Event-Halle auf Treibsand geplant

„Architekten sollen sich Gedanken um Bau einer Stadthalle machen“ – LZ vom 18. März 1986

„Veranstaltungszentrum am Kurpark geplant“ – LZ vom 7. Dezember 1990

„Letzte Chance für Stadthalle nicht verpassen“ – LZ vom 25. März 1992

„Die endlose Debatte über ein Kongress-Zentrum“ – LZ vom 3. Februar 2006

„Arena nimmt die nächste Hürde“ –  LZ vom 31. August 2017

Arena: „Es wird spät und später“ – LZ vom 2. Dezember 2017

Soviel zur Einstimmung

Diese LZ-Schlagzeilen zeigen: Wenn Lüneburg mit einer Sache zaudert, dann mit dem Bau einer Veranstaltungshalle. Meistens, weil Geld fehlte.  

Wo nicht überall schon eine Veranstaltungshalle für Tausende Zuschauer entstehen sollte: Im Kurpark, in der Nordlandhalle, im Audimax und jetzt eine Eventhalle für geschätzt elf bis zwölf Millionen Euro im Gewerbegebiet Vresdorfer Heide. Bauherr: Landkreis Lüneburg.

Doch auch dieses Mal scheint die Halle auf Treibsand geplant zu sein. In der Gemeinde Adendorf, hart an der Grenze zur geplanten Halle gelegen, regt sich Widerstand wegen des Verkehrs. An allerlei Winkelzügen in der Politik registrierten wir unterschwellig Absetzbewegungen von Beschlüssen pro Halle. Und der Profi-Veranstalter, der die Halle managen soll, staunt, was noch alles in „seiner“ Halle passieren soll: Sport?

Ja, Sport, Bundesliga-Volleyball, und das am Wochenende. Breiten-, Schul- und Hochschulsport in der Woche. So steht es in der Vereinbarung, nach der die Stadt in den nächsten 20 Jahren rund sechs Millionen Euro zuschießt.

Dieses Sport-Angebot zeitlich mit professionellem Veranstaltungsmanagement zu vereinbaren, kommt der Quadratur des Kreises gleich. Womit wir beim Kreis sind. Dort steht Chef-Planer Jürgen Krumböhmer vor dieser finanziell, diplomatisch und praktisch fast unlösbaren Aufgabe. Unlösbar scheint sie, seit Events die erste Geige in der Hallenplanung spielen.

Und Krumböhmer weiß aus leidvoller Erfahrung von der Elbbrücke, auch da hatte er den Hut auf: Mit jedem Monat, den sich die Grundsteinlegung verzögert, steigt der Preis.

Nur: Die Stadt hat ihr Millionen-Gebot abgegeben. Linke und Teile der Jamaika-Gruppe im Rat sind  damit längst nicht mehr glücklich, weil der eigentliche Zweck, eine Sporthalle, die auch für Veranstaltungen genutzt wird, ins Gegenteil verkehrt wurde. Die Stadt also wird bei höheren Kosten keinen Cent mehr zuschießen.

Die Last liegt beim Kreis, vor allem die Last zu scheitern als Verwaltung mit „Macherqualitäten“. Vielleicht sollten man auf dem Michaeliskloster wieder einen Gang runterschalten, damit die Hallen-Pläne nicht im Papierkorb landen und eine LZ-Schlagzeile 2018 dann nach allerhand Berichten über Verzögerungen, höhere Kosten und neue Anläufe lautet: „Hallenplan zerplatzt wie Seifenblase“.

Hans-Herbert Jenckel

Über jj

Journalist, Dipl.-Kaufmann
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54 Antworten zu Event-Halle auf Treibsand geplant

  1. Nom de Plume schreibt:

    Liebe Forengäste, sehr geehrte Damen und Herren, lieber Hans-Herbert,

    Meine Freude mischt sich mit großem Stolz, dass wir es mit vereinten Kräften geschafft haben, ein solches Mammutprojekt auf die Beine zu stellen!
    Es zeigt unsere Aufgeschlossenheit gegenüber neuen Wegen, aber auch, wie sehr wir an die Gestaltungskraft von Sport und Kultur glauben.

    Kultur und Sport bewegt, bereichert, inspiriert uns und ist ein wichtiger Bestandteil unseres Lebens. Deshalb staune ich immer wieder über die Frage, wie viel Kultur wir uns als Kommunen leisten wollen und können. Ich staune vor allem deshalb, weil wir hier in Lüneburg einen ganz anderen Blick auf diese Frage haben: Wir sehen die Ausgaben in Kultur und Sport nicht als Kosten, sondern als Investitionen!
    Schon immer schöpfte unsere Hansestadt Lüneburg ihre Identität und Unverwechselbarkeit auch aus ihrem kulturellen und historischen Erbe und aus ihren kulturellen Möglichkeiten.
    Aus diesem Grund sehe ich unsere Kulturentwicklung immer schon als einen wesentlichen Bestandteil der Lüneburger Stadtentwicklung:
    Wenn wir eine Zukunft als eigenständige, selbstständige Stadt haben und nicht als Vorort von Hamburg gesehen werden wollen, dann brauchen wir diese Vielfalt und die Gesamtheit der kulturellen Adressen. Dann müssen wir investieren, baulich, aber auch, was die laufenden Ausgaben angeht. Und das haben wir vor allem in den vergangenen zehn Jahren getan, nach teilweise zäher Überzeugungsarbeit, trotz Finanzkrise (auch dank kreativer Finanzierungsmodelle). Kultur ist Mehrwert, Städte, die nicht investieren, haben im Wettbewerb um Bildung und Lebensqualität schlechte Karten.
    Nur da, wo es sich gut leben lässt, wollen die Menschen hin, Arbeitskräfte, Studierende, Familien – und dann – diese Erfahrung haben wir gemacht, folgen auch Wirtschaft und Arbeit. Bei Unternehmen, das höre ich immer wieder, punkten wir gerade wegen der Qualität des Standorts! Dazu gehört besonders auch die Leuphana Universität. Immer wieder heißt es, dass Mitarbeiter nicht nur wegen der Nähe zu Hamburg und der guten Infrastruktur nach Lüneburg ziehen, sondern wegen der kulturellen Vielfalt. Kurzum: Die Rendite unserer Investitionen lässt sich nicht nur in Euro und Cent berechnen, aber in den Zuwächsen an Menschen und in einem Mehrwert, der sich an vielen kleinen Beispielen zeigt.

    Ich danke den Ratsmitgliedern für die kritische und partnerschaftliche Unterstützung. Ich freue mich, dass der Landkreis Lüneburg sich im Zuge der Neuordnung unserer Veranstaltungshalle engagiert und bedanke mich bei Landrat Nahrstedt und allen Mitgliedern des Kreistages für die nicht unerhebliche, finanzielle Beteiligung des Landkreises an den Baukosten.

    Vielen Dank
    Ihnen allen eine schöne Adventszeit.

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  2. Jo Bembel schreibt:

    Liebe Doris,
    wie kommen Sie darauf, dass es sich bei Oberbürgermeister Mädge und mir um ein und dieselbe Person handeln könnte? Lesen Sie doch bitte noch einmal meine Beiträge.
    Den zitierten Artikel finden Sie auf Seite 3.
    Auch Sie können LZ-Archivarin sein. Als LZ-Abonnentin können Sie für 3,30€/Monat (jederzeit kündbar) können Sie online auf das komplette LZ-Archiv zugreifen.
    https://archiv.landeszeitung.de/login?loginret=https%3A%2F2Farchiv.landeszeitung.de%3A443%2Fig-search%2F
    Gibt man dort „Stadthalle endgültig beerdigt 2008“ als Suche ein, erhält man dort 3 Treffer. Den oben zitierten Artikel und 2 Leserbriefe von Joachim Preuß.

    !!! Aber Achtung: Standardmäßig ist das Lünepost-Archiv voreingestellt. Sie müssen erst den Reiter LANDESZEITUNG anklicken.!!!

    Liebe Grüße

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    • Doris schreibt:

      Lieber Jo,

      die Vorstellung, der maskierte Oberbürgermeister würde auch digitale Dialogmedien nutzen, um unliebsam werdende Projekte wieder zu kippen, fanden wir (Anna, Paulina, Daniel, Ernst, Fabi, Felix, Flori, Linus, Mirko, Stefan und ich) einfach zu gut, als dass wir sie nicht wenigstens einmal als Arbeitshypothese in die Runde schmeißen. Ob nun unter Ihrem Namen oder dem von Andreas Meihsies, war dabei eigentlich egal. Denken Sie sich den Uli als Phantom, als den Strippenzieher der in einer Totenkopfhöhle im Dschungel unter Pygmäen lebt. Der Aalglatte mit den dunklen Augenschatten hilft der Urwaldpolizei, klärt international auf eigene Faust Ungerechtigkeiten und Verbrechen auf, ist Pfadfinder von Privatleuten, die sich im Dschungel verirrt haben, verdreht (und wäscht) schönen Millionärstöchtern den Kopf und vieles mehr. Der durchtrainierte Held ohne die typischen übernatürlichen Kräfte, dennoch einer der ersten Comic-Superhelden, trägt ein dunkelviolettes Kostüm, eine schwarze Maske vor den Augen, zwei Selbstladepistolen vom Typ Colt M1911 im Gürtelholster und außerdem zwei klobige Siegelringe. Der eine mit Totenkopfsymbol dient zum Markieren von Bösewichten und Verbrechern per K.O.-Schlag. Der zweite Ring, mit einem vierfachen „P“ (wie Phantom) in Kreuzform, dient als Schutzsymbol für Helfer und Verbrechensopfer. Bei seinen Abenteuern, auch in „Zivil“ als Mr. Kit Walker (mit Hut, Sonnenbrille, Halstuch und hochgeschlagenem Mantelkragen), hilft ihm sein Bergwolf Teufel (Devil), der ihm aufs Wort gehorcht. – Wir finden, genauer kann keine Fotografie wiedergeben, was Herr Mädge und Herr Salewski an einander haben.

      Aufs elektronische Archiv der Landeszeitung hätten wir natürlich gleich selbst kommen können, meinen aber, in einem gut besuchten Forum für Lokalpolitik sollten manchmal auch die einfachsten Schritte von berufenen Fachleuten explizit gemacht werden, damit sich hinterher keine(r) im Rat oder im Kreistag damit rausreden kann, sie (er) habe DAVON ja gar nichts geahnt.

      Wir gratulieren Ihnen und Herrn Preuß jedenfalls zu Ihrer gemeinsamen Entdeckung, die, als habe jemand den Lichtschalter umgelegt, das salbungsvolle offiziöse Geblubber von der angeblichen Gemeinwohlorientierung des Arena-Vorhabens in heller Eindeutigkeit als haltlose Bemäntelung einer inzwischen völlig verkorksten Geschäftshilfe entlarvt.

