Ein „Eierkopf“ und Arena-Kritiker wehrt sich gegen Anfeindungen

Lüneburg, 17. März 2020

Der Grüne Detlev Schulz-Hendel ist einer von den drei Mitgliedern des Lüneburger Kreistages, die bei der letzten Arena-Abstimmung, der zum Betreibervertrag, mit Nein gestimmt haben. Aus den Fehlern der Vergangenheit wurde so gar nichts gelernt, sagt er. Dafür bleiben Beleidigungen von Kritikern, zuletzt wurde er als Eierköpfe tituliert, eine Konstante. Was er davon hält, sagt er in seinem Blog-Beitrag:

Einmal mehr nun hat der Kreistag eine Kehrtwende vollzogen, den alten Betriebervertrag aufgehoben, und nun gründet der Landkreis eine eigene Gesellschaft, um in den Genuss eines vermeintlichen Vorsteuerabzuges zu kommen. Offenbar haben die Verantwortlichen im Landkreis aus den Fehlern der Vergangenheit nichts dazu gelernt, denn einmal mehr hat man den ehrenamtlichen Kreistagsmitgliedern Beschlussvorlagen mit unzureichenden Sachdarstellungen vorgelegt. Ein wirklich sachgerechte Entscheidung war somit aus meiner Sicht gar nicht möglich.

Arena im Modell

Außenansicht der Arena. Visualisierung: Landkreis Lüneburg, bloomimages

Ich muss als Kreistagsmitglied erwarten können, dass eine pauschale hohe sechstellige Entschädigungssumme inhaltlich begründet werden kann und vor allem juristisch geprüft ist. Das gilt umso mehr, wenn der Geschäftsführer der Campus Management öffentlich erklärt, dass der Entschädigungsbetrag geringer sei als die Aufwendungen. Das muss doch dann auch gegenüber den Kreistagsmitgliedern schriftlich begründet und darstellbar sein. Neben der juristischen Bewertung hätte auch eine Prüfung durch das Rechnungsprüfungsamt erfolgen müssen, ebenso wie die freiwillige Einbeziehung der Kommunalaufsicht. Zeit genug wäre dazu allemal gewesen.

Bezüglich des Vorsteuerabzuges bleibt festzuhalten, dass es eine verbindliche Zusage der Finanzverwaltung dazu nicht geben kann und wird. Das weiß jeder, der sich mit diesen steuerlichen Fragestellungen ernsthaft auseinandersetzt. Und wenn man wirklich ein Modell gefunden hat, welches auf ein Konzept basiert, zu dem es bereits ein scheinbar vergleichbares Urteil beim Bundesfinanzhof gibt, dann hätte dieses Urteil auch den Kreistagsmitgliedern vorgelegt werden müssen. Fachlich und sachlich bleibt festzuhalten: Ein möglicher Vorsteuerabzug und die sich daraus resultierenden Einsparungen bleiben offen und sind auf absehbare Zeit nicht belegbar. Das gilt umso mehr, sollte die neue Gesellschaft Jahr für Jahr Verluste einfahren. Das gesamte wirtschaftliche Risiko wird beim Landkreis verbleiben.

Es fehlen echte Wirtschaftlichkeitsberechnungen ebenso wie Vorstellungen, wie eigentlich neue Dienstleisterverträge aussehen sollen, zumindest für die Kreistagsabgeordneten, die nun einmal mehr der Verwaltung und allen Akteuren einen Blankoscheck erteilt haben. Der Kreistag hat mit breiter Mehrheit, die man demokratisch zu akzeptieren hat, einen Beschluss gefasst, dessen Auswirkungen vage bis nicht einschätzbar bleiben. Das volle wirtschaftliche Risiko trägt der Landkreis und damit die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler. Keiner kann sagen, ob die neuen Ausschreibungen erfolgreich sein werden oder gar juristisch angefochten werden. Keiner weiß, wie ein endgültiges Nutzungskonzept erfolgreich funktionieren soll, welches ohnehin mit der geringen Traglast der Decke mehr denn je fragwürdig ist.

