Warum die Arena ein Millionen-Desaster mit Ansage ist

Die Baustelle der Arena Lüneburg Land. Foto: jj

Lüneburg, 10. Juni 2019

Ulf Reinhardt, Vorstand der Wohnungsgenossenschaft Lüneburg, Projektentwickler und Grüner, legt in seinem Blog-Beitrag endlich detailliert offen: Der aberwitzige Kostensprung bei der Arena hat nichts mit „plötzlich“, „unerwartet“ und „unerklärlich“ zu tun, sondern stand bei der Art und Weise der Ausschreibungen und Kontrolle von Anfang an fest.

Aus Sicht des Bundes der Steuerzahler werden bei der Arena nahezu alle Todsünden öffentlicher Bauvorhaben begangen. Vollständig fehlt eine Bedarfsermittlung sowie ein Verkehrskonzept. Moniert werden ebenfalls eine unklare Projektorganisation, mangelhaftes Controlling sowie fehlende Bauherrenkompetenz als Ursachen für die Kostenexplosion. Bei der Aufarbeitung der Versäumnisse wird vollständige Transparenz angemahnt.

Ulf Reinhardt bloggt.

Die Antwort auf diese Forderung gibt der Landrat mit seiner Stellungnahme vom 27. Mai 2019 auf die Anfrage des niedersächsischen Innenministeriums.

Die chronologische Schilderung des Sachverhaltes und die Antworten auf die Fragen zum Projektmanagement sprechen Bände. Nachhaltigen Eindruck des Geschehens hinterlassen Sätze wie:

– „Tatsächlich war nicht bekannt, dass ein Einsparvorschlag, der mit  200.000 – 300.000 € bewertet worden war, nicht umsetzbar ist.“

– „Ein Vergleich mit der Gesamtkostenaufstellung vom 18.10.2018 hätte nicht zu einer exakten Benennung von Mehrkosten geführt,  weil eine fachliche Prüfung bis zur Versendung der Sitzungsvorlage unmöglich war“

– „Teilweise fehlen Leistungen in der Grundlagenermittlung“

– „Es gab keine vollständige Kostenkontrolle“

– „Die Bauherreninteressen wurden vermutlich nicht ausreichend vertreten“

Aus der Lektüre dieser Stellungnahmen ergeben sich unzählige Fragezeichen:

  • Warum wurden Einsparungen bewertet, die tatsächlich nicht umsetzbar sind?
  • Befreit die Zeitnot vor dem Versand einer Beschlussvorlage von einer sorgfältigen Prüfung und einer sachlich korrekten Darstellung?
  • Hat denn keiner der zahlreichen Planungsbeteiligten die unvollständige Grundlagenermittlung angemahnt (Leistungsphase 1 HOAI)?
  • War nicht bis zum November 2018 nach Vereinbarung mit der Hansestadt Lüneburg ein kompetenter Architekt der LüWoBau mit dem Kostencontrolling betraut?
  • Wessen Interessen wurden denn vertreten, wenn nicht die des Bauherren?

Die Baustelle Arena Lüneburger Land.im Panorama-Look.
Foto: jj

Spannend, dass immer noch der Glaube an einen definierten Höchstbetrag der Baukosten herrscht. Immer wieder werden die 25,7 Millionen mit Hinweis auf den darin sogar enthaltenen Sicherheitszuschlag zitiert. Dabei hat die Verwaltung schon vor Monaten dargelegt, dass es grobe Defizite bei der Ausführungsplanung sowie an der Schnittstelle von dieser zur Ausschreibung gibt. Auch der Landrat bestätig in seiner Darstellung, dass es neben den fehlenden Leistungen in der Grundlagenermittlung (welche zwingend Mängel in der Ausführungsplanung mit sich bringen) Abweichungen zwischen Ausführungsplanung und bepreistenLeistungsverzeichnissen gibt, die derzeit noch nicht umfassend bewertet werden können.

Damit ist klar, dass überhaupt nichts klar sein kann

Wenn ich 4 Äpfel und 4 Birnen plane und später merke, dass ich aber 6 Äpfel und 6 Birnen brauche, habe ich die erste Kostensteigerung von 50 Prozent. Stelle ich im nächsten Schritt jedoch fest, dass ich aufgrund eines weiteren Fehlers (der Schnittstelle Ausführungsplanung zur Ausschreibung) jedoch nur 2 Äpfel und 2 Birnen ausgeschrieben, vergeben und folglich als definitive Kosten angenommen habe, bin ich schon bei einer Verdreifachung der Kosten.

Jeder der grobe Mängel bei Planung und Ausschreibung einräumt, jedoch an der Behauptung festhält, die Kostengrenze von 25,7 Millionen Euro würde eingehalten, verschließt die Augen vor der unbequemen Wahrheit: Aufgrund der Planungsmängel  kennt heute niemand die Gesamtkosten der Arena und kann auch keine seriöse Aussage über den Zeitpunkt der Fertigstellung machen.

Nun brachte auch die Bauausschusssitzung am  4. Juni  weiter Erstaunliches zu Tage. Sind wir hier doch eher am Anfang als am Ende des Arena-Skandals? Die Landeszeitung berichtet gewohnt sachlich, nicht jedoch alle interessanten „Details“:

Die zum 29. Mai mit den Planern vereinbarte Einsparliste ist nicht vorgelegt worden. Vertröstet wird auf die nächste nun monatlich stattfindende Bauausschusssitzung.  Die bislang mit 440 000 Euro bezifferten Einsparmöglichkeiten werden gleich wieder kassiert, da die Kürzungen von mehr als 10 Prozent des Auftragsvolumens die Auftragnehmer zu Nachverhandlungen berechtigen.

Zu viel beauftragt sind „30 Prozent Keramik“, also Sanitärobjekte. Ob der Vertrag noch entsprechend korrigiert werden kann, dazu keine Aussage.

Interessanter noch als der zu großzügige Einkauf von WC-Utensilien (ein Auszählen der WC-Kabinen hätte den Architekten oder Bauherrn möglicherweise von diesem Schicksal bewahren können) sind 6-stellige Mehrkosten, die für Erdarbeiten angekündigt werden. Die Erdarbeiten seien „nicht notwendig jedoch tatsächlich ausgeführt worden“!

Eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme in eigener Sache mit Folgen – für den Bauherrn oder Auftragnehmer? Derartige Missverständnisse in diesem Umfang sollen auch beim BER vorgekommen sein, seltener jedoch bei privaten Bauherren, die wissen schon, wo der Keller hinkommt.

Aber nun übernimmt Projektsteurer Reese den gesamten Prozess. Laut Reese-Geschäftsführer Raab bestehen nicht mit allen Firmen verbindliche Verträge, folglich ist der Bauablauf gefährdet. Schon durch die bereits eingetretenen Verzögerungen drohen erheblich Kostensteigerungen durch Nachträge.

Die etwas hilflose Bitte mehrerer Ausschussmitglieder, das Ummögliche möglich zu machen: Reese soll zukünftig bei allen Änderungen und Einsparungen im Bauausschuss zunächst die Konsequenzen erläutern. Fehlt hierzu nicht zunächst ein Betreiberkonzept? Soll mich der Architekt bei der Verkleinerung meines Badezimmers von 10 auf 6 Quadratmeter warnen, muss er zunächst wissen, ob in dem Haus 2 oder 8 Personen wohnen.

Die mit 2 Vollzeitstellen angesetzten Architektenleistungen von Reese führen vermutlich bei den üblichen Stundensätzen über einen geschätzten Zeitraum von 18 Monaten zu weiteren 600 000 – 800 000 Euro Planungskosten, bei 24 Monaten wird wohl die Million gerissen. Dazu kommt dann noch ein zusätzliches Jahresgehalt für Herrn Maul. Also locker eine Million zusätzliche Kosten ohne einen Kreistagsbeschluss. Zumindest im öffentlichen Teil des Bauausschusses werden die Kosten nicht erläutert.

Auch Einschränkungen im Betreibervertrag sollen nun neu verhandelt werden. Mit welcher Verhandlungsposition gegenüber dem einzigen verbliebenen Interessenten und nun Vertragspartner Campus, der sich auf ein Angebot „Alles für Alle“ hat verpflichten müssen, um die Arena politisch durchsetzen und anschließend der SVG dienen zu können?

Nach den zahlreichen Beraterverträgen mit Deloitte, FKP Scorpio und anderen sind nun ein Wirtschaftsprüfer sowie ein weiterer Gutachter für den Veranstaltungsbetrieb beauftragt worden. Mit welchem Auftrag und welcher Zielsetzung? Was,wenn der Gutachter für den Veranstaltungsbetrieb ebenfalls wie die Profis von FKP Scorpio zu dem Ergebnis kommt, die Arena sei überhaupt nicht wirtschaftlich zu betreiben? Aufgrund des ermittelten Verlustes von mehr als 800 000 Euro ist FKP Scorpio schließlich aus dem Rennen ausgestiegen.

Die Dachtraglast kann nicht erhöht werden, nun sind für Photovoltaik 80-90 Module á 300 Watt vorgesehen, also werden 100 qm der 3500 Quadratmeter  Dachfläche belegt mit einer Photovoltaikanlage so groß wie für 3 Einfamilienhäuser. Klimaneutraler Landkreis? Bei der Arena der Möglichkeiten Fehlanzeige!

Das hört sich alles wie eine Satire an, ist jedoch leider nicht anders zu schildern. Ich verlasse mit Beginn des nichtöffentlichen Teils frustriert den Bauausschuss und frage mich: Was wird den nächsten Erkenntniszugewinn bringen: Die nächste Stellungnahme vom Landrat gegenüber dem niedersächsischen Innenministerium oder eine weitere Bauausschusssitzung (dieses Mal mit Einsparliste)?

Dieses Theater ist keinem Bürger und Steuerzahler zuzumuten. Statt der versprochenen Aufklärung und Transparenz folgt nun Teil 2 eines Schauspiels, in welchem Vertrauen in Politik und Verwaltung öffentlich zerstört werden, weil  niemand die Verantwortung für diese gnadenlose Verschwendung von Steuergeldern übernimmt.