      Erwähnen müsste man allenfalls noch, dass das Spounsche „Stadthallenmanagement“ am Bockelsberg auch ohne die „Stadthallenkonkurrenz“ am Alten Schlachthof nicht in der Lage ist, die Zahl an Veranstaltungen in die Event-Hochschule zu holen, welche die Audimax-Finanzierung ergänzt und die das Vorhalten dieses Tagungs-, Kongress- und Ballsportzentrums für Schüler, Studenten und Kaufherrenvereinigungen darüber hinaus noch einmal empfindlich schmälert. Von den Lüneburger Hotels und anderen heimischen Privatunternehmungen, die ebenso unter diesem zusätzlichen Riesenanbieter in ihrem Veranstaltungsgeschäft leiden würden, wollen wir vorläufig schweigen.

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    • Leuphana Combo i. a. Fabi schreibt:

      Lieber „Jo Bembel“,

      Doris hatte Ihnen schon vorgestern geantwortet, aber Herr Jenckel hängt mit dem Freischalten offenbar hinternach.

      Blue Skies and safe landings!

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  3. Klaus Bruns schreibt:

    jetzt wird es aber richtig komisch herr jenckel. wer soll bei diesen zahlen nun die differenz beisteuern? jeder weiß, bauen wird immer teurer. das geschäftsmodell der arena soll aber gewinne abwerfen. wer soll dabei gewinnen und wer wird verlieren? eine wette, der bürger zahlt die zeche und die nebulösen gewinne werden privatisiert. und wenn sich der nebel verzogen hat, stellt sich heraus, der bürger war mal wieder der dumme und hat auch noch die privaten gewinne bezahlt. ist grober unfug nicht strafbar?politiker scheinen narrenfreiheit zu haben.

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  4. Jo Bembel schreibt:

    Der möglicherweise wichtigste LZ-Artikel zum Thema Stadthalle wurde nicht erwähnt.

    „LZ vom 17.März 2008
    Stadthalle endgültig beerdigt

    st Lüneburg. Mit dem Audimax wollen Stadt und Universität zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Die Lüneburger Hochschule will wachsen, die Stadt brütet schon lange über Plänen für eine Stadthalle. Kritiker wunderten sich: Wie kann ein Audimax für knapp mehr als 1000 Besucher als Stadthalle funktionieren, die mal mit mehr als 3000 Plätzen geplant war? Jetzt macht Oberbürgermeister Ulrich Mädge klar: Eine Stadthalle im klassischen Sinne wird das Audimax nicht. Rockkonzerte, Wildecker Herzbuben oder große Musicalveranstaltungen diese Vorstellung geisterte bei vielen Lüneburgern noch durch den Hinterkopf. Sie waren auch Grundlage der Planungen für die Nordlandhalle, die zur Stadthalle umgebaut werden sollte. Diese Pläne hatte die Stadt verworfen, nachdem sie mit ins Audimax-Boot eingestiegen ist, jetzt begräbt Mädge sämtliche Stadthallenpläne.
    „Eine Stadthalle kostet 25 bis 30 Millionen Euro, nochmal zehn Prozent dieser Summe pro Jahr kommen an Folgekosten hinzu“, rechnet Mädge vor. Anderswo seien Stadthallen Verlustgeschäfte, mit jährlich rund einer Million Euro Zuschuss kalkulierte die Verwaltung in Lüneburg. „Das ist bei der der zeitigen Haushaltslage nicht darstellbar, wir brauchen das Geld für Straßen, Schulen, Kitas, Brücken und Museen“, sagt Mädge und wird noch deutlicher: „Unter die Pläne für eine Stadthalle mit 3000 Plätzen und mehr müssen wir vorerst einen Schlussstrich ziehen.“ Mit der kleineren Lösung Audimax ist der Oberbürgermeister auch zufrieden: „Wer Großkonzerte sehen will, kann heute bequem nach Hamburg fahren. In den meisten Tickets ist der HVV-Tarif schon drin.“
    Als Wirtschaftsfaktor ist das Audimax nicht zu verachten. „Bei Konzerten könnten 1400 bis 1800 Zuschauer stehend, bei Kongressen 400 bis 800 Teilnehmer sitzend teilnehmen“, stellt er sich vor. „So können wir unseren Hotels eine Möglichkeit für größere Kongresse geben. Außerdem können Konzerte und Veranstaltungen auch von Lüneburger Vereinen und Veranstaltern stattfinden, die von Art und Größe her zum Universitätsumfeld passen.“
    Über die Festlegung von Nutzungszeiten, die Auswahl solcher Veranstaltungen und weitere bauliche Details sind Stadt und Uni zurzeit im Gespräch. „Das wird aber erst Ende des Jahres abgeschlossen sein, wenn die AudimaxPläne konkretisiert worden sind“, sagt der Oberbürgermeister.“

    (NB: der Bau einer 6.000 Zuschauer fassenden Multifunktionsarena kostete die Stadt Wetzlar 2005 nur 16 Mio. https://de.wikipedia.org/wiki/Rittal_Arena_Wetzlar)

    Fragen:

    Wer Großkonzerte sehen will, soll also bequem nach Hamburg fahren. Warum wird das nicht auch jenen empfohlen, die Profisport sehen wollen? Das wäre nur konsequent.

    Das Audimax wurde vor ca. 9 Monaten eröffnet. Wieviel kommerzielle Veranstaltungen fanden bisher dort statt? Und noch wesentlich interessanter: Wie häufig wurde es von Stadt und Landkreis bisher genutzt? 20-, 15-, 10-, 5-mal oder noch seltener? Liegt Steuerverschwendung, gar Veruntreuung vor? Die Zuschüsse von Stadt und Landkreis wurden (oder werden noch) für die Nutzungsrechte bezahlt, ohne dass es einen annähernden Bedarf dafür gegeben hat, gibt oder jemals geben wird.

    Jetzt sollen Nutzungsrechte für die Arena dazu kommen. Was für Veranstaltungen sollen das sein, für die weder die bisherigen in Stadt und Land vorhandenen Veranstaltungsmöglichkeiten, noch das Audimax geeignet sind?

    Geld für die Stadthalle war ja u.a. nicht da, weil das Museum Priorität hatte. Die für viel Geld in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie stellte 70.000 Besucher jährlich in Aussicht. Ich will jetzt gar nicht wissen, wie viele regulär zahlende Museumsbesucher es jährlich gibt. Mich interessiert: Wie hoch waren die jährlichen Zuschüsse der Stadt bisher? Ich weiß, sie sind verschleiert, müssten aber trotzdem herauszubekommen sein.

    Was ich nicht verstehe: Es gab ein Bieterverfahren für den Betrieb der Arena und den Beteiligten war bekannt, wie die Arena beschaffen sein wird. Wie kann es dann sein, dass der obsiegende Bieter nachträgliche bauliche Änderungen einfordert und die Kosten zu Lasten der öffentlichen Hand gehen sollen? Logisch wäre doch: Entweder er trägt die Kosten selbst oder er tritt vom Vertrag zurück bzw. verzichtet und der Bieter mit dem zweitbesten Angebot kommt zum Zuge.

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    • Christopher Hennings schreibt:

      Sehr geehrte Ratsherren Blanck, Pauly, Salewski, Soldan und Webersinn,

      zu diesem schönen LZ-Artikel und den von Herrn ‚Bembel‘ im Anschluss daran gestellten Fragen lohnt sich, finde ich, eine Stellungnahme von Ihnen unbedingt.

      Was meinen Sie?

      Haben Sie Antworten, die überzeugen?

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    • Leuphana Combo i. a. Doris Vossler schreibt:

      Zwei Fragen, Herr Jenckel:

      1. Können Sie bestätigen, dass der von „Jo Bembel“ zitierte Artikel am 17.März 2008 in der LZ unter der Überschrift „Stadthalle endgültig beerdigt“ erschienen ist? (Falls ja, auf welcher Seite?)

      2. Ist der Autor dieses Artikels Chefredakteur Steiner? (Falls nein, wer dann?)

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    • Doris schreibt:

      Vielen Dank für Recherche und Verifizierung, Herr Jenckel. Neben OB Mädge gibt es mit „Jo Bembel“ also noch einen Freund und Hüter der LZ-Printausgaben – falls es sich bei den beiden Archivaren nicht am Ende sogar um ein und dieselbe Person handeln sollte, die Ihr Forum unter einem Nom de Plume nutzt, um „Kommunikationspolitik“ zu machen. Bei einigen Autoren ist mir der Gedanke, es werde hier verkleidet aus der Verwaltung mitgezankt, schon häufiger gekommen.

      Aber, was sagen SIE eigentlich zu diesem frappierenden Fund, Herr Jenckel? Ist damit nicht auf einen Schlag alles entkräftet, was während der letzten anderthalb Jahre von den Herren Mädge und Nahrstedt zugunsten der „Stadthalle Lüneburger Land“ mühsamst und permanent „modifiziert“ als Leit-Narrativ öffentlich zusammenfantasiert worden ist? Wenn Herr Mädge sich gestern hingestellt und jene kleine Projekt-Beerdigungsrede von oben in Ihr Mikrofon gesprochen hätte, hätten Sie irgendetwas (außer deren Plötzlichkeit) daran auszusetzen, das Sie, unsere Volksvertreter und „den Bürger“ NICHT sollte überzeugen können?

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      • jj schreibt:

        Wenn Herr Mädge vor zehn Jahren gesagt hat: „Unter die Pläne für eine Stadthalle mit 3000 Plätzen und mehr müssen wir vorerst einen Schlussstrich ziehen“, und seit geraumer Zeit eine modifizierte Planung (Sport/SVG-Bundesliga) wieder aufgegriffen wird für eine städtische Investitionssumme von insgesamt rund 6 Mio., Mädge sprach damals von 25 bis 30 Mio Invest für eine Stadthalle plus eine Mio jährlicher Defizit-Zuschuss, dann bin ich gar nicht ihrer Meinung. Wenn allerdings für die Summe eine Event-Arena gebaut wird, dann wiederum wird es wieder kritischer.

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    • Doris schreibt:

      ↪️ „Mädge sprach damals von 25 bis 30 Mio Invest für eine Stadthalle plus einer Mio jährlichem Defizit-Zuschuss“.

      Tat er das nicht vielleicht vor allem deshalb, weil es ein habitueller Reflex von ihm ist, mit grellen preislichen Übertreibungen aufzuwarten, wenn ihm etwas nicht in den Kram passt? 2008 war er gerade dabei, die Elbbrücke zu pushen und den Lüneburgern das exorbitant teure Audimax als Stadthalle zu verkaufen. Liegt er nicht trotzdem mit seinen Zahlen von damals näher an der wahrscheinlichen Gesamtsumme von heute bzw. morgen als seine Freunde Nahrstedt und Krumböhmer (deren Löwenanteil nun, wie Sie Frau Bergmann einschärften, „der Kreis“ aufzubringen hat, zu welchem bekanntlich aber auch Lüneburg gehört, das „von sich aus“ vorab schon mal 6 Mio. Euro über die Umlagenanteile hinaus beisteuert)?