Arena im Modell

Außenansicht der Arena. Visualisierung: Landkreis Lüneburg, bloomimages

Und dann wäre da noch die Farce im Umgang mit dem Behindertenbeirat. Spätestens im Sommer 2019, nachdem klar war, dass es hier eklatante Versäumnisse gegeben hat, und nachdem ich im Kreistag die unverzügliche Einbindung des Behindertenbeirates nachweislich eingefordert habe, hätte der Landkreis reagieren müssen. Und nun, ein dreiviertel Jahr später? Ein beschämendes Bild, dass ich mir so im 21. Jahrhundert nicht hätte vorstellen können. Erschreckend, dass der Kreistag in seiner vorletzten Sitzung zur Einbindung des Behindertenbeirates geschwiegen hat, und abschreckend, dass ein Bundestagsageordneter wie Eckhard Pols die Kritik des Behindertenbeirates als „Viel Lärm um nichts“ abtut. Dieser „Viel Lärm um nichts“ wird dem Landkreis mit Sicherheit 2 Millionen zusätzliche Kosten bescheren, wenn nicht gar eine Klagewelle von behinderten Menschen.

Und nun schwingt sich ein Genosse wie Hinrich Bonin, wo eigentlich alles viel zu spät ist, als Retter für eine behindertengerechte Halle auf. Glaubwürdigkeit sieht anders aus, zumal gerade der Kreistagskollege als Teil der Allianz der Vernünftigen Kritiker wie mich massiv und übelst beschimpft hat.

Das hat nun seinen traurigen Höhepunkt gefunden, indem er Michael Gaus und mich als „Eierköpfe“ beschimpft hat, ohne die eine Arena längst fertig gebaut wäre. Schon vorher war ich aufgrund meiner kritischen Arena Haltung massiven persönlichen Anfeindungen ausgesetzt, die tief bis in mein Privatleben gegangen sind. Das habe ich ausgehalten und werde das auch weiterhin aushalten. Aber die jüngsten Äußerungen von Hinrich Bonin machen eines deutlich: Hier liegt eine erhebliche Störung eines demokratischen Grundverständnisses vor, aufgrund dessen die SPD Kreistagsfraktion erheblichen Aufklärungsbedarf hat und zwar dringender als jemals zuvor.

Alles in allem wünsche ich mir am Ende auch eine erfolgreiche Arena anstatt ein weiteres Fiasko nach der Fertigstellung. Die persönlichen Anfeindungen sind das geringere Problem, das viel größere ist der große finanzielle Schaden, der nicht mehr zu verhindern ist.

Detlev Schulz-Hendel, Mitglied des Kreistages

Über jj

Journalist, Dipl.-Kaufmann
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

18 Antworten zu Ein „Eierkopf“ und Arena-Kritiker wehrt sich gegen Anfeindungen

  1. jj schreibt:

    Der Behindertenbeirat punktet mit seiner Kritik beim Bau der Arena Lüneburger Land, nun kommt noch ein Fahrstuhl. Ob das dem Beirat ausreichen wird, wage ich zu bezweifeln. Hier die aktuelle Pressemitteilung des Landkreises, der Bauherr der Arena ist:
    Arena Lüneburger Land:
    Kreistag stimmt für mehr Barrierefreiheit

    (lk/mo) In puncto Barrierefreiheit hat der Kreistag in seiner gestrigen Sitzung (18. Mai 2020) für zusätzliche Baumaßnahmen bei der Arena Lüneburger Land gestimmt. Dabei geht es im Kern um einen weiteren Fahrstuhl, der das Foyer in der Veranstaltungshalle mit dem Unter- und dem ersten Obergeschoss verbindet. „Mit der Fahrstuhllösung können Besucher mit Rollstuhl oder Kinderwagen problemlos die Garderobe im Keller erreichen. Damit entfällt eine zusätzlich geplante Garderobe im Erdgeschoss“, erklärt Ronald Wittkopf vom Projektsteurer Reese Baumanagement.

    Unabhängig von den gestern beschlossenen baulichen Veränderungen war von Anfang an eine barrierefreie Anbindung vom Erdgeschoss zu den beiden Obergeschossen durch weitere Aufzüge vorgesehen. „Unser Ziel ist, dass die neue Veranstaltungshalle für Menschen im Rollstuhl möglichst einfach und komfortabel zugänglich ist“, sagt Kreisrätin Sigrid Vossers. „Deswegen ist es gut, dass sich die Lösung eines zusätzlichen Fahrstuhls anbietet.“ Gleichzeitig stellt sie klar: „Der Bau erfüllt schon jetzt hinsichtlich der Barrierefreiheit alle gesetzlichen Vorgaben.“

