
Zwei Punkte sind bedenklich in diesem Lüneburger Wahlkampf: Um das Amt Oberbürgermeister/in und Landrat tritt nur eine Frau an, und das nicht 1926, sondern 2026. Beim letzten Wahlkampf waren es allein in der Stadt drei. Und die Grünen spielen mit dem Feuer, wenn sie jetzt, wie man hört, auch einen Landratskandidaten ins Rennen schicken.
Warum? Im Landkreis zeigt der Christdemokrat Steffen Gärtner, noch Samtgemeindebürgermeister in Gellersen, schon heute, wie ein Verwaltungschef anpackt und umsetzt, wie Kommunalpolitik parteiübergreifend funktioniert. Er ist der beste Landratskandidat. Und er könnte ohne Stichwahl ins Kreishaus einziehen, wenn er sich nicht zu oft mit dem Grundblei aus der eigenen Partei zeigt, ja, und wenn die Grünen etwas mehr Weitsicht zeigen und auf einen Kandidaten verzichten.
Denn, kommt es zur Stichwahl, wird meiner Einschätzung nach Stephan Bothe von der AfD der Konkurrent von Gärtner. Die Partei sammelt immer mehr unzufriedene Wähler ein. Bothe punktet im Ostkreis, er punktet in Neuhaus, er punktet in Lüneburg nicht nur in Kaltenmoor. Und was Skandale angeht, scheint die Partei wie Teflon. Er könnte angesichts der allgemeinen miesen Stimmung ein beachtliches Ergebnis einfahren. Gärtner wird die Stichwahl gewinnen, aber sie schadet nur – verursacht von den Grünen
Die Ökos sind in Stadt und Kreis Lüneburg nicht in der Verfassung der letzten Kommunalwahl und würden durch einen Kandidaten oder eine Kandidatin erst eine Stichwahl wahrscheinlich machen, allerdings nicht mit ihrem Personal. Der Sozialdemokrat André Schuler kann einem leid tun, er steckt unverschuldet im tiefsten Loch der Parteigeschichte.
Diese mögliche grüne Gratwanderung wäre fatal auch für die Mehrheits-Findung nach der Wahl, ja, sie könnte Auswirkungen bis in den OB-Wahlkampf in Lüneburg für die Grüne Claudia Kalisch haben.
Ach so, der Wahlkampf läuft gerade im Netz schon heiß mit: „So-geht-es-nicht-weiter-Slogan“ und der Kommentar-Bubble „Lüneburg schafft sich ab“. Wenn Sie das nervt. Sie können vorrübergehend Kandidaten auf weniger Posts downgraden oder gar blockieren und kurz vor den Sommerferien, wenn der Wahlkampf im Grunde entschieden wird, nach den Ferien geht es nur noch um irgendwas hinter dem Komma, die Kandidaten wieder upgraden, um zu sehen, ob noch mal neue Themen neben Drogen-Pogo am Sand, Parkplatzschwund und Leerstand platziert wurden.
Hans-Herbert Jenckel
Foto jj: Welscher Löwe auf dem Michaeliskloster vor dem Kreishaus
»Das Prestigeprojekt ›Fahrradring Lüneburger Innenstadt‹ lehnen wir ab.«
Das schreibt Frank Soldan, der Kandidat, auf seinen Wahl-Reklameseiten, ohne zu erläutern, wer zu dem von ihm umarmten »wir« dazugehört. Nur er allein oder auch andere? Ich nicht! Denn weder halte ich den Fahrradring für ein »Prestigeprojekt« noch lehne ich ihn ab.
Wieso schreibt Herr Soldan, der Zahnarzt, nicht mal etwas über das Zellgift Alkohol in Lüneburg, dem – vermeinten – »Kaufhaus« mit der – angeblich – alle Lüneburger stolz machenden »größten Kneipendichte« zwischen Kapstadt und Hammerfest?
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Liebe Frau König, lieber Herr Berg,
konkrete Beispiele ersetzen keine Analyse – aber ohne konkrete Beispiele bleibt sie abstrakt.
Ich habe den Eindruck, Sie wollten in der aktuellen Diskussion meinen Hinweis auf die Elbquerung missverstehen.
Es ging mir ausdrücklich nicht darum, die Brückendebatte erneut aufzumachen. Er diente ausschließlich als konkretes Beispiel, um die grundsätzliche Frage – wie entstehen Verschiebungen im Wahlverhalten und warum gerade in bestimmten Regionen? – zu beleuchten. Der Ostkreis ist kein Garant für starke AfD-Ergebnisse.
Er ist ein sensibler Seismograph für politische Entscheidungen, die vor Ort als widersprüchlich oder nachteilig empfunden werden.
Mich irritieren Ihre Äußerungen, die die von mir angedeutete Meta-Ebene ausblenden soll, denn die war ja der Ausgangspunkt, um meinen Einwand überhaupt erst verstehen zu können.
Die These, der Ostkreis sei gewissermaßen ein verlässlicher „Lieferant“ für hohe AfD-Ergebnisse, greift zu kurz. Ein Blick in die Wahldaten zeigt ein differenziertes Bild:
Diese Entwicklung ist erkennbar nicht linear und nicht einheitlich und spricht gegen die These eines pauschal „AfD-affinen Ostkreises“.
Was sich jedoch zeigt: dort, wo die Betroffenheit besonders hoch ist – etwa im Amt Neuhaus – bleiben die Ausschläge stärker. In anderen Teilen relativiert sich das Bild wieder.
Hier liegt der Punkt, den ich angesprochen habe, die Elbquerung ist kein politisches Schlagwort in diesem Zusammenhang, sondern ein konkretes Beispiel für politische Entscheidungsabläufe, die vor Ort wahrgenommen werden:
2012 Einleitung des Planfeststellungsverfahrens.
2015 politischer Stopp durch rot / grüne KT-Mehrheit.
2016 deutliche Verluste dieser verantwortlichen Parteien im Ostkreis.
Das ist keine Spekulation, sondern eine belegbare Entwicklung. Ebenso belegbar ist, dass sich diese Verschiebung nicht flächendeckend verfestigt hat, sondern dort besonders ausgeprägt bleibt, wo die strukturelle Betroffenheit – in Amt Neuhaus – am größten ist. Dieser nachvollziehbare Zusammenhang lässt sich anhand der Daten zumindest diskutieren. Mehr hatte ich damit nicht beabsichtigt.
Was Ihren Vergleich mit einzelnen Stadtteilen der Hansestadt angeht, liebe Frau König: ein Quartier mit urbanen Problemlagen lässt sich nicht mit einer Region gleichsetzen, in der es um die grundlegende Frage geht, ob Rettungswege, Pendelverkehre oder Alltagsmobilität zuverlässig funktionieren. Das sind zwei völlig unterschiedliche politische Realitäten.
