Oberbürgermeisterwahl: Keine Feier ohne Meyer

Heiko Meyer ist schon jetzt allgegenwärtig, ob beim Bäumepflanzen, bei der Verkehrswende am ZOB, bei der Eröffnung des Projektes Zukunftsstadt oder beim Posing vor Theater oder Salzmuseum. Fotos: privat

Lüneburg, 7. Oktober 2020

Es ist die Zeit und der Platz für große und kleine politische Karrieren in Lüneburg. Ob für Bundestag oder Landtag, als Oberbürgermeister oder Abgeordneter in Rat und Kreistag. Hallo! Es sind oder werden viele Plätze vakant.

Im Bundestag vertritt zurzeit niemand aus der Hansestadt die SPD oder die FDP, im Landtag fehlt ein/e CDU-Abgeordnete/r aus der Salzstadt, gewählt wird da erst 2022. Und in Rat und Kreistag wird mächtig durchgemischt. Es hören Lokalpolitiker aus Altersgründen oder Frustration auf. Siehe der verzankte Stadtrat, siehe die Kommentare von LZ-Chef Marc Rath aus den Gremien. Und wenn es beim Hoch für die Grünen bleibt, werden die auch noch zusätzlich Mandate besetzen.

Vor diesem Hintergrund ist es beängstigend ruhig genau ein Jahr vor der Kommunalwahl. Liegt es an der Fülle der möglichen Kandidaten, also an der Qual der Wahl, oder ist es Ratlosigkeit, die das Zaudern verursacht? Zum Glück stehen für den Bundestag weiter Eckhard Pols (CDU) und Julia Verlinden (Grüne) parat.

Doch besonders beim wichtigsten Posten, dem des Oberbürgermeisters oder der Oberbürgermeisterin, gibt es seit Monaten nur einen Kandidaten auf weiter Flur: Heiko Meyer möchte Ulrich Mädge beerben, der nicht mehr antreten kann. Der Rest ist Spekulatius.

Und weil Meyer, Chef des Lüneburger Citymanagements, der einzige bekannte Kandidat ist, gerät meine hier im Blog veröffentlichte Prophezeiung mächtig ins Wanken, dass es nach Tausend Jahren Patriarchat eine Oberbürgermeisterin wird.

Viele habe die Kandidatur von Meyer belächelt, der auf SPD-Ticket in den Rat gezogen ist, aber mittlerweile als Parteiloser agiert. Vor allem den Zeitpunkt mitten in der Corona-Krise. Doch Meyer ist ein Medienmensch, sein Gesicht gehört zu Lüneburg. Und längst gilt: Keine Feier ohne Meyer. Ob er Bäume fürs Klima pflanzt, Flyer in der Fußgängerzone verteilt oder als City-Management-Boss zu vielem ein Wörtchen sagt. Er kann volksnah und Rampensau. Und wenn es jetzt in die Saison des zwar Corona-ausgedünnten Gala-Defilees geht mit „Lünale“-Wirtschaftspreis oder Weihnachtsmarkt-Eröffnung, danach eventuell in die Ballsaison, dann ist Meyer auf dem Parkett und kann bei Lüneburgs Multiplikatoren 1a netzwerken.

In der heißen Wahlkampfphase fallen natürlich auch die Inhalte ins Gewicht, ich nenne das mal die Lüneburger Wende. Aber Vorsicht, was Versprechen angeht. Vermutlich handelt Lüneburg die nächsten Jahre unter der Kuratel der Mangelwirtschaft. Gerade berichtete LZ-Chef Rath von 20 Millionen Euro, die schon 2020 unterm Strich fehlen. Der Aktionsradius wird also deutlich kleiner sein als die Versprechen der Wahlkämpfer. Was wieder dem Punkt Popularität eines Kandidaten oder einer Partei mehr Gewicht verleiht.

Da lohnt ein Blick nach Emden zum Beispiel, wo vergangenes Jahr ein Parteiloser namens Tim Kruithoff nach 60 Jahren SPD den Chefsessel im Rathaus im Sturm eroberte. Der Emder geht heute einfach mal zu „Tim“. Vorname reicht. Das ist ein Zeichen für Popularität. Ob ein Oberbürgermeister Verwaltung kann, interessiert den Wähler erstmal wohl weniger, wozu hat er schließlich seine Dezernenten und Fachbereichsleiter als Expertenteam.

Je mehr Zeit noch ins Land zieht, umso schwieriger wird es, den Funken aufs Wahlvolk überspringen zu lassen, Popularität aufzubauen. Allemal, wenn es unbekannte Kandidaten sind.

Ein Spitzen-Sozialdemokrat, der Jahrzehnte Höhen und Tiefen der Lokalpolitik auf dem Buckel hat, sagte mir jüngst, bei der Oberbürgermeister-Wahl könnten die Grünen auch einen Besenstiel aufstellen. Die Frage sei vielmehr, wer neben Grün in die Stichwahl komme. Heiko Meyer hat er natürlich nicht genannt.

Hans-Herbert Jenckel

Über jj

Journalist, Dipl.-Kaufmann
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93 Antworten zu Oberbürgermeisterwahl: Keine Feier ohne Meyer

  1. Dennis Dräger schreibt:

    Hallo Herr Meyer,

    Ihr Parteifreund Karl Lauterbach fordert Kontrollen in privaten Wohnungen auch während der Weihnachtszeit.

    „Wir befinden uns in einer nationalen Notlage, die schlimmer als im Frühjahr werden kann. Die Unverletzbarkeit der Wohnung darf kein Argument mehr für ausbleibende Kontrollen sein“, sagte der SPD-Gesundheitsexperte der Rheinischen Post. „Wenn private Feiern in Wohnungen und Häusern die öffentliche Gesundheit und damit die Sicherheit gefährden, müssen die Behörden einschreiten können.“

    Unterstützen Sie solche Eingriffe? Oder haben Sie andere Vorschläge, wie die Ausbreitung des Virus über die Feiertage einzudämmen ist?

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    • Jens Kiesel schreibt:

      Herr Lauterbach hat natürlich Recht, wenn private Feiern in Wohnungen und Häusern die öffentliche Gesundheit und die Sicherheit gefährden, müssen die Behörden einschreiten, das ist nicht neu und war schon immer so. Übrigens ist Herr Lauterbach kein Parteifreund von Heiko Meyer.

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      • Richard Barenscheer schreibt:

        Glück für Meyer!

        „Feind – Todfeind – Parteifreund“ lautet ja die makabre Steigerungsformel, die Konrad Adenauer zugeschrieben wird. Sie gilt parteiübergreifend. Auch in der SPD hat man sich ordentlich mit Dreck beworfen. Wen wundert´s, dass sich kaum noch jemand traut, geschweige denn Lust verspürt, die OB-Kandidatur zu übernehmen? Die Menschen haben diese Schlammschlachten im Rathaus so was von satt! Da geht es um das Überleben der Menschheit angesichts von Covid19 und Klima-Wandel, da klaffen Arm und Reich auch in Lüneburg immer brutaler auseinander, da finden Menschen keine bezahlbare Wohnung. Und riesige Geldmengen werden für unsinnige Renommierprojekte ausgegeben – nun müsste endlich politisch gehandelt werden. Statt dessen zermürben sich die Akteure. Das führt zu einer kolossalen Politik- und vor allem Parteien-Verdrossenheit. Pures Gift für die Demokratie! Politiker sind keine Übermenschen und keine Lichtgestalten, also darf und muss man sie kritisieren. Als Wählerinnen und Wähler haben wir sie unter Vertrag genommen. Wer nicht liefert, verliert sein Mandat. So knallhart gestaltet sich das politische Geschäft. Das ist die eine Seite. Die andere: Auch Politikerinnen und Politiker sind Menschen wie du und ich. Liebeshungrige, bedürftige Wesen, voller Sehnsucht nach einem Quäntchen Dank und Anerkennung und einem guten Wort. Ohne Zuwendung verkümmern sie, bringen nichts mehr richtig voran oder fallen auch noch übereinander her. Das geht gar nicht!

        Der „Souverän“ in der Demokratie ist das Volk. Wir bestimmen, wo es lang geht. Daher dulden wir keine Selbstzerfleischung – weder in Verwaltungsämtern noch in den Parteien. Wir erwarten, dass die Verantwortlichen sachlich und fair miteinander streiten, dabei aber ihre Würde bewahren und einander respektieren. „Rote Karte“ daher für alle Intriganten, Selbstdarsteller und Wichtigtuer!

