Was erlauben Kamp?!

Lüneburg, 22. August 2023

Wenn Politiker ein Pflänzchen dreißig Jahre gießen und gießen, weil sie den Bürgern eine prächtige Buche versprochen haben, aber sie will und will nicht sprießen, trotz aller Gärtnertricks, nur die Zähler der Wasseruhr kreisen und kreisen, und dann wagt einer zu sagen: „So, wir drehen jetzt den Wasserhahn zu.“ Dann ist das Geschrei groß. So ungefährt muss man sich das mit der Elbbrücke Neu Darchau vorstellen. 

Was folgt ist ganz ohne Regieanweisung das üblich politische Stück: Fraktion 1 ist tief enttäuscht und protestiert, weil sie gehofft, gekämpft hat. Fraktion 2 (Die Opportunen) hat sich schon lange gefragt, wann wohl der Wasserhahn zugedreht wird, hat sich aber nicht aus der Deckung getraut, verliert sich lieber in Floskeln, um etwaige Karrieren nicht auch noch zu gefährden. Fraktion 3 war schon immer dagegen: „Siehste.“

Das muss genau so sein. Das ist politischer Humus. Das hat Lüneburg schon einmal bei der Schließung der Kasernen erlebt, ein jahrelanges Streiten mit eben diesen Fraktionen. Auch dass Politiker sich nur kurz an ihre Worte und Taten erinnern können, gehört zum Alltagsgeschäft. All das macht auch unsere Demokratie aus.

Was ich allerdings nicht mag, wenn einer mit gespaltener Zunge spricht, lieber Franz-Josef Kamp von der SPD. Da kommt mir nur der legendäre Satz des temperamentvollen wie großen Bayern-Trainers Giovanni Trapattoni in den Sinn, als er sich über den Spieler Strunz ärgerte: „Was erlauben Kamp?!“

Denn die Planung wird nicht das erste Mal ausgebremst. Im Juli 2015 gehörten sie zur Fraktion der Bremser. Und da ist es gut, dass die LZ noch immer der Chronist im Landkreis ist. Ich saß selber für ein Video in der emotionalen Kreistags-Sitzung in der Ritterakademie und zitiere die LZ:

„Wir sind die Überbringer der schlechten Nachricht“, weiß auch SPD-Fraktionschef Franz-Josef Kamp: ,,Aber heute geht es nicht um Taktik, heute geht es um harte Fakten und Zahlen.“ Und die würden Rot-Grün Recht geben: „Der Wunschtraum einer Elbbrücke ist an den harten Realitäten zerbrochen.“ Dafür sieht Kamp jetzt Möglichkeiten für bessere, leistungsfähigere Fähren, günstigere Fährverbindungen.

Heute werden Sie, Herr Kamp, so zitiert: „Unverständnis über die Entscheidung gegen die Brücke äußert auch der SPD-Kreisfraktionschef Franz-Josef Kamp (SPD): ‚Die SPD im Landkreis hat die Planung zur Elbbrücke Darchau/Neu Darchau immer unterstützt.‘ Die Brückenplanungen durch den Landkreis seien bereits weit fortgeschritten, mahnt Kamp. Aus Sicht der Kreis-SPD müsse das Planungsverfahren nun auch weiterlaufen und abgeschlossen werden. ‚Der Landkreis sollte zudem rechtlich überprüfen lassen, ob diese geplante Abkehr von bisherigen Planungsgrundlagen überhaupt zulässig ist‘, so der SPD-Politiker weiter.“

Das Hü und Hott auf der Brücke hat der SPD bei den Wählerinnen so gar nichts gebracht. Erst der Stopp 2015, dann der Wiedereinstieg Jahre später. Und jetzt den starken Max gegen die regierende Landes-SPD zu markieren, weil die Brücke aus dem Landesraumordnungsprogramm gestrichen werden soll, das nimmt Ihnen wirklich keiner mehr ab.