      ↪️ „Wenn allerdings für die Summe eine Event-Arena gebaut wird, dann wiederum wird es wieder kritischer.“

      Sie meinen, es würde ein Debakel, dessen Kosten weit über die 2008 prognostizierten 30 Millionen Euro plus einer Million jährlichem Defizit-Zuschuss hinausraketierten, wenn die „Arena Lüneburger Schland o Schland, wir sind von dir begeistert“ Herrn Krumböhmer unter der Hand, eigentlich unter dem Diktat der von den Verwaltungsspitzen überhastet geschaffenen Fakten (= organisationale Pfadabhängigkeit) zu einer reinen oder nahezu exklusiven Rock- und Schlager-Konzerthalle geriete, weil das den Bau eines Ballsport-Domes, eines vamosartigen Disco-Schuppens, eines geigneten Kongresszentrums und einer repräsentativen Stadthalle ZUSÄTZLICH nach sich zöge?

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  5. simplicissimus schreibt:

    Die externen Effekte durch die sportbezogene Arena-und Infrastrukturinvestitionen, bspw. positive Imageeffekte, sind zureichend quantifiziert? Zusätzliche Touristen, Übernachtungen, Eintrittsgelder, …
    Es wurde nicht versäumt den aktiven und passiven Sportkonsum der privaten Haushalte in Stadt u. Kreis zu ermitteln?
    Der Sportkonsum in Lüneburg und Kreis hat ein Volumen von Mio. Euro?

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    • Stefan schreibt:

      Es gibt keine Erhebungen, keine Zahlen, keine Daten. Von keiner Seite. Nichts! Weder OB Mädge, noch Landrat Nahrstedt, nicht Claudio Patrik Schrock-Opitz von der LMG und ebensowenig natürlich LHG-Geschäftsführer Ulrich von dem Bruch, kein Rats- und kein Kreistagsmitglied, ja, nicht einmal das SVG-Management um Andreas Bahlburg und GmbH-Sponsor Klaus Hoppe vom Vamos hat auch nur entfernt eine Ahnung davon, was die Arena bewirken wird. Alles Gerede und Geraune über positive Image- oder Struktureffekte beruht auf Bauchgefühlen, Annahmen und Wunschdenken. Einen realen Anhalt für die mit wildem Augenrollen gemachten Versprechungen gibt es nicht. Sogar Opa Schowski weiß diesmal beim besten Willen nicht zu sagen, aus welcher dunklen Quelle sich der phrasenreiche Lüneburger Hallenenthusiasmus speist.

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  6. Geschenktipp für Stadtmarketingmärchenliebhaber

    Kolm Heller von dem Heidebruch, Tambourmajor in den Ressorts freikreisendes Marketingfeuerwerk, Übernachtungszahlenmystik und europäischer Fördermittelbudenzauber, empfiehlt die DVD-Box

    „Braunschlag“
    (http://www.dvd-forum.at/img/uploaded/56888_e5a55e9b8d8704ff5c7b2613999c8c33_1.jpg)

    Worum geht’s? Das Kaff Braunschlag, das auch Lüneburg heißen könnte, siecht im brütendheißen Sommer Niederösterreichs, der auch am Nordostrand der Lüneburger Heide herrschen könnte, vor sich hin. Eigenwillig frisierte Spießer und Frömmler betrinken und betrügen sich vor Schrankwänden und auf geblümelten Sofas, dass die Erica (Calluna vulgaris), wackelt. Um aus der selbstverschuldeten Schuldenfalle zu kommen, erfinden der Bürgermeister und der Dorfdisco-Betreiber, der auch Präsidiumsbetreiber eines kleinen Fachhochschulkonsortiums sein könnte, (beide auf dem DVD-Cover zu bestaunen) ein vamoses Marienwunder, welches man sich durchaus auch als trimodales Multifunktionsarenaneubaumirakel nach den Entwürfen des international bekannten Sportarchitekten Jürgen S. Buddelmeyer vorstellen kann, das Touristen und Geld anlocken soll. Es wird ein bisschen anders kommen – und sehr, sehr teuer werden, wie wir Lüneburger natürlich längst ahnen.

    Der Josef-Hader-Kollege David Schalko hat mit großartigen Schauspielern wie Nicholas Ofczarek und Nina Proll eine irre Geschichte über die Provinz geschaffen. Irre komisch vor allem, voller Liebe zum Detail und einem untrüglichen Sinn für die Absurditäten des lokalpolitischen Lebens (auch des sogenannten Event- und Spitzenlebens im Volleymodus). Man könnte es Filmkunst nennen. Liebesabenteuer im Chanson-Stil, Ausbrüche in illusionistische Kuscheltier-Nachtklubs und unglaubliche Nahrstedt-Geheimnisse um regionale Aufwertungsmagie, planerische Hexenwerke und Tiefgaragengroße Finanzierungslöcher inbegriffen.

    Wer freut sich darüber? Jeder Lüneburger, dem auch an Weihnachten kein Audimax- oder Arena-Bau-Wahnsinn heilig ist, der sich nicht vom Dialekt abschrecken lässt (kein Problem für Plattschnacker) und der eine verschlungene Geschichte zu schätzen weiß, die – soviel sei verraten – nach acht Folgen in einer perfekten Katastrophe aufgeht.

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  7. Klaus Bruns schreibt:

    indianer sind kluge leute. wenn du ein totes pferd reitest ,steig ab.
    Man erklärt: „Kein Pferd kann so tot sein, dass man es nicht noch reiten könnte!“ Man macht zusätzliche Mittel locker, um die Leistung des Pferdes zu erhöhen. Man richtet eine unabhängige Kostenstelle für tote Pferde ein. Man erklärt, dass ein Pferd „besser, schneller und billiger“ tot ist.

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    • Andreas Janowitz schreibt:

      Es kommt immernoch drauf an, über welche Ackerbreite der hingeraffte Klepper zu strecken ist?
      Für den „Schulsport“ ist diese Halle ganz sicher irrelevant. Der LZ Artikel „Ideen für mehr Mobilität“ stellt das Chaos der Busverbindungen vor. Keine grössere Schule kann ihre Schüler nach Adendorf bringen, auch die relativ nahen Schulen in Scharnebeck und Kaltenmoor fallen weg. Nur für die Grundschule Adendorf ist eine halbwegs realistische Verzahnung mit dem Stundenplan möglich.
      Sinnvoller wäre es m.E. sich auf Oedeme und Kaltenmoor zu konzentrieren…

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      • Klaus Bruns schreibt:

        Herr Janowitz
        stimmt leider. es ist ein trauerspiel . politikwissenschaftler behaupten mehrheitlich: es gab in deutschland nach dem krieg noch nie handwerklich so schlechte politiker, wie heute. dem stimme ich zu. hier soll etwas zusammen wachsen, was nicht zusammen gehört. es kann nur eine pleite dabei rauskommen. scheint egal zu sein. man braucht es selbst ja nicht bezahlen. Gibt es da nicht eine behörde, die geschäftlichen unsinn kontrolliert, den politiker betreiben könnten? schmunzeln. wer ruft sie mal an?

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  8. Andreas Janowitz schreibt:

    Bitte… die Quadratur des Kreises? Da war wohl eher das Sandmächen mit einer gute Nachtgeschichte unterwegs?
    Es ist doch völliger Humbug anzunehmen irgendeine Schule würde diese Halle nutzen? Wie soll das denn funktionieren? In höchstens 20min (Pausenzeit?) von Oedeme nach Adendorf? Im Mittagsverkehr? Schonmal den Busfahrplan angesehen? Oder sollen die alle Nachmittags Sportunterricht nehmen? Sollen Grundschüler aus dem ganzen Kreis angekarrt werden?
    Das sind so offensichtlich abstruse Annahmen, wie kann man denn annehmen die Beteiligten wären bei Trost?
    Diese Halle würde nur am Wochenende für Musikveranstaltungen genützt? Und dafür ist die Auslastung eher bescheiden, oder gibt es etwa jedes Wochenende ein Konzert mit 5000 Besuchern in Lüneburg??? Das Geld ist und bleibt in den Sand gesetzt.
    Wo ich wieder auf die ins Vertragswerk eingeflochtene Verlustversicherung für die Betreibergesellschaft zurrückkommen muss, oder gibt es die etwa nicht?

    Da sollte man besser dem 3. bis 5. grössten Gewerbesteuerzahlern die 20 Mio. als Investitionszuschuss für Anschaffungen oder Mitarbeiterfortbildungen anbieten….

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  9. Hans Mentz schreibt:

    Lieber Herr Jenckel,

    sie meinen, das „Sport-Angebot zeitlich mit professionellem Veranstaltungsmanagement zu vereinbaren“, komme „der Quadratur des Kreises gleich“.

    Ihre Diagnose: „Unlösbar scheint“ die Aufgabe, „seit Events die erste Geige in der Hallenplanung spielen.“

    Ihre Empfehlung: „Vielleicht sollte man auf dem Michaeliskloster wieder einen Gang runterschalten, damit die Hallen-Pläne nicht im Papierkorb landen“.

    Meine Fragen:

    (a) Liege ich falsch, wenn ich in diesem gedanklichen Dreischritt „unterschwellig“ Ihre winkelzügige Aufforderung registriere, zur oberbürgermeisterlichen und folglich auch landrätlichen Ursprungsidee zurückzukehren und Herrn Klaus Hoppe einen Vamosersatz sowie Herrn Andreas Bahlburg eine Rückschlagspiel- und Schmetterbude zu finanzieren?

    (b) Glauben Sie, dass mit solchem Schmalspurkonzept der bauliche Grundwiderspruch zwischen „Event“- und „Spitzensport“-Arena innenarchitektonisch zu lösen wäre?

    (c) Würde damit dem Anspruch Genüge getan, als Oberzentrum im Entertainement-Wettbewerb der Heidemetropolen zwischen Uelzen und Winsen langfristig zu obsiegen und damit die Anziehungskraft Lüneburgs für Wohnungssuchende und Weihnachtsmarktliebhaber aus Hamburg, Hannover, Braunschweig, Oldenburg, Osnabrück, Wolfsburg, und Göttingen zu erhöhen?

    (d) Sind Sie überzeugt, dass in dem Fall tatsächlich „Zeit“ für den Schul-, Breiten- und Hochschulsport wäre?

    (e) Könnten Sie dann „den Menschen draußen im Lande“ erklären, warum Stadt und Kreis den beiden einheimischen Unternehmern de facto (wenn auch nicht de jure) dieses zwanzig Millionen-Geschenk einer modernen Räumlichkeit machen dürfen?

    (f) Würden nicht dieselben, bisher „planerisch“ außer Acht gelassenen oder autosuggestiv schlicht übertünchten Nöte und Zwänge (Liquiditätsmanagement, Veranstaltungsfrequenz, elektronische Installationen, Umrüstaufwand, Parkraummangel, etc.) im Konflikt mit dem Spielzeitendiktat der Volleyballprofis bei Klaus Hoppe und seinem I-Went-Betrieb wiederkehren, wie sie Folkert Koopmans und Stephan Thanscheidt von der FKP Scorpio Konzertproduktionen GmbH (zum Glück!) gerade gnadenlos ehrlich offenlegen?

