Im Podcast LG2120 fordert Prof. Braungart eine konsequente Umkehr in der Landwirtschaft: Der Boden ist der Schlüssel zum Klimaschutz

Lüneburg, 11. Februar

Prof. Dr. Michael Braungart, Verfechter einer konsequenten Kreislaufwirtschaft, hat keinen Zweifel am Klimawandel, aber für ihn ist es kein Klimaschutz, weniger kaputt zu machen. Der Leuphana-Professor fordert unter anderem eine konsequente Umkehr in der Landwirtschaft. Der Boden sei für den Klimaschutz ein völlig unterschätzter Faktor, sagt er im neuen Podcast „LG2120“

„Wenn wir nur 0,4 Promille an Kohlenstoff in den Boden wieder zurückbringen würden, dann könnten wir alle jährlichen C0²-Emissionen ausgleichen“, sagt Braungart. Stattdessen werde der Boden systematisch durch ein falsches Verständnis der Landwirtschaft zerstört und damit der Hauptspeicher von Kohlenstoff.

Greta Thunberg hält er im Podcast für eine Panikmacherin und die Grünen, die Partei hat er einmal mit gegründet, seien heute eine Wohlfühl-Partei geworden, es fehle der Sachverstand, man formuliere taktisch lieber schwammig, um an die Macht zu kommen. Was er noch sagt, vor allem zu seinem Projekt „Cradle to Cradle“, im Podcast

Hier gibt es noch den LZ-Artikel mit Braungart

https://www.landeszeitung.de/blog/aktuelles/2692995-der-unterschaetzte-co2-speicher

Über jj

Journalist, Dipl.-Kaufmann
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10 Antworten zu Im Podcast LG2120 fordert Prof. Braungart eine konsequente Umkehr in der Landwirtschaft: Der Boden ist der Schlüssel zum Klimaschutz

  1. Klaus Bruns schreibt:

    wenn es nicht so traurig wäre, ich könnte mich kaputtlachen. alles jammert vom plastikmüll auf den meeren . jedesmal ,wenn die gelben säcke dran sind, kann man das gleiche beobachten. viele fliegen zum teil zerfetzt durch die gegend. ich rufe nach dem sperrmüll und gelbe säcke -terminen beim ordnungsamt unserer gemeinde an. jedesmal das gleiche. viele verbraucher sind entweder zu dämlich ,oder zu gleichgültig. sperrmüll,der keiner ist , liegt tagelang auf gehwegen ,an straßen und und wo der wind ihn sonst noch hintreibt. es fühlt sich keiner zuständig. gelbe säcke haben schon in meiner nachbarschaft unfälle verursacht. das ordnungsamt meiner gemeinde reagiert auf anrufe . aber eben erst dann. es gibt gemeinden, die verteilen gelbe und rote karten zur warnung. man sollte es überall einführen, mit kostenpflichtige Bescheide, wenn der ,,Sünder“ erkannt wurde. bei geld reagiert leider meistens erst der mensch. was nützt es, wenn bauern vernünftig werden und die verbraucher nicht?

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    • Andreas Janowitz schreibt:

      Dieses Jammern ist das einzige was bei Herrn Baumgart enervierend aufstösst. Seht her was ich nicht alles getan hab` und jetzt stielt mir das kleine Mädchen die Show.

      Dieses elende gejammer allendhalben.

      Wen interessiert schon das ich einer der 40.000 Verrückten war der einen winzigen Beitrag zu den 2 Mio. geleistet hat? https://de.wikipedia.org/wiki/The_Ocean_Cleanup

      Richtig, niemanden und es ist mir auch egal.

      Es sollte doch ausreichen zu wissen, das man heute besser Lebt, als alle Könige und Kaiser vergangener Zeiten, jeder. Selbst HARTZ IV Empfänger haben heute Zugang zu einer Gesundheitsversorgung von der der sagenumwobene Sonnenkönig nur träumen konnte: https://www.deutschlandfunk.de/medizingeschichte-ich-stinke-also-bin-ich.709.de.html?dram:article_id=273392
      Mit meinen 16.200 Tagen wäre mein Haltbarkeitsdatum vor nur hundert Jahren längst abgelaufen. Selbst mein öde langweilig dahintröpfelnder Arbeitsalltag dauert nurnoch solange bis ich ihn über bin. Kein lebenslanges Ständegefängnis. Über seine doch recht ansprechende Anstellung zumindest könnte Herr Baumgart zufrieden sein? Er ist nicht ins Messer der Studiengebühren gerannt?! Er konnte den „Ich darf denken!“ Wisch wenigsten ohne Extrakosten erstehen?
      Er sollte über die Zufälle des Daseins dann doch allmählich gädiger gestimmt sein.

      Mir schein nach „german angst“ schafft es „german genörgel“ als nächstes ins angelsächsische. ^^

      Am Ende vom Lied ist doch das einzig entscheidene, ob man es einigermassen anständig über die Bühne geschafft hat.