Im Ostkreis geht es nicht um Milieufragen, sondern um sehr konkrete Dinge: Erreichbarkeit, Verlässlichkeit, Alltagstauglichkeit. Die Elbquerung ist dabei kein Randthema, sondern ein Symbol für die Frage, ob politische Entscheidungen vor Ort noch als nachvollziehbar gelten.
Vielleicht liegt hier der blinde Fleck. Solange man Wahlergebnisse vor allem moralisch erklärt, bleibt man bei den Ursachen zwangsläufig an der Oberfläche.
Und zur aktuellen Landratswahl noch ein ergänzender Gedanke: selbst wenn es rechnerisch zu einer Stichwahl kommen sollte, spricht derzeit wenig dafür, dass dann der AfD-Kandidat gegen den Kandidaten aus einer der drei „Alt“-Parteien eine realistische Chance hätte, denn zwischen punktuellen Wahlerfolgen in einzelnen Regionen und einer mehrheitsfähigen politischen Verankerung im gesamten Landkreis besteht nach wie vor ein erheblicher Unterschied.
Wenn man verstehen will, warum bestimmte Parteien Zuspruch erhalten, reicht es also nicht, deren Auftreten zu bewerten. Man muss sich auch damit befassen, wie politische Entscheidungen vor Ort wirken bzw. schon gewirkt haben.
Die Wahlergebnisse im Ostkreis sind kein Zufall und schon gar kein Betriebsunfall. Sie sind die direkte Folge davon, dass zentrale Infrastrukturfragen über Jahre politisch verschleppt oder widersprüchlich behandelt wurden. Im Ostkreis wählen die Leute nicht plötzlich anders, weil sie sich über Nacht politisch verirrt haben. Sie reagieren auf jahrelange politische Unentschlossenheit bei den Themen, die ihren Alltag bestimmen.
Erst beschließt man eine Brücke, dann stoppt man sie politisch, später bekämpft man sie auf Landesebene – und am Ende zeigt man mit dem Finger auf die Wähler. Das ist kein Beweis für eine monokausale Erklärung – aber es ist ein klarer Hinweis darauf, dass politische Entscheidungen vor Ort wahrgenommen und an der Wahlurne beantwortet werden.
Entscheidend ist dabei: Diese Entwicklung verstetigt sich nicht flächendeckend.
Die AfD kann ihre Stärke nicht in allen Gemeinden gleichermaßen halten. Gerade das spricht gegen die These eines ideologisch gefestigten „AfD-Ostkreises“ – und eher für eine situative Reaktion der Wähler.
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Liebe Frau Dreyer,
was mich angeht, möchte ich unterstreichen, dass ich „die These eines pauschal AfD-affinen Ostkreises“ nie vertreten habe. Herrn Jenckel möchte ich verteidigen, insoweit auch er nur die Fakten (also die Wahlergebnisse) konstatiert, aber diese weder konkret mit örtlichen „sozialpsychologischen“ Dispositionen erklärt noch überhaupt nach weiter ins Allgemeine extrapolierbaren „kausalen“ Mechanismen ihres Zustandekommens Ausschau hält.
Der einzige, der wieder mit seinen „Erfahrungen“ prahlt und auf deren Fundament zu unerschütterlichen Urteilen gelangt, ist Herr Bruns, der einfach weiß, dass er recht hat, obwohl ihm „als Atheisten“ kein Gott darin bestärkt haben kann.
Aber, liebe Frau Dreyer, auch dass Ihre Beobachtungen eines Pas de deux von Lüneburger Brücken-Quoren und Amt Neuhauser AfD-Voten wirklich valide sind, lässt sich bezweifeln.
Mir ist zwar nicht bekannt, wann zum letzten Mal der rote Hahn aus dem Stechlinsee aufgestiegen ist und laut in das Land hinein gekräht hat. Diese seltsame Erscheinung jedoch, so erinnert Herr Jenckel gerne an Theodor Fontanes großen Altersroman, ist immer dann zu sehen, wenn es irgendwo in der Welt gärt und brodelt. Dann kündet der rote Hahn tief in der Brandenburgischen Provinz von den ungeheuren Vorgängen und Verschiebungen da draußen. Nun ist unsere Gegenwart nicht arm an Ereignissen von gerade dieser Tragweite, an Erschütterungen alter Gewissheiten und stabil geglaubter Verhältnisse. Es dürfte also niemanden verwundern, wenn schwere Wetter in Berlin den Schwimmfarn und den Froschbiss an der Oberfläche des Rosiener Sees ebenfalls zum Tanzen brächten.
Der Kreistagswahl von 2016 mit zweistelligen AfD-Ergebnissen im Ostkreis (z. B. Amt Neuhaus 16,3 %) ist ein Jahr der deutschlandweit entfesselten politischen Hetze gegen den „Wir schaffen das“-Enthusiasmus vom August 2015 vorausgegangen. Die Landtagswahl im Jahr 2022 fand inmitten eines brodelnden Karnevals von Corona-Verschwörungsirrsinn aller Art statt und die vorgezogene Neuwahl des Deutschen Bundestages am 23. Februar 2025 war nach einer der erbarmungswürdigsten Regierungsagonien seit dem 14. August 1949 notwendig geworden. Auch „diese Zusammenhänge sind nachvollziehbar und lassen sich anhand der Daten zumindest diskutieren.“
Nein, liebe Frau Dreyer, Stimmungen verstetigen sich nicht flächendeckend – wenigstens nicht überall und nicht sofort. Doch gleicht die Forschung nach deren exakter Veranlassung („wie politische Entscheidungen vor Ort wirken bzw. schon gewirkt haben“) dem Blick in Herrn Poggensees „Glaskugel“. Von diesem berühmten Astrologen stammt, wenn ich nicht irre, die herrliche Sentenz: „Meine Dienstherren wissen, die Hälfte meiner Besoldung ist hinausgeworfenes Geld. Sie wissen nur nicht, welche Hälfte.“
Ihnen und Ihrer Familie wünsche ich frohe Ostern
Ihr Otto Berg
PS: Artemis, die Hüterin der Frauen und der Geburt, ist gleichzeitig die Göttin der Jagd, der wilden Tiere, des Waldes und, wie uns Detlef gestern wieder wortreich ins Bild gesetzt hat, auch des Mondes. Der bekannte, darin befindliche Mann funkt zur Stunde von dessen Rückseite für alle Kinder und Erwachsenen zuvor nie gesehene Fotos gen Erde.