Ulf Reinhardt

Über jj

Journalist, Dipl.-Kaufmann
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37 Antworten zu Warum die Arena ein Millionen-Desaster mit Ansage ist

  1. Ulf Reinhardt schreibt:

    Hallo Herr Berg,

    der Artikel hält definitiv nicht, was er verspricht. Lautet die Überschrift noch „Wie Klaus Hoppe Stars in die Arena locken will“ so findet sich im Text nur die Erklärung „Wir beobachten, dass immer mehr Menschen gern Events unter einem Dach besuchen“. Unklar bleibt, was damit gemeint ist und wie die Stars tatsächlich in die Arena gelockt werden sollen.

    Erstaunlich klar werden nun jedoch auch von der Betreiberseite die Probleme angesprochen. Korrektur der Zuschauerprognose von 250.000 auf 140.000, Anschlussbeschäftigung der Campus-Mitarbeiter sowie die Schwierigkeiten bei der Vermarktung der Namensrechte.
    Wie unten auf die Frage von Irmelie S. schon erläutert, muss das Konzept „Alles für alle“ scheitern.

    Viele Veranstaltungsformate, die derzeit im sehr erfolgreichen Vamos stattfinden, sind größenbedingt in der geplanten Arena überhaupt nicht denkbar, da von vielen Künstlern ein kleinerer Rahmen bevorzugt und die „Arena-Atmosphäre“ mit Zuschauerrängen abgelehnt wird. Für ganz große Events hingegen ist die Arena deutlich zu klein. Folglich werden viele Veranstaltungen, welche bisher im Vamos stattgefunden haben, für Lüneburg vollständig verlorengehen und die verbleibenden häufig von halbleeren Rängen geprägt sein. Für Tagungen ist die Arena im Übrigen völlig ungeeignet, Abibälle können ebenfalls im passenderen Rahmen in dem Libeskindgebäude sowie in dem neu gebauten Tagungszentrum eines Adendorfer Hotels gefeiert werden.

    Neben den Baukosten, welche zwischen 30 und 40 Mio. liegen werden, wird die Arena langfristig jährliche Betriebskosten von mehr als 1 Mio. Euro verursachen.

    Der nächste politische Einschlag wird kommen, sobald der Betreibervertrag beihilferechtlich geprüft wird. Bei Betriebskostenzuschüssen, welche ein Vielfaches der jährlichen Pacht betragen, wird man kaum zu dem Ergebnis kommen, dass dies beihilferechtlich unbedenklich sein kann.

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  2. Klaus Bruns schreibt:

    bei der jetzigen landratswahl konnte man eines erkennen: die politik hat sich vom volk getrennt. die wahlbeteiligung spricht bände. und es hätte gereicht , wenn nur einer zur wahl gegangen wäre, es hätte einen ,,neuen“ landrat gegeben. der bürger kann überhaupt nicht mehr auf die dummheiten der politik im rahmen der gesetze reagieren. die politik mit ihren wenigen mitgliedern bestimmen über das volk. wie absurd ist das?

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  3. Otto Berg schreibt:

    Hallo Herr Reinhardt,

    vielen Dank für Ihre Antworten.

    Unter Punkt 8 erörtern Sie die beihilferechtliche Problematik und erklären: „Die Arena ist (…) ganz sicher nicht als eine ‚gemeinwohlorientierte Einrichtung‘ zu werten. (…) Beihilferechtlich ist dieses Projekt daher hochgradig bedenklich.“

    Vorgestern, am Dienstag hat Herr Hoppe über einen Artikel im Hamburger Abendblatt noch einmal etwas Druck aufgebaut und Eckpunkte seines „Konzepts“ in ein günstiges Reklamelicht rücken lassen. Woher er seine Erkenntnisse über Bedarfs- und Auslastungszahlen nimmt, auf der Basis welcher emprischen Erhebungen über welchen Beobachtungszeitraum seine Annahmen und Behauptungen gründen, verrät Herr Hoppe uns aber nicht. Offenbar schmökert er viel und verlässt sich ansonsten auf sein „Bauchgefühl“. Das kann er ja wohl auch, da das unternehmerische Risiko seines „Projekts“ allein bei den Steuerbürgern des Landkreises liegt.

    HA-Redakteur Rolf Zamponi referiert die Einlassungen des „50-Jährige Kulturwissenschaftlers“ Hoppe folgendermaßen:

    a) Herr Hoppe sei überzeugt von den Chancen, die die Halle bieten werde. „Wir beobachten, dass immer mehr Menschen gern Events unter einem Dach besuchen“, sage Hoppe.

    b) In Mittelhessen sei die Zahl der Veranstaltungen von 2017 auf 2018 von 119 auf 139 gestiegen. Bei den Besuchern habe es ein Plus von 152.000 auf 196.000 gegeben, wie das Fachmagazin Stadionwelt Inside berichte. [Das muss was bedeuten! Nur was?]

    c) Firmen-Events, Präsentationen von Neuheiten vor ihrer Markteinführung, Galas, Abi-Bälle, Lifestyle- und Genuss-Märkte: Alles das werde auch in der Arena möglich. Das sei die „kulturelle“ Seite.

    d) Die sportliche Seite betreffe vor allem die Bundesliga-Volleyballer der SVG Lüneburg Spielbetriebs GmbH [ein Unternehmen, dem Herr Hoppe als Gesellschafter angehört und das er als Sponsor unterstützt].

    e) Die jetzige Halle in Reppenstedt sei auf die Dauer nur noch peinlich“, meine Herr Hoppe.

    f) Schließlich glaube Hoppe, in die E-Gamer-Szene einsteigen zu können. „Mit einem Partner könnten wir [Wer ist „wir“?] zur landesweiten Spielstätte werden.“

    g) Die 250.000 Besucher per annum, mit denen Herr Hoppe unmittelbar vor dem Baubeschluss vom 17. Dezember 2018 via Lünepost für die „Arena der Möglichkeiten“ Reklame gemacht hat, hat er sich zwar abgeschminkt. Insgesamt rechne er vorersst mit rund 100 Terminen und knapp 141.000 Besuchern.“

    h) Auch Herr Hoppe ist der Ansicht, es müsse „vor allem, wenn mehr als 1000 Gäste an einem Abend erwartet werden, ein Verkehrskonzept geben“. Ein solches „Konzept“ habe Herr Hoppe sich auch schon überlegt: „Wir [whoever that is] werden Flächen von Unternehmen in der Nähe anmieten und Shuttle-Busse buchen“, sage Hoppe.

    i) Auch Bauorganisatorisches beschwert das Herz von Herrn Hoppe: Die „Lage nach dem Wechsel in der Arena-Projektleitung“, seufzt Herr Hoppe, sei nicht einfacher geworden!

    k) Den Unternehmer Hoppe plagen aber noch weitere Sorgen: „Betroffen vom späteren Start sind auch die Mitglieder des festangestellten Event-Teams von Campus und die knapp 60 Helfer, denen im kommenden Jahr vorerst eine Anschlussbeschäftigung fehlt. Denn für die Vamos-Kulturhalle laufen die Verträge Ende 2019 aus.“

    l) Nach Hoppes Meinung würden „auf Stadt und Landkreis künftig jährlich Betriebskosten im mittleren sechsstelligen Bereich zukommen. Dagegen rechnen können die Kommunen aber die Pacht von Campus. Die fällt fünfstellig aus und steigt über die Vertragsdauer von zehn Jahren an.“ [Woher er diese Zuversicht nimmt, verschweigt Herr Hoppe leider.]

    m) Und Herr Hoppe hat noch ein Anliegen: Er möchte „den Namen der Arena gern zu seinen Gunsten vermarkten“, hält das aber „vor allem durch die politische Diskussion über das Projekt derzeit“ für schwierig. Warum, erläutert er allerdings nicht.

    Alle Punkte sind zitathaltige Paraphrasen eines Artikels aus dem Hamburger Abendblatt von Dienstag, den 11. Juni 2019: https://www.abendblatt.de/hamburg/harburg/article226141173/Wie-Klaus-Hoppe-Stars-in-die-Arena-locken-will.html

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  4. Ludwig Knösel schreibt:

    Wer haftet für Schäden und Arbeitszeitausfälle, wenn sich auf den Bundesstraßen 4 und 209 und auf der Bockelmannstraße, der Artlenburger Landstraße und auf dem Grünen Weg um die geplante Spielstätte der SVG an den Spiel- oder Veranstaltungstagen regelmäßig große Staus bilden?

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  5. Irmelie S. schreibt:

    Herr Reinhardt,

    John Kosmalla, Architekt aus Kirchgellersen, der als „Bauretter“ seit Jahren für RTL II in ganz Deutschland unterwegs ist und nun auch Tipps beim Lüneburger Portal Musterhaus.net. gibt, sagt:

    „Es wird zu groß gebaut“

    Herr Kosmalla illustriert das an einem Beispiel:

    „Wenn die Oma dreimal im Jahr zu Besuch kommt, ist der monetäre Aufwand für ihr Gästezimmer deutlich größer, als wenn sie jedes Mal im gehobenen Hotel untergebracht würde.“

    Ist das nicht ein treffliches Gleichnis für die Arena und und deren Hauptgast, die SVG?

    Den Volleyballern für elf Heimspiele pro Jahr einen 50 Millionen Euro-Dom vorzuhalten, in welchem auf das Ausstattungs-Equipment für weitere Sportarten verzichtet wurde, ist das nicht eine Parallele zum Luxusschlafraum der Kosmallaschen Anspruchs-Omi? Ist der monetäre Aufwand für Herrn Bahlburgs Spielzimmer nicht ebenfalls deutlich größer, als wenn er mit seiner internationalen Truppe jedes Mal in einer Schul- und Breitensporthalle mit einem gehobenen Dach untergebracht würde?