        Mein Rat: Nehmen wir doch die Politiker ins Gebet. Im doppelten Sinn: Stellen wir sie auf offener Szene! Sie sind uns Antwort schuldig. Zum andern aber: Ich nehme jene wirklich ins Gebet, die ich gewählt habe. Ich bete für sie, dass sie Politik im Sinne Jesu begreifen und leben, der gesagt hat: „Wer der Größte unter euch sein will, der sei euer Diener.“ (Markusevangelium 10,43).

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  2. Markus Schulz schreibt:


    Bild: Wikipedia

    Sehr geehrter Herr Meyer,

    Till Brönner, ein deutscher Jazzmusiker von Weltrang, hat auf Instagram einen eindringlichen Appell an politische Entscheidungsträger und an seine Kolleginnen und Kollegen aus der Kulturbranche gerichtet. In einem siebenminütigen Video mahnt er, das Sterben unserer Kulturlandschaft ernst zunehmen. Gleichzeitig ruft er Mitstreiter dazu auf, lauter zu werden:

    Was sagen Sie dazu? Was würden Sie heute als Oberbürgermeister für Brönners Kollegen, den wegen „Corona“ notleidenden Künstlerinnen und Künstlern in Lüneburg, tun?

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    • Daniel Schmolke schreibt:

      Ein schwieriges Pflaster. Herr Brönner hat den darbenden Künstler vor Augen. Wo aber fängt Kunst an, wo hört sie auf und wälzt sich mit der Scharlatanerie im Lotterbett herum?Der Volkswirtschaftler wird sich fragen, was mit dem Begriff „Umsatz“ hier anzufangen ist. Unser wirklich tolles Theater macht gewaltige Umsätze, aber hauptsächlich mit Subventionen von Land, Kreis und Stadt. Benjamin Albrecht macht (noch) sehr kleine Umsätze, aber sein kreatives und kaufmännisches Potential ist gewaltig: https://de-de.facebook.com/landeszeitung/videos/356181015809046/ Die sogenannte „Arena“ ist ein schwarzes Loch für Millionenverluste an Steuergeld über viele Jahrzehnte. Soll deren „Betreiber“, der ja gewissermaßen der Staat (hier nämlich die Privatunternehmungen bezuschussende bzw. finanzierende Kreisverwaltung) selber ist, auch staatliche Hilfsgelder direkt (oder indirekt über den von kommunaler Seite bezahlten „Geschäftsbesorger“) beantragen können? Fragen eines lesenden Lebenskünstlers.

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    • Jens Feuerriegel schreibt:

      Die Künstlerin Mia Florentine Weiss bringt die Gefühle ihrer Kolleginnen und Kollegen so auf den Punkt:

      »Kunst ist systemrelevant. Sie ist der älteste, kleinste gemeinsame Nenner, den wir haben. So lange Kreativität in der Luft liegt, atmen wir. In dem Zuge würde ich gerne das Wort systemrelevant ändern – in humanrelevant. Kunst ist humanrelevant.«

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    • Tobi Müller schreibt:

      Der Frust und bei Selbstständigen auch die Angst sind verständlich. Aber die Kultur braucht bessere Bilder von sich selbst. Bessere Argumente, wofür sie da ist. Und wofür nicht. Kultur ist zum Beispiel nicht für alle da. Ihre Produktion wird zumindest nicht von allen als derzeit annähernd größtes Problem empfunden. Sie interessiert dringlich nur eine Minderheit, wenn auch eine vergleichsweise lautstarke. Soviel Ehrlichkeit wäre in der Krise angebrachter als der Versuch, seinen Beruf unter Zuhilfenahme dieser Lautstärke in der Mitte der Gesellschaft zu behaupten, oder noch schlimmer: als deren Rückgrat zu idealisieren. Eine Demokratie handelt davon, dass sie auch Minderheiten schützt, ihre Interessen und Arbeitsplätze. Das Muskelspiel der Zahlen, das Reden von Formen der Systemrelevanz, das nun den Verteilungskampf prägt, stiftet mehr Verwirrung als Verständnis für die Kultur.

      Brönner behauptet, es gehe um 1,5 Millionen Menschen und verkündet stolz den zweiten Platz aller Wirtschaftssektoren in Deutschland. Doch wen meint er? Er redet mal von der Veranstaltungsbranche, mal von Solo-Selbstständigen. Selbstständige gibt es in Deutschland rund 1,45 Millionen, in dieser Zahl stecken aber auch 116.000 Ärzte, 50.000 Zahnärzte, 124.000 Rechtsanwälte, womit Brönner die Hörerschaft seiner hochwertigen Musik unfreiwillig genau getroffen haben könnte. Aber was, wenn Lieberberg und Brönner nur die Musikwirtschaft meinen? Dann wären es 127.000 Selbstständige, davon rund 50.000 Musikerinnen und Musiker laut einem Bericht des Bundesverbands der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft (https://bdkv.de/musikwirtschaft-bericht-der-verbaende-zu-covid-19-2/). Das ist dann aber eine Dimension, wo Angehörige und Leidende anderer Branchen, Angestellte zumeist, durchaus zu Recht sagen können: Uns geht es auch schlecht. Und wir haben nicht so schillernde Fürsprecher.

      Noch wunderlicher erscheint die Zahl, wenn man eine deutsche Studie im Auftrag der Interessengemeinschaft Veranstaltungswirtschaft (IGVW) von Juni dieses Jahres liest (http://rifel-institut.de/fileadmin/Rifel_upload/3.0_Forschung/Meta-Studie_gesamtwirtschaftliche_Bedeutung_der_Veranstaltungsbranche_RIFEL.pdf). Sie spricht tatsächlich von 1,5 Millionen Beschäftigten und 130 Milliarden Euro Umsatz. Allerdings stammen gut 88 Prozent dieses Umsatzes aus „wirtschaftsbezogenen Veranstaltungen“ wie Messen und Corporate Events, „Kulturveranstaltungen“ wie Konzerte, Theater und Stadtfeste landen bei gerade mal fünf Prozent. Sicher hängen an Messen genauso wichtige Arbeitsplätze, aber eben nicht jene, von denen Till Brönner uneindeutig spricht, wenn er einerseits „wir Musikkünstler“ und dann, im leicht anderen Kontext, wieder „wir in der Veranstaltungs- und Kulturbranche“ sagt. Zudem sind bei Messebau und Corporate Events viele Arbeitsplätze durch Kurzarbeitsgeld oder Soforthilfen abgefedert.

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  3. Sandra Kruse schreibt:


    Foto: Michael Behns

    Sehr geehrter Herr Meyer,

    „Weinachtsmärkte stellen ein unkalkulierbares Risiko dar“. Absagen gibt es aus Berlin, Duisburg, Düsseldorf, Egestorf, Köln, Erfurt, Frankfurt, Moers, Konstanz, Krefeld, Potsdam, Wolfenbüttel …

    Thomas Mitzlaff meint in seinem „Angespitzt“ vom Sonnabend: „Die vorläufige Pesel-Schließung war … das einzig richtige Signal. Und man kann nur hoffen, dass die Behörden jetzt auch weiterhin rigoros durchgreifen“. (https://www.landeszeitung.de/lokales/138523-party-machen-bis-zum-lockdown/)

    Mitzlaffs folgende Worte lassen sich eins zu eins auf den behördlich geplanten Glühwein- und Bratwurstwahnsinn übertragen:

    „Während Menschen viele Entbehrungen auf sich nehmen und nicht wenige sogar um ihre Existenz bangen, wird das, was wir erreicht haben, andernorts mit Füßen getreten. Während der Lüneburger Klinikchef an die Menschen appelliert, auf Feiern zu verzichten, um das Personal in Krankenhäusern und Pflegeheimen nicht an den Rand des Leistbaren zu bringen, heißt es mancherorts noch: Hoch die Tassen…“

    Weihnachtsparty „machen bis zum Lockdown“?

    Wann werden Sie, Ulrich Mädge und Benno Fabricius Ihre Entscheidung bekannt geben?