Im Kreis Lüneburg will sich einfach niemand vergegenwärtigen, was es heißt, wenn weder die EU, noch die Bundesregierung, noch das Land Niedersachsen, noch das Land Meck-Pom in ihren Programmen die Brücke als eine Verpflichtung auch für sich verankert hat. Im Landesraumordnungsprogramm steht zurzeit noch, die Brücke sei ein regionales Projekt. Da ist man schon allein auf weiter Flur. 

Und niemand im Lüneburger Land nimmt so richtig wahr, wie sich der Wind im Wendland längst gegen die Brücke gedreht hat. Die Wendländer wollen sich weder an höheren Kosten, noch am Unterhalt der Brücke beteiligen und stehen auch sonst eher auf Krawall.

Ich finde es richtig, dass der Landkreis die Brücke einmal ganz zu Ende plant, um zu sehen, was unterm Strich an Kosten und Belastung auf Bürger und Natur zukommt. Das Geld dafür ist in der Masse eh weg.

Übrigens liefen die Kosten für die Brücke, wenn sie denn gebaut würde, auch auf die Stadt Lüneburg zu, die wie jede Kommune bei diesem 100-Millionen-Projekt über die Kreisumlage an Bord ist. Wer also protestieren möchte, schaut erstmal in die Chronik und die Bilanzen, dann schaut er auf den Kalender, welches Jahr wir schreiben und dann überlegt er sich, ob er weiter über die Elbbrücke als Brücke der Herzen philosophieren möchte. 

Hans-Herbert Jenckel

PS: 2015 hat Oberbürgermeister Ulrich Mädge, einer, den Franz-Josef Kamp nicht gerade zu seinem Freundeskreis zählt, der aber auch Sozialdemokrat ist und ein Realist, gesagt, als alle auf den damaligen Landrat Manfred Nahrstedt wegen des Kreistags-Beschlusses eindroschen, Zitat aus der LZ, August 2015:

 Die Brücke sei nicht erst am 20. Juli gestorben, sondern bereits in den 90er-Jahren. „Damals hätte mit viel gutem Willen die Chance bestanden, aus der Brücke ein ,Projekt Deutsche Einheit‘ zu machen.“ Das sei aber trotz aller Bemühungen der Politik nicht gelungen, erst Recht nicht nach dem verlorenen Gerichtsverfahren 2007, als das Oberverwaltungsgericht auf Klagen mehrerer Anwohner und der Gemeinde Neu Darchau den Planfeststellungsbeschluss des Landkreises Lüneburg für den Bau der Brücke aufgehoben hatte.

Danach habe niemand den Mut gehabt, den Menschen aus dem Amt Neuhaus die Wahrheit zu sagen. „Und zur Wahrheit gehört auch, dass die Brücke und ihre Folgekosten nicht vom Landkreis zu finanzieren sind“, ergänzt Mädge. „Daher war es richtig, im Juli einen ehrlichen Schlussstrich zu ziehen und den Menschen im Amt Neuhaus nicht weiter Sand in die Augen zu streuen, indem man ihnen eine Brücke für 2025 verspricht.“
Zitiert aus der LZ vom 17. August 2015

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20 Responses to Was erlauben Kamp?!

  1. Avatar von Anne König Anne König sagt:


    »Wird der Brückenschlag über die Elbe nun doch noch Realität?« Das fragte die LZ am 29. Januar 2020. – Am Gespräch zwischen dem damaligen Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) und Landrat Jens Böther (CDU) beteiligten sich an jenem Mittwoch die Landtagsabgeordneten Andrea Schröder-Ehlers (SPD), Uwe Dorendorf (CDU) und Heiner Schönecke (CDU) und außerdem Andreas Gehrke als neuer Bürgermeister der Gemeinde Amt Neuhaus sowie Marko Puls vom Förderverein »Brücken bauen e.V.« (Foto: Landkreis Lüneburg)