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    • jj schreibt:

      Sie liegen falsch:
      a) Die Zuschüsse für den Bau waren generell anders adressiert. Fragen Sie im Rat nach. Bauherr ist der Kreis. Und bei einer absehbaren Kostensteigerung muss nur einer zahlen, der Landkreis. Die Stadt wird über ihren Zuschuss nicht hinausgehen. Die letzten Vorstellungen, die ich von Herrn Hoppe gehört habe, sind meiner Ansicht nach auch nicht bezahlbar.
      b) Das Drehbuch könnte dem des Brücken-Fiaskos ähneln.
      c) In Lüneburg sind aufgrund des Zuzugs die Quadratmeterpreise für Immobilien in fünf Jahren um 1000 Euro gestiegen. Platz 3 bundesweit. LZ von heute, Seite 5. Lüneburg muss nicht obsiegen, Lüneburg muss sehen wie und wo die Stadt überhaupt noch wachsen kann.
      d) Ich glaube, dass man am Wochenende als Betreiber, der Rockstars verpflichtet und groß aufbauen muss, nicht Rücksicht auf ein Volleyball-Spiel nehmen kann.
      Lüneburg ist eine Kulturstadt mit und ohne Halle – wo haben Sie so eine breite Palette an Kulturangeboten in der Region? Jetzt bitte nicht wieder Uelzen…
      e) Wer macht wem ein 20-Millionen-Geschenk? Steile These.
      f) Schon vergessen: Wer bezahlt, sagt auch, was gespielt wird.

      Unterm Strich bleibt’s die Quadratur des Kreises

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    • Lena Bergmann schreibt:

      Sehr geehrter Herr Jenckel,

      wenn, wie Ihr Redakteur, Herr Dennis Thomas, am Sonnabend, den 11. November 2017 in der Landeszeitung geschrieben hat, der Finanzvertrag zwischen dem Kreis und der Stadt Lüneburg, der unterschrieben vorliegt, besagt, die Stadt beteilige sich an maximal 40 Prozent der Kosten für die Arena, dann heißt das doch, dass dieser Beitrag n i c h t , wie Sie schreiben, bei sechs Millionen, ja, bei überhaupt keinem absoluten Betrag gedeckelt ist! Vierzig Prozent von fünfzehn Millionen Euro sind sechs Millionen Euro. Aber vierzig Prozent von 25 Millionen Euro sind zehn Millionen Euro und vierzig Prozent von 36 Millionen Euro sind sogar 14,4 Millionen Euro. Usw.

      Zu formulieren: „Die Stadt wird über ihren Zuschuss nicht hinausgehen“, bedeutet dann ebenfalls n i c h t , dass die zu zahlenden absoluten Beträge nicht ad infinitum anwachsen können.

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      • jj schreibt:

        Hier die Eckdaten, die der Rat beschlossen hat,
        Der Rat der Hansestadt Lüneburg hat in seiner Sitzung am 15.12.2016 u.a. über die Arena Lüneburger Land beraten (siehe VO/6875/16) und die Verwaltung beauftragt, mit dem Landkreis Lüneburg eine Finanzierungs- und Nutzungsvereinbarung abzuschließen.

        Der Landkreis Lüneburg wird die multifunktionale Sport- und Veranstaltungshalle in Eigenregie selbst bauen und hat hierfür das Grundstück „Lüner Rennbahn 5, 21339 Lüneburg“ von der Sallier Bauträger- und Verwaltungsgesellschaft mbH inkl. der von dem Architekturbüro „Bocklage und Buddelmeyer“ erbrachten Planungsleistungen erworben.

        Nach gegenwärtigem Planungsstand schätzt der Landkreis Lüneburg die Bau- und Planungskosten für die Halle ohne Grundstück auf bis zu 10,4 Mio. netto.

        Der Landkreis hat mit Unterstützung des Beraters „Bevenue“ die Anfordungen an eine multifunktionale Sport- und Veranstaltungshalle überarbeitet. Die Planung rückt nun den multifunktionalen Betrieb in den Vordergrund, und zwar bezogen auf (professionelle) Sportveranstaltungen, aber auch auf andere Formate. Entscheidend ist die prioritäre Ausrichtung auf kommerzielle Veranstaltungen, mit welchen Erlöse erzielt werden können. Nur so besteht die Chance auf Dauer erhebliche, zusätzliche kommunale Zuschüsse zu den Betriebskosten zu vermeiden. In diesem Sinne gelten auch die Heimspiele der Spielvereinigung Gellersen Lünbeurg (SVG) als kommerzielle Veranstaltungen; ihnen gebührt die höchste Priorität.

        Dies gilt jedoch nicht für den Trainingsbetrieb der Bundesligamannschaft, der in der Arena stattfinden kann, wenn die Halle nicht anderweitig belegt ist. Dem künftigen Betreiber, welcher im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung des Landkreises noch auszuwählen ist, wird aufgegeben werden, den Trainingsbetrieb stattfinden zu lassen. Angesichts der vorgelegten Betriebskonzepte ist damit zu rechnen, dass in der Regel ein Trainingsbetrieb in jeder Woche stattfinden kann. Einzelheiten bleiben jedoch der Absprache zwischen Betreiber und der SVG vorbehalten.

        Schul-, Hochschul- und Breitensport wird in der Halle möglich sein, bildet aber nicht die erste Priorität. Auch hier gilt, dass kommerzielle Veranstaltungen den Vorrang haben. Die Halle wird auf Ballsportarten wie z.B. Handball, Fussball oder Basektball ausgerichtet sein. Das darüber hinaus für den Schulsport übliche Equipment (Turnen) ist aufgrund begrenzter Lagerkapazitäten nicht vorgesehen.

        Eine andere Zuordnung der Prioritäten würde sich finanziell auswirken und wäre aus wirtschaftlichen Gründen nicht sinnvoll. Bei einem Vorrang nicht-kommerzieller Nutzungen würde dem Landkreis die Möglichkeit des Vorsteuerabzugs entfallen. Zudem würden deutlich geringere Erlöse erzielt werden. Der Bevölkerung könnte nur ein eingeschränktes Angebot an Veranstaltungen wie z.B. Live-Konzerten angeboten werden, wenn die Hallenzeiten durch Schul- und Breitensport belegt wären. Für nicht-kommerzielle Verantaltungen wäre die Halle zu groß bemessen.

        3.500 Zuschauerplätzen, die geplanten Nebenräumen, Parkplätzen und der Deckenhöhe werden nur im kommerziellen Betrieb benötigt. Erhebliche Teile des Gebäudes würden übers Jahr kaum genutzt werden, obwohl sie den überwiegenden Teil der Bau- und Betriebskosten verursachen würden.

        Auf der Grundlage des Ratsbeschlusses vom 15.12.2016 erhält der Landkreis Lüneburg als Bauherr für die Errichtung der Arena einen Baukostenzuschuss in Höhe von 1,4 Mio. € brutto statt bisher 1.338.750 € brutto.

        Über eine Laufzeit von 20 Jahren erhält er darüber hinaus

        laufende Zuschüsse für die Finanzierung der Halle in Höhe von jährlich 150.000 € brutto sowie
        Betriebskostenzuschüsse von jährlich 75.000 € brutto.

        Die zusätzlichen investiven Mittel in Höhe von 567.000 € sind in den Haushalt 2018 ff. einzustellen.

        Im Gegenzug erhält die Hansestadt direkte Nutzungsrechte in Form von Belegungszeiten an der Halle (Belegungszeiten). Gegenwärtig sieht der Entwurf der Finanzierungs- und Nutzungsvereinbarung (siehe Anlage) 10 nicht-kommerzielle Verantaltungen p.a. als Belegungsrecht für die Hansestadt Lüneburg vor. Die Nutzungsrechte an der Halle sind so gestaltet wie die Rechte des Landkreises.

        Darüber hinaus ergänzt die geplante multifunktionale Sport- und Veranstaltungshalle das Angebot in der Region mit der Hansestadt Lüneburg als Oberzentrum nachhaltig. Ziel ist mit der Halle ein breit gefächertes Angebot für die Menschen in der Region zu schaffen als Spielstätte der Bundesligamannschaft der SVG, als kultureller Veranstaltungsort und als Standort für Messen, Ausstellungen, Vortragsveranstaltungenm Tagungen , Feiern, etc.

        Aufgrund der längeren Vorplanungen des Landkreises zu den Anforderungen an eine multifunktionale Arena ist die Finanzierungs- und Nutzungvereinbarung mit dem Landkreis Lüneburg noch final auf der Grundlage des Entwurfes abzustimmen. Die abschließende Fassung der Vereinbarung ist dem Verwaltungsausschuss zur Entscheidung vorzulegen.

        Die Hansestadt Lüneburg wird sich in die Planung und Ausführung der Halle einbringen, um ihren Einfluss zur konkreten Ausgestaltung und damit zur Wirtschaftlichkeit der Maßnahme geltend zu machen. Hierfür wird die Lüneburger Wohnungsbau Verwaltungsgesellschaft mbH mit einem Kostencontolling beauftragt (siehe Anlage).

        Die Zahlung des Baukostenzuschusses der Hansestadt erfolgt nach Baufortschritt. Die tatsächlich angefallenen Baukosten sind nachzuweisen.

        Die Schlussfinanzierung für die Halle ist der Hansestadt vorzulegen und stellt die Basis für die Zahlung der laufenden Finanzierungszuschüsse dar. Sofern vom Landkreis Zuschüsse für den Betrieb der Halle angefordert werden sind der Hansestadt zahlungsbegründende Abrechnungen vorzulegen.

        Beschlussvorschlag:

        Die Ausführungen der Verwaltung werden zustimmend zur Kentnis genommen.

        Der Landkreis Lüneburg erhält als Bauherr der Arena Lüneburger Land

        investiv als verlorenen Zuschuss 1,4 Mio. brutto,
        laufend über einen Zeitraum von 20 Jahren 150.000 € brutto als Finanzierungszuschuss p.a.,
        75.000 € brutto als Betriebskostenzuschuss p.a..

        Die Verwaltung wird beauftragt, eine Finanzierungs- und Nutzungsvereinbarung unter den oben genannten Rahmenbedingungen mit dem Landkreis Lüneburg abzuschließen. Die Entscheidung darüber trifft der Verwaltungsausschuss.

        Die zusätzlichen investiven Mittel in Höhe von 567.000 € sind in den Haushalt 2018 ff. einzustellen.

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      • Karlheinz Fahrenwaldt schreibt:

        Lieber HerrJenckel, die Baukosten werden sich aufgrund der Ansprüche des vermutlichen Betreibers aufgrund der Anhebung des Daches auf ganzer Länge und dem Einbau einer VIP-Küche wesentlich erhöhen. Die florierende Bauwirtschaft wird aufgrund mangelnder Kapazitäten den Baupreis ebenfalls noch in die Höhe treiben. Der Betriebskostenzuschuss ist doch eine Alimentierung des Betreibers! Staatsknete für private Profite! Und die Verkehrsregulierung an dieser Stelle liegt ebenfalls in der Verantwortung der Stadt. Am Ende des Baues werden über 20 Millionen zu Buche schlagen – ohne die Betriebskosten.