    Über den aktuellen Stand der Baumaßnahmen wurden die Mitglieder des Kreistages ebenfalls informiert. „Die Betondecke über dem ersten Obergeschoss ist gegossen. Die Arbeiten für das zweite Geschoss laufen und werden voraussichtlich gegen Ende des Monats fertig sein“, beschrieb Reese-Mitarbeiter Ronald Wittkopf. Angesichts der Corona-Krise gibt es allerdings zeitliche Verzögerungen, die offizielle Übergabe der Arena an den Landkreis Lüneburg wird frühestens im Februar 2021 möglich sein. „Auch diese Angabe ist vorbehaltlich, denn wir wissen nicht, ob das Virus beispielsweise zu Liefer- oder Terminengpässen führt“, betonte Ronald Wittkopf. Angepasst werden muss ebenfalls der finanzielle Rahmen. Durch den zusätzlichen Fahrstuhl entstehen Mehrkosten in Höhe von 200.000 Euro. Die Planer gehen nun von einem Gesamtbudget in Höhe von 21,4 Millionen Euro netto aus.

    Alle öffentlichen Unterlagen zum Kreistag und zu den Ausschüssen gibt es unter http://www.landkreis-lueneburg.de/kreistag.

    Liken

  2. Gunnar schreibt:

    Adler, Adler schweb empor
    Du hast heute Großes vor
    Flieg hinauf auf deinen Schwingen
    Schwebe über allen Dingen
    Segle, kreise, räsoniere
    Sinne nach und meditiere
    Frag‘ dich einmal für uns alle:
    Wer – verflucht – braucht DIESE Halle?

    Liken

  3. jo bembel schreibt:

    Da waren es nur noch 11 (inklusive Volleyball-Internat, Ösis und eines Teams, das Insolvenz angemeldet hat.

    https://www.volleyball-bundesliga.de/index.xhtml;jsessionid=GS8Nypw5k-k3edXAz4-cUPOtERo81M3jJ4FtFQIp.sas02?component_180491.showArticle=740669231&component_180491.page=0#a_180491_740669231

    Rottenburg hatte den zweithöchsten Zuschauerschnitt in dieser Saison und mehr als die SVG erreichen wird. Ist aber auch egal, denn die SVG kann sicher sein, dass der Landkreis sie am Leben halten wird. Die vielen Millionen sollen ja nicht gänzlich umsonst in den Vreßtorfer Heidesand gesetzt worden sein.

    Mag jemand dagegen wetten, dass Klaus Hoppe (Campus Management GmbH) der einzige Teilnehmer an der europaweiten Ausschreibung sein wird und die Vergabe zu seinen Bedingungen erfolgen wird? Aber das ist ja nichts Neues.

    Liken

    • Achim Dreis schreibt:

      Vom Rückzug des TV Rottenburg wurde Klaus-Peter Jung, der Geschäftsführer der Volleyball-Bundesliga, Angeblich „kalt erwischt“. Erst am Donnerstagabend sei er von den Rottenburgern über ihre Entscheidung informiert worden, und dann wurde ihm diese als unumstößlich dargestellt. Dabei hatte die Liga, die wegen der Corona-Krise schon am 12. März ihren Betrieb eingestellt hatte, noch in der vergangenen Woche bei allen Vereinsvertretern in einer Videokonferenz nachgefragt, ob bei ihnen die wirtschaftliche Lage einigermaßen okay sei. „Keiner hat gesagt, dass ihn solch existenzielle Probleme belasten“, sagt Jung, und ärgert sich, dass Hilfsangebote nicht genutzt wurden. „Warum ruft ihr nicht an?“, fragte er Philipp Vollmer, den Geschäftsführer der TVR Volleyball GmbH, dann im persönlichen Gespräch.

      Vollmer erklärte nun auch der Öffentlichkeit in einer Mitteilung, es sei schon vor der Krise nicht einfach gewesen, die Mittel für Bundesliga-Volleyball aufzutreiben. „Jetzt und in den nächsten Monaten sehen die Perspektiven noch viel schlechter aus.“ Allein in den vergangenen Tagen hätten sich Sponsoren-Absagen auf einen sechsstelligen Betrag summiert. Vollmers Schlussfolgerung: „Unter den gegebenen Voraussetzungen“ sei es nicht zu verantworten, in der nächsten Saison die Lizenz in der Bundesliga zu beantragen.

      Schon vor der Corona-Krise hatte der Tabellenletzte Volleys Eltmann einen Insolvenzantrag gestellt. Am 1. April wurde dort plangemäß das Insolvenzverfahren eröffnet. Eine Rettung scheint ausgeschlossen. Spieler, Trainer und Mitarbeiter erhielten bereits die Kündigung.