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    • Dorothea Kittmann schreibt:

      Dazu jetzt: https://www.landeszeitung.de/nachrichten/aus-aller-welt/140280-wo-weihnachtsmaerkte-2020-stattfinden-und-wo-nicht/

      Absagen gibt es bereits in Lübeck, Berlin, München, Frankfurt, Köln, Bochum, Bonn, Bottrop, Duisburg, Düsseldorf, Erfurt, Egestorf, Freiburg im Breisgau, Fürth, Gelsenkirchen, Gütersloh, Hamm, Heidelberg, Heilbronn, Herne, Karlsruhe, Konstanz, Krefeld, Moers, Pforzheim, Potsdam, Remscheid, Reutlingen, Siegen, Stuttgart, Ulm, Wolfenbüttel …

      Weitere Absagen in Niedersachsen (Stand heute): https://www.kreiszeitung.de/lokales/niedersachsen/corona-niedersachsen-gluehwein-bude-pandemie-zimt-stern-weihnachten-nikolaus-weihnachtsmarkt-marktplatz-90081156.html

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    • Mareike Jörgens schreibt:

      Was im Frühjahr das Après-Ski in Ischgl und im Sommer der Ballermann-Besuch ohne Maske auf Mallorca war, könnte im Dezember der Glühweinstand auf dem Weihnachtsmarkt sein: ein Ort, an dem Betrunkene sich dicht gedrängt und mit feuchter Aussprache unterhalten. Der Städtetag organisiert einen Meinungsaustausch unter den Kommunen, wie ein Weihnachtsmarkt in Corona-Zeiten aussehen kann. Alkohol sei ein „zentrales Problem“, sagt der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, Helmut Dedy. Beim Schlendern an Buden und beim Einkaufen ließen sich Hygieneregeln durchsetzen. „Aber kaum mit 1,5 Promille.“

      Der Deutsche Schaustellerbund hat sogar eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Darin steht, Weihnachtsmärkte seien „gut vertretbar“. Mittlerweile ist diese Argumentation überholt. Als „wesentlich“ bezeichnen die Autoren der Studie nämlich das „relativ stabile Infektionsgeschehen“. Das war einmal.

      Einen Lockdown können wir nur gemeinsam verhindern. Die Landkreise können nicht alles und jedes mit Verordnungen regeln. Wenn die Zahlen so steigen wie zum Beispiel in Berchtesgaden, muss die Landesregierung entscheiden, was zu tun ist.

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  4. Andreas Hansen schreibt:

    „Wirtschaftsminister Peter Altmaier hat in dieser Woche zur Rettung der Stadtzentren aufgerufen, ein Konzept dafür hat er bislang nicht“, klagte LZ-Autor Thomas Mitzlaff am Sonnabend in der Landeszeitung: https://www.landeszeitung.de/lokales/138679-die-situation-ist-auch-bei-lueneburgs-handel-dramatisch/

    Wie sollte er denn auch? Ist Altmaier Jesus? Kann er Wasser in Wein verwandeln (Joh 2,1–11) oder gar Tote zum Leben erwecken (Lk 7,11–17)?

    Viel schlimmer ist, dass dem selbsterklärten Oberbürgermeisterkandidaten Heiko Meyer, dem Vorsitzenden des Lüneburger City Managements, genausowenig zur beschleunigten, aber keineswegs neuen Innenstadtverödung einfällt, wie Eberhard Wedler, dem Chef der Lüneburger Kaufhof/Karstadt-Filiale.

    Meyer hofft, dass nach der alarmierenden Verantwortungslosigkeit der Pesel-Betreiber und -Besucher „jetzt jeder begriffen hat, dass wir auch bezüglich der Hygienemaßnahmen alle mitziehen müssen, um die Leute wieder in die Stadt zu bekommen.“

    Wedler setzt „auf einen positiven Effekt“ durch den Umbau seiner Filialflächen und verkündet, Kaufhof/Karstadts Kunden könnten danach „viel Neues entdecken“.

    Solange vorgestrige Konsumtempelprediger wie Heiko Meyer und Eberhard Wedler im Rat Gehör finden, Leute, die leugnen, dass die über zwei Jahrzehnte gewachsene Agonie der stationären Ketten- und Kaufhaus-Konzepte, die gerade in ihre finale Phase einbiegt, sehr wenig bis gar nichts mit der Corona-Pandemie zu tun hat, ist alles Gerede über die „Zukunftsstadt Lüneburg“ und jeder Altmaier-Appell zur „Belebung“ der Zentren wie ein Signal der planerischen Mut- und Fantasielosigkeit.

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    • Karstadt sollte still schweigen. Kaputt gespart. Frustriertes Personal, teilweise krass lustlos (was ich verstehe), Sortiment knapp über Ramsch-Niveau, Abteilungen geschlossen, Kassen-Organisation fatal, Waren-Präsentation aus dem letzten Jahrtausend. Nein, Karstadt geht nicht am überraschenden-Onlinehandel (Ironie) oder an Corona kaputt. Karstadt wurde von Investoren zerstört. Und Lüneburg hat zu lange an den Magneten Karstadt geglaubt, in brisanter Abhängigkeit.

      Es gibt übrigens Einzelhändler in der City, denen es verhältnismäßig gut geht. Weil sie innovativ sind und nicht über das ach so böse Internet wehklagen. Die nutzen es mit eigenen Ideen und viel Freude. Es geht.

      Das musste ich mal loswerden. Möge der Shitstorm kommen…

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      • Klaus Bruns schreibt:

        so ist es, es geht eben nichts über hausgemachte probleme. da die politik grundsätzlich ihre pferde von hinten sattelt. autos aus der stadt verbannen, aber keine vernünftigen alternativen anbieten. vermieter, die den hals nicht voll kriegen. auf der anderen seite, fehlender service der händler. corana deckt alle schwächen auf. eben nicht nur der politik , sondern auch der unternehmen.

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      • Andreas Janowitz schreibt:

        „Möge der Shitstorm kommen…“ …und wieso? Isso?

        Um 2000 hätten schon Anpassungsmassnahmen begonnen werden müssen, aber man hat lieber Sparprogramme aufgelegt- letzlich kaputtgespart den Laden. Shareholdervalue über alles (und genau hier liegt der Hase im Pfeffer).
        Fantasierendite auf Substanzkosten ruiniert auf Dauer.

        Das witzige an der „Innovation“ ist, das sie immer informell bleiben muss, denn wenn sie erst kodifiziert wurde ist sie eben kein Wettbewerbsvorteil mehr…

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      • Yvonne Brück schreibt:

        So? Balmaceda, Bruns und Janowitz, Sortiment knapp über Ramsch-Niveau? Wo kommt die Hochnäsigkeit her? Karstadt ist das KaDeWe der kleinen Leute! Oder kaufen Sie Ihre Ballerinas nur bei Graubner, Ihre Taschen bei Ackermann und Ihre Mitbringsel bei Siebke?

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  5. Wilhelm Führbringer schreibt:

    Sehr geehrter Herr Meyer,

    „von der Parteien Gunst und Haß verwirrt, schwankt sein Charakterbild in der Geschichte.“ Schiller, in seinem berühmten Prolog, „gesprochen bei Wiedereröffnung der Schaubühne in Weimar im Oktober 1798“, meinte Wallenstein. Wer nicht aufgepasst hat, könnte aber auch an „den vergifteten Lüneburger Rat“ (H.-H. Jenckel) oder sogar an manch einen darin herumdonnernden Olympier denken. Als aussichtsreicher Aspirant auf den Posten des Oberbürgermeisters werden Sie vielleicht bereits die diesem auferlegte Haltung präsidialer Überparteilichkeit einüben. Daher möchte ich Sie nach Ihrer Einschätzung der folgenden Situation fragen:

    „Bäumchen wechsle dich“ ist ein einfaches Lauf- oder Fangspiel für Kinder in Wald oder Park. Kompliziert kann sowas werden, wenn Erwachsene es in geschlossenen Räumen vor Publikum aufführen. Nicht nur der Gedanke an bösartig herumzischende Aerosole dürfte am kommenden Dienstag im Kulturforum auf Gut Wienebüttel für eine gewisse Anspannung sorgen. Aufgrund der Partei- und Fraktionsübertritte der Ratsfrauen Annika Weinert-Brieger (SPD → DIE LINKE) und Sonja Jamme (CDU → Bündnis 90/Die Grünen) kommt es dort während der Sitzung des Rates der Hansestadt Lüneburg am 27. Oktober 2020 zum Haschen und Springen im Zuge der Überprüfung und Neubesetzung der Ausschüsse des Rates sowie der Umverteilung der städtischen Aufsichtsratsmandate. DIE LINKE gewinnt an der einen oder anderen Stelle, die SPD verliert entsprechend und auch die AfD muss hier und da abspecken. Die CDU zeigte bereits an, dass sie beim großen, durch die Neuorientierung von Frau Jamme nötig gewordenen Postenrevirement mit den Herren Manzke, Mencke, Morgenstern und Scharf dem Rückschritt in die maskulinesken Sphären der vormodernen Ego-Tümeleien keine Chane geben möchte. Nur eine Partei hält sich bisher bedeckt, denn wie LZ-Chef Rath es ausdrückte „bei Jamme selbst wäre zu schauen, welche Bereiche sie bei den Grünen übernimmt und wie die Partner ihre Sitzaufteilung regeln“: https://www.landeszeitung.de/lokales/136850-dunkle-wolken-ueber-jamaika/

    Marc Rath meint außerdem, „karibische Gefühle hegen insbesondere Grüne und Christdemokraten schon länger nicht mehr. Seit Anfang 2018 ist die Entfremdung förmlich greifbar – seitdem mit Niels Webersinn der maßgebliche Motor für die Dreier-Allianz bei der CDU nicht mehr auf der Kommandobrücke steht. Dass mit Eberhard Manzke ein alter Haudegen nachrückte, der mit dem Oberbürgermeister gut kann, personifizierte geradezu das inhaltliche Ende dieses Bündnisses, dessen Klammer der Wille war, ein Gegengewicht zur gelebten Allmacht von Ulrich Mädge zu schaffen.“

    Welche GRÜNEN Kolleg*inn*en wird Neuzugang Sonja Jamme aus Ausschüssen und Aufsichtsräten verdrängen? Und wie wird der GRÜNE Stadtverbands- und Fraktionsvorstand auf den erneut provozierenden Sozen-Schmusekurs der „MaMeMo“-Radfahrer von der CDU reagieren? Ob der vermittelnde Einsatz des Pädagogen Dr. Gerhard Scharf innerhalb der „Gruppe“ ein Jahr vor der Kommunalwahl zu einer Wiederauferstehung des bereits am 1. Februar 2018 in der IGS-Aula gekreuzigten „Jamaika“-Gedankens führen könnte?

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    • Rainer Dittmers schreibt:

      Es wird Zeit, das es zum Bruch kommt! Das ist doch kein Zustand, was da abgeht und das seit Jahren!!!

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      • Walli Kirchmann schreibt:

        Gibt es eigentlich Geschichten, die nicht in einem verschlafenen Örtchen in der Provinz spielen, sondern in einem aufgeweckten Örtchen in der Provinz?

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    • Petra Güntner schreibt:

      ach, das war ja ohnehin nur ein Zweckbündnis und keine Liebesheirat…aber ihr Ziel SPD und OB in Schacht zu halten, haben sie doch erreicht!😉

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  6. Anne König schreibt:

    Sehr geehrter Herr Jenckel,

    die Landing Page der Website von Marion Minks ziert ein Zitat ihrer Kollegin Marie von Ebner-Eschenbach: „Der wahre Zweck eines Buches ist, den Geist hinterrücks zum eigenen Denken zu verleiten.“ Das ist Lüneburgs Erfolgsschriftstellerin glänzend gelungen. Ihre realistisch geschilderten Hanseheideheimat-Krimis „Eine unterschätzte Frau“ (31. August 2018), „Hassflammen“ (28. Januar 2020) und „Eine Leiche zum Kaffee“ (24.September 2020) titeln da quasi wie eindrucksvolle LZ-Schlagzeilen zum Rathausgeschehen: https://www.marion-minks.de/index.php/buecher

    „Hinterrücks verleiten“! Aber nicht zum fremdbestimmten, sondern zum eigenständigen Denken! Diese Methode ist im Politmarketing auch als „Nudging“ bekannt. Der Bürger wird hier nicht länger als heteronomes Wahlschaf adressiert. Er wird als autonomer Kunde angesprochen.

    „Nudging gibt dem Konsumbürger als Selbstoptimierer nicht vor, wie er sich entscheiden soll, sondern liefert hilfreiche Anstöße (Nudges) zur Orientierung des Kunden/Lesers/Wählers bei seiner freien klugen Wahlentscheidung.“ (http://www.digitalwiki.de/nudging/)

    Marketing im Sinne des Nudging setzt also statt auf psychischen Druck, auf das Auslösen von Sogwirkungen, das Erzeugen von „Nachfrage-Hunger“ beim Kunden oder „das Initiieren von generischer Internetsuche“ der User. „So werden aus angestubsten Verbraucher-Intensionen erfolgreich gelenkte Käufer-Konversionen“ (Prof. Dr. rer. pol. Gerhard F. Riegl, a.a.O.). Auch beim heute so populären Content-Marketing und Storytelling sind solche „Ansätze zur Sensibilisierung und zur sanften, edukativen Steuerung von Konsumentenentscheidungen“ enthalten (wie an der Leuphana gelernt werden kann).

    Moderne, fortschrittliche Lokalpolitiker erkennt der freie Mensch daran, dass sie den Dialog mit ihm suchen, dass sie ihre Kunden mit Zuhören und Fragen zum Zug kommen lassen und sie „auf eine gemeinsame Reise in die Zukunft“ einladen. Was könnte da geeigneter sein als eine futuristische Kombi aus Roman (Lokalkolorit) und Podcast (Zukunftsstadtflair)?

    Meinen Sie ein crossmedialer Marion Minks-Thriller mit dem Titel: „Pärchenpodcast XXL: Heiko, Ekkart, Karlo und Co.“ könnte dem Kandidaten Meyer als Instrument der Aufmerksamkeits- und Sympathiewerbung im kommenden Kommunalwahlkampf helfen?

    Den Plot denke ich mir in etwa so:

    Bei reichlich Rotwein und fassweise Absinth kommen sich Heiko, Ekkart, Karlo, Annika, Karmen, Maria, Sonja und die fünf Petras näher. Unkonventionell ist dabei nicht nur ihr Beziehungsmodell, sondern auch ihre Podcasttechnik: Als Aufnahmegeräte dienen alte Knopfhandys, halbtote Autotelefone und störanfällige Walkie-Talkies. Auch Sendelänge, Abspielkanal und Wochentag sind nicht festgelegt, man wolle auch hier „offen und experimentell“ bleiben.

    Tradition (Bewahren) und Avantgarde (Ausprobieren) — Ist das nicht ungefähr das, wofür Heiko Meyer steht oder stehen könnte?

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    • jj schreibt:

      Ganz klar zu heiß gebadet oder was genommen und immer an Country Joe gedacht….:)

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      • Jo schreibt:

        Mit ihrem Song ›Don’t Bogart Me‹ (auch ›Don’t Bogart that Joint my Friend‹) spielte die Band ›The Fraternity of Man‹ 1968 auf Humphrey Bogart an, der in vielen seiner Filmrollen (›Casablanca‹, ›Die Spur des Falken‹ usw.) eine angezündete Zigarette fest im Mundwinkel klemmen hatte. Ein Joint aber sollte nach tiefem Zug an andere weitergereicht werden. ›To bogart‹ wurde zu einer feststehenden Wendung im US-Englischen mit der Bedeutung ›geizen‹, ›hamstern‹, ›nicht teilen‹. Der Song war 1969 Teil des Soundtracks von Dennis Hoppers Kultfilm ›Easy Rider‹. (Wikipedia)

        In ›mitteilen‹ steckt das Wort ›teilen‹.

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  7. Dagmar Harms schreibt:

    Sehr geehrter Herr Meyer,

    der Handelsverband Deutschland (HDE) rechnet damit, dass rund 50.000 Einzelhandelsgeschäfte innerhalb der nächsten acht Wochen in die Insolvenz gehen werden. Und dies sogar nur unter der Prämisse, dass die Politik nicht wieder wie im Frühjahr flächendeckend alle Läden außer Supermärkte und Drogerien schließt: https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/coronafolgen-einzelhandel-befuerchtet-wegen-corona-folgen-pleitewelle-gegen-jahresende/26006478.html

    Bundeswirtschaftsminister Altmaier will den Unternehmen einerseits helfen, neue Umsatzquellen im Digitalen zu erschließen. In den Städten müsse es andererseits aber auch darum gehen, „Erlebnisräume mit Kultur und Gastronomie“ zu schaffen.