    Lieber Herr Jenckel,

    »Fährkonzept statt Elbbrücke?« lautet die Überschrift der SPD-Pressemeldung zur beabsichtigten Änderung des Landesraumordnungsprogramms. Trotz der üblichen, aus dem Uwe-Inselmann-Haus immer zahlreich wiederkehrenden Fehler in Ausdruck, Orthographie und Grammatik ist dem Text ganz klar zu entnehmen, dass ALLE DREI SPD-KREISTAGSABGEORDNETEN (von 15 existierenden, zu denen NUMMER VIER, Philipp Meyn, nicht zählt) bereits mit dem Projekt »Elbbrücke« abgeschlossen haben. Was meinen Sie? Wenn nach fünf Wörtern gesucht wird, welche den Inhalt der – gleich in voller Länge folgenden – Mitteilung resümieren, würde passen:

    NACHRICHT VON EINER – VORHERSEHBAREN – ABSETZBEWEGUNG

    »Die SPD-Fraktion im Lüneburger Kreistag äußert sich zur Bekanntmachung des Landwirtschaftsministeriums zur Änderung des Landesraumordnungsprogramms. Darin ist anstelle der Brückenplanung zur Flussquerung der Elbe bei Drachau/Neu Darchau künftig ein Fährkonzept vorgesehen

    FRANZ-JOSEF KAMP, Fraktionsvorsitzender im Lüneburger Kreistag: ›Ich nehme die Bekanntmachung im LROP zum Brückenstandort Neu Darchau mit großem Bedauern zur Kenntnis. Die SPD im Landkreis hat die Planung zur Elbbrücke Darchau/Neu Darchau immer unterstützt. Deshalb bin ich von der geplanten Änderung überrascht. Uns war die große Zustimmung, die dieses Bauvorhaben bislang durch die Landesregierung erfahren hatte, immer wichtig. Die Brückenplanungen durch den Landkreis sind bereits weit fortgeschritten. Aus unserer Sicht muss das Planungsverfahren nun auch weiterlaufen und abgeschlossen werden. Der Landkreis sollte zudem rechtlich überprüfen lassen, ob diese geplante Abkehr von bisherigen Planungsgrundlagen überhaupt zulässig ist‹.

    HINRICH BONIN, Vorsitzender des Finanzausschusses: ›Bisher wurden für die Erstellung des Planungsunterlagen 2,4 Millionen Euro vergeben. Wir gehen davon aus, dass die vom Land zugesagte Unterstützung von 1,3 Millionen Euro auch weiterhin gilt‹.

    JAKOB BLANKENBURG, Vorsitzender des Mobilitätsausschusses im Landkreis Lüneburg und Mitglied des Bundestages: ›Die Mobilität im Osten unseres Landkreises und im Landkreis Lüchow-Dannenberg muss für die Menschen vor Ort in jedem Fall verbessert werden. Wenn die Bekanntmachung vom Land tatsächlich als neue Planungsgrundlage Bestand haben sollte, braucht es verlässlichere Fährverbindungen mit guter Taktung und längeren Betriebszeiten vor allem in den Morgen- und Abendstunden. Daneben muss eine bessere Anbindung an Bus und Bahn geschaffen werden – beispielsweise durch die Reaktivierung der Bahnstrecke nach Bleckede‹.

    PHILIPP MEYN, Landtagsabgeordneter der Region: ›Es gilt den Blick nach vorn zu richten: Die Verlässlichkeit der Fährverbindung muss gesteigert werden. Sollte nun der Bau der Elbbrücke nicht erfolgen, werde ich mich dafür einsetzen, dass sich die Landesregierung infolge der eingesparten Mittel an modernen Mobilitätsprojekten in den Landkreisen Lüneburg und Lüchow-Dannenberg maßgeblich beteiligt. Ganz konkret an Niedrigwasserfähren in Bleckede und Darchau sowie an der Reaktivierung der Bahnstrecke Lüneburg-Bleckede. Erste Gespräch hierzu führe ich bereits‹.

