Warum die Arena ein Millionen-Desaster mit Ansage ist

Die Baustelle der Arena Lüneburg Land. Foto: jj

Lüneburg, 10. Juni 2019

Ulf Reinhardt, Vorstand der Wohnungsgenossenschaft Lüneburg, Projektentwickler und Grüner, legt in seinem Blog-Beitrag endlich detailliert offen: Der aberwitzige Kostensprung bei der Arena hat nichts mit „plötzlich“, „unerwartet“ und „unerklärlich“ zu tun, sondern stand bei der Art und Weise der Ausschreibungen und Kontrolle von Anfang an fest.

Aus Sicht des Bundes der Steuerzahler werden bei der Arena nahezu alle Todsünden öffentlicher Bauvorhaben begangen. Vollständig fehlt eine Bedarfsermittlung sowie ein Verkehrskonzept. Moniert werden ebenfalls eine unklare Projektorganisation, mangelhaftes Controlling sowie fehlende Bauherrenkompetenz als Ursachen für die Kostenexplosion. Bei der Aufarbeitung der Versäumnisse wird vollständige Transparenz angemahnt.

Ulf Reinhardt bloggt.

Die Antwort auf diese Forderung gibt der Landrat mit seiner Stellungnahme vom 27. Mai 2019 auf die Anfrage des niedersächsischen Innenministeriums.

Die chronologische Schilderung des Sachverhaltes und die Antworten auf die Fragen zum Projektmanagement sprechen Bände. Nachhaltigen Eindruck des Geschehens hinterlassen Sätze wie:

– „Tatsächlich war nicht bekannt, dass ein Einsparvorschlag, der mit  200.000 – 300.000 € bewertet worden war, nicht umsetzbar ist.“

– „Ein Vergleich mit der Gesamtkostenaufstellung vom 18.10.2018 hätte nicht zu einer exakten Benennung von Mehrkosten geführt,  weil eine fachliche Prüfung bis zur Versendung der Sitzungsvorlage unmöglich war“

– „Teilweise fehlen Leistungen in der Grundlagenermittlung“

– „Es gab keine vollständige Kostenkontrolle“

– „Die Bauherreninteressen wurden vermutlich nicht ausreichend vertreten“

Aus der Lektüre dieser Stellungnahmen ergeben sich unzählige Fragezeichen:

  • Warum wurden Einsparungen bewertet, die tatsächlich nicht umsetzbar sind?
  • Befreit die Zeitnot vor dem Versand einer Beschlussvorlage von einer sorgfältigen Prüfung und einer sachlich korrekten Darstellung?
  • Hat denn keiner der zahlreichen Planungsbeteiligten die unvollständige Grundlagenermittlung angemahnt (Leistungsphase 1 HOAI)?
  • War nicht bis zum November 2018 nach Vereinbarung mit der Hansestadt Lüneburg ein kompetenter Architekt der LüWoBau mit dem Kostencontrolling betraut?
  • Wessen Interessen wurden denn vertreten, wenn nicht die des Bauherren?

Die Baustelle Arena Lüneburger Land.im Panorama-Look.
Foto: jj

Spannend, dass immer noch der Glaube an einen definierten Höchstbetrag der Baukosten herrscht. Immer wieder werden die 25,7 Millionen mit Hinweis auf den darin sogar enthaltenen Sicherheitszuschlag zitiert. Dabei hat die Verwaltung schon vor Monaten dargelegt, dass es grobe Defizite bei der Ausführungsplanung sowie an der Schnittstelle von dieser zur Ausschreibung gibt. Auch der Landrat bestätig in seiner Darstellung, dass es neben den fehlenden Leistungen in der Grundlagenermittlung (welche zwingend Mängel in der Ausführungsplanung mit sich bringen) Abweichungen zwischen Ausführungsplanung und bepreistenLeistungsverzeichnissen gibt, die derzeit noch nicht umfassend bewertet werden können.

Damit ist klar, dass überhaupt nichts klar sein kann

Wenn ich 4 Äpfel und 4 Birnen plane und später merke, dass ich aber 6 Äpfel und 6 Birnen brauche, habe ich die erste Kostensteigerung von 50 Prozent. Stelle ich im nächsten Schritt jedoch fest, dass ich aufgrund eines weiteren Fehlers (der Schnittstelle Ausführungsplanung zur Ausschreibung) jedoch nur 2 Äpfel und 2 Birnen ausgeschrieben, vergeben und folglich als definitive Kosten angenommen habe, bin ich schon bei einer Verdreifachung der Kosten.

Jeder der grobe Mängel bei Planung und Ausschreibung einräumt, jedoch an der Behauptung festhält, die Kostengrenze von 25,7 Millionen Euro würde eingehalten, verschließt die Augen vor der unbequemen Wahrheit: Aufgrund der Planungsmängel  kennt heute niemand die Gesamtkosten der Arena und kann auch keine seriöse Aussage über den Zeitpunkt der Fertigstellung machen.

Nun brachte auch die Bauausschusssitzung am  4. Juni  weiter Erstaunliches zu Tage. Sind wir hier doch eher am Anfang als am Ende des Arena-Skandals? Die Landeszeitung berichtet gewohnt sachlich, nicht jedoch alle interessanten „Details“:

Die zum 29. Mai mit den Planern vereinbarte Einsparliste ist nicht vorgelegt worden. Vertröstet wird auf die nächste nun monatlich stattfindende Bauausschusssitzung.  Die bislang mit 440 000 Euro bezifferten Einsparmöglichkeiten werden gleich wieder kassiert, da die Kürzungen von mehr als 10 Prozent des Auftragsvolumens die Auftragnehmer zu Nachverhandlungen berechtigen.

Zu viel beauftragt sind „30 Prozent Keramik“, also Sanitärobjekte. Ob der Vertrag noch entsprechend korrigiert werden kann, dazu keine Aussage.

Interessanter noch als der zu großzügige Einkauf von WC-Utensilien (ein Auszählen der WC-Kabinen hätte den Architekten oder Bauherrn möglicherweise von diesem Schicksal bewahren können) sind 6-stellige Mehrkosten, die für Erdarbeiten angekündigt werden. Die Erdarbeiten seien „nicht notwendig jedoch tatsächlich ausgeführt worden“!

Eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme in eigener Sache mit Folgen – für den Bauherrn oder Auftragnehmer? Derartige Missverständnisse in diesem Umfang sollen auch beim BER vorgekommen sein, seltener jedoch bei privaten Bauherren, die wissen schon, wo der Keller hinkommt.

Aber nun übernimmt Projektsteurer Reese den gesamten Prozess. Laut Reese-Geschäftsführer Raab bestehen nicht mit allen Firmen verbindliche Verträge, folglich ist der Bauablauf gefährdet. Schon durch die bereits eingetretenen Verzögerungen drohen erheblich Kostensteigerungen durch Nachträge.

Die etwas hilflose Bitte mehrerer Ausschussmitglieder, das Ummögliche möglich zu machen: Reese soll zukünftig bei allen Änderungen und Einsparungen im Bauausschuss zunächst die Konsequenzen erläutern. Fehlt hierzu nicht zunächst ein Betreiberkonzept? Soll mich der Architekt bei der Verkleinerung meines Badezimmers von 10 auf 6 Quadratmeter warnen, muss er zunächst wissen, ob in dem Haus 2 oder 8 Personen wohnen.

Die mit 2 Vollzeitstellen angesetzten Architektenleistungen von Reese führen vermutlich bei den üblichen Stundensätzen über einen geschätzten Zeitraum von 18 Monaten zu weiteren 600 000 – 800 000 Euro Planungskosten, bei 24 Monaten wird wohl die Million gerissen. Dazu kommt dann noch ein zusätzliches Jahresgehalt für Herrn Maul. Also locker eine Million zusätzliche Kosten ohne einen Kreistagsbeschluss. Zumindest im öffentlichen Teil des Bauausschusses werden die Kosten nicht erläutert.

Auch Einschränkungen im Betreibervertrag sollen nun neu verhandelt werden. Mit welcher Verhandlungsposition gegenüber dem einzigen verbliebenen Interessenten und nun Vertragspartner Campus, der sich auf ein Angebot „Alles für Alle“ hat verpflichten müssen, um die Arena politisch durchsetzen und anschließend der SVG dienen zu können?

Nach den zahlreichen Beraterverträgen mit Deloitte, FKP Scorpio und anderen sind nun ein Wirtschaftsprüfer sowie ein weiterer Gutachter für den Veranstaltungsbetrieb beauftragt worden. Mit welchem Auftrag und welcher Zielsetzung? Was,wenn der Gutachter für den Veranstaltungsbetrieb ebenfalls wie die Profis von FKP Scorpio zu dem Ergebnis kommt, die Arena sei überhaupt nicht wirtschaftlich zu betreiben? Aufgrund des ermittelten Verlustes von mehr als 800 000 Euro ist FKP Scorpio schließlich aus dem Rennen ausgestiegen.

Die Dachtraglast kann nicht erhöht werden, nun sind für Photovoltaik 80-90 Module á 300 Watt vorgesehen, also werden 100 qm der 3500 Quadratmeter  Dachfläche belegt mit einer Photovoltaikanlage so groß wie für 3 Einfamilienhäuser. Klimaneutraler Landkreis? Bei der Arena der Möglichkeiten Fehlanzeige!

Das hört sich alles wie eine Satire an, ist jedoch leider nicht anders zu schildern. Ich verlasse mit Beginn des nichtöffentlichen Teils frustriert den Bauausschuss und frage mich: Was wird den nächsten Erkenntniszugewinn bringen: Die nächste Stellungnahme vom Landrat gegenüber dem niedersächsischen Innenministerium oder eine weitere Bauausschusssitzung (dieses Mal mit Einsparliste)?

Dieses Theater ist keinem Bürger und Steuerzahler zuzumuten. Statt der versprochenen Aufklärung und Transparenz folgt nun Teil 2 eines Schauspiels, in welchem Vertrauen in Politik und Verwaltung öffentlich zerstört werden, weil  niemand die Verantwortung für diese gnadenlose Verschwendung von Steuergeldern übernimmt.

Ulf Reinhardt

 

Und hier, wie gewünscht, der neue Antrag zur Arena

Interfraktioneller Antrag zur Arena

Über jj

Journalist, Dipl.-Kaufmann
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92 Antworten zu Warum die Arena ein Millionen-Desaster mit Ansage ist

  1. Ulf Reinhardt schreibt:

    So sieht die Parksituation zur Nachmittagszeit schon jetzt ohne die Arena aus !
    Und wer sagt, dass in der Arena Veranstaltungen tatsächlich nur abends stattfinden werden?

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  2. jo bembel schreibt:

    Nachrichten von Anderswo

    Man beachte Kosten und Finanzierung

    https://www.sueddeutsche.de/muenchen/starnberg/herrsching-gcdw-volleyball-arena-fuerstenfeldbruck-1.4514224 (06.07.2019)

    https://www.sueddeutsche.de/muenchen/fuerstenfeldbruck/fuerstenfeldbruck-rueckenwind-fuer-bundesligisten-1.4536699 (23.07.2019)

    Wie sie auf 35 Heimspiele kommen, wenn es in der Bundesligasaison nur 11 Heimspiele + Playoffs gibt, bleibt ihr Geheimnis.

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  3. Ulf Reinhardt schreibt:

    Lieber Herr Wiemann,

    Sie haben nach Ihrem anfänglich hervorragenden Engagement gegen Steuerverschwendung aufgegeben, und das, noch bevor der Beschluss für oder gegen den Bau der Arena am 30. August überhaupt rechtswirksam gefasst ist und Sie die Gegenargumente klar aufführen?

    Wollen Sie wirklich für 3 Großveranstaltungen mit mehr als 2.500 Personen und 7 Veranstaltungen mit mehr als 1.860 Personen eine Arena bauen?

    Die Entscheidung, ob nun ein Bauabbruch mit verlorenen Kosten von 7-8 Mio. erfolgt oder Ihre Kinder und Enkel mit einen Kostenvolumen von 60-80 Mio. belastet werden, erscheint diese heute nicht vor dem Hintergrund der einbrechenden Konjunktur (auch im Landkreis Lüneburg, s. LZ Berichterstattung vom 10.08.) absurder als je zuvor?

    Zusammen mit dem „Folgeprojekt“ Elbbrücke liegen die langfristig den jährlichen Haushalt belastenden Betriebskosten dann schnell bei 3 – 3,5 Mio. , welche als Haushaltmittel entsprechend nicht für dringend benötigte Investitionen in den ÖPNV, Schulen etc. eingesetzt werden können.

    Zur Vergangenheit: Bitte behaupten Sie nicht wider besseren Wissens, die Grünen-Fraktion hätte dem Bau dieser Arena zugestimmt. Richtig ist, dass die Grünen-Fraktion den Bau der Arena im Kreistag am 17.12.2018 mit großer Mehrheit abgelehnt hat. Richtig ist ebenfalls, dass alle Fraktionen der Verwaltung bis dahin zu lange gefolgt und das Projekt nicht ausreichend kritisch begleitet haben. Spätestens als FKP Scorpio aufgrund eines bei 92 geplanten Großveranstaltungen ermittelten Verlusten von jährlich 820 TEUR ausgestiegen ist, hätte jeder verantwortungsvolle Politiker die Reißleine ziehen müssen.

    Wie soll denn das Ende ohne Schrecken aus Ihrer Sicht aussehen?

    Für eine breitensporttaugliche Halle für die SVG an einem passenden Standort für machbare 10 Mio. dürfte es breite Zustimmung geben. Dafür muss die im Bau befindliche „Arena der Möglichkeiten“ jedoch gestoppt werden.

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    • Berni Wiemann schreibt:

      Geschätzter Herr Reinhard,
      Sie haben mich missverstanden.
      1. Bis zur manipulierten Bau-Beschlussvorlage haben alle Fraktionen mehrfach ihr vorheriges Kostenlimit erhöht und mehrheitlich zugestimmt (vgl. KT Protokolle). Nur bei der SPD gab es immer 100% Zustimmun, koste es was es wolle!
      2. Ein Ende ohne Schrecken kann es nicht mehr geben, nachdem bereits 10 Mio. in den Lüner Sand gesetzt wurden. Somit halte ich „ein sofortiges Ende mit Schrecken“ für sinnvoller „als ein Schrecken ohne Ende“, bei dem noch ein Vielfaches an Steuergeld verschwendet wird.
      3. Ich werde weiter kämpfen, auch gegen eine KT Mehrheit.
      Wie im Dezember sollten wir parteiübergreifend eine „Koalition der Vernunft“ bilden.

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      • Ulf Reinhardt schreibt:

        Danke Herr Wiemann, das ermutigt, wenn hier parteiübergreifend die wirtschaftliche Vernunft Oberwasser bekommt!

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      • jo bembel schreibt:

        Wird die Abstimmung geheim sein, bzw. ließe sich eine solche beantragen oder wird auf jeden Fall offen abgestimmt?

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      • Berni Wiemann schreibt:

        Im Kreistag haben wir regelm. offene Abstimmungen. Geheime Absimmungen müssen beantragt werden, sind aber nicht unproblematisch.
        VOR dem Baubeschluss hatten wir unseren Antrag auf geheime Abstimmung (um heimliche Kritiker vor fraktionsinternen Diskussionen zu schützen) zurückgezogen, nachdem in der Debatte deutlich wurde das die notwendige Unterstützung nicht erreichbar war.

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  4. Berni Wiemann schreibt:

    Geschätzter Herr Reinhardt,
    Ihre Argumente sind richtig, aber nicht neu bzw. zu spät.
    Bereits vor den jeweiligen Beschlüssen wurde stets auf das bevorstehende Desaster hingewiesen (vgl. Protokolle/Berichterstattung). Leider müssen wir feststellen, dass die KT-Mehrheit (einschl. Ihrer „Grünen-Fraktion“), der irrealen Argumentation der SPD/Verwaltung stets gefolgt ist. Wenn Sie, nachdem bereits 50% der Baukosten in den Lüneburger-Sand gesetzt wurden, die Fehler der Vergangenheit kritisiert ist das zu spät und ändert leider nichts mehr.
    Richtig ist allerdings der Hinweis auf die künftigen Haushaltsbelastungen.
    Nachdem ursprünglich keine, im „Hoppe-Konzept“ bereits mehrere Hunderttausend Euro Betriebskostenszuschüsse geplant wurden, wird Ihre Schätzung (über 1 Mio./Jahr) vermutlich zutreffen. Gerade bei angespannter Haushaltslage müssen diese einseitigen „Subventionen“ bei sinnvollen Projekten eingespart werden.
    Statt der ursprünglich 25 Großveranstaltungen (davon 14 SVG, mit durchschn. 2.000 Bes.) werden jetzt nur noch wenige Veranstaltungen (mit über 1.860 Bes.) geplant, für die 272 Parkplätze an der Arena ausreichen sollen. Damit stellt sich aber die Frage nach der Notwendigkeit/Auslastung der Arena, wenn lt. LR Nahrstedt nur noch 3 Großveranstaltungen mit mehr als 2.500 Besuchern geplant werden (LZonline 1.08.19).
    Unabhängig vom Bau-Desaster werden die jährlichen Subventionen in Millionen-Höhe, die Wettbewerber (z. B. Audimax, Sportpark Kreideberg, Hotels, Gaststätten) und insbes. wichtige Sozialprojekte (inkl. Kultur- und Breitensport-Förderung) erheblich benachteiligen.
    Als SVG-Fan wünsche ich mir eine wettbewerbsgerechte Halle (für 1.500 Zuschauer), als Unternehmer beglückwünsche ich Herrn Hoppe zu seinem Deal und wünsche ihm viel Erfolg,
    aber als zukunftsverantwortlicher Politiker und Unternehmer sage ich;
    Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende!!!

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    • Otto Berg schreibt:

      Zu spät, Herr Wiemann?

      Der Baubeschluss des Kreistages wurde vergangenen Dezember durch Zurückhaltung der wahren Kostenprognosen erschlichen. Unmittelbar danach wurden die Baumaßnahmen beauftragt und es wurde vom Bauherrn wider besseren Wissens, d. h. durch andauernde Geheimhaltung des ihm mindestens seit Ende November bekannten Fünf-Millionen-Euro-Kostensprungs über mehr als drei Monate hingenommen, dass „Tatsachen“ an der Lüner Rennbahn in Beton gegossen wurden.

      Mit Ihren 50% liegen Sie nicht richtig! Da machen Sie sich nach meinem Eindruck das die Fakten erneut verdrehende Droh- und Einschüchterungsgerede der Herren Nahrstedt, Dittmers, Führinger, Mues und Rehfeldt zu eigen. Denn korrekt ist, wie Herr Reinhardt wiederholt geschildert hat, „dass die Alternative zwischen Abbruch und Fertigstellung (inklusive Betrieb über 25 Jahre) nicht € 12 Millionen zu 23 Millionen, sondern € 7-8 Millionen zu 60-80 Millionen lautet.“

      Wollen Sie wirklich, nachdem 10% der zu erwartenden Summe in der Folge von „Tricksen, Tarnen, Täuchen“ leichtfertig verbrannt worden sind, nun alle Verantwortung fahren lassen und die anderen 90% auch noch in den Ofen schieben?

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      • Berni Wiemann schreibt:

        Sg Herr Berg,
        Sg Herr Berg,
        richtig ist, das der Baubeschluss im Dezember auf einer bewusst „geschönten“ Beschlussvorlage erfolgte.
        Auf dieser (falschen) Beschlussvorlage wurde unverzüglich mit dem Bau begonnen. Hierbei sind bisher rd. 50% der aktuell geplanten Baukosten (rd. 24 Mio. ) in den Lüner-Sand gesetzt worden. Ich erwarte nicht, das diese 12 Mio. (einschl Entschädigungen) z. B. durch Verkauf der Bauruine oder Schadenersatz der Verursacher, reduziert werden können.
        Auch die Reinhardtsche Kosten-Hochrechnung auf 25 Jahre (60-80 Mio.) teile ich nicht.
        ABER: Nachdem selbst der Betreiber der 3.500-Plätze -Arena nur noch 3 Veranstaltungen mit mehr als 2.500 Besuchern plant ( lt. LR Nahstedt) halte ich die horrenden Subventionen (an Campus/SVG) für nicht akzeptabel. Das Geld fehlt künftig bei Schule, Kultur, Breitensport u. v.a.

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  5. Ulf Reinhardt schreibt:

    Hallo Herr Kohlke,

    gerne beantworte ich Ihre Fragen:

    A) Die in der Lünepost geschilderten Szenarien entsprechen wohl den im Bauausschuss und Kreisausschuss vorgestellten Optionen. Ob diese jedoch der Realität entsprechen, dazu im Folgenden mehr. Auffällig sind die stark suggestiven Überschriften der Lünepost, die wohl ausdrücken sollen, dass alles Andere als ein Weiterbau der Arena als Eventhalle falsch sei. Von der Lünepost kann man anstatt dieser Berichterstattung auf Bildzeitungsniveau sicher kein kritisches Hinterfragen der berichteten „Fakten“ erwarten.

    B) Nach heutiger Auskunft des Landkreises findet der Kreistag zur Entscheidung zum Bau der Arena am 30.08.2019 statt. So ist es auch im Sitzungskalender vermerkt. Am 19.08. tagt der Kreisausschuss zur Vorbereitung des Kreistages, was jedoch nicht im öffentlichen Sitzungskalender vermerkt ist. Die Meldung der Lünepost, welche den Kreistag für den 19.08. avisierte, ist folglich falsch.