    Bezug: https://www.landeszeitung.de/blog/wohnen/2582715-es-wird-zu-gross-gebaut

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    • Ulf Reinhardt schreibt:

      Ihre These trifft aus meiner Sicht sowohl auf die Sportveranstaltungen des SVG als auch auf die Kulturveranstaltungen zu:

      Die Volleyballer, welche übrigens für 100.000 € Aufwand zur Absenkung des Bodens schon vor einigen Jahren eine vorhandene Lüneburger Sporthalle mit entsprechender Deckenhöhe hätten bekommen können, sind übrigens gar nicht so gerne in zu großzügigen und damit leeren Hallen unterwegs. So rechnet auch kein Mensch damit, dass die Spiele in Lüneburg demnächst 3000 bis 3.500 Zuschauer anziehen werden. Das Ergebnis wird eine halbleere Halle sein, welche fast die doppelten Bau- und Betriebskosten verursacht wie eine Halle mit einer Kapazität für 1.500 Zuschauer.

      Ähnliches trifft auf Kulturveranstaltungen zu. Viele Veranstaltungsformate, die derzeit im sehr erfolgreichen Vamos stattfinden, sind größenbedingt in der geplanten Arena überhaupt nicht denkbar, da von vielen Künstlern ein kleinerer Rahmen bevorzugt und die „Arena-Atmosphäre“ mit Zuschauerrängen abgelehnt wird. Für ganz große Events hingegen ist die Arena deutlich zu klein. Folglich werden viele Veranstaltungen, welche bisher im Vamos stattgefunden haben, für Lüneburg vollständig verlorengehen und die verbleibenden häufig von halbleeren Rängen geprägt sein. Für Tagungen ist die Arena im Übrigen völlig ungeeignet, Abibälle können ebenfalls im passenderen Rahmen in dem Libeskindgebäude sowie in dem neu gebauten Tagungszentrum eines Adendorfer Hotels gefeiert werden. Das propagierte Konzept „Alles für alle“ kann nicht funktionieren.

      Im Ergebnis wird statt einer angemessenen und ebenso für den Breitensport nutzbaren Sporthalle für den SVG eine völlig vermessene Eventhalle gebaut, deren Nutzen in keinem Verhältnis zu den Kosten steht und die auch nicht gemeinwohlorientiert sein kann, da eine weitergehende Nutzung für den Breitensport standort- und größenbedingt ausgeschlossen wurde. Neben den Baukosten, welche zwischen 30 und 40 Mio. liegen werden, wird die Arena langfristig jährliche Betriebskosten von mehr als 1 Mio. Euro verursachen.

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  6. Ulf Reinhardt schreibt:

    Hallo Herr Berg,
    gerne versuche ich, auf Ihre Fragen zu antworten.

    Fragen 1&2: Ich habe keine Ahnung, wer sich damals mit wem abgestimmt hat und wer der Arbeitsgruppe angehörte. Allerdings muss ich einschränken, dass ich das Thema zu dem Zeitpunkt noch nicht verfolgt habe. Interessant wäre jedoch die Entscheidungsgrundlage des Kreistages, welche im Sinne eines transparenten Prozesses eine qualifizierte Bewertung unterschiedlicher Standortalternativen enthalten sollte. Meines Wissens gibt es so eine Beschlussvorlage nicht, somit kann der Entscheidungsprozess nur als hochgradig intransparent bewertet werden. Entscheidungen auf der Grundlage unvollständiger bzw. mangels qualifizierter Prüfung von Alternativen sachlich unzureichender Beschlussvorlagen sind eine völlig unzureichende Legitimierung.

    Frage 3: Die Vorgänge um den Erwerb des Grundstücks sowie die Gründe des Rückzuges aus dem PPP-Modell sind bis heute nicht (also auch nicht mit der Antwort des Landrates an das Innenministerium) transparent dargelegt worden und bieten daher jede Menge Raum für Spekulationen.

    Frage 4: Die Standortentscheidung für die Arena ist mir wie auch vielen anderen mangels entsprechender Bewertungskriterien und qualifizierter Prüfung von Standortalternativen völlig unklar. Ebenso verhält es sich zu der Frage, warum das zitierte Kompetenzteam nicht in der Lage war, ein besseres Ergebnis zu erzielen. Liegt es möglicherweise daran, dass wie vom Landrat eingeräumt „vermutlich die Bauherreninteressen nicht ausreichend vertreten wurden“? Wessen Interessen wurden dann vertreten? Dies ist natürlich eine der Kernfragen, welche das niedersächsische Innenministerium nach der entsprechenden Antwort von Herrn Nahrstedt hoffentlich prüfen wird.

    Frage 5: Auch die Frage, wie der Landrat als Bauherr eine mangelnde Kostenkontrolle einräumen kann, ohne von seiner persönlichen Haftung für die daraus resultierende Verschwendung von Steuergeldern zu sprechen, ist ein Mysterium und kennzeichnet den Verlust jeglicher positiven politischen Kultur.

    Frage 6: Der „Kostenanstieg“ bedarf keiner weiteren Erklärung, als dass der Kreistag und die Öffentlichkeit laufend getäuscht wurden, da es sich bis heute nie um seriöse Kostenplanungen auf Grundlage von vollständigen Ausführungsplanungen und den entsprechenden Ausschreibungsergebnissen, sondern um hochgradig unsichere Kostenprognosen auf der Basis unvollständiger Planungen und Ausschreibungen handelt.

    Frage 7: Das Vorgehen des Landrates und insbesondere seine abenteuerliche Begründung für die unzutreffende Beschlussvorlage für den Bau der Arena kann wohl kaum anders gewertet werden, als dass der Baubeschluss ungeachtet der unzureichenden Kostenplanungen gefasst werden sollte:
    „Ein Vergleich mit der Gesamtkostenaufstellung vom 18.10.2018 hätte nicht zu einer exakten Benennung von Mehrkosten geführt, weil eine fachliche Prüfung bis zur Versendung der Sitzungsvorlage unmöglich war.“
    Das heißt nichts anderes als „Wir wussten, dass wir die Vorlage nicht mehr ausreichend prüfen konnten und diese möglicherweise unzutreffend war, aber haben diese dennoch versandt und den Baubeschluss der Arena somit ermöglicht“.

    Frage 8: Die Arena ist mit dem im Betreibervertrag verankerten Grundsatz „Vorrang von kommerziellen Veranstaltungen“ und der Absage der Schulen aufgrund der mangelnden Eignung des Standortes ganz sicher nicht als eine „gemeinwohlorientierte Einrichtung“ zu werten. Darüber hinaus übersteigen die Betriebskostenzuschüsse an den Betreiber die Pachteinnahmen um ein Vielfaches. Beihilferechtlich ist dieses Projekt daher hochgradig bedenklich. Dieses Problem wird bis heute ausgeblendet und wird langfristig zu massiven Problemen führen und das Betreibermodell in Frage stellen.

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    • Andrea Schöller schreibt:

      Sehr geehrter Herr Reinhardt, Jens Böther, der frisch gewählte Landrat, meinte beim LZ-Wahlforum am zurückliegenden Mittwochabend in der Musikschule Lüneburg vor rund 180 Interessierten, darunter auch Gymnasiasten der Herderschule Lüneburg: „Die Arena taugt nicht für den Schulsport. Es sind keine Geräteräume geplant, es gibt nur zwei Umkleideräume. Sie ist lediglich für Ballsport geeignet.“

      Für Ballsport? Ist die Arena nicht nur für Volleyball geeignet? Weder Fußball- oder Handballtore noch Hockeyfilz oder Basketballkörbe sind vorgesehen.

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  7. Klaus Bruns schreibt:

    was soll die aufregung hier? der neue landrat wird doch bestimmt die fehler seines vorgängers korrigieren, oder? und die abgeordneten werden mit voller begeisterung dem landrat jegliche unterstützung zukommen lassen. alles andere wäre doch ein wunder, oder?

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    • Florian König schreibt:

      Sie meinen, beim alten Landrat alle Fünfe gerade sein lassen, weil er alt ist? Und beim neuen Landrat alle Fünfe gerade sein lassen, weil er neu ist?

      Klar, so kann eine Verfünffachung der veranschlagten Arenakosten innerhalb eines Dreivierteljahres schon mal kameradschaftlich weggegrinst werden.

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  8. Otto Berg schreibt:

    Sehr geehrter Herr Reinhardt,

    Herr Nahrstedt schreibt auf Seite 2 seiner Stellungnahme für die Kommunalaufsicht vom 27. Mai 2019, im Juli, September und November 2015 hätten „Abstimmungsgespräche“ über „eine überregionale Sport- und Wettkampfhalle“ stattgefunden. „Anschließend“, so Nahrstedt, „wurde in einer kleineren Arbeitsgruppe weitergearbeitet, um die Standortauswahl zu treffen, das Bauprogramm festzulegen und die Finanzierung und den Betrieb zu regeln. Die Teilnehmer einigten sich auf ein PPP – Modell mit einem bekannten Lüneburger Investor, der ein in seinem Eigentum stehendes Grundstück an der Lüner Rennbahn als Standort anbot und das Projekt mit dem Architekten Buddelmeyer realisieren wollte.“

    FRAGE 1: Ist Ihnen bekannt, wer sich da im Juli, September und November 2015 mit wem „abgestimmt“ hat?

    FRAGE 2: Wer genau gehörte „anschließend“ zu dieser „kleineren Arbeitsgruppe“, welche die Standortauswahl traf, das Bauprogramm festlegte und die Finanzierung und den Betrieb „regelte“? Wie stand es um die Legitimation dieser „Regelungen“?

    FRAGE 3: Wie kam es, dass der „bekannte Lüneburger Investor“, genau das „Grundstück an der Lüner Rennbahn“ als Standort anbieten konnte, das in dem PPP-Projekt die entscheidende Rolle spielte, welches Manfred Nahrstedt und Ulrich Mädge im Mai 2016 ankündigten, und das an diesem Tag quasi erst seit wenigen Stunden „im Eigentum dieses Investors stand“?