      Mehr hier: https://www.sueddeutsche.de/sport/volleyball-rottenburg-am-neckar-rottenburg-gibt-auf-corona-zwingt-volleyballer-in-die-knie-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-200403-99-579459

      Liken

  4. Otto Berg schreibt:


    Foto: LKLG

    Vor einem Jahr und 14 Tagen ahnte noch kaum jemand, auf wie vielen Unwahrheiten die „Arena Lüneburger Land“ tatsächlich einmal errichtet werden würde. Mit einem Hammerschlag wünschte der damalige Landrat seinerzeit den Beteiligten treuherzig Glück und eine gute Hand bei den Bauarbeiten, welche noch Ulrich Jarke vom Architekturbüro Ernst² leitete. Hier – bei der Grundsteinlegung am 11. März 2019 – freute Jarke sich mit Klaus Hoppe, Andreas Bahlburg, Andrea Schröder-Ehlers, Rainer Dittmers, Manfred Nahrstedt und Gisela Plaschka über die gerade einzementierte Kupferkapsel nicht ahnend, dass sein Nachfolger die gemeinsam im Fundament versenkte Landkreis-Silbermünze und die geldwerte Autogrammkarte der SVG noch gut hätte gebrauchen können, um mit beidem das Nachrüsten des Bürotrakts im ersten Stock anzubezahlen, für den der ebenfalls im Grundstein eingemauerte 😜“Bauplan“🤣 (und nicht etwa der Bauherr bzw. dessen Repräsentant, der Landrat) das Vorkommen von Arbeitnehmern mit Behinderung „nicht vorgesehen“ hatte.

    Frage: Warum ist dem Inhalt der Kupferkapsel nur eine Autogrammkarte der SV Gellersen und nicht auch eine Autogrammkarte der Funny Skippers vom MTV Treubund Lüneburg beigelegt worden? Könnte das etwas mit dem Gemeinwohlkonzept der „Arena“ zu tun haben?

    Liken

  5. Klaus Bruns schreibt:

    Die Arena-Bastler und Brücken-Phantasten dürfen sich schon mal warm anziehen. Ihnen werden die Kosten um die Ohren fliegen. Die Mittelschicht darf sich schon mal in Demut üben und das Verzichten lernen. Ansonsten werden sie von den Rentnern und den ärmeren Schichten ,was aufs Dach bekommen.
    https://www.welt.de/wirtschaft/article206752865/Corona-Krise-Verzoegerte-Auswirkungen-auf-die-Rente.html

    Liken

  6. Klaus Bruns schreibt:

    nur zu info. die corona-pandemie wird am ende vom ,,kleinen mann“ bezahlt werden. dementsprechend werden die löhne nicht mehr steigen, sondern sinken. die verbände der wohlhabenden werden dafür sorgen. verluste müssen aufgeholt werden und pfründe mit allen mitteln verteidigt. dementsprechend werden steuereinnahmen sinken. wer bezahlt dann wohl die laufenden kosten der arena? von der geplanten brücke ganz zu schweigen?

    Liken

    • Erika Weißbach schreibt:

      Arena und Brücke übernehmen Sie, Herr Bruns. Die Ortskernsanierung von Reppenstedt bezahlt Hinrich Bonin. Die Kosten für das Brünnlein vor der IHK-Zentrale wollen Hans-Herbert Jenckel und Michael Zeinert sich teilen. Hans-Martin Koch und Friedrich von Mansberg werden das Theater im Eigenbetrieb durch Lüneburgs Roaring Twenties steuern. Und Bundeskanzler Althusmann verzichtet auf seine Altersbezüge, um Alexander Schwake ein supidupimegaschnafftes Leben in Seevetal zu ermöglichen.

      Liken

  7. Axel Butt schreibt:

    Sehr geehrter Herr Schulz-Hendel,

    in den folgenden vier Punkten stimme ich mit Ihnen überein. Sie belegen die nicht angängige Missachtung des Kreistages durch Landrat Jens Böther in schlimmer Nahrstedt-Tradition. Darüber kann es m. E. keine zwei Meinungen geben:

    1. – „Ich muss als Kreistagsmitglied erwarten können, dass eine pauschale hohe sechstellige Entschädigungssumme inhaltlich begründet werden kann und vor allem juristisch geprüft ist. … Das muss doch dann auch gegenüber den Kreistagsmitgliedern schriftlich begründ- und darstellbar sein.“

