Bei der Elbbrücke bleibt die Frage der Wirtschaftlichkeit der Knackpunkt

Bisher nur eine Fata Morgana, die Elbbrücke bei Neu Darchau, wenn sie denn finanzierbar und gerichtsfest wird, könnte frühesten in der zweiten Hälfte der 20er Jahre gebaut werden.

Lüneburg, 6. Juli 2019

Die Elbbrücke Neu Darchau bleibt für die grüne Lüneburger Landtagsabgeordnete Miriam Staudte ein unerfüllbares Versprechen, das hat sie hier vor Wochen in einem Blog-Beitrag erklärt und darin fühlt sich jetzt durch die Antworten von Niedersachsens Verkehrsminister Althusmann auf eine Anfrage der Grünen bestätigt.

Die gesamten Planunterlagen zur Brücke, die es schon gibt, müssen überarbeitet oder neu erstellt werden. Und egal, was passiert, die Folgekosten trägt allein der Landkreis Lüneburg. Und die taxiert Althusmann auf 1,5 bis 2 Prozent der Baukosten.

(Alle Fakten, Grafiken, Links zu Gutachten, Anfragen, Verträgen, Videos und Beiträgen im Elbbrücken-Check)

Zur Wirtschaftlichkeit der Brücke sagt Althusmann: „Darüber hinaus wird der Neubau der Brücke von der Bewilligungsbehörde u. a. unter den Gesichtspunkten der Bau- und Verkehrstechnik sowie der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit geprüft werden.“ Er gehe davon aus, dass der Landkreis Lüneburg im Eigeninteresse eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung dieses Brückenprojekts durchführen wird.

Das Risiko ist nich ohne, denn schließlich ist es nicht nur einmalig, das der Landkreis Lüneburg die Brücke in einem Nachbarlandkreis baut, sondern auch, dass ein Landkreis eine Elbbrücke baut.

Ob durch die hohen Zuschüsse des Landes, 70 Prozent auf 70 Millionen Euro und vielleicht noch etwas mehr,  andere Projekt im Land auf Zuschüsse verzichten müssen, beantwortet Althusmann nicht. Muss er auch nicht. Schon Ministerpräsident Christian Wulff hatte dazu 2008 gesagt: Die Brücke binde viele Millionen aus dem Topf des Gemeindestraßen-Finanzierungsgesetz. Im Jahr 2008 waren das 40 Prozent, die vorab nicht mehr für andere Projekte zur Verfügung stehen würden.

Und je höher die Förderung des Landes ausfällt, umso kleiner wird der Topf für andere Projekte. Das gilt angesichts der gestiegenen Kosten für die Elbbrücke heute noch viel mehr. Das macht die umfängliche Förderung für Verkehrsminister Althusmann auch zur Gratwanderung.

Miriam Staudte aus dem Kreis Lüneburg ist stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen im Niedersächsischen Landtag.

Miriam Staudte aus dem Kreis Lüneburg ist stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen im Niedersächsischen Landtag.

Die Anfrage war von Miriam Staudte und Detlev Schulz-Hendel gestellt worden. Hier die Pressemitteilung dazu und im Anhang die Antworten des Minister.

Die beiden Grünen Landtagsabgeordneten Miriam Staudte und Detlev Schulz-Hendel haben eine Anfrage an die Landesregierung zur erneut diskutierten Elbbrücke Neu Darchau  gestellt. Die Antwort der Landesregierung bewerten Detlev Schulz-Hendel, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen Landtagsfraktion, und Miriam Staudte, stellvertretende Fraktionsvorsitzende aus der Region, so: „Die Antwort macht deutlich, dass die Unterstützung, die die Brücken-Befürworter sich aus Hannover erhoffen, nicht zu erwarten ist. Schon im Eingangstext der Antwort wird explizit darauf hingewiesen, dass es sich um ein ´kommunales Vorhaben` handelt, das lediglich für `den örtlichen und regionalen Verkehr Bedeutung´ hat.“   