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Mein lieber Otto Berg, Prahlen? Bevor Sie meinen Namen hier nennen, bitte mehr darüber nachdenken, was ich geschrieben habe und wem ich antwortete. ich habe mit keinem wort über den grund des verhaltens im osten was die afd betrifft geschrieben. ich nenne ihnen aber gern ein paar dummheiten unserer eliten innerhalb der politik und der wirtschaftslobbyisten aus dem westen. hartz4 zum beispiel. im osten gab es erheblich mehr arbeitslose zu deren zeit der einführung, als bei uns. dazu kam das plattmachen von firmen , die unserer westlichen wirtschaft gefährlich werden konnte. dazu kam die enteignung , betrieben durch die westliche politik. dazu kam die erfahrungen der ostdeutschen mit der demokratie. sie haben festgestellt, es ist egal , ob man in eine partei eintritt, es änderte die politik nicht. tja, der osten vom landkreis lüneburg gehörte noch nie zu den ,,wohlhabenden,, ,deswegen ist dort die afd eben auch stark geworden. das verhalten des ostens in unserem land , ist die folge der überheblichen eliten in unserem land die in der politik und in der wirtschaft leider viel zu oft vertreten sind. die hartz 4 fraktion ,die Linke, in lüneburg , hatte auch zu meiner zeit geglaubt, das die Partei die linke, bei ihren problemen behilflich sein könnte. deren naivität war zu meiner zeit, als parteimitglied, deutlich zu erkennen gewesen.
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Lieber Herr Berg, vielen Dank für Ihre ausführliche Einordnung. Ja, die übergeordneten politischen Entwicklungen, die Sie nennen, gehören zweifellos zum Gesamtbild. Nur lassen Ihre Worte den Eindruck entstehen, dass ich die Suche nach ergänzenden, lokalen Einflussfaktoren vorschnell als „Glaskugel“ abgetan habe. Makro erklärt ja viel, aber nicht alles. Und Mikro lässt sich nicht einfach beiseiteschieben.
Ich betreibe keine Wahlforschung und erhebe auch nicht den Anspruch, belastbare Kausalitäten abzuleiten. Ich habe nur diese Marotte: pauschale Zuschreibungen – gleich in welchem Zusammenhang – schaue ich mir grundsätzlich genauer an. Das gilt hier ebenso wie in anderen Themenfeldern.
Vor diesem Hintergrund musste die Frage nach ergänzenden lokalen Einflussfaktoren gestellt werden, denn politische Stimmungen entstehen nicht nur im Fernbereich großer Ereignisse, sondern auch im Nahbereich konkreter Erfahrungen.
Interessant ist in diesem Zusammenhang dann doch auch, dass die Kreistagswahlergebnisse 2021 in Dahlenburg und Bleckede für die AfD wieder rückläufig waren. Das spricht zumindest dafür, Entwicklungen nicht vorschnell als einseitig erklärbar zu betrachten.
Wenn Herr Jenckel Ihrer Meinung nach also lediglich „Fakten konstatiert“ hat, stellt sich umso mehr die Frage, weshalb daraus im Artikel dennoch recht klare politische Wirkungsannahmen abgeleitet werden.
Vielleicht liegt unser gemeinsame Nenner darin, dass sowohl die große als auch die kleine Ebene ihren Anteil haben – und dass es sich lohnt, beide im Blick zu behalten.
Vielen Dank auch für die freundlichen Osterwünsche, lieber Herr Berg, darüber habe ich mich sehr gefreut.
Auch Ihre kleine mythologische Exkursion hatte ihren Reiz. Artemis als vielschichtige Begleiterin durch Wald, Mond und Gedankenwelt passt ja ganz gut in diese Zeit.
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Georg Wüstenhagen
sie sind wirklich ein kleiner Komiker. Ich habe selbst meine Erfahrungen mit den (ehemaligen) und damaligen DDR -Bürgern gemacht. Freundschaft Freundschaft klang es dort und zwar mit den Russen und nicht mit der Demokratie. Warum ist denn die AfD im Osten so stark? Hat man dort aus der Geschichte nichts gelernt? oder wurde sie dort gar nicht erst gelernt? Eine Entnazifizierung hat es dort nie gegeben. Na ja, bei uns war sie ja auch nicht gerade erfolgreich. Tischtennis? dieser Unsinn kam nicht von mir. Aber das wissen sie ja bestimmt. Es ist ja so bequem hinter jemanden herzulaufen. Machen Tiere auch gern. schmunzeln. Jemanden klein zu machen, haben Parteisoldaten schon immer gern versucht. Sie können sich leider nicht anders helfen, wie man hier sehen kann. Und dann wundert man sich über die AfD?
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Herr Bruns, warum verlieren Sie immer sofort so völlig die Beherrschung, wenn jemand in Fingerhutportion auf Sie schnippt, was Sie containerweise z. B. über die Häupter von „den“ Politikern, „den“ Lehrern, „der“ Jugend und „den“ Ossis – also über Abermillionen Menschen – auskübeln, von denen Sie in Ihrem Leben, wenn es hoch kommt, bestenfalls jeweils drei Exemplaren begegnet sind? Eine reichlich schmale „Erfahrungsbasis“ für apodiktische und weitreichende Urteile, wie Sie sie gerne herumtrompeten, oder? Nicht jeder, der schon ein-, zweimal eine Bachforelle aus dem Kranken Heinrich geangelt, ausgenommen und gebraten hat, ist ein Diplombiologe. Ähnliches behaupten, so mein Eindruck, nur unheilbare Aufschneider und heilsgewisse AfD-Missionare von sich.
Sie, Herr Bruns, reagieren häufig wie Erich Honecker, Donald Trump oder Wladimir Putin, alles Diktatorennaturen, die Wahrheiten, welche ihre eigene Person betreffen, ähnlich unbalanciert wie Sie beantworten, mit dem einen Unterschied, dass jene deren Entdecker für achteinhalbtausend Jahre ins Gefängnis stecken lassen (oder ließen, wenn sie es könnten).
Was trifft, das trifft (meist) auch zu, lautet ein schönes Bonmot von Herrn Jenckel. Denken Sie bitte einmal darüber nach, Herr Bruns, falls Sie neben dem selbstgerechten Verbreiten von ausgelutschten Vorurteilen und dem harschen Verunglimpfen anonymer Großgruppen überhaupt noch zum Denken kommen.
Im Übrigen bleibt es dabei, Herr Bruns: Sie haben das Thema verfehlt. Nicht „die“ Ossis der Bundesrepublik Deutschland stehen hier und heute im Fokus, sondern die Wähler der Ostregion im Landkreis Lüneburg (als ein Aspekt der kommunalwahltaktischen Überlegungen von Herrn Jenckel).