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      • Daniel schreibt:

        Lieber Kreistagsabgeordneter Fahrenwaldt,
        Sie kritisieren die Finanzierungs- und Betriebskostenzuschusszusagen scharfzüngig! Aber, wo bleibt das Positive? Wo sehen Sie den Ausweg? Am 19. Juni dieses Jahres, kurz bevor sie der Kreistagsvorlage 2017/183, „Bau einer multifunktionalen Sport- und Veranstaltungshalle ‚Arena Lüneburger Land‘ (im Stand der 2. Aktualisierung vom 16.06.2017)“, vollumfänglich zustimmte (und kurz nachdem der EKR Krumböhmer auf Ihre Nachfrage, Herr Fahrenwaldt, erklärt hatte, dass der Parkplatz für 100 Fahrzeuge ausgelegt sei), rief die KTA Petra Kruse-Runge von den B90/Grünen laut werbend den überaus geistvollen Satz ins Plenum, „man“ müsse, wenn „man“ einen Turm bestiegen habe, zuletzt auch springen. Das war dann aber auch das Letzte, was von Ihrer Kollegin in der Hallensache zu hören oder zu lesen war. Sind Sie, Herr Fahrenwaldt, derselben Meinung wie Frau KTA Kruse-Runge? Soll ein jeder, der sich ein begehbares, vertikal ausgerichtetes und sich über seine Höhe (auch Kostenhöhe) definierendes Bauwerk hat hinaufschleifen lassen, am Ende hinunterspringen? Selbst, wenn es sich um den Pariser Eiffelturm oder um den Franz Krügerschen Wasserturm in der Nähe des berüchtigten, durch sogenannte satirische Themenplakate kürzlich berühmt gewordenen Wohnparks handelt?

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      • Karlheinz Fahrenwaldt schreibt:

        Lieber Daniel, Sie haben da nicht richtig aufgepasst (oder waren garnicht auf der Sitzung!): Ich habe der Vorlage zur Arena weder vollumfänglich noch teilweise zugestimmt. Die Linksfraktion hatte zu diesemThema keine einheitliche Meinung. Wir waren geschlossen gegen den Standort und die Finanzierung im ÖPP Verfahren. Unser Wunschkonzept wäre ein Sportpark mit Stadion für den LSK und Arena im Industriegebiet Lüneburg Süd. Das wäre optimal in der Verkehrsanbindung (Ostumgehung, vorhandener ÖPNV, möglicher Bahnanschluss und genügend Platz für Parkplätze). Mit dem Abschluß des Kaufvertrages für die Lüner Heide hatte sich das Thema aber erledigt und ein Teil der Fraktion war trotz „Bauchschmerzen“ für die Halle. Ich war weiterhin dagegen (falscher Ort, gegen privaten Betreiber, zuviel Kommerz).

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      • Daniel schreibt:

        Lieber Kreistagsabgeordneter Fahrenwaldt,
        ICH habe gut aufgepasst, aber SIE nicht: „Am 19. Juni dieses Jahres, kurz bevor sie der Kreistagsvorlage ‚2017/183 (…)‘ vollumfänglich zustimmte (…), rief die KTA Petra Kruse-Runge von den B90/Grünen laut werbend den überaus geistvollen Satz ins Plenum, ‚man‘ müsse, wenn ‚man‘ einen Turm bestiegen habe, zuletzt auch springen.“ Das Fürwort „sie“ in diesem Satz ist kleingeschrieben, weil es sich um das vorgezogene Pronomen für Ihre Kollegin Runge handelt. Das wird auch durch die Verbendung („zustimmte“) deutlich. Die Dame Runge stimmtE vollumfänglich zu, Herr Fahrenwaldt, SIE dagegen stelltEN Fragen und stimmtEN NICHT zu.
        So und jetzt zu meiner Frage an Sie, Herr Fahrenwaldt: „Sind Sie, Herr Fahrenwaldt, derselben Meinung wie Frau KTA Kruse-Runge? Soll ein jeder, der sich ein begehbares, vertikal ausgerichtetes und sich über seine Höhe (auch Kostenhöhe) definierendes Bauwerk hat hinaufschleifen lassen, am Ende hinunterspringen? Selbst, wenn es sich um den Pariser Eiffelturm oder um den Franz Krügerschen Wasserturm in der Nähe des berüchtigten, durch sogenannte satirische Themenplakate kürzlich berühmt gewordenen Wohnparks handelt?“
        Kommt da noch eine Antwort?

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      • Karlheinz Fahrenwaldt schreibt:

        Ich werde nirgends herunterspringen.

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    • Lena Bergmann schreibt:

      Sehr geehrter Herr Jenckel,

      eine Antwort auf meine Frage ist das nicht. Die von Herrn Thomas ins Spiel gebrachte vierzig-Prozent-Regelung war mir neu. DAZU wollte ich Informationen. Das von Ihnen herkopierte Glaubensbekenntnis der Verwaltung und der Lüneburger Ratsmehrheit aus der Vorweihnachtszeit von vor einem Jahr dokumentiert das Wunschdenken eines längst historisch gewordenen Moments. Ich kenne alle Rats- und Kreistagsvorlagen zum Thema einschließlich sämtlicher Anhänge. Viele Inhalte des von Ihnen gegebenen Textes sind längst obsolet. „Entscheidend ist [inzwischen nur noch] die prioritäre Ausrichtung auf kommerzielle Veranstaltungen, mit welchen Erlöse erzielt werden können.“ Das ist richtig. Aber gerade deshalb STEHEN a) „der Trainingsbetrieb der SVG-Bundesligamannschaft“, b) „der Schul-, Hochschul- und Breitensport“, c) „die direkten Nutzungsrechte der Hansestadt in Form von Belegungszeiten an der Halle“, d) „der Standort für Messen, Ausstellungen, Vortragsveranstaltungen Tagungen, Feiern, etc.“ und im Konfliktfalle mit „kommerziellen Kulturveranstaltungen“ (vulgo: Konzerten) sogar e) „die Heimspiele der Spielvereinigung Gellersen Lüneburg (SVG)“ IN FRAGE. Und ob „die Anfordungen an eine multifunktionale Sport- und Veranstaltungshalle“, die „der Landkreis“ (whoever that is) „mit Unterstützung des Beraters ‚Bevenue‘ überarbeitet hat, jemals zu erfüllen sein werden, bezweifeln SIE ja selbst. Höchstwahrscheinlich ist die pure MÖGLICHKEIT einer solchen „multifunktionalen Sport- und Veranstaltungshalle“ ein Hirngespinst. Ganz sicher aber ist die folgende Behauptung ein sprachliches Äquivalent für das Geräusch, das entsteht, wenn Herr Nahrstedt sich mit der flachen Hand vor den eigenen Hintern haut: „Darüber hinaus ergänzt die geplante multifunktionale Sport- und Veranstaltungshalle das Angebot in der Region mit der Hansestadt Lüneburg als Oberzentrum nachhaltig.“

      Den augenblicklichen Stand aus dem Blickwinkel der Stadt gibt übrigens die Präsentation „Arena Lüneburger Land“ vom 23. Juni 2017, anhand welcher Herr Rainer Müller, Fachbereichsleiter Finanzen, „die Eckdaten der Arena sowie die aktuelle Investitions-, Finanzierungs- und Nutzungsplanung“ in der Sitzung des Rates vom 22. Juni 2017 erläutert und anschließend „die Nachfragen der Ratsmitglieder (z.B. zum Betriebskostenzuschuss) beantwortet“ hat (wie wir seit der vielfach lustvoll erörterten Kommunalaufsichtsbeschwerde des Ratsvorsitzenden von Nordheim wissen, seinerzeit nicht ganz vollständig). Auch in dieser Präsentation werden noch einige, wenn auch schon bedeutend weniger Nutzungsillusionen transportiert, die inzwischen unter den ehernen Geboten „des Kommerziellen“ zu verdampfen begonnen haben. Und der letzte Satz, womit wir wieder bei der unlimitierten Generalzusicherung von Dennis Thomas sind, lautet: „über zusätzliche Betriebskostenzuschüsse wird verhandelt, kein ‚Automatismus'“. Immerhin, es wird wenigstens noch verhandelt! Aber eine DECKELUNG bei einem bestimmten Fehlbetrag GIBT ES auch hier NICHT.

      Glücklich, wer Betreiber der geplanten Lüneburger Event-Arena sein darf!

      Ein PDF der Müllerschen Präsentation findet sich ganz unten auf dieser Seite: http://www.stadt.lueneburg.de/bi/to020.asp?TOLFDNR=34361
      oder auf direktem Wege hier:
      http://www.stadt.lueneburg.de/bi/___tmp/tmp/4508103642596342/42596342/00185344/44-Anlagen/01/PraesentationArenaLueneburgerLand_Rat22062017_.pdf

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      • jj schreibt:

        Herr Thomas sagt, die 40 Prozent seien der relative Anteil der Stadt, der aber durch die absoluten Zahlen im Beschluss gedeckelt wird. Kostet also die Halle z.B. statt 12 oder 13 dann 30 Mio, zahlt die Stadt trotzdem maximal, was im Beschluss steht:

        Beschluss:
        Der Rat der Hansestadt Lüneburg fasst mehrheitlich bei vier Gegenstimmen der Ratsherrn Löb und Amri sowie der Ratsfrauen Amri-Henkel und Neuhaus und 13 Enthaltungen der Fraktionen Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke, der AfD-Fraktion und der FDP-Fraktion folgenden Beschluss:

        Die Ausführungen der Verwaltung werden zustimmend zur Kenntnis genommen.

        Der Landkreis Lüneburg erhält als Bauherr der Arena Lüneburger Land

        investiv als verlorenen Zuschuss 1,4 Mio. brutto,
        laufend über einen Zeitraum von 20 Jahren 150.000 € brutto als Finanzierungszuschuss p.a.,
        75.000 € brutto als Betriebskostenzuschuss p.a..

        Die Verwaltung wird beauftragt, eine Finanzierungs- und Nutzungsvereinbarung unter den oben genannten Rahmenbedingungen mit dem Landkreis Lüneburg abzuschließen. Die Entscheidung darüber trifft der Verwaltungsausschuss.

        Die zusätzlichen investiven Mittel in Höhe von 567.000 € sind in den Haushalt 2018 ff. einzustellen.

        PS: Ihre herkopierte Kopie funktioniert nicht – 404. lg

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      • Lena Bergmann schreibt:

        Hallo Herr Jenckel,

        ich bitte um die Quelle, in der sich die vierzig-Prozent-Formulierung von Herrn Thomas findet.

        Der Satz, „über zusätzliche Betriebskostenzuschüsse wird verhandelt“, ist der letzte Satz auf Herrn Müllers letzter Folie (datiert 23. Juni 2017). Außerdem handelt es sich bei dem Beschluss einstweilen nur um die Beauftragung der Verwaltung, eine Finanzierungs- und Nutzungsvereinbarung „unter den genannten Rahmenbedingungen“ mit dem Landkreis Lüneburg abzuschließen. Innerhalb dieser „genannten Rahmenbedingungen“ und bis zur Entscheidung darüber im Verwaltungsausschuss ist noch viel Luft für Interpretationen.

        Die beiden von mir „herkopierten“ Links funktionieren einwandfrei. Ich habe das in drei voneinander unabhängigen Uni-Netzwerken ausprobiert.

