen, hat Reichsbürger-Niveau. Eine Schande für die deutsche Politik ist das.

        1,512
        11:49 PM – Jan 23, 2019
        Danke übrigens für die Einladung, falls ich mir in der Tat euer akademisches Viertel noch mal antun sollte, bitte nicht erschrecken, im Kern bin ich immer noch ein Sozialdemokrat der alten Schule. Schmunzeln. Ich bin nicht nachtragend, aber ich vergesse nichts. Auch nicht eure Steuergeschenke an die Großindustrie. (BMWFischer und GASGerd).Ob Hartz IV-Empfänger grün wählen?

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      • Martin Knepper schreibt:

        Lieber Herr Bruns,

        alle Liberaldemokraten des Herzens sind Anpasser. Denn es würde ja der Freiheitlichkeit ihres Meinens und Dafürhaltens widersprechen, sich an inhaltliche Überzeugungen zu binden. Also schwanken sie – vom „Zeitgeist“ am Nasenring durch die Manege der Opportunitäten und der aktuellen Trends und Themen herumgeführt – von einem Extrem zum anderen.

        Doch hier gebe ich Ihnen Recht: Wohnungen begleiten uns ein Leben lang. Wir werden gezeugt in Wohnungen, lesen Blog.jj-Kommentare in Wohnungen und mit etwas Glück sterben wir auch darin. Doch gestiegene Kosten auf dem Wohnungsmarkt fordern ihren Preis: Schlecht wohnen ist das schlecht essen von morgen und wird vom weinerlich ausposaunten Skandalon zur klaglos gepflegten Routine. Aber alles Downsizing hat seine Grenzen: Man kann auf Fleisch und Zucker verzichten, doch ohne Dach und Strom ist die beste Wohnung nur ein getrübtes Vergnügen. Die durchschnittliche Kaltmiete bei Neuvermietung beträgt in Großstädten zweieinhalb Fertigpizzen pro Quadratmeter, wobei Bestandsmieten und Antipasti nicht einmal eingerechnet sind, und erst mit den Nebenkosten hat man den Salat; den bösen Kalorien stehen heute die bösen Quadratmeter gegenüber. Und so steht immer weniger Wohnfläche für eine stetig wachsende Zahl von Konsumgütern bereit. Neue Wege sind erforderlich, zumal bezuschusster Wohnraum gemäß der regierungsnahen Organisation Haus & Grund ein unkalkulierbares Risiko darstellt, gemäß der Doktrin: „Wer wohnen will, muss auch bauen können.“ Die gesetzliche Auflage, eine Filiale der Schuldnerberatung in jedes Einkaufscenter über 1000 qm zu integrieren, stößt daher auf überwältigende Resonanz. Schon im dritten Quartal 2018 wurde die Zahl der Privatinsolvenzen des Vorjahrs deutlich übertroffen. An den Trend hängen sich auch Inkasso-Unternehmen an: In Salzgitter, Osnabrück und Cuxhaven finden sich in vormals leerstehenden Einkaufscentern der Prä-Amazonzeit sogenannte Pay’n’seize-Filialen. Ihr eingängiges Motto: Sie kaufen, wir pfänden. Durch diese Politik der kleinen Wege werden unnötige Transport- und Verwaltungskosten gespart. Sobald das System auch online abrufbar sein wird, rechnen Verbraucherberater mit einem Quantensprung in der Modernisierung der Schuldenfalle – rote Zahlen ohne volle Wohnungen heißt das Konzept, das effizient auf die Anforderungen des neuen Minimalismus reagiert.

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  16. Kevin Schnell schreibt:

    Wenn Böther den skandalösen Arena-Exzess zugunsten der Privatunternehmer Andreas Bahlburg und Klaus Hoppe nicht stoppt, um sogleich danach auf dafür besser geeignetem Areal eine entwicklungsfähige integrale Sportparklösung anzustreben, die dann auch tatsächlich gemeinwohldienlich ist, und wenn er für die hirnrissige Totgeburt „Elbbrücke Darchau“ weiter Millionen aus dem Fenster des Kreishauses schmeißt, anstatt ein für die Elbregion ökologisch und ökonomisch sinnvolles Zukunftskonzept auf den Weg zu bringen, dann wird ab 2021 ein/e Grüne/r Oberbürgermeister/in im Rathaus sitzen und ab 2026 ein/e Grüne/r Landrat/rätin auch auf dem Sessel von Herrn Böther im Michaeliskloster 4. An Andrea Schröder-Ehlers erinnert sich schon heute kaum noch jemand. Ab dem Herbst 2022 wird sie ebenso vollständig vergessen sein wie Eckhard Pols bereits nach den Bundestagswahlen am Ende dieses Jahres, die auf die herbstlichen Umbrüche in Brandenburg, Sachsen und Thüringen folgen werden.