Staudte weist auf den Satz hin, die Elbbrücke sei in kein Programm aufgenommen. Das Wirtschaftsministerium von Dr. Bernd Althusmann erläutert in der Antwort, dass die im März 2018 aus Hannover angebotenen 700.000€ für die Wiederaufnahme der Planungen, nur fließen würden, wenn man an den alten Planungen ohne große Veränderungen festhalte. Detlev Schulz-Hendel hält dies für eine Absage: „Weiter im Text heißt es nämlich, dass die Landesstraßenbaubehörde davon ausgeht, dass neu geplant werden müsse. Also wird auch diese Summe nicht fließen.“

Nachdem der Kreistag im Juli 2015 beschlossen hatte, die Pläne für die immer teurer werdende Elbbrücke zu  beenden, hatte die Landesstraßenbaubehörde als Bewilligungsstelle die Unterlagen für die Elbbrücke vernichtet, wie aus der Anfrage bekannt wird. Die Landesstraßenbaubehörde geht von einem erneuten

Planungszeitraum von 1,5-2 Jahren aus. „Es ist also utopisch, dass sich die Kosten für die Planungen gering halten lassen,“ meint Miriam Staudte. Die Grünen-Politikerin geht davon aus, dass die Planungskosten vollständig beim Landkreis Lüneburg verbleiben werden. Zu den widersprüchlichen Aussagen von Verkehrsminister Althusmann, ob er eine Wirtschaftlichkeitsprüfung verlange, erklärt die Landesregierung nun, dass sie selbst keine eigene Kosten-Nutzen-Analyse durchführen werde, dem Landkreis Lüneburg aber empfehle, dass allein aus Eigeninteresse eine solche Nutzen-Kosten-Analyse durchgeführt wird.

„Wenn der Landkreis einfach die Pläne für eine Brücke weiterverfolgt, ohne die Wirtschaftlichkeit zu belegen, ist er wirklich mit dem Klammerbeutel gepudert,“ so Staudte.  Die Grünen weisen auch auf die Kosten der Bauunterhaltung hin, die laut Aussage der Landesregierung beim Landkreis Lüneburg verbleiben werden. „Die gehören auch in eine Wirtschaftlichkeitsprüfung,“ so die beiden Grünen. Bisher war zwischen dem Landkreis Lüneburg und der Landkreis Lüchow-Dannenberg strittig, ob und wenn ja wie sich die beiden Brücken-Anrainer die Unterhaltungskosten teilen müssten.

„Diese Unterhaltungskosten werden bei  den von der Landesregierung angegeben 1,5 bis 2% jährlich selbst bei den Kosten von 65 Millionen Euro also 975.000 bis 1,3 Millionen Euro jährlich betragen. Das kann sich der Landkreis Lüneburg, der sich gerade mit der Arena für ein kostspieliges Projekt entschieden hat, auf Dauer wirklich nicht leisten,“ so Schulz-Hendel. „Unweigerlich würden andere Straßen- und Brückensanierungen oder der notwendige Bau von Radwegen ausbleiben“ pflichtet Staudte bei.   

Anfrage der Grünen zur Elbbrücke und Antwort von Minister Althusmann

Über jj

Journalist, Dipl.-Kaufmann
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19 Antworten zu Bei der Elbbrücke bleibt die Frage der Wirtschaftlichkeit der Knackpunkt

  1. Mark Andreas schreibt:

    SO INNERLICH ZERRISSEN IST DIE LÜNEBURGER SPD IM BLICK AUF IHRE MILLIONEN-TEUREN BAUVORHABEN:

    Am 5.Dezember 2018 fand die Ehrung von Helga Dreyer und Klaus Koopmann durch Landrat Manfred Nahrstedt (SPD) in der Lüneburger Musikschule statt, wo Herr Nahrstedt „in einer persönlichen Stellungnahme“ die Arbeit des Fördervereins Brücken-bauen e.V. und seiner Mitglieder würdigte, „ohne welche ein Kreistagsbeschluss (zur Wiederaufnahme der Elbbrückenplanungen) nicht möglich gewesen wäre, wie er am 24. September 2018 vom Kreistag gefasst worden sei“. Auch habe Nahrstedt, lese ich auf der Homepage des Vereins, „die NOTWENDIGKEIT dieser Verbindung der Elbquerung in den Vordergrund“ gestellt: http://www.bruecken-bauen-ev.de/aktuell.html

    Bild: http://www.bruecken-bauen-ev.de/typo3temp/pics/0b51d8edec.jpg

    Der Ochtmisser Ortsbürgermeister, Lüneburger Ratsherr und Kreistagsabgeordnete Jens-Peter Schultz (SPD) schrieb am 24. Juni 2019 um 13:53 Uhr: „Die Brücke wird nicht zu realisieren sein. Eine Brücke durch ein Biosphärenreservat bauen zu wollen, ist von vornherein ZUM SCHEITERN VERURTEILT. Es wird im Planfeststellungsverfahren zahllose Widersprüche und diverse Klagen geben Die Entscheidung erwarte ich jedenfalls nicht innerhalb der jetzt kommenden Wahlzeit von Jens Böther als Landrat. Und finanziell sind die Kosten für den Landkreis nicht tragbar, insbesondere die Folgekosten nicht. Lasst uns lieber eine bessere Fähre kaufen und diese kostenfrei für die Landkreismenschen benutzbar machen.“ (https://blog-jj.com/2019/06/24/superbotschaft-zur-elbbruecke-oder-nur-halbe-wahrheit/#comment-7231)

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  2. Henning Michalczyk schreibt:

    „Elbbrücke: Steuerzahlerbund bezweifelt Nutzen.“
    Na logo lohnt sich der Bau so einer Brücke.
    Nur muss dann etwas weiter gedacht werden.
    Eine neue Schnellstraße, evtl. Autobahn Süd–Nord- Richtung Fähren nach Skandinavien macht so eine Brücke schon sinnvoll.
    Oder eine Bahnverbindung in gleiche Richtung.
    Als vor genau 44 Jahren und einem Tag am 10. Januar 1975 der Elbtunnel eingeweiht wurde, nahm ich an, der Verkehr auf der Kieler Straße und Stresemannstraße wird nun mehr wie ruhig.
    Pustekuchen.
    Er nahm kometenhaft zu.
    Der Elbtunnel war ständig dicht und die Trasse durch Hamburg auch.
    Aber um wirklich ernsthaft den Bau der Brücke in Angriff zu nehmen, sollte doch besser daran gedacht werden, ob es wirklich zum Verkehrskollaps kommen muss.
    Die Flussschiffahrt ist die Lösung.
    Mal ehrlich! Wofür eine Brücke? Dafür dass ein paar hundert Menschen nicht die Fähre nutzen oder, bei Hoch-oder Niedrigwasser, Umwege fahren müssen.
    Was soll das kosten? Keiner weiß es wirklich, aber 100 Millionen dürften es schon sein. Wie lange können die Betroffenen dafür umsonst Fähren nutzen?
    Wieviel Geld aller Bürger darf und soll der Staat für die Sonderinteressen einiger weniger ausgeben dürfen? Wenn z.B. ein Landrat oder ein Abgeordneter sich auf Steuerzahlerkosten die Zufahrt zu seinem Anwesen pflastern lässt, ist das Geschrei der gleichen Leute, die jetzt eine Brücke fordern, wieder groß! Aber Verschwender sind eben immer nur die anderen!
    Wobei über die Fragen von Naturschutz oder Belästigung der Anwohner in Neu Darchau durch die Brückenzufahrt noch gar nicht gesprochen wurde. Aber egal: Ich will, sagt der empörte Bürger, eine Brücke, eine schöne Straße und die Kosten interessieren mich erst, wenn andere ähnliches wollen!