Fohe Ostertage, Herr Bruns,
„Gott der Herr wird die Tränen von allen Angesichtern abwischen“, heißt es im Predigttext in Jesaja 25,8.
Wenn das für alle gilt, dann gilt das auch für Sie und mich.
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Georg Wüstenhagen
aber aber, Herr Anonymus, wer verliert hier die Contenance? Ich diskutiere hier doch überwiegend nur mit Geistern. Mich mit Kriegsherrn zu vergleichen, mag für eitle Menschen wie Sie einer sind, ja hilfreich sein , um abzulenken, aber dann mit Behauptungen aufzuwarten was meine Lebenserfahrungen betreffen, ist mehr als albern. Für jemanden, der angeblich Wahrheiten kennt, stochern sie viel herum. Was ihre Balance angeht, sie ist schief. Ich mag Menschen, die ehrlich sind und das fängt bei mir mit seiner Vorstellung an. Hier gibt es welche, die nur mit ihrem Klarnamen ihre Meinungen kundtun, wie wäre es, es ihnen gleich zu tun? Oder haben Sie dann Befürchtungen, das ihre Partei es ihnen übel nimmt? schmunzel. Was übrigens das Thema angeht, Neuhaus gehört doch dazu , oder doch nicht? Im übrigen, hier darf sich jeder die Schuhe anziehen, die ihm passen. Was Ostern betrifft, ich stehe nicht auf von Menschen gemachten Märchen. Aber frohes Fest wünsche ich allen hier trotzdem.
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Klaus Bruns
ich springe nicht über jedes stöckchen. wenn ich springe, müsste es sich lohnen. schmunzeln. dieses tut es aber nicht. wort verschwendung bleibt Wort verschwendung, egal wie man es noch bezeichnen will. es ist ein Trauerspiel. der zug ist doch schon längst abgefahren. wie hat Herr jenckel ,so passend geschrieben? Vor der wahl kommt nach der wahl, bevor die nächste wahl kommt. wenn die Vernunft von einer wal abhängig sein soll , kann es mit der vernunft nicht weit her sein, finden Sie nicht? das lehren einer flasche beginnt immer im kleinen. und der mensch kann natürlich nichts dafür. also machen wir so weiter, wie bisher, oder? der deutsche wachtelhund ist ein vielseitiger gebrauchshund. wenn der klimawandel so weiter geht, kann der fahrad Weg direkt durch den Kranken heinrich geführt werden, so selten kommt dann das wasser. wer braucht dann noch ihr ,,geleibtes“ zierbrünnlein am Landwehrplatz? geliebt habe ich vermieden, schließlich will der brunnenverein ohne brünnlein noch weiter feiern. sie wissen doch bestimmt, wer sich auf die Politik verlässt, ist verlassen genug. wer gut schmiert , der gut färt. es geht um das geld , was die stadt , sprich den unternehmern fehlt , um den kängurus es gleich zu machen. nur diese können mit leerem beutel die größten sprünge machen . es wird alles versucht , es ihnen gleich zu machen. nur, es wird nicht gelingen. kängurus zahlen keine steuern. leider wird zu oft einfach gebaut, ohne vorher nachzudenken. kann man bei am guldenstieg und bei der alten Holstenquelle prima bewundern. was machen die betonköpfe eigentlich anschließend, wenn sie die Alpha-E , und die a39 fertig haben? was kommt dann? ein u-bahn ring von lüneburg nach kirchgellersen und zurück nach hamburg? oberirdisch wird ja bald zwangsweise schluss sein, dank platzmangel. aber das hochwasser dabei nicht vergessen. wer dem ganzen käse glaubt, hat selbst schuld. man muss die Suppe in die man gehalten wird , nicht auch noch selber essen. erstens kommt es anders ,zweitens……….kann man unternehmer wegen groben unfugs belangen? der oberbürger kandidat cdu ist doch förmlich besessen von recht und ordung , oder? kann man beim thema kneipendichte gut erkennen, oder? wo viel getrunken werden soll , sind viele Betrunkene ,und lobbyisten bleiben eben lobbyisten , egal um welche dummheit es geht.
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mit jener Mischung aus physikalischem Respekt und metaphysischem Amüsement, die mich stets beim Anblick menschlicher Hybris befällt, vernehme ich die Kunde, die Besatzung der „Orion“ habe nun die „halbe Strecke“ zum Mond hinter sich gebracht. Es ist ein herrlicher Gedanke: Da rasen die Herrschaften Wiseman, Glover, Hansen und Frau Koch durch das kosmische Vakuum, während wir hier unten – im nicht minder luftleeren Raum des beginnenden Wahlkampfs um das Amt des Oberbürgermeisters und des Landrats – nach festem Boden suchen.Ich habe die „spektakulären Bilder“ aus der Kapsel betrachtet. Man sieht viel Schwärze und eine ferne, blaue Kugel, die so zerbrechlich wirkt wie eine hohle Zuckerfigur vom Lüneburger Sülfmeistermarkt. Welch ein Aufwand! Man schießt Menschen 400.000 Kilometer weit ins All, nur damit sie uns via Satellit versichern, wie „kostbar“ unsere Welt doch sei. Eine Einsicht, für die man in Lüneburg wahrlich keine Rakete benötigt; es genügt ein Blick auf die jüngste Haushaltsdebatte oder ein Spaziergang durch die Senkungsgebiete der Altstadt, um zu begreifen, dass hier alles auf tönernen Füßen steht und die Stabilität eine höchst flüchtige Braut ist.Während die Artemis-Besatzung mit der Schwerelosigkeit ringt, kämpfen unsere hiesigen Prätendenten um die Gunst der Wähler. Es gibt eine amüsante Parallele: In beiden Fällen werden Unsummen aufgewendet, um Kandidaten in Sphären zu hieven, in denen die Bodenhaftung naturgemäß schwerfällt. Dort oben ist es der Mangel an Gravitation, hier unten oft der Überfluss an wohlfeilen Versprechungen, der den Gleichgewichtssinn trübt. Man fragt sich unwillkürlich: Was ist schwieriger zu steuern? Eine Orion-Kapsel im freien Fall oder ein Landkreis, der zwischen Klimazielen, dem Erhalt der Salztherme und dem chronischen Kassensturz manövrieren muss?Es dünkt mich, als sei die „halbe Strecke“ der perfekte Zustand des modernen Geistes. Man hat die vertraute Basis verlassen, das Ziel ist noch ein unscharfer Fleck am Horizont, und man hofft inständig, dass die Sauerstoffvorräte – oder die Geduld der Bürger in der Grapengießerstraße – bis zur Landung ausreichen. Die Astronauten blicken zurück auf die Erde und sehen keine Grenzen; unsere Wahlkämpfer blicken auf die Stadtgrenze und sehen oft nur die nächste Baustelle, für die sie nach der Wahl keine Verantwortung mehr tragen wollen.Vielleicht sollte man die Landrats- und OB-Wahlen schlicht auf die Rückseite des Mondes verlegen. Dort herrscht Stille, und die einzige Opposition ist der eigene Schatten. Doch bis es so weit ist, bleibe ich dabei, mein Barometer in der Stube zu beobachten. Dort lässt sich der wahre Druck wenigstens in Millimetern ablesen, ganz ohne dass man dafür in eine Blechdose steigen oder sein lächelndes Konterfei an eine Laterne am Sande hängen müsste. Der Mensch möchte das All erobern, scheitert aber oft schon an der pünktlichen Ankunft des Metronom-Zuges. Ein köstliches Schauspiel!Ich verbleibe, mit dem Kopf in den Sternen, aber den Füßen fest im Lüneburger Pflaster.