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  2. Elena Schünemann schreibt:

    Braungart wirbt für eine ökologisch verantwortbare Produktionsweise. Seine Idee ist der konsequente Kreislauf der Wiederverwertbarkeit als Conditio sine qua non schon bei der Herstellung und nicht erst als problembehafteter Nachklapp bei der Entsorgung von Investitions- und Gebrauchsgütern. Das ist gut. Obwohl die globale Durchsetzung dieser Idee, selbst wenn sie durch Zauberei über Nacht weltweit Konsens würde, wohl noch viele Jahrzehnte in Anspruch nehmen dürfte.

    Schlimm ist Braungarts despektierliche Abwertung aller anderen Konzepte der Schadensverhütung, der Schadenseindämmung und der Schadensbeseitigung. Seine peinlich pauschalisierende Ranküne gegenüber der jungen, wie keine andere auch für Braungarts ureigene Themen und Herangehensweisen sensibilisierende Greta Thunberg und gegenüber den Grünen, deren politischem Humus er selber entstammt, ist schlicht lächerlich. (Ist er nicht mit Ex-Ministerpräsident Schröders Umweltministerin, der Grünen Kandidatin für die am 13. September 2020 kommende Oberbürgermeisterwahl in Mülheim an der Ruhr, verheiratet?)

    Und auch Prof. Dr. Michael Braungarts Bodenphilosophie lebt, wie er gegen Ende des Gesprächs einräumt, zu einem guten Teil von den Thesen des Journalisten Florian Schwinn, der in seinem Buch „Rettet den Boden!“ vor den Folgen der industriellen Landwirtschaft warnt. Die mache systematisch unsere Böden kaputt – immer größere Maschinen pressten das Leben aus dem Humus und ließen ihn schutzlos gegen Erosion zurück.

    Fruchtbare Erde beruht auf zahllosen Hundertfüßern, Asseln, Spinnen, Schnecken, Larven, Regenwürmern, Springschwänzen, Rädertierchen, Fadenwürmern, Wimperntierchen, Wurzelfüßern, Geißeltierchen, Algen, Pilzen und Bakterien.

    Böden sind wie große Organismen zu behandeln – sie brauchen lange Fruchtfolgen und tief wurzelnde Zwischenfrüchte, Mistkompost und Gründüngungen für die Regenwürmer, eine Pflanzendecke, die den Humus auch im Winter vor Erosion schützt, und regelmäßige Ruhezeiten, um sich vor den mechanischen Eingriffen bäuerlicher Geräte zu erholen.

    Doch heute? „Unser Umgang mit dem fruchtbaren Boden“, schreibt der Autor, „ist ein Vernichtungsfeldzug. Wir betonieren, asphaltieren ihn zu, baggern ihn weg, planieren und versiegeln.“ Sechzig Hektar Land gehen in Deutschland täglich verloren – 150 Fußballfelder.

    Kahle Winteräcker geben kostbaren und in Jahrtausenden nicht rückholbaren Humus der Erosion schutzlos preis – und das, obgleich Humus große Mengen an klimagiftigem CO2 binden kann.

    Chemiecocktails holen aus den Feldern heraus, was noch herauszuholen ist – Hauptsache es dient den kurzfristigen Gewinninteressen der Agrofirma.

    ⮞ ⮞ ⮞ Florian Schwinn: „Rettet den Boden! Warum wir um das Leben unter unseren Füßen kämpfen müssen“. Sachbuch, Westend Verlag, Frankfurt am Main 2019, 240 Seiten, 24 Euro

    Zwanzig Seiten Leseprobe: https://www.westendverlag.de/wp-content/uploads/booksample/9783864892424.pdf

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  3. jj schreibt:

    Heute Abend ist Prof. Dr. Braungart bei „Hart aber Fair“, 21 Uhr live in der ARD bei Moderator Plasberg
    https://www1.wdr.de/daserste/hartaberfair/index.html

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  4. Jörg Kohlstedt schreibt:

    Unerträglich. Ein selbstherrlicher Narzisst vor dem Herren. Ich ich ich ich ich habe Recht. Ich ich ich habe so viel riskiert und keiner schlägt mich für den Nobelpreis vor. Greta ist doof. Greta setzt sich einfach hin und tut nichts. Und Zugfahren ist auch nicht gut. Und Biolandbau ist auch nicht gut. Und die Grünen sind erst recht doof.
    Und bei den Chinesen bleibt man also so lange, bis man nach dem Essen auf der Toilette war. Es ist unhöflich, die Nährstoffe wieder mitzunehmen. Ist ja Nährstoffdiebstahl. Und deshalb sind unsere Bauern verarmt, weil wir ihnen im Mittelalter die Nährstoffe geklaut haben. War ja der eigentliche Grund für den 30 jährigen Krieg. (darf man eigentlich mal lachen?)
    Sorry, Herr Braungart, wie soll ich jemals wieder guten Gewissens chinesisch essen gehen? Sie haben mir jede Illusion genommen. Menno.
    Luther sagte ja schon, warum röpset und furzet ihr nicht? Hat es euch nicht geschmacket?
    Ach ja, und dann noch das Schuldmanagement der Religionen. Und das Mittelalter.
    So ein Podcast ist ja nett, aber Faktencheck wäre mal angebracht. Da wirbelt ein Prof. Dr. mit Zahlen nur so um sich, von Stahl im Auto, Kunststoff in Waschmaschinen, CO2 im Boden. Belegt? Nichts.
    Ich habe dann bei 23:46 Minuten aufgegeben.

