Lüneburg kommt tatenlos zum Titel „fahrradunfreundliche Stadt“

Der Klassiker: Links und rechts wurden die Bushaltestellen und die Radwege erneuert, aber die letzten rund zwanzig Meter zur Kreuzung vor der Herderschule, ein wirklich vielbefahrener Radweg, wurden ausgespart. Lüneburger Stummel-Fördertopf-Sanierung pur.

Lüneburg, 9. Juli 2019

Der Radler ist um die 60, grünes Polo, kurze Hose, stramme Wade. Am Alten Eisenwerk ist er auf dem rechten Radweg zügig unterwegs, dann blickt er unvermittelt kurz nach links auf die Straße, auf die Autos, macht eine fahrige Handbewegung und wechselt auf die Fahrbahn. Weil der erste Autofahrer nicht bremst, weil er die überraschende Absicht nicht gleich errät, gerät der Radler schwer in Rage und wechselt gleich noch schimpfend auf die Abbiegespur zum Ilmenau Center. Und ich, ein überzeugter Radfahrer, frage mich: Wie ist der nur zu so einem angriffslustigen Pedalritter geworden?

Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum es in Lüneburg so viele Rüpel auf Rädern, so viele Verkehrsregel-Verächter gibt? Also mehr als im Durchschnitt? Ein paar sind unverbesserliche Rad-Rowdys. Die Masse wird gezwungen, weil Lüneburg eine fahrradunfreundliche Stadt ist und auf Sicht bleibt.

  • Von Fahrradstraßen können Lüneburger nur träumen.
  • Wer einen Stadtring für Radfahrer wie für Autofahrer fordert, wird für größenwahnsinnig erklärt.
  • Fahrradfahrer werden in Lüneburg gezwungen, schlechte Radwege zu benutzen oder sich von Autofahrern wild gestikulierend anmachen zu lassen. Die haben die Lufthoheit auf dem Asphalt. Sie haben ja ihre Blechrüstung.
  • Dass man auch da von Autofahrern weggehupt und angeschrien wird, wo man als Radfahrer auf der Straße fahren darf, zum Beispiel auf der Bleckeder Landstraße, ist Tagesgeschäft auf zwei Rädern.
  • Wenn saniert wird, dann im Rhythmus von Fördertöpfen wie an Bushaltestellen und Zufahrten. Oder Investoren zahlen das Asphalt-Patchwork. Diese Lüneburger Stummel-Sanierung ist legendär: Auf wenigen Metern entsteht plötzlich einen Radweg de luxe. Danach bleibt der Weg Schlaglochpiste. Das jüngste Beispiel ist an der Herderschule zu bestaunen (siehe Foto oben). Da fehlen vielleicht zwanzig Meter, um den seltenen Fall eines durchgehend neuen Radweges zu komplettieren. Aber nicht in Lüneburg.
  • Die Stadt hat Verkehrsschilder und Laternenmasten, wahlweise auch Straßenbäume auf Radwegen installiert, damit man sich auch mal im Slalom versucht.
  • Autofahrer halten Radspuren auf Straßen oft für Parkplatzmarkierungen.
  • Autofahrer blockieren an Einmündungen gerne die Radfurt, damit sie bessere Sicht auf den Verkehr haben, und zucken mit den Achseln, wenn ein Radler einen Bogen um die Stoßstange fahren muss. War ja nicht so gemeint.

    Für Lastenräder und Fahrradanhänger gibt es in der Innenstadt viel zu wenig Abstellfläche.

  • Lastenfahrräder werden in Lüneburg beworben, damit man schöne Fotos machen kann. Doch wo man sie im Stadtkern abstellen kann, ohne drei Parkplätze zu blockieren, darüber macht sich keiner Gedanken. Mit einem Radanhänger sieht es ähnlich ausweglos aus.
  • Dass man in Lüneburg mal auf einem Radweg in beide Richtungen fahren soll und das dann andernorts wieder verboten ist, das folgt einer ganz eigenen Philosophie.

Links der Radstreifen auf der Fahrbahn, recht die Markierung kurz angedeutet, doch hinter der Bushaltestellt soll es wohl wieder auf den Radweg gehen – oder?

  • Dass es auf der Hude auf der einen Seite einen Radstreifen auf der Fahrbahn gibt, auf der anderen aber nur einen Stummel-Streifen, der im Nirwana endet, versteht bestimmt nur der, der es veranlasst hat. Gleichzeitig ist der völlig zerklüftete Radweg überall dort, wo ein Auto aus einer Ausfahrt rollen könnte, wunderbar saniert.
  • Dass über gravierende Veränderungen zugunsten der Zweiräder meist nur geredet wird, ist nicht mal die Schuld des neuen Radbeauftragten allein. Um „Radfahren first“ in der City umzusetzen, ein Ziel, das sich die Stadt vor mehr als 25 Jahren mit dem Verkehrsentwicklungsplan gesetzt hat, ist ein ganzes Dezernat nötig. Das schaffen keine Einzelkämpfer in einer Verwaltung.
  • Dass Werben fürs Radeln allein nicht ausreicht, um die Lage zu verbessern, sondern auch knallharte Verbote für Autos nötig sind, wird vermutlich noch eine Generation dauern. Denn es knirscht dann natürlich nicht nur im politischen Gebälk.

Kurzum: Lüneburg hat sich den Titel „fahrradunfreundliche Stadt“ verdient – völlig tatenlos. Und das ändert sich nur durch Taten, nicht durch Worte. 