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Lieber JJ,
Ihr „Weitblick“ bereitet mir Sorge. Damit eine antizipierte Stichwahl zwischen CDU-Kandidat Gärtner und dem blau-braunen extremen Rechtspopulisten Bothe vermieden wird, sollen Parteien links der SPD keine eigenen Kandidat*innen ins Rennen schicken?
Zur Erinnerung: Parteien links der stetig nach rechts wanderden SPD haben bei der Bundestagswahl im Landkreis rund 30% der Stimmen auf sich vereinigen können, der meckernde miesepetrige blau-braune Rand ohne Alternativen für Deutschland 16,2%. Und Sie gehen von einer Stichwahl zwischen rechten Kandidaten aus?
Oder spekulieren Sie darauf, dass sich die 30% opportun dem SPD-Kandidaten als kleineres Übel zuwenden werden? Einem Kandidaten, den Sie selbst als Opfer des selbst gegrabenen Umfragelochs der SPD sehen.
Offensichtlich trauen Sie der SPD im Kreis nicht zu, einen engagierten Wahlkampf zu führen und beerdigen damit noch lebend einen Kandidaten, der sein Potential noch nicht einmal zeigen konnte. Für mich ist das vorauseilendes, ängstliches, mutloses Einknicken vor dem erstarkenden Faschismus. Das passt nicht zu Ihnen.
Der apokalyptische Bothe des Untergangs – denn nur damit macht die Partei Politik – wird in einer Stichwahl niemals gegen den integrativen, lösungsorientierten, pragmatischen Steffen Gärtner gewinnen. Bothes Inkompetenz hat die LZ bereits sehr klar dokumentiert. (vgl. https://www.landeszeitung.de/lokales/lueneburg-lk/faktencheck-was-afd-kandidat-bothe-als-landrat-in-lueneburg-rechtlich-wirklich-duerfte-VRKP5T2FCFCONDNO2XOP3MG73A.html) Warum also die in meinen Augen ohnehin unwahrscheinliche Stichwahl zwischen rechts und extrem rechts fürchten?
Oder geht es Ihnen mehr um indirekte Wahlkampfhilfe für die SPD? Darum also, mit linkem Mitleid für den Unbekannten und mangels anderer Auswahlmöglichkeiten einen SPD-Landrat in die Stichwahl zu hieven? Wird dieser sich Im Falle eines Sieges dann wirklich auf breite Unterstützung im Volke verlassen können? Oder wird er mit einem vermutlich eher nicht SPD-dominierten Kreistag von Anfang an mit Akzeptanzproblemen zu kämpfen haben?
30% des Wähler*innenspektrums im Landkreis kein Angebot zu machen, wäre von grüner Seite das falsche Signal. Mit einer zur Linken und anderen progressiven Kräften hin offenen grünen Kandidat*in entsteht erst ein vollständiges Angebot innerhalb des demokratischen Spektrums. Und mit Katherina Reiche und Wolfram Weiner haben die Grünen derzeit die beste und zudem noch kostenlose Wahlkampfhilfe, die denkbar ist. Ich glaube, es gibt genug Menschen im Landkreis, die die grünen Zeichen der Zukunft längst erkannt haben. Bleiben Sie gespannt und trauen Sie den Wählenden im Landkreis zu, dass sie eine dem Grundgesetz verpflichtete, vielfalts- und damit zukunftsorientierte demokratische Parteien wählen werden.
Herzliche Grüße und Frohe Ostern
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Lieber Herr Poggensee,
kann es sein, dass Sie in der Hohnstorfer Taiga schleichend einen Hang zu Verschwörungsmärchen entwickelt haben?
Herr Jenckel hat seinen Gedankengang unmissverständlich dargelegt:
JJs Botschaft lautet:
(a) Der Christdemokrat Steffen Gärtner wird die Landratswahl gewinnen.
(b) Ein GRÜNer Kandidat (w, d, m) ist vollkommen chancenlos.
(c) Nur das Votum im Hauptwahlgang würde durch ihn weiter fragmentiert.
(d) In der Konsequenz wäre eine Stichwahl nahezu unausweichlich.
(e) Bothe ist der wahrscheinlichste Stichwahlgegner.
(f) So würde die AfD in den Augen der Wähler (und Gewählten) aufgewertet.
(g) Die Mehrheitsfindung im KT könnte für alle ein großes Problem werden.
(h) Doch auch Claudia Kalisch dürfte sich nach ihrer Wiederwahl nicht mehr darauf verlassen, dass die CDU mit den Neonationalprimitivisten nicht doch unter der Decke „gefühlsstarker Sicherheit und Anpackerei“ kohabitiert.
Die demokratietheoretischen Einwände gegen Herrn Jenckels Vorschlag hat Frau Dreyer am 1. April 2026 um 22:09 Uhr sauber dargelegt (hätte sie darauf verzichtet, die Brücke zu erwähnen, wäre das supersauber gewesen). Auf den abwegigen Gedanken, JJs eigentliche Absicht sei es, Herrn Schuler damit auf den Kreishausthron hinauf zu winden, ist sie nicht gekommen. Warum wohl nicht? Ich vermute, weil diese These viel zu sehr nach dem Versuch klingt, mit einer Wasserpistole „vom Rücken durch die Brust ins Auge“ zu treffen. Ihre „30 Prozent links der SPD“ in Ehren, Herr Poggensee, aber wo sollen die herkommen, wenn Steffen Gärtner 47 Prozent holt, Stephan Bothe 25 und André Schuler 8 Prozent?
