Müssen für die Elbbrücke Häuser in Katemin abgerissen werden?

Noch setzt die Fähre Tanja bei Neu Darchau über die Elbe.

Noch setzt die Fähre Tanja bei Neu Darchau über die Elbe. Ganz in der Nähe soll eine Brücke geplant werden. Foto: jj

Dannenberg, 9. März 2020

Viele Fragen zur Elbbrücke Neu Darchau kommen auf den Kreistag Lüchow-Dannenberg zu, er tagt am 23. März. Der millionenschwere Brückenbau ist das eine, der Bau oder Umbau der Straßen, die zur Brücke führen, das andere noch unbeantwortete Thema. Die Frage, wie viel der Landkreis Lüchow-Dannenberg für die Investition und später für den Unterhalt von Brücke und Straßen bezahlt, will die Bürgerinitiative „Ja zur Fähre – Nein zur Brücke“ in Neu Darchau beantwortet wissen. Sie hat zur nächsten Sitzung einen Fragenkatalog an den Kreistag Lüchow-Dannenberg verschickt.

Unter anderem fürchtet die BI, dass für die Brücke in Katemin, einem Ortsteil Neu Darchaus, auch Häuser abgerissen werden müssen, sie fragt auch, wie sich das Bauwerk mit dem Klimazielen des Landkreises und dem Biosphärenreservat verträgt.

Die Besonderheit dieser Brückenplanung, die gerade wieder nach mehreren Jahren Pause anläuft: Die Brücke liegt zwar im Landkreis Lüchow-Dannenberg, wird aber vom Landkreis Lüneburg geplant und gebaut.

Bisher scheiterte die Brücke, ein Versprechen aus der Wendezeit, mal vor Gericht, mal am Geld. Mittlerweile hat Niedersachsens Verkehrminister Bernd Althusmann sowohl hohe Zuschüsse für die Planung als auch für den Bau nach dem Gemeindeverkehsfinanzierungsgesetz zugesagt. Die Baukosten belaufen sich heute vermutlich irgendwo zwischen 70 und 100 Millionen Euro, mindestens 75 Prozent davon will das Land über die GVFG-Mitttel übernehmen. Das bedeutet natürlich, dass andere Projekte im Land zurückgestellt werden müssen, weil der GVFG-Topf nicht so groß ist.

Die Brücke aber unterhalten muss der Landkreis Lüneburg, über eine Vereinbarung anteilig gemeinsam mit dem Landkreis Lüchow-Dannenberg. Die betroffene Gemeinde Neu Darchau hat bereits Widerstand angekündigt, alle Beschlüsse zur Vereinbarung für nichtig erklärt.

Der Landkreis Lüneburg wiederum wird für die Investition der Brücke und für die Unterhaltung nach der Arena einen zweiten dicken Brocken im Haushalt schlucken müssen.

Hier geht es zum Fragenkatalog

Den Elbbrücken-Check mit vielen Fakten gibt es hier

Über jj

Journalist, Dipl.-Kaufmann
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

6 Antworten zu Müssen für die Elbbrücke Häuser in Katemin abgerissen werden?

  1. Klaus Riecken schreibt:

    Ich stelle mir vor, der Landkreis Lüneburg baut eine Elbbrücke mit den derzeitigen „Fachleuten“ oder besser ausgedrückt: Dilettanten.
    Brücke nicht hoch genug,
    zu schmal,
    ein Passieren mit Rollstühlen nicht möglich,
    beim Bauen von zwei Seiten werden verschiedene Höhen erreicht,
    Pfeiler sacken ab,
    beeinträchtigter Hochwasserschutz sorgt für Überschwemmungen beim nächsten Hochwasser….
    Das alles für 100 Millionen, anschließender Abriss für wieviele Millionen?
    Außer Spesen nichts gewesen?
    Doch! Aufgrund versenkter Mittel werden sonstige erforderliche Infrastrukturmassnahmen und andere Dinge nicht möglich sein.
    Die zum Wohl aller verpflichteten Kreistagsabgeordneten sollten das noch einmal überlegen!