Hans-Herbert Jenckel

Über jj

Journalist, Dipl.-Kaufmann
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43 Antworten zu Lüneburg kommt tatenlos zum Titel „fahrradunfreundliche Stadt“

  1. Georg Werner schreibt:

    Der VW-Dieselbetrug (Manipulationen seit 2005, Aufdeckung September 2015) hinterließ einen Scherbenhaufen – und eine Milliarde Euro für Niedersachsen. Das Geld ist überwiesen. Das Land hat es schon vollständig verplant. Kommt es dem Ausbau von Fahrradstraßen in Lüneburg zugute?

    Nein! Kein einziger Cent. Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums fließen 350 Millionen Euro des Bußgeldes in Breitbandausbau und Digitalisierung. Das sogenannte Sondervermögen für den Ausbau von hochleistungsfähigen Datenübertragungsnetzen und für Digitalisierungsmaßnahmen sei auf eine Milliarde Euro aufgestockt worden – 350 Millionen Euro davon stammten von VW . Weitere 100 Millionen Euro sind zudem früheren Angaben zufolge für die Tilgung von Altschulden bestimmt.

    200 Millionen Euro der VW-Milliarde fließen in die Sanierung und den Neubau von Krankenhäusern – laut Sozialministerium sollen vom laufenden Jahr an bis 2022 jährlich 50 Millionen Euro dafür verwendet werden. Kürzlich beschlossen wurden für 2019 Investitionen von 120 Millionen Euro an 19 Klinikstandorten sowie die Förderung eines Neubaus in Delmenhorst mit voraussichtlich 150 Millionen Euro; anteilig stammt das Geld aus der VW-Milliarde.

    Weitere 150 Millionen Euro sind für die Sanierung der Medizinischen Hochschule in Hannover und der Universitätsklinik in Göttingen bestimmt. 100 Millionen Euro werden zur Sanierung von Sportstätten genutzt, 80 Millionen Euro davon gehen an kommunale Sportanlagen, der Rest an Vereinsstätten.

    Weitere 100 Millionen Euro der VW-Milliarde schließlich plant das Umweltministerium für klimaschonende Maßnahmen im Verkehr ein. Minister Olaf Lies (SPD) kündigte kürzlich an, 20 Millionen Euro sollten dort eingesetzt werden, wo Stickstoffdioxid-Grenzwerte 2017 überschritten worden seien – also in Hannover, Oldenburg, Osnabrück und Hildesheim. Auch die Wasserstofftechnologie solle mit 40 Millionen Euro unterstützt werden, weitere 40 Millionen Euro fließen demnach in umweltfreundlichere kommunale Fahrzeugflotten.

    Siehe dazu: https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/VW-Bussgeld-Eine-Milliarde-und-was-damit-passiert,vwmilliarde104.html

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  2. Irmelie S. schreibt:

    An diesen Anblick werden wir uns wohl gewöhnen müssen. So sieht es aus, wenn autonome Flugtaxis moderne Fahrradstraßen als Landebahn missbrauchen:

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  3. Herbert schreibt:

    „Radfahren first“ in der City umzusetzen, ist ein Ziel, das sich die Stadt vor mehr als 25 Jahren mit dem Verkehrsentwicklungsplan gesetzt hat. Seit einigen Tagen gibt es neue schöne Absichtserklärungen zur „Radverkehrspolitik“ für die nächsten zehn Jahre und mehr. (Denn „30+“ kann gut und gerne noch einmal 25 Jahre bedeuten): https://www.hansestadtlueneburg.de/PortalData/43/Resources/dokumente/stadt_und_politik/verkehr/radverkehr/Leitbilder_Radverkehrspolitik_2030_.pdf

    Derweil machen

    Ulrich Mädge:

    und

    Sebastian Heilmann:

    scham- und/oder gedankenlos Reklame für Elektrolastenesel und fabulieren dabei etwas vom „Kampf gegen den Klimawandel“.

    Wie widersinnig!

    Die Werbebotschaft, Fahrräder mit Elektroantrieb könnten dank geringer CO2-Emissionen helfen, das Weltklima zu retten, ist falsch. Auch die Werbung mit niedrigen Verbrauchskosten ist verlogen. Lithium-Ionen-Akkus sind in der Produktion teuer und energieintensiv. Lithium ist eine begrenzte Ressource, die nicht verschwendet werden sollte. Wer CO2 im Verkehr sparen will, sollte in erster Linie das Fahrradfahren fördern und nicht Radfahrern Zusatzantriebe schmackhaft machen!

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    • Andreas Janowitz schreibt:

      Oh Bitte! Das weltgrösste Lithiumvorkommen, die Salar de Uyuni, ist eine lebensfeindliche Salzpfanne auf 3.500 m Höhe?! Der Abbau dort wird niemandem die Lebensgrundlage entziehen? Ganz im Gegenteil!
      Niedersächsische Unternehmen sind zudem führend in der Wiederverwertung?
      https://www.duesenfeld.com/index_de.html
      Dieses querulatorische Gequengel ist ist nichts als renitentes Miesmachen.

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      • Udo Hiller schreibt:

        „Der Abbau dort wird niemandem die Lebensgrundlage entziehen. Ganz im Gegenteil!“

        Ist das so?

        Bolivien baut u. a. Quinoa an. Der Quinoa-Anbau benötigt mineralhaltigen Boden und ein wenig Wasser. Für die Herstellung von einer Tonne Lithiumsalz werden zwei Millionen Liter Wasser benötigt. Da das Wasser in der Region aber schon jetzt knapp ist, wird befürchtet, dass durch die Lithiumgewinnung eine weitere Verknappung des Wassers entsteht.