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  3. Manfred Schrader schreibt:

    Sehr geehrter Herr Bürgermeister Dehde,

    was sagen Sie zum Folgenden?

    Am 6. April 2019 hat der Förderverein Brücken-bauen e.V. in Neu Darchau ein »Frühstück für Brückenfreunde« organisiert. Auf der Homepage des Vereins lese ich: Dieser Einladung seien auch über 30 Personen aus dem Bereich der Gemeinde Neu Darchau gefolgt. Als Gäste waren der Bauunternehmer K.-H. Hoppe mit Frau und die Kreistagsabgeordneten Wilhelm Kastens (Lüneburg, CDU) und Holger Hildebrandt (Lüchow, CDU) mit anwesend.

    Weiter heißt es:

    »Das Frühstück für Brückenfreunde wurde bewusst in der Gemeinde Neu Darchau durchgeführt, da der Förderverein mitbekommen hat, dass es auch hier eine nicht unwesentliche Zustimmung zur Elbbrücke gibt. Aus diesem Grund hat Frau Helga Dreyer einen Vortrag ausgearbeitet, der die Situation der bisherigen Planung einmal ganz objektiv dargestellt hat. Dem Förderverein ist es schon immer wichtig gewesen, Fakten zu präsentieren und nicht mit Unwahrheiten Meinungen zu bilden. Hierzu wurden unter anderem die folgenden Behauptungen erörtert:

    ◉ Man könne die Brücke auf Lüneburger Gebiet planen

    ◉ Die Brücke zerschneide die Orte Neu Darchau und Katemin

    ◉ Die Brückenvereinbarung aus 2009 sei hinfällig

    ◉ Der Hochwasserschutz sei gefährdet

    ◉ Die Anwohner müssten höhere Beiträge zur Deichunterhaltung tragen

    ◉ Die landesplanerische Feststellung verstoße gegen die Interessen der Gemeinde Neu Darchau.

    Frau Helga Dreyer konnte jeden Punkt, dank ihrer intensiven Vorbereitung widerlegen.

    In der anschließenden Diskussion wurde u.a. die Frage aufgeworfen, wie das Ergebnis der Bürgerbefragung zur Elbbrücke in Neu Darchau ausgefallen sei. Ergebnisse seien nicht veröffentlicht worden. Auch wurde hier über das Herzstück der Gemeinde Neu Darchau gesprochen, hier die Einnahmen aus dem Fährgeschäft. Dieses wurde von den Besuchern auch kritisch hinterfragt. Der Förderverein Brücken-bauen konnte die Fragen nicht beantworten. An Spekulationen werden wir uns nicht beteiligen.

    Bei der Fahrt durch die Gemeinde Neu Darchau sind auf mehreren Grundstücken Schilder mit dem Inhalt ›Ja zur Brücke‹ zu erkennen. Dementsprechend sind nicht alle Neu Darchauer gegen die Brücke, wie es gerne gesagt wird.«

    Fundort: „Frühstück für Brückenfreunde“ http://www.bruecken-bauen-ev.de/aktuell.html

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    • Timo schreibt:

      Nicht die Mitteilung, dass, sondern die Antworten darauf, wie Frau Helga Dreyer „dank ihrer intensiven Vorbereitung“ jeden der oben aufgeführten Punkte „widerlegen konnte“, dürften die interessanteren Passagen dieser von Zanklust nicht ganz und gar freien Selbstbeweihräucherung sein.

      Leider wird aber gerade der Teil ausgespart. Ein Schelm, wem Absicht darin schwant.