    „Ich habe das Grundstück vergangene Woche erworben, seit geraumer Zeit favorisieren Stadt und Landkreis schon diesen Standort für die Halle“, sagt Sallier auf LZ-Nachfrage in der 18. Kalenderwoche (2. bis 8. Mai) 2016. (https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/326900-eventhalle-in-lueneburg-standort-steht-fest)

    Schon am 12. Mai 2016, während der gemeinsamen Sitzung der Sportausschüsse aus Stadt und Landkreis, auf der Oberbürgermeister Ulrich Mädge und Landrat Manfred Nahrstedt unter dem Tagesordnungspunkt „wettkampfgerechte Sporthalle“ die politischen Gremien in den aktuellen Sachstand eingeweiht haben, fragte Claudia Schmidt (Grüne): „Ist der Standort überhaupt der richtige?“ (https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/328230-neue-arena-fuer-sport-und-kultur-in-lueneburg)

    FRAGE 4: Warum wurde dieser – wie wir seit drei Jahren wissen – absolut berechtigten Kritik am tatsächlich aus ungezählten guten Gründen vollkommen ungeeigneten Standort nie Raum zu Nachdenken gegeben? Warum wurde daran festgehalten und auf „Vereinbarungen und Abreden unter Männern“ auch dann noch gepocht, als das PPP-Konzept aufgrund gravierender Konflikte mit einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen aufgegeben werden musste? (Vgl.: https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/385827-arena-lueneburger-land-kritik-am-finanzierungsmodell-zu-gross „Mädge betonte (…), die Stadt werde die Zusagen, die sie im Rahmen der Verträge mit Sallier getroffen habe, auch bei dem neuen Finanzierungsmodell mit dem Kreis einhalten.“)

    Am 20. März 2018, unmittelbar nachdem Herr Nahrstedt entschieden hatte, den wirtschaftlichen Arena-Betrieb durch die FKP Scorpio zugunsten des unwirtschaftlichen Vorrangs der Privatunternehmungen von Herren Bahlburg und Herrn Hoppe aufzugeben, ließ Herr Nahrstedt in der Landeszeitung erklären, wie breit die Arena-Expertise unter seiner Führung aufgestellt sei:

    Auf die Kompetenz im eigenen Haus und die Tatsache, dass sehr wohl schon externe Fachleute mit den Planungen für die Arena befasst sind, weist Kreispressesprecherin Katrin Holzmann hin: „Der Landkreis Lüneburg vergibt in jedem Jahr sehr viele Aufträge im Umfang von vielen Millionen Euro. Er verfügt über eigene Kenntnisse im Vergaberecht. Organisatorisch hat er eine eigene Submissionsstelle. Jede Vergabe wird vom Rechnungsprüfungsamt geprüft, wo im Vergaberecht speziell ausgebildete Fachkräfte eingesetzt sind. In Ausnahmefällen werden Fachanwälte eingesetzt. So wurde im Fall der Arena das Büro Deloitte bei einer besonderen Fragestellung beauftragt.“ Eine weitere Angelegenheit sei an eine Fachkanzlei in Hamburg herangetragen worden.
    Holzmann weiter: „Eine externe Unterstützung in der Projektsteuerung findet statt durch Jörg Junker, der bereits am Bau der Barclaycard-Arena beteiligt war, Henning Müller-Rost von der Lüwobau und Carsten Rennecke von der Firma Bevenue, der sich in jeglicher Beziehung mit Sport- und Veranstaltungshallen auskennt. Bevenue wurde vom Europäischen Verband der Veranstaltungs-Centren in Frankfurt empfohlen. Als Wirtschaftsprüfer und Steuerberater ist Ernst Hildebrandt von Dierkes & Partner beratend tätig.“ (Quelle: https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/luneburg/1520042-die-geforderte-hilfe-von-aussen-hat-der-landkreis-laengst#comment-157211)

    FRAGE 5: Wie kann es sein, dass Herr Nahrstedt sich am 20. März 2018 querulantische Einreden mit dem Hinweis auf vollumfängliche, erstklassige Kontrolle in allen Bereichen der Planung verbat und sich nun in seinem Schreiben ans Innenministerium auf den Rücken wirft, das Opfer spielt und klagt: „Es gab keine vollständige Kostenkontrolle“?

    FRAGE 6: Wie kann es sein, dass Herr Nahrstedt am 4. September 2018 via Video-Interview mit Herrn Jenckel darüber informiert, allein die Arena-Baukosten (also keineswegs die Arena-Gesamtkosten [!]) würden von zehn auf 15 Millionen Euro steigen, UND KNAPP DREI MONATE SPÄTER (am 27. November 2018) weiß, dass (wieder allein) die Arena-Baukosten von 15 auf 26 Millionen in die Höhe schnellen? Ein ANSTIEG UM ELF MILLIONEN EURO im Grunde in drei Monaten, wie kann das sein?

    Auf den Seiten 4 (unten) / 5 (oben) seiner Stellungnahme (https://jj12.files.wordpress.com/2019/06/arena-anfragen-mdl-und-bund-steuerzahler-1.pdf) schreibt der Landrat am 27. Mai 2019 ans Innenministerium:

    „Die Kreistagssitzung am 17.12.2018 erschien als der wesentliche Termin, 70 % der Bauaufträge waren submittiert, der Zuschlag musste unmittelbar erteilt werden. Die Bindungsfristen waren durch Herrn Jarke in Absprache mit den Unternehmen bis nach der Kreistagssitzung vom 17.12.2018 verlängert worden. Bei einer wiederholten Verschiebung der Entscheidung wären die Vergabeverfahren zu wiederholen gewesen. Die Sitzungsvorlage war in wenigen Tagen zu versenden. Außerdem bestand zur Unterzeichnung des Betreibervertrages eine Frist bis zum Jahresende. Auch hier drohte ggfls. eine Wiederholung der Ausschreibung.

    Erst wesentlich später wurde deutlich, dass die Ausbaukosten der Parkplätze nicht in den Kosten berücksichtig waren. Außerdem zeigte die Gesamtkostenaufstellung vom 27.11.2018 im Vergleich zu der letzten Gesamtkostenaufstellung vom 18.10.2018 Mehrkosten von 1.434.535,72 € netto auf. Die dort weiterhin aufgeführten 295.000 € für den Grundstücksanschluss waren der Politik bekannt gegeben worden.“

    FRAGE 7: Würden Sie sich diesen Passus auch so übersetzen: Nahrstedt wollte den Baubeschluss und den unterschriebenen Betreibervertrag. Das war wichtiger als eine verantwortungsbewusste Auswertung der alarmierenden Kostenwarnung durch Bauleiter Jarnke und auch wichtiger als eine vollständige, den mir bekannten Tatsachen entsprechende Information des Kreistages?

    „Im Zuge der abschließenden Vertragsverhandlungen [mit dem ausgewählten Betreiber, der FKP Scorpio Konzertproduktionen GmbH] haben sich Erkenntnisse verdichtet, wonach die Arena Lüneburger Land unter den Rahmenbedingungen, die der Ausschreibung zugrunde liegen, wirtschaftlich nicht betrieben werden kann.“
    So steht es in der Beschlussvorlage 2018/118 von Herrn Krumböhmer (also auch von Herrn Nahrstedt) für die Kreistagssitzung von Montag, dem 23. April 2018.

    Ist das nicht eine Bankrotterklärung mit Feuerwerk und ganz großem Blech? (Siehe dazu auch meinen Kommentar vom 30. März 2018: https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/1533712-kehrtwende-bei-arena#comment-158581)

    Noch Mitte Februar war glasklar festgestellt worden, was ohnehin jeder von Anfang an wusste: „Aus den Heimspielen der SVG entsteht kein positiver Deckungsbeitrag.“ (Katrin Holzmann, Sprecherin Landkreis Lüneburg: https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/1481802-arena-ohne-volleyballer-wirtschaftlicher)

    Daraus wurde die Behauptung: Erst „im Zuge der abschließenden Vertragsverhandlungen“ hätten sich Erkenntnisse verdichtet, wonach die Arena Lüneburger Land unter den Rahmenbedingungen, die der Ausschreibung zugrunde liegen, wirtschaftlich nicht betrieben werden kann.“ Das ist eine offenkundige Unwahrheit, denn es war IMMER bekannt, dass der Vorrang des Privatunternehmens SVG GmbH einen wirtschaftlichen Betrieb ausschließen würde. Doch die „Rahmenbedingung“, um die es hier geht, ist eben die Berücksichtigung der SVG Spielbetriebs GmbH. Deren Bevorzugung steht aber nicht nur im Widerspruch zu jeglicher Möglichkeit eines wirtschaftlichen Hallenbetriebs, sondern auch zu den Geboten des Beihilferechts, das „eine kostenlose [oder gar subventionierte] Nutzungsüberlassung [verbietet, da sie] […] rechtswidrig [wäre]. Denn der Landkreis würde aus Steuermitteln für einen Zweck, der nicht zu seinem Aufgabenkreis zählt, einem Privatunternehmen eine Zuwendung gewähren.“ (M. Nahrstedt, J. Krumböhmer)

    FRAGE 8: Planung, Bau, Betrieb und Finanzierung der „Arena“ gehören nicht zum Aufgabenkreis des Landkreises, da deren Gemeinwohldienlichkeit weder nachgewiesen, noch erkennbar ist. Die umfangreiche direkte und indirekte Subventionierung des privaten Betreibers steht im Konflikt mit dem niedersächsischen Beihilferecht. Warum wird diese juristische Schwierigkeit derart hartnäckig ausgeblendet?

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  9. jo bembel schreibt:

    Die Arena in ihrem Lauf halten weder nicht nachgewiesener Bedarf noch monströse Kosten auf!