        Die Experten des „Wuppertal-Instituts für Klima, Umwelt und Energie“ fassen nach Auswertung zahlreicher Studien die ökonomische und ökologische Situation der indigenen Bevölkerung der Region um den Salar de Uyuni wie folgt zusammen:

        „Rund um die Salztonebene hängt ein Großteil der Bevölkerung direkt und indirekt vom Salar de Uyuni für ihren Lebensunterhalt ab. Rund 46 Prozent der lokalen Bevölkerung arbeiten in der Landwirtschaft und Viehzucht. Für diese ist der Salar de Uyuni von entschei-dender Bedeutung, da er eines der wichtigsten Wassereinzugsgebiete der Region ist. Die lokale Landwirtschaf und Viehzucht sind für ihre Wasserversorgung auf dieses funktionierende Ökosystem angewiesen. Der Salar de Uyuni ist außerdem mit ca. 50.000 Touristen eine der Haupttouristenattraktionen Boliviens […] und ein fragiles Ökosystem mit vielen endemischen Arten […]. So bildet z. B. der Rio Grande, der größte Fluss der Region, auf den lithiumreichsten Teilen des Salar eine Lagune. Diese bietet vielen Vögeln einen wichtigen Lebensraum. Der Tourismus, von dem 23 Prozent der Bevölkerung leben, stützt sich auf diese unberührten Landschaften. Daneben leben weitere 12 Prozent der Bevölkerung direkt von der Salzernte. Die Auswirkungen der Lithiumproduktion auf das Ökosystem wären neben der Habitatzerstörung vor allem der Wasserverbrauch (durch das Anlegen von Verduns-tungsbecken) sowie Abwasser- und Luftverschmutzungen durch die chemische Aufbereitung des Lithiums. Die Wasserreserven der Salar de Uyuni gelten als nicht-erneuerbar, da sich das Grundwasser nur extrem langsam regeneriert. Außerdem herrscht in der Region schon heute Wassermangel […].“ (Quelle: Wuppertal Institut, Umweltbundesamt (UBA) (2010). „Rohstoffkonflikte nachhaltig vermeiden: Risikoreiche Zukunftsrohstoffe? Fallstudie und Szenarien zu Lithium in Bolivien (Teilbericht 3.3)“, https://www.adel-phi.de/de/system/files/mediathek/bilder/rohkon_bericht_3-3_bolivien_1_0.pdf, Seite 24)

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      • Andreas Janowitz schreibt:

        Herr Hiller,
        ihnen sind die ökologischen Folgen der Olympic Dam oder Grasberg Mine bekannt? Der giftigste nicht radioaktive Ort der Welt sind die Tailings der Teersandgruben in Alberta? Bergbauunternehmungen ziehen in der Regel schwerste Umweltzerstörung nach sich?
        Im Verhältnis dazu sind die ökologischen Folgen des Lithiumsoleabbaus gering.

        Und ja der ernorme Wasserverbrauch ist derzeit der einzige Grund, welcher einen Vollausbau verhindert.

        Insbesondere da LaPaz schon jetzt unter Wassermangel leidet. Die dahinschmelzende Andengletscher sind die einzige leicht zugängliche Wasserquelle, die übrigens auch den erwähnten Fluss speisen. All das ist mir bekannt? Auch das Subsitenzlandwirtschaft dort die einzige Überlebensmöglichkeit ist? Der Ort ist derart abgelegen und lebensfeindlich das nichts anderes möglich ist?
        Die Anreicherung über Verdunstung würde von Privatunternehmen favorisiert, weswegen solche eher ausgeschlossen werden sollten? Liesse sich der Wasserverbrauch reduzieren wäre ein wichtiger Schritt getan. Technische Möglichkeiten gibt es zu Hauf, nur würden Rio Tinto u.a. diese nicht einsetzen. Deren Raubbaumentalität ist zur genüge Bewiesen. Darüber hinnaus sorgt deren Ausschluss hier für den eigentlichen Wirbel?! Herr Moralez verfolgt ganz andere Ziele, als maximale Kurzfristrendite an Aktienmärkten, wesshalb „plötzlich“ der Lithiumabbau als so gänzlich unmöglich verfehmt wird.

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      • Udo Hiller schreibt:

        Hallo Herr Janowitz,

        haben Sie schon mal von „Whataboutism“ (https://de.wikipedia.org/wiki/Whataboutism) gehört? Wenn die Oma Suse sagt, ihr Ohrensausen sei schlimm, dann ist es KEIN Gegenargument, sondern bloß eine vom Thema ablenkende Herabsetzung, wenn der Opa Siggi sagt, sein Zahnschmerz sei schlimmer.

        Herrn Herberts Hinweis auf das inkonsequente Gerede und Verhalten von Herrn Heilmann war weder „querulatorisches Gequengel“ noch „renitentes Miesmachen“, sondern angebrachte Kritik im Hinblick auf das gedankenlose Propagandageblubber unseres städtischen Fahrradbeauftragten: https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/2595281-jeder-kilometer-auf-dem-fahrrad-zaehlt

        Und wie Sie und Herr Juan Evo Morales Ayma eigentlich dazu kommen, der lokalen bolivianischen Bevölkerung zu erklären, der Lithium-Abbau rund um den Salar de Uyuni, werde „niemandem die Lebensgrundlage entziehen, ganz im Gegenteil“, ist zumindest eine interessante Frage. Die erinnert mich irgendwie an Herrn Jair Messias [!] Bolsonaro, welcher den (nicht nachwachsenden) Regenwald abholzen lässt, um sich die örtliche brasilianische Bauernschaft gewogen zu halten, und darum der Weltgemeinschaft vor drei Tagen bekannt gab: „Der Amazonas gehört uns, nicht euch!“

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  4. Karen Lüders schreibt:

    Durch JeJe‘s Instagram-Welt fuhr gestern ein Güterzug, der gar nicht enden wollte.