    FRANZ-JOSEF KAMP, Kreistagsfraktionsvorsitzender erklärt abschließend: ›Die zwei Fährverbindungen in Bleckede und Neu Darchau müssen ertüchtigt und deren Betrieb unterstützt werden. Erst jüngst waren Baggerarbeiten im Hafen Bleckede nötig, um auch bei Niedrigwasser den Fährbetrieb aufrecht zu erhalten. Die SPD-Kreistagsfraktion fordert schon jetzt für diese Optimierung eine angemessene finanzielle Beteilung durch die Landesregierung‹.

    Quelle: https://spd-lueneburg.de/meldungen/faehrkonzept-statt-elbbruecke

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  2. Avatar von Gunda Schneider Gunda Schneider sagt:

    BUND begrüßt möglichen Verzicht auf Elbbrücke

    Neu Darchau. Der BUND begrüßt die Absicht des Landes Niedersachsen, auf einen Brückenneubau über die Elbe bei Neu Darchau zu verzichten (EJZ berichtete), teilt der Regionalverband Elbe-Heide in einer Pressemitteilung mit. „Angesichts der Klimakrise und der unbedingt notwendigen Verkehrswende ist jeder Straßenneubau und die damit einhergehende Versiegelung der Landschaft kritisch unter die Lupe zu nehmen“, heißt es in dem Schreiben der Naturschützer. Es sei auch zu begrüßen, dass die Elbquerung „mit einer Verbesserung der Fährverbindung gestaltet werden“ solle. Für den BUND sei der Bedarf einer Brücke nicht gegeben, heißt es weiter. „Der Pendlerverkehr ist seit Jahren rückläufig. Dazu trägt die neuere Entwicklung der Möglichkeit der Arbeit im Homeoffice bei, und auch die Tatsache, dass es im Amt Neuhaus keinen Bevölkerungszuwachs gibt“, argumentiert der Regionalverband. Zudem müssten Kinder nicht wie früher in Niedersachsen zur Schule gehen, sondern könnten auch Schulen in Mecklenburg-Vorpommern besuchen, lenken die BUND-Verantwortlichen den Blick auf das Amt Neuhaus. Der BUND äußert aber auch Verständnis dafür, „dass Betroffene in nahem Umfeld zur bislang geplanten Brücke diese geringe Erleichterung der Elbquerung begrüßen würden“. Dabei sollten auch andere Betroffene gehört werden – also Bewohner Neu Darchaus, die den Bau ablehnten, ist der BUND überzeugt. „Eine weitere Elbbrücke wäre angesichts des geringen verkehrspolitischen Nutzens, der klima- und umweltpolitischen Nachteile und nicht zuletzt wegen der hohen Kosten eine Fehlinvestition.“ — ejz

    Aus: Elbe-Jeetzel-Zeitung von heute, Donnerstag, 24. August 2023, Seite 3 oder auch: https://www.bund-elbe-heide.de/fileadmin/elbeheide/Pressemitteilungen/PM_Keine_Bruecke_ueber_die_Elbe_Aug2023_.pdf

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  3. Neuer Staatsvertrag Herr Kiesel?
    Der Landkreis Lüneburg gelangt 2023 durch einen Staatsvertrag zwischen den Ländern Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen am 24.Dezember zum Amt Neuhaus. Schwerin hätte mehr Elan! Hannover eine große Sorge um das liebe Geld weniger und ganz besonders eine starke Konkurrentin, die aufstrebende Macht an der Ilmenau „Lüneburg“, als neue Landeshaupstadt Niedersachsens verhindert bzw.ausgeschaltet
    Frische Fördergelder Sondervermögen aus Berlin für die Völkerverständigung Wiederaufbau West in Form einer schönen Elbbrücke. Win Win und Neustart Der Dreißigjährige Brückenkrieg mit den merkwürdigsten Heiland-Versprechern beendet…….
    Die Menschen im Landkreis Lüneburg wären sicherlich in Mecklenburg-Vorpommern besser aufgehoben!

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    • Avatar von Jens Kuczynski Jens Kuczynski sagt:

      Daumen hoch, Detlef,

      vermutlich wären alle Niedersachsen links der Elbe in Mecklenburg-Vorpommern besser aufgehoben!