    C) & D) Grundsätzlich sehe ich auch keine weiteren Szenarien außer Projektabbruch, Kosten- und damit Nutzenminimierung oder Weiterbau in der geplanten Form. Sinnhaftigkeit und die Kosten der Alternativen werden jedoch in keiner Weise realistisch dargestellt. Insbesondere die 23 Mio. für eine fertige Eventhalle sind eine Behauptung, welche auf nicht mehr als 50% tatsächlich feststehender Baukosten beruht. Insgesamt stellt sich die Situation aus meiner Sicht wie folgt dar:

    Die bisherige Darstellung der Alternativen im Kreisausschuss sowie in der zu erwartenden Beschlussvorlage zum Kreistag am 30.08. sind somit schon wieder derartig intransparent und einzig vom Wunsch des Weiterbaus getrieben, dass hier der Kreistag und entsprechend die Demokratie ausgehebelt wird. Wie wir wissen und nochmals im letzten Hochbauausschuss erfahren haben, werden erst bis Ende November die letzten Gewerke ausgeschrieben.

    Dennoch täuscht man die Kreistagsabgeordneten, es würden nun feststehende Szenarien mit fixen Kosten zur Abstimmung stehen:

    Weiterbau wie geplant zu feststehenden 23 Mio., mit weiteren Einsparmöglichkeiten, Sporthalle (ohne Nutzer außer der SVG) für 20 Mio. oder Bauabbruch für 12 Mio.

    Alle Zahlen beruhen zu Teilen nur auf Kostenschätzungen und nicht auf vollständigen Ausschreibungen. Bei dem Bauabbruch wurde versäumt, den Grundstückswert und die bei den Bauverträgen ersparten Aufwendungen in Abzug zu bringen. Ich schätze das Ergebnis eher auf 7-8 Mio. verlorene Kosten.

    Bei dem Fertigstellungszenario fehlen die noch ausstehenden Ausschreibungsergebnisse, Kostensteigerungen aufgrund der Bauverzögerung sowie Kosten, welche sich aus dem Verkehrsgutachten ergeben. Weiter fehlen die Betriebskosten über 25 Jahre. Insgesamt lande ich somit über 25 Jahre bei 60-80 Mio. statt bei 23 Mio. Dese ergeben dann in Relation zu 7-8 Mio. bei Bauabbruch eine völlig andere Entscheidungsgrundlage als die 12 Mio. Abbruch zu 23 Mio. Weiterbauen. Ich kann das nur als weiteren Versuch der Verwaltung sehen, einen Beschluss zum Weiterbau der Arena als alternativlos darzustellen.

    E) Ein endgültiger Baustopp zwingt den Bauherrn nicht zum Abriss des Rohbaus. Eine sinnvolle Verwertung sprich Veräußerung des Grundstücks würde den Abriss jedoch sicher erfordern. Es ist kaum davon auszugehen, dass ein potentieller Erwerber den bestehenden Rohbau ohne entsprechende Wertminderung akzeptiert.

    F) Der Verkaufserlös des Grundstücks muss definitiv berücksichtigt werden und entspricht nach meiner Einschätzung rund 2 Mio. Der Wert der Fundament hingegen nicht, da die genau passende Verwertung durch einen Erwerber unwahrscheinlich ist.

    G) Warum die Szenarien mit realitätsnahen Kosten über eine Laufzeit von mindestens 25 Jahren nicht realistisch dargestellt werden, kann ich nicht beurteilen. Oben habe ich wiederholt geschildert, dass die Alternative zwischen Abbruch und Fertigstellung sowie Betrieb über 25 Jahre nicht 12 Mio. zu 23 Millionen, sondern 7-8 Millionen zu 60-80 Millionen lautet.

    H) Die Berichterstattung der Lünepost in dieser Sache ist eine Katastrophe und unterschreitet fast Bildzeitungsniveau. Über mögliche Intentionen möchte ich jedoch ohne Faktenbasis nicht spekulieren, da ich kein Anhänger von Verschwörungstheorien bin.

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    • jo bembel schreibt:

      Hallo Herr Reinhardt,

      ist es richtig, dass Reese Baumanagement das Projekt bis zum Ende betreuen soll? Dann wäre es ja in deren eingenstem Interesse, möglichst groß weiter zu bauen und Zahlenspiel samt Formulierungen (bei Baukosten die günstigst möglichen Werte, bei Baustopp den ungünstigsten Betrag / Deutschlands teuerste Turnhalle vs. Eventarena für nur 15% mehr) höchst manipulativ.
      Das in unbedarften Köpfen entstehende Ergebnis ist, 3 Millionen mehr für einen Mehrwert (Arena statt Sporthalle) vs. 12 Mio. Verlust (Baustopp).
      Hat ja auch schon funktioniert, wie man am Beispiel des bisherigen Arena-Gegners Bothe sehen kann, der nunmehr den Weiterbau für das kleinste Übel hält.

      Die Seite der Tarner, Trickser und Täuscher hat mit Reese Baumanagement Zuwachs erhalten. Herzlichen Glückwunsch!

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      • Jörg Wrede schreibt:

        Der wirre Volksflüsterer Bothe glaubt an das Quid pro quo-Geschäft mit den von ihm ansonsten als „System- oder Altparteien“ Beschimpften: „Wir [!] die Brücke, ihr die Arena“. (Siehe: https://blog-jj.com/2019/08/07/der-brueckenbau-an-der-elbe-bleibt-eine-frage-der-wirtschaftlichkeit/#comment-7500 und folgende)

        Und dass Nahrstedt nur „Fachleute“ oder „Berater“ zu Wort kommen lässt, die seine auf den bereits Ende 2015, vom ersten Augenblick an verhunzten und – unautorisiert – fehlgelenkten Arena-Wahn bezogenen Durchhalte- und Verschleierungsinteressen zu Gehör bringen, ist doch nichts Neues. Fällt ein Gutachten mal nicht so eindeutig „positiv“ aus, wie es von der zahlenden „Verwaltungsspitze“ bestellt und bezahlt worden ist, wird es vom Landrat höchstselbst interpretiert und den Ausschüssen in den günstigsten Passagen auszugsweise vorgetragen.

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  6. Michael Kohlke schreibt:

    Sehr geehrter Herr Reinhardt,

    ich bin irritiert. Denn in der LünePost von Sa./So., 27./28. Juli 2019 · Jahrgang 45 · Nr. 60 · Seite 1 (https://www.luenepost.de/epaper/252c4b30c77ba1cc8e48069738da2dcf/LP-27_07_2019.pdf) habe ich folgendes zu lesen bekommen:

    „Aufgrund der massiv gestiegenen Baukosten entscheidet der Kreistag in einer Sondersitzung am 19. August erneut über die Arena. Diese drei Szenarien sind möglich:

    ■ Weiterbau wie geplant

    ■ Weiterbau mit Kostenreduzierung auf maximal 20 Millionen Euro (Antrag von CDU, Grünen und FDP/Unabhängigen)

    ■ Baustopp und Abriss des schon stehenden Rohbaus

    Wenn es nach den Experten geht, dann sollten die Kreistagsmitglieder sich möglichst für die erste Variante, also den Weiterbau, entscheiden. Denn ein Rückbau des aktuell stehenden Teils würde laut einem Bericht der LZ alleine schon 12 Millionen Euro kosten.“

    FRAGEN:

    A) Kann man den redaktionellen Angaben und Darstellungen des Massen- und Anzeigenblatts LünePost in Sachen „Arena“ trauen?

    B) Entscheidet der Kreistag nun am 19. August oder am 30. August 2019 über Weiter- oder Rückbau der Arena?

    C) Sind die angegebenen drei „Szenarien“ wirklich die einzigen infrage kommenden Möglichkeiten?

    D) Ist nicht schon die angebliche Alternative („Ihr könnt hier für 20 Millionen Euro Deutschlands teuerste Turnhalle bauen – oder ihr bekommt für 23 Millionen eine echte Multifunktionsarena“), die „einer der neuverpflichteten Berater im Kreisausschuss“ behauptet haben soll, eine irreführende Schwindelei?

    E) Würden kompletter Rückbau oder „Abriss des schon stehenden Rohbaus“ tatsächlich notwendig der Baustopp-Entscheidung folgen?

    F) Warum sind der Verkauf des Grundstücks und der Fundamente bei der Preisfindung nicht berücksichtigt?

    G) Warum werden die vermutlich sehr hohen Zuschüsse und Folgekosten des unzweckmäßigen Luxusbaus am falschen Standort nicht erwähnt?

    H) Haben Sie auch den Eindruck, dass über die LünePost auf das Votum der Kreistagsabgeordneten zugunsten des Weiterbaus des unsinnigen Millionengrabes Einfluss genommen werden soll – bzw. Einfluss genommen wird?

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  7. Melanie schreibt:

    Zu viele Fragen sind ungeklärt:

    ⯈ Vor allem: Wirtschaftlichkeit, Lärm- und Emissionsschutz, Zahl der Parkplätze.

    ⯈ Und auch: Wer will diese Arena überhaupt? Sind das wirklich DIE MENSCHEN aus dem Kreis Lüneburg? Oder sind das nur zehn, zwölf alternde Besserwisser, die sich selbst für „den Landkreis“ halten?

    Wünschenswert wäre ein Neuanlauf an einem besser geeigneten Standort mit echter Bürgerbeteiligung, auch der direkt betroffenen Anwohner: Von dem jetzigen Standort wohnen die ersten Menschen nur 60 – 200 Meter entfernt.

    Auffällig ist bei diesem Großprojekt die geringe Einbeziehung der Bevölkerung. Wollen „wir“ (die Bewohner des Landkreises) die Arena überhaupt?

    Dass Menschen in direkter Nähe wohnen vergisst man geflissentlich. Die Rechte von Anwohnern werden komplett ignoriert.

    Bei der Arena Lüneburger Land gibt es viele ungeklärte Fragen. Zum einen wird das Projekt viele Millionen kosten und es ist alles andere als sicher, dass es jemals grüne Zahlen schreibt. Zunächst war die Halle als reine Sportarena im Gespräch, nun ist die Rede von „15 kommerziellen Sportveranstaltungen und 50 kommerziellen ‚Kulturveranstaltungen‘ (z.B. Disko, Parties) mit durchschnittlich 1500 Teilnehmern oder mehr“ + Messen und Betriebsfesten u.ä.

    Die betroffenen Anwohner wurden nur halbherzig mit einbezogen (Infoveranstaltung mitten in der Urlaubszeit, keine Aufklärung oder Möglichkeit für offizielle Einwände). Es wohnen 60 – 200 Meter entfernt die ersten Menschen, nie ist aber auch nur im geringsten von Lärmschutz die Rede.

    Ungeklärt ist auch die Frage der Zufahrt und der Parkplätze. Geplant sind 250 Stellplätze für 3500 Gäste. Das verstößt sogar gegen geltendes Recht.

    Unabhängig davon, ob jemand die Arena an sich gern hätte: Wollen wir sie dort? Wollen wir sie unter solchen Bedingungen? Derart übers Knie gebrochen? Parkplatzchaos, Autos die abgeschleppt werden, ewige Staus vor und nach den Veranstaltungen, Anwohner, die die Polizei informieren, so dass die Musik leise gedreht werden muss… Da sind doch Chaos und Ärger vorprogrammiert!

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  8. Otto Berg schreibt:

    Sehr geehrter Herr Rath,

    hat sich nach dem stellvertretenden Redaktionsleiter Ahrens von der Lünepost nun auch der Chefredakteur der Landeszeitung zum Hofnarren von Herrn Hoppe degradiert?

    Am Sonnabend haben Sie beide (Stefan Ahrens und Marc Rath) dem Hauptprofiteur der geplanten „Arena“ denselben Liebesdienst erbracht, indem Sie dessen zweckgerichtet und süffig vor allem für die Mitglieder des kommenden Sonderkreistages formulierten Wunschphantasien quasi auf jeden Frühstückstisch im Landkreis expedieren ließen.

    Lünepost: https://www.luenepost.de/epaper/9ad95dc131cfb917fca4ada769264377/LP-03_08_2019.pdf

    Landeszeitung: https://www.landeszeitung.de/blog/aktuelles/2601583-ticket-mit-parkplatz

    Wissen Sie noch, worum es bei dem Sonderkreistag gehen soll?

    Um die Entscheidung über Weiter- oder Rückbau der Betonruine an der Lüner Rennbahn, die ihre Existenz der unfassbaren Inkompetenz und den unaufrichtigen Machinationen der jetzigen Kreisverwaltungsspitze verdankt.

    Die Frage, wie sich die reinen Baukosten (die Gesamtkosten dürften mindestens um den Faktor 3 höher liegen) innerhalb von drei Monaten (zwischen dem Nahrstedt-Video-Interview mit Jenckel vom 2. September 2018 und dem Telefonat zwischen Kreisrat Krumböhmer und Bauleiter Jarke (Ernst²) am 27. November 2018) von 10,4 auf 21,6 Millionen Euro um einen zweistelligen Millionenbetrag mehr als verdoppeln konnten, scheint schon vergessen.

    Die Tatsache, dass bis heute weder eine professionelle Bedarfsanalyse noch ein plausibles Betreiberkonzept vorliegen und dass eine valide Kalkulation der öffentlichen Betriebszuschüsse nicht existiert, scheint ohne Belang.

    Und auch die schwebende beihilferechtliche Problematik (mit u. U. grundstürzenden juristischen Konsequenzen) wegen der nicht erkennbaren Gemeinwohldienlickeit des kommunalen Invests für dieses „Projekt“, scheint keine Rolle zu spielen.

    Meinen Sie nicht, Sie hätten besser daran getan, Herrn Hoppe nach Antworten auf folgende Fragen zu ersuchen:

    1.: Warum ist das sogenannte „Verkehrsgutachten“ nicht vor der Ausschusssitzung allen Mitgliedern des Kreistages (und der Presse) zugegangen, sodass nicht nötig gewesen wäre, die auszugsweise Ausdeutung durch einen Landrat zu ertragen, um dessen Glaubwürdigkeit es spätestens seit dem 17. Dezember 2018 nicht mehr zum Besten steht?

    2.: Sorgt die erneute „Verschlankung“ der Nutzungsplanung durch Herrn Hoppe nicht dafür, dass die kommunalen Betriebszuschüsse noch weiter steigen?

    3.: Wozu braucht Herr Hoppe eine 50 Millionen Euro-Arena, wenn er vorwiegend kleine VIP-Arrangements mit maximal 300 Personen bedienen möchte? Für diese Gästezahl gibt es in Lüneburg mehr als genug Eventlocations. Und wird das Gros der von Hoppe (ca. 60) vorgesehenen „Events“ mit um die 300 Beteiligten nicht zum ungleichen Wettbewerb zwischen einem mit Millionen an Steuergeldern subventionierten Geschäftsbetrieb und den zahlreichen unbegünstigten Veranstaltungskapazitäten in den umliegenden Hotels und Tagungsräumlichkeiten führen? (Herr Wiemann hatte mehrfach vor solchen „Kannibalisierungseffekten“ gewarnt.)

    4.: Woher weiß Herr Hoppe, dass seine „Formate“ in der trostlosen Wüstenei am Alten Schlachthof angenommen werden? „Für die Volleyballspiele kalkulieren die Planer derzeit knapp unter 1800 Fans“. Wie kommt er auf diese gigantische Besucherzahl für den von ihm geförderten Randsportzirkus? Auf welche datengestützten Erhebungen über einen relevanten Zeitraum kann er sich bei seinen Prognosen stützen? Meines Erachtens wird die SVG die Halle bei keiner Gelegenheit zu mehr als einem Drittel mit Zuschauern füllen können. Das Interesse im Kreis ist nicht da. Volleyball wird sich anfühlen wie ein Besuch in einer Geisterstadt, etc., etc.

    5.: Hoppe behauptet, es solle „an 80 Tagen Breitensport-Training geben“. Wie kann das sein, wenn weder genügend Umkleideräume noch Breitensport-Equipment vorgesehen sind? (Die beliebtesten Lüneburger Breitensportarten sind Turnen, Leichtathletik und Fußball. Man braucht also Turngeräte, Matten und Kleingerät zum Stoßen, Springen, Laufen sowie Banden und Tore usw.) Der Hallenbedarfsplan der Stadt Lüneburg weist für Schul und Breitensport einen Flächenüberschuss von mehr als 4.500 qm aus. Die Volleyballer haben maximal 15 Heimspiele pro Saison. Das teure Auf- und Abbringen des mobilen Sportbodens erlaubt keine regelmäßigen Sportveranstaltungen neben den wenigen Volleyball-„Events“.

    6.: „Der Geschäftsführer von Campus Management ist überzeugt“, er könne bei Großveranstaltungen die Nutzung der Verkehrsmittel über den Ticketverkauf steuern, denn seine Gäste würden ihm zugleich „mitteilen, ob sie den Bus und [die] Bahn, das eigene Fahrrad oder das Auto zur Anreise nutzen.“ Das würde den Kaufpreis mitbestimmen. Ist das nicht Unsinn? Selbst wenn die Besucher das tun, gibt es grundsätzliche Probleme: (A) So lässt sich NICHT beeinflussen (auch nicht im frühen Vorverkauf), dass mehr Menschen mit dem Auto anreisen möchten, als Parkplätze vorhanden sind. [Wenn Sie Schokolade anbieten, können Sie niemals „steuern“, wieviele Kunden die Vollmilch-Nuss-Version wählen werden!] (B) Und es lässt sich nicht verhindern, dass die Menschen nach dem Kauf (und nach ihrer Festlegung) einfach ihre Entscheidung ändern (z. B. weil es regnet) und wild (z. B. in Adendorf) parken. (Herr Bembel hatte darauf aufmerksam gemacht, dass nach 20:30 Uhr keine Busse mehr fahren. Wie soll mit diesen ungenügenden Mitteln der Ansturm von 3.500 Menschen am Ende einer Großveranstaltung gehandhabt werden?)

    7.: Herr Hoppe verfügt ziemlich vollmundig über den Einsatz von Polizeikräften. Und auch den Bau der Brücke über die Ilmenau (mit entsprechender Beleuchtung) verlangt er, als würde er selbst dafür bezahlen. Kann es sein, dass Herrn Hoppe die Maßstäbe dafür abhanden gekommen sind, was ein guter Bekannter von Oberbürgermeister und Landrat via Zeitung von sich geben sollte?

    8.: Zuletzt wiederholt Hoppe das übliche Hoffnungsgeblubber, das auch in Rat und Kreistag von einigen Kapeiken stets als „Letztbegründung“ ins Feld geführt wird: Es sei „total wichtig, dass das [die Fertigstellung der Arena] klappt. Langfristig hat Lüneburg da einen richtigen Mehrwert.“ — Wäre hier für den Chefredakteur der LZ nicht angezeigt gewesen, seinen Gesprächspartner einmal mit der Frage zu konfrontieren: „Wie kommen Sie zu dieser Behauptung? Worauf stützt sich Ihre Vorhersage eigentlich, Herr Hoppe?“

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  9. jo bembel schreibt:

    Aus der Lünepost vom 31.07.19:

    „Veranstaltungen mit bis zu 1860
    Personen seien laut Gutachten mit dem normalen Linienverkehr zu bewältigen (Anmerkung: Aber nur bis ca. 20.30). „Bei über 1860 und bis 2500 Personen wird das Parkhaus am Bahnhof genutzt und zusätzliche Shuttles fahren von dort“, erklärte Nahrstedt. Die Verantaltungstickets sollen als Kombi mit den Parktickets herausgegeben werden. Nach aktuellen Planungen solle es sieben Veranstaltungen in dieser Größenordnung pro jahr geben. Übersteigt eine Veranstaltung
    2500 Personen – momentan sind nur
    drei solcher Events geplant –, könne man auf die Parkplätze am Schiffshebewerk Scharnebeck sowie am Schulzentrum ausweichen. Von hier würden dann auch Shuttles eingesetzt.

    Er (Hoppe) plane mit 15 Volleyballspielen, 22 Kulturevents und acht Abibällen im Jahr.“

    Und wie viele Besucher sollen so generiert werden? Hatte Klaus, der alte Zahlendreher, nicht zunächst von 250.000 per Anno fantasiert und später auf 140.000 zurück gerudert? 7×2.500 (ich bin optimistisch und nehme nicht den Mittelwert), 3×3.500 (ganz euphorisch), 12×1.860 (ich hoppe), 15×1.200 (sorry, ich weigere mich, das gleiche Zeugs wie Märchen-Klaus zu rauchen und mehr echte, zahlende Zuschauer werden es beim Volleyball bei bestem Willen nicht werden) ergibt 70.140 Besucher. Aber dazu kommen ja noch die 8(?) Abibälle. Und die 80 „Breitensport”-Termine, gemeint ist Volleyball, plus die 60 weiteren Veranstaltungen mit bis zu 300 Personen habe ich auch vergessen. (LP vom 3.8.)

    Bahlburg/Hoppe/Nahrstedt haben nachweislich von Anfang an bis zum heutigen Tage die Kreistagsabgeordneten hinters Licht geführt und ich frage mich, wie gering die Selbstachtung sein muss, dieses weiter mit sich machen zu lassen?

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    • Ulf Reinhardt schreibt:

      Herr Bembel, Sie brngen das ganz hervorragend auf den Punkt.

      Da für kleinere Veranstaltungen mit dem Libeskindgebäude, dem neuen Tagungszentrum des Castanea Hotels und diversen anderen Hotels und kleineren Hallen genügend Kapazitäten zur Verfügung stehen, muss nun jeder Arena-Verfechter wie im Verkehrsgutachten sowie mit Herrn Hoppes Aussagen dokumentiert einräumen:

      Diese Arena mit einem Kostenvolumen über 25 Jahren von 60 – 80 Mio. soll für 10 Veranstaltungen pro Jahr gebaut werden. Die Kosten pro Veranstaltung betragen folglich zwischen 240.000 und 320.000 Euro.

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      • Hermann Kessler schreibt:

        Die kommunalen „Beihilfen“ für einen Privatunternehmer betragen so „pro Veranstaltung zwischen 240.000 und 320.000 Euro“!

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  10. Ulf Reinhardt schreibt:

    Hallo Herr Beck,

    ich habe das nicht nur gelesen, sondern war auch bei der Ausschusssitzung anwesend. Der Landrat präsentierte eine kleine Auswahl an positiven Passagen des Verkehrsgutachtens, welches den Kreistagsabgeordneten wie so häufig möglichst kurzfristig der dem Sonderkreistag am 30.08. zur Verfügung gestellt werden soll. Die Landeszeitung hat das wieder sehr treffend berichtet.