    „Konsumkultur plus Kulturkonsum“ hat dieses Rezept letztens einer genannt und hinzugefügt, das sei alles, was Heiko Meyer zum Thema Stadtentwicklung einfalle: https://blog-jj.com/2020/08/13/lueneburgs-rabattschacht-final-sale-hat-dieses-jahr-eine-bedrohliche-note-corona-ist-nur-der-brandbeschleuniger/#comment-11573

    Neu ist Altmaiers Ansatz also nicht. Und er ignoriert, dass sich das vielzitierte Ladensterben schon seit der Jahrtausendwende beobachten lässt. Ca. 450.000 Einzelhandelsunternehmen in Deutschland zählte das Statistische Bundesamt damals. Im Jahr 2018, das sind die aktuellsten Zahlen, waren es keine 340.000 mehr. Die Finanzkrise 2008/2009 hat den Abwärtstrend nochmal beschleunigt. Unternehmensberater gaben darauf den Trend „Food is the new retail“ aus: Mehr Gastronomie statt Handel. Doch in Corona-Zeiten dürfte der wenig helfen. Neben dem Einzelhandel steckt auch die Gastronomie in einer tiefen Krise.

    Was würden Sie tun, um das unaufhaltbare Verschwinden des „Kaufhauses Lüneburg“ zu kompensieren, Herr Meyer, wenn Sie im nächsten Jahr am 12. September wirklich zum Oberbürgermeister gewählt werden?

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  8. Jens-Uwe Böttcher schreibt:

    Hallo Herr Janowitz,

    Ihr Begriff von Öffentlichkeitsarbeit ist ein typisch deutscher. Er suggeriert, dass Herr Meyer gegenüber der Öffentlichkeit eine Arbeit zu leisten hätte — und zu deren Bedingungen.

    Doch im Verhältnis von Politikern zu Journalisten gibt es seit einiger Zeit einen Umschwung von Pull- zu Push-Kommunikation. Anfragen werden immer später bearbeitet, stattdessen versuchen schon die Kommunalen Gemeindevertreter, selbst Themen zu setzen. Danken Sie an Eckhard Pols und seinen irren Facebook-Gaga vom Montag letzter Woche: https://www.landeszeitung.de/lokales/131673-pols-ist-fuer-spahn/ Solche Profil-Bedürftigen betreiben stärker Content Marketing, also „Akteursjournalismus“, etwa mit Online-Magazinen: https://www.quadratlueneburg.de/ein-mann-fuer-lueneburg.html oder Web-Themenseiten: https://andrea-schroeder-ehlers.de/meldungen/unserioese-wahlkampfhilfe-von-minister-dr-bernd-althusmann Es geht darum, in Abwandlung eines Begriffs des marxistischen Philosophen Antonio Gramsci, „kommunikative Hegemonie“ zu erlangen. Themen zu setzen. Sich eigene Kanäle zu schaffen. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass Mandatsträger oder nach einem Amt Strebende dann nicht so gerne über unangenehme Themen reden wollen. Heiko Meyer scheint diese Idee auf die Spitze zu treiben.

    Meyer ist eine One-Man-Show. Das ist ein bisschen so wie Apple in der Ära Steve Jobs. Diese Shows, wo die neuen Geräte vorgestellt wurden, waren oft reine Jubelarien. Wer da kritische Fragen gestellt hat, musste befürchten, beim nächsten Mal nicht mehr eingeladen zu werden. So jemand wie Meyer ist nur die lokale Zuspitzung dieser Verehrung von sogenannten Visionären im Trump-Zeitalter – in dem ein Exzentriker, der es sich nicht mehr gefallen lassen will, dass er kritisiert wird, ganz einfach die Konsequenzen zieht. Wer bestimmt die Themen? Wer bestimmt die Inhalte, die damit zusammenhängen? Diese Fragen aufzuwerfen und sie mit einem lauten „Ich!“ zu beantworten, bedeutet einen radikalen Schritt, der eine gewisse geistige Verwandtschaft zum politischen Populismus aufweist. Es wird versucht, die kritische, differenzierte Betrachtungsweise auszuhebeln, für die zum Beispiel die Landeszeitung sorgt, und stattdessen die Kommunikation auf eine Person hin zu zentralisieren.

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  9. Kai Schätzmüller schreibt:

    Herr Jenckel, die Spatzen husten es von den Dächern: Angeblich droht uns schon bald ein neuer, mehrmonatiger Lockdown. Was ist für Sie davon zu halten? Und was würde das für die Website, die Werbemaßnahmen und die Wahlkampftour von Heiko Meyer bedeuten?

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    • jj schreibt:

      Der Herbst wird grausam, das führt für Herrn Meyer als Wahlkämpfer höchstens zu einem Paradigmenwechsel lg jj

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      • Kai Schätzmüller schreibt:

        Sie meinen, auch ihm könnte das Hemd der Besitzstandswahrung näher sitzen als die Hose der „Zukunftsstadt Lüneburg“? Erst kommt das Shoppen, dann kommt die Moral?

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  10. Klaus Bruns schreibt:

    Herr Jenckel, was meinen sie: haben sie mit der hiesigen persiflage herrn meyer betreffend , ihm geholfen , oder geschadet? spurlos wird es doch wohl nicht sein, oder?

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    • jj schreibt:

      Ich habe keine Persiflage verbreitet- sollte es ein Kommentator getan haben, Satire darf ja laut Tucholsky alles. Ich finde allerdings, es gibt durchaus Grenzen.

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      • Jo schreibt:

        Zitat Jenckel: „Ich habe keine Persiflage verbreitet“.

        Zitat Janowitz: „‚Keine Feier ohne Meyer’ klingt für mich nach einer Trinkerdevise (und damit kenne ich mich aus)…“

        Ironie-Pingpong unter Ex-Melbeckern?

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  11. Andreas Janowitz schreibt:

    Bezog sich dieser Blogeintrag nicht eher auf Herrn Meyer als möglichen Aspiranten? Wo bleibt also seine Gefolgschaft? Wenn er tatsächlich als „parteiloser“ gedenkt in den Ring zu steigen sollte er sich sputen? Zumal unser System auf Parteimitgliedschaft setzt um übergeordnete Themen mit in die untere Verwaltungsebene zu ziehen?
    Wählte ich einen Grünen würde meine Stimme z.B. der Forderung nach einer Finanztransaktionssteuer im EU-Parlament weiter Auftrieb verschaffen? Für Lüneburg die dezidierte verkehrstechnische Umgestalltung nach einer fahradfreundlicheren Stadt?!
    Wo will sich Herr Meyer als „parteiloser“ Platzieren? Ihm fehlt der organisatorische Überbau?
    „Nich Fisch, nich Fleisch“ ist die Meyerpartei für mich. Sicher muss er bei den wichtigen Lüneburgern Klinkenputzen… aber was ist mit dem Rest?
    Wo steht er wirtschaftspolitisch? CDU a la Merz? SPD a la Scholz? FDP a la Kubicki? Auf welches Korruptionsniveau darf ich mich vorbereiten? Formalisiert oder doch eher anarchisch? Ist er gar geneigt die Cum-Ex Wegeleagerei unterbinden zu wollen? Wo steht er? Irgendwo im Nirgendwo?
    Steht er für weiter so? Will er den Bruch mit der Vergangeheit?
    Mit Jubel, Trubel, Heiterkeit kann man meines erachtens kaum Staat machen? Auf das Merkelteflon kann er auch nicht setzen, also ist er?

    Er hat sich nichtmal in der LZ plaziert? Egal ob polternd „Schluss! Jetzt komm´ ich!“ oder auf samtpfoten „Alles wird gut!“ ?! „Keine Feier ohne Meyer“ klingt für mich nach einer Trinkerdevise (und damit kenne ich mich aus)…
    Er hat eigentlich gar kein Image, kein Zu-, An- oder Auspacker?! Nichtmal das „hemdsärmlige“ Pannini abzieh Bildchen? Das kann doch nicht ernst gemeint sein?

    Also: wo isser?

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    • Franka Sturzenbach schreibt:

      „Nich Fisch, nich Fleisch“ ist die Meyerpartei für Sie?