      In der Zuständigkeit der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr befinden sich nämlich insgesamt rund 5.600 Straßenbrücken, davon (Stand 1. Januar 2023):

      ● rund 2.700 an Bundesstraßen,
      ● knapp 2.100 an Landesstraßen,
      ● rund 800 an Kreisstraßen (in den 13 niedersächsischen Landkreisen)

      Siehe: https://www.strassenbau.niedersachsen.de/startseite/aufgaben/strassenunterhaltung_und_strassenbetrieb/strassenbrucken/straenbruecken-132067.html

      Stellen Sie sich vor, Herr Kiesel und Sie könnten sich heute lachend im Café Rautenkranz in den Armen liegen, über 33 Jahre strömendes Elbwasser und über wei Jahre liebliches Klingen im weltweit größten Klangschalenpark von Neu Darchau hinweg zurückschauen auf den Ursprung der Welt und gemeinsam frohlocken:

      „Ulrich Mädge hat recht, die richtige Zeit wurde verpasst: Anfang der 90er Jahre, als Milliarden in den Aufbau Ost flossen, wäre der Bau von insgesamt rund 5.600 Straßenbrücken in Niedersachsen wahrscheinlich geräuschlos möglich gewesen. Heute ist es Realität, das es diese Brücken niemals geben wird.“

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      • Avatar von Johann S. Kirsche Johann S. Kirsche sagt:

        Zurückschauen auf den Ursprung der Welt?

        Ist denn je abschließend geklärt worden, was zuerst da war, die Henne oder das Ei? Diese Frage kann einem auch schon mal in den Sinn kommen, wenn man vor „L’Origine du monde“ steht, einem mittelgroßen Ölgemälde von Gustave Courbet aus dem Jahr 1866. Courbet (* 10. Juni 1819 in Ornans bei Besançon; † 31. Dezember 1877 in La-Tour-de-Peilz/Schweiz), ein französischer Maler des Realismus, muss offenbar dem Hennen-Camp zugerechnet werden, denn wäre seinem Dafürhalten nach das Ei zuerst da gewesen, hätte Courbet als den „Ursprung der Welt“ ja wohl ein Ei gemalt. Ob das im Museum dann auch einen solchen Ehrenplatz erhalten hätte wie das Gemälde, das er stattdessen schuf, darf bezweifelt werden.

        „L’Origine du Monde“ hängt so im Pariser Musée d’Orsay in einem kleinen Saal voller Courbets, dass man es schon vom Vorraum aus wahrnehmen kann. Die anderen Courbets sieht man erst, wenn man in den Saal hineingeht; eine traurige Forelle zum Beispiel oder zwei Selbstbildnisse, die beide ahnen lassen, dass ihr Hersteller, zumindest in jungen Jahren, mit seinem Äußeren zufrieden gewesen ist. Doch um sich daran zu erfreuen, wie hübsch er auf einem Bild gedankenverloren an seiner Gürtelschnalle herumspielt, muss man eben den Raum betreten haben. Am „Ursprung der Welt“ aber kommt man kaum vorbei. Es schmückt die Wand, auf die man vom Vorraum aus kuckt. Wenn man es partout nicht sehen möchte, muss man wissen, dass es da hängt, um dann im Vorbeigehen absichtlich in die andere Richtung zu stieren oder die Augen zu schließen.

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  4. Avatar von Jens Kiesel Jens Kiesel sagt:

    Einen von einem großen Fluss getrennten Landkreis ohne ständig verfügbare Querung (Brücke) kann und darf es nicht geben. (Gibt es eigentlich so etwas noch irgendwo anders in Deutschland ?) Ulrich Mädge hat recht, die richtige Zeit wurde verpasst : Anfang der 90er Jahre, als Milliarden in den Aufbau Ost flossen, wäre der Bau einer Brücke wahrscheinlich geräuschlos möglich gewesen. Heute ist es Realität, das es diese Brücke niemals geben wird. Die Bürger links und rechts der Elbe müssen jetzt diese Tatsache akzeptieren und sich neu orientieren. Die Menschen in Amt Neuhaus wären sicherlich in Mecklenburg-Vorpommern besser aufgehoben.