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Lieber Herr Berg,
Glaskugeln können beim Blick hinein manch Erkenntnis liefern, oft reflektieren sie jedoch den eigenen gewünschten Blick zurück. Ihre Prognose für den Wahlausgang in allen Ehren, allein mir fehlt der Glaube.
Die letzte Umfrage zur Landtagswahl Niedersachsen ist von Ende Februar und liefert für die CDU im Land 27%, die SPD 26%, und die #NoAfD 21% (vgl. https://www.wahlrecht.de/umfragen/landtage/niedersachsen.htm ).
Laut aktuellem Deutschlandtrend der ARD käme bei einer Bundestagswahl am vergangenen Sonntag die Union auf 26%, die SPD auf 12%, die #NoAfd auf 25%. Grüne und Linke liegen bei 14- bzw. 10%.
Bei aller Beliebtheit von Herrn Gärtner ist und bleibt er ein CDU-Kandidat und ist angesichts der schlechtesten Wirtschaftsministerin aller Zeiten und einem immer wieder durch trumpähnliche Verbalausfälle das Volk in Wallung bringenden Bundeskanzlers Teil der Partei und will dieses auch so. Da die Regierung im Bund offensichtlich meint, durch fulminante Ankündigungen, die sich schnell in heiße Luft auflösen, Wähler*innen zu gewinnen, erwarte ich nicht, dass die Beliebtheitswert von Blackrot sprunghaft ansteigen werden. Wie angesichts es angesichts dieses Gegenwinds aus dem Bund Herr Gärtner selbst ohne grüne Kandidat*in bereits im Hauptwahlgang schaffen soll, die absolute Mehrheit zu erreichen, erschließt sich mir nicht. Zwar sind Kommunalwahlen v.a. Personenwahlen, dieses bezieht sich aber eher auf Gemeinden und Samtgemeinden, die Kreisebene ist da schon weit weg. Damit stimmt m.E. JJs und Ihre Grundannahme nicht, es wird ohnehin zur Stichwahl kommen.
Ohne grüne Kandidat*in, der sie ja immerhin ein Potential von rund 20% der Stimmen zubilligen, halte ich es leider auch für wahrscheinlich, dass der SPD-Kandidat unverdient schlechter abschneidet als der blaubraune Demokratieverächter. Auch hier spielt der Bundestrend eine Rolle, SPD wählen ist derzeit schlicht uncool.
Ich traue es einer nach links offenen, grünen Kandidat*in jedoch zu, mehr Stimmen auf sich zu vereinen als der Bothe ohne Botschaft. Damit ergibt nur auf diesem Weg eine Stichwahl zwischen Demokrat*innen. Um dieses sicherzustellen, müssten JJ und Sie sachlogisch nun eigentlich die SPD auffordern, angesichts Chancenlosigkeit Ihren Kandidaten zurückzuziehen.
Zusammengefasst: Stimmt die Grundannahme nicht, bricht Ihre die Argumentationskette zusammen. Und da sie in meinen Augen nicht stimmt, habe ich mir erlaubt, provokant nach einer Motivation für JJs Blogbeitrag zu fragen.
Die Mehrheitsfindung im Kreistag übrigens dürfte ohnehin schwierig werden. Zu erwarten ist allerdings, dass sie die #NoAfD-Fraktion in kürzester Zeit selbst zerlegt, wenn sie denn überhaupt alle Mandate besetzen kann. Für den Stadtrat ist Ähnliches zu erwarten. Ihrer These, dass CDU und #NoAfD dort stärker kooperieren, fehlt trotz einiger sehr rechtsoffener Gestalten in der Partei dann doch die Grundlage.
Frohe Ostern aus der blühenden Taiga
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Lieber Herr Poggensee,
Bundestags-, Landtags-, aber auch Kreistags- und Ratswahlen folgen anderen Regeln als die Wahl von Hauptverwaltungsbeamten in Stadt und Kreis.
Ich habe gar nichts darüber geschrieben, welche Ansichten von dem möglichen Ausgang des anstehenden Wettbewerbs um den leitenden Kreishausposten mir plausibel erscheinen, sondern nur versucht, Herrn Jenckels Gedankenfolge für Sie zu rekonstruieren. Meines Erachtens geht es JJ um die Gefahr eines psychologischen Dammbruches mehr als um irgendwie kalkulierbare Ergebniswahrscheinlichkeiten.
Vielen Dank für Ihre Ostergrüße. Ich grüße und wünsche Frohes, Fröhliches und Freudiges zurück
Ihr Otto Berg
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In der Stadt sehe ich nur einen Kandidaten, der OB Kalisch‘s Wiederwahl zu einer engen Angelegenheit machen könnte: Michèl Pauly, ein Vollblutpolitiker mit hoher Glaubwürdigkeit, viel Erfahrung und und dem nötigen Pragmatismus für das sehr anspruchsvolle Amt mit regelmäßig 100 Wochenstunden harter Arbeit. Leider hat Pauly sich erneut für eine Orchideen-Partei mit unklarem Charakter entschieden, die außerdem an einer überspannt akademisch daherkommenden Programmatik leidet. — Trotzdem, als OB-Kandidat wird er unter den Herausforderern an der Spitze rangieren, ohne dass seine Truppe groß an elektrischer Spannung zulegen wird. „Wechselnde Mehrheiten im Rat“, das war bekanntlich schon immer Paulys Ideal vom sinnvollen und erfolgreichen Zusammenwirken der beiden kommunalen Exekutivorgane.
Der diesmal recht große Tross der übrigen Kandidaten hat eine Gemeinsamkeit: Er ist überflüssig. Man kann ihn in drei Gruppen einteilen: 1. Die völlig ideenlosen Auslaufmodelle: Hierher gehört einzig Frank Soldan (FDP) als Repräsentant einer arthrotisch versteiften Vorstellung von demokratischem Liberalismus. Dann sind da 2. die bemühten, aber meines Erachtens chancenlosen Unbekannten mit zur Zeit wenig vertrauenerweckendem parteilichem Hintergrund wie Oliver Wozniok (SPD) und Thorben Peters (Die Linke). Und 3. gibt es die beiden ambitionierten Pfeifen Heiko Meyer (Private Dancer) und Patrick Pietruck (CDU), deren rasch hochdrehende Lautstärke sich in irritierender Parallele zur schnell abflachenden Seichtheit ihrer weihrauchumwehten Selbstauskünfte und markig schnarrenden Reklameparolen bewegt.
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Ein interessanter Debattenbeitrag, lieber Herr Jenckel.