        Sie können aber auch die Links kopieren und in die Adressleiste setzen oder sich über den Sitzungskalender (http://www.stadt.lueneburg.de/bi/si018_a.asp?GRA=1) in die Sitzung des Rates vom 22. Juni 2017 klicken, dann TOP 11 aufrufen und anschließend zum PDF am Ende der Seite scrollen.

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      • jj schreibt:

        Hier der Auszug aus dem Arena-Text vom 11. November zur Finanzierung:

        Das Investitionsvolumen beziffert Krumböhmer weiter auf zehn bis elf Millionen Euro netto. Der Finanzvertrag zwischen dem Kreis und der Stadt Lüneburg liege jetzt unterschrieben vor. Danach beteilige sich die Stadt mit einer Einmalzahlung von maximal 1,4 Millionen Euro sowie über 20 Jahre 150 000 Euro jährlich – maximal 40 Prozent an den Kosten. Krumböhmer: „Weil der Beitrag der Stadt gedeckelt ist, liegt das Kostenrisiko beim Landkreis.“

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      • jj schreibt:

        Noch ein letztes Mal: Die Stadt zahlt die von Ihnen errechnete Summe. Aus. Aber Sie wollen ja auch nur spielen…..

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      • Lena Bergmann schreibt:

        Da beißt sich die Katze in den Schwanz, Herr Jenckel.

        Denn genau die Stelle ist mein Stein des Anstoßes. Herr Thomas gibt anfangs Herrn Krumböhmers Ausführungen in indirekter Rede wieder: „Danach beteilige sich die Stadt mit einer Einmalzahlung von maximal 1,4 Millionen Euro sowie über 20 Jahre 150 000 Euro jährlich – maximal 40 Prozent an den Kosten“. Dann in direkter: „Weil der Beitrag der Stadt gedeckelt ist, liegt das Kostenrisiko beim Landkreis.“

        € 1,4 Mio. einmal plus € 150.000,- (plus € 75.000,- für Betriebskosten) jährlich SCHEINT eine absolute Summe zu ergeben. Dieser SCHEIN wird aber durch die Wendung „maximal 40 Prozent der Kosten“ wieder aufgehoben, da die Gesamtkosten und damit die von der Stadt erbetene prozentuale Beteiligung ebenfalls nicht nur UNTER, sondern, wie rundum – und vermutlich zu Recht – befürchtet wird, auch weit ÜBER der jetzt (noch) veranschlagten Summe von € 12 Millionen (gesamt) respektive € 1, 4 Mio. plus zwanzig mal € 225.000, also € 5, 9 Millionen (städtischer Teil) liegen können. DANN widerspricht sich aber die (absolute) Deckelungsbehauptung mit der (relationalen) Prozentangabe. Und genau UM DIESEN Widerspruch geht es mir, da HIER eine im Politsprech verborgene Zusage für eine letztlich doch UNBEGRENZTE städtische Kostenbeteiligung hervorzulugen scheint.

        Die Fragen sind nun: a) Wusste Herr Krumböhmer, was er sprach? b) Hat Herr Thomas ihn falsch verstanden? c) Glaubt Herr Krumböhmer an eine 40 Prozent-Zusage, weil das im Vertragsentwurf so steht?

        Kennen Sie das Lied „Ein Plan lief durch die Küche und stahl dem Koch ein Ei…“?

        Wenn’s kommt, wie Sie prophezeien, wenden Sie sich bitte an Rainer Mencke. Der setzt der Arena dann den Denkstein, worauf geschrieben steht …

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      • Lena Bergmann schreibt:

        Wir spielen immer, wer es weiß, ist klug.*

        Sie sind ein Artus-Ritter glaubensfester Kontraktloyalität, sehr geehrter Herr Jenckel.

        „Der Beitrag der Stadt ist bei € 5,9 Millionen brutto gedeckelt, das Kostenrisiko liegt beim Landkreis.“ Das ist Ihre (oder die von Ihnen zumindest verteidigte) Aussage. Wir wollen uns das merken!

        Ich höre, wie vermutlich Adendorfs Bürgermeister Thomas Maack ebenfalls, den von Ihnen verschluckten Halbsatz mit: Das Kostenrisiko liegt beim Landkreis – also bei den zum Kreis gehörenden Gemeinden, die zur Deckung von dessen Finanzbedarf über die „vom Kreis“ (whoever that is) erhobene Kreisumlage beitragen.
        ______________________________

        * Es war ein Spiel! Was sollt‘ es anders sein?
        Was ist nicht Spiel, das wir auf Erden treiben,
        Und schien es noch so groß und tief zu sein!
        Mit wilden Söldnerschaaren spielt der Eine,
        Ein And’rer spielt mit tollen Abergläubischen.
        Vielleicht mit Sonnen, Sternen irgend wer, –
        Mit Menschenseelen spiele ich. Ein Sinn
        Wird nur von dem gefunden, der ihn sucht.
        Es stießen ineinander Traum und Wachen,
        Wahrheit und Lüge. Sicherheit ist nirgends.
        Wir wissen nichts von Andern, nichts von uns.
        Wir spielen immer, wer es weiß, ist klug.

        Zitiert nach: Arthur Schnitzler, Paracelsus. Versspiel in einem Akt, Kapitel drei, achter Auftritt. In: Arthur Schnitzler, Der grüne Kakadu – Paracelsus – Die Gefährtin. S. Fischer Berlin 1899, Seite 56

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      • jj schreibt:

        Genau, wir merken uns das. Und wenn es anders kommt, berichten wir. Lg

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  10. Otto-Karl Susemelk schreibt:

    Sehr geehrter Herr Blanck, sehr geehrter Herr Soldan, sehr geehrter Herr Webersinn,

    „An allerlei Winkelzügen in der Politik registrierten wir unterschwellig Absetzbewegungen von Beschlüssen pro Halle“, schreibt LZ-Vize-Chef Jenckel und lässt dabei offen, wer noch alles über seine seismographische Wahrnehmungsempfindlichkeit verfügt.

    Ist es die Absicht von Ihnen und Ihren Jamaikanern, das Bauprojekt zu kippen?

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    • Niels Webersinn schreibt:

      Sehr geehrter Herr Susemelk,

      wir Jamaikaner haben überhaupt nicht die Absicht die Halle zu verhindern.

      Vielmehr haben wir dem Projekt im Stadtrat zugestimmt und einige von uns haben dafür plädiert. Die Mängel an denen das Projekt leidet sind alle auf Ebene der Verwaltung des Landkreises (Herr Landrat Nahrstedt und sein Mitarbeiter Herr Krumböhmer). Fragen Sie mal den Oberbürgermeister, was er von der Qualität der Arbeit dieser beiden Herren hält….
      Bei den Fragen, die bisher aufgeworfen wurden von Seiten der Gruppe, ging es um Transparenz und ordnungsgemäße Durchführung unserer Unterstützung für die Halle.

      Neben den beiden genannten Herren ist es ja nun der Adendorfer Bürgermeister Maack, der den Verhinderer spielt. Im übrigen war jedem regelmäßigen Leser der Landeszeitung ja ganz klar, dass Bürgermeister Maack irgendwann die Karte des Verkehrsproblem ziehen wird um den Bau zu verhindern – schon vor eineinhalb Jahren war in der Landeszeitung zu lesen, dass er den durch die Halle entstehenden Verkehr kritisch sieht für Adendorf und diesbezüglich das Baugenehmigungsverfahren kritisch begleiten wird.

      Insofern kann ich nur jedem empfehlen tagtäglich die Landeszeitung zu lesen.

      Herzliche Grüße, Ihr Niels Webersinn

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      • Gustav Furhop schreibt:

        „Vielmehr haben wir dem Projekt im Stadtrat zugestimmt und einige von uns haben dafür plädiert.“

        Das sind Ihre Worte, lieber Herr Webersinn. Einige von Ihnen haben für das Arena-Projekt plädiert? Wäre es nicht korrekter zu sagen, die beiden Mitarbeiter der SVG-GmbH in der CDU-Ratsfraktion haben für das Projekt ihres Arbeitgebers geradezu besinnungslos agitiert und wie entfesselt geeifert? Und das, obwohl über die sie betreffende Frage nach dem nicht unwahrscheinlichen Inbetrachtkommen eines Mitwirkungsverbots in dieser Angelegenheit nicht nach den verfassungsgesetzlich vorgeschriebenen Regeln befunden wurde?

        Dazu mehr im Kommentar, den Frau Susanne Jäger am 13. November 2017 um 22:04 Uhr eingestellt hat: https://jj12.wordpress.com/2017/11/06/lueneburgs-hausgemachtes-sylt-syndrom/#comment-1381

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      • Jürgen Merz schreibt:

        Hallo, lieber Ratsherr Webersinn,
        Rechtsamt­sleiter Wolfgang Sorger ist gesundet und waltet wieder wie Wischnu, der Wärmende und Lichtspendende, in seinem Aufgabenbereich. Der förmlichen Feststellung der begangenen Verfahrensfehler bei der Entscheidungsfindung über das Vorliegen eines Mitwirkungsverbots der Ratsherrenn und SVG-Mitarbeiter Dr. Thomas Buller und Herrn Henrik Philipp Morgenstern in Arena-Angelegenheiten und ihrer (dieser Feststellung) von Ihnen am 14. November 2017 um 19:51 Uhr angekündigten Veröffentlichung steht also nichts mehr entgegen.

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    • Otto-Karl Susemelk schreibt:

      Sehr geehrter Herr Webersinn,

      ich danke für Ihre prompte Reaktion.

      Sie schreiben, jedem aufmerksamen Leser der Landeszeitung habe schon seit geraumer Zeit klar gewesen sein müssen, Bürgermeister Maack werde irgendwann die Karte des Verkehrsproblems ziehen, um den Arena-Bau zu verhindern. Damit drücken Sie aus, das Verkehrsproblem sei nur ein Vorwand, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Teilziel wäre demnach die Verhinderung der Lüneburger Halle. Was aber ist Ihrer Auffassung nach dann das Endziel? Und was das Motiv des Adendorfers? Gönnt er den Lüneburgern die Arena nicht? Hätte er sie gerne in Adendorf stehen? Oder worum geht es dem Mann?

      Außerdem würde ich gerne hören, wie Sie sich den Ausweg aus dem von Herrn Jenckel und Herrn Mentz beschriebenen Dilemma (Quadratur des Kreises) denken. Wie kann eine technologisch hochkarätig ausgestattete Konzerthalle zugleich eine professionellen Ansprüchen genügende Sporthalle sein? Und wer soll diese materialisierte Contradictio in adiecto am Ende bezahlen? Denn dass es – allein schon wegen der von Anfang an bekannten Parkraum- und Verkehrsprobleme – niemals bei Gesamtkosten von zwölf Millionen Euro bleiben wird, weiß jeder, der nicht mit dem Klammerbeutel gepudert ist.

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    • Marita Becker schreibt:

      „Wir Jamaikaner“, lieber Herr Webersinn?

      Sprechen Sie für die gesamte Gruppe oder nur für Ihre Ratsfraktion? Bei der entscheidenden Abstimmung zur Finanzierungsplanung der Arena am 22. Juni, an der Sie persönlich gar nicht teilgenommen haben, hat die CDU zusammen mit der SPD gegen die GRÜNEn, die FDP und die LINKEn votiert. Woher wissen Sie, wie sich Ihre Gruppenpartner in der Top oder Hopp-Frage verhalten werden, wenn die dem Wollen immanenten Ungereimtheiten sich weiter verschärfen?