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    • Avatar von Otto Berg Otto Berg sagt:

      Sehr geehrter Herr Kiesel,

      wenn Sie dekretieren, dass es „einen von einem großen Fluss getrennten Landkreis ohne ständig verfügbare Querung (Brücke)“ nicht geben kann (Unmöglichkeit), dann erübrigt sich sofort Ihre Frage „(Gibt es eigentlich so etwas noch irgendwo anders in Deutschland ?)“. Denn was nicht möglich ist, kann es natürlich nirgendwo geben.

      Tatsache ist allerdings, dass es mindestens „einen von einem großen Fluss getrennten Landkreis ohne ständig verfügbare Querung (Brücke)“ gibt: Den Landkreis Lüneburg.

      Also kann Ihre Eingangsbehauptung nicht stimmen.

      Dann schreiben Sie: „Heute ist es Realität, das[s] es diese Brücke niemals geben wird.“

      Sie dekretieren also, dass es „einen von einem großen Fluss getrennten Landkreis ohne verfügbare Querung (Brücke)“ geben muss (Notwendigkeit).

      Aus der Unmöglichkeit des Nichtexistierens wird bei Ihnen im Handumdrehen die Unmöglichkeit des Existierens

      Wie aber kann etwas „Realität sein“, das erst in der Zukunft eintreten (oder nicht eintreten) könnte, Herr Kiesel?

      Ihr Gewährsmann ist Herr Mädge. Der wusste im August 2015 bereits, was im August 2025 der Fall sein würde.

      Jedoch, wie steht es um die prophetischen Qualitäten unseres lieben Altoberbürgermeisters?

      Herr Jörg Stauch, damals LZ-, heute VW-Mitarbeiter, hatte am 17.März 2008 unter der Überschrift „Stadthalle endgültig beerdigt“ einen Artikel in der Landeszeitung, worin zu lesen war, nachdem die Stadt „mit ins Audimax-Boot eingestiegen“ sei, begrabe „Mädge [!] sämtliche Stadthallenpläne“. Erläutert habe der Verwaltungschef das so:

      „Eine Stadthalle kostet 25 bis 30 Millionen Euro, nochmal zehn Prozent dieser Summe pro Jahr kommen an Folgekosten hinzu“, rechnet Mädge vor. Anderswo seien Stadthallen Verlustgeschäfte, mit jährlich rund einer Million Euro Zuschuss kalkulierte die Verwaltung in Lüneburg. „Das ist bei der der zeitigen Haushaltslage nicht darstellbar, wir brauchen das Geld für Straßen, Schulen, Kitas, Brücken und Museen“, sagt Mädge und wird noch deutlicher: „Unter die Pläne für eine Stadthalle mit 3000 Plätzen und mehr müssen wir vorerst einen Schlussstrich ziehen.“ Mit der kleineren Lösung Audimax ist der Oberbürgermeister auch zufrieden: „Wer Großkonzerte sehen will, kann heute bequem nach Hamburg fahren. In den meisten Tickets ist der HVV-Tarif schon drin.“

      Quelle: https://archiv.landeszeitung.de/web/search/index.html

      Ja, Herr Kiesel, und zwei Monate nach der „endgültigen“ Beerdigung der Brückenpläne im Juli 2015 waren alle jene gewichtigen Weissagungen (zur „endgültigen Stadthallenbeerdigung“) vergessen. Herr Mädge und Herr Nahrstedt kamen um die Ecke gebogen und verkündeten, die Motoren für den Bau einer „Stadthalle“ (Number Two) sein zu wollen, die nach damaliger Auskunft der beiden Herren – brutto [!] und „all inclusive“ – unter 10 Millionen Euro kosten sollte und heute als ein nahezu dysfunktionaler und miserabel ausgelasteter Koloss (ohne kommunale Nutzungsrechte) auf viel zu kleinem Grundstück für Baukosten von 35 Millionen Euro dasteht, welcher über seine 30jährige Nutzungsdauer jährlich – mindestens – 2,5 Millionen Euro, also summa summarum weitere 75 Millionen Euro an Betriebsverlusten „generieren“ wird.