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  4. Stephan Bothe schreibt:

    Zeit, die Karten auf den Tisch zu legen!
    Es ist gar nicht lange her, es war im Jahre 2017, als der damalige Spitzenkandidat der CDU zur Landtagswahl beim Brücken-Förderverein im Amt Neuhaus auftrat und den Mitgliedern, die sich jahrelang für das Projekt der Elbbrücke zwischen Darchau und Neu Darchau eingesetzt hatten, versprach: Als zukünftiger Ministerpräsident, respektive als Mitglied der neuen Landesregierung, alles zu tun, um dieses Projekt zu realisieren. Soweit, so gut. Auch die Arbeitsgruppe im Kreistag, die sich mit dem geplanten Brückenbau befasste, setzte sich im guten Glauben auf Unterstützung von der Landesregierung engagiert für die Umsetzung des Vorhabens ein.
    Die Antworten des nunmehr als Landeswirtschaftsminister amtierenden Bernd Althusmann auf die Anfrage der „Brückenverhinderungstruppe“ der Grünen sprechen jedoch Bände. Wenn dies alles ist, was Herr Althusmann willens ist, zu diesem Projekt beizutragen, muss man doch nüchtern feststellen: Versprechen gebrochen – oder: Ziel nicht erreicht! Selbst einen entsprechenden Beschluss des Landesparteitages der CDU vom September 2018 mit der Aufforderung zur Sicherstellung der Finanzierung des Projektes sieht Herr Althusmann offenbar lediglich als eine Art „Handlungsempfehlung“ ohne verbindlichen Charakter an und ob der neue Landrat Böther die politische Kraft aufbringt, das Projekt auf Landes- und Bundesebene wieder in den Fokus zu rücken, halte ich doch eher für unwahrscheinlich.
    Daher ist es nunmehr wirklich Zeit, die Karten nunmehr auf den Tisch zu legen. Die Menschen im Amt Neuhaus haben jetzt endlich eine klare Antwort verdient! Ein Plan-feststellungsverfahren, das am Ende wieder ins Nichts läuft oder Planungen, die aus Kostengründen abgebrochen werden, können heute keine Optionen mehr sein. Daher muss es jetzt für uns als AfD das Ziel sein, dieses Projekt in den Landtag zu tragen und dort eine Entscheidung einzufordern. Ausflüchte, Ausreden und das Verschleppen notwendiger Entscheidungen bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag sind nicht länger hinnehmbar!
    Brücke? Ja oder nein, das ist hier die Frage und die muss jetzt beantwortet werden.

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    • Kevin Schnell schreibt:

      Sehr geehrter Herr Landtagsabgeordneter Bothe,

      1.) die Brücke ist ein KOMMUNALES Vorhaben.

      DAS ist das einzige Faktum, das – juristisch unerschütterbar – feststeht. Insofern ist Ihr Appell an Ihre Parteimitglieder, es müsse [sic] „jetzt für uns als AfD das Ziel sein, dieses Projekt in den Landtag zu tragen und dort eine Entscheidung einzufordern“, das aufgeplusterte Gegenstück zu der leeren Rhetorik, die Sie Herrn Althusmann – nicht zu Unrecht – vorwerfen.

      Denn Sie KÖNNEN dieses Projekt gar nicht (und zwar weder „jetzt“ noch später) „in den Landtag tragen, um dort eine Entscheidung einzufordern“ — eben, weil über die Brücke NUR auf Kreisebene entschieden werden KANN !

      2.) Doch selbst, wenn Sie könnten, was Sie NICHT können (kontrafaktische Hypothese im conjuntivus irrealis vs indicativus factualis), dann bliebe Ihre Abschlussformel dennoch der reine Widersinn.

      „Brücke, ja oder nein? Das ist hier die Frage und die muss jetzt beantwortet werden“?

      Sie können verbal noch so martialisch mit dem Fuß aufstampfen, Sie demonstrieren damit nur ein weiteres Mal Ihre Unkenntnis in der Sache.