    Wenn so ein erzener Bandwurm minutenlang durch Deutsch Evern ballert, fühlen die Ohlhagens die Erde beben. Und die Bundestagsabgeordnete Julia Verlinden ist der Meinung, von Wind und Sonne produzierte Energieträger ließen sich mit deutlich weniger Lärm transportieren: https://www.instagram.com/p/Bz9BT6-lXF5/

    Demgegenüber „betonte“ Andrea Schröder-Ehlers schon vor vier Jahren: ,,Die Fortführung des dreigleisigen Ausbaus von Lüneburg nach Uelzen erscheint mir als ein gangbarer Kompromiss“. (https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/216684-deutsch-evern-schiene-oder-supermarkt)

    Wann werden luftgepolsterte (gern im 3D-Druck auf dem neuen Wohn- und Denk-Campus im Grüngürtel West hergestellte) Lastenfahrräder solche Schwertransporte für die Anwohner im Landkreis Lüneburg erträglich machen?

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  5. Klaus Bruns schreibt:

    Die neuesten Nachrichten von der Fahrradfront: Am Wochenende :13 Fahrräder geklaut. Wer sein Fahrrad liebt, der schließt es in Lüneburg im Moment lieber doppelt und dreifach an. Wozu dann Radwege bauen? schmunzeln. Quellenangabe : Lünepost

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  6. Klaus Bruns schreibt:

    https://www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/radfahrer-und-abgase-feinstaub-verkuerzt-lebenszeit-a-824534.html
    tja, radfahren in einer stadt ist eben ungesund. die stadt lüneburg sorgt mit ihren radwegen dafür, dass weniger rad gefahren wird und die menschen länger leben dürfen. was spricht dagegen?schmunzeln.

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    • ezwoh schreibt:

      Werter Herr Bruns, lesen Sie bitte den Artikel bis zum Ende durch. Man erfährt dort nämlich, dass das Radfahrern durch andere Faktoren die Lebenserwartung um ein Vielfaches der von Ihnen benannten Verkürzung durch Abgase und Feinstaub verlängert. Wer regelmäßig Fahrrad fährt, lebt also deutlich länger – trotz der schlechten Luft an Hauptverkehrsstraßen.
      Man könnte aber die Belastung der Atemwege verringern, wenn man die Radverkehrswege nicht unmittelbar an stark befahrenen Straßen, sondern parallel dazu führt – z.B. Bachstraße statt Dahlenburger Landstraße. Das erfordert einen grundlegenden Umbau des Verkehrsnetzes. Sonst wird es von Radfahrern nicht angenommen.

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      • Klaus Bruns schreibt:

        ezwoh
        gratuliere. ich habe gehofft, dass es hier wenigstens einer es tut. zu ende lesen, bevor hier die nächste attacke geritten wird. ich habe es nämlich auch getan. was sagt uns also dieser artikel? bewegung ist wichtiger als feinstaub? wer es glaubt , sollte sich bewegen, oder? und wenn die gaswolke noch so groß ist. der glaube soll ja bekanntlich sogar berge versetzen. schmunzeln.

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  7. jj schreibt:

    Der Kommentar erreichte mich von Bernd Schäfer-Witte

    E-Mail-Adresse: mabewit@web.de

    Kommentar: Sehr geehrter Herr Jenckel, Glückwunsch zum Artikel in der LZ zum Thema “ lüneburg fahrradunfreundliche Stadt“. Ich hoffe Sie ( vielleicht auch die LZ ) greifen weiterhin diese Thematik auf, denn es gibt in LG ja noch viele Baustellen bezüglich einer Farradfreundlichen Stadt. Ich persönlich fahre häufig über die Bardowicker Straße in die Stadt und finde die Situation dort mittlerweile recht gefährlich . Das ist aber nur eine von vielen sehrvunübersichtlichen und kritischen Stellen .
    Viel Erfolg für die weitere Arbeit – vielleicht kann ich zukünftig etwas zur Recherche beitragen . Mit freundlichen Grüßen B. Schäfer – Witte

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    • M. Fabian schreibt:

      Wenn Ministerialrat a. D. Dr.-Ing. Rudolf Breimeier bei der Recherche mitmachen möchte, schlagen Sie´s ihm bitte nicht ab. Vier Augen sehen mehr als zwei und auch von Bad Bevensen aus lassen sich diskussionswürdige Varianten für Lüneburg und Umgebung entwickeln. Eingleisigkeit schadet nur. Besonders, wenn man bestrebt ist, das Hinterland anzubinden.

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  8. Fudo schreibt:

    Hallo Herr Jenckel,
    haben Sie schon einmal versucht, mit dem Fahrrad von der Bastionstraße nach links in die Stöteroggestraße (nicht umgekehrt!) abzubiegen? Die Stadt behauptet allen Ernstes, daß dort für Linksabbieger eine normgerechte Radverkehrsführung markiert sei. Allein, ich konnte sie trotz intensivster Suche nicht finden. Vielleicht haben Sie mehr Glück?