    Nun zu Ihren Fragen:

    A) Warum nicht feiern in Hannover und parken in Hamburg?

    Das Parken in Scharnebeck verwundert in der Tat. Schwer vorstellbar, dass auch Bürger aus dem Süden und Osten des Landkreises dieses Angebot begrüßen. Erstaunt hat mich jedoch ebenfalls, dass plötzlich nur noch von wenigen Veranstaltungen mit mehr als 2.500 Personen ausgegangen wird, obwohl diese Großveranstaltungen für einen wirtschaftlichen Betrieb der Arena entscheidend sind. Auch der SVG rechnet folglich nur bei sehr wenigen Spielen mit einer Besucheranzahl oberhalb von 2.000. War das nicht jedoch der Hauptgrund für den Bau einer Halle mit Kapazitäten bis 3.500 Personen?

    B) Worin genau besteht der Gemeinwohlnutzen dieser von Zwangsneurotikern widervernünftig durchgedrückten Multi-Dysfunktionsarena?

    Es gibt nach wie vor keine Bedarfsanalyse und auch kein Betreiberkonzept. Nachdem es einigen Beteiligten dämmert, dass die 5 in dem Betreibervertrag vorgesehenen Veranstaltungen des Landkreises keinen ausreichenden Gemeinnutzen darstellen, soll der Betreibervertrag neu verhandelt werden. Auch vor diesem Hintergrund wurde in dem gemeinsamen Antrag der vier Fraktionen nun auch wieder mehr Schul- und Breitensport gefordert. Dieser wird jedoch, wie schon mehrfach attestiert, standortbedingt sowie aufgrund der Hallengröße dort nicht stattfinden. Die Veranstaltungen des SVG gelten auch gemäß Betreibervertrag als kommerzielle Veranstaltungen.
    Folglich geht des Gemeinnutzen der Arena gegen Null und der Betreibervertrag mit dem expliziten Grundsatz „Vorrang für kommerzielle Veranstaltungen“ ist gemäß EU-Beihilferecht unzulässig. Auf diesen Aspekt werde ich in der kommenden Woche eingehen.

    C) Wie lässt sich das 50 bis 80 Millionen Euro-Engagement von Kreis und Stadt rechtfertigen?

    Die bisherige Darstellung der Alternativen im Kreisausschuss sowie wahrscheinlich gleichlautend in der kommenden Beschlussvorlage zum Sonderkreistag am 30.08. sind schon wieder derartig intransparent und einzig vom Wunsch des Weiterbaus getrieben, dass hier der Kreistag und entsprechend die Demokratie ausgehebelt wird.

    Wie wir im Hochbauausschuss erfahren haben, werden erst bis Ende November die letzten Gewerke ausgeschrieben.

    Dennoch suggeriert man den Kreistagsabgeordneten ebenso wie in der Beschlussvorlage zum 17.12.2018, es würden nun feststehende Szenarien zur Abstimmung stehen:

    Weiterbau wie geplant zu feststehenden 23 Mio., mit weiteren Einsparmöglichkeiten, Sporthalle (ohne Nutzer außer der SVG) für 20 Mio. oder Bauabbruch für 12 Mio.

    Alle Zahlen beruhen zu Teilen nur auf Kostenschätzungen und nicht auf vollständigen Ausschreibungsergebnissen. Bei dem Bauabbruch wurde versäumt, den Grundstückswert und die bei den Bauverträgen ersparten Aufwendungen in Abzug zu bringen. Ich schätze das Ergebnis eher auf 7-8 Mio. verbleibender Verlust.

    Bei dem Fertigstellungsszenario fehlen die noch ausstehenden Ausschreibungsergebnisse, Kostensteigerungen aufgrund der Bauverzögerung sowie Kosten, welche sich aus dem Verkehrsgutachten ergeben. Weiter fehlen die Betriebskosten über 20 Jahre. Insgesamt lande ich somit über 20 Jahre bei 60-80 Mio. statt 23 Mio. Diese ergeben dann in Relation zu 7 Mio. bei Bauabbruch eine völlig andere Entscheidungsgrundlage als die 12 Mio. Abbruch zu 23 Mio. Weiterbauen. Ich kann das nur als bewußte Verschleierungstaktik der Verwaltung betrachten.

    D) Was würde ein Bonin wohl zu solch einem Fiasko sagen?

    Die Frage verstehe ich nicht ganz. Nach den Beiträgen des Herrn Bonin im Hochbauausschuss zählt dieser offensichtlich zu den härtesten Verfechtern einer „Wir-brauchen-die-Arena-und-nun-Augen-zu-und-durch-Strategie“. Wie auch bei Herrn Kamp („Die Arena ist so viel wert wie sie kostet“) kann man sich nicht des Eindrucks erwehren, dass Herr Bonin an Fragen des Gemeinwohls und verantwortungsvollem Umgang mit Haushaltsmitteln wenig interessiert ist.

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    • Karl Beck schreibt:

      Hallo Herr Reinhardt,

      Sie bestätigen meine Wahrnehmungen. Statt endlich Transparenz zu schaffen und das selbstverschuldete und kostspielige Planungstohuwabohu der letzten drei Jahre ebenso aufzuklären wie die nächsten Schritte offenzulegen und vorbehaltlos zu erörtern, scheint die Devise von Herrn Nahrstedt und den Ja-Sagern um Herrn Kamp nach zwei Frühlingswochen wegen des Kreistags vom 17. Dezember 2018 öffentlich zur Schau getragener Zerknirschung längst wieder „Tarnen, Tricksen, Täuschen“ zu lauten.

      An dem vergangenen Dienstag nur selektiv vorgetragenen „Verkehrskonzept“ fällt mir auf, dass Noch-Landrat Nahrstedt den Hannoveraner Gutachter zur Kreuzung B209/Lüner Rennbahn mit exakt der Beschwichtigungsformel „zitiert“, die er selbst und sein Projektleiter Krumböhmer in den vergangenen Jahren wie die tibetanischen Gebetsmüller repetiert haben, mit dem „Vorschlag“ nämlich, „die Situation zunächst ein Jahr lang zu beobachten, bevor weitere Maßnahmen ergriffen werden“.

      Zu Ihren Antworten:

      A) 250.000 Besucher wollte Herr Hoppe pro Jahr mindestens in die Arena locken und die Zahl dann stetig steigern. Das hatte er in einer „Präsentation“ angekündigt, die er im November 2018, kurz vor dem anstehenden (wie wir heute wissen, nur aufgrund von unwahren Landratsinformationen zustandegekommenen) Baubeschluss an die Kreistagsmitglieder hatte versenden und über die LünePost in sämtliche Haushalte im Landkreis hatte verbreiten lassen. Natürlich war das reines Reklamegeklapper und pures Wunschdenken. Wenn über die Jahrzehnte ein Fünftel dieser Besucherzahl per annum an dem tristen, abgelegenen und ungeeigneten Ort erreicht werden kann, würde das an ein Wunder grenzen. Die elf bis fünfzehn Volleyballspiele werden pro Spielzeit maximal (also wenn alles perfekt läuft) 10.000 zahlende „Gäste“ zeitigen. – Es ist ja heute von den Massenzulaufphantasien der Durchsetzungsphase auch längst keine Rede mehr. Wenn Herr Hoppe die Gellersen-Halle schlechtredet, weist er auf deren Schäbigkeit und geringe Deckenhöhe hin aber mit keiner Silbe auf den 2016/17 beschworenen „Besucheransturm“ (siehe die Arena-Werbe-Artikel im Hamburger Abendblatt vom 12. Juni und vom 28. Juli 2019).

      B) So ist es! Es gibt keine Bedarfsanalyse und auch kein Betreiberkonzept und der Gemeinnutzen der Arena geht gegen Null.

      C) Was haben die Verwaltungen der Stadt und des Landkreises Lüneburg bei der Finanzierung dieser Maßanfertigung für die beiden Privatunternehmer Andreas Bahlburg und Klaus Hoppe verloren? Meiner Meinung nach: Gar nichts! Ihr Fazit ist nach meinem Dafürhalten deshalb in einem ganz umfassenden Sinn absolut zutreffend: „Hier wird die Demokratie ausgehebelt.“

      D) Meine Frage, was wohl „ein Bonin“ zu einem solchen Fiasko sagen würde, war natürlich ironisch gemeint. Der Name dieses Kreistagsabgeordneten sollte als ein Platzhalter fungieren, den Sie durch praktisch jeden SPD-Vertreter im Kreistag ersetzen können. Ihre Charakterisierung der papageienhaft seit Jahren mit den immergleichen leeren Klanghülsen dengelnden Wortführern Bonin und Kamp halte ich für zutreffend und – leider – auch für erschöpfend.

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  11. R. Walter schreibt:

    Auch schön:

    „Eine Feuerwehrzufahrt auf dem Gelände der künftigen Sport- und Veranstaltungshalle an der Lüner Rennbahn war bislang nicht vorgesehen. Stattdessen hatten sich die Planer zuvor darauf verlassen, die Feuerwehrzufahrt eines Grundstücksnachbarn mitnutzen zu können. Dieser Wunsch habe sich laut Maul nun aber in Wohlgefallen aufgelöst, „wir haben keine Einigung erzielt“, räumte Maul im Ausschuss ein. Auch die Idee, rund 120 weitere Parkplätze auf dem Gelände der Firma Tofutown anzumieten, hat sich offenbar zerschlagen. Jedenfalls: Die Feuerwehrzufahrt muss nun auf dem Arena-Grundstück selbst unterbracht werden. Und das dürfte mit Blick auf die ohnehin schon angespannte Parkplatzproblematik zusätzlich interessant werden“, so Dennis Thomas in der Landeszeitung von gestern: https://www.landeszeitung.de/blog/aktuelles/2600582-zufahrt-fuer-die-feuerwehr-fehlt

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  12. Karl Beck schreibt:

    Haben Sie´s gelesen, Herr Reinhardt?

    https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/2600232-arena-in-lueneburg-parken-in-scharnebeck

    Ich frage Sie:

    A) Warum nicht feiern in Hannover und parken in Hamburg?

    B) Worin genau besteht der Gemeinwohlnutzen dieser von Zwangsneurotikern widervernünftig durchgedrückten Multi-Dysfunktionsarena?

    C) Wie lässt sich das 50 bis 80 Millionen Euro-Engagement von Kreis und Stadt rechtfertigen?

    D) Was würde ein Bonin wohl zu solch einem Fiasko sagen?

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    • Patrick Schuster schreibt:

      Liebe Kreistagsabgeordnete,

      im Grunde geht es doch darum:

      für Herrn Claus Hoppe, Campus-Chef und vielfach in die Lüneburger Sozialdemokratie verdrahteter SVG-Gesellschafter und Immobilienverwerter, und Herrn Andreas Bahlburg, ehemaliger CDU Bürgermeister von Südergellersen (13 Jahre im Amt), der sich in den Karriereportalen des Internets als „Führungskraft“ und „Geschäftsführer der SVG Lüneburg Spielbetriebs GmbH“ anpreist, soll eine ihren Unternehmungen dienliche „Luxus-Arena“ gebaut werden.

      Das ist mit den Aufgaben einer Kommune und mit dem Beihilferecht des Landes Niedersachsen nicht vereinbar.

      Also müssen Geschichten erfunden werden, die aus der steuergeldfinanzierten Maßanfertigung für einen Privatunternehmer eine „öffentliche“ Angelegenheit, ja, ein öffentliches Bedürfnis machen, — welches es eigentlich gar nicht gibt.

      Ungezählte, nicht miteinander harmonierende „Narrative“ wurden durchprobiert: verkündet, in Abrede gestellt, für alternativlos erklärt, endgültig verworfen und wieder aufgewärmt (Schulsporterfordernis, Stadthalle, Breitensporterfordernis, Messehalle, Veranstaltungserfordernis, Musik- und Entertainementhalle, Kulturerfordernis, Ausstellungshalle, Feiererfordernis, Eventhalle, usw.). Leider konnte KEINES dieser Märchen überzeugen. Eine begütigende „Verkaufsverpackung“ für den beabsichtigten flagranten Rechtsbruch ist einfach nicht zu finden.

      Das niederschmetternde Resultat:

      Es gibt KEINEN KOMMUNALEN BEDARF für die „Arena“. Es gibt nur die Geschäftsinteressen von Herrn Bahlburg und Herrn Hoppe.

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    • Erich Biermann schreibt:

      Hinrich Bonin, der Reppenstedter Kreistagsabgeordnete (KTA) von der SPD?

      Hans-Herbert Jenckel resümierte den Arena-Skandal am 10. Juni 2019 um 13:39 Uhr so: „Der Kreistag hat nie eine Chance gehabt, den Umfang seiner Entscheidungen auch nur in Ansätzen einzuschätzen. Er ist [vom Landrat] für dumm verkauft worden.“

      KTA Dr. Bonin (SPD) betätigte diese Diagnose vorab, als er sich auf der Sitzung des Kreistages am Montag, 13. Mai 2019 in der Ritterakademie, „die Frage“ stellte, „warum in der Vergangenheit vieles nicht korrekt verlaufen sei. Für ihn gebe es diesbezüglich einen dominanten Grund. Man [sic! – Herr Bonin meint sich, hätte also sagen müssen: Ich] habe die Dinge, die für jeden glaubwürdig gewesen seien [besser: schienen], nicht hinterfragt. Er nennt folgendes Beispiel: Als den Kreistagsabgeordneten gesagt worden sei, dass eine solche Halle mit dem zukünftigen Betreiber [d. i. Herr Klaus Hoppe] geplant werde, habe niemand hinterfragt, wer denn die Interessen des Kreistages und des Landkreises Lüneburg vertreten werde. Nun habe sich herausgestellt, dass die Interessen des Kreistages und des Landkreises Lüneburg nicht vertreten worden seien.“ (Quelle: Wortprotokoll der Sitzung)

      Hinrich Bonin, der Mann der sich – völlig zu Recht – bittere Vorwürfe machte, seinen Pflichten als Kreistagsabgeordneter über viele Monate (die sich zu Jahren summieren) nicht gerecht geworden zu sein („Auch ein Bonin hätte fragen müssen: Wer vertritt den eigentlich die Interessen des Kreistags?“, LZ vom 14. Mai 2019), derselbe Mann „witzelt“ am 16. Juli im Hochbauausschuss über von anderen Parteien geplante Kostendeckelungen und gibt sich „belustigt“ im Hinblick auf seine ihm vom Niedersächsischen Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG) gebotene Pflicht, zur Überwachung der Durchführung der Kreistagsbeschlüsse und des sonstigen Ablaufs der Verwaltungsangelegenheiten: „Der Verwaltung brauchen wir doch nicht vorschreiben, wie sie ihre Arbeit zu machen hat“! (LZ vom 17. Juli 2019) — und derselbe Mann möchte nun seinerseits mit einer „kommunikativen“ Trickserei glänzen, um Arena-Nebenkosten zu kaschieren, indem er vorschlägt, die „problematische“ (gemeint ist: schon heute heillos überlastete) Kreuzung am Knotenpunkt B209 „aus der Kostenberechnung für die Arena herauszunehmen und andere Finanzierungstöpfe zu suchen.“ (LZ vom 31. Juli 2019)

      Was denkt „der Bürger“ also, wenn er die Aussagen eines Bonin liest?

      Gotthold Ephraim Lessing würde wohl zusammenfassen: „Wer über gewisse Dinge den Verstand nicht verliert, der hat keinen zu verlieren.“

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  13. Ulf Reinhardt schreibt:

    Hallo Herr Berg,

    nachfolgend beantworte ich gerne Ihre Fragen:

    A-E) Der Wortlaut des Beschlusses („Die Arena soll dem Spitzen- und Breitensport sowie für Eventveranstaltungen zur Verfügung stehen.“) ist so dünn und bezieht sich auf kein detailliertes Konzept (da es dieses ja nicht gibt), so dass eine eindeutige Interpretation bezüglich der beabsichtigten Nutzungsschwerpunkte nicht möglich ist. Daher wird nun offensichtlich von vielen Kreistagsabgeordneten moniert, die Verwaltung habe mit dieser unverbindlichen Formulierung den Schwenk von der Sporthalle zur Eventhalle erst möglich gemacht, ohne den Kreistag entsprechend zu befragen. Der Kreistag hat vor der Vorlage des ausformulierten Betreibervertrages nie über ein Nutzungskonzept entschieden.

    Vereins- Schul- und Breitensport ist in der Arena standort- und größenbedingt nicht möglich, dies ist schon von vielen Seiten attestiert worden. Im Betreibervertrag wurde ebenfalls das Prinzip „Kommerzielle Veranstaltungen vor Sport“ klar verankert.

    Ob erst mit FKP Scorpio der Nutzungszweck klar in Richtung Eventhalle verändert wurde, kann ich nicht beurteilen, da gerade dieser Prozess sowie der folgende Beratungsauftrag von FKP-Scorpio seitens der Verwaltung nie aufgeklärt wurde. Klar ist aber, dass mit der Absage von FKP-Scorpio aufgrund deren ermittelten Betreiberverlustes von 820 TEUR pro Jahr (!) das Projekt Arena als Eventhalle hätte beerdigt werden müssen. Ab diesem Zeitpunkt kann man nur noch von Handeln wider besseren Wissens sprechen.

    Es gibt für die Arena nach wie vor keine Bedarfsanalyse und kein Nutzungskonzept. Auch die Campus hat nur alternative Bestuhlungspläne vorgelegt und das Versprechen des Landkreises „Alles für Alle“ bekräftigt.

    F) Bei Regressforderungen aus Bauverträgen legt die Rechtsprechung die Messlatte sehr hoch. Um nachzuweisen, dass die planungsbeteiligten Vertragspartner gegen ihre vertraglichen Pflichten verstoßen haben, müssen die Pflichtverletzungen detailliert belegt werden. Dazu bedarf es zunächst entsprechender Verträge. Zieht man in Betracht, dass der Landkreis noch nicht einmal mit allen Planungsbeteiligten schriftliche Verträge abgeschlossen hat, in welchen die zu erbringenden Leistungen konkret definiert sind, ist schwer vorstellbar, dass Regressforderungen sachlich überhaupt begründet sind. Ebenfalls hat der Landkreis als Bauherr umfangreiche Informations- und Überwachungspflichten, welche er nicht vollständig auf externe Planungsbeteiligte delegiert haben kann.

    G) Die absurde Forderung, bei einem nicht vorhandenen Nutzungskonzept die Auswirkung von Einsparungen in Bezug auf Nutzungseinschränkungen zu erläutern, wurde auch schon an den Projektsteuerer Reese gerichtet und mit sichtbarem Unverständnis aufgenommen.

    H) Das Verkehrsgutachten soll nach Aussage des Landrates nun im August im Kreisausschuss und Hochbauausschuss beraten werden. Ohne die Inhalte zu kennen kann ich nur weiter vermuten, dass die Verkehrssituation ohne massive Investitionen in P&R-Parkplätze an den Stadträndern nicht lösbar ist. Die Verwaltung der Hansestadt Lüneburg hat ebenfalls in der letzten Ratssitzung vom Rat den Auftrag erhalten, die Verkehrssituation noch vor der Eröffnung der Arena zu lösen.

    I) Nach Aussage der Verwaltung gab es zumindest bis vor einigen Wochen überhaupt keine Ermittlung der Betriebskosten aufgrund detaillierter Kostenarten und / oder Vergleichsobjekten. Die Ermittlung der Betriebskosten sollte, wie ich verstanden habe, nun Auftrag eines weiteren Gutachtens sein. Nach meiner Erfahrung mit mehreren mir bekannten Vergleichsobjekten werden die Betriebskosten eben nicht bei den bisher veranschlagten 500 TEUR jährlich, sondern bei mindestens 1 Mio. pro Jahr liegen. Selbst bei Einhaltung der immer wieder bemühten 25,7 Mio. Investitionskosten ergeben sich somit zusammen mit den nicht einberechneten Baunebenkosten und Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur über einen Zeitraum von 25 Jahren Gesamtkosten von 60 – 80 Mio. Euro. Leider werden diese Gesamtsumme und die sich langfristig ergebenden Verpflichtungen aus dem Projekt nicht entsprechend in die Diskussionen und Beschlussvorlagen einbezogen.

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  14. Ulf Reinhardt schreibt:

    Die Sitzung des Hochbauausschusses am 16.7. bringt, wie schon aus der LZ zu erfahren ist, wenig Erhellendes, spiegelt in den Diskussionen jedoch die Planlosigkeit der Verwaltung wider:

    Die Fortgangszenarien, der Bericht des Projektsteuerers Reese und die Kostenentwicklung wird im nichtöffentlichen Teil behandelt. Das ist die versprochene Transparenz und vertrauensbildende Aufarbeitung!

    Der gemeinsame Antrag der vier Fraktionen wird kontrovers diskutiert, von der SPD jedoch als Ausdruck des Misstrauens gegenüber der Verwaltung betrachtet und gemeinsam in den Kreisausschuss verwiesen. Herausragendes Argument der Grünen: Die genannte 20 Mio. Grenze ist Antrag auf Einsparung, sondern ein Antrag auf die Einhaltung des Kreistagsbeschlusses vom 17.12.2018, da hier nur ein Kostenvolumen von 19,4 Mio. und nicht von 25,7 Mio. beschlossen wurde.

    Der konkrete Bauzeitenplan soll bis Ende Juli fortgeschrieben werden. Schon jetzt steht fest, dass der Rohbau nicht bis Ende 2019 geschlossen sein wird und die Fertigstellung vor Anfang 2021 in keinem Fall möglich sein wird.

    Herr Maul erläutert nochmals, dass aufgrund mangelnder Lastreserven auf dem Hauptdach keine Photovoltaik möglich ist, sondern mit den verbleibenden Flächen der übrigen Dachflächen mit 88 Modulen nur ca. 5% der Dachflächen entsprechend genutzt werden kann.