    Obwohl er sich sehr ärgert, wie mit diesem Großprojekt im Kreishaus umgegangen wurde, grinst Candidatus Nobbi aus dem Fliewatüüt heraus, da er weiß, dass Kreistag und Verwaltung jetzt einen guten Weg eingeschlagen haben, um nicht weitere Kostensteigerungen zu erfahren. (Sich taub und blind zu stellen, ist das der gute Weg?) Denn LÜNEBURG BRAUCHT DIESE ARENA: für ZENTRALE Abi-Feiern, Musikevents, weitere Großveranstaltungen und natürlich Bundesliga-Volleyball.

    Auch das Echemer Orakel befürwortet den Bau der Arena als Sport- und Veranstaltungshalle. DIE REGION KANN SIE GUT GEBRAUCHEN. Und jetzt ist Zeit, ALLES zu überdenken und die Kosten DRASTISCH zu senken! Es kann nur durchgestartet werden, wenn neben den Kosten auch das Betriebskonzept überprüft wurde und die Verkehrs- und Parkpklatzfrage gelöst wurde.
    Das Betriebskonzept wird überprüft, aber egal was herauskommt – diese ARENA wird gebraucht und die Kosten können, ohne das Einsparpotenzial zu kennen, drastisch gesenkt werden. Nein, besser geht’s nicht, Böther!

    Die Pfeiler auf der Arena-Baustelle sind nichts anderes als betonierte Stinkefinger, der Vernunft entgegenstreckt.

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    • Martin Lampe schreibt:

      „Die Arena ist genau das wert, was sie am Ende kostet. Das hat Lüneburg sich einfach verdient.“ (F.-J. Kamp, 4. April 2019)

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  10. Kai Würgner schreibt:

    Hallo Herr Reinhardt, nachdem nun geklärt ist, dass die chaotisch beplante Fünfzigmillionen-Arena so gut wie nichts mit Bürgerwünschen, noch das Geringste mit Daseinsvorsorge (es sei denn für Herrn Bahlburg und Herrn Hoppe), geschweige denn irgendetwas mit Gemeinwohlinteressen zu tun hat, frage ich Sie: Bahnhof-Shuttle zur Arena Lüneburger Land, wegen notorischer Stellplatznot im Gewerbegebiet an der Lüner Rennbahn? Wo parken denn dort (am Bahnhof) eigentlich die 3.450 Besucher von außerhalb, die nicht, wie Sie, ich, mein Freund Reineke, Eberhard Manzke oder Karlheinz Fahrenwaldt per pedes apostolorum zur Transfer-Drehscheibe im Viereck zwischen Bleckeder und Dahlenburger Landstraße, Pulverweg und Lösegraben gelangen können?

    Kürzlich las ich, das Fehlen von ca. zweitausend Parkplätzen an der Lüner Rennbahn sowie das Nadelöhr der Zufahrt und das Fehlen von ca. tausend Parkplätzen am Bahnhof und die hunderttausend ungelösten Fragen der Shuttle-Dienst-Organisation würden durch das Angebot von Gisela Plaschka, Rolf Rehfeldt, Henrik Philipp Morgenstern und Manfred Nahrstedt kompensiert, sie alle vier würden mindestens die Hälfte der dreitausendfünfhundert Zuschauer – besonders in den iwäntstarken Wintermonaten – von Amelinghausen aus mit dem Lastenfahrrad direkt vor die hypermoderne Kassenanlage der Arena (unters nun wohl doch unverzichtbare 300.000 Euro-Vordach) pedalieren. Erste Feldversuche, wie das aussehen könnte, sind bereits (allerdings unter den sehr günstigen Witterungsbedingungen von Anfang letzter Woche) zu Werbezwecken für diese pfiffige Idee per Videostream und Standfotos von der LZ dokumentiert worden. Siehe : https://www.landeszeitung.de/wp-content/uploads/2015/06/494787_.jpg

    Was sagen Sie zu diesem (mutmaßlich direkt aus dem landratsamtlichen Innovationsinkubator stammenden) Vorschlag zur Verkehrsinfarkt-Prophylaxe im schwer umkämpften Grenzgebiet zwischen Lüneburg und Adendorf?

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    • Ulf Reinhardt schreibt:

      Hallo Herr Würgner,

      allleine das vollständig fehlende Verkehrskonzept wäre ein ausreichender Grund für einen sofortigen Baustopp. Kaum auszurechnen, was passiert, wenn die Arena ohne eine Lösung der Verkehrsprobleme in Betrieb gehen sollte.

      Ein Shuttle vom Bahnhof kann nur für die wenigen Zuschauer die Lösung sein, welche aufgrund Ihres Wohnortes sowie den zu Nachtzeiten vorhandenen Verkehrsverbindungen in der Lage sind, mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen. Dies trifft derzeit auf einen verschwindend geringen Anteil zu.

      Für alle anderen müssten für ein erfolgreiches Shuttle-Konzept zunächst große P&R -Plätze an den Stadträndern geschaffen werden.

      Übersehen wurde bei der Baugenehmigung in Bezug auf die Parkplätze ebenfalls, dass bei Großveranstaltungen bis zu 150 Mitarbeiter im Einsatz sein werden, welche dann schon mehr als die Hälfte der 272 Parkplätze in Anspruch nehmen werden.

      Die Kosten für den Shuttle-Verkehr trägt laut Betreibervertrag der Landkreis!

      Wenn jedoch das von Ihnen beschriebene Lastenfahrrad-Konzept mit Unterstützung der genannten Personen realisiert werden sollte, sehe ich nun keinerlei Notwendigkeit mehr, die Erstellung eines Verkehrskonzeptes anzumahnen. Da jedoch auf dem Dach der Arena keine ausreichende Photovoltaikanlage vorgesehen ist, mit welcher Ladestrom für die Lastenräder zur Verfügung gestellt werden könnte, muss das Transfer-Team aufgrund dieser Planungsmängel wohl auf elektrische Unterstützung verzichten.

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  11. Berni Wiemann schreibt:

    Der nachtraeglichen Analyse kann ich nur zustimmen. Wenn Herr Reinhardt seine grüne KT-Fraktion und insbes. seine Parteifreunde im Lenkungsausschuss frühzeitig überzeugt hätte, wäre das ARENA-Desaster evtl. vermeidbar gewesen.
    VOR den Abstimmungen gab es bekanntlich nur wenige Realisten aber heute sind alle schlauer.

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    • Erich Biermann schreibt:

      Dann stimmen Sie mit Herrn Jenckel überein? Der Kreistag ist von Herrn Nahrstedt zwei Jahre lang für dumm verkauft worden. Aber müsste es dann nicht auch heißen, daß die Kreistagsabgeordneten sich von Herrn Nahrstedt für dumm haben verkaufen lassen? Denn es wäre doch ihre Pflicht gewesen, nachzuhaken, wo es etwas nachzuhaken gab, zu insistieren, wo sie hätten insistieren müssen, und auf die Bremse zu treten und Umsicht, Gelassenheit und Vernunft anzumahnen, wo der Landrat – eifernd und armwedelnd assistiert von seinem getreuen Franz-Josef – immer wieder großen Zeitdruck aufbaute, besonders Ende 2018, als er ständig mit den Gewehr bei Fuß stehenden Auftragnehmern argumentierte. Malte Lühr hatte deshalb die „Baubeschlussvorlage“ vom 17. Dezember 2018 auch im Vorfeld eine „Friss-oder-stirb-Vorlage“ genannt.

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      • Berni Wiemann schreibt:

        Sg Herr Biermann,
        ich bin nicht sicher ob der Landrat uns „2 Jahre lang für dumm verkaufte“, oder ob er es selbst nicht besser wusste. Ich bin aber sicher, das uns spätesten Ende 2018 die Wahrheit vorenthalten wurde. Obwohl die offiziell angeforderte Kostenübersicht bereits seit Wochen vorlag, wurden uns zur Bauentscheidung falsche Zahlen vorgelegt.
        https://jj12.files.wordpress.com/2019/04/b0ccb350-c79a-4ce1-b0cd-59cbc06b31f3.png?w=640&zoom=2
        Die Gesamtkosten und das Betreiberkonzept wurden frühzeitig in Zweifel gezogen.
        Aber die wenigen Kritiker (aus allen Fraktionen, außer SPD), wurden „ausgegrenzt“ und von der SPD teilw. diffamiert.

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  12. Michi schreibt:

    Da den handelnden Personen weder beruflich noch privat offensichtlich irgendwelche Sanktionen drohen, bleibt alles beim Alten, kostet den Steuerzahler nur jetzt mehr. Bananenrepublik!!!!

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    • Felix schreibt:

      Nach vorne schauen, Michi!!!! Nach den Erfahrungen mit Nahrstedt und Krumböhmer wäre für die kommenden sieben Jahre vielleicht eine Doppelspitze im Kreishaus die Lösung nach Deinem Geschmack:

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  13. Karlheinz Fahrenwaldt schreibt:

    Vor der Kommunalwahl 2016 haben SPD und CDU in Lüneburg mit der Errichtung einer Veranstaltungshalle geworben. Die CDU sogar mit einem Schriftzug auf dem Auto. Es geht sowohl bei der Arena wie auch bei allen anderen Prestigeobjekten (Elphi, BER, Stuttgart 21 oder dem Zentralgebäude der Leuphana) NICHT um eine Kosten-Nutzenrechnung oder gar die „Gemeinwohldienlichkeit“. Im Fokus steht hier die Umverteilung von Unten (Steuergelder) nach Oben (Unternehmer, Banken, Investoren). Und da ist es egal, wem es nutzt und wie hoch der Preis ist. Es wird – mit oder ohne Erklärungsversuche – gebaut, bis der „Point of no Return“ überschritten ist,

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    • Sibylle Hillmer schreibt:

      Sie glauben im Ernst, Herr Nahrstedt würde die Arena bauen, um Steuergeld „von unten nach oben umzuverteilen“? Trauen Sie dem armen Mann da nicht ein bisschen viel Geschick und Weitsicht zu?

      Ich meine, das Problem ist, das Herr Nahrstedt bis heute überhaupt keine Ahnung hat, aus welchem Grund und zu welchem Zweck er die Arena eigentlich bauen lassen will.