    2. – „Bezüglich des Vorsteuerabzuges bleibt festzuhalten, dass es eine verbindliche Zusage der Finanzverwaltung dazu nicht geben kann und wird. … Und wenn man wirklich ein Modell gefunden hat, welches auf ein Konzept basiert, zu dem es bereits ein scheinbar vergleichbares Urteil beim Bundesfinanzhof gibt, dann hätte dieses Urteil auch den Kreistagsmitgliedern vorgelegt werden müssen.“

    3. – „Es fehlen echte Wirtschaftlichkeitsberechnungen ebenso wie Vorstellungen davon, wie die neuen Dienstleisterverträge eigentlich aussehen sollen, zumindest für die Kreistagsabgeordneten, die nun einmal mehr der Verwaltung und allen Akteuren einen Blankoscheck erteilt haben. … Keiner weiß, wie ein endgültiges Nutzungskonzept erfolgreich funktionieren soll“.

    4. – „Und dann wäre da noch die Farce im Umgang mit dem Behindertenbeirat. Spätestens im Sommer 2019, nachdem klar war, dass es hier eklatante Versäumnisse gibt, … hätte der Landkreis reagieren müssen.“

    Gleich zu Beginn mutmaßen Sie: „Offenbar haben die Verantwortlichen im Landkreis aus den Fehlern der Vergangenheit nichts gelernt, denn einmal mehr hat man den ehrenamtlichen Kreistagsmitgliedern Beschlussvorlagen mit unzureichenden Sachdarstellungen vorgelegt.“

    Könnte es nicht gerade umgedreht sein? Gerade weil die Verantwortlichen im Landkreis aus den Fehlern der Vergangenheit viel gelernt haben, wissen sie, dass sie diesen ehrenamtlichen Kreistagsmitgliedern, ohne Schwierigkeiten oder Nachfragen erwarten zu brauchen, Beschlussvorlagen mit unzureichenden Sachdarstellungen vorlegen können?

    Dann schreiben Sie: „Schon vorher war ich aufgrund meiner kritischen Arena Haltung massiven persönlichen Anfeindungen ausgesetzt, die tief bis in mein Privatleben gegangen sind.“

    Aus dem Kreistagskollegium und dem Kreishaus heraus? Warum haben Sie nicht die Kriminalpolizei eingeschaltet? Am 27. Januar diesen Jahres hat Herr Jenckel von einem Kreistagsabgeordneten berichtet, dem auch unter dem neuen Landrat „Assoziationen von mafiösen Strukturen“ durch den Kopf „schwirren“. Und am 3. März berichtete Herr Jenckel von einem weiteren Kreistagsabgeordneten, integer, Christdemokrat und Arena-Befürworter, der seufzend die Vertrauenswürdigkeit der Verwaltung anzweifelte. Wieso schreiben Sie: „Das habe ich ausgehalten und werde das auch weiterhin aushalten“? Ist das Aushalten von „tief in das Privatleben“ gehendem Gesinnungsterror in das Dasein eines Lüneburger Kreistagsabgeordneten eingepreist?

    Liken

    • Detlev Schulz-Hendel schreibt:

      Sehr geehrter Herr Butt,
      ich bitte Sie um Verständnis, dass ich auch unter Berücksichtigung meines Umfeldes, nicht öffentlich über die Details zu den Anfeindungen sprechen möchte. Ich kann Ihnen nur versichern, dass einiges nicht so ganz ohne war. Strafrechtlich aber vermutlich nicht relevant. Es gab einen Vorfall, bei dem sich der Staatsschutz eingeschaltet hat, aber diesen Fall möchte ich auch nicht im Detail öffentlich machen, zumal dieser aus meiner Sicht nicht im Zusammenhang mit meiner kritischen Arena Haltung einzuordnen ist.
      LG Detlev Schulz-Hendel

      Liken

  8. Otto Berg schreibt:

    Sehr geehrter Herr Kreis- und Landtagsabgeordneter Schulz-Hendel,

    eine unerhebliche Figur wie Professor Dr. Hinrich Bonin ist der weiteren Zuwendung nicht bedürftig. Das ebenso erregte wie sinnleere Worthülsengeklingel dieses Reppenstedters ist den Mitgliedern des Kreistages seit dem 10. September 2006 als regelmäßig sich blähende Zurschaustellung eitel zerfaselten Männekentums bestens bekannt und wird, solange die stelzbeinige Performance andauert, gerne genutzt, um Kaffee nachzuschenken, Twitter-Tweets abzusetzen, Hautschuppen von der wattierten Sakkoschulter zu klopfen, um in Taschentücher zu trompeten oder um den Gang ins stillere Örtchen nicht länger hinauszuschieben. Die Essenz allen Boninschen Redens hat Goethe im „Epochenjahr“ 1806 (Niederlegung der Reichskrone durch Kaiser Franz II.), also exakt 200 Jahre vor dem epochalen Amtsantritt unseres großsprecherischen Schimpfkanoniers in folgender Liedzeile resümiert: „Ich hab‘ mein Sach‘ auf Nichts gestellt. Juchhe! Drum ist’s so wohl mir in der Welt. Juchhe!“