Er lässt jedoch eine entscheidende Frage offen: wie viel „Regie“ verträgt die Demokratie eigentlich, bevor sie ihr Wesen verliert?
Wenn wir im Landkreis Lüneburg – von der Stadt bis in den Ostkreis – über das „blaue Band“ des Frühlings sprechen, meinen wir meist die Freiheit und den Aufbruch. Doch momentan scheint mir dieses Band eher als taktisches Seil missbraucht zu werden.
Es befremdet mich, wenn unter dem Banner „Demokratie fördern“ bereits im Vorfeld Strategien entworfen werden, die nach Hinterzimmer und Klüngel schmecken. Demonstrationen werden immer öfter wie Schachzüge inszeniert, um Wahlergebnisse vorab zu kanalisieren.
Damit unterschätzt man die Bürgerinnen und Bürger.
Wahre Demokratie braucht kein Drehbuch und keine vorschnellen Prognosen, die – gerade für den Ostkreis – oft mehr auf Mutmaßung als auf Belegen fußen. Die Einschätzung, der Ostkreis sei besonders AfD-affin, wirft zudem Fragen auf.
Worin gründet diese Annahme eigentlich konkret? Ohne belastbare Daten bleibt das eine steile These, solche Zuschreibungen können selbst zur Polarisierung beitragen.
Wenn man über Ursachen spricht, sollte man zudem nicht bei allgemeinen Stimmungen stehen bleiben. Im Ostkreis spielen sehr konkrete Fragen der Daseinsvorsorge eine Rolle. Die Diskussion um eine verlässliche Elbquerung ist dafür ein Beispiel. Es erscheint zumindest plausibel, dass politische Entscheidungen und auch die Art der Kommunikation hierzu Einfluss auf die Wahrnehmung vor Ort haben.
Ähnlich verhält es sich mit Formulierungen wie dem „Grundblei der eigenen Partei“. Das klingt griffig, bleibt aber inhaltlich unklar. Bei Landratswahlen und Oberbürgermeisterwahlen zeigt doch die Erfahrung, dass Persönlichkeiten oft stärker wirken als Parteizugehörigkeiten.
Ich möchte die AfD ebenso verhindern wie Sie, lieber Herr Jenckel. Aber das gelingt nicht durch taktische Manöver, die das Vertrauen in offene Prozesse untergraben. Das „Blaue Wunder“, das wir uns wünschen sollten, ist nicht der Erfolg einer bestimmten Partei, sondern die Souveränität der Wähler in der Kabine – frei von bevormundenden Spielregeln, die schon vor dem Wahlgang feststehen sollen.
Lassen wir das blaue Band lieber wieder flattern, statt es zum Absperrband für unliebsame, aber notwendige offene Diskurse zu machen. Denn am Ende ist es wie mit einer heimlichen Liebe. Man kann sie nicht erzwingen oder strategisch herbeiführen – sie braucht Vertrauen und Freiheit, um sich zu offenbaren.
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Hier die letzte Wahl

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Drei Anmerkungen:
1.) Frau Dreyer, die wieder frisch und klar wie ein Bergquell argumentiert, übersieht, dass nur eine Seite sich an die Regeln der Logik und des Anstands hält, die andere nichts darauf gibt, sondern lügt und – sofern dafür angeprangert – sich sofort als greinendes Opfer inszeniert. Frau Dreyer macht außerdem nicht plausibel, was das konfliktreiche, doch in weitgehend rechssicheren Bahnen seinen Gang gehende Elbbrücken-Projekt mit dem Erstarken der AfD gerade in Amt Neuhaus zu tun haben sollte. (Sind denn die hohen Zahlen in der Hansestadt, etwa am Kreideberg, in der Goseburg und in Kaltenmoor, auch mit mangelhafter Daseinsvorsorge zu erklären?)
2.) Herr Jenckel könnte noch das Zweitstimmenergebnis der Bundestagswahl vom 23. Februar 2025 in der Stadt Bleckede als Grafik hersetzen. Die Wahlbeteiligung lag bei 82,61 %. Gut 23,84 % (= 1.498 von 6.312 Wählenden, die zweitmeisten) haben dort für eine rechtsextremistische Partei votiert. (Dennis Neumann und Stefan Müller können aber ohne Brücke zu politkulturellen Fortbildungstanztees nach Lüneburg oder Amelinghausen gelangen.)
3) Herr Bruns schreibt erneut haltlos blasierten Unsinn am Thema vorbei. Es geht hier um eine Kommunalwahl. Nicht von den Ossis ist die Rede (die sich Mitte Juni 1953 für ihr Recht auf demokratische Partizipation gegen eine totalitäre Diktatur erhoben und demonstriert haben und entweder dabei erschossen oder danach in Straflager gesteckt worden sind) sondern von der Ost-Region des Landkreises Lüneburg, wo es niemanden zum Nachdenken zu bringen scheint, wenn, während wenige Kilometer entfernt in der Ukraine echte Menschen sterben, Junggesellenabschiede in Tschechien bei Touren auf ausrangierten Kampfpanzern, hinter funktionstüchtig ratternden Maschinengewehren und in lustig rotflammenden Bordellen gefeiert werden.
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Nachtrag zum Thema richtig Gesti- und Artikulieren: Gestern vor 63 Jahren, am 2. April 1963 gingen im ZDF erstmals die Mainzelmännchen auf Sendung.
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liebe Frau Dreyer, viele der ,,Ossis,, wollten nie eine Demokratie, sondern eine harte Währung und frei reisen können. Den Kapitalismus gab es als Zugabe. Dumm gelaufen. Da gibt es nun mal Gewinner und Verlierer. Das Gejammer war doch zu erwarten. Im übrigen sind die dortigen Rentner-Ehepaare besser gestellt , als bei uns im Westen. Die Frauen im Osten mussten mithelfen den Arbeiter und Bauernstaat am Leben zu erhalten. Wo waren eigentlich die Demonstrationen bei dem Schießbefehl, der auf ihre eigenen Bürger gerichtet war? Wo sind dort die Demonstrationen für eine Demokratie? Es wird kräftig AfD gewählt. Leider gibt es bei uns auch immer mehr dumme Menschen, die hinter den Nebelwerfern hinterher rennen. Ob das an unseren Eliten liegt? So elitär scheinen sie gar nicht zu sein, außer beim Geld verdienen. Wird die Jugend in unseren Schulen wirklich aufgeklärt, oder nur für den Arbeitsmarkt vor sortiert? Andere Länder lachen schon über unser Bildungssystem.