      Soviel zu der Kunst, „der Realität von heute“ Anhaltspunkte über die Realität von morgen zu entnehmen (insbesondere daüber, dass es dieses oder jenes „niemals geben wird“).
      ___________

      PS: Dass Sie als Außenstehender öffentlich darüber befinden, in welchem Bundesland die rechtselbischen Einwohner (w, d, m) des Landkreises Lüneburg „besser aufgehoben wären“, wollen wir lieber niemandem verraten, sondern den Mantel des Schweigens über diese heikle Herablassung breiten.

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      • Avatar von Jens Kiesel Jens Kiesel sagt:

        Nein Herr Berg, es ist nicht meine Absicht, hier etwas zu dekretieren. Dazu fehlen mir dann doch die Möglichkeiten, das gelingt mir selbst bei meinem Hund nur sehr begrenzt. Aber gelegentlich möchte ich hier im Blog meine Meinung sagen. Damit auch sie und andere spitzfindige Menschen mich verstehen, möchte ich den ersten Satz meines Schreibens vom 22. 8. leicht modifizieren : „Einen von einem großen Fluss getrennten Landkreis ohne ständig verfügbare Querung (Brücke) sollte und dürfte es nicht geben“ Ich hoffe so wird meine Meinung auch ihnen verständlich. Ihre Antworten und Beiträge hier im Blog wirken meistens etwas Überheblich, vielleicht sollten sie ab und zu mal ein berühmtes Zitat von Voltaire berücksichtigen.

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      • Avatar von Otto Berg Otto Berg sagt:

        Lieber Herr Kiesel,

        ich habe viel zu tun, tippe daher meist rasend schnell und nehme mir selten genug Zeit, an meiner Tonlage zu pfeilen. Ich bemühe mich um Klarheit. Überheblich möchte ich weder sein noch wirken.

        Ihre Meinungsstärke schätze ich durchaus, halte mir aber immer bewusst, dass Entschiedenheit im Vortrag und Wahrheit in der Sache keineswegs miteinander verwandt sind.

        Als gelungen empfinde ich Ihre Korrektur am Eingang Ihres Kommentars von vorgestern. Doch rettet diese Abmilderung nicht an dessen Ausgang Ihre Schlussfolgerungen aus den Weissagungen unseres ehemaligen Hanse-Häuptlings. Der Oberuli hat oftmals gesprochen, als würde er regelmäßig mit dem lieben Gott telefonieren. Das war eine Masche. Wenn es gestern opportun schien, hieß es, 1999 sei die ganze Elbe abgebrannt. Schien es morgen zweckmäßiger zu behaupten, Peter Koch habe den kompletten Fluss 1998 zum Frühstück verspeist, wurde dieses „Narrativ“ ebenso apodiktisch verfochten.

        PS: An welches Voltaire-Zitat dachten Sie denn? Ich habe da so eine Ahnung, möchte uns aber durch vorgreifende Mutmaßungen den Spaß nicht verderben.

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  5. Avatar von Otto Berg Otto Berg sagt:

    Lieber Herr Jenckel,

    auch ein notorischer Adabei und radfahrender Windsegler wie Franz-Josef Kamp kann mal recht haben, wenn er das, was er aufgeschnappt hat und nachzuplappern im Augenblick für opportun hält, für die LZ so formuliert:

    „Die Brückenplanungen durch den Landkreis seien bereits weit fortgeschritten, mahnt Kamp. Aus Sicht der Kreis-SPD müsse das Planungsverfahren nun auch weiterlaufen und abgeschlossen werden. ‚Der Landkreis sollte zudem rechtlich überprüfen lassen, ob diese geplante Abkehr von bisherigen Planungsgrundlagen überhaupt zulässig ist‘, so der SPD-Politiker weiter.“

    Quelle: https://www.landeszeitung.de/lokales/lueneburg-lk/lueneburg/lueneburg-politiker-aus-dem-landkreis-widersprechen-der-landesregierung-die-abstand-vom-bau-einer-UNAUCSGROFGELCWVELOYXFT6NA.html

    Noch ist das Spiel keineswegs aus, Herr Jenckel, da liegt nicht Mädge, sondern Kamp richtig (wenn vermutlich auch, ohne zu wissen und/oder sagen zu können warum)!