    Nun zu ernsteren Dingen:

    1.) Die Arena-Planungs- und Finanzierungskatastrophe ist durch mindestens zwei wahrheitswidrig formulierte Beschlussvorlagen (VO 2018/366 und VO 2019/256) des Ende Oktober 2019 ausgeschiedenen Landrates Nahrstedt in Beton gegossen, aber auch durch jahrelanges pflichtwidriges Applaudieren aller Fraktionsvorsitzenden bis in den Krisenwinter 2018 hinein mit herbeigeführt worden.

    ► Hätte es der politische Anstand nicht geboten, dass Petra Kruse-Runge (Grüne), Gisela Plaschka (FDP), Alexander Blume (CDU), Stephan Bothe (AfD), Martin Gödecke (Unabhängige), Franz-Josef Kamp (SPD) und Frank Stoll (Linke) als an dieser Katastrophe (durch Unterlassung) Hauptmitverantwortliche spätestens im Mai 2019 ihre Kreistagsmandate niederlegen und somit aus dem Kreistag ausscheiden, um ein Zeichen ehrlichen Erneuerungswillens zu setzen und ehrliche Erneuerung so zu ermöglichen?

    2.) Sie schreiben, der Kreistag habe am 9. März 2020 erneut „eine Kehrtwende vollzogen“ und den (Campus begünstigenden, den Landkreis benachteiligenden) Betreibervertrag vom 31. Dezember 2018 aufgehoben, um eine landkreiseigene Betriebsgesellschaft zu gründen, die – angeblich – steuerliche Vorteile bringen und geringere (wenn auch nicht erheblich viel geringere) kommunale Subventionszahlungen erlauben soll.

    ► Warum ist von Ihrer Partei nicht beantragt und (was durchaus machbar wäre) überzeugend begründet worden, diesen Beschluss aufzuschieben, bis alle wesentlichen Unwägbarkeiten scharf umrissen, alle Vagheiten aufgeklärt und die in ihnen steckenden Unsicherheiten mittels nachprüfbarer Daten verringert worden sind?

    3.) Sie erwarten, „dass eine hohe pauschale sechsstellige Entschädigungssumme inhaltlich begründet werden kann und vor allem [vor deren Bewilligung] juristisch geprüft ist“.

    ► Mir geht es ähnlich. Verhält es sich wirklich so, dass die Kommunalaufsicht die Campus/Hoppe-Entschädigung NICHT geprüft hat? Nur, selbst wenn dies doch der Fall gewesen sein sollte, frage ich Sie: (A) Warum war das Rechnungsprüfungsamt an dieser Prüfung nicht beteiligt? (Haben Sie als KTA eine solche Prüfung beantragt?) Und vor allem, (B) Warum legt Landrat Böther – nach den vielen verheerenden Fehlern, die von seiner Seite in der „Außenkommunikation“ bereits gemacht worden sind, – nicht umgehend öffentlich dar, welchen Campus-Gegenleistungen genau und im Einzelnen diese Aufwandsentschädigung im Gegenwert von mindestens 1 Million Euro entspricht, die Herr Klaus Hoppe als Geschäftsführer der Campus Management GmbH bei Auflösung des Betreibervertrags vom 31. Dezember 2018 von der Kreisverwaltung aus Steuermitteln gezahlt bekommen soll? (Wie vielen mittelständischen Familienunternehmen im Landkreis ist über die gesamte Dauer ihrer Existenz schon einmal auch nur der zehnte Teil einer solchen gewaltigen „Entschädigungssumme“ gezahlt worden? Ist denn „der Kreisverwaltung“ nicht klar, dass jeder einzelne von deren „Geschäftsbesorgern“ die Kreishausvorgänge mit der allergrößten skeptischen Aufmerksamkeit verfolgt?)

    4.) Von Projektleiter Hans-Richard Maul ist gestern in der LZ (auf Seite fünf) „deutlich gemacht“ worden, dass mit den – selbstverständlichen (J. Kohlstedt) – Umplanungen zur barrierefreien Halle „weder der Kostenrahmen von 23 Millionen Euro noch der Zeitplan einzuhalten“ sei.