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    • jj schreibt:

      Ich erkenne da auch nichts. Der Radweg auf der Straße endet in der Kurve Richtung Hindenburgstraße, dann muss man auf irgendwas wie einen kombinierten Rad-Fußweg ohne Markierung fahren, dann über zwei Ampeln, dann auf dem Gehweg oder der Straße in der Stöteroggestraße. Kurz: Es gibt gar keine Radführung, es sei denn ins Nirwana. Lg jj

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  9. Achim Scholze schreibt:

    Es gibt nichts Schlimmeres als die Fahrradwege beidseitig der Soltauer Straße zwischen Oedemer und Hasenburger Weg!

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    • jj schreibt:

      Die sind schlimm, aber Dahlenburger und Bleckeder (unten)stehen da nicht nach

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    • Fudo schreibt:

      @ Achim Scholze: Die „Radwege“ sind auf diesem Abschnitt zum Glück nicht benutzungspflichtig. Die Fahrbahn ist breit, übersichtlich und ohne Unebenheiten. Fahrzeugführenden sollte die Wahl, auf welchem Straßenteil man bequemer und sicherer fährt, nicht schwerfallen.

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      • Hans-Werner Schluchter schreibt:

        Obacht, laut Bußgeldkatalog muss Achim Scholze nämlich mit 20 bis 35 Euro Bußgeld rechnen, wenn er dabei erwischt wird, dass er einen Radweg – und zwar gleichgültig davon, wie dessen Zustand sich nach seiner subjektiven Einschätzung darstellt – nicht benutzt, obwohl dies durch die Verkehrszeichen 237, 240 oder 241 angeordnet ist. Die Höhe des Bußgeldes hängt davon ab, ob Herr Scholze andere Verkehrsteilnehmer behindert, gefährdet oder gar in einen Unfall verwickelt hat, weil er der Radwegebenutzungspflicht nicht nachgekommen ist.

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  10. Jo schreibt:

    Hallo Herr Bruns, hallo Herr Hilsen,

    hier sehen Sie Professor Bonins auf EU-Förderkulissen spezialisierte Ingenieurshündin Laika bei der Ausarbeitung von Antworten auf Ihre vielen sachdienlichen Fragen und Erläuterungen:

    Ein Interview mit Hermann Knoflacher, Verkehrsplaner der Technischen Uni Wien, deutet an (was die KfZ-freie neue Mitte im Millionen Euro-Sanierungsgebiet um Rathausplatz und Gellersen-Haus bestätigt), dass Verkehrsfragen auch in Reppenstedt längst nicht mehr in erster Linie vom Auto aus gedacht werden: https://www.youtube.com/watch?v=o1wq_UhC6cQ

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  11. Karsten HIlsen schreibt:

    (Benutzungspflichtige) Radwege sind /kein/ Kennzeichen für Fahrradfreundlichkeit.
    Im Gegenteil:
    Radwege schließen RadfahrerInnen von der Nutzung des größten Teiles des Verkehrs-Infrastruktur aus.
    Die allgemeine Radweg-Benutzungspflicht wurde wesentlich damit begründet, dass man zu den Olympischen Sommerspielen 1936 Deutschland als verkehrstechnisch fortschrittliches Land darstellen wollte

    „Zeigen wir [zur kommenden Olympiade 1936] dem staunenden Ausländer einen neuen Beweis für ein aufstrebendes Deutschland, in dem der Kraftfahrer nicht nur auf den Autobahnen, sondern auf allen Straßen durch den Radfahrer freie, sichere Bahn findet.“
    (Presseerklärung des Reichsverkehrsministeriums zur Einführung der allgemeinen Radwegebenutzungspflicht in der RStVO vom 1. Okt. 1934)

    Radwege gehören seitdem als wesentlicher Inhalt zum Konzept der „Autogerechten Stadt“.
    Dieses Konzept hatten die Nazis, (wie auch die Auobahnen) keineswegs erfunden, aber mit allen Mitteln des totalitären Staates weiterentwickelt und ,wo immer Möglich, umgesetzt.
    Nach dem Ende der Nazidiktatur wurde dieses Konzept von /den selben/ Bürokraten bruchlos in der Bundesrepublik weiterverfolgt.
    Anders als manch andere willkürliche Nazi-Gesetzgebung zum Radverkehr wurde die allgemeine Radwegbenutzungspflicht immerhin im Jahre 1997 wieder abgeschafft.
    Die Umsetzung dieser willkürlichen Nazi-Regelung wird aber bis heute von vielen Bürokraten nach kräften sabotiert.

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    • Karsten Hilsen schreibt:

      Entschuldigung: Es muss natürlich heißen:
      „Die Umsetzung /der Beendigung/ dieser willkürlichen Nazi-Regelung wird aber bis heute von vielen Bürokraten nach kräften sabotiert.“

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  12. Anke schreibt:

    Herzlichen Dank für diesen sehr richtigen und wichtigen Artikel!
    Einzig stimme ich als Innenstadtbewohnerin, die oft Rad fährt, häufig zu Fuss geht und ab und an auch mal Auto fährt, damit nicht überein, dass es so viele „Fahrrad-Rüpel“ gibt: Am gefährlichsten sind immer noch die Autofahrer… Das denken übrigens auch so manche Fussgänger: Würden sie so unbefangen auf einer Autostrasse laufen, wie sie es auf einem Radweg tun? 😉 Das stört mich aber als Radfahrer nicht so sehr, auf die Fussgänger nehme ich gerne Rücksicht (bin ja oft selbst einer) Es wäre wünschenswert, wenn es generell mehr Rücksichtnahme auf die Menschen, die sich im öffentlichen Raum bewegen, gäbe. Ganz im Sinne einer menschenfreundlichen, und nicht autofreundlichen, Stadt.