      Denn, wenn Sie die Antworten aus dem Ministerium Althusmann gelesen hätten, wüssten Sie, dass „nach Einschätzung der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLStBV) […] davon auszugehen [ist], dass sämtliche Unterlagen nach aktuell gültigem Regelwerk neu erstellt bzw. komplett überarbeitet werden müssen. Einschließlich erforderlicher Untersuchungen/Gutachten sind daher ca. 2,5 Jahre für die Vorbereitung der Planfeststellung realistisch.“

      Daraus lässt sich nach erster Grobschätzung folgender Zeitplan entwickeln:

      – 2019 bis 2021: Erarbeitung der Planfeststellungsunterlagen incl. Vorarbeiten, Untersuchungen, Gutachten

      – 2021 bis 2022: Planfeststellungsverfahren incl. Beschluss (ohne Klagen!)

      Also nicht „JETZT“, sondern allenfalls, wie ich aufrunde, IN DREI JAHREN (und das auch nur, wenn es, wovon jedoch ganz sicher das genaue Gegenteil der Fall sein wird, nicht zu Klagen kommt) wird die Frage: „Brücke, ja oder nein?“ sich der Entscheidungsreife nähern.

      Etwas anderes zu behaupten oder zu insinuieren, ist entweder der reine Humbug – oder aber Bauernfängerei, welche auf „die fatale, aber gewünschte Wirksamkeit des lediglich Behaupteten vor dem Hintergrund der Leichtgläubigkeit der Menschen“ (O. Berg) schielt.

      Und Sie, Herr Bothe, warum vermeiden Sie denn eigentlich nicht, hier und heute mit dem gleichen Atemzug den unseriösen Stimmenfischer zu geben, als welchen Sie uns den gummi-twestenden Althusmann vom September 2017 vorgestellt haben?

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    • Maria Nelle schreibt:

      Karten auf den Tisch legen? Das hieße sagen, wie teuer die Brücke wirklich wird und wer für sie wird bezahlen müssen. Siebzig bis hundert Millionen Euro Bau- plus anderthalb bis zwei Millionen Euro jährlicher Unterhaltskosten plus Zuwegung plus Beeinträchtigung oder Zerstörung erheblicher Teile der rechtselbischen Naturschutzgebiete plus rasant wachsender Verkehrsbelastung entlang der L232 recht und links des Flusses. Bezahlen würden dies die jetzige und die kommenden Generationen der Menschen im Landkreis Lüneburg. Mit den versprochenen Zuwendungen von Landesseite ist ja kaum mehr zu rechnen. Aber nicht nur mit Geld werden die Menschen bezahlen müssen, sondern auch mit ihrer Gesundheit und ihrer Lebensqualität. Und der ihrer Kinder. Wirtschaftlichkeit bemisst sich eben nicht nur an 30 gewonnenen Minuten pro Tag für 500 Pendler, sondern vor allem an den dadurch gewollt oder ungewollt vermiedenen oder geschaffenen Schäden für eine tausend- oder hundertausendfache Zahl von Mitbetroffenen.

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    • Klaus Bruns schreibt:

      Brückenverhinderungstruppe??????????
      wer regiert im land ? Herr Bothe, die afd ist auch hier nur ein trittbrettfahrer, die hoffen, so manche wählerstimme mit ihrer einstellung zur brücke zu gewinnen. sie erinnern mich an die linke. wie wäre es mit einer maut für die brücke. die brücke wird privat aufgebaut, kostet dem steuerzahler kein geld und jeder darf rüberfahren, der die schäden an der brücke erzeugt und auch bezahlt? dann wird man auch sehen, wie nötig diese brücke wirklich ist. bekanntlich sagen lobbyisten ja selten die wahrheit. die afd will doch eine alternative zu den anderen parteien sein. ich sehe diese partei so, wie sie sich verhält, nur als eine alternative für dumme. ich könnte wetten, es wird keine firma geben, die privat diese brücke bauen wird. warum wohl? die afd generiert sich doch gern als radikale fdp. nur zu, viel spaß dabei.