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    • Ortrud Werner schreibt:

      Als Beitrag zu einem solchen „für die Elbregion ökologisch und ökonomisch sinnvollen Zukunftskonzept“ darf die Idee von Neu Darchaus Bürgermeister Dehde gelten, wie die Pendler und Schüler auch bei Niedrigwasser über die Elbe kommen, und zwar mit einer zusätzlichen Fähre, die immer fahren kann. Doch Wirtschaftsminister Althusmann antwortete bisher leider immer noch nicht, obwohl Dehde sich vor knapp einem Monat erneut und nun direkt an den Ministerpräsidenten gewandt hatte. Hier das Schreiben: https://jj12.files.wordpress.com/2019/05/052119-schreiben-an-mp-wegen-verbindungen.pdf

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  17. Klaus-peterdehde@t-online.de schreibt:

    Und wieder ist auch in Lüneburg eine Wahl verloren. So ist die Bilanz verheerend. Und das nicht nur, weil die Ergebnisse der Europawahl – wie an vielen Stellen in Deutschland auch – die Katastrophe der SPD-Führung in Berlin manifestieren.
    Gab es in der Region Nordost-Niedersachsen bis vor wenigen Jahren noch mehrere MdL der SPD gibt es heute nur noch eine.
    Jahrelang war der Wahlkreis Lüneburg/Lüchow-Dannenberg im Deutschen Bundestag vertreten. Bis auf das Verfahren der letzten Mandatsträgerin gab es immer eine Vertretung mit Wahlkreisbüros in der Fläche. Seit Jahren ist das nicht mehr der Fall.
    Der SPD-Kandidat für die Landratswahl hat mit vielen Ehrenamtlichen einen engagierten Wahlkampf geliefert. Das Ergebnis der Aufholjagd im zweiten Wahl zeigt, dass vieles möglich gewesen wäre.
    Das Ergebnis zeigt aber auch, dass die Mobilisierung weder im eigenen noch im allgemeinen Wählerlager, insbesondere bei grünen Wählerinnen und Wählern, nicht gelungen ist.
    Das völlig unsinnige Festhalten am Millionengrab einer zum Scheitern verurteilten Brückenplanung hat lediglich dazu geführt, dass wahrscheinlich viele Menschen nicht zur Wahl gegangen sind. Hier wäre eine deutliche Unterscheidung vom jetzigen Wahlsieger möglich gewesen. Dieser hätte in seinem bisherigen Amt das Projekt in seinem bisherigen Verantwortungsbereich, der Stadt Bleckede, längst verwirklichen können. Stattdessen hat er sich unter Verweis auf rote Pfeile gedrückt.
    Anstatt dieses unwürdige Theater jetzt zu beenden, soll zu diesem Thema womöglich auch noch ein Entschließungsantrag von MdL Schröder-Ehlers gemeinsam mit der CDU im Landtag eingebracht werden. Deutlicher kann man nicht zu erkennen geben, dass man die Zeichen der Zeit nicht erkannt hat.
    An keiner anderen Stelle ist zu erkennen, für welche Inhalte Schröder-Ehlers steht. Personenkult allein reicht schon nicht bei charismatischen Persönlichkeiten. Bei ihr auch nicht. Personelle Erneuerung sollte damit beginnen, dass S.-E. zurücktritt. Wenigstens da war Andrea Nahles ein Vorbild.

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    • e2ha schreibt:

      Wenn der Entschuldungsvertrag wegen Großprojekten wie Elbbrücke und/oder Arena platzt, ist unser Landkreis pleite. Am Sonntag gab es die Wahl zwischen zwei Kandidaten, die sich wie ein Ei dem anderen gleichen – optisch und politisch. Beide wollen mindestens ein Millionengrab durchziehen (der Gewinner sogar zwei). Ihnen ist der Entschuldungsvertrag des Landkreises mit dem Land Niedersachsen anscheinend schnuppe. Wie das mit Einsparmöglichkeiten an anderer Stelle klappt, hat uns die Planung der Arena mustergültig gezeigt. Mit der Politik geht die SPD im Sturzflug baden.

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    • Klaus Bruns schreibt:

      frau schröder -ehlers konnte noch nie gut wetten. und mit zahlen kennt sie sich nach ihren eigenen aussagen bei mir, bekanntlich nicht aus. was sagt uns das? zahlen stören der spd nicht beim planen. schmunzeln.