    Das Verkehrsgutachten liegt vor, wird jedoch nicht erläutert, sondern auf den kommenden Kreisausschuss sowie Hochbauausschuss verwiesen.

    Interessant auch die Erläuterung des Landrates, dass die Stadt Lüneburg Ihre Beteiligung in Höhe von 4,4 Mio. sowie einem Anteil am Betriebskostenzuschuss bis heute nicht unterzeichnet hat.

    Fazit:
    1. Hier wird keine Aufklärung geleistet sondern alles Wesentliche im nichtöffentlichen Teil unter dem Deckmantel der Verschwiegenheit behandelt.

    2. Es ist immer noch unklar, wofür die Arena überhaupt gebaut werden soll. Obwohl der Schul- und Breitensport lange abgesagt hat und ein Betreibervertrag abgeschlossen wurde, welcher Events klaren Vorrang einräumt, wird eine intensivere Nutzung für Sport immer wieder als verzweifeltes Argument bemüht.

    3. Weder der realistische Bauzeitenplan noch die Kosten sind bekannt, da Planung und Verträge von dem Projektsteuerer Reese in der kurzen Zeit noch nicht aufgearbeitet werden konnten.

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  15. Hermann Kessler schreibt:

    In der Begründung zum Gruppenantrag lese ich:
    „Der Kreistag hat mit seinem Beschluss am 23. April 2018 klar zum Ausdruck ausgebracht, dass die Arena nicht vorrangig eine Eventhalle werden soll, sondern dringend benötigt wird, um neben dem Bundesligisten SVG Lüneburg auch den Sportvereinen im Landkreis eine Möglichkeit zu geben, größere Veranstaltungen, insbesondere in den Ballsportarten, auszurichten.“
    Erstens: Ich finde nicht, dass „der Kreistag mit seinem Beschluss am 23. April 2018 klar zum Ausdruck ausgebracht, dass die Arena nicht vorrangig eine Eventhalle werden soll“. Was ich dort finde, ist eine laue allgemeine Empfehlung ohne jede inhaltliche Präzisierung. Vor dem Hintergrund der Tatsache, dass sich sämtliche involvierten Gremien in den Vertretungen von Stadt und Kreis zuvor volle zwei Jahre lang mehrmals – vergeblich – um die eigene Achse gedreht hatten bei dem Versuch, Spitzensport, Breitensport und „Events“ in einen konzeptionellen und vor allem praktikablen Einklang zu bringen, ist die oben gegebene Formulierung im Hinblick auf die Investition von Gedankenken und Verantwortungsbewusstsein ein Offenbarungseid.
    Zweitens: Wie kommen die Kreistagsabgeordneten und der Landrat eigentlich zu der Behauptung, dass die Arena „dringend benötigt wird, um neben dem Bundesligisten SVG Lüneburg auch den Sportvereinen im Landkreis eine Möglichkeit zu geben, größere Veranstaltungen, insbesondere in den Ballsportarten, auszurichten“? Der Hallenbedarfsplan der Stadt Lüneburg weist Überkapazitäten von mehr als 3.000 qm aus. Wieso sollen die Ballsportarten bevorzugt werden, die Leichtathleten und die Turner aber durch die Röhre gucken? Woher nehmen Landrat und Kreistagsabgeordnete ihr vermeintliches Wissen, welche Art von Anlage aus welchen Gründen „DRINGEND BENÖTIGT“ wird? Haben Sie eine professionelle, auf unbestreitbaren Entwicklungsdaten gestützte Bedarfsanalyse anfertigen lassen? Oder vertrauen sie beim „Investieren“ von hohen zweistelligen Millionensummen immer noch auf „Bauchgefühle“ und „Urinwerte“?
    Drittens: Wer außer … der SVG Lüneburg Spielbetrieb GmbH braucht – oder BENÖTIGT – diese Halle tatsächlich? …
    WORIN BESTEHT DIE GEMEINWOHLDIENLICHKEIT DER ARENA? Wer erklärt endlich, worin der NUTZEN dieses dysfunktionalen Multimillionen-Irrsinns am ungeeigneten Standort FÜR DIE MENSCHEN IM LANDKREIS zu sehen ist und aus welchem Grund die KOMMUNEN ihn bezahlen sollen? Ist es nicht langsam an der Zeit, DIESE Fragen mal präzise zu beantworten, bevor in einem neuen „Arbeitskreis“ weiter im Gestrüpp der Unwägbarkeiten herumgestümpert wird?

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  16. Otto Berg schreibt:

    Sehr geehrter Herr Reinhardt,

    vielleicht erinnern Sie sich an die denkwürdige Kreistagssitzung im Bleckeder Haus am Schützenweg, die am 23. April 2018 stattfand. Diese Zusammenkunft ist vor allem aus zwei Gründen im Gedächtnis geblieben, a) weil der SPD-Fraktionsvorsitzende Franz-Josef Kamp es sich im wirren Gestammel seiner Zeit- und Handlungsdruck erzeugenden Phrasendrescherei angelegen sein ließ, Andersmeinende (besonders wenn diese nicht den „Kreistagsabgeordneten sondern andere[n] Kreise[n]“ zuzurechnen, also Bürgerinnen und Bürger, seien) pauschal als „Zweifler und Störer“ zu titulieren, „die mit immer neuen Fragen Zweifel an der Sinnhaftigkeit des Projektes schüren“, — mit dem alleinigen Zweck, diese Menschen (und Wähler) zu diskreditieren und ihre Einwände zu delegitimieren, ohne diese überhaupt zur Kenntnis genommen zu haben….

    HIER NUN EIN AUSZUG aus der „Begründung“ des fraktionsübergreifenden Gruppenantrags (ohne SPD und AfD) für den Ausschuss für Hochbau und Energiesparmaßnahmen von morgen und für den anschließenden Kreisausschus vom 22. Juli 2019:

    Zu1.) Der Kreistag hat mit seinem Beschluss am 23.April 2018 klar zum Ausdruck gebracht, dass die Arena nicht vorrangig eine Eventhalle werden soll, sondern dringend benötigt wird, um neben dem Bundesligisten SVG Lüneburg auch den Sportvereinen im Landkreis eine Möglichkeit zu geben, größere Veranstaltungen, insbesondere in den Ballsportarten, auszurichten. Diese Priorität ist seitdem offensichtlich bei den Feinplanungen, spätestens aber mit den Ausschreibungen, aus dem Blick geraten; der Nutzungszweck hat sich einseitig in Richtung Veranstaltungshalle verändert, ohne dass der Kreistag dieses abgesegnet hätte. Es erscheint daher angebracht, im Zuge der ohnehin stattfindenden Aufarbeitung der Planung, Korrekturen da vorzunehmen, wo dies erforderlich ist, um dem im April 2018 beschlossenen Nutzungskonzept mit seinen Priorisierungen Geltung zu verschaffen (z.B. beim Bodenkonzept).

    Zu 2.) […]
    Als Einsparung gelten dabei selbstverständlich auch Beträge, die erst nach Abschluss eines evtl. Regressverfahrens verwirklicht werden können. In diesem Zusammenhang sollte geprüft werden, ob eine Neuausschreibung einzelner Gewerke – mit Hinnahme kleinerer Schadenersatzforderungen – nicht im Einzelfall zu einem wirtschaftlich deutlich besseren Ergebnis führt.

    Es erscheint daher nicht unrealistisch, die Kosten bei einer sorgfältigen Aufarbeitung auf einen Betrag von max. 20 Mio. € zu reduzieren, ohne dass dies automatisch zu einer Beeinträchtigung der Nutzungsmöglichkeiten führen muss. Auf keinen Fall sind wir bereit, ein Unterschreiten der 25,7Mio. € um kleinere Beträge als Erfolg zu werten.

    Beschluss:

    1. Der Landkreis Lüneburg hält grundsätzlich an der Realisierung des Baus der „Arena Lüneburger Land“ fest. Auch am vorgesehenen Standort wird festgehalten. Die Arena soll dem Spitzen- und Breitensport sowie für Eventveranstaltungen zur Verfügung stehen.

    2. Die laufende Ausschreibung für den Betreibervertrag wird aufgehoben.

    3. Die Verwaltung bereitet bis zum 1. Juni 2018 die europaweite Ausschreibung eines neuen Betreibervertrages vor und prüft parallel die Folgen des Betriebs der Halle durch eine kommunale Gesellschaft.

    4. Sobald die Leistungsverzeichnisse vorliegen, werden die Ausschreibungen veröffentlicht.

    5. Die Verwaltung forciert ihre Bemühungen um den Nachweis der Bewältigung des ruhenden Verkehrs bei größeren Veranstaltungen.

    6. Der Hochbauausschuss begleitet das weitere bautechnische Verfahren und erörtert u. a. das Bodenkonzept.

    7. Die Vorarbeiten und Prüfungen sind so abzuschließen, dass noch in diesem Jahr mit dem Bau begonnen wird.

    8. Es wird ein Begleitgremium zur Arena gebildet, in das die Fraktionen SPD und CDU je zwei Mitglieder und die übrigen Fraktionen je ein Mitglied entsenden. Die Hansestadt Lüneburg wird gebeten, ein weiteres Mitglied zu entsenden.

    MEINE FRAGEN:

    A) Hat der Kreistag „mit seinem Beschluss am 23.April 2018 [wirklich] klar [also unmissverständlich] zum Ausdruck gebracht, dass die Arena nicht vorrangig eine Eventhalle werden soll, sondern dringend benötigt wird, um neben dem Bundesligisten SVG Lüneburg auch den Sportvereinen im Landkreis eine Möglichkeit zu geben, größere Veranstaltungen, insbesondere in den Ballsportarten, auszurichten“?

    B) Hat „der Kreistag“ auch nur ein Sterbenswörtchen darüber verloren, wie dieser Spagat hinzubekommen sein soll?

    C) Wie lässt sich zwischen die SVG-Buchungen und die Event-Spektakel auch noch der „Breitensport“ einschieben (für den weder Zeit noch an Equipement irgend etwas [nicht einmal Umkleideräume oder Platz für das Einlagern von Fußballtoren, Stufenbarren, robusten Weichbodenmatten oder Basketballkörben] vorgesehen sind)?

    D) War nicht der Grund für das Aus von FKP Scorpio, dass „der Nutzungszweck hat sich [angeblich] einseitig in Richtung Veranstaltungshalle verändert hatte, ohne dass der Kreistag dieses abgesegnet hätte“? Wie konnte es passieren, dass die Entwicklung im unmittelbaren Anschluss an diese Zäsur in dieselbe [angeblich falsche] Richtung ging, — nur eben mit Klaus Hoppe als Laien-Tambourmajor anstelle des Profis Folkert Koopmans?

    E) Ich bin der Meinung, die Arena krankt hauptsächlich daran, dass niemand – wirklich niemand – weiß, welchem Zweck sie am beplanten Standort eigentlich dienen soll bzw. dienen könnte. Im Antrag aber heißt es, man wolle nun „dem im April 2018 beschlossenen Nutzungskonzept […] Geltung zu verschaffen“. Können Sie ein solches Nutzungskonzept erkennen?

    F) Offenbar hoffen „einige Kreistagsmitglieder“ durch Regressforderungen und Neuausschreibungen zu Kosteneinsparungen zu gelangen. Für wie wahrscheinlich halten Sie das? Für wie erheblich halten Sie die erzielbaren Mittel?

    G) Wie kann man erklären, die erwarteten Einsparungen dürften nicht zu „einer Beeinträchtigung der Nutzungsmöglichkeiten“ der Halle führen, – wenn es bisher überhaupt kein valides Nutzungskonzept gibt?

    H) Herr Nahrstedt hat am 23. April vorigen Jahres versprochen, „die Verwaltung [werde] ihre Bemühungen um den Nachweis der Bewältigung des ruhenden Verkehrs bei größeren Veranstaltungen“ forcieren! Meines Erachtens gibt es bisher weder ein Konzept für den fließenden noch eines für den ruhenden Verkehr. Was ist auf Versprechungen von Herrn Nahrstedt zu geben?

    I) Mit Hinweis auf die schöne, aber schon über Jahre die meiste Zeit leerstehende Halle in Bleckede (das „Bleckeder Haus“, in dem die Kreistagssitzung stattfand) hat Ihr Parteikollege Gaus in der Plenumsdebatte am 23. April 2018 eindringlich davor gewarnt, Bau und Betrieb der Arena gedanklich und praktisch zu „entkoppeln“. Damit sei ein sehr hohes Risiko verbunden. Vor allem „eine Überschreitung der projektierten Betriebskosten, die man derzeit nicht so genau kenne“ [und dies bis heute nicht tut, da der Bedarf niemals seriös kalkuliert worden ist], berge gewaltige Kostenrisiken. Warum wird heute nur noch über die reinen Baukosten gesprochen, während noch im Frühsommer 2017 in den damals herumposaunten 10,7 Millionen Euro angeblich SÄMTLICHE Arenekosten (inklusive Bau, Betrieb und Pflege etc.) enthalten sein sollten?

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    • Kevin Schnell schreibt:

      «An manche Dinge erinnert man sich, obwohl sie vielleicht gar nie geschehen sind», sagt Harold Pinter, der Träger des Literaturnobelpreises von 2005, über die Nostalgie. Das gelte ganz besonders in Phasen des Konflikts und der Verunsicherung.

      Bei dem angeblich «im April 2018 beschlossenen Nutzungskonzept», von dem im Antrag vom 1. Juli 2019 die Rede ist, handelt es sich offenbar um eine derartige autosuggestive Erinnerungsfälschung.

      Herrn Reinhardts Diagnose trifft m. E. zu: Kaum etwas spricht für, fast alles gegen den Weiterbau der Arena am jetzigen Standort.

      Übrigens stehen die vagen, bei Ihnen unter «Beschluss» aufgeführten Punkte nicht im neuen Antrag, sondern im Wortprotokoll der Kreistagssitzung vom 23. April 2018, auf welchen «Beschluss» sich der Antrag bezieht. (Von Ihren «zwei Gründen», aus denen die Bleckeder Zusammenkunft «im Gedächtnis geblieben ist», nennen Sie leider nur einen.)

      Herrn Jenckel danke ich für den Link zum Antrag am Ende des Blog-Artikels von Herrn Reinhardt. Der direkte Zugriff auf die Dateien aus «allriss» ist immer nur temporär möglich.

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  17. jo bembel schreibt:

    Herr Hoppe macht Druck (LZ von heute) und argumentiert mit ca. 80 Ballsport-Terminen jährlich. Obendrauf kommen dann noch Volleyball-Bundesliga, -Pokal, -Europaliga.

    Zu dumm nur, dass die 80 Ballsporttermine ziemlich genau den Trainingeinheiten der Volleyball-Fremdenlegionären entspricht, wenn man von einer 7-monatigen Saison (Oktober-April) plus Saisonvorbereitung und. ca. 3 Einheiten pro Woche ausgeht.

    Die ARENA wird also wie von Anfang an ausgeheckt eine ARENA für ALLE Profi-Volleyballer und Herrn Hoppe.

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    • Udo Dannemann schreibt:

      Aber wer zahlt für die Sportbodentouren? Laut Andreas Bahlburg kostet das (Abbau: € 4.000,- / Aufbau: € 4.000,-) glatt € 8.000,- pro Tour. Nach Ihren Kalkulationen müsste das mindestens 100 Mal pro Jahr durchgeführt werden. Das wäre ein Minimum von € 800.000 p. a. allein fürs Umrüsten der Innenfläche.

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      • jo bembel schreibt:

        Im aktuellen 5-Fraktionen+Bahlburg/Hoppe-Konzept ist der Sportboden dauerhaft verlegt. Bei Events würde dieser gegebenenfalls abgedeckt werden. Die Kosten für die Verlegung und den Abbau werden dem Mieter/Veranstalter in Rechnung gestellt werden – was die Vermietbarkeit nicht gerade steigert.
        Aber nicht nur das. Wenn nicht gerade Events anstehen, wird auch der spezial Volleyballboden auf dem Sportboden verlegt sein. Damit sind andere Sportarten auch nicht durchführbar. Das war von den Initiatoren aber auch nie anders gedacht.

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    • Kevin Schnell schreibt:

      Die Vorlage 2019/215 betreffend den Antrag der Fraktionen CDU, BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN, Gruppe FDP/ Die Unabhängigen und der Fraktion Die Linke vom 01.07.2019 zum Thema „Weiteres Vorgehen in Sachen Arena“ ist ein nachträgliches Eingeständnis des Totalversagens von Kreistag und Verwaltung.

      JETZT möchte man beginnen über die Art der Halle nachzudenken und in „einer Arbeitsrunde der Beteiligten (Betreiber, SVG, Projektsteuerer, Gebäudewirtschaft, Berater für Veranstaltungszentren etc.) unter Leitung der 2. Kreisrätin“ auszuloten, wofür 20 Millionen Euro Baukosten plus „Nebenkosten“ in bislang unabsehbarer zweistelliger Millionenhöhe eigentlich ausgegeben werden sollen.

      Ein Witz!

      Das Antrags-Dokument findet sich hier (vielleicht kann Herr Jenckel es hersetzen):
      https://allris.lklg.net/bi/___tmp/tmp/45-181-136431594476/431594476/00147050/50-Anlagen/01/20190702120845.pdf

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  18. Ulf Reinhardt schreibt:

    Mit dem neuen Bündnis sind nun (fast) alle Fraktionen für einen Weiterbau der Arena, fordern jedoch mehr Sport, weniger Event und geringere Kosten.

    Ist es legitim, Bürgern vorzugaukeln, dieses Projekt sei mit ein bisschen weniger Kosten und ein bisschen mehr Gemeinnutzen noch zu retten?

    Den Argumentationssträngen zu Baukosten und Betriebskonzept kann niemand folgen, der einigermaßen im Thema ist. Das klingt eher wie bei „Wünsch Dir was“ und widerspricht der Faktenlage.

    Gute und ehrliche Politik nimmt zunächst die Sachlage zur Kenntnis, auch wenn das unbequem ist:

    Nach der LZ-Berichterstattung werden auf Grundlage der 25,7 Mio. erhebliche Einsparpotenziale und die Chance gesehen, einen Kostenrahmen von maximal 20 Mio. einzuhalten. Außer geringfügigen Einsparmöglichkeiten im Ausstattungsbereich (wie VIP-Bereich), welchen Klaus Hoppe nur einen Tag später prompt widersprochen hat, gibt es bis heute jedoch seitens der Planer überhaupt keine Liste mit Einsparpotenzialen. Richtig und bekannt ist vielmehr, dass laut Projektsteuerer Reese erhebliche Defizite in Planung und Ausschreibung bestehen, welche erst über einen längeren Zeitraum aufgearbeitet werden müssen, bevor Kostensicherheit erreicht wird. Zudem bestehen nicht mit allen Firmen verbindliche Verträge, folglich ist der Bauablauf weiterhin gefährdet. Schon durch die bereits eingetretenen Verzögerungen drohen erheblich Kostensteigerungen durch Nachträge.

    Vor diesem Hintergrund ist es hochgradig unseriös, von der relativ beliebigen Maulschen Zahl 25,7 Mio. loszurechnen und noch nicht einmal definierte Einsparungen zu fordern.

    Genauso unschlüssig sind die Forderungen von Nachbesserungen zur Nutzung und zum Betreibervertrag:

    Laut LZ-Berichterstattung fordern die Fraktionen Vorrang für Sport, obwohl in dem Betreibervertrag das Prinzip „Vorrang für kommerzielle Veranstaltungen“ ganz klar verankert ist. Wenn im April 2018 tatsächlich beschlossen wurde, „dass die Arena nicht vorrangig eine Eventhalle sein soll“, dann ist das an der nachfolgenden Vertragsgestaltung sowie an der Presse wohl spurlos vorbeigegangen. Jetzt soll also trotz der vielen standort- und größenbedingten Absagen von Schulen und Vereinen wieder mehr Sport in die Arena, obwohl ein anderslautender 10-Jahres-Vertrag mit dem Betreiber besteht?

    Offensichtlich sieht man Bedarf für Nachverhandlungen beim Betreibervertrag und bei der Nutzungsvereinbarung. Aus welcher Position heraus soll denn ein bestehender Vertrag mit dem einzigen Betreiber, welcher überhaupt Interesse an der Arena hatte, geführt werden? Was ist, wenn der Betreiber aus wirtschaftlichen oder zeitlichen Gründen (bei weiteren Bauverzögerungen ist die durchaus realistisch) abspringt?

    Aber dennoch soll in jedem Fall weitergebaut werden?

    Also eine Arena, mit oder ohne Betreiber, mit viel oder mit wenig Sport?

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  19. jo bembel schreibt:

    Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein …
    und wie steht’s fraktionsübergreifend um die Unvernunft (obwohl Dummheit vermutlich zutreffender wäre) im Lüneburger Kreistag?

    Liebe Kreistagsabgeordnete, ihr wollt zum x-ten Mal eine Entscheidung treffen, ohne eine Grundlage dafür zu haben. Die Baukosten auf 20 Millionen Euro zu begrenzen scheint löblich, ist es aber ganz und gar nicht. Mehr Sport und weniger Event heißt eure Zauberformel. So viel ich weiß, gibt es aber keinen Bedarf an zusätzlichen Hallenkapazitäten in Lüneburg. Und selbst wenn, welchen Sinn machte es, in einer 3.000 Zuschauer-Arena vor leeren Rängen zu trainieren? Habt ihr euch überhaupt ansatzweise Gedanken über die Betriebskosten gemacht? Okay, man kann ja nicht an alles denken! Und mit dem Glück ist es auch so eine Sache. Wenn man keins hat, dann kommt oft auch noch Pech dazu!