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  5. Andreas Janowitz schreibt:

    Die 700.000€ für die erneute (!) Planung (?) würden für eine Fahradbrücke von der Bastion zum Treidelweg hinüber reichen…
    Ich würde zu gerne einmal Mäuschen spielen und lauschen, was unsere Schwerlasthirne in ihren Meetings so alles ausbaldowern. Welche sinnlosen TOPs da so alles abgekaut werden, um am Ende doch nichts definitives zu beschliessen. Abgesehen von dieser sinnlos Ampel an der Erbstorfer Landstr. . Was macht man als Verwaltungsbeamter eigentlich so den ganzen Tag?

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    • Jo schreibt:

      Man befasst sich zum Beispiel mit der Frage, welche Effekte eine neue Brücke innerhalb der Familienordnungen der Froschlurche haben kann.

      Was sollten die Learnings sein?

      Beim Straßeüberqueren nach links, rechts und noch mal nach links gucken, das weiß jedes Menschenkind dank schnapsnasiger Verkehrspolizisten-Onkels. Ungebildete Tierkinder wissen das jedoch nicht. Wildwechsel und Krötenwanderungen geraten jährlich zu Blutbädern. Der Ausweg: Solide Kenntnisse der StVO sowie Helmpflicht für Wildtiere. In Planung: Für jedes Tierkind eine Gratis-CD von Rolf Zukowskis „Schulweg-Hitparade“ mit starken Lyrics wie „Zwischen den Autos am Rand der Straße / geh ich ganz langsam vor mit der Nase“. Nicht nur was für Ohrwürmer!

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      • Andreas Janowitz schreibt:

        Diese Brücke ist sinn- und nutzlose Ressourcenverschwendung, nicht nur in Hinsicht auf Habitatverluste und -zerschneidung. Das Geld wäre besser angelegt um den sog. „Grüngürtel-West“ mit echten Ökotopen zu durchsetzen und weitere Bebauung nachhaltiger zu gestalten.

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  6. Lukas Möller schreibt:

    Sehr geehrter Herr Jenckel, Sie berichten und dokumentieren, aber wie geht es denn Ihnen mit den verdreht und gewunden vorgetragenen Auskünften unseres Wirtschaftsministers? Fassen Sie seine Kaskade unmöglich zu erfüllender Bedingungen auch als indirekte Absage ALLER Zahlungen aus Landesmitteln auf? Und meinen Sie, damit hat sich das Brückenprojekt erledigt? Begrüßen oder bedauern Sie das wahrscheinliche Ende dieses volkswirtschaftlich verheerenden Vorhabens, das schon fast dreißig Jahre lang missbraucht wird, um den Fährbetrieb nicht umfassend zu ertüchtigen – und dessen Gebrauch für die Landkreisbewohner öffentlich zu finanzieren?

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    • jj schreibt:

      Es handelt sich um ein 25 Jahre altes Wahlversprechen im Rausch der Einheit. 1993 ist die Dömitzer Brpcke eröffnet worden. Ich bin letzten Donnerstag durch Dömitz geradelt. Traurig, trotz Brücke ist die Einwohnerzahl um 25 Prozent gesunken. Soviel zum Effekt. Ich frage mich nur, ob eine Brücke, die ohne Klagen laut Althusmann erst 2025-27 gebaut werden könnte, für dann weit mehr als 70 Mio für 550 Berufs- und Schul-Pendler (laut Landkreis) volkswirtschaftlich vor dem Steuerzahler vertretbar ist. Sie würde bei 3500 Fahrzeugen am Tag (laut Landkreis LG) keiner Kosten-Nutzen-Kalkulation standhalten. Ich fände es besser, wenn heute eine Lösung gefunden würde, die eine sichere Überfahrt auch bei Niedrigwasser garantiert und nicht ein Betonklotz in 10 Jahren in einem Biosphärenreservat. Alle Fakten im Elbbrücken-Check: https://blog-jj.com/fakten-check-elbbruecke/
      lg jj

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  7. Henning Bodendieck schreibt:

    nein, die Frage ist geklärt! Es ist eine Sache der „Vollendung“ und des Herzens. Ggf. noch Tauschobjekt. Je nach Mehrheit: Autobahn/ Brücke oder Brücke/Arena. Der Wille des Kreistages versetzt (Geld)-Berge

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    • Jörg Wrede schreibt:

      Sie meinen den lauen Eckhard Pols und seine laute Bleckeder Kumpane?