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Klaus Bruns,
„Getretner Quark / Wird breit, nicht stark.“
Wer sind denn „die“ Ossis? Woher wissen Sie, was „die“ nie wollten, und woher, was „die“ wollten? Und wo waren denn eigentlich die von Ihnen organisierten oder ausgeführten Demonstrationen zugunsten „der“ Ossis, als Sie erfuhren, dass Ihre Mitbürger damals von Schießgewehren, Stacheldraht und Strafandrohungen am Genuss von Selbstbestimmung und Reisefreiheit gehindert wurden? Haben Sie „die“ Ossis nicht geschert, als die noch eingesperrt waren? Ging und geht es Ihnen vielleicht immer nur um Sie selbst?
Wenn ich nicht wüsste, dass Sie Ihr Leben lang nie mehr im Kopf hatten, als den Wahn, eines Tages mal ein international erfolgreicher Tischtennisstar zu sein, würde ich nach Lektüre Ihres Quatsch-Textes von oben vermuten, nicht Stephan Bote, sondern Sie strebten das Amt des Vorarbeiters bei BackWerk, Müllermilch oder Tillmann Bau an.
Diesmal mischen Sie unter Ihre vielen wirr generalisierenden Vorurteile wenigstens das Bekenntnis:
Wie bei allem Übrigen ist auch hier nicht ganz klar, worüber genau Sie da schwafeln. Aber mit dem „bei uns“ schließen Sie sich ja ein. Also darf ich annehmen, als „dumme Menschen“ schweben Ihnen einige Bekannte aus Ihrer Nachbarschaft, die Kameraden aus Ihrem Pingpong-Verein oder gar Angehörige Ihres Haushalts vor?
Können Sie nicht jeden, von dem Sie wissen, er habe schon probiert, als Lottospieler reich zu werden, fragen, ober er sich hin und wieder überlege, es einmal mit der AfD zu versuchen?
Ja, Klaus Bruns, Sie ziehen es vor, sich zu erkundigen, ob „die“ Jugend „in unseren Schulen“ wirklich aufgeklärt wird? Waren Sie nicht auch irgendwann jung? Wurden denn Sie „wirklich aufgeklärt“? Oder wurde Ihre zerebrale Software noch von Alt-Nazis programmiert?
Soviel kann ich dazu sagen, Generationen deutscher Schüler mussten Goethes Ballade Der Schatzgräber auswendig lernen. Die herausgehobene Stellung im Kanon verdankte das Gedicht der schlichten Eingängigkeit seiner Lehre und seinem geringen Umfang. Es ist nur fünf achtzeilige Strophen lang, kurz für ein erzählendes Gedicht:
Nicht wahr, Herr Bruns?
Das leuchtet unmittelbar ein, allerdings wird es vom Gedicht sogleich bezweifelt. Höher stellt es einen Lebensrhythmus von Arbeit und Erholung, der zum immer abrufbaren Motto im bürgerlichen Zitatenschatz wurde:
Diese moralische Feier eines gelingenden Alltags und heilsamer Normalität sollte aber nicht von der Kunstfertigkeit des Gedichts ablenken, seiner wahren Meisterschaft. Sie besteht eben in der Kürze der Erzählung. Die Vorgänge sind kaum angedeutet, dabei sind sie schwerwiegend. Ein Teufelspakt scheint auf:
Dann folgen Elemente von Hexerei mit Kraut, Knochenwerk und Beschwörung. Die Uhr schlägt Mitternacht! Doch ebenso rasch naht Rettung aus der Verstrickung, die nicht zufällig an die Magie im Faust erinnert. Ein schöner Knabe – erinnert er nicht an ein klassizistisches Relief? – lässt aus einer Schale Wahrheit trinken, er spendet „Mut des reinen Lebens“ anstelle „ängstlicher Beschwörung“. Der Zauberspuk ist vertrieben, die helle Welt von Arbeit und Genuss, von Anspannung und Abspannung, von Ein- und Ausatmen ist wiedergewonnen. Schiller lobte, das Gedicht sei …
Die Freude an diesem Kleinod kommt bis heute aus seiner federnden Straffheit, der wundervollen Ökonomie seiner Sprache. Vielleicht trug zu dieser lebendig pulsierenden Deutlichkeit der Umstand bei, dass Goethe im Frühjahr 1797, als das Gedicht entstand, selbst einen Versuch in „Schatzgräberei“ unternommen hatte. Er hatte das Los Nummer 7666 der Hamburger Stadtlotterie gekauft, in der Hoffnung, damit ein Landgut in Schlesien zu gewinnen, den Hauptpreis. Etwas von der Fiebrigkeit der Erwartung, die jeder Lottospieler kennt, pocht auch im Schatzgräber-Gedicht.
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Die Politik der Hobbyisten wird viel zu wichtig genommen. Selten sind es keine Lobbyisten. Die AfD ist dabei überflüssig wie ein Kropf. Mir hat eine ehemaliger SPD Parteivorsitzende wörtlich gesagt: Die Köpfe der AfD sind intelligent, deren Wähler sind das Gegenteil. Die merken nicht einmal, das die AfD gegen sie Politik macht.
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Sie haben recht.
Ihr Vorschlag gehört in diesen Tagen – leider – nicht in den Regalordner für parteipolitische Winkelzüge. Er gewinnt – was bestürzend ist – für die verbleibenden 33 Wochen bis zur Wahl schon fast die Qualität einer lebensrettenden Maßnahme.
Eine schwülstige, scheinaufklärerische Mischung aus medialem Aufwieglertum, verantwortungslosem Untergangsgeschwalle und giftspritzend sich anbiedernder Wählerverachtung, durchzogen von Übelkeit erregenden Plattitüden, abstoßend bescheidwisserischem Spießertum und karrieregeiler ebenso wie beunruhigender Gewaltbereitschaft wabert über der Stadt und dem Kreis.
Es ist, als wollte ein aggresiver, geschichtsvergessener Teil von Lüneburg wieder zur ignoranten und destruktiven Avantgarde gehören, als wollten diese wortverdrehend falschen Volksfreunde – wie in den frühen 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts – bei der Erneuerung des nationalprimitivistischen Brüllens und Kaputtschlagens wieder ganz vorne mit dabei sein.
In den unablässig repetierten Phrasen vom „Miteinander“ und vom „Anpacken“, vom „Bürokratieabbau“, vom „Sicherheitsempfinden“ und vom „Ohr für die Sorgen und Nöte der hart arbeitenden, einfachen Menschen“ dominiert inzwischen für jeden vernehmbar die Aufwertung (bis zur Alleinstellung) von Nebenbedeutungen wie der Ausgrenzung, der Rücksichtslosigkeit, des Rechtsabbaus, des Hörensagens und dem lippendienerischen Gesäusel von Trickbetrügern.
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