    Wie viele Sportveranstaltungen fallen euch so ein, für die diese Arena der geeignete Austragungsort sein würde? Das eine oder andere (Junioren-)Länderspiel in einer Randsportart (Handball, Basketball, Hockey, Volleyball etc.), 2 Tage Handball-Heide Cup. Und Fußball-Weihnachtsturnier. Zu blöd, wenn der veranstaltende Verein dann Hallenmiete zahlen müsste und „im Gegenzug“ nicht an den Catering-Einnahmen beteiligt wäre! Kommt, lasst uns äußerst optimistisch sein und mit jährlich 10 Nutzungstagen für solche Veranstaltungen rechnen.
    Und dann haben wir ja noch die superduper SVG, den Profi-Volleyball des Anstoßes für diese Arena.

    Vor dem Hintergrund, dass 12 Legionäre (darunter in der kommenden Saison 7 Ausländer) professionell ihrem Hobby ca. 14-mal pro Jahr vor Zuschauern (Herr Bahlburg wird sich noch wundern, wie wenige der erträumten es sein werden) nachgehen können, erscheinen 20 Millionen geradezu als Schnäppchen, nicht wahr? Besonders, wenn man den nicht vorhandenen Werbewert der Tingeltangel-Truppe dagegen rechnet. By the way: Warum nur überträgt sport1 überwiegend Spiele der Frauen-Volleyballbundesliga?

    FKP-Scorpio, der Konzert-Veranstalter, der in der Champions-League spielt und der wegen seiner nicht zum Landkreis passenden Professionalität, von euch als Betreiber ausgebootet wurde und die Betreiber der Barclaycard-Arena (die natürlich auch keine Ahnung haben, wie es im Landkreis Lüneburg läuft) haben unisono dargelegt, dass ohne Sport der Arena-Betrieb wirtschaftlicher ist. Ganz zu schweigen, von den absolut irrsinnigen (kostenlosen) Trainingszeiten!

    Deshalb gratuliere ich euch von ganzem Herzen zu eurer Entscheidung für mehr Sport und weniger Event! Ihr seid klasse! Und wenn man es oft genug versucht, dann hat man irgendwann auch mal Glück. Also, immer schön weiterdenken.

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    • Otto Berg schreibt:

      Sie beziehen sich auf den LZ-Artikel: https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/luneburg/2593329-arena-mehr-sport-weniger-event-geringere-kosten

      Jetzt geht es den „Narratoren“ offenbar wieder darum, im Schulterschluss die drohenden juristischen Konsequenzen wegen flagranten Verstoßes gegen gesetzliche Bestimmungen des niedersächsischen Beihilferechts mit den Mitteln des epischen Theaters abzuwehren.

      Die wievielte PR-Inszenierung des lachhaften Breitensportmärchens ist das jetzt eigentlich? Ich habe nach dem zehnten „Paradigmenwechsel“ im März 2017 aufgehört mitzuzählen. Tatsache ist, dass ein hochbetonierter Multimillionenwahnsin zum Nachteil des Lüneburger Sports in die ungeeignete Enge eines verkehrlich lange schon überlasteten Gewerbegebietes gezwängt weden soll, OHNE DASS JEMALS SINN, ZWECK UND ERWARTBARER NUTZEN DER HALLE AUF DER GRUNDLAGE BELASTBARER DATEN BESCHRIEBEN WORDEN WÄREN.

      Man hat angefangen zu planen, zu schwindeln, auszuschreiben, Geld auszugeben und superteure Fertigbauteile bei lieben Bekannten zu ordern – OHNE ZU WISSEN WOZU.

      Daraus erklärt sich das orientierungslose Schwanken beim „Entscheiden“ und „Begründen“. Bis heute gibt es KEINE professionelle BEDARFSANALYSE (Voraussetzung schon der Inangriffnahme eines solchen „Invests“). Die GEMEINWOHLDIENLICHKEIT des Baus ist beim besten Willen NICHT ZU ERKENNEN. Kein Mensch weiß zu sagen, wer diese „Arena“ eigentlich braucht (außer natürlich die beiden profitierenden Privatunternehmer Andreas Bahlburg und Klaus Hoppe, denen „von der öffentlichen Hand“ ein Rundum-sorglos-Paket paradiesischer Daseinsvorsorge geschnürt wird).

      Und übrigens, sogar wenn die von Ihnen beschriebene kollektive Selbsttäuschung erneut greifen sollte, die gemeinschaftlich versuchte 20 Millionen Euro-Deckelung würde nur die reinen BAUKOSTEN des Riesenunfugs betreffen. Die GESAMTKOSTEN (dazu gehören u. a. Erhaltungs-, Betriebszuschuss-, Verkehrsertüchtigungs-, Parkraumbeschaffungs, Transportkosten usw.) werden locker bei 40 Millionen Euro liegen (Ulf Reinhardt rechnet sogar mit bis zu 80 Millionen Euro).

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  20. Sibylle Hillmer schreibt:

    EINE SCHANDE MIT ANSAGE.

    UND EIN TIEFPUNKT POLITISCHER KULTUR.

    PFUI !

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  21. Karl Beck schreibt:

    Hallo Herr Reinhardt,

    ich schließe mich Herrn jo bembels Lob an und bedanke mich für Ihre Arena-Texte, die mehr zur Aufklärung des ungeheuerlichen Planungs- und Finanzierungsdesasters beigetragen haben, als alles, was bisher aus den Gremien und Amtsstuben des Rat- und des Kreishauses „nach draußen“ gedrungen ist.

    Wieso es angesichts dieses Fiaskos vonseiten der Kommunalaufsicht beim Innenministerium bisher nicht zu disziplinarrechtlichen Ermittlungen gegen den Landrat und den Ersten Kreisrat gekommen ist, kann ich nicht begreifen.

    Eine weitere öffentliche Sitzung des Kreistages hat vorgestern, am Montag, den 1. Juli 2019 von 16:00 – 18:30 Uhr im Schützenhaus Bardowick am St. Dionyser Weg 2 stattgefunden. Sind Sie dort gewesen? Der Tagesordnungspunkt Ö 25 versprach einen „Sachstandsbericht“ zur „Arena Lügengurker Schand“ (K. Schnell). Was kam denn dort zur Sprache? Etwa: Die trotz einer Übereinkunft von Statiker, Prüfstatiker und Betonwerk über eine standsichere Konstruktion des Tragwerks am 29. April 2019 immer noch nicht vollständig zur Prüfung vorgelegte Statik? (Hier war noch eine Sicherheit bis Ende Mai in der Terminplanung vorgesehen, ansonsten drohen weitere erhebliche Verzögerungen.) Anpassung der verbindlichen Ausführungsfristen? Was ist mit den bereits eingereichten Behinderungsanzeigen verschiedener Gewerke (Rohbau, Erdbau, Elektro und Heizung/Sanitär)? Wie steht es um die Passung der Fahrstuhlschächte? Um die intendierten „Einsparungen“? Um das versprochene Einschalten eines Wirtschaftsürüfers und eines Fachanwaltes zur Erhellung des Planungsskandals? Usw.

    Übrigens gibt es zur Täuschung der Kreistagsmitglieder durch Landrat Manfred Nahrstedt vor der von ihm dringend gewünschten Baubeschlussfassung am 17. Dezember 2018 nun im Wortprotokoll der Sitzung vom 13. Mai 2019 (unter TOP: Ö 11 „Sachstandsbericht Arena“) viele bestätigende Meldungen:

    „Es tut mir wirklich leid, dass ich Ihnen mit der Kreistagsvorlage im Dezember 2018 eine Beschlussfassung mit einer unkorrekten Bausumme und ohne mindestens 15%igen Sicherheitsaufschlag zur Abstimmung vorgelegt habe. Die Vorlage war fehlerhaft.“ (M. Nahrstedt)

    [Dass Nahrstedt den Unterschied zwischen Wahrheit und Unwahrheit nicht begreift, belegt, wenn er gleich anschließend an das Geständnis seines gravierenden, „unentschuldbaren“ [G. Dubber] Fehlhandelns – und dies erneut OHNE jeden Anhalt im Realen (denn eine Bedarfsanalyse gibt es bis heute nicht) – behauptet: „Trotz all der negativen Meldungen in den Medien zum Bau der Arena Lüneburger Land hat die Fertigstellung der Arena in der Bevölkerung eine große Unterstützung.“]

    „Fest steht, dass wir am 17. Dezember [2018] über eine Vorlage beraten haben, die objektiv falsch war, dass uns überholte Zahlen präsentiert wurden, obwohl die aktuellen Kosten lange in der Verwaltung vorlagen. Trotz intensiver Vorbereitung im Begleitgremium, im Kreisausschuss, trotz schriftlicher und mündlicher Nachfragen nicht nur aus dem KT haben wir am Ende ohne richtige Informationen beschlossen.“ (G. Dubber)

    „In Wahrheit stellte sich bei der Akteneinsicht doch klar heraus, dass wesentliche Informationen nicht mit der Politik diskutiert wurden. Immer wieder wurde vertröstet, wurden zeitnah neue Vorlagen zugesagt oder lediglich fehlende „Details“ eingeräumt. Am Ende waren die vorgelegten Zahlen schlichtweg falsch. […]Wir können und wollen nicht einfach zur Tagesordnung übergehen, wenn die Verwaltungsspitze Beschlüsse auf einer fehlerhaften Grundlage herbeiführt.“ (P. Kruse-Runge)

    „Was hier in den letzten Wochen abgelaufen ist, schlägt dem Fass den Boden aus. Das ist kein Schildbürgerstreich, sondern ein politischer Skandal. […] Hier waren Leute am Werk für die dieses Projekt nicht nur eine Nummer, sondern insgesamt zu groß war. Und die auch leider nicht genug Mumm in den Knochen hatten, das rechtzeitig zuzugeben.“ (G. Plaschka)

    „Die Bedarfsermittlung ist unumgänglich, weil wir unterschiedliche Wahrnehmungen haben. Im Kreistag heißt es, die Einwohner im Landkreis wollen diese Halle, in den Blog‘s und Leserschreiben gibt es einen anderen Eindruck. Deshalb ist es besonders wichtig, die Besucherzahlen zu evaluieren und dazu sollte die Einwohnerbefragung untermauernd berücksichtigt werden.“ (C.-E. Niemeyer)

    „Ich persönlich bin enttäuscht, weil ich getäuscht wurde. Und das, wie sich jetzt bei der Akteneinsicht herausstellte, in mehrfacher Hinsicht.“ (F. Stoll)

    „Den Protokollen entnehme ich, dass ich zu den Themen Kostenermittlung, Veranstaltungen, Besucher, Kostennutzungsberechnung und Betriebskosten in den Kreistagssitzungen immer wieder Fragen gestellt habe. Jedoch habe ich keine qualifizierte Antwort bekommen.“ (M. Gödecke)

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    • Ulf Reinhardt schreibt:

      Hallo Herr Beck,

      vielen Dank für Ihr Lob und die guten Informationen aus den Wortprotokollen.
      Ich war nicht bei der genannten Kreistagssitzung, da die Sachstandsberichte zur Arena nie sehr erhellend sind. Immer wird in rein mündlicher Form ohne vernünftig aufbereitete Zahlen vorgetragen. Ein Wunder, dass Kreistagsabgeordnete sich diesen Stil gefallen lassen und die Berichte nicht anschließend mit Fragenkatalogen zerpflücken.
      Ich bleibe weiter dran!

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  22. Ulf Reinhardt schreibt:

    Hallo Herr Bembel,

    keine Ihrer Fragen zum Verkehrskonzept (Fahrradstellplätze, zusätzliche PKW-Stellplätze, Shuttle-Verkehr) kann ich Ihnen beantworten. Es existiert kein Verkehrskonzept und die Aufträge für die Außenlagen sind noch nicht vergeben. Die Verkehrsprobleme sollen nach Bekunden des Landkreises wie der Stadt Lüneburg erst nach der Eroffnung der Arena gelöst werden. Auch die angestrebten Mietverträge für PKW-Stellplätze bei benachbarten Firmen scheinen noch nicht in nennenswerter Anzahl abgeschlossen zu sein.

    Die Verwaltung der Stadt Lüneburg hat übigens in der letzten Woche mit dem mehrheitlichen Ratsbeschluss eines Antrags der Grünen den Auftrag erhalten, die Verkehrsproblematik noch vor der Eröffnung zu lösen. Das wird jedoch nicht einfach möglich sein, da neben einem massiven Ausbau des ÖPNV große P&R Plätze geschaffen werden müssten. Unklar ist auch, wer die Kosten dafür tragen soll, welche ganz sicher im 7-stelligen Bereich liegen.

    Nach der Nachricht der letzten Woche „SVG zieht nach Hamburg“ stellt sich die Frage, ob die SVG überhaupt wieder nach Lüneburg zurückkommt oder es vielleicht in der neuen Hamburger Halle mit bis zu 6.000 Personen langfristig besser gefällt? Hellhörig machen muß hier, dass die Halle nicht nur für Spiele, sondern auch für das Training gebucht wurde.

    Die Arena ist in erster Linie für den SVG geplant worden. Der SVG werden im Betreibervertrag weitgehende Nutzungsrechte eingeräumt. Wie hat sich denn der Landkreis wiederum gegenüber der SVG abgesichert? Gibt es eine 20-jährige Vereinbarung, welche die langfristige Nutzung durch die SVG festschreibt oder kann die SVG trotz Arena-Bau von heute auf morgen nach Hamburg verschwinden? Wen würde es wundern, wenn der Landkreis auch hier ohne vertragliche Absicherung leichtfertig in Vorleistung gegangen sein sollte?

    Jetzt wäre der absolut richtige Moment, den Wahnsinn einer Investition von 60-80 Mio. über 25 Jahre mit einen immer zweifelhafteren Nutzen noch zu stoppen! Die bisher 13 Mio. abgeschlossenen Bauverträge werden nach meiner groben Einschätzung zu Zahlungen für entgangene Gewinne und Baumaterial sowie schon erbrachte Leistungen von 6-7 Mio. führen, Nach einem Verkauf des Grundstücks für 2 Mio. sollte dann nicht mehr als ein überschaubarer Verlust von 5 Mio. verbleiben, welche anstatt einer sinnentleerten Investition von 60-80 Mio. über 25 Jahre zu tragen sind.

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    • jo bembel schreibt:

      „Bringen sie lieber gleich die Rechnung, falls der Laden hochgeht.“
      „Wer wird ‛ne Beerdigung hochgehen lassen?“
      „Na, ich kenn welche, die haben vor nichts Ehrfurcht.“
      (Filmzitat aus „“Manche mögen’s heiß)

      Hallo Herr Reinhardt,
      ich bin vollkommen mit Ihnen einer Meinung, dass der desaströse Unfug jetzt beendet werden muss. (War nicht eines der Argumente für den Bau, dass der Landkreis ihn sich leisten kann? Und jetzt geht es nur noch um die Höhe des Nachtraghaushalts! Wenn es denn mit einem getan ist.)

      Auch beim Libeskind-Zentralgebäude gab es den Moment (2014), an dem klar war, dass die Kosten total aus dem Ruder und ins Uferlose laufen werden. Zu diesem Zeitpunkt waren ca. 30 Millionen Euro verbaut und für in etwa die gleiche Summe hätte ein Zweckbau errichtet werden können.
      Wie wir wissen, geschah dies nicht, denn „Bei einem sofortigen Baustopp müssten laufende Verträge trotzdem weiterbezahlt werden, ein neues Zentralgebäude in Standardversion wäre auch nicht umsonst zu haben; zudem riskierte man den Zehn-Millionen-Euro-Zuschuss der EU. Dazu kämen auch noch einige weiche Faktoren wie der immense Imageschaden für das Land, die Region Lüneburg und die Leuphana selbst. In der Abwägung spreche dies alles für den Weiterbau.“ (Ministerin Heinen-Klajic).

      Und der größte Skandal im Zusammenhang mit dem Libeskind-Zentralgebäude (Stichwort: Brandschutz) wartet noch darauf, aufgedeckt zu werden. Es bedarf nur noch eines Ehrfurchtslosen.

      … und dann steht Lüneburg ganz ohne Leuchtturm da.

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  23. jo bembel schreibt:

    Hallo Herr Reinhardt,

    Wenn an der Arena nur Stellfläche für ca. 270 PKW vorhanden sein werden, für wieviel Fahrräder werden Bügel montiert und sind diese schon kostenmäßig erfasst? Oder ist Fahrrad-Domino angesagt?

    Wird der Fahrrad weg auf dem Arenagelände asphaltiert / betoniert oder (wie die PKW-Parkfläche) geschottert? Über Letzteres würden sich die Radler besonders freuen. Fast noch mehr, als über einen aufgeweichten Untergrund.

    Wie sieht es denn mit Halteflächen für die Shuttle-Busse auf dem Gelände aus? Oder sollen die außerhalb halten? Bewegung hat noch niemanden geschadet.

    Anmerkung: Für 800-1.000 Volleyball-Fans wird sich ein Shuttle-Dienst nicht lohnen. Zumal ein Spiel knapp eine Stunde aber auch mehr als zwei Stunden dauern kann.

    Herzliche Dank für alle Ihre Beiträge.

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  24. Ulf Reinhardt schreibt:

    Hallo Herr Berg,

    der Artikel hält definitiv nicht, was er verspricht. Lautet die Überschrift noch „Wie Klaus Hoppe Stars in die Arena locken will“ so findet sich im Text nur die Erklärung „Wir beobachten, dass immer mehr Menschen gern Events unter einem Dach besuchen“. Unklar bleibt, was damit gemeint ist und wie die Stars tatsächlich in die Arena gelockt werden sollen.

    Erstaunlich klar werden nun jedoch auch von der Betreiberseite die Probleme angesprochen. Korrektur der Zuschauerprognose von 250.000 auf 140.000, Anschlussbeschäftigung der Campus-Mitarbeiter sowie die Schwierigkeiten bei der Vermarktung der Namensrechte.
    Wie unten auf die Frage von Irmelie S. schon erläutert, muss das Konzept „Alles für alle“ scheitern.

    Viele Veranstaltungsformate, die derzeit im sehr erfolgreichen Vamos stattfinden, sind größenbedingt in der geplanten Arena überhaupt nicht denkbar, da von vielen Künstlern ein kleinerer Rahmen bevorzugt und die „Arena-Atmosphäre“ mit Zuschauerrängen abgelehnt wird. Für ganz große Events hingegen ist die Arena deutlich zu klein. Folglich werden viele Veranstaltungen, welche bisher im Vamos stattgefunden haben, für Lüneburg vollständig verlorengehen und die verbleibenden häufig von halbleeren Rängen geprägt sein. Für Tagungen ist die Arena im Übrigen völlig ungeeignet, Abibälle können ebenfalls im passenderen Rahmen in dem Libeskindgebäude sowie in dem neu gebauten Tagungszentrum eines Adendorfer Hotels gefeiert werden.

    Neben den Baukosten, welche zwischen 30 und 40 Mio. liegen werden, wird die Arena langfristig jährliche Betriebskosten von mehr als 1 Mio. Euro verursachen.

    Der nächste politische Einschlag wird kommen, sobald der Betreibervertrag beihilferechtlich geprüft wird. Bei Betriebskostenzuschüssen, welche ein Vielfaches der jährlichen Pacht betragen, wird man kaum zu dem Ergebnis kommen, dass dies beihilferechtlich unbedenklich sein kann.

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    • Klaus Bruns schreibt:

      nehmen sie eine wette an herr reinhardt? ihr zitat:Der nächste politische Einschlag wird kommen, sobald der Betreibervertrag beihilferechtlich geprüft wird.
      nichts dergleichen wird passieren.

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      • Justin Zimmer schreibt:

        Wenn die Staatsanwälte im Kreishaus Akten und Computer beschlagnahmen und mehrere leitende Wahlbeamte in Untersuchungshaft nehmen, wird schon was passieren.

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  25. Klaus Bruns schreibt:

    bei der jetzigen landratswahl konnte man eines erkennen: die politik hat sich vom volk getrennt. die wahlbeteiligung spricht bände. und es hätte gereicht , wenn nur einer zur wahl gegangen wäre, es hätte einen ,,neuen“ landrat gegeben. der bürger kann überhaupt nicht mehr auf die dummheiten der politik im rahmen der gesetze reagieren. die politik mit ihren wenigen mitgliedern bestimmen über das volk. wie absurd ist das?

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    • Luise Harms schreibt:

      Klaus Bruns, empfindet das Volk sich von den Politikern wirklich als alleingelassen? Steht es bibbernd am Rande und ängstet sich? Laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) ist der Anteil derjenigen Bundesbürger, die sich einsam fühlen, kleiner geworden. Allein zwischen 2013 und 2017 sank er von 10,5 auf 9,5 Prozent. IW-Präsident Arndt Günter Kirchhoff (verwitwet, keine Kinder, Sternzeichen: Einsiedlerkrebs) zeigte sich zuversichtlich, die Vereinsamung hierzulande in den kommenden Jahren weiter ins soziale Abseits verwaisen/verwaisen zu können. „Voraussetzung dafür wäre allerdings eine Einzelfinanzierung, um solche Einsamkeitsstudien täglich mit knapp 8 Millionen Menschen durchführen zu können. Ich würde die Befragungen auch im Alleingang machen, mir ist ohnehin so öde!“ schrieb der im gottverlassenen Dachtmissen zurückgezogen lebende Einzelgänger über seinen Twitter-Account „Fuchs und Hase“ (0 Follower).

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      • Klaus Bruns schreibt:

        nun, die überheblichkeit der politik mit ihren vertretern ist doch greifbar. zitat: ihr wählt uns alle vier jahre, den rest machen wir. diese gedanken sind doch nicht allein auf die spd begrenzt. die spd und die cdu haben es jetzt vielleicht begriffen, allein bleiben sie allein. ich nehme aber an, bis zur nächsten wahl , ist alles wieder vergessen und schöngeredet. solange cdu und spd zusammen es schaffen, irgendwie eine mehrheit zustande zu bringen, um die liebe konkurrenz in schach zu halten, werden sie es tun. die politik braucht aber das volk, das volk aber die politik nicht. ein beispiel: in belgien gab es zwei jahre lang keine regierung. niemand hat sie vermisst.