      Denn „die Mängel, an denen das Projekt leidet“, sind die wirklich „alle allein auf Ebene der Verwaltung des Landkreises (bei Herrn Landrat Nahrstedt und seinem Mitarbeiter Herrn Krumböhmer)“ zu lokalisieren? Sind die nicht, mal abgesehen von den furchtbar dilettantischen und daher sehr kostspieligen Anfängen, vom frühesten Beginn an dem Konzept strukturell eingeschrieben? Haben Rat und Kreistag hier nicht – ohne wirklich inhaltlich darüber zu diskutieren – einem reinen Humbugvorhaben über den Zaun und auf die Lüner Rennbahn geholfen? Event-Arena? Ja! Aber wegen fehlender Parkmöglichkeiten am falschen Ort. Volleyball-Arena? Ja! Aber wegen fehlender Entwicklungsmöglichkeiten in Richtung eines dringend benötigten Sportzentrums mit allem Pipapo am falschen Ort. Paritätisch integrierte Event- und Ballsport-Arena? Ein Ding der Unmöglichkeit!

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  11. Linda schreibt:

    »Sehr geehrter Herr Kiesel, ich könnte immer weiter machen und immer mehr in die Tiefe gehen. Heraus kommt, so wie ich das sehe: Über den eigentlichen Zweck der Arena (SVG-Halle und Vamos-Ersatz) wurde – aus einer Reihe unterschiedlicher und wechselnder realisierungstaktischer Gründe – von der ersten Sekunde an nicht die Wahrheit gesagt. Schul- und Breitensport mussten anfänglich ins Feld geführt werden, da vor dem Land [und den eigenen kommunalen Gremien] anders Planung und Bau nicht zu verargumentieren gewesen wären. Daraus ergab sich die Möglichkeit, die Kreisschulbaukasse und auf städtischer Seite den Haushalt für Bildung und Betreuung bzw. das Budget für Schule und Sport ins Spiel zu bringen. Daraus wiederum ergab sich die Möglichkeit, aber auch die Notwendigkeit, eine Weile Kinder, Schüler und Studenten als Hallenbedürftige auf die Vorderbühne zu rücken, usw. usf., Sie kennen ›die Narrative‹! Jetzt, wo wir demnächst – vielleicht – in die Phase der ›Umsetzung‹ einbiegen, müssen ›wir‹ den Kopf schütteln und: ›Die armen Kinder!‹ rufen. In ›Überlaufsituationen‹ – vielleicht – , wenn Herr Hoppe (oder welcher Betreiber am Ende auch immer) gerade gute Laune hat, dürfen ein paar Wildfänge einmal durch die Arena toben. Aber sonst? ›Wir‹ müssen mit der Immobilie Geld verdienen!!! Da bleibt wenig Raum für Spaß. Sonst steigen die jährlichen Betriebskostenzuschüsse – aus der Schul- und Bildungskasse!!! Das wird ja auch niemand wollen. Ach,– man dreht sich im Kreis! Aber der Bürger, ja, leider, der Bürger –, der will es ja, dass wir das alles ganz genauso machen. Henrik Philipp Morgenstern, Dr. Thomas Buller und Philipp Meyn schwören es Herrn Mädge zu! Und uns anderen – draußen im Lande – auch. Der Bürger will es so. Die Herren haben mit dem Bürger telefoniert!«

    Mit diesem Absatz hat vor etwas mehr als einem Monat Herr Mentz seinen furiosen Lageaufriss beendet, der Teil seiner Antwort an Jens Kiesel, Mitglied im Ortsrat der Ortschaft Ochtmissen, gewesen ist. Er hat darin nicht nur beschrieben, welche unglaublichen Volten das »Projekt« bisher geschlagen hat (und seine »Projektmacher« mit ihm), sondern auch, dass praktisch jeder der eifernden »Projektapologeten« sich ununterbrochen in (sonst lautstark beklagter) populistischer Manier auf den Wunsch und Willen »des Bürgers« beruft (»›Le citoyen‹ c’est moi«!), ohne sagen zu können, auf welche Weise er hat in Erfahrung bringen können, was diesen, der ja in unserem Kreis aus über 180.000 Individuen besteht, in der Arena-Thematik tatsächlich bewegt.

    Zum Kommentar von Hans Mentz: https://jj12.wordpress.com/2017/10/27/wie-man-eine-entschuldigung-umschifft-ich-war-doch-nur-der-bote/#comment-1336

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  12. simplicissimus schreibt:

    Die Politik in Stadt und Kreis macht sehr viel Wind, oh nein, wenn es noch Wind gewesen wäre, es war mehr ein wehendes Vakuum.
    Wir sind in einer Situation, wo wir zum Bau einer Sporthalle länger brauchen als im Mittelalter für den Bau einer Ritterburg.

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    • Andreas Maier schreibt:

      Detlef,
      Sie sollten beim Heraussuchen Ihrer meist schlecht oder gar nicht passenden Zitate auch immer ein wenig aufs Thema achten, damit Sie dieses auch wirklich komplett verfehlen können. Der ganze Ärger (inklusive des diesen ebenfalls ausdrückenden Artikels von Herrn Jenckel) dreht sich NUR darum, dass es sich gerade NICHT um den Bau einer Sporthalle, sondern um eine technische (und geldliche) Aporie, eine Ausweglosigkeit handelt, wobei die einen versuchen, einen Bock zu melken, während die anderen ein Sieb darunter halten.

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  13. Rudolf Schaller schreibt:

    Ich bin gespannt, wann Petra Kruse-Runge und Michèl Pauly wieder Hand in Hand auf den Rathausbalkon treten und über die Köpfe der erstaunten Wochenmarktbesucher hinweg der Stadt und dem Erdkreis zurufen werden: „Liebe Lüneburgerinnen und Lüneburger, liebe Lebewesen da draußen im Kosmos, ein Zurück gibt es nicht mehr! Augen zu und durch!!!“

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    • Otto-Karl Susemelk schreibt:

      Sehr geehrter Ratsherr Pauly,

      der Kommentar von Herrn Schaller ist wohl ironisch gemeint.

      Wie stehen Sie, von Berufs wegen mehr Kenner der Materie als viele Ihrer Rats- und Kreistagskollegen sogar in den einschlägigen Ausschüssen, zum Arena-Projekt?

      Ist es Zeit, die Reißleine zu ziehen, um ein weiteres Fiasko wie das am Bockelsberg zu vermeiden?

      Soll man sagen: Eine Halle muss jetzt her, koste es, was es wolle?

      Oder sehen Sie noch eine dritte Möglichkeit, an die noch keiner gedacht hat, die aber davor bewahrt, das Kind mit dem Bade auszuschütten?

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      • Michèl Pauly schreibt:

        Sehr geehrter Herr ‚Susemelk‘,
        ich bin und bleibe der Überzeugung dass ein Oberzentrum, das wegen dieses Status‘ einen Versorgungsauftrag mit Infrastruktur über die eigenen Stadtgrenzen hinaus hat, eine solche Arena braucht und auch defizitär vorhalten sollte. Ähnlich ist es mit einem Salz-Erlebnisbad. Dass diese Arena dann hauptsächlich durch einen Volleyball-Bundesligisten genutzt werden würde, ist für mich kein Hinderungsgrund sondern vielmehr positives Moment dass eine gewisse Auslastung garantiert und einen Teil der Kosten stemmt. Und die Kosten so einer Halle für den Haushalt sind relevant, aber denen stehen Chancen für eine Stadt entgegen, etwa wenn entsprechende Veranstaltungen hier stattfinden können. Die Summe der Infrastruktur einer Stadt macht ihre Attraktivität (neben Lage, Bausubstanz, etc.) aus. Will Lüneburg Zukunft haben, dürfen wir nicht zu ängstlich auf einzelne Investitionen schauen und ihre individuelle, betriebswirtschaftliche Rentabilität sehen. Wir müssen Volkswirtschaftlich denken. Das vorweg.

        Was die jetzt geplante Halle am Standort Schlachthof angeht, bin ich aus diversen Gründen nunmehr skeptischer und skeptischer geworden.
        1. Die offenbare Eile vor der Kommunalwahl war nicht einer tatsächlichen Eilbedürftigkeit geschuldet, sondern der Kommunalwahl selbst. Eine Abwägung, etwa über andere Standorte, Gesamtkonzepte (Stichwort: Fußballstadion, Hotellandschaft, etc.) aber auch alternative Modelle für Bauträgerschaft und Eigentum konnten so nicht mehr besprochen worden.
        2. Die Bauträgerschaft alleine beim Kreis ist ein Fehler. Jedenfalls bei einer Kreisverwaltung die eigentlich in den letzten 20 Jahren den Titel „die Unvollendete“ verdient hätte. Sie hat keine Expertise in eigener Bauträgerschaft, gibt diese entsprechend weiter „an privat“ und hat damit weder Einfluss noch gibt es aus meiner Sicht ein hinreichend gutes Controlling.
        3. Da sich der Bau ohnehin stark verzögert, sollte man JETZT die Reißleine insofern ziehen, als dass man den Standort wieder aufbohrt, eine Mehrzwecknutzung in Betracht zieht (etwa am Johanneum) gemeinsam mit anderen Sitzungsräumlichkeiten oder gar einem Fußballstadion/Mehrzweckstadion mit Kunstrasen.

        Ich schließe ausdrücklich nicht aus, dass ich auch eine teurer werdende Halle befürworten würde – wenn dem entsprechende Chancen für Stadt und Landkreis gegenüberstünden. Ein Veranstaltungs- und Sportzentrum mit gemeinsamen Parkplätzen, gut gelegen, kann so eine Chance sein. Aus dem Audimax (dem pro Quadratmeter bisher TEUERSTEN Gebäude dass in Deutschland je öffentlich gebaut wurde) müssen wir eines lernen: Manchmal ist es besser auch in der Startphase die Reißleine zu ziehen als ganz und gar unterzugehen. Im Poker darf man ja auch nicht unbedingt weiter bieten, nur weil man schon viel Geld in der Tischmitte hat. Ein guter Pokerspieler zeichnet sich durch einen klugen und manchmal auch teuren „lay down“ aus, also ein Ausstieg auch wenn schon Geld investiert wurde, damit es nicht im Fiasko endet. Beim Audimax war das 2013 zu spät, bei der Arena ist es noch möglich.