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  18. Andreas Janowitz schreibt:

    Ich war wählen und habe meine Stimme nicht ungültig gemacht. Um 17:45 Uhr waren dort kaum mehr als 200 Stimmen abgegeben, was wohl so ~20% Wahlbeteiligung sein dürften…

    Die Herrschaften dürfen über die Faulheit meiner Mitbürger froh, sein, denn wären die Protest(nicht)wähler hingegangen und hätten ihre Stimme ungültig gemacht, wäre es dem tatsächlichen Ergebnis dieser Wahl sehr viel näher gekommen, als das kolportierte „Kopf an Kopf Rennen“, auch wenn die Wahl an sich dadurch nicht ungülig würde.

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    • Klaus Bruns schreibt:

      ich war wählen und habe ein großes kreuz über beide protagonisten gemacht. meine frau sagte mir: sie hätte das gleiche getan. übrigens herr jenckel zitat:und dann entscheiden Sie für sich, was die Balken für die Zukunft der Stadt bedeuten können. sollte es so verstanden werden, dazu bitte kein kommentar? habe ich es mit dem vergleich bayern und münchen falsch verstanden?

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      • Andreas Janowitz schreibt:

        Ich habe mich gegen eine ungültige Stimme entschieden, da es die Wahl an sich nicht anficht… Mir war von vornherein klar das die Wahlbeteiligung unterirdisch sein würde, weswegen meine abgegebene Stimme mehr Gewicht bekam. Sei`s drum es ist wie`s ist: der Altersstarrsinn hat offensichtlich schon diejenigen ab 50 aufwärts erreicht.

        Fantasielose Wagenburgmentalität, Konzept- und Einfallslosigkeit werden den ehem. staatstragenden Parteien weiterhin zusetzen und Personalquerelen tun ihr übriges, bis notwendige Anpassungen Entscheidungen erzwingen werden. In ein, zwei Wahlperioden wird der externe Druck durch den Klimawandel selbst für schlichte Gemüter offensichtlich (dann unabwendbar) Entscheidungen notwendig machen, die heute noch als „wirtschaftsschädigend“ von Industrieverbänden gegeisselt werden.

        https://nsidc.org/greenland-today/greenland-surface-melt-extent-interactive-chart/

        Die Trottel von der „was bildet der sich ein“ Fraktion bleiben unbelehrbar. Egal: besser heut` als morgen sollen Sie Geschichte sein.

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  19. Ulf Reinhardt schreibt:

    Der monierte personelle Unterbau von Bündnis 90 / Die Grünen wächst ähnlich wie die Anteile der Wählerstimmen. Waren es Anfang 2018 im Ortsverband Lüneburg noch weniger als 140 Mitglieder, wird Ende 2019 mit mehr als 30 Neumitgliedern 2018 sowie 25 Parteieintritten im ersten Halbjahr 2019 die 200er Marke locker gerissen. Die Altersstruktur ist dabei sehr ausgewogen: Fast ein Drittel der Mitglieder ist unter 30, etwas mehr als die Hälfte unter 40, 34% zwischen 40 und 60 sowie 15% über 60 Jahre.

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    • Klaus Bruns schreibt:

      Ulf Reinhardt
      na ja, 2011 gab es 6000 grüne mitglieder in niedersachsen. 2018 waren es ca 7500. es hält sich beim wachstum in der tat in grenzen. die eu wahl dürfte ein ausrutscher gewesen sein. vielleicht hilft ja wieder ein gau in einem atomkraftwerk. schröder brauchte da ,,nur,, ein hochwasser. schmunzeln.

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      • Ulf Reinhardt schreibt:

        Herr Bruns, den Gau in einem Atomkraftwerk möchten sicher weder Sie noch wir beschwören.

        Zurück zu den Fakten: Das Wachstum der Mitgliederzahlen hat sich tatsächlich erst in 2018 und nochmals in 2019 beschleunigt. So stieg auf Bundesebene im Jahr 2018 die Mitgliederzahl von ca. 65.000 auf über 75.000 an.

        Ihre Einschätzung, dass es sich dabei um Ausrutscher handelt, wird von den wenigsten Kommentatoren geteilt. Die Zuwendung zu einer Partei hängt doch davon ab, ob potenzielle Mitglieder die von Ihnen als wesentlich bewerteten Themen dort gut vertreten sehen. Den Mitgliedern kann dabei sicherlich der gleiche Weitblick zugetraut werden wie den politischen Parteien. Somit wird die langfristige Entwicklung ganz sicher nicht überwiegend von den beschriebenen Krisenereignissen getrieben.