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  26. Otto Berg schreibt:

    Hallo Herr Reinhardt,

    vielen Dank für Ihre Antworten.

    Unter Punkt 8 erörtern Sie die beihilferechtliche Problematik und erklären: „Die Arena ist (…) ganz sicher nicht als eine ‚gemeinwohlorientierte Einrichtung‘ zu werten. (…) Beihilferechtlich ist dieses Projekt daher hochgradig bedenklich.“

    Vorgestern, am Dienstag hat Herr Hoppe über einen Artikel im Hamburger Abendblatt noch einmal etwas Druck aufgebaut und Eckpunkte seines „Konzepts“ in ein günstiges Reklamelicht rücken lassen. Woher er seine Erkenntnisse über Bedarfs- und Auslastungszahlen nimmt, auf der Basis welcher emprischen Erhebungen über welchen Beobachtungszeitraum seine Annahmen und Behauptungen gründen, verrät Herr Hoppe uns aber nicht. Offenbar schmökert er viel und verlässt sich ansonsten auf sein „Bauchgefühl“. Das kann er ja wohl auch, da das unternehmerische Risiko seines „Projekts“ allein bei den Steuerbürgern des Landkreises liegt.

    HA-Redakteur Rolf Zamponi referiert die Einlassungen des „50-Jährige Kulturwissenschaftlers“ Hoppe folgendermaßen:

    a) Herr Hoppe sei überzeugt von den Chancen, die die Halle bieten werde. „Wir beobachten, dass immer mehr Menschen gern Events unter einem Dach besuchen“, sage Hoppe.

    b) In Mittelhessen sei die Zahl der Veranstaltungen von 2017 auf 2018 von 119 auf 139 gestiegen. Bei den Besuchern habe es ein Plus von 152.000 auf 196.000 gegeben, wie das Fachmagazin Stadionwelt Inside berichte. [Das muss was bedeuten! Nur was?]

    c) Firmen-Events, Präsentationen von Neuheiten vor ihrer Markteinführung, Galas, Abi-Bälle, Lifestyle- und Genuss-Märkte: Alles das werde auch in der Arena möglich. Das sei die „kulturelle“ Seite.

    d) Die sportliche Seite betreffe vor allem die Bundesliga-Volleyballer der SVG Lüneburg Spielbetriebs GmbH [ein Unternehmen, dem Herr Hoppe als Gesellschafter angehört und das er als Sponsor unterstützt].

    e) Die jetzige Halle in Reppenstedt sei auf die Dauer nur noch peinlich“, meine Herr Hoppe.

    f) Schließlich glaube Hoppe, in die E-Gamer-Szene einsteigen zu können. „Mit einem Partner könnten wir [Wer ist „wir“?] zur landesweiten Spielstätte werden.“

    g) Die 250.000 Besucher per annum, mit denen Herr Hoppe unmittelbar vor dem Baubeschluss vom 17. Dezember 2018 via Lünepost für die „Arena der Möglichkeiten“ Reklame gemacht hat, hat er sich zwar abgeschminkt. Insgesamt rechne er vorersst mit rund 100 Terminen und knapp 141.000 Besuchern.“

    h) Auch Herr Hoppe ist der Ansicht, es müsse „vor allem, wenn mehr als 1000 Gäste an einem Abend erwartet werden, ein Verkehrskonzept geben“. Ein solches „Konzept“ habe Herr Hoppe sich auch schon überlegt: „Wir [whoever that is] werden Flächen von Unternehmen in der Nähe anmieten und Shuttle-Busse buchen“, sage Hoppe.

    i) Auch Bauorganisatorisches beschwert das Herz von Herrn Hoppe: Die „Lage nach dem Wechsel in der Arena-Projektleitung“, seufzt Herr Hoppe, sei nicht einfacher geworden!

    k) Den Unternehmer Hoppe plagen aber noch weitere Sorgen: „Betroffen vom späteren Start sind auch die Mitglieder des festangestellten Event-Teams von Campus und die knapp 60 Helfer, denen im kommenden Jahr vorerst eine Anschlussbeschäftigung fehlt. Denn für die Vamos-Kulturhalle laufen die Verträge Ende 2019 aus.“

    l) Nach Hoppes Meinung würden „auf Stadt und Landkreis künftig jährlich Betriebskosten im mittleren sechsstelligen Bereich zukommen. Dagegen rechnen können die Kommunen aber die Pacht von Campus. Die fällt fünfstellig aus und steigt über die Vertragsdauer von zehn Jahren an.“ [Woher er diese Zuversicht nimmt, verschweigt Herr Hoppe leider.]

    m) Und Herr Hoppe hat noch ein Anliegen: Er möchte „den Namen der Arena gern zu seinen Gunsten vermarkten“, hält das aber „vor allem durch die politische Diskussion über das Projekt derzeit“ für schwierig. Warum, erläutert er allerdings nicht.

    Alle Punkte sind zitathaltige Paraphrasen eines Artikels aus dem Hamburger Abendblatt von Dienstag, den 11. Juni 2019: https://www.abendblatt.de/hamburg/harburg/article226141173/Wie-Klaus-Hoppe-Stars-in-die-Arena-locken-will.html

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  27. Ludwig Knösel schreibt:

    Wer haftet für Schäden und Arbeitszeitausfälle, wenn sich auf den Bundesstraßen 4 und 209 und auf der Bockelmannstraße, der Artlenburger Landstraße und auf dem Grünen Weg um die geplante Spielstätte der SVG an den Spiel- oder Veranstaltungstagen regelmäßig große Staus bilden?

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  28. Irmelie S. schreibt:

    Herr Reinhardt,

    John Kosmalla, Architekt aus Kirchgellersen, der als „Bauretter“ seit Jahren für RTL II in ganz Deutschland unterwegs ist und nun auch Tipps beim Lüneburger Portal Musterhaus.net. gibt, sagt:

    „Es wird zu groß gebaut“

    Herr Kosmalla illustriert das an einem Beispiel:

    „Wenn die Oma dreimal im Jahr zu Besuch kommt, ist der monetäre Aufwand für ihr Gästezimmer deutlich größer, als wenn sie jedes Mal im gehobenen Hotel untergebracht würde.“

    Ist das nicht ein treffliches Gleichnis für die Arena und und deren Hauptgast, die SVG?

    Den Volleyballern für elf Heimspiele pro Jahr einen 50 Millionen Euro-Dom vorzuhalten, in welchem auf das Ausstattungs-Equipment für weitere Sportarten verzichtet wurde, ist das nicht eine Parallele zum Luxusschlafraum der Kosmallaschen Anspruchs-Omi? Ist der monetäre Aufwand für Herrn Bahlburgs Spielzimmer nicht ebenfalls deutlich größer, als wenn er mit seiner internationalen Truppe jedes Mal in einer Schul- und Breitensporthalle mit einem gehobenen Dach untergebracht würde?

    Bezug: https://www.landeszeitung.de/blog/wohnen/2582715-es-wird-zu-gross-gebaut

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    • Ulf Reinhardt schreibt:

      Ihre These trifft aus meiner Sicht sowohl auf die Sportveranstaltungen des SVG als auch auf die Kulturveranstaltungen zu:

      Die Volleyballer, welche übrigens für 100.000 € Aufwand zur Absenkung des Bodens schon vor einigen Jahren eine vorhandene Lüneburger Sporthalle mit entsprechender Deckenhöhe hätten bekommen können, sind übrigens gar nicht so gerne in zu großzügigen und damit leeren Hallen unterwegs. So rechnet auch kein Mensch damit, dass die Spiele in Lüneburg demnächst 3000 bis 3.500 Zuschauer anziehen werden. Das Ergebnis wird eine halbleere Halle sein, welche fast die doppelten Bau- und Betriebskosten verursacht wie eine Halle mit einer Kapazität für 1.500 Zuschauer.

      Ähnliches trifft auf Kulturveranstaltungen zu. Viele Veranstaltungsformate, die derzeit im sehr erfolgreichen Vamos stattfinden, sind größenbedingt in der geplanten Arena überhaupt nicht denkbar, da von vielen Künstlern ein kleinerer Rahmen bevorzugt und die „Arena-Atmosphäre“ mit Zuschauerrängen abgelehnt wird. Für ganz große Events hingegen ist die Arena deutlich zu klein. Folglich werden viele Veranstaltungen, welche bisher im Vamos stattgefunden haben, für Lüneburg vollständig verlorengehen und die verbleibenden häufig von halbleeren Rängen geprägt sein. Für Tagungen ist die Arena im Übrigen völlig ungeeignet, Abibälle können ebenfalls im passenderen Rahmen in dem Libeskindgebäude sowie in dem neu gebauten Tagungszentrum eines Adendorfer Hotels gefeiert werden. Das propagierte Konzept „Alles für alle“ kann nicht funktionieren.

      Im Ergebnis wird statt einer angemessenen und ebenso für den Breitensport nutzbaren Sporthalle für den SVG eine völlig vermessene Eventhalle gebaut, deren Nutzen in keinem Verhältnis zu den Kosten steht und die auch nicht gemeinwohlorientiert sein kann, da eine weitergehende Nutzung für den Breitensport standort- und größenbedingt ausgeschlossen wurde. Neben den Baukosten, welche zwischen 30 und 40 Mio. liegen werden, wird die Arena langfristig jährliche Betriebskosten von mehr als 1 Mio. Euro verursachen.

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  29. Ulf Reinhardt schreibt:

    Hallo Herr Berg,
    gerne versuche ich, auf Ihre Fragen zu antworten.

    Fragen 1&2: Ich habe keine Ahnung, wer sich damals mit wem abgestimmt hat und wer der Arbeitsgruppe angehörte. Allerdings muss ich einschränken, dass ich das Thema zu dem Zeitpunkt noch nicht verfolgt habe. Interessant wäre jedoch die Entscheidungsgrundlage des Kreistages, welche im Sinne eines transparenten Prozesses eine qualifizierte Bewertung unterschiedlicher Standortalternativen enthalten sollte. Meines Wissens gibt es so eine Beschlussvorlage nicht, somit kann der Entscheidungsprozess nur als hochgradig intransparent bewertet werden. Entscheidungen auf der Grundlage unvollständiger bzw. mangels qualifizierter Prüfung von Alternativen sachlich unzureichender Beschlussvorlagen sind eine völlig unzureichende Legitimierung.

    Frage 3: Die Vorgänge um den Erwerb des Grundstücks sowie die Gründe des Rückzuges aus dem PPP-Modell sind bis heute nicht (also auch nicht mit der Antwort des Landrates an das Innenministerium) transparent dargelegt worden und bieten daher jede Menge Raum für Spekulationen.

    Frage 4: Die Standortentscheidung für die Arena ist mir wie auch vielen anderen mangels entsprechender Bewertungskriterien und qualifizierter Prüfung von Standortalternativen völlig unklar. Ebenso verhält es sich zu der Frage, warum das zitierte Kompetenzteam nicht in der Lage war, ein besseres Ergebnis zu erzielen. Liegt es möglicherweise daran, dass wie vom Landrat eingeräumt „vermutlich die Bauherreninteressen nicht ausreichend vertreten wurden“? Wessen Interessen wurden dann vertreten? Dies ist natürlich eine der Kernfragen, welche das niedersächsische Innenministerium nach der entsprechenden Antwort von Herrn Nahrstedt hoffentlich prüfen wird.

    Frage 5: Auch die Frage, wie der Landrat als Bauherr eine mangelnde Kostenkontrolle einräumen kann, ohne von seiner persönlichen Haftung für die daraus resultierende Verschwendung von Steuergeldern zu sprechen, ist ein Mysterium und kennzeichnet den Verlust jeglicher positiven politischen Kultur.

    Frage 6: Der „Kostenanstieg“ bedarf keiner weiteren Erklärung, als dass der Kreistag und die Öffentlichkeit laufend getäuscht wurden, da es sich bis heute nie um seriöse Kostenplanungen auf Grundlage von vollständigen Ausführungsplanungen und den entsprechenden Ausschreibungsergebnissen, sondern um hochgradig unsichere Kostenprognosen auf der Basis unvollständiger Planungen und Ausschreibungen handelt.

    Frage 7: Das Vorgehen des Landrates und insbesondere seine abenteuerliche Begründung für die unzutreffende Beschlussvorlage für den Bau der Arena kann wohl kaum anders gewertet werden, als dass der Baubeschluss ungeachtet der unzureichenden Kostenplanungen gefasst werden sollte:
    „Ein Vergleich mit der Gesamtkostenaufstellung vom 18.10.2018 hätte nicht zu einer exakten Benennung von Mehrkosten geführt, weil eine fachliche Prüfung bis zur Versendung der Sitzungsvorlage unmöglich war.“
    Das heißt nichts anderes als „Wir wussten, dass wir die Vorlage nicht mehr ausreichend prüfen konnten und diese möglicherweise unzutreffend war, aber haben diese dennoch versandt und den Baubeschluss der Arena somit ermöglicht“.

    Frage 8: Die Arena ist mit dem im Betreibervertrag verankerten Grundsatz „Vorrang von kommerziellen Veranstaltungen“ und der Absage der Schulen aufgrund der mangelnden Eignung des Standortes ganz sicher nicht als eine „gemeinwohlorientierte Einrichtung“ zu werten. Darüber hinaus übersteigen die Betriebskostenzuschüsse an den Betreiber die Pachteinnahmen um ein Vielfaches. Beihilferechtlich ist dieses Projekt daher hochgradig bedenklich. Dieses Problem wird bis heute ausgeblendet und wird langfristig zu massiven Problemen führen und das Betreibermodell in Frage stellen.

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    • Andrea Schöller schreibt:

      Sehr geehrter Herr Reinhardt, Jens Böther, der frisch gewählte Landrat, meinte beim LZ-Wahlforum am zurückliegenden Mittwochabend in der Musikschule Lüneburg vor rund 180 Interessierten, darunter auch Gymnasiasten der Herderschule Lüneburg: „Die Arena taugt nicht für den Schulsport. Es sind keine Geräteräume geplant, es gibt nur zwei Umkleideräume. Sie ist lediglich für Ballsport geeignet.“

      Für Ballsport? Ist die Arena nicht nur für Volleyball geeignet? Weder Fußball- oder Handballtore noch Hockeyfilz oder Basketballkörbe sind vorgesehen.

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  30. Klaus Bruns schreibt:

    was soll die aufregung hier? der neue landrat wird doch bestimmt die fehler seines vorgängers korrigieren, oder? und die abgeordneten werden mit voller begeisterung dem landrat jegliche unterstützung zukommen lassen. alles andere wäre doch ein wunder, oder?

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    • Florian König schreibt:

      Sie meinen, beim alten Landrat alle Fünfe gerade sein lassen, weil er alt ist? Und beim neuen Landrat alle Fünfe gerade sein lassen, weil er neu ist?

      Klar, so kann eine Verfünffachung der veranschlagten Arenakosten innerhalb eines Dreivierteljahres schon mal kameradschaftlich weggegrinst werden.

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  31. Otto Berg schreibt:

    Sehr geehrter Herr Reinhardt,

    Herr Nahrstedt schreibt auf Seite 2 seiner Stellungnahme für die Kommunalaufsicht vom 27. Mai 2019, im Juli, September und November 2015 hätten „Abstimmungsgespräche“ über „eine überregionale Sport- und Wettkampfhalle“ stattgefunden. „Anschließend“, so Nahrstedt, „wurde in einer kleineren Arbeitsgruppe weitergearbeitet, um die Standortauswahl zu treffen, das Bauprogramm festzulegen und die Finanzierung und den Betrieb zu regeln. Die Teilnehmer einigten sich auf ein PPP – Modell mit einem bekannten Lüneburger Investor, der ein in seinem Eigentum stehendes Grundstück an der Lüner Rennbahn als Standort anbot und das Projekt mit dem Architekten Buddelmeyer realisieren wollte.“

    FRAGE 1: Ist Ihnen bekannt, wer sich da im Juli, September und November 2015 mit wem „abgestimmt“ hat?

    FRAGE 2: Wer genau gehörte „anschließend“ zu dieser „kleineren Arbeitsgruppe“, welche die Standortauswahl traf, das Bauprogramm festlegte und die Finanzierung und den Betrieb „regelte“? Wie stand es um die Legitimation dieser „Regelungen“?

    FRAGE 3: Wie kam es, dass der „bekannte Lüneburger Investor“, genau das „Grundstück an der Lüner Rennbahn“ als Standort anbieten konnte, das in dem PPP-Projekt die entscheidende Rolle spielte, welches Manfred Nahrstedt und Ulrich Mädge im Mai 2016 ankündigten, und das an diesem Tag quasi erst seit wenigen Stunden „im Eigentum dieses Investors stand“?

    „Ich habe das Grundstück vergangene Woche erworben, seit geraumer Zeit favorisieren Stadt und Landkreis schon diesen Standort für die Halle“, sagt Sallier auf LZ-Nachfrage in der 18. Kalenderwoche (2. bis 8. Mai) 2016. (https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/326900-eventhalle-in-lueneburg-standort-steht-fest)

    Schon am 12. Mai 2016, während der gemeinsamen Sitzung der Sportausschüsse aus Stadt und Landkreis, auf der Oberbürgermeister Ulrich Mädge und Landrat Manfred Nahrstedt unter dem Tagesordnungspunkt „wettkampfgerechte Sporthalle“ die politischen Gremien in den aktuellen Sachstand eingeweiht haben, fragte Claudia Schmidt (Grüne): „Ist der Standort überhaupt der richtige?“ (https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/328230-neue-arena-fuer-sport-und-kultur-in-lueneburg)

    FRAGE 4: Warum wurde dieser – wie wir seit drei Jahren wissen – absolut berechtigten Kritik am tatsächlich aus ungezählten guten Gründen vollkommen ungeeigneten Standort nie Raum zu Nachdenken gegeben? Warum wurde daran festgehalten und auf „Vereinbarungen und Abreden unter Männern“ auch dann noch gepocht, als das PPP-Konzept aufgrund gravierender Konflikte mit einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen aufgegeben werden musste? (Vgl.: https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/385827-arena-lueneburger-land-kritik-am-finanzierungsmodell-zu-gross „Mädge betonte (…), die Stadt werde die Zusagen, die sie im Rahmen der Verträge mit Sallier getroffen habe, auch bei dem neuen Finanzierungsmodell mit dem Kreis einhalten.“)

    Am 20. März 2018, unmittelbar nachdem Herr Nahrstedt entschieden hatte, den wirtschaftlichen Arena-Betrieb durch die FKP Scorpio zugunsten des unwirtschaftlichen Vorrangs der Privatunternehmungen von Herren Bahlburg und Herrn Hoppe aufzugeben, ließ Herr Nahrstedt in der Landeszeitung erklären, wie breit die Arena-Expertise unter seiner Führung aufgestellt sei:

    Auf die Kompetenz im eigenen Haus und die Tatsache, dass sehr wohl schon externe Fachleute mit den Planungen für die Arena befasst sind, weist Kreispressesprecherin Katrin Holzmann hin: „Der Landkreis Lüneburg vergibt in jedem Jahr sehr viele Aufträge im Umfang von vielen Millionen Euro. Er verfügt über eigene Kenntnisse im Vergaberecht. Organisatorisch hat er eine eigene Submissionsstelle. Jede Vergabe wird vom Rechnungsprüfungsamt geprüft, wo im Vergaberecht speziell ausgebildete Fachkräfte eingesetzt sind. In Ausnahmefällen werden Fachanwälte eingesetzt. So wurde im Fall der Arena das Büro Deloitte bei einer besonderen Fragestellung beauftragt.“ Eine weitere Angelegenheit sei an eine Fachkanzlei in Hamburg herangetragen worden.
    Holzmann weiter: „Eine externe Unterstützung in der Projektsteuerung findet statt durch Jörg Junker, der bereits am Bau der Barclaycard-Arena beteiligt war, Henning Müller-Rost von der Lüwobau und Carsten Rennecke von der Firma Bevenue, der sich in jeglicher Beziehung mit Sport- und Veranstaltungshallen auskennt. Bevenue wurde vom Europäischen Verband der Veranstaltungs-Centren in Frankfurt empfohlen. Als Wirtschaftsprüfer und Steuerberater ist Ernst Hildebrandt von Dierkes & Partner beratend tätig.“ (Quelle: https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/luneburg/1520042-die-geforderte-hilfe-von-aussen-hat-der-landkreis-laengst#comment-157211)

    FRAGE 5: Wie kann es sein, dass Herr Nahrstedt sich am 20. März 2018 querulantische Einreden mit dem Hinweis auf vollumfängliche, erstklassige Kontrolle in allen Bereichen der Planung verbat und sich nun in seinem Schreiben ans Innenministerium auf den Rücken wirft, das Opfer spielt und klagt: „Es gab keine vollständige Kostenkontrolle“?

    FRAGE 6: Wie kann es sein, dass Herr Nahrstedt am 4. September 2018 via Video-Interview mit Herrn Jenckel darüber informiert, allein die Arena-Baukosten (also keineswegs die Arena-Gesamtkosten [!]) würden von zehn auf 15 Millionen Euro steigen, UND KNAPP DREI MONATE SPÄTER (am 27. November 2018) weiß, dass (wieder allein) die Arena-Baukosten von 15 auf 26 Millionen in die Höhe schnellen? Ein ANSTIEG UM ELF MILLIONEN EURO im Grunde in drei Monaten, wie kann das sein?