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  13. R. Walter schreibt:

    Radfahren fängt also an, wieder Mode zu werden. Wo jedoch im Zusammenhang mit Urlaubsreisen (zwischen Kaarßens Milchhof an der Laaverstraße und Dorette Kühns Ferienwohnung an der Wohlenbütteler Straße) vom Radfahren die Rede ist, gerät der Fürsprecher leicht in die Rolle eines Naturapostels. Warum eigentlich?

    PRO:

    1. Von allen Verkehrsmitteln ist das Fahrrad zweifellos das billigste.

    2. Radfahren ist gesund.

    3. Das Tempo des Radfahrers bewegt sich noch innerhalb natürlicher Grenzen (wie sie zum Beispiel durch einen guten Läufer gesetzt werden).

    4. Der Radfahrer sieht noch etwas von der Strecke, die er fährt.

    5. Der Radfahrer kennt weder Fahrplan- noch Parkprobleme.

    6. Ein Fahrrad zu reparieren, kann auch der technisch Unbegabteste noch lernen.

    CONTRA:

    1. Der Radfahrer ist jedem Wetter so gut wie schutzlos ausgesetzt.

    2. Der Radfahrer ist auch so gut wie schutzlos gegenüber dem motorisierten Straßenverkehr.

    3. Mehr als sechzig Kilometer am Tag kann sich ein ungeübter Radfahrer nicht zumuten. Für lange Strecken (Rehlingen-Artlenburg) braucht man also mit dem Fahrrad viel Zeit.

    4. Am Heinser und am Wilseder Berg ist Radfahren höchst anstrengend bis unmöglich.

    5. Jedes Kilo Gepäck muß der Radfahrer selber fortstrampeln.

    6. Der Radfahrer wird weder im Verkehr noch in den Rast- und Gaststätten für voll genommen.

    7. Zweisamkeit – Sehnsucht und Geheimnis so vieler Urlaubsreisen – pflegt sich schlecht auf einem Fahrrad.

    CONCLUSIO:

    Eigentlich sind es doch alles ziemlich traurige Gründe, die gegen die Urlaubsreise mit dem Fahrrad sprechen. Wir verzichten darauf: weil wir keine Zeit mehr haben oder das Urlaubserlebnis nur in weiter Ferne finden zu können glauben; weil uns die Autos wo nicht gleich mit ihren Kotflügeln, so doch dauernd mit ihren Auspuffgasen bedrohen; weil der Portier des Grand-Hotels einer Ohnmacht nahekäme, wenn ein Gast mit dem Fahrrad vorführe. Sind wir – wenigstens diejenigen von uns, deren Kräfte durchaus noch reichen zur Fortbewegung eines Fahrrads und die sich auch vor einem Regenguß nicht fürchten – vielleicht ganz schön blöd? Nun ja: manche von uns schließen einen gar nicht so blöden Kompromiß und nehmen ein zusammenklappbares Fahrrad im Kofferraum ihrer Limousine mit.

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  14. Godeke Klinge schreibt:

    Seit 41 Jahren lebe ich nun in Lüneburg und bin oft und viel mit dem Fahrrad (auch mit dem Auto) in der Stadt unterwegs. An manchen Stellen hat sich Positives getan, aber im großen und Ganzen sind die Radwege so schlecht wie eh und je. Der beste Einfall seit Jahren ist die gute Nord-Süd-Verbundung über den Lünepark-Lösegraben-Weg. Ansonsten fast überall kaputte Teer-Wege voller Flicken, oder Betonpflster, das sich seit vielen Jahren bereits wieder punktuell absenkt. Fast allen ‚Radwegen‘ ist gemeinsam: sie sind viel zu schmal, 80 cm ist schon Luxus, manchmal sind es nur 40 cm. Den Versprechen und Beteuerungen der Verantwortlichen glaubt -leider- kein Mensch mehr…

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  15. Marc Ogrowsky schreibt:

    Ich kann dazu nur sagen, dass viele Radfahrer, gerade vom Bahnhof in Richtung Innenstadt, wie die letzten Menschen fahren! Egal, ob sie rot und die Autofahrer grün haben, wird einfach über die Straße gefahren, ohne auch nur zu schauen! Wenn dann mal ein Autofahrer hupt, wird dazu noch gepöbelt. Es betrifft keinesfalls ALLE Radfahrer. Manche Autofahrer und Fußgänger sind auch nicht besser. Aber dadurch, dass die Radfahrer einfach viel schneller sind als Fußgänger, sieht man sie manchmal trotz mehrfachen Schulterblick nicht oder erst sehr spät.

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    • Fudo schreibt:

      Sind Sie sicher, daß Sie die Radfahrerstreuscheibe meinen und nicht die für Fußgänger? Passiert mir an dieser Kreuzung nämlich auch ständig, dass ich von offenbar farbschwachen abbiegenden Autlern angehupt und angepöbelt werde, weil diese die rote Fußgängerstreuscheibe nicht von der grünen Radfahrerstreuscheibe daneben unterscheiden können. Und von einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit für Radfahrende ist mir in Lüneburg nichts bekannt.