    Liken

  2. ezwoh schreibt:

    Der Landkreis Lüneburg kann im Landkreis Lüchow-Dannenberg nur mit einen gültigen (!) Vereinbarung mit den dortigen Beteiligten eine Brücke bauen. Die gibt es nicht mehr: „Die betroffene Gemeinde Neu Darchau hat bereits Widerstand angekündigt, alle Beschlüsse zur Vereinbarung für nichtig erklärt.“ Häuser in Katemin abreissen liegt nicht in der Entscheidungsbefugnis des Landkreises Lüneburg.
    Sonst könnte der Landkreis Lüneburg auch ein paar Häuser in Lauenburg abreissen, um dort Platz für eine breitere Elbbbrücke und eine gerade Durchfahrt durch die Stadt zu schaffen.
    Sollte die Brücke jemals gebaut werden, werden wir kein Geld mehr für den Unterhalt aller übrigen Verkehrswege im Landkreis haben. – Es sei denn, man verzichtet dort auf Instandhaltung und lässt sie langsam zerfallen. In 20 – 30 Jahren sind die Verantwortlichen nicht mehr greifbar. Wie schnell eine Brücke von der Bewertung „gut“ zu „abrissreif“ mutiert, konnten wir bei der Wandrahmbrücke in Lüneburg vor wenigen Jahren erleben.

    Liken

  3. Nach der Krise schreibt:

    Hallo Herr Jenckel,

    nach der Krise werden wir wohl einiges neu definieren müssen. . Was ist Familie, was ist Gesellschaft und was ist ökonomie. Staat als Familie Ersatz bzw. Kindesbetreung versagt, schickt seine Kinder weg..
    Menschen als Faktoren nur auf Arbeit fixiert ökonomisiert. Eine steile These:. In den 50.bzw.60.Jahren wäre eine Elterliche Bereuung in so einer Lage einfacher gewesen für die Gesellschafft. Die völlige Unterwerfung durch die Ökonomie gibt den Menschen nun keinen Halt mehr.
    Viele neue Fragen sind bestimmt noch im Zulauf. Diese Krise wird die Menschen nachhaltig sehr verändern…

    Liebe Grüße
    Detlef Ossarek-Bruns

    Liken

    • Klaus Bruns schreibt:

      Viele neue Fragen sind bestimmt noch im Zulauf. Diese Krise wird die Menschen nachhaltig sehr verändern…
      glaube ich nicht. der mensch ist ein gewohnheitstier. zwänge werden nicht von allein verschwinden. solange man ohne arbeit mehr geld verdienen kann, als mit der arbeit, wird sich nichts ändern.

      Liken

  4. Klaus Bruns schreibt:

    Das schwache Leuchten der Korona ist freiäugig nur bei einer totalen Sonnenfinsternis sichtbar. Besonders nett von einer Elbbrücke , oder einer Fähre anzuschauen. Dort hält sich die Lichtverschmutzung in Grenzen. Ist der Fragenkatalog an den Kreistag Lüchow-Dannenberg, eigentlich dort schon angekommen? Oder hat Korona es verhindert?

    Liken

    • Andreas Janowitz schreibt:

      Eigentlich ist es doch egal ob diese Brücke jetzt in irgendeinem Gremium durchgewunken wird. Betrachtet man den bisherigen Plaungsverlauf wird vor 2060 sowieso kein Spaten in die Hand genommen. ^^
      Bis dahin fliesst ganz sicher noch jede Menge Wasser die Elbe runter. Wesshalb man die Nuckelpinne jedoch nicht durch die Bunte Kuh ersetzen sollte und zwar nächtes Jahr erschiesst sich mir weiterhin nicht. o.O

      Liken

Schreibe eine Antwort zu Andreas Janowitz Antwort abbrechen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s