      Welche Meyerpartei?

      Ein Meyer ist vielleicht nichts weiter als eine Minderheit, die nur aus einem einzigen Menschen besteht.

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      • Andreas Janowitz schreibt:

        Es ist schon ganz schön lange her das ich mit ihm persönlich zu tun hatte und damals war er ganz und gar nicht unsympathisch?

        Das war allerdings lange bevor sich die eine oder andere glohreiche Fehlleistung ergab. Gewisse Leute können sich heute nurnoch gehackt legen, da ist einfach nix mehr zu wollen. Die hätten besser ihr Rentnerdasein geniessen sollen.

        Wenn er tatsächlich anträte sollte er sich mal besser entscheiden für was er denn einstünde, oder klar abwinken?! Wankelmut tut selten gut.

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  12. Klaus Bruns schreibt:

    Frau Dreyer
    Nett, dass Sie „Racheengel“ schrieben. Andere haben mich schon mit Schwefelgeruch in Zusammenhang gebracht.
    Och, ich kann die Anderen verstehen. Schmunzeln. Sie versuchen was zu umschiffen, was nicht geht. Also, ,,Mast und Schotbruch “ Frau Dreyer. So manches Schiff ist nach,, Feuer frei ,,untergegangen.

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    • Gerhard Mildner schreibt:

      Nur Ihre Jolle schwimmt anscheinend immer oben, Herr Bruns. Und die von Hinrich Bonin. Wie kommt das bloß? Gurgeln Reppenstedtrentner mit Rechthaberitisgulasch bevor sie zum Phrasendreschen auf den Marktplatz gehen?

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      • Klaus Bruns schreibt:

        Gerhard Mildner
        mit parteilosen, schiffe versenken spielen, ist ein unterfangen, was noch nie zum ziel geführt hat. mich mit einem selbstverliebten,, champions league player“ in einen atemzug zu vergleichen, ist eine frechheit. aber ich werde ,,milde ,, walten lassen. schmunzeln. was phrasendreschen angeht, sie haben doch gerade bewiesen, sie können es doch weit aus besser. aber eine frage hätte ich: können sie es nur, wenn sie persönlich werden?

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      • Sabine Rösler schreibt:

        Klaus Bruns
        Eine Parallelisierung mit Hinrich Bonin geht gar nicht. Den Stich machen Sie. Aber über das Persönlichwerden sollten Sie sich lieber nicht beschweren. Helga Dreyer hat eine Meinung, die sie ausführlich erläutert. Klaus Bruns kontrastiert blonde junge Damen und abgehangene graue Herren. Das Resultat ist natürlich auch eine Meinung, doch wohl eher eine hormonell verursachte als eine kognitiv begründete.

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  13. Werner Reimers schreibt:

    Sehr geehrte Frau Dreyer,
    Sie sprechen mich in Ihrem Beitrag persönlich an und ich möchte nicht unhöflich sein. Aber wenn es einen Fall von „scheinheiliger“ Gesinnungsmaskerade gab, auf den Ihre deftigen Bewertungen („Charakterlosigkeit“ und „Hinterhältigkeit“) wirklich zutreffen, dann doch wohl das Ränkespiel, mit welchem der CDU-Landesvorsitzende Bernd Althusmann gemeinsam mit der ehemaligen Grünen-Landtagshinterbänklerin Elke Twesten für den 4. August 2017 deren Wechsel zur CDU einfädelte.
    ….
    Frau Jamme ist vor sechs Jahren der CDU beigetreten und war „von Beginn an auf kommunaler Ebene in führenden Gremien dieser Partei engagiert“. Sie hat sich „für den Erhalt der Johannes-Rabeler-Schule und für die Weiterführung des Hosenfeld/Szpilman-Preises eingesetzt“ – , der, wie sie meiner Ansicht nach richtig sieht, „gerade in Zeiten des wachsenden Antisemitismus wichtig wäre“, aber dessen Erhalt „auf wenig Resonanz in den Reihen der CDU“ gestoßen sei. Jammes „Tätigkeit als Pressesprecherin im Vorstand des Lüneburger CDU-Kreisverbandes“ währte mehrere Jahre, begann folglich nicht erst mit dem „Kreisparteitag“ von Scharnebeck! Außerdem arbeitete sie im „Vorstand des Landesfachausschusses Kultus“ mit.
    Frau Jamme schreibt, tonangebende Kolleginnen und Kollegen in der Lüneburger CDU seien ihr zunehmend fremd geworden und „mit der programmatischen Ausrichtung des CDU-Stadtverbandes“ habe sie sich somit „immer weniger identifizieren“ können. Ebenso habe sie „die zunehmenden Versuche, die Einheit der Jamaika-Gruppe zu untergraben“, nicht akzeptieren wollen. Sie ist der meines Erachtens zutreffenden Überzeugung, mit einer geistig immobilen, „in alten Mustern verharrenden, rückwärtsgewandten Politik“ könnten „die anstehenden großen Zukunftsaufgaben nicht bewältigt werden.“
    Wachsende, schwerwiegende „Unvereinbarkeiten mit ihren inneren Überzeugungen“ haben eine sechs lange Jahre für das kommunale Beste rackernde Ratsdame „zu dem Entschluss geführt, die CDU zu verlassen“. Zuvor hat sie ihre „Bedenken schon länger im Gespräch mit den führenden Personen im Kreis- und Stadtverband der CDU“ erörtert. Erst „nach dem ergebnislosen Verlauf“ dieser internen Beratschlagungen hat sie die Konsequenzen gezogen und in freier Entscheidung den Übertritt zu den GRÜNEN in die Tat umgesetzt.
    Sehr geehrte Frau Dreyer, Sie stört, dass ich Frau Jamme als „eine Ratsdame von Format“ bezeichne „und sie damit auf eine Stufe mit Frau Weinert-Brieger stelle“?
    Diese Störung bitte ich Sie auzuhalten!
    (Der Kommentar ist gekürzt.lg jj)

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  14. Helga Dreyer schreibt:

    Sehr geehrter Herr Reimers,
    mich stört Ihr Urteil in Ihrem Kommentar – https://blog-jj.com/2020/10/07/oberburgermeisterwahl-keine-feier-ohne-meyer/#comment-12323 – gewaltig, wonach Sie Frau Jamme bescheinigen, sie wäre „eine Ratsdame von Format“ und sie damit auf eine Stufe mit Frau Weinert-Brieger stellen.
    Das ist mitnichten so.
    Zwei Gründe:
    Schon ein vergleichender Blick auf die persönlichen Erklärungen der beiden (dankenswerterweise haben Sie die Links hierzu eingestellt) Gesinnungswechslerinnen lässt ahnen, wer von ihnen welches Format besitzt.
    Als absolute Charakterlosigkeit bewerte ich aber das Verhalten der Frau Jamme, dass sie sich scheinheilig – noch zehn Tage vor ihrer Offenbarung – am 6. Oktober 2020 in Scharnebeck in den Vorstand des CDU-Kreisverbandes hat wählen lassen, obwohl sie angeblich schon längere Zeit Bedenken hegte. Das ist an Hinterhältigkeit doch wohl nicht mehr zu überbieten, zumal sie in ihrer Übertrittserklärung ähnliche Verhaltensweisen ihrer bisherigen Parteikollegen geißelt.

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    • Klaus Bruns schreibt:

      Frau Dreyer, ich weiß leider nicht , was herr jenckel bereit ist ,hier reinzustellen. ich bin gerade innerlich am kochen. ich war in drei parteien und habe meine gesinnung dabei aber nie gewechselt. wie kommen sie dazu, frau jamme dieses zu unterstellen? sie hat sich wählen lassen. ach was. sie war so schlau, oder die anderen so dämlich? Frau Dreyer , sie sollten richterin werden. in der politik wird gern verurteilt und selten die wahrheit gesprochen.

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    • Otto Berg schreibt:

      Sehr geehrte Frau Dreyer,

      kennen Sie den Film „In & Out“? (Ein hübscher Titel übrigens für das „politische“ Verhalten, um das es in diesem Blog-Thread geht.)