      Und die Tragik ist: Niemand im ganzen Landkreis weiß das oder kann das sagen.

      Denn es gibt, wie Herr Reinhardt richtig schreibt, keine Bedarfsanalyse!

      Kommentator „Jo“ hat’s neulich treffend zusammengefasst:

      „Ein Planungsdesaster kosmischen Ausmaßes! Und das für eine Halle am falschen Standort, ohne Gemeinwohldienlichkeit, und ohne dass der Bedarf für diesen Klotz jemals ermittelt worden wäre. Nur Gebölke, Urinwerte und Wunschdenken von beleibten Nasenbären mit Spökenkiekerdiplom haben die Kiste auf den Weg gebracht. Grad so, als hätte Trump schon das Steuer im Kreishaus übernommen.“

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      • Karlheinz Fahrenwaldt schreibt:

        Nach meiner unmaßgeblichen Meinung ist der Landrat Nahrstedt der verlängerte Arm des Lüneburger OB in den Landkreis, völlig ohne eigene Visionen nur ein reiner Verwalter und hat nachdem der Bericht des Landesrechnungshofes das vom OB favorisierte PPP Verfahren zum Scheitern brachte, hat er die Bauleitung für die Arena übernommen und seinen 1. Kreisrat mit der Durchführung beauftragt. Es wird bei der Causa „Arena Lüneburger Land“ wie bei den oben beschriebenen anderen Prestigeobjekte KEINE weitreichende personellen Konsequenzen geben.

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      • Klaus Bruns schreibt:

        sagen wir es doch mal so, ob absicht dahinter steckt, oder nicht, ist hier doch irrelevant. das ergebnis ist das gleiche.man sagt zwar: dummheit schützt vor strafe nicht. in der politik läuft das aber anders. politiker vorsatz zu beweisen, ist in der politik extrem schwer. da stehen ihre seilschaften dazwischen.

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      • Peter schreibt:

        Man kann sich über Lüneburger Politik nur Wundern. Die Stadt wächst seit Jahren und was macht die Politik? Sie reduziert die Rasenplätze für ein paar Einfamilienhäuser, siehe Wilschenbruch und den Kleinfeldplatz von Eintracht. Andererseits wird das Entstehen von einer neuen Sportanlage (z.B. als Ausgleich für das Stadion in Wilschenbruch) nicht mit dem nötigen Tempo vorangetrieben, die möglichen Flächen innerhalb der Stadtgrenzen werden nicht aktiv angegangen, obwohl ein Blick auf Google Maps sofort die wenigen geeigneten Flächen offenlegen würde. Stattdessen werden ungeeignete Insellösungen, wie die Arena am alten Schlachthof mit Gewalt und wirtschaftlichem Totalschaden durchgepaukt, anstatt ein bedarfsgerechtes Gesamtkonzept zu erstellen. Ich vermute mal, wenn der Lüneburger Bürger nicht so bequem wäre und seine Ruhe haben wollte, wäre diese Politik längst beendet. So bekommt jeder was er verdient. Dass z. B. Rasenflächen maximal nur 2 Stunden am Tag belastet werden dürften, um ihre Regeneration sicher zu stellen, weiß jeder Kreisligaplatzwart, ist in der Lüneburger Verwaltung aber noch nicht angekommen. So werden jedes Jahr die verbliebenden Lüneburger Plätze überlastet und das Geld für permanente Neuansaat und Revitalisierung zum Fenster rausgeschmissen. Über Kunstrasenplätze kann man geteilter Meinung sein (https://www.landeszeitung.de/sport/fusball/hintergrund/240646-rote-karte-fuer-das-kuenstliche-gruen?unapproved=81460&moderation-hash=2d1edb4be3d06d7609d8818ea5ed86d0#comment-81460), was aber verlangt werden kann ist Ehrlichkeit und auch das scheint Mangelware in der Lüneburger Verwaltung. Die Stadt will sich einfach noch ein paar Jahre um Kosten drücken, weil sie durch ihre Misswirtschaft in allen Bereichen ihre Möglichkeiten überdehnt hat. Der Grund hierfür ist einfach ein Mangel an der Fähigkeit zu systemischen Denken in der Lüneburger Politik. Mit anderen Worten es fehlt an der Fähigkeit, im Ganzen zu denken und gesamtplanerisch zu agieren. Daher werden seit Jahren nur einzelne Projekte hingewürfelt anstatt bedarfsgerecht zu gestalten.

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    • Roger Schmitt schreibt:

      Sehr geehrter Herr Fahrenwaldt,

      Sie sind doch ein erfahrener Fahrensmann in den Fahrwassern von Rat und Kreistag. Anlässlich der Halbzeit nach der Kommunalwahl von vor zweieinhalb Jahren hat Lz-Redakteur Ulf Stüwe im Pfingstgespräch mit den vier Dezernent*inn*en der Stadt Lüneburg eine Art Bilanz gezogen und dazu beizutragen versucht, „das Verhältnis zwischen Rat und Verwaltung auszuleuchten“.

      Gleich zu Beginn dieses Abenteuers war Markus Moßmann, Dezernent für Nachhaltigkeit, Sicherheit und Recht, „eine grundsätzliche Feststellung“ wichtig. Es sei falsch, Rat und Verwaltung als gegensätzliche Pole zu verstehen: „Dienstherr aller Beamtinnen und Beamten sowie Arbeitgeber aller Beschäftigten ist die Hansestadt Lüneburg. Oberste Dienstbehörde aller Beamten ist der Rat als Organ der Hansestadt, und damit ist jedes Ratsmitglied Teil der obersten Dienstbehörde. Wir sind also dem Rat gegenüber verpflichtet. Umgekehrt sehe ich aber auch die Verpflichtung des Rates gegenüber uns, den Mitarbeitern. Das setzt meines Erachtens ein grundsätzliches Vertrauen voraus.“ Siehe: https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/2581968-auch-mal-stolz-auf-die-verwaltung-sein

      Natürlich könnten Sie Herrn Moßmann jetzt fragen: Wer ist „die Hansestadt Lüneburg“? Und: Wie kann eine Stadt ein Herr sein?

      Aber Sie sollten lieber lauschen. Denn im selben Gespräch träumt die Stadtbaurätin Heike Gundermann den Heiko Dörbaum-Zeiten hinterher, in denen dieser, 25 Jahre lang Vorsitzender des Ausschusses für Bauen und Stadtentwicklung, für zwei Dekaden stabiler Verhältnisse in der fachlichen Zusammenarbeit mit ihr gestanden habe. Auch durch das Jamaika-Bündnis aus CDU, Grünen und FDP leide die Beständigkeit, da jenes auch sie damit konfrontiere, dass heute „projektbezogen für eine Mehrheit geworben werden“ müsse, was – (Hören Sie die Seufzer zwischen den Zeilen?) – mühsam ist.

      Machen Sie, lieber Herr Fahrenwaldt, es sich also nicht zu einfach, wenn Sie immerfort den angenommenen Gegensatz zwischen den Vertretern der Bürgerschaft und den Hauptverwaltungsbeamten von Stadt und Kreis dadurch konturenscharf hervorheben, dass Sie die Verwaltungen mit ihren vielen hundert „sachorientiert, korrekt und gründlich“ arbeitenden Menschen zur werkzeugähnlich seelenlosen Machtmaschine in den Händen von Ulrich Mädge und Manfred Nahrstedt erklären?

      Sind Kreistag oder Rat denn nicht (wie die Finanz- und Personaldezernentin Gabriele Lukoschek es sieht) weniger Kontrollorgan als vielmehr Orientierungsgeber, also dazu da, „die Richtung vorzugeben durch Ideen, Meinungen, Ziele und Prioritäten“? Sollten die gewählten Deputierten die Interpretation ihrer Meinungen, die Ausgestaltung ihrer Ideen, das Erreichen ihrer Ziele und die Einhaltbarkeit der von ihnen gewünschten Rangordnung nicht den administrativen Kompetenzen überlassen?

      Würde, wie Herr Kamp meint, bei weniger widerborstiger Renitenz von Störenfrieden und Zweiflern, die Arena nicht schon im Oktober 2017 an ihrem Platz gestanden haben und den aus dem In- und Ausland herbeiströmenden Event-Gästen überreiche Dauerfreude spenden? (Etwa wenn sie feststellen, wie vorteilhaft sich für sie auswirkt, dass Friedrich von Mansberg „die Verkehrsfragen im Zusammenhang mit der Arena nicht in erster Linie vom Auto aus denkt“?)

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      • Karlheinz Fahrenwaldt schreibt:

        Sehr geehrter Herr Schmitt, da es in diesem Artikel um die Arena geht werde ich Ihnen nur kurz antworten: Für den obersten HVB sind die Ratsmitglieder die Mitarbeiter und der OB ist der Chef (Aussage des Herrn Mädge auf der vorletzten ordentlichen Ratssitzung. Nur der Ratsherr Pauly hat diese Aussage kritisiert!). Emails von mir an die Verwaltung werden in den meisten Fällen nicht beantwortet. Auch wenn ich darum bitte. Inzwischen bin ich dazu übergegangen, Beantwortung von Anfragen und die schriftliche Übermittlung dieser mit Fristsetzungen zu versehen. Wenn die Dezernent*innen sich von Ratsmitgliedern schlecht behandelt fühlen, sollten sie die Gründe hinterfragen. „So wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus“ kann eine Ursache sein.

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    • Roger Schmitt schreibt:

      Sehr geehrter Herr Fahrenwaldt,

      mir ist bewusst, dass es in diesem Blog-Thread um die Arena respektive um Herrn Nahrstedt und dessen spezifische Arena-Relationen geht. Darauf zielten auch meine Fragen von heute Früh. Sie sind auf den einen Teil eingegangen, den anderen, die Parallelen zwischen Rats- und Kreishaus betreffend, haben Sie übersehen. „Wem gehört Lüneburg?“ Diese Frage haben Anna Paarmann, Katja Grundmann und Marc Rath vor einem Monat aufgeworfen und möchten in Bezug auf die darin gemeinten Aufschlüsse bis in den September hinein keine Ruhe mehr geben: https://www.landeszeitung.de/wem-gehoert-lueneburg/ Lassen wir einmal die Tatsache beiseite, dass „A qui appartient Paris?“ Ende der 1780er Jahre zu einer der Parolen geworden war, welche die sogenannte Große Französische Revolution befeuerten, so scheinen Sie, Herr Fahrenwaldt, der Meinung zu sein, Herr Mädge reagiere nicht nur auf Herrn Moßmann, wenn Sie ihn in der Tradition des Gottesgnadentums der welschen Ludewige antworten lassen: „La ville c’est Moi!“

      Wenn Herr Mädge tatsächlich nicht nur die Verwaltungsangestellten, sondern auch die Ratsmitglieder als seine Mitarbeiter bezeichnet hat, so wäre doch schön zu wissen, ob sich Herrn Nahrstedts Praxis des selbstherrlichen Entscheidens und Geldausgebens unter Missachtung des Kreistags aus denselben Überzeugungen speist? (Beispiel Günter Dubber, Kreistagsfraktionschef der CDU am 4. April 2019 gegenüber NDR 1 Niedersachsen: „Unter anderem gehe aus einer E-Mail hervor, dass innerhalb der Verwaltung schon Wochen vor der Beschlussfassung im Kreistag über den Bau der Arena vom 17. Dezember 2018 klar gewesen sei, dass die Kosten deutlich höher liegen werden als die zum damaligen Zeitpunkt mitgeteilten 19 Millionen Euro. Damals hatte der Kreistag nach zuvor vier gescheiterten Anläufen dem Projekt mit großer Mehrheit zugestimmt. Laut Günter Dubber, Kreistagsfraktionschef der CDU, war dies kein Einzelfall. Der Kreistag habe mehrfach entschieden, ohne dass er von der Verwaltung umfassend beziehungsweise rechtzeitig informiert worden sei.“ Siehe: https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/lueneburg_heide_unterelbe/Lueneburger-Arena-Bericht-wirft-Planern-Fehler-vor,arena146.html)

      Vor dem Hintergrund dieser auffälligen Ähnlichkeiten in der Behandlung von Rat und Kreistag durch die beiden HVB waren meine zwei Abschlussfragen zu sehen (die Sie jetzt vielleicht besser verstehen und mit Blick auf den Arena-Skandal beantworten können):

      (A) Sind Kreistag oder Rat denn nicht (wie die Finanz- und Personaldezernentin Gabriele Lukoschek es sieht) weniger Kontrollorgan als vielmehr Orientierungsgeber, also dazu da, „die Richtung vorzugeben durch Ideen, Meinungen, Ziele und Prioritäten“? Sollten die gewählten Deputierten die Interpretation ihrer Meinungen, die Ausgestaltung ihrer Ideen, das Erreichen ihrer Ziele und die Einhaltbarkeit der von ihnen gewünschten Rangordnung nicht den administrativen Kompetenzen überlassen?

      (B) Würde, wie Herr Kamp meint, bei weniger widerborstiger Renitenz von Störenfrieden und Zweiflern, die Arena nicht schon im Oktober 2017 an ihrem Platz gestanden haben und den aus dem In- und Ausland herbeiströmenden Event-Gästen überreiche Dauerfreude spenden? (Etwa wenn sie feststellen, wie vorteilhaft sich für sie auswirkt, dass Friedrich von Mansberg „die Verkehrsfragen im Zusammenhang mit der Arena nicht in erster Linie vom Auto aus denkt“?)

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      • Karlheinz Fahrenwaldt schreibt:

        Sehr geehrter Herr Schmitt, zu Frage A: Die Vertreter*innen im Stadtrat und Kreistag haben nach meiner Meinung die Aufgabe, die unterschiedlichen Wünsche und Vorstellungen der Bürger*innen in die kommunalen Gremien einzubringen und dort für die nötigen Mehrheiten zur Durchsetzung dieser Interessen zu sorgen. Die Aufgabe der Verwaltung (EINSCHLIESSLICH der jeweiligen HVBs und politischen Beamten) ist, die Umsetzung der von den politischen Gremien gefassten Beschlüsse umzusetzen. Zu Frage B: Das ursprünglich geplante PPP Verfahren wurde ja nach dem Bericht des Landesrechnungshofes ad Acta gelegt und der Landkreis ist eingesprungen (siehe meine Ausführungen oben). Wen Herr Kamp mit Störenfrieden und Zweiflern meinte müssen sie ihn schon selber fragen. Sicherlich sind diese Personen störend bei der Erzielung von Extraprofiten von Reichen und Superreichen!

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  14. Otto Berg schreibt:

    Die Arena-Gesamtkosten (Bau- plus Bauplanungsfehlerausgleichs- plus Baufolge- plus Baunebenkosten sowie Multimedia- plus Ausstattungs- plus Betriebszuschusskosten [direkte Bertreibersubventionen] plus Verkehrsertüchtigungs- plus Parkraumbeschaffungs- plus Transportbereitstellungs- bzw. -organisationskosten [indirekte Betreibersubventionskosten]) raketieren auf einen Bruttobetrag zwischen 50 und 80 Millionen Euro zu.

    Am 5. November 2018 haben nahezu alle Kreistagsmitglieder erklärt, 15 Millionen Euro brutto in toto seien für sie „die äußerste Schmerzgrenze“ des „Event-Projekts“. Trotzdem haben am 17. Dezember 2018 doch 38 Kreistagsmitglieder (auf der Basis vollkommen unzureichenden Faktenwissens) einen Kostensprung um 5 Millionen Euro akzeptiert und dem Bau der „Arena“ für die – angebliche – Gesamtsumme von 19,4 Millionen Euro zugestimmt.

    Auch heute noch müssen wir annehmen, dass dieser Beschluss durch Lug und Trug herbeigeführt wurde.

    LZ-Redakteur Malte Lühr hat die, wie es scheint, bewusste Täuschung der Kreistagsmitglieder durch die Verwaltungsspitze skizziert. (Die von Lühr ebenfalls angedeutete Möglichkeit, es in der „Verwaltungsspitze“ mit verhuschten Vorschulkindern zu tun zu haben, die sich des Ernstes ihrer Aufgaben nicht bewusst sind, kommt wohl nicht in Betracht.) Die Mischung aus erschütternder Inkompetenz, blanker Panik und pflichtvergessenem Aktionismus, welche zu der Lage geführt hat, in der unsere Kommune sich heute befindet, muss man sich wirklich auf der Zunge zergehen lassen: https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/2461331-viele-fragen-offen-im-arena-drama

    – Der „Bauleiter“ Ulrich Jarke, der zu dem Zeitpunkt ja noch gar kein „Bauleiter sein konnte, da der Bau noch gar nicht beauftragt war, informiert den Ersten Kreisrat bereits am 27. November 2018 schriftlich [!], dass die Baukosten mindestens [!] 21,6 Millionen Euro betragen werden. (Ob mit oder ohne Grundstückskosten ist offen). Das sind 2,2 Millionen Euro mehr als drei Wochen später in der Beschlussvorlage 2018/366 genannt werden.

    – Diese Kostensteigerung sei jedoch nicht ausdrücklich als Ergebnis ausgewiesen gewesen, schreibt Manfred Nahrstedt in seiner Stellungnahme vom 27. Mai 2019 auf Seite 4: https://jj12.files.wordpress.com/2019/06/arena-anfragen-mdl-und-bund-steuerzahler-1.pdf Und weiter: „Spontan konnte Herr Krumböhmer den Kostenanstieg weder der Höhe noch den Ursachen nach erklären.“

    – Für den CDU-Kreisfraktionschef Günter Dubber ist „diese Behauptung SCHLICHT UNWAHR“! Vielmehr, sagt der Christdemokrat: „Die Gesamtkostenübersicht weist DEUTLICH einen Betrag von 21,6 Millionen Euro ohne Grundstück aus. Die deutliche Kostensteigerung ist AUF DEN ERSTEN BLICK ZU ERKENNEN.“ Nun erwartet Dubber, dass der Passus korrigiert wird: „Das kann so nicht stehen bleiben.“ Manfred Nahrstedts Stellungnahme wertet Dubber als Rückfall in alte Zeiten. „Hier wird versucht, etwas schönzufärben, was nicht schönzufärben ist“. (Vgl.: https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/2579196-arena-papier-sorgt-fuer-unmut)

    – Auch das Märchen vom möglichen Vorsteuerabzug war Mitte Dezember 2018 geplatzt.

    – Was machen die Wahlbeamten Nahrstedt und Krumböhmer?

    – Am 29. November [!], zwei Tage nach der Hiobsbotschaft von Jarke, eilen Landrat und Erster Kreisrat, zwei Laien ohne jede baufachliche Expertise UND ohne jede Autorisierung zu Klaus Hoppe, der zu diesem Zeitpunkt ohne jede Legitimation eingreift, da der Betreibervertrag erst am 31. Dezember 2018 unterschrieben worden ist, und besprechen mit ihm, wie man die Kosten „reduzieren“ bzw. die Kostenprognose kleinrechnen könnte.

    Die Clownerie in Manfred Nahrstedts eigenen Worten:

    „Da im Wesentlichen die Medientechnik betroffen schien, kamen Herr Nahrstedt und Herr Krumböhmer überein, das Gespräch mit Herrn Hoppe, dem Geschäftsführer der Campus Management GmbH zu suchen. Das Gespräch mit Herrn Hoppe fand zwei Tagespäter am 29.11.2018 statt; in diesem Gespräch wurden verschiedene Einsparmöglichkeiten diskutiert. Er [Hoppe] war bereit [!], sich bezüglich der Medientechnik auf ein Budget zu verständigen. Diese Einsparung sollte schließlich 350.000€ betragen.

    Außerdem wurde besprochen, auf das Vordach zu verzichten [!]. Das macht etwa 300.000 € aus. Herr Nahrstedt wollte sich für Sponsoring einsetzen [!], ohne dass dies mit einer konkreten Zahl belegt wurde. Auch über Einsparungen bei der Beschaffung von Stühlen (Reduzierung der zu kaufenden Stühle, geringerer Preis) wurde gesprochen. Ein Einsparbetrag von ca. 200.000 € erschien nicht unrealistisch zu sein [!]. Außerdem sollten die Parkplätze auf dem hinteren Arenagrundstück nicht voll ausgebaut werden. Bei ca.150 Parkplätzen wurden ca. 200.000 € bis 300.000 € angesetzt. Im Ergebnis ergabsich eine Größenordnung, die die angenommenen Mehrkosten abdecken könnten. Das sollten Beispiele [!] für Einsparungen sein. Weitere Möglichkeiten waren nicht ausgeschlossen [!].“

    – Warum das alles? Weil, so LZ-Redakteur Lühr: „Nach der heiklen Kreistagssitzung Anfang November, als die Kreistagsmehrheit erstmals ins Wanken zu geraten schien, wollten beide Männer einen weiteren KOSTENANSTIEG unbedingt verhindern.“ Ist das so? Ich meine: Nein! Die „beiden Männer“ wollten das BEKANNTWERDEN eines weiteren Kostenanstiegs unbedingt verhindern!

    – Am 2. Dezember 2018 (also 5 Tage nach dem Schreiben von Jarnke) geht eine förmliche Anfrage von KTA Wiemann bei Landrat Nahrstedt ein, in welcher Wiemann verlangt, so wie es ihm als KTA zusteht, dass ihm und den anderen Teilnehmern die genaue (natürlich der Wahrheit enstsprechende) Kostenaufstellung in Sachen Arena spätestens am 10. Dezember 2018 im Kreisausschuss mitgeteilt wird. (Siehe: https://jj12.files.wordpress.com/2019/04/b0ccb350-c79a-4ce1-b0cd-59cbc06b31f3.png?w=640&zoom=2)

    – Selbst dieser (juristisch relevante) „Impuls“ bringt „die Verwaltungsspitze“ aber nicht dazu, Ausschuss und Kreistag über die ihr bekannten tatsächlichen Zahlen zu informieren.

    – Herr Nahrstedt und Herr Krumböhmer führen am 17. Dezember (drei Wochen nach dem Eingang der Jarke-Zahlen) die Bauentscheidung – wider besseren Wissens – mit flammenden Appellen an die Kreistagsmitglieder mit herbei (siehe das Wortprotokoll zur Beschlussvorlage 2018/366 „Planung und Bau der Arena Lüneburger Land“).

    Wie nennt man so ein Verhalten?

    – Vor dem Kreistag erklärt Landrat Nahrstedt am 17. Dezember – offenbar wider besseren Wissens: „Er macht deutlich, dass nach § 85 NKomVG der Hauptverwaltungsbeamten zuständig sei für die Vorbereitung der Beschlüsse [!]. Die Vorbereitung soll die Beschlussorgane, also den Kreistag in die Lage versetzten, in Kenntnis aller für die Entscheidung relevanten tatsächlichen [!] und rechtlichen Umstände, zu beschließen. Zu dem Gesetz gehört eine dem Umfang und Schwierigkeitsgrad der Gegenstände angepasste Vorinformation der Gremien. Diese habe man vorgelegt, sie sei sachlich und objektiv [!].“ –

    Wie nennt man so eine „Erklärung“?

    – Im Anschluss an diesen am 17. Dezember – auf der Basis von Falschinformationen herbeigeführten – Beschluss beauftragt „die Verwaltungsspitze“ umgehend die Gewerke und schließt den Betreibervertrag mit Herrn Hoppe.

    – Dann lässt Herr Nahrstedt ein Vierteljahr reger Bautätigkeit verstreichen, bevor er zuerst die Öffentlichkeit und dann den Kreistag darüber informiert, dass es erneut zu „deutlichen Kostensteigerungen“ kommen werde.

    – Anschließend verkündet der Landrat, ein Baustopp, nachdem die Dinge schon soweit gediehen seien, komme für ihn nicht infrage. Dabei alarmiert er mit einer einschüchternden, aber keineswegs gesichert zu erwartenden (höchstwahrscheinlich sogar unwahren) Schadenssumme.

    Wie nennt man das (auf der Basis von Falschinformationen) bewusste Herbeiführen einer Situation, die dann – angeblich – keine Umkehr mehr erlaubt?

    – Hat Herr Nahrstedt denn nicht inzwischen öffentlich zugegeben, den Arena-Baubeschluss am 17. Dezember vergangenen Jahres vom Kreistag bewusst durch Angabe falscher Zahlen erlangt zu haben? Und passt dieser „Zug“ nicht in die lange Arena-Tradition des „Tarnens, Tricksens, Täuschens“? (Siehe; https://blog-jj.com/2018/11/10/tarnen-tricksen-und-taeuschen-bei-der-arena/) Wie kann Herr Kamp dann aber immer noch sagen: „Ich gehe zu 100 Prozent davon aus, dass wir als Kreistag von der Verwaltung nicht getäuscht worden sind“? (Siehe: https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/2579196-arena-papier-sorgt-fuer-unmut)

    – Warum es über drei Monate dauerte, bevor Herr Nahrstedt und Herr Krumböhmer „das tatsächliche Ausmaß des Kostenanstiegs“ bekannt machten, ist immer noch eine bange Frage, die ihrer überzeugenden Antwort harrt.

    – Eine andere Frage war und bleibt: Wie wenden die KT-Abgeordneten weiteren Schaden vom Landkreis ab? Indem sie auf der Sitzung am 1. Juli zur Ultima Ratio greifen und die Reißleine ziehen? Oder indem sie (für deren Majorität noch im letzten November die 15 Millionen Euro das Ultimo waren) beschließen: „Weiter so! Jetzt sind schon rund zehn Millionen Euro verbrannt, jetzt schieben wir die zusätzlich nötigen vierzig bis sechzig Millionen auch noch in den Ofen“?

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  15. Andreas Janowitz schreibt:

    Ich mach das für 500.000! Ich hab zwar auch keine Ahnung, aber schlimmer kann`s offensichtlich nicht mehr werden.

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    • Jo schreibt:

      Keine Ahnung? Darauf kommt es an!

      Bitte melden Sie sich als Arena-Projektleiter im Kreishaus. Der Job und die 500.000 Euro Jahresgehalt sind Ihnen bei soviel Ehrlichkeit sicher.

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      • Andreas Janowitz schreibt:

        Ich bin vielleicht zu naiv, aber wesshalb gibt es seitens der Verwaltung keine Dienstanweisung für solche Fälle? Da wird doch nicht die erste Bude zusammengezimmert?! Wesshalb gibt es keine Dienstanweisung für das Controling?
        Das die Dachtraglast es nicht hergibt 100 Photovoltaikmodule zu tragen hätte man auch vorher wissen können?! Man könnte evtl. den Parkplatz damit beschatten? Wohl auch zu kompliziert…
        Naja immerhin kann man mit den überschüssigen Kloschüsseln ordentliches Scherbengericht halten (oder Schulklos renovieren…-.-).

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  16. Wilhelm Sties schreibt:

    Ich hatte immer geglaubt, dass nur i Uelzen Planer am Werk sind, die das Einmaleins des Planens nicht beherrschen . . . . weit gefehlt!

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  17. Jörg Kohlstedt schreibt:

    Es ist bitter, wie selten bei kommunalen Großbauvorhaben der einfache Dreisatz nicht beherrscht hat wird. Volumen x Baukosten x Erfahrungswert und Fläche x Baukosten x Erfahrungswert. Wenn da jeweils weniger als für einen Schweinestall raus kommt, dann wird es wohl nicht passen.
    Leuphana? Ein Deasater mit Ansage. Arena? Ein Deasaster mit Ansage. Elbbrücke? Wird ein Deasaster mit Ansage.
    Und dann immer diese Überraschungen. Ne. Keine Überraschungen. Das nennt man sehenden Auges in der Arroganz und Dummheit versinken. Aber ist ja kein eigenes Geld.
    Es gilt die alte Regel: mit geliehenen Geld ist man geizig. Mit eigenem Geld sparsam. Mit verwaltetem Geld generös. Und bei Steuergeldern ist der Dammbruch nicht mehr aufzuhalten.

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  18. Hans-Herbert schreibt:

    Nachdem ich die Antwort des Landrates an die Landesregierung in Sachen Arena gelesen habe mit Sätzen wie: „Es gab keine vollständige Kostenkontrolle“ und Ausführungen dazu, warum die möglichen Mehrkosten in Millionenhöhe, die der Bauleiter dem Landkreis mitgeteilt hat, in der alles entscheidenden Kreistagssitzung im Dezember 2018 nicht wenigsten dem Kreistag mitgeteilt wurden, muss ich leider sagen, auch wenn ich den Landrat schätze, das ist ein Ding der Unmöglichkeit. Der Kreistag hat nie eine Chance gehabt, den Umfang seiner Entscheidungen auch nur in Ansätzen einzuschätzen. Er ist für dumm verkauft worden. Hier Fragen und Antworten vom Steuerzahlerbund und vom Landtagsabgeordneten Schulz-Hendel und am Ende das Schreiben des Landrates an die Landesregierung

    https://jj12.files.wordpress.com/2019/06/arena-anfragen-mdl-und-bund-steuerzahler-1.pdf

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    • Jörg Kohlstedt schreibt:

      Man wird nur für dumm verkauft, wenn man sich für dumm verkaufen lässt.
      Für viele Politiker gilt immer wieder das Peter-Prinzip.
      Das Peter-Prinzip (auch Unfähigkeitsprinzip) ist eine These von Laurence J. Peter, die besagt, dass „in einer Hierarchie […] jeder dazu [neigt], bis zu seiner Stufe der Unfähigkeit aufzusteigen“. Wikipedia

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