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      • Lucas Niemann schreibt:

        Es ist doch von der CDU und den Grünen ein vernünftiger Alternativvorschlag gemacht worden: Laut dem Oberjamaikaner aus dem Stadtrat, Niels Webersinn, ist der Landwirt und Grundstückseigentümer Heinrich Lübbecke mit seinem juristischen Beistand, Rechtsanwalt Hendrik A. Könemann, auf ihn zugekommen, um „etwas Gutes für die Stadt“ zu tun: er bietet Flächen im Gebiet „Bilmer Berg II“ an, damit dort ein LSK-Stadion und die an der Lüner Rennbahn vom Kreis geplante Hoppe-SVG-Arena Lüneburger Land angesiedelt werden könnten! Ein Vorschlag, mit Entwicklungspotenzial für weitere Anlagen! „Diese Lokalität dürfte zum Bau von Sportstätten besser geeignet sein als die teureren, bislang angedachten Flächen gegenüber dem Mediamarkt“, betont deshalb auch ganz richtig Niels Webersinn. Manfred Nahrstedt kann doch nicht wirklich eigenmächtig den Kauf der unsinnigen Sallier-Fläche inzwischen „notariell abgeschlossen“ haben! Und selbst wenn, dann muss er mit dem Areal eben eben etwas anderes anfangen. (Eine Tiefgarage, um die beklemmende Parkplatznot für die an der Lüner Rennbahn Beschäftigten zu beheben, wäre sicher überlegenswert.)

        Für den Lüneburger Sport muss eine langfristig ökonomisch (und ökologisch) sinnvolle Gesamtlösung her und nicht ein blödes, teures Stückwerkgestümper zugunsten der wirtschaftlichen Anliegen von zwei sozialdemokratischen „Parteifreunden“!

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    • Otto-Karl Susemelk schreibt:

      Sehr geehrter Ratsherr Pauly,

      ich danke für Ihre Erwiderung, bin auch weitgehend Ihrer Ansicht, sehe aber den organisatorischen Spagat zwischen internationalen Riesen-Events und großer Einnahmen bedürftigem Bundesligavolleyball als sehr schwierig bis – jedenfalls dauerhaft – als kaum ausführbar an.

      Grundsätzlich gilt: Gebaut ist eine große Sport- und Veranstaltungsarena schnell. Sie mit „Inhalten“ zu füllen, sie also erfolgreich zu vermarkten, ist ungleich schwieriger. Sie können es am Libeskind-Koloss studieren, Herr Pauly. Überhaupt gar nichts läuft dort rund beim event-geschäftlichen „Generieren von Finanzierungsanteilen“ (Sascha Spoun) für den zinkplattenbedeckten 150 Millionen-Panzer, der rücksichtslos in alle Himmelsrichtungen mit explosionsartiger Aufmerksamkeitslüsternheit zwischen den Kasernen hervorbricht.

      Eine Mehrzweckstadthalle, wie sie an der Lüner Rennbahn geplant ist, „kostet 25 bis 30 Millionen Euro, nochmal zehn Prozent dieser Summe pro Jahr kommen an Folgekosten hinzu“, rechnete Ulrich Mädge schon 2008 vor und ergänzte völlig richtig, „anderswo seien Stadthallen Verlustgeschäfte; mit jährlich rund einer Million Euro Zuschuss kalkuliere die Verwaltung in Lüneburg.“ (Dazu der lesenswerte Kommentar von Herrn Jo Bembel: https://jj12.wordpress.com/2017/12/06/event-halle-auf-treibsand-geplant/#comment-1507)

      Was ist, wenn auch die für die Vermarktung dieser ganz bestimmt „25 bis 30 Millionen Euro“ teuren Arena auserkorene private Betreibergesellschaft, sich mangels Nachfrage und Angeboten schon nach einem Jahr zum Ausstieg gezwungen sieht?

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  14. Jutta Kramer schreibt:

    Einen ausgezeichneten Kommentar zu den Dimensionen dieses kostspieligen Malheurs hat gestern, am 5. Dezember 2017 um 18:25 Uhr, Herr Leo Fischer unter dem sehr informativen und um viele Links bereicherten Arena-Artikel von Redakteur Dennis Thomas aus der LZ geschrieben: https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/1292412-lueneburgs-arena-bau-verzoegert-sich#comment-125421

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    • Erich Petersen schreibt:

      Hallo Herr Jenckel,

      Sie beobachten Absetzbewegungen:

      „DIE POLITIK“ (Thoma Maack) droht u. a. mit Widerspruch gegen die Baugenehmigung bei der Stadt Lüneburg, da sie befürchtet, dass während des Arena-Betriebs z. B. auch viele Adendorfer Gemeindestraßen zugeparkt werden und dann überdies die Verkehrssituation an der Kreuzung Grüner Weg/Lüner Rennbahn/Artlenburger Landstraße sehr kritisch werden könnte.

      „DIE VERWALTUNG“ (Ulrich Mädge) scheint sich allmählich an einen Ratschlag vom 6. März 2015 zu erinnern: „Klüger wäre es vielleicht, einen Verwaltungs- und Politik-Fuchs wie Ulrich Mädge zu Rate zu ziehen. Der Oberbürgermeister von Lüneburg hätte, wenn ihm so ein Projekt den Haushalt zu zerschießen drohte, längst den Stecker gezogen. Neue Gesetze, Geldnot, wegbrechende Fördertöpfe, Personal-Engpässe, unerfreuliche Umwelt-Gutachten über Gelbbauchunken – für solche Fälle hat er eine Requisitenkiste. Und jeder würde bei der Fülle der Notwendigkeiten und Unausweichlichkeiten sagen: ‚Ach so, na dann. Höhere Gewalt.‘ Und Schublade auf.“

      „DIE KULTUR“ (Klaus Hoppe) ist sich im Gespräch mit Hans-Martin Koch am 2. Oktober 2017 zwar sicher, ihre vamos teure Technik, Licht, Traversen etc., werde der Redakteur bald an einem anderen Ort wiederentdecken, aber die neue Arena ist für sie mittlerweile ein trauriges Thema, da bis heute kein Baubeginn festgelegt und kein unterschriebener Betreibervertrag existent sei. „Die Kultur“ rechnet folglich nicht mit einer zeitnahen Inbetriebnahme.

      „DER SPORT“ (Andreas Bahlburg) fühlt sich durch die Mitteilung überrascht (neudeutsch: verarscht), mit der Fertigstellung der Arena sei eventuell für September und mit deren Betriebsstart vielleicht für Oktober 2019 zu rechnen – möglicherweise aber auch nicht. Das sei neu für ihn, „den Sport“, und auch für seinen großen Bruder, „den Spitzensport“, das werfe sie beide weiter zurück, das sorge bei ihnen nicht für Begeisterungsstürme. Aber ihren Pessimismus tarnen sie als Zuversicht (Positive thinking and attitude definitely create happiness and success!): „Wir können wohl froh sein, wenn die Arena überhaupt noch gebaut wird, wenn auch in Winsen – und das erst in fünfzig Jahren.“

      „DAS VOLK“ (Klaus Bruns) verkleidet sich als spottender Indianer, macht sich über den überflüssigen Käse lustig und vergnügt sich mit hämischen Gleichnissen über das Reiten toter Pferde : „Kein Pferd kann so tot sein, dass man es nicht noch reiten könnte!“ Manitu, der Opiumlieferant des Volks, macht zusätzliche Mittel locker, um die Leistung des Pferdes zu erhöhen. Das Volk selbst richtet eine unabhängige Kostenstelle für tote Pferde ein. Und Manitu erklärt, dass ein Pferd „besser, länger und billiger“ tot ist, je früher es sirbt.

      „DER JOURNALISMUS“ (Hans-Herbert Jenckel), was macht der? Der hat Witterung! Der zählt niederschmetternde Schmerzensmeldungen daher, deutet die apokalyptischen Zeichen und Vorzeichen, empfiehlt, einen Gang unterzuschalten, und erklärt mit an den Oberuli gemahnender, vorbeugender Medienfüchsigkeit, Lüneburg sei eine Kulturstadt mit und ohne Halle – wo hätten „die Menschen“ (da draußen im Lande) so eine breite Palette an Kulturangeboten in der Region? Dann zwinkert der wettergegerbte Journalismus den Stadtmarketingexperten unter den Arena-Gladiatoren zu, sie möchten jetzt bitte nicht wieder mit Uelzen kommen …

      „DIE GESCHICHTE“ (Karlheinz Fahrenwaldt) weist derweil darauf hin, dass der frühere Ratsherr Björn Adam vor Zeiten sehr viel Anklang mit seinem schönen Hit gefunden hat: https://www.youtube.com/watch?v=JNMyE8HrLvE, während sie alle anderen Beteiligten und Betroffenen mit der sinnreichen, Optimismus statt Euromillionen schenkenden Zeile tröstet: „Die Lieb‘ kann eine Hütte sein!“

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  15. Joachim Harth schreibt:

    Lieber Herr Jenckel,

    eilt man mit Siebenmeilenstiefeln durch die Geschichte und hüpft, wie Sie sie aufgelistet haben, von Überschrift zu Überschrift durch die vergangenen drei Jahrzehnte, möchte man ob der auftrumpfenden Unfähigkeit aller Beteiligten bittere Tränen weinen.

    Aber schaue ich auf das von Hast, Dummheit und Unaufrichtigkeit fabrizierte Arena-Fiasko, wie es sich derzeit darbietet, bleibt nur ein Lachen aus Bitterkeit, in welche sich – ich muss es zugeben – ein gehöriger Schuss böser Schadenfreude mischt.

    Ja, Herr Jenckel, eine Veranstaltungshalle für Lüneburg möchten wir. Und auch ein Sportzentrum, das gerne mit einer Ballsporthalle starten darf, sich aber im Laufe der Jahre weiter entwickeln und ausbauen lassen muss (zum Beispiel um ein modernes bundesligataugliches Fußballstadion).

    Aber das alles sollte VORHER überlegt sein, mit Umsicht und Weitblick angegangen und mit einem klaren Nutzungs-, Machbarkeits- und Finanzierungskonzept begonnen werden. Ehrlichkeit von der ersten Sekunde an, Ehrlichkeit den Bürgern und ihren Bürgervertretern gegenüber ist eine Voraussetzung dafür, das sowas gelingen kann. Wer sich erst einmal vom Eigennutz interessierter Geldgeber über den Tisch hat ziehen lassen und danach von der Dynamik unbedacht geschaffener Fakten auf dem darunter befindlichen Fußboden hin und zurück und im Kreise herumgeschleift wird, hat seinen Anspruch auf Verständnis und Mitleid verscherzt, – vor allem wenn dieser Anspruch die Gemeinschaft erneut eine noch lange nicht absehbar hohe Summe an Steuergeld für etwas kosten wird, das SO gewiss niemand bestellt hatte.

    Ich frage mich, woher Sie Ihre energische Zuversicht nehmen. Eine Halle auf Biegen und Brechen, nur damit endlich irgendeine da ist, kann es doch nicht sein, was Sie wollen? Es muss doch der ZWECK unbestritten feststehen, bevor nach den MITTELN, ihn zu erreichen, gerufen werden kann. Und genau DORT scheint mir der der Hase im Pfeffer zu liegen. Mädge und Nahrstedt haben etwas angefangen, aber beim Taktieren und Lavieren haben sie vergessen zu welchem Ende. So kann es gehen, wenn zwei sich für schlauer halten als den Rest der Welt. Jetzt sitzen sie da und haben Millionen im Feuer und können nicht sagen wozu und wie sie es hinkriegen, wenn es ihnen wieder einfallen sollte. Stattdessen erzählen sie jede Woche ein anderes Märchen.

    Was tun?

    Haben Sie einen Vorschlag, Herr Jenckel?

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