    Auf den Seiten 4 (unten) / 5 (oben) seiner Stellungnahme (https://jj12.files.wordpress.com/2019/06/arena-anfragen-mdl-und-bund-steuerzahler-1.pdf) schreibt der Landrat am 27. Mai 2019 ans Innenministerium:

    „Die Kreistagssitzung am 17.12.2018 erschien als der wesentliche Termin, 70 % der Bauaufträge waren submittiert, der Zuschlag musste unmittelbar erteilt werden. Die Bindungsfristen waren durch Herrn Jarke in Absprache mit den Unternehmen bis nach der Kreistagssitzung vom 17.12.2018 verlängert worden. Bei einer wiederholten Verschiebung der Entscheidung wären die Vergabeverfahren zu wiederholen gewesen. Die Sitzungsvorlage war in wenigen Tagen zu versenden. Außerdem bestand zur Unterzeichnung des Betreibervertrages eine Frist bis zum Jahresende. Auch hier drohte ggfls. eine Wiederholung der Ausschreibung.

    Erst wesentlich später wurde deutlich, dass die Ausbaukosten der Parkplätze nicht in den Kosten berücksichtig waren. Außerdem zeigte die Gesamtkostenaufstellung vom 27.11.2018 im Vergleich zu der letzten Gesamtkostenaufstellung vom 18.10.2018 Mehrkosten von 1.434.535,72 € netto auf. Die dort weiterhin aufgeführten 295.000 € für den Grundstücksanschluss waren der Politik bekannt gegeben worden.“

    FRAGE 7: Würden Sie sich diesen Passus auch so übersetzen: Nahrstedt wollte den Baubeschluss und den unterschriebenen Betreibervertrag. Das war wichtiger als eine verantwortungsbewusste Auswertung der alarmierenden Kostenwarnung durch Bauleiter Jarnke und auch wichtiger als eine vollständige, den mir bekannten Tatsachen entsprechende Information des Kreistages?

    „Im Zuge der abschließenden Vertragsverhandlungen [mit dem ausgewählten Betreiber, der FKP Scorpio Konzertproduktionen GmbH] haben sich Erkenntnisse verdichtet, wonach die Arena Lüneburger Land unter den Rahmenbedingungen, die der Ausschreibung zugrunde liegen, wirtschaftlich nicht betrieben werden kann.“
    So steht es in der Beschlussvorlage 2018/118 von Herrn Krumböhmer (also auch von Herrn Nahrstedt) für die Kreistagssitzung von Montag, dem 23. April 2018.

    Ist das nicht eine Bankrotterklärung mit Feuerwerk und ganz großem Blech? (Siehe dazu auch meinen Kommentar vom 30. März 2018: https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/1533712-kehrtwende-bei-arena#comment-158581)

    Noch Mitte Februar war glasklar festgestellt worden, was ohnehin jeder von Anfang an wusste: „Aus den Heimspielen der SVG entsteht kein positiver Deckungsbeitrag.“ (Katrin Holzmann, Sprecherin Landkreis Lüneburg: https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/1481802-arena-ohne-volleyballer-wirtschaftlicher)

    Daraus wurde die Behauptung: Erst „im Zuge der abschließenden Vertragsverhandlungen“ hätten sich Erkenntnisse verdichtet, wonach die Arena Lüneburger Land unter den Rahmenbedingungen, die der Ausschreibung zugrunde liegen, wirtschaftlich nicht betrieben werden kann.“ Das ist eine offenkundige Unwahrheit, denn es war IMMER bekannt, dass der Vorrang des Privatunternehmens SVG GmbH einen wirtschaftlichen Betrieb ausschließen würde. Doch die „Rahmenbedingung“, um die es hier geht, ist eben die Berücksichtigung der SVG Spielbetriebs GmbH. Deren Bevorzugung steht aber nicht nur im Widerspruch zu jeglicher Möglichkeit eines wirtschaftlichen Hallenbetriebs, sondern auch zu den Geboten des Beihilferechts, das „eine kostenlose [oder gar subventionierte] Nutzungsüberlassung [verbietet, da sie] […] rechtswidrig [wäre]. Denn der Landkreis würde aus Steuermitteln für einen Zweck, der nicht zu seinem Aufgabenkreis zählt, einem Privatunternehmen eine Zuwendung gewähren.“ (M. Nahrstedt, J. Krumböhmer)

    FRAGE 8: Planung, Bau, Betrieb und Finanzierung der „Arena“ gehören nicht zum Aufgabenkreis des Landkreises, da deren Gemeinwohldienlichkeit weder nachgewiesen, noch erkennbar ist. Die umfangreiche direkte und indirekte Subventionierung des privaten Betreibers steht im Konflikt mit dem niedersächsischen Beihilferecht. Warum wird diese juristische Schwierigkeit derart hartnäckig ausgeblendet?

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  32. jo bembel schreibt:

    Die Arena in ihrem Lauf halten weder nicht nachgewiesener Bedarf noch monströse Kosten auf!

    Obwohl er sich sehr ärgert, wie mit diesem Großprojekt im Kreishaus umgegangen wurde, grinst Candidatus Nobbi aus dem Fliewatüüt heraus, da er weiß, dass Kreistag und Verwaltung jetzt einen guten Weg eingeschlagen haben, um nicht weitere Kostensteigerungen zu erfahren. (Sich taub und blind zu stellen, ist das der gute Weg?) Denn LÜNEBURG BRAUCHT DIESE ARENA: für ZENTRALE Abi-Feiern, Musikevents, weitere Großveranstaltungen und natürlich Bundesliga-Volleyball.

    Auch das Echemer Orakel befürwortet den Bau der Arena als Sport- und Veranstaltungshalle. DIE REGION KANN SIE GUT GEBRAUCHEN. Und jetzt ist Zeit, ALLES zu überdenken und die Kosten DRASTISCH zu senken! Es kann nur durchgestartet werden, wenn neben den Kosten auch das Betriebskonzept überprüft wurde und die Verkehrs- und Parkpklatzfrage gelöst wurde.
    Das Betriebskonzept wird überprüft, aber egal was herauskommt – diese ARENA wird gebraucht und die Kosten können, ohne das Einsparpotenzial zu kennen, drastisch gesenkt werden. Nein, besser geht’s nicht, Böther!

    Die Pfeiler auf der Arena-Baustelle sind nichts anderes als betonierte Stinkefinger, der Vernunft entgegenstreckt.

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    • Martin Lampe schreibt:

      „Die Arena ist genau das wert, was sie am Ende kostet. Das hat Lüneburg sich einfach verdient.“ (F.-J. Kamp, 4. April 2019)

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  33. Kai Würgner schreibt:

    Hallo Herr Reinhardt, nachdem nun geklärt ist, dass die chaotisch beplante Fünfzigmillionen-Arena so gut wie nichts mit Bürgerwünschen, noch das Geringste mit Daseinsvorsorge (es sei denn für Herrn Bahlburg und Herrn Hoppe), geschweige denn irgendetwas mit Gemeinwohlinteressen zu tun hat, frage ich Sie: Bahnhof-Shuttle zur Arena Lüneburger Land, wegen notorischer Stellplatznot im Gewerbegebiet an der Lüner Rennbahn? Wo parken denn dort (am Bahnhof) eigentlich die 3.450 Besucher von außerhalb, die nicht, wie Sie, ich, mein Freund Reineke, Eberhard Manzke oder Karlheinz Fahrenwaldt per pedes apostolorum zur Transfer-Drehscheibe im Viereck zwischen Bleckeder und Dahlenburger Landstraße, Pulverweg und Lösegraben gelangen können?

    Kürzlich las ich, das Fehlen von ca. zweitausend Parkplätzen an der Lüner Rennbahn sowie das Nadelöhr der Zufahrt und das Fehlen von ca. tausend Parkplätzen am Bahnhof und die hunderttausend ungelösten Fragen der Shuttle-Dienst-Organisation würden durch das Angebot von Gisela Plaschka, Rolf Rehfeldt, Henrik Philipp Morgenstern und Manfred Nahrstedt kompensiert, sie alle vier würden mindestens die Hälfte der dreitausendfünfhundert Zuschauer – besonders in den iwäntstarken Wintermonaten – von Amelinghausen aus mit dem Lastenfahrrad direkt vor die hypermoderne Kassenanlage der Arena (unters nun wohl doch unverzichtbare 300.000 Euro-Vordach) pedalieren. Erste Feldversuche, wie das aussehen könnte, sind bereits (allerdings unter den sehr günstigen Witterungsbedingungen von Anfang letzter Woche) zu Werbezwecken für diese pfiffige Idee per Videostream und Standfotos von der LZ dokumentiert worden. Siehe : https://www.landeszeitung.de/wp-content/uploads/2015/06/494787_.jpg

    Was sagen Sie zu diesem (mutmaßlich direkt aus dem landratsamtlichen Innovationsinkubator stammenden) Vorschlag zur Verkehrsinfarkt-Prophylaxe im schwer umkämpften Grenzgebiet zwischen Lüneburg und Adendorf?

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    • Ulf Reinhardt schreibt:

      Hallo Herr Würgner,

      allleine das vollständig fehlende Verkehrskonzept wäre ein ausreichender Grund für einen sofortigen Baustopp. Kaum auszurechnen, was passiert, wenn die Arena ohne eine Lösung der Verkehrsprobleme in Betrieb gehen sollte.

      Ein Shuttle vom Bahnhof kann nur für die wenigen Zuschauer die Lösung sein, welche aufgrund Ihres Wohnortes sowie den zu Nachtzeiten vorhandenen Verkehrsverbindungen in der Lage sind, mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen. Dies trifft derzeit auf einen verschwindend geringen Anteil zu.

      Für alle anderen müssten für ein erfolgreiches Shuttle-Konzept zunächst große P&R -Plätze an den Stadträndern geschaffen werden.

      Übersehen wurde bei der Baugenehmigung in Bezug auf die Parkplätze ebenfalls, dass bei Großveranstaltungen bis zu 150 Mitarbeiter im Einsatz sein werden, welche dann schon mehr als die Hälfte der 272 Parkplätze in Anspruch nehmen werden.

      Die Kosten für den Shuttle-Verkehr trägt laut Betreibervertrag der Landkreis!

      Wenn jedoch das von Ihnen beschriebene Lastenfahrrad-Konzept mit Unterstützung der genannten Personen realisiert werden sollte, sehe ich nun keinerlei Notwendigkeit mehr, die Erstellung eines Verkehrskonzeptes anzumahnen. Da jedoch auf dem Dach der Arena keine ausreichende Photovoltaikanlage vorgesehen ist, mit welcher Ladestrom für die Lastenräder zur Verfügung gestellt werden könnte, muss das Transfer-Team aufgrund dieser Planungsmängel wohl auf elektrische Unterstützung verzichten.

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  34. Berni Wiemann schreibt:

    Der nachtraeglichen Analyse kann ich nur zustimmen. Wenn Herr Reinhardt seine grüne KT-Fraktion und insbes. seine Parteifreunde im Lenkungsausschuss frühzeitig überzeugt hätte, wäre das ARENA-Desaster evtl. vermeidbar gewesen.
    VOR den Abstimmungen gab es bekanntlich nur wenige Realisten aber heute sind alle schlauer.

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    • Erich Biermann schreibt:

      Dann stimmen Sie mit Herrn Jenckel überein? Der Kreistag ist von Herrn Nahrstedt zwei Jahre lang für dumm verkauft worden. Aber müsste es dann nicht auch heißen, daß die Kreistagsabgeordneten sich von Herrn Nahrstedt für dumm haben verkaufen lassen? Denn es wäre doch ihre Pflicht gewesen, nachzuhaken, wo es etwas nachzuhaken gab, zu insistieren, wo sie hätten insistieren müssen, und auf die Bremse zu treten und Umsicht, Gelassenheit und Vernunft anzumahnen, wo der Landrat – eifernd und armwedelnd assistiert von seinem getreuen Franz-Josef – immer wieder großen Zeitdruck aufbaute, besonders Ende 2018, als er ständig mit den Gewehr bei Fuß stehenden Auftragnehmern argumentierte. Malte Lühr hatte deshalb die „Baubeschlussvorlage“ vom 17. Dezember 2018 auch im Vorfeld eine „Friss-oder-stirb-Vorlage“ genannt.

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      • Berni Wiemann schreibt:

        Sg Herr Biermann,
        ich bin nicht sicher ob der Landrat uns „2 Jahre lang für dumm verkaufte“, oder ob er es selbst nicht besser wusste. Ich bin aber sicher, das uns spätesten Ende 2018 die Wahrheit vorenthalten wurde. Obwohl die offiziell angeforderte Kostenübersicht bereits seit Wochen vorlag, wurden uns zur Bauentscheidung falsche Zahlen vorgelegt.
        https://jj12.files.wordpress.com/2019/04/b0ccb350-c79a-4ce1-b0cd-59cbc06b31f3.png?w=640&zoom=2
        Die Gesamtkosten und das Betreiberkonzept wurden frühzeitig in Zweifel gezogen.
        Aber die wenigen Kritiker (aus allen Fraktionen, außer SPD), wurden „ausgegrenzt“ und von der SPD teilw. diffamiert.

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  35. Michi schreibt:

    Da den handelnden Personen weder beruflich noch privat offensichtlich irgendwelche Sanktionen drohen, bleibt alles beim Alten, kostet den Steuerzahler nur jetzt mehr. Bananenrepublik!!!!

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    • Felix schreibt:

      Nach vorne schauen, Michi!!!! Nach den Erfahrungen mit Nahrstedt und Krumböhmer wäre für die kommenden sieben Jahre vielleicht eine Doppelspitze im Kreishaus die Lösung nach Deinem Geschmack:

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  36. Karlheinz Fahrenwaldt schreibt:

    Vor der Kommunalwahl 2016 haben SPD und CDU in Lüneburg mit der Errichtung einer Veranstaltungshalle geworben. Die CDU sogar mit einem Schriftzug auf dem Auto. Es geht sowohl bei der Arena wie auch bei allen anderen Prestigeobjekten (Elphi, BER, Stuttgart 21 oder dem Zentralgebäude der Leuphana) NICHT um eine Kosten-Nutzenrechnung oder gar die „Gemeinwohldienlichkeit“. Im Fokus steht hier die Umverteilung von Unten (Steuergelder) nach Oben (Unternehmer, Banken, Investoren). Und da ist es egal, wem es nutzt und wie hoch der Preis ist. Es wird – mit oder ohne Erklärungsversuche – gebaut, bis der „Point of no Return“ überschritten ist,

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    • Sibylle Hillmer schreibt:

      Sie glauben im Ernst, Herr Nahrstedt würde die Arena bauen, um Steuergeld „von unten nach oben umzuverteilen“? Trauen Sie dem armen Mann da nicht ein bisschen viel Geschick und Weitsicht zu?

      Ich meine, das Problem ist, das Herr Nahrstedt bis heute überhaupt keine Ahnung hat, aus welchem Grund und zu welchem Zweck er die Arena eigentlich bauen lassen will.

      Und die Tragik ist: Niemand im ganzen Landkreis weiß das oder kann das sagen.

      Denn es gibt, wie Herr Reinhardt richtig schreibt, keine Bedarfsanalyse!

      Kommentator „Jo“ hat’s neulich treffend zusammengefasst:

      „Ein Planungsdesaster kosmischen Ausmaßes! Und das für eine Halle am falschen Standort, ohne Gemeinwohldienlichkeit, und ohne dass der Bedarf für diesen Klotz jemals ermittelt worden wäre. Nur Gebölke, Urinwerte und Wunschdenken von beleibten Nasenbären mit Spökenkiekerdiplom haben die Kiste auf den Weg gebracht. Grad so, als hätte Trump schon das Steuer im Kreishaus übernommen.“

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      • Karlheinz Fahrenwaldt schreibt:

        Nach meiner unmaßgeblichen Meinung ist der Landrat Nahrstedt der verlängerte Arm des Lüneburger OB in den Landkreis, völlig ohne eigene Visionen nur ein reiner Verwalter und hat nachdem der Bericht des Landesrechnungshofes das vom OB favorisierte PPP Verfahren zum Scheitern brachte, hat er die Bauleitung für die Arena übernommen und seinen 1. Kreisrat mit der Durchführung beauftragt. Es wird bei der Causa „Arena Lüneburger Land“ wie bei den oben beschriebenen anderen Prestigeobjekte KEINE weitreichende personellen Konsequenzen geben.

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      • Klaus Bruns schreibt:

        sagen wir es doch mal so, ob absicht dahinter steckt, oder nicht, ist hier doch irrelevant. das ergebnis ist das gleiche.man sagt zwar: dummheit schützt vor strafe nicht. in der politik läuft das aber anders. politiker vorsatz zu beweisen, ist in der politik extrem schwer. da stehen ihre seilschaften dazwischen.

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      • Peter schreibt:

        Man kann sich über Lüneburger Politik nur Wundern. Die Stadt wächst seit Jahren und was macht die Politik? Sie reduziert die Rasenplätze für ein paar Einfamilienhäuser, siehe Wilschenbruch und den Kleinfeldplatz von Eintracht. Andererseits wird das Entstehen von einer neuen Sportanlage (z.B. als Ausgleich für das Stadion in Wilschenbruch) nicht mit dem nötigen Tempo vorangetrieben, die möglichen Flächen innerhalb der Stadtgrenzen werden nicht aktiv angegangen, obwohl ein Blick auf Google Maps sofort die wenigen geeigneten Flächen offenlegen würde. Stattdessen werden ungeeignete Insellösungen, wie die Arena am alten Schlachthof mit Gewalt und wirtschaftlichem Totalschaden durchgepaukt, anstatt ein bedarfsgerechtes Gesamtkonzept zu erstellen. Ich vermute mal, wenn der Lüneburger Bürger nicht so bequem wäre und seine Ruhe haben wollte, wäre diese Politik längst beendet. So bekommt jeder was er verdient. Dass z. B. Rasenflächen maximal nur 2 Stunden am Tag belastet werden dürften, um ihre Regeneration sicher zu stellen, weiß jeder Kreisligaplatzwart, ist in der Lüneburger Verwaltung aber noch nicht angekommen. So werden jedes Jahr die verbliebenden Lüneburger Plätze überlastet und das Geld für permanente Neuansaat und Revitalisierung zum Fenster rausgeschmissen. Über Kunstrasenplätze kann man geteilter Meinung sein (https://www.landeszeitung.de/sport/fusball/hintergrund/240646-rote-karte-fuer-das-kuenstliche-gruen?unapproved=81460&moderation-hash=2d1edb4be3d06d7609d8818ea5ed86d0#comment-81460), was aber verlangt werden kann ist Ehrlichkeit und auch das scheint Mangelware in der Lüneburger Verwaltung. Die Stadt will sich einfach noch ein paar Jahre um Kosten drücken, weil sie durch ihre Misswirtschaft in allen Bereichen ihre Möglichkeiten überdehnt hat. Der Grund hierfür ist einfach ein Mangel an der Fähigkeit zu systemischen Denken in der Lüneburger Politik. Mit anderen Worten es fehlt an der Fähigkeit, im Ganzen zu denken und gesamtplanerisch zu agieren. Daher werden seit Jahren nur einzelne Projekte hingewürfelt anstatt bedarfsgerecht zu gestalten.

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    • Roger Schmitt schreibt:

      Sehr geehrter Herr Fahrenwaldt,

      Sie sind doch ein erfahrener Fahrensmann in den Fahrwassern von Rat und Kreistag. Anlässlich der Halbzeit nach der Kommunalwahl von vor zweieinhalb Jahren hat Lz-Redakteur Ulf Stüwe im Pfingstgespräch mit den vier Dezernent*inn*en der Stadt Lüneburg eine Art Bilanz gezogen und dazu beizutragen versucht, „das Verhältnis zwischen Rat und Verwaltung auszuleuchten“.

      Gleich zu Beginn dieses Abenteuers war Markus Moßmann, Dezernent für Nachhaltigkeit, Sicherheit und Recht, „eine grundsätzliche Feststellung“ wichtig. Es sei falsch, Rat und Verwaltung als gegensätzliche Pole zu verstehen: „Dienstherr aller Beamtinnen und Beamten sowie Arbeitgeber aller Beschäftigten ist die Hansestadt Lüneburg. Oberste Dienstbehörde aller Beamten ist der Rat als Organ der Hansestadt, und damit ist jedes Ratsmitglied Teil der obersten Dienstbehörde. Wir sind also dem Rat gegenüber verpflichtet. Umgekehrt sehe ich aber auch die Verpflichtung des Rates gegenüber uns, den Mitarbeitern. Das setzt meines Erachtens ein grundsätzliches Vertrauen voraus.“ Siehe: https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/2581968-auch-mal-stolz-auf-die-verwaltung-sein

      Natürlich könnten Sie Herrn Moßmann jetzt fragen: Wer ist „die Hansestadt Lüneburg“? Und: Wie kann eine Stadt ein Herr sein?

      Aber Sie sollten lieber lauschen. Denn im selben Gespräch träumt die Stadtbaurätin Heike Gundermann den Heiko Dörbaum-Zeiten hinterher, in denen dieser, 25 Jahre lang Vorsitzender des Ausschusses für Bauen und Stadtentwicklung, für zwei Dekaden stabiler Verhältnisse in der fachlichen Zusammenarbeit mit ihr gestanden habe. Auch durch das Jamaika-Bündnis aus CDU, Grünen und FDP leide die Beständigkeit, da jenes auch sie damit konfrontiere, dass heute „projektbezogen für eine Mehrheit geworben werden“ müsse, was – (Hören Sie die Seufzer zwischen den Zeilen?) – mühsam ist.

      Machen Sie, lieber Herr Fahrenwaldt, es sich also nicht zu einfach, wenn Sie immerfort den angenommenen Gegensatz zwischen den Vertretern der Bürgerschaft und den Hauptverwaltungsbeamten von Stadt und Kreis dadurch konturenscharf hervorheben, dass Sie die Verwaltungen mit ihren vielen hundert „sachorientiert, korrekt und gründlich“ arbeitenden Menschen zur werkzeugähnlich seelenlosen Machtmaschine in den Händen von Ulrich Mädge und Manfred Nahrstedt erklären?