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  16. Andreas Janowitz schreibt:

    Die lüneburger Verkehrsführung ist ein Kuriositätenkabinett. Dafür muss man nichtmal von einem gestressten Amtmann über eine vielbefahrene Kreuzung hinweg angebrüllt werden, man solle sofort vom Rad steigen, weil man gerade 5 m auf der falschen Seite fährt. Zumal morgens um 10 nach 6 das Ende der Nachtschicht bei beiden arge Kratzer im Nervenkostüm zeitigt. Die unfreiwillig komisch anmutende Willkürlichkeit der Radwegeführung hat nun den einzig vernünftigen Titel errungen.

    Die 7 Ampeln auf 3km (beginnend Kreuzung Willy-Brandt-Strasse/Friedrich-Ebert-Brücke zur Uelzener Str. hin) dürften Bundes- zumindest Landesweiter Rekord sein. Ich hab mich schon länger gerfragt, ob die Herrschaften besoffen waren, als die sich dieses üble Flickwerk ausdachten, oder doch nur unfähig. Wobei ich mir bei der Universitätsalle noch nicht sicher bin ob nicht beides zutrifft. Die 200m sind einfach nur die schlechtest mögliche Lösung aus Fahrad- und PKWführung. Normalerweise begegnen mir nur auf der Arbeit solche Unzumutbarkeiten aus „keine Ahnung“ und „ich muss es selbst nie machen“, wären es nicht Steuergelder, die da sinnlos verbrannt würden, wäre es ein gelungener Scherz in Sachen „da haben wir den falschen Befördert“- aber dieses Machwerk sollte man einfach nur wieder abreissen?!

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  17. Klaus Bruns schreibt:

    bitte nicht wundern, wer fahrradwege braucht, braucht auch politikvertreter, die dieses ebenfalls wollen. wer aber geld verbrät , wie es ständig in lüneburg betrieben wird, hat eben kein geld für radwege. man stelle sich vor, zur arena fahren alle mit dem rad. ob dann die vorgesehenen stellplätze reichen werden? oder sind die stellplätze nur für autos gedacht? darf man auf einem stellplatz, für autos gedacht, auch ein fahrrad parken? oder muss es dazu einen motor haben? was ist mit elektrorollern , wo stehen lassen?

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  18. DOB schreibt:

    Eigenverantwortlichkeit und Regelbefolgung.
    Hat die Mobilitätserziehung versagt oder sie ist einfach nur verschwunden? Mobilität ist einwichtiger Bestandteil im Leben eines jeden Menschen. In den letzten 100
    Jahren ist das Bedürfnis, den Bewegungsspielraum des Menschen zu erweitern, in einem
    gewaltigen Ausmaße gestiegen. Die rasante Technologieentwicklung führt zu einer
    Schnelllebigkeit unseres Zeitalters.
    Eine uneingeschränkte Mobilität führt aber auch zu Belastungen für Mensch und Umwelt.
    Besonders unerfreuliche Begleiterscheinungen sind dabei Kollisionen, Unfälle und
    Katastrophen.
    Verkehrserziehung als Sicherheitserziehung im öffentlichen Leben? Hat die Schule versagt? Oder ist die EGO-Erfahrung als Lebensweisheit der Verkehrsgewinn?

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  19. Wolfgang Buetow schreibt:

    Es stimmt, ich finde es sogar streckenweise noch krasser als von dir beschrieben, einfach lieblos, zum Beispiel die Aufstellung von Schildern auf ohnehin schon engen Radwegen in Kurven, mich wundert dass nicht noch mehr Unfälle von Radfahrern passieren. Ansonsten kenne ich, wie viele andere sicher auch, aus unterschiedlich Perspektiven, mit dem Auto fallen mir natürlich auch zunehmend Radfahrer auf, die zum Teil (sicher auch mitunter motorisiert) ziemlich schnell und aggressiv unterwegs sind, als Radfahrer erlebe ich häufige freche Vorfahrtsverletzungen und das bis auf den Radweg vorfahren, aus Seitenstraßen, kommt nahezu täglich vor, das mit den 1,5m Abstand zum Radfahrer wird kaum eingehalten. Ein gut ausgebautes Netz von Fahrradwegen würde sicher vieles entspannen. Die E-Bikes werden mehr und die E-Roller kommen ja jetzt auch noch hinzu.

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  20. Diana schreibt:

    Ich kann dies leider auch nur bestätigen… mit Kind ist es auch nicht besser zum Teil sogar recht gefährlich. Von 1,5m Abstand beim Überholen, darf man träumen.
    Aber auch die Radfahrer untereinander sind manchmal ziemlich unaufmerksam. Kein klingeln beim Überholen und Rechtsfahrgebot – was ist das?! Naja, es gibt sicherlich vieles zu bemängeln, aber gegenseitige Rücksichtnahme aller Verkehrsteilnehmer wäre auch schon mal ein ganz guter Anfang. LG Diana

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  21. Bernhard Wittvogel schreibt:

    „SPD in Stadt und Kreis: Wir brauchen die vélocipèdale Bicicletta-Offensive!“ Kürzlich machte die örtliche Parteijugend Vorschläge für die Fahrradstadt der Zukunft:

    Friedrich von Mansberg richtete Mitte April den Blick auch auf die Lüneburger Verkehrsdiskussion: „Klimaschutz ist das zentrale Thema unserer Zeit, auf globaler wie regionaler Ebene. Deswegen denken wir als SPD die [innerstädtischen] Verkehrsfragen […] nicht in erster Linie vom Auto aus. Neben einer für den Regelfall ausreichenden Anzahl von Stellplätzen vor Ort sollten wir uns vor allem darum kümmern, die Anbindung für Fußgänger und Radfahrer und ÖPNV zu verbessern. Eine Fußgänger- und Fahrradbrücke über die Ilmenau [zum Beispiel] verbessert […] die Anbindung von Adendorf an die Hansestadt.“ Und Andrea Schröder-Ehlers sekundierte: „Wir brauchen darüber hinaus einen Shuttle-Service [für Shopper und Sightseer], der emissionsarm und kostenfrei angeboten werden kann. In diesem Zusammenhang streben wir ein Modellprojekt E- oder Wasserstoffbusse an. Dafür wie für den Bau der Brücke sind überdies Fördermittel einzuwerben.“ (Quelle: https://spd-lueneburg.de/aktuell/nachrichten/2019/524600.php)

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  22. Jörg Kohlstedt schreibt:

    Ach ja, und wenn wir im Artikel immer mal wieder „Radfahrer“ durch „Menschen mit Behinderung“ ersetzen, er wäre ebenso hochaktuell.
    Und Sie haben so Recht. Zwischen „das darf ich“ und dem gesunden (noch, bevor es zum Unfall kommt) Menschenverstand scheint eine Hürde zu sein. Ein Fahrradstreifen ist eben kein Fahrradweg, also gibt es suizidinteressierte Fahrradfahrer, die diese Streifen gerne meiden. Stöteroggestr. z.B. Gerne ohne Licht, gerne mit Kopfhörern ( haben die eigentlich die Funktion von Helmen?), gerne mit Handy am Ohr ( ist in Flensburg punktbelastet), gerne mit Volltempo.
    Und die ausgesparten Fahrradwege, ja, da grüßt Schildbürgen.

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    • ezwohe schreibt:

      Werter Herr Kohlstedt, sie scheinen die Stöteroggestraße nur als Autofahrer zu benutzen. Wenn Sie ein einziges Mal mit dem Fahrrad da auf dem (nicht benutzungspflichtigen, viel zu schmalen miserablen) Radweg runtergefahren wären, wüßten Sie warum der von vielen gemieden wird. Das sind nicht nur die zweifellos auch vorhandenen Rüpel auf Fahrrädern. Alle als „suizidinteressierte Fahrradfahrer“ zu bezeichnen ist an Zynismus kaum zu überbieten. Da wird der schwächere Verkehrsteilnehmer für Rücksichtslosigkeit der Stärkeren verantwortlich gemacht. Was Sie damit propagieren ist Faustrecht, nicht unser geltendes Verkehrsrecht. Denken Sie bitte noch einmal darüber nach.

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    • Karsten HIlsen schreibt:

      Sehr geehrter Herr Kohlstedt,
      Das Überholen ist in §5 der Strassenverkehrsordnung geregelt.
      Könnten Sie bitte ausführen, wie RadfaherInnen auf der Stöterogge-Str. oder andereswo gefährdet werden können, wenn Autofahrer sich an diese -und andere- Regelungen der STVO halten?

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    • Fudo schreibt:

      Hallo Herr Kohlstedt,
      gehören Sie auch zu den Autofahrern, die mich jede Woche auf der Stöteroggestraße mit knappstmöglichem Abstand überholen, dabei die Hupe als Lieblingsspielzeug entdeckt haben und gleichzeitig seltsame unverständliche Urlaute aus dem Beifahrerfenster herausbölken? Kennen Sie auch nur Ihre private Stammtisch-StVO und nicht jene, die im Bundesgesetzblatt steht? Jene, die weder ein Kopfhörerverbot noch ein allgemeines Fahrbahnverbot für Radfahrende kennt und die Rad fahrende nicht mit behinderten Menschen gleichsetzt? Dann sollten Sie vielleicht mal über eine freiwillige Nachschulung in Straßenverkehrsrecht nachdenken. Ich bin sicher, die Polizeidienststelle Ihres Vertrauens kann Ihnen geeignete Seminare empfehlen. Es wäre doch schade, wenn eines Tages die Justiz die charakterliche Eignung zum Führen eines Kraftfahrzeugs in Zweifel zöge und entsprechende Maßnahmen anordnen müßte…

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  23. e2hae schreibt:

    Hallo Herr Jenckel,
    Sie haben etwas ganz wichtiges vergessen:
    Die Autorüpel haben Sympathisanten unter denen, die eigentlich dagegen vorgehen müßten. In Lüneburg werden Rüpeleien von Autofahrern stillschweigend geduldet und nicht verfolgt.
    Das Zuparken von Rad- und Gehwegen, Mißachtung des Vorrangs von Fußgängern und Radfahrern werden als Grundrecht der Autofahrer angesehen.
    An der Einmündung des Pulverwegs in die Dahlenburger Landstraße sind für diese Zeitgenossen nicht die Autorüpel schuld, sondern die Radfahrer, die so „dreist“ sind, dort ihre Vorfahrt in Anspruch zu nehmen.
    Eingeschränkte Halteverbote – z.B. an der Neuen Sülze – werden großzügig als Parkplätze behandelt. Falschparker werden nie abgeschleppt – auch nicht bei Verkehrsgefährdung.
    Auf all das hat der Radverkehrsbeauftragte keinen Einfluß. Er hat die derzeitigen Zustände so übernommen und ist überdies weisungsgebunden. Kritisieren sie bitte den, der das alles seit 1991 zu verantworten hat.
    Bevor weitere Verbote gefordert werden, die dann auch nicht durchgesetzt werden, sollten zuerst einmal die geltenden Regeln für den Straßenverkehr auch in Lüneburg durchgesetzt werden.

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