    Ich denke, es wird in die (parlamentarische) Verlängerung gehen und womöglich zu einem (juristischen) Elfmeterschießen kommen.

    Wenn die Regeln eingehalten werden, ist der Ausgang ungewiss.

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    • Avatar von Klaus Bruns Klaus Bruns sagt:

      Herr Berg, wenn es dem esel zu wohl wird…. ein kreistag der sich mit dem landtag ,hier sprich landesregierung anlegt, wird in der zukunft bestimmt bei anträgen besonders berücksichtigt . schmunzeln. es gibt eine menge nachtragende in der politik.

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      • Avatar von Otto Berg Otto Berg sagt:

        Wenn das zuträfe, lieber Herr Bruns, dann dürfte in diesem Jahrhundert wohl kein Lüneburger wieder einen Fuß in die Tür des Provinzial-Ständehauses am Schiffgraben Nr. 10 bzw. in das Tor des Leineschlösschens in Hannover bekommen. Denken Sie nur daran, wie schamlos fünf Landesregierungen zwischen 2007 und 2017 (die Kabinette Wulff I und II, McAllister sowie Weil I und II) in Sachen „Libeskind-Audimax“ über den Löffel balbiert worden sind.

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  6. Avatar von Klaus Bruns Klaus Bruns sagt:

    Kamp ist einer von vielen in der kreis-spd ,die prima in die cdu passen würden. nach dem motto: was interessiert mich mein geschwätz von gestern. wo kommt noch mal der wind her? ach von da. pöstchen sichern ,ist mal wieder angesagt. warum fällt der michel eigentlich immer wieder auf ,,maulhelden ,,rein? ach ja, herr berg, er kann ja so toll reden.

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  7. Avatar von Gaby Mischke Gaby Mischke sagt:

    Treffender kann man es nicht formulieren! Genau diese politischen Wendehälse sorgen für Politikverdrossenheit und treiben die Menschen in die Arme der AfD. Traurig, wenn Mann immer glaubt, dass Gesicht nicht verlieren zu müssen. Sind ja nur Steuerzahler Gelder, die weiter verbraten werden sollen.
    Zukunftsweisender wäre es, endlich in vernünftige Fährkonzepte zu investieren, wie der Fährbetrieb in Neu Darchau eins vorgelegt hat, damit auch beide Fähren bei Niedrigwasser fahren können. Vom Eisgang können wir uns eh verabschieden, denn das WSA sorgt mit seinen Eisbrechern immer zuverlässig für rechtzeitigen Abfluss, schon allein wegen der Deichsicherheit. In Zeiten des Klimawandels ist das ein völlig rückwärts betrachteten Konzept und nicht mehr zeitgemäß.
    Seht endlich den Tatsachen ins Auge und helft lieber den Menschen beidseits der Elbe, an vernünftigen Konzepten zu arbeiten, die auch den ÖPNV mit einbeziehen.

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    • Avatar von Rainer Dittmers Rainer Dittmers sagt:

      Nicht in Deutschland alles zerreden! Guckt z. B. nach Dubai. Da sind 40 Grad und im Snow Dome fährt man da Ski. Meckert dort mal, da wird Euch geholfen!🙈

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      • Avatar von Klaus Bruns Klaus Bruns sagt:

        Rainer Dittmers
        vollpfosten als beispiel zu nennen ist unsinn. dort werden holsteiner bunte in klimatisierten ställen gehalten. und zwar unter ständiger berieselung mit trinkwasser. für ein liter milch= 10 000 liter wasser verschwendet. die kühe würden sonst dort tot umfallen.

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