      Das ist eine amerikanische Kinokomödie aus dem Jahr 1997, in welcher der großartige Kevin Kline den liebenswerten kleinstädtischen Englischlehrer Howard Brackett spielt, der das (seine gesamte Existenz betreffende) Unleugbare erst akzeptiert, als er mit den versammelten Hochzeitsgästen im Rücken neben seiner Braut und langjährigen Verlobten Emily (Joan Cusack) vor dem Altar steht und bei der Trauungszeremonie, statt das Jawort zu sprechen, sich vor Stadt- und Erdkreis mit dem Bekenntnis outet: „Ich bin schwul!“

      Gewissensnot in bedrückender Umgebung, liebe Frau Dreyer, kann einen Menschen in die Ausweglosigkeit führen, besonders wenn sie zu einem Gutteil in der (wie sich nicht zuletzt an Ihrem harschen Urteil zeigt) berechtigten Sorge vor sozialen Sanktionen (unverhohlen laut werdender Verachtung etwa) gründet.

      „Absolute Charakterlosigkeit“? „Nicht mehr zu überbietende Hinterhältigkeit“, Frau Dreyer?

      Wer sind wir, dass wir so – absolut – verdammen, ja, vernichten dürfen?

      Warum gestehen Sie der Ratsdame Jamme nicht zu, dass auch sie (wie Howard Brackett) erst einen Kulminationspunkt exponierter, aber einfach nicht (mehr) passender äußerlicher Verbindlichkeit hat erreichen müssen, bevor sie den Mut oder die Kraft oder die nötige Entschlossenheit fand, sich zu entscheiden, sich öffentlich zu erklären und den Fraktions- und Parteiübertritt zu vollziehen?

      Zehn Tage des inneren Ringens können eine sehr lange Zeit sein!

      Verdient ein solcher, (aufgrund der zeitlichen Nachbarschaft der Ereignisse) in der Tat dramatischer Schritt nicht letztlich sogar mehr Respekt, als ein buckelndes, sich wegschwindelndes und unaufrichtiges Ausharren es verdiente, das sich bloß in „die Erwartungen“ schickte und sich selbst dauerhaft verleugnete, um das eigene Vorankommen oder die parteiische (und parteiliche) Gunst „des Publikums“ nicht zu gefährden?

      Und, liebe Frau Dreyer, ein Missverständnis auf Ihrer Seite: Gerade um „Gesinnungswechslerinnen“ scheint es sich weder bei Frau Weinert-Brieger noch bei Frau Jamme zu handeln! Ja, beide wechseln die Partei, d. h. den organisatorischen Rahmen ihrer kommunalpolitischen Aktivitäten. Aber sie tun das, wie beide in ihren Erklärungen hervorheben, aus Motiven mit Verfassungsrang, nämlich aus Gewissensgründen (vgl. Art. 4 und 38 GG), – also primär, um ihrer Gesinnung TREU zu bleiben!

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      • Helga Dreyer schreibt:

        Sehr geehrter Herr Berg,
        haben Sie mich falsch verstanden oder wollten Sie mich falsch verstehen?

        Ich habe nicht verurteilt, DASS Frau Jamme oder Frau Weinert-Brieger den jeweiligen Fraktions- und Parteiübertritt vollzogen haben!

        Ich habe lediglich kritisiert, dass der Kommentator Reimers der Ratsdame Jamme das gleiche Kaliber an „Format“ attestiert, wie es (unbestritten) beim Vorgehen der Ratsdame Weinert-Brieger vorliegt und habe die beiden Kritikpunkte an Frau Jammes Verhalten beispielhaft erläutert.

        Die hierbei gewählte Wortwahl beschreibt MEIN eigenes Anspruchsdenken, Sie müssen damit ja nicht übereinstimmen. Ich wundere mich allerdings, weshalb Sie in dieser speziellen Angelegenheit überraschend so zart besaitet sind, Sie teilen sonst doch auch gerne aus.

        „Zehn Tage des inneren Ringens“…. Haben Sie etwa die Erklärung der Frau Jamme nicht gelesen? Ich kenne die genauen Hintergründe nicht, weshalb genau Frau Jamme am 16. Oktober das Kapitel „CDU“ zugeschlagen hat, obwohl sie vorher in dieser Partei noch als Vorstandsmitglied gestalten wollte. Wenn – reinweg spekulativ gesehen – auf der einen Seite die Peitsche knallte und auf der anderen Seite mit dem Zuckerbrot gelockt wurde, ja, wenn das so wäre, gäbe es noch einen dritten Punkt, der das Format der Frau Jamme kläglich zusammenschrumpfen ließe. Denn dann wären die von ihr aufgezeigten Begründungen lediglich Phrasendrescherei.

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      • Otto Berg schreibt:

        Sehr geehrte Frau Dreyer,

        dass ich Sie falsch verstehe, ist für mich denkbar, dass ich Sie falsch verstehen will, eher nicht.

        Ihr Punkt ist, Sie hätten „nicht verurteilt, DASS Frau Jamme oder Frau Weinert-Brieger den jeweiligen Fraktions- und Parteiübertritt vollzogen haben“, sondern WIE Frau Jamme dies tat. Und DARUM kritisierten Sie, „dass der Kommentator Reimers der Ratsdame Jamme das gleiche ‚Format‘ attestiert, wie es beim Vorgehen der Ratsdame Weinert-Brieger“ vorliege.

        Dazu sieben Anmerkungen:

        1) Welches „Format“ am „Vorgehen“ der Ratsdame Weinert-Brieger „unbestreitbar“ sein soll, explizieren Sie nicht. Damit bleibt der Maßstab Ihres Urteilens im Verborgenen.

        2) Sie schreiben von Ihren „beiden Kritikpunkten an Frau Jammes Verhalten“. Ich erkenne nur einen solchen Punkt, da Ihr Satz, „schon ein vergleichender Blick auf die persönlichen Erklärungen der beiden Damen lasse ahnen, wer von ihnen welches Format besitzt“, zwar eine Behauptung aufstellt, aber eine, die ohne Inhalt ist, da Sie nichts beibringen, was diese Behauptung belegt.

        3) Ihr – einziger – Kritikpunkt lautet somit, es gehe nicht an, dass jemand sich am 6. eines Monats in den Kreisvorstand einer Partei wählen lässt und am 16. desselben Monats zu einer anderen Partei wechselt. Aber auch hier haben Sie Ihren Kritikpunkt „an Frau Jammes Verhalten“ nicht „beispielhaft erläutert“, sondern Sie haben deren Verhalten erst genannt und dann sofort verdammt wie ein alttestamentarischer Racheengel: „Absolute Charakterlosigkeit“, „nicht mehr zu überbietende Hinterhältigkeit“!

        4) Wenn „die hierbei gewählten Worte“ wirklich die Ansprüche beschreiben, die Sie an sich selbst stellen, alle Achtung! Sollten Sie im Umgang mit Ihrer eigenen Person in solchen Lagen aber wie ein unbeherrschter Droschkenkutscher mit sich herumschamfudern, würde ich mir an Ihrer Stelle lieber solange aus dem Weg gehen, bis sich der verbale Rauch derartiger Rage-Rasereien wieder verzogen hat.

        5) Ich brauche nicht zuzustimmen? Dafür danke ich Ihnen! In „dieser speziellen Angelegenheit“ bin ich nicht „überraschend zart besaitet“. Um mit Thomas Mann zu sprechen („Appell an die Vernunft“): Wenn das Boot, in dem wir alle gemeinsam sitzen, auf der einen Seite zu kentern droht, lehne ich mich reflexhaft auf die andere.

        6) Ja, ich teile auch gerne aus. Aber in der Regel nur an die, die kleine Kopfstöße verdienen, weil sie mit dengelnden Kopfnüssen aasen.

        7) Ihre Spekulation („Halb zog man sie, halb sank sie hin.“) ist unfruchtbar, solange Sie diese nicht realitätsfest validieren. Bis dahin könnten Übelwollende auf den Gedanken kommen, sowas „üble Nachrede“ zu titulieren.

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      • Helga Dreyer schreibt:

        Sehr geehrter Herr Berg,
        Sie haben mich also doch falsch verstanden!

        Mein Punkt war, dass ich Herrn Reimers Anmerkung „ist Sonja Jamme die ZWEITE junge Ratsdame von FORMAT“ nicht teilen kann, nicht mehr und nicht weniger. Mit keinem Wort habe ich kritisiert, WIE Frau Jamme agierte.