      Sind Kreistag oder Rat denn nicht (wie die Finanz- und Personaldezernentin Gabriele Lukoschek es sieht) weniger Kontrollorgan als vielmehr Orientierungsgeber, also dazu da, „die Richtung vorzugeben durch Ideen, Meinungen, Ziele und Prioritäten“? Sollten die gewählten Deputierten die Interpretation ihrer Meinungen, die Ausgestaltung ihrer Ideen, das Erreichen ihrer Ziele und die Einhaltbarkeit der von ihnen gewünschten Rangordnung nicht den administrativen Kompetenzen überlassen?

      Würde, wie Herr Kamp meint, bei weniger widerborstiger Renitenz von Störenfrieden und Zweiflern, die Arena nicht schon im Oktober 2017 an ihrem Platz gestanden haben und den aus dem In- und Ausland herbeiströmenden Event-Gästen überreiche Dauerfreude spenden? (Etwa wenn sie feststellen, wie vorteilhaft sich für sie auswirkt, dass Friedrich von Mansberg „die Verkehrsfragen im Zusammenhang mit der Arena nicht in erster Linie vom Auto aus denkt“?)

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      • Karlheinz Fahrenwaldt schreibt:

        Sehr geehrter Herr Schmitt, da es in diesem Artikel um die Arena geht werde ich Ihnen nur kurz antworten: Für den obersten HVB sind die Ratsmitglieder die Mitarbeiter und der OB ist der Chef (Aussage des Herrn Mädge auf der vorletzten ordentlichen Ratssitzung. Nur der Ratsherr Pauly hat diese Aussage kritisiert!). Emails von mir an die Verwaltung werden in den meisten Fällen nicht beantwortet. Auch wenn ich darum bitte. Inzwischen bin ich dazu übergegangen, Beantwortung von Anfragen und die schriftliche Übermittlung dieser mit Fristsetzungen zu versehen. Wenn die Dezernent*innen sich von Ratsmitgliedern schlecht behandelt fühlen, sollten sie die Gründe hinterfragen. „So wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus“ kann eine Ursache sein.

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    • Roger Schmitt schreibt:

      Sehr geehrter Herr Fahrenwaldt,

      mir ist bewusst, dass es in diesem Blog-Thread um die Arena respektive um Herrn Nahrstedt und dessen spezifische Arena-Relationen geht. Darauf zielten auch meine Fragen von heute Früh. Sie sind auf den einen Teil eingegangen, den anderen, die Parallelen zwischen Rats- und Kreishaus betreffend, haben Sie übersehen. „Wem gehört Lüneburg?“ Diese Frage haben Anna Paarmann, Katja Grundmann und Marc Rath vor einem Monat aufgeworfen und möchten in Bezug auf die darin gemeinten Aufschlüsse bis in den September hinein keine Ruhe mehr geben: https://www.landeszeitung.de/wem-gehoert-lueneburg/ Lassen wir einmal die Tatsache beiseite, dass „A qui appartient Paris?“ Ende der 1780er Jahre zu einer der Parolen geworden war, welche die sogenannte Große Französische Revolution befeuerten, so scheinen Sie, Herr Fahrenwaldt, der Meinung zu sein, Herr Mädge reagiere nicht nur auf Herrn Moßmann, wenn Sie ihn in der Tradition des Gottesgnadentums der welschen Ludewige antworten lassen: „La ville c’est Moi!“

      Wenn Herr Mädge tatsächlich nicht nur die Verwaltungsangestellten, sondern auch die Ratsmitglieder als seine Mitarbeiter bezeichnet hat, so wäre doch schön zu wissen, ob sich Herrn Nahrstedts Praxis des selbstherrlichen Entscheidens und Geldausgebens unter Missachtung des Kreistags aus denselben Überzeugungen speist? (Beispiel Günter Dubber, Kreistagsfraktionschef der CDU am 4. April 2019 gegenüber NDR 1 Niedersachsen: „Unter anderem gehe aus einer E-Mail hervor, dass innerhalb der Verwaltung schon Wochen vor der Beschlussfassung im Kreistag über den Bau der Arena vom 17. Dezember 2018 klar gewesen sei, dass die Kosten deutlich höher liegen werden als die zum damaligen Zeitpunkt mitgeteilten 19 Millionen Euro. Damals hatte der Kreistag nach zuvor vier gescheiterten Anläufen dem Projekt mit großer Mehrheit zugestimmt. Laut Günter Dubber, Kreistagsfraktionschef der CDU, war dies kein Einzelfall. Der Kreistag habe mehrfach entschieden, ohne dass er von der Verwaltung umfassend beziehungsweise rechtzeitig informiert worden sei.“ Siehe: https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/lueneburg_heide_unterelbe/Lueneburger-Arena-Bericht-wirft-Planern-Fehler-vor,arena146.html)

      Vor dem Hintergrund dieser auffälligen Ähnlichkeiten in der Behandlung von Rat und Kreistag durch die beiden HVB waren meine zwei Abschlussfragen zu sehen (die Sie jetzt vielleicht besser verstehen und mit Blick auf den Arena-Skandal beantworten können):

      (A) Sind Kreistag oder Rat denn nicht (wie die Finanz- und Personaldezernentin Gabriele Lukoschek es sieht) weniger Kontrollorgan als vielmehr Orientierungsgeber, also dazu da, „die Richtung vorzugeben durch Ideen, Meinungen, Ziele und Prioritäten“? Sollten die gewählten Deputierten die Interpretation ihrer Meinungen, die Ausgestaltung ihrer Ideen, das Erreichen ihrer Ziele und die Einhaltbarkeit der von ihnen gewünschten Rangordnung nicht den administrativen Kompetenzen überlassen?

      (B) Würde, wie Herr Kamp meint, bei weniger widerborstiger Renitenz von Störenfrieden und Zweiflern, die Arena nicht schon im Oktober 2017 an ihrem Platz gestanden haben und den aus dem In- und Ausland herbeiströmenden Event-Gästen überreiche Dauerfreude spenden? (Etwa wenn sie feststellen, wie vorteilhaft sich für sie auswirkt, dass Friedrich von Mansberg „die Verkehrsfragen im Zusammenhang mit der Arena nicht in erster Linie vom Auto aus denkt“?)

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      • Karlheinz Fahrenwaldt schreibt:

        Sehr geehrter Herr Schmitt, zu Frage A: Die Vertreter*innen im Stadtrat und Kreistag haben nach meiner Meinung die Aufgabe, die unterschiedlichen Wünsche und Vorstellungen der Bürger*innen in die kommunalen Gremien einzubringen und dort für die nötigen Mehrheiten zur Durchsetzung dieser Interessen zu sorgen. Die Aufgabe der Verwaltung (EINSCHLIESSLICH der jeweiligen HVBs und politischen Beamten) ist, die Umsetzung der von den politischen Gremien gefassten Beschlüsse umzusetzen. Zu Frage B: Das ursprünglich geplante PPP Verfahren wurde ja nach dem Bericht des Landesrechnungshofes ad Acta gelegt und der Landkreis ist eingesprungen (siehe meine Ausführungen oben). Wen Herr Kamp mit Störenfrieden und Zweiflern meinte müssen sie ihn schon selber fragen. Sicherlich sind diese Personen störend bei der Erzielung von Extraprofiten von Reichen und Superreichen!

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  37. Otto Berg schreibt:

    Die Arena-Gesamtkosten (Bau- plus Bauplanungsfehlerausgleichs- plus Baufolge- plus Baunebenkosten sowie Multimedia- plus Ausstattungs- plus Betriebszuschusskosten [direkte Bertreibersubventionen] plus Verkehrsertüchtigungs- plus Parkraumbeschaffungs- plus Transportbereitstellungs- bzw. -organisationskosten [indirekte Betreibersubventionskosten]) raketieren auf einen Bruttobetrag zwischen 50 und 80 Millionen Euro zu.

    Am 5. November 2018 haben nahezu alle Kreistagsmitglieder erklärt, 15 Millionen Euro brutto in toto seien für sie „die äußerste Schmerzgrenze“ des „Event-Projekts“. Trotzdem haben am 17. Dezember 2018 doch 38 Kreistagsmitglieder (auf der Basis vollkommen unzureichenden Faktenwissens) einen Kostensprung um 5 Millionen Euro akzeptiert und dem Bau der „Arena“ für die – angebliche – Gesamtsumme von 19,4 Millionen Euro zugestimmt.

    Auch heute noch müssen wir annehmen, dass dieser Beschluss durch Lug und Trug herbeigeführt wurde.

    LZ-Redakteur Malte Lühr hat die, wie es scheint, bewusste Täuschung der Kreistagsmitglieder durch die Verwaltungsspitze skizziert. (Die von Lühr ebenfalls angedeutete Möglichkeit, es in der „Verwaltungsspitze“ mit verhuschten Vorschulkindern zu tun zu haben, die sich des Ernstes ihrer Aufgaben nicht bewusst sind, kommt wohl nicht in Betracht.) Die Mischung aus erschütternder Inkompetenz, blanker Panik und pflichtvergessenem Aktionismus, welche zu der Lage geführt hat, in der unsere Kommune sich heute befindet, muss man sich wirklich auf der Zunge zergehen lassen: https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/2461331-viele-fragen-offen-im-arena-drama

    – Der „Bauleiter“ Ulrich Jarke, der zu dem Zeitpunkt ja noch gar kein „Bauleiter sein konnte, da der Bau noch gar nicht beauftragt war, informiert den Ersten Kreisrat bereits am 27. November 2018 schriftlich [!], dass die Baukosten mindestens [!] 21,6 Millionen Euro betragen werden. (Ob mit oder ohne Grundstückskosten ist offen). Das sind 2,2 Millionen Euro mehr als drei Wochen später in der Beschlussvorlage 2018/366 genannt werden.

    – Diese Kostensteigerung sei jedoch nicht ausdrücklich als Ergebnis ausgewiesen gewesen, schreibt Manfred Nahrstedt in seiner Stellungnahme vom 27. Mai 2019 auf Seite 4: https://jj12.files.wordpress.com/2019/06/arena-anfragen-mdl-und-bund-steuerzahler-1.pdf Und weiter: „Spontan konnte Herr Krumböhmer den Kostenanstieg weder der Höhe noch den Ursachen nach erklären.“

    – Für den CDU-Kreisfraktionschef Günter Dubber ist „diese Behauptung SCHLICHT UNWAHR“! Vielmehr, sagt der Christdemokrat: „Die Gesamtkostenübersicht weist DEUTLICH einen Betrag von 21,6 Millionen Euro ohne Grundstück aus. Die deutliche Kostensteigerung ist AUF DEN ERSTEN BLICK ZU ERKENNEN.“ Nun erwartet Dubber, dass der Passus korrigiert wird: „Das kann so nicht stehen bleiben.“ Manfred Nahrstedts Stellungnahme wertet Dubber als Rückfall in alte Zeiten. „Hier wird versucht, etwas schönzufärben, was nicht schönzufärben ist“. (Vgl.: https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/2579196-arena-papier-sorgt-fuer-unmut)

    – Auch das Märchen vom möglichen Vorsteuerabzug war Mitte Dezember 2018 geplatzt.

    – Was machen die Wahlbeamten Nahrstedt und Krumböhmer?

    – Am 29. November [!], zwei Tage nach der Hiobsbotschaft von Jarke, eilen Landrat und Erster Kreisrat, zwei Laien ohne jede baufachliche Expertise UND ohne jede Autorisierung zu Klaus Hoppe, der zu diesem Zeitpunkt ohne jede Legitimation eingreift, da der Betreibervertrag erst am 31. Dezember 2018 unterschrieben worden ist, und besprechen mit ihm, wie man die Kosten „reduzieren“ bzw. die Kostenprognose kleinrechnen könnte.

    Die Clownerie in Manfred Nahrstedts eigenen Worten:

    „Da im Wesentlichen die Medientechnik betroffen schien, kamen Herr Nahrstedt und Herr Krumböhmer überein, das Gespräch mit Herrn Hoppe, dem Geschäftsführer der Campus Management GmbH zu suchen. Das Gespräch mit Herrn Hoppe fand zwei Tagespäter am 29.11.2018 statt; in diesem Gespräch wurden verschiedene Einsparmöglichkeiten diskutiert. Er [Hoppe] war bereit [!], sich bezüglich der Medientechnik auf ein Budget zu verständigen. Diese Einsparung sollte schließlich 350.000€ betragen.

    Außerdem wurde besprochen, auf das Vordach zu verzichten [!]. Das macht etwa 300.000 € aus. Herr Nahrstedt wollte sich für Sponsoring einsetzen [!], ohne dass dies mit einer konkreten Zahl belegt wurde. Auch über Einsparungen bei der Beschaffung von Stühlen (Reduzierung der zu kaufenden Stühle, geringerer Preis) wurde gesprochen. Ein Einsparbetrag von ca. 200.000 € erschien nicht unrealistisch zu sein [!]. Außerdem sollten die Parkplätze auf dem hinteren Arenagrundstück nicht voll ausgebaut werden. Bei ca.150 Parkplätzen wurden ca. 200.000 € bis 300.000 € angesetzt. Im Ergebnis ergabsich eine Größenordnung, die die angenommenen Mehrkosten abdecken könnten. Das sollten Beispiele [!] für Einsparungen sein. Weitere Möglichkeiten waren nicht ausgeschlossen [!].“

    – Warum das alles? Weil, so LZ-Redakteur Lühr: „Nach der heiklen Kreistagssitzung Anfang November, als die Kreistagsmehrheit erstmals ins Wanken zu geraten schien, wollten beide Männer einen weiteren KOSTENANSTIEG unbedingt verhindern.“ Ist das so? Ich meine: Nein! Die „beiden Männer“ wollten das BEKANNTWERDEN eines weiteren Kostenanstiegs unbedingt verhindern!

    – Am 2. Dezember 2018 (also 5 Tage nach dem Schreiben von Jarnke) geht eine förmliche Anfrage von KTA Wiemann bei Landrat Nahrstedt ein, in welcher Wiemann verlangt, so wie es ihm als KTA zusteht, dass ihm und den anderen Teilnehmern die genaue (natürlich der Wahrheit enstsprechende) Kostenaufstellung in Sachen Arena spätestens am 10. Dezember 2018 im Kreisausschuss mitgeteilt wird. (Siehe: https://jj12.files.wordpress.com/2019/04/b0ccb350-c79a-4ce1-b0cd-59cbc06b31f3.png?w=640&zoom=2)

    – Selbst dieser (juristisch relevante) „Impuls“ bringt „die Verwaltungsspitze“ aber nicht dazu, Ausschuss und Kreistag über die ihr bekannten tatsächlichen Zahlen zu informieren.

    – Herr Nahrstedt und Herr Krumböhmer führen am 17. Dezember (drei Wochen nach dem Eingang der Jarke-Zahlen) die Bauentscheidung – wider besseren Wissens – mit flammenden Appellen an die Kreistagsmitglieder mit herbei (siehe das Wortprotokoll zur Beschlussvorlage 2018/366 „Planung und Bau der Arena Lüneburger Land“).

    Wie nennt man so ein Verhalten?

    – Vor dem Kreistag erklärt Landrat Nahrstedt am 17. Dezember – offenbar wider besseren Wissens: „Er macht deutlich, dass nach § 85 NKomVG der Hauptverwaltungsbeamten zuständig sei für die Vorbereitung der Beschlüsse [!]. Die Vorbereitung soll die Beschlussorgane, also den Kreistag in die Lage versetzten, in Kenntnis aller für die Entscheidung relevanten tatsächlichen [!] und rechtlichen Umstände, zu beschließen. Zu dem Gesetz gehört eine dem Umfang und Schwierigkeitsgrad der Gegenstände angepasste Vorinformation der Gremien. Diese habe man vorgelegt, sie sei sachlich und objektiv [!].“ –

    Wie nennt man so eine „Erklärung“?

    – Im Anschluss an diesen am 17. Dezember – auf der Basis von Falschinformationen herbeigeführten – Beschluss beauftragt „die Verwaltungsspitze“ umgehend die Gewerke und schließt den Betreibervertrag mit Herrn Hoppe.

    – Dann lässt Herr Nahrstedt ein Vierteljahr reger Bautätigkeit verstreichen, bevor er zuerst die Öffentlichkeit und dann den Kreistag darüber informiert, dass es erneut zu „deutlichen Kostensteigerungen“ kommen werde.

    – Anschließend verkündet der Landrat, ein Baustopp, nachdem die Dinge schon soweit gediehen seien, komme für ihn nicht infrage. Dabei alarmiert er mit einer einschüchternden, aber keineswegs gesichert zu erwartenden (höchstwahrscheinlich sogar unwahren) Schadenssumme.

    Wie nennt man das (auf der Basis von Falschinformationen) bewusste Herbeiführen einer Situation, die dann – angeblich – keine Umkehr mehr erlaubt?

    – Hat Herr Nahrstedt denn nicht inzwischen öffentlich zugegeben, den Arena-Baubeschluss am 17. Dezember vergangenen Jahres vom Kreistag bewusst durch Angabe falscher Zahlen erlangt zu haben? Und passt dieser „Zug“ nicht in die lange Arena-Tradition des „Tarnens, Tricksens, Täuschens“? (Siehe; https://blog-jj.com/2018/11/10/tarnen-tricksen-und-taeuschen-bei-der-arena/) Wie kann Herr Kamp dann aber immer noch sagen: „Ich gehe zu 100 Prozent davon aus, dass wir als Kreistag von der Verwaltung nicht getäuscht worden sind“? (Siehe: https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/2579196-arena-papier-sorgt-fuer-unmut)

    – Warum es über drei Monate dauerte, bevor Herr Nahrstedt und Herr Krumböhmer „das tatsächliche Ausmaß des Kostenanstiegs“ bekannt machten, ist immer noch eine bange Frage, die ihrer überzeugenden Antwort harrt.

    – Eine andere Frage war und bleibt: Wie wenden die KT-Abgeordneten weiteren Schaden vom Landkreis ab? Indem sie auf der Sitzung am 1. Juli zur Ultima Ratio greifen und die Reißleine ziehen? Oder indem sie (für deren Majorität noch im letzten November die 15 Millionen Euro das Ultimo waren) beschließen: „Weiter so! Jetzt sind schon rund zehn Millionen Euro verbrannt, jetzt schieben wir die zusätzlich nötigen vierzig bis sechzig Millionen auch noch in den Ofen“?

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  38. Andreas Janowitz schreibt:

    Ich mach das für 500.000! Ich hab zwar auch keine Ahnung, aber schlimmer kann`s offensichtlich nicht mehr werden.

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    • Jo schreibt:

      Keine Ahnung? Darauf kommt es an!

      Bitte melden Sie sich als Arena-Projektleiter im Kreishaus. Der Job und die 500.000 Euro Jahresgehalt sind Ihnen bei soviel Ehrlichkeit sicher.

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      • Andreas Janowitz schreibt:

        Ich bin vielleicht zu naiv, aber wesshalb gibt es seitens der Verwaltung keine Dienstanweisung für solche Fälle? Da wird doch nicht die erste Bude zusammengezimmert?! Wesshalb gibt es keine Dienstanweisung für das Controling?
        Das die Dachtraglast es nicht hergibt 100 Photovoltaikmodule zu tragen hätte man auch vorher wissen können?! Man könnte evtl. den Parkplatz damit beschatten? Wohl auch zu kompliziert…
        Naja immerhin kann man mit den überschüssigen Kloschüsseln ordentliches Scherbengericht halten (oder Schulklos renovieren…-.-).

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  39. Wilhelm Sties schreibt:

    Ich hatte immer geglaubt, dass nur i Uelzen Planer am Werk sind, die das Einmaleins des Planens nicht beherrschen . . . . weit gefehlt!

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  40. Jörg Kohlstedt schreibt:

    Es ist bitter, wie selten bei kommunalen Großbauvorhaben der einfache Dreisatz nicht beherrscht hat wird. Volumen x Baukosten x Erfahrungswert und Fläche x Baukosten x Erfahrungswert. Wenn da jeweils weniger als für einen Schweinestall raus kommt, dann wird es wohl nicht passen.
    Leuphana? Ein Deasater mit Ansage. Arena? Ein Deasaster mit Ansage. Elbbrücke? Wird ein Deasaster mit Ansage.
    Und dann immer diese Überraschungen. Ne. Keine Überraschungen. Das nennt man sehenden Auges in der Arroganz und Dummheit versinken. Aber ist ja kein eigenes Geld.
    Es gilt die alte Regel: mit geliehenen Geld ist man geizig. Mit eigenem Geld sparsam. Mit verwaltetem Geld generös. Und bei Steuergeldern ist der Dammbruch nicht mehr aufzuhalten.

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  41. Hans-Herbert schreibt:

    Nachdem ich die Antwort des Landrates an die Landesregierung in Sachen Arena gelesen habe mit Sätzen wie: „Es gab keine vollständige Kostenkontrolle“ und Ausführungen dazu, warum die möglichen Mehrkosten in Millionenhöhe, die der Bauleiter dem Landkreis mitgeteilt hat, in der alles entscheidenden Kreistagssitzung im Dezember 2018 nicht wenigsten dem Kreistag mitgeteilt wurden, muss ich leider sagen, auch wenn ich den Landrat schätze, das ist ein Ding der Unmöglichkeit. Der Kreistag hat nie eine Chance gehabt, den Umfang seiner Entscheidungen auch nur in Ansätzen einzuschätzen. Er ist für dumm verkauft worden. Hier Fragen und Antworten vom Steuerzahlerbund und vom Landtagsabgeordneten Schulz-Hendel und am Ende das Schreiben des Landrates an die Landesregierung

    https://jj12.files.wordpress.com/2019/06/arena-anfragen-mdl-und-bund-steuerzahler-1.pdf

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    • Jörg Kohlstedt schreibt:

      Man wird nur für dumm verkauft, wenn man sich für dumm verkaufen lässt.
      Für viele Politiker gilt immer wieder das Peter-Prinzip.
      Das Peter-Prinzip (auch Unfähigkeitsprinzip) ist eine These von Laurence J. Peter, die besagt, dass „in einer Hierarchie […] jeder dazu [neigt], bis zu seiner Stufe der Unfähigkeit aufzusteigen“. Wikipedia

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