    ► Entspricht diese Behauptung der Wahrheit? War der Kostenrahmen von € 23 Mio. nicht schon lange gesprengt. Und liefern die von der Kreisverwaltung (und so auch von Herrn Maul) selbstverschuldet – sehr späten – Umplanungen nicht nur einen willkommenen Anlass, mit dieser längst fälligen Nachricht endlich herauszurücken? [Da die Honorare für die vielen Arena-Dienstleister und Arena-Berater merkwürdiger Weise immer noch „außerhalb des Arena-Investitionsansatzes“ von rund € 23 Mio. „liegen“ (VO 2019/256), aber (inklusive der Hoppe-Million und weiterer „Opportunitätskosten“) natürlich (ebenso wie die – angeblich nicht bezifferbaren – Finanzierungskosten) zu den Bauaufwendungen (Kostengruppen 100 bis 800) gezählt werden MÜSSEN, wäre es meiner Ansicht nach lange VOR dem Kreistag vom 9. März 2020 an der Zeit gewesen, den KTA und der Öffentlichkeit reinen Wein darüber einzuschenken, dass die beschworenen € 23 Mio. Bauinvestitionen auch dann nicht als „Obergrenze“ gehalten werden können, wenn tatsächlich eine von Herrn Thunecke bescheinigte Vorsteuerabzugsberechtigung besteht (was jedoch – wegen der nur fingierten, aber nicht realen Umsatzerzielungsabsicht – noch keineswegs sicher ist und außerdem auch keine „Ersparnis“, wie suggeriert wurde und wird, sondern nur eine zeitverschiebende Verrechnungserlaubnis bedeutet).]

    5.) Sie schreiben, Sie wünschten sich „am Ende eine erfolgreiche Arena anstatt eines weiteres Fiaskos nach der Fertigstellung“.

    ► Würden Sie mir bitte skizzieren, (a) was Sie unter einer „erfolgreichen Arena“ verstehen und (b) wie dieser „Erfolg“ an einem Standort aussehen könnte, der FÜR JEDE Art von „Arena“ ungeeignet ist und für dessen Nutzung und Erreichbarkeit es (auch mit dem 2. Schubert Exposé: Vorlage 2020/090 „Vorstellung der Verkehrstechnischen Untersuchung zur Arena der Ingenieurgemeinschaft Dr.-Ing. Schubert aus Hannover“ / als PDF einsehbar über Allris) KEINE praktikable Lösung gibt?

    Liken

    • Detlev Schulz-Hendel schreibt:

      Sehr geehrter Herr „Berg“ oder wie auch immer 🙂
      ich bitte Sie zunächst einmal um Verständnis dafür, dass gerade die Corona-Krise die Landespolitik und somit auch mich in einem hohen Maße fordert. Daneben bin ich auch fachlich für viele andere Themen zuständig. Es ist dann mit Einschränkung derzeit nicht zielführend, dass wir uns immer wieder im Kreis drehen. Die Mißstände bezüglich der Arena sind ja hinlänglich bekannt. Ich bitte Sie dann auch in Folge mindestens derzeit von weiteren Fragen abzusehen. Dennoch möchte ich in der gebotenen Kürze auf Ihre Fragen eingehen:

      zu 1: Was frühere Beschlussvorlagen und Versäumnisse angeht, wird die Kommunalauf-
      sicht nach meinen Anfragen aus dem Frühjahr 2019 den Fall umfassend prüfen.
      Dieses ist zmindestens angekündigt und war auch in der LZ nachzulesen. Ich bin
      mir sicher, dass wir nach Beendigung dieser vollumfassenden Prüfung über die
      Ergebnisse informiert werden. Insofern bedarf alles weitere zur Vergangenheit
      zum jetzigen Zeitpunkt keiner Kommentierung.

      zu 2: Der Beschluss ist einmal, wie auch der LZ zu entnehmen, verschoben worden.Ich
      habe die Verschiebung genutzt, um deutlich zu machen, was ich in einer Beschluss-
      vorlage erwarten kann und muss. Dem ist nicht gefolgt worden und für eine
      weitere Verschiebung hätte es aus meiner Sicht auch keine Mehrheiten gegeben.
      Insofern hatte sich auch ein weiterer Antrag erübrigt.

      zu 3: Sie können davon ausgehen, wenn ich auf Mängel einer Beschlussvorlage eingehe,
      diese Mängelbeseitigung auch,auf welchen Wegen auch immer, eingefordert habe,
      mindestens aber ausdrücklich darauf hingewiesen habe.

      zu 4: Ich persönlich gehe von deutlich höheren Kosten aus.

      zu 5: Natürlich muss ich mir auch als Kritiker dieser Arena, einen gut funktionierenden
      Betrieb dieser Arena wünschen, auch wenn ich mir das aus heutiger Sicht überhaupt
      nicht vorstellen kann. Dennoch ist ja, wie sie wissen, der Weiterbau nunmal von
      einer breiten Mehrheit so beschlossen worden. Ich hätte an der Stelle spätestens
      das Unheil beendet.