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    • jj schreibt:

      Lieber Herr Kohlstedt, die Zahlen sind nicht falsch, aber die Schlüsse, die Prof. Braungart zieht, sind nach meiner Ansicht nicht umsetzbar, weil wir unsere Welt nicht austauschen können. Der Mensch ist doch heute durch das, was er zu sich nimmt, durch das, was er atmet, selber schon eine Sondermüll-Halde, und was da hinten rauskommt, würde den Ansprüchen des Professors deswegen niemals genügen.

      Ich bin, und das habe ich auch gesagt, für Schritte, die jetzt das Klima weniger kaputt machen, auch wenn Braungart das für den falschen Weg hält. Ich glaube, dass wir diese Erde schon so weit traktiert haben, dass sie am Ende mit Wimmern (T.S. Eliot) untergehen wird, nicht mit einem Knall. Aber was wäre die Welt ohne Visionäre, doch seit ewigen Zeiten ärmer, Lg jj

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      • Andreas Janowitz schreibt:

        Ich kann nicht folgen… seine durchaus sehr optimistischen Ansichten werden doch durch bisherige Erkenntnisse untermauert? Es gibt in ökologischen Kreisläufen keinen Müll. Für jede Nische hat sich ein Recycler gefunden. Und es gab durchaus vergleichbar verheerende Einschnitte in der Erdgeschichte: https://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fe_Sauerstoffkatastrophe

        Nur mit dem Unterschied, das „Lösungen“ zufällig durch Evolution gefunden werden mussten, während wir systematisch danach suchen können. Und wie ich an anderer Stelle erwähnte haben wir die allermeisten Lösungen schon längst, nur an der Umsetzung hapert es noch.

        Wo ich ihm allerdings vehement widerspreche ist die Dringlichkeit: ein hundert bis tausendfach beschleunigter Klimawandel ist mit der Sauerstoffkatastophe vergleichbar. Da obendrauf ein weiterer Effekt zum Tragen kommt, da wir eine solche CO² Konzentration seit mehreren zehner Millionen Jahren nicht mehr hatten. Für 400-500 ppm CO² muss man bis ins Erdmittelalter zurrück, zu dieser Zeit erreichte die Erdoberfläche allerdings erheblich weniger Energie als die heutigen ~13XX KW/m² (https://en.wikipedia.org/wiki/Faint_young_Sun_paradox) weswegen die Folgen verheerend sein werden. Sehr bald. Selbst wenn es eine Obergrenze für Wirbelsturmstärke gibt wird die Frequenz mit 66% Wahrscheinlichkeit signifikant zunehmen (https://www.gfdl.noaa.gov/global-warming-and-hurricanes/ ). Damit Sie sich mal über die Auswirkungen klar werden: der Energieumsatz eines CAT5 Wirbelsturms entspricht dem von mehreren hundert 1 MT Thermonuklearsprengsätzen! Mit einem Durchmesser von 800km auf eine doch ziemlich grosse Fläche verteilt?! Selbst wenn nur alle 5 Jahre zwei von denen Durchrauschen: gute Nacht. Was dann tatsächlich ein Grund für extreme Beunruhigung wäre.
        Und wegen der Systemträgheit werden die Folgen über Jahrhunderte andauern, wenn man nicht radikal die CO² Konzentration reduziert.

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      • Andreas Janowitz schreibt:

        Es sind 13XX W/m²…

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      • Jörg Kohlstedt schreibt:

        Moin Herr Jenckel,
        die Masse an Zahlen halten einem Faktencheck stand? Da wäre ich dann aber baff erstaunt. Es kam mir – wie gesagt bis 23:46, mehr habe ich nicht ertragen – wie eine gesprochene PowerPointPräsentation vor. Grafiken, Zahlen, Sinnsprüche.
        Gruß aus der Mittagspause JK

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    • Andreas Janowitz schreibt:

      Aber wieso denn nicht? Er erklärt doch danach, wesshalb der „Grüne Punkt“ kokolores ist und dementsprechend „freiwillige Selbstverpflichtung“ gefährlicher Unfug. Die Verpackungsindustrie hat es in zig Jahren nicht geregelt bekommen ein vernünftiges Recyclingsystem aufzubauen. Unser Müll wird ja nur gepresst nach gotweisswo exportiert…

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