        Ich kenne Frau Jamme und ihren Einsatz für politisches Geschehen nicht. Meine diskursive Reflexion nährt sich allein aus dem Kommentar des Herrn Reimers, der eingangs auch noch schrieb „Eine mögliche und GEEIGNETE CDU-OB-Kandidatin ist heute zu den GRÜNEN gewechselt“, sowie der Kenntnis über den Inhalt der Übertrittserklärung und dem Ausgang der Vorstandswahlen der Kreis-CDU.

        Eigentlich ist es von daher müßig, zu Ihren Anmerkungen Stellung zu nehmen. Ich tue es trotzdem:

        Zu 1): Frau Weinert-Brieger hat (nicht nur für mich) nachvollziehbar auf mehr als vier Seiten die zugrunde liegenden Sachverhalte und ihre Beweggründe zum Fraktionsübertritt eingehend beschrieben. Das war auch geboten, denn die Wähler haben seinerzeit eine andere Zusammensetzung des Rates gewollt.

        Zu 2) Frau Jamme bleibt doch sehr im vagen mit ihrer knappen Erklärung. Geradezu als lächerlich habe ich die Schilderung über das Motiv zum Eintritt in die CDU empfunden (Achtung! das ist meine subjektiv geäußerte Meinung, die Sie natürlich auch wieder auseinander nehmen können). Damit wollte Frau Jamme wohl den jetzigen Schritt untermauern, dass sie schon immer „grün“ gedacht hat. Aus meiner Sicht deutet sie damit aber eher an, dass Frau Merkel eigentlich eine „Grüne“ ist.

        Zu 3) Zu meinen Äußerungen stehe ich auch heute. Nett, dass Sie „Racheengel“ schrieben. Andere haben mich schon mit Schwefelgeruch in Zusammenhang gebracht.

        Zu 4) Ich kann mich selbst ganz gut leiden, sonst s. 3)

        Zu 5) Was ist, wenn sich alle Bootsinsassen reflexhaft auf die andere Seite lehnen?

        Zu 6) Das gestehe ich Ihnen und allen anderen zu.

        Zu 7) Da sind wir wieder beim Kommentar des Herrn Reimers. Ich habe in meiner Spekulation, die ich im Konjunktiv verfasste, mich auf die Einschätzung des Herrn Reimers, wobei „eine mögliche und geeignete CDU-OB-Kandidatin heute zu den GRÜNEN gewechselt ist“ bezogen (und verlassen). Und wenn diese Wertung stimmen sollte, müsste jeder mit dem Klammerbeutel gepudert sein, der den Handlungsablauf nicht mit Materie füllen kann. Ich kann keine üble Nachrede erkennen, so oder so nicht.

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      • Otto Berg schreibt:

        Sehr geehrte Frau Dreyer,

        eigentlich wollte ich nicht noch einmal retournieren, da wir uns im Kreise drehen, aber ich sorge, Sie könnten mich ungalant heißen, wenn ich mich allzu brüsk abwende. Darum ganz kurz:

        Ich habe Sie nicht falsch verstanden!

        Sehr wohl kritisieren Sie, WIE Frau Jamme agierte, wenn Sie deren Verhalten (Ihre Vokabel) benoten, wobei der Begriff „Verhalten“ üblicherweise „alle Aktivitäten und körperlichen Reaktionen eines Menschen oder Tieres“ bezeichnet, „die sich beobachten oder messen lassen“ (Wikipedia).

        – „Ich kenne die genauen Hintergründe nicht, weshalb genau Frau Jamme am 16. Oktober das Kapitel ‚CDU‘ zugeschlagen hat“, schrieben Sie gestern, am 17. Oktober 2020 um 22:35 Uhr.

        – „Ich kenne Frau Jamme und ihren Einsatz für politisches Geschehen nicht“, schreiben Sie heute, am 18. Oktober 2020 um 14:00 Uhr.

        Trotzdem bescheinigen Sie der Ihnen Unbekannten, über deren Verhaltenshintergründe Sie nach eigenem Bekunden nichts Genaues wissen, „ABSOLUTE Charakterlosigkeit“ und „NICHT MEHR ZU ÜBERBIETENDE Hinterhältigkeit“ und bezweifeln die Gleichrangigkeit ihrer personalen Qualitäten („Format“) im Vergleich mit einer anderen Parteimigrantin, die ein um drei Seiten längeres Begründungsschreiben abgeliefert hat.

        Ich habe nichts gegen (plausible) Spekulationen. Ohne die bewegte sich nichts. Aber ich finde solche Urteilssicherheit auf derart schmaler Basis beunruhigend. Deshalb lehne ich mich auf die andere Seite des Argumentationsbootes und würde es (in diesem Fall) sogar begrüßen, „wenn sich alle Bootsinsassen“ auf diese Seite lehnten.

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  15. Emil Karschunke schreibt:

    Heiko Meyer scheint mit dem Verlassen der SPD-Ratsfraktion einen Lüneburger Trend frustrierter Ehrgeizlinge gesetzt zu haben, die sich als 150-Prozentige in neuer Uniform einbringen möchten. Stephan Bothe von der CDU bei der AfD, Petra Güntner von der SPD bei den LINKEN, Jens Kiesel von den RENTNERN bei der SPD, Holger Nowak von den GRÜNEN bei der SPD, Sonja Jamme von der CDU bei den GRÜNEN, Annika Weinert-Brieger von der SPD bei den LINKEN und Klaus Bruns von diversen politischen Labels herkommend auf der Kommentatorenkanzel des vermeintlich kritischen Reppenstedtertums, das von fünf Parteien und einer Bürgerinitiative mit Top Secrets versorgt wird.

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    • Klaus Bruns schreibt:

      frustrierter Ehrgeizlinge ? wer erkenntnisse gewinnt und danach handelt ,ist ein frustierter ehrgeizling? eine seltsame ansicht, wie ich finde.

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  16. Werner Reimers schreibt:

    Eine mögliche und geeignete CDU-OB-Kandidatin ist heute zu den GRÜNEN gewechselt: https://www.landeszeitung.de/lokales/132767-sonja-jamme/

    Wenn der Brain-Drain bei den Christdemokraten im Rat so weitergeht, werden Modernisten wie die Herren Manzke, Mencke und Morgenstern am Ende noch Gerhard Scharf oder Rainer Dittmers nominieren und ins Rennen gegen (den ebenfalls programmanzeigende Adenauer-Brillen tragenden) Heiko Meyer schicken müssen.

    Nach Annika Weinert-Brieger, die vor sechzehn Tagen ihren Übertritt von der SPD zu den LINKEN in einer nüchternen Diagnose verknöcherten, heillos in sich verknoteten Herrenreitertums nachvollziehbar machte: https://www.landeszeitung.de/wp-content/uploads/2020/09/Weinert-Brieger_Erkl%C3%A4rung-zum-Fraktionswechsel_final.pdf

    … ist Sonja Jamme die zweite junge Ratsdame von Format, die der bräsigen Selbsgefälligkeit der anderen vor allem an sich selbst interessierten Altmännerriege den Rücken kehrt, um sich in einer frischeren parteilichen Umgebung den wichtigen Zukunftsthemen unseres Gemeinwesens zuzuwenden: https://www.landeszeitung.de/wp-content/uploads/2020/10/Erkla%CC%88rung-Austritt-Partei.pdf

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    • Klaus Bruns schreibt:

      ich gestehe, ich bin begeistert. die jungen frauen mischen die alten,,säcke ,, auf. zeit wird es. wer soll diese sonst aus ihrem alten trott rausholen, so beraten resistent wie sie sind? ob linke und grüne in lüneburg sich langsam dadurch annähern werden? von der cdu und der spd kennt man es ja. das die spd links wird , wird ja wohl nicht mehr erwartet.

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  17. Klaus Bruns schreibt:

    Herr Kiesel
    wie fühlt man sich als nicht stimmberechtigt, wenn anträge gestellt werden, die einem gegen den strich gehen?
    Beratende Mitglieder
    Des Weiteren können Räte beratende Mitglieder in die
    Ausschüsse entsenden. In einigen Gemeindeordnungen
    wie der nordrhein-westfälischen gibt es dazu genauere
    Ausführungen. In Nordrhein-Westfalen werden die be ratenden Mitglieder als sachkundige Einwohner bezeichnet.
    Meist regeln aber die Hauptsatzungen der Kommunen
    die Anzahl der beratenden Mitglieder, die insgesamt benannt werden, und das Verhältnis, nach welchem die