      Freundliche Grüße

      Detlev Schulz-Hendel

      Liken

  9. Berni Wiemann schreibt:

    Recht hat er!
    Schon Rudi Carrell sang
    … schuld daran hat nur die S..

    Liken

    • Paul Cordes schreibt:

      Wo waren Sie, als es auf der letzten Kreistagssitzung galt, mit „Nein“ zu stimmen, Herr Wiemann? ♫♪♫ „Schuld war nur der Bossa Nova …“ ♪♫♪ Wirklich? Waren nicht auch die schuld, „die gerne lau baden“, wie Herbert Wehner einmal formulierte?

      Liken

  10. jo bembel schreibt:

    Eierkopf ist im Grunde genommen ein Kompliment. Insbesondere dann, wenn es aus dem Munde eines „Professors“ kommt.

    „Eierkopf ist ein umgangssprachlicher Begriff, der, mal eher abwertend, mal (selbst-) ironisch, als Bezeichnung für Wissenschaftler verwendet wird. Der Begriff zielt auf die laut Vorurteil bei Akademikern besonders häufige (Halb-)Glatze ab.

    Der Begriff ist ohne abwertende Bedeutung auf eine längliche ovale Kopfform anwendbar….

    Zu den Elementen der Verbindung von Kopfform und hohen geistigen Leistungen gehörte schon früh die hohe Stirn, die schon im Mittelalter zu einer Mode führte, die vorderen Stirnhaare auszuzupfen. Die Verortung des vorausschauenden Denkens in den Frontallappen des Gehirn stütze diese These im frühen 20. Jahrhundert, weitere Gehirnforschung bezog einen ausgeprägten Mittelbalken auf eine breite Kombinationsfähigkeit. Die Verteilungen sind zwar äußerlich nicht ablesbar, die Akzeptanz in akademischen Kreisen des 20. Jahrhunderts führt jedoch darauf, dass sich Akademiker eher mit Glatze zeigten, statt dem Sinnbild des vollen Haars als äußerlichem Gesundheitsmerkmal nachzugehen (etwa mit Perücken oder über den Kopf gestrichenen Haaren).

    Eine Herkunftsthese, in der Eierkopf und Akademiker zusammengehen, bezieht sich nun auf diese Akzeptanz von Glatzen und den Umstand, dass Akademiker auf Fotos häufiger mit Glatze zu sehen sind als andere Berufszweige. So kann der Begriff als Spitzname für Lehrer unter den Studenten entstanden sein, bei der eine Person anhand eines auffälligen äußeren Merkmals bezeichnet wird, und in der Häufigkeit eine Klassenbezeichnung entstanden sein, die Vorläufer des politischen Begriffs ist.

    Politischer Begriff

    Der Ursprung der abwertenden Verwendung des Begriffs ist nicht vollständig geklärt. Bekannt ist jedoch, dass der gleichbedeutende englische Begriff egg head anscheinend das erste Mal in den 1950er Jahren im amerikanischen Wahlkampf auftrat. Richard Nixon benutzte ihn in negativer Weise für seine Gegner – er bezeichnete sie damit als abgehobene Intellektuelle, die den praktischen Bezug zu den Realitäten und deren Anforderungen verloren haben.“

    Quelle: Wikipedia

    Herr Bonin hat durch die Verwendung des Begriffs zugegeben, dass Sie ihm intellektuell voraus sind.

    jo bembel
    Glatzkopf

    Liken

  11. Klaus Bruns schreibt:

    machen sie sich nichts draus, ich kenne bonin. er ist in meinen augen einfältiger ,als so mancher glaubt. für mich war er auch ein grund, die reppenstedter spd zu verlassen. als jagd-fan verwechselt er schon mal öfters sein ziel. ich habe mich schon immer gefragt, was dieser mann in der spd will? für mich ist er alles andere , nur kein sozialdemokrat.

    Liken

Schreibe eine Antwort zu Erika Weißbach Antwort abbrechen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s