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    • Marc Rath schreibt:

      Mit Blick auf das Wahlergebnis vom 26. Mai gehen selbst in der SPD etliche Mitglieder davon aus, dass eine lokal bekannte Persönlichkeit der Grünen (wie Julia Verlinden, Miriam Staudte und Detlev Schulz-Hendel) mehr Stimmen als Norbert Meyer hätten bekommen können. Ob eine Stichwahl dann so ausgegegnagen wäre wie in Osnabrück-Land – das bleibt Kaffeesatzleserei. Fakt ist indes, dass die Grönen-Fraktionen in Kreistag und Stadtrat aktuell den höchsten Altersdurchschnitt aufweisen. Die Entwicklung bis 2021 wird also spannend.

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      • Karlheinz Fahrenwaldt schreibt:

        Ich teile Ihre Meinung: nach meiner Einschätzung hat die Grüne Landkreispartei die Wählerstromentwicklung falsch eingeschätzt und nur um Flagge zu zeigen eine externe Kandidatin ins Rennen geschickt. Bei der Kandidatur einer oder eines Mitglieds aus dem Landkreis hätte sich vielleicht auch die Linkspartei überlegt, ob sie einen eigenen Kandidaten aufstellt. Immerhin hatten die Parteien aus dem linken Spektrum im ersten Wahlgang über 60%!

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    • Otto Berg schreibt:

      Sechs Thesen, sehr geehrter Herr Rath:

      1.) Die Grünen haben die Landratswahl nicht ernst genommen. Einen Kandidaten aus der Region wie Michael Gaus oder Ulf Reinhardt hätten die Bürgerinnen und Bürger ins Amt gehoben. (Verlinden und Staudte haben Aussicht auf Ministerposten in den nächsten Bundes- bzw. Landeskabinetten. Es wäre dumm gewesen, das aufzugeben. Schulz-Hendel, ohne erkennbare Kompetenzen im Organisationsmanagement, hätte vermutlich das Schicksal des Reppenstedters Glodzei geteilt und wäre deutlich abgehängt worden.)

      2.) Die Grünen haben von zehn Monaten intensiver kostenloser Wahlwerbung durch Greta Thunberg profitiert. (In Lüneburg haben ihnen außerdem die mehrmals medial lautstark herumposaunten Diesel-Dummheiten des Herrn Doktormann aus dem Wangenheimpalais geholfen.)

      3.) Die Grünen haben davon profitiert, dass die beiden „Volksparteien“ auf allen Ebenen (lokal, regional sowie landes- und bundesweit) abgewirtschaftet haben – und dass die AfD mit ihrem „Geschäftsmodell“ des Hetzens und Angstmachens KEINE Alternative ist.

      4.) Trotzdem muss man sehen, dass Böther nur mit den Stimmen der (sehr wenigen Lüneburger) AfD-Anhänger ins Amt gewählt worden ist (und damit leben muss, sich von der Wahlempfehlung durch Wirrköpfe wie Bothe, Gaberle und Runkel nicht distanziert zu haben. „Haltung“, eine Lieblingsvokabel Böthers, geht anders.)

      5.) Wie „e2ha“ glaube ich auch, dass die geringe Wahlbeteiligung hauptsächlich auf die Unterschiedlosigkeit der Kandidaten zurückzuführen ist. Keiner der beiden steht für einen frischen, Zuversicht erlaubenden Neuanfang nach den bleimüden Jahren der verhockten, verharzten und verhuschten Ideen- und Initiativlosigkeit von Manfred Nahrstedt. Außerdem werden viele Grüne nicht gewusst oder eingesehen haben, warum sie den einen oder den anderen wählen sollten, und sind lieber schwimmen gegangen. Dazu kommt natürlich die Lustlosigkeit zum Kabinengang an einem knallheißen Stadtfestwochenende. Dass „vielen im Landkreis nicht klar“ gewesen sein soll, „dass erneut gewählt wurde“, halte ich für die unwahrscheinlichste Ursache.

      6.) Unbestreitbar ist, „dass die Grünen-Fraktionen in Kreistag und Stadtrat aktuell den höchsten Altersdurchschnitt aufweisen“. Da wirkt zum einen sicher die Meihsies-Autokratie nach. Zum anderen ist das Phänomen des Weghackens von begabten Nachwuchstalenten mit eigenem Profil aber ein Charakteristikum von Parteigerontokraten in allen unseren Ortsverbänden. (Niels Webersinn war der einzige, der es geschafft hat, seine Truppe „nachhaltig“ zu verjüngen, musste aber bitter dafür büßen, da die Alten es verstanden, die Jasager und „Follower“ unter den Jüngeren schnell vor ihren Karren des Recht-, Einfluss- und Positionsbehaltens zu spannen.) Wenn es stimmt, wie Herr Reinhardt schreibt, dass über die Hälfte der Grünen Mitglieder in Lüneburg unter 40 Jahre alt sind, frage ich mich, warum sich das in den Gremien nicht abbildet.

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