      Weil die das manus manum lavat-Junktim wollen? „Wir die Brücke, ihr die Arena“?

      Ich glaube, mit dem unwirtschaftlichen 80 Millionen-Brocken an der Lüner Rennbahn ist die unwirtschaftliche 80 Millionen-Brücke durch die Elbtalaue endgültig gestorben.

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  8. Otto Berg schreibt:

    Im vorletzten Roman „Der Friedhof in Prag“ (Il cimitero di Praga, 2010, dt. 2011) des italienischen Gelehrten Umberto Eco geht es um „die fatale, aber gewünschte Wirksamkeit des lediglich Behaupteten vor dem Hintergrund der Leichtgläubigkeit der Menschen“ (Wikipedia), — also um das, worum es auch in den Verwaltungs- und Beschlussvorlagen aus dem Lüneburger Kreishaus während der letzten Jahre bei größeren Projekten fast immer zu gehen scheint.

    Der 2016 verstorbene Autor hat seinem literarischen Eulenspiegel einige Zeilen aus der phantastischen Dichtung „La ca‘ dei cani“ (Das Haus der Hunde, 1840) seines Landsmannes Carlo Tenca (1816-1883) als Motto vorangestellt:

    „Weil spektakuläre Szenen notwendig sind, ja den Hauptteil einer historischen Erzählung ausmachen, haben wir die Hinrichtung von hundert öffentlich gehängten Bürgern, diejenige von zwei lebendig verbrannten Klosterbrüdern sowie das Auftauchen eines Kometen eingefügt, lauter Ereignisse, die jedes soviel wie hundert Turniere zählen und den Vorteil haben, den Geist des Lesers weiter denn je von der Hauptsache abzulenken.“

    Wer die Antworten des Ministeriums Althusmann vom 23. Juli 2019 auf die Anfrage der B90/Grünen Landtagsabgeordneten Miriam Staudte und Detlev Schulz-Hendel vom 6. Juni 2019 bezüglich der Realisierungschancen einer festen Elbquerung bei Neu Darchau gelesen hat, dem ist klar, dass darin „vor dem Hintergrund der Leichtgläubigkeit der Menschen“ wortreich von einem „Friedhof der Brückenhoffnungen“ geschwiegen wird, dessen Beschreibung folglich „spektakulär verklausulierte, letztlich aber unerfüllbare Bedingungen und allerlei pathetische Konfessionen“ übergestülpt sind, „lauter Formulierungen, die jede soviel wie hundert Vorbehalte mit herzlich guten Wünschen zählen und den Vorteil haben, den Geist des Lesers weiter denn je von der Hauptsache abzulenken.“

    Von welcher Hauptsache?

    Der ministeriellen Botschaft, dass es den Bau der Elbbrücke Neu-Darchau–Darchau zumindest in diesem Jahrhundert nicht geben wird!

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  9. Klaus Bruns schreibt:

    Bisher nur eine Fata Morgana, die Elbbrücke bei Neu Darchau.
    wie wäre es mit der digitalisierung der brücke? immer wenn das brückenfest stattfindet, wird ein hologramm über die elbe erstellt. der hutmacher von alice im wunderland digital als hologramm,wandert über diese brücke.364 mal. für den tourismus ,wäre es der hammer. schmunzeln. man könnte es noch steigern. wölfe und schafzüchter wandern als hologramm friedlich vereint über die brücke.der digitale althusmann als weihnachtsmann,übernimmt die rolle während der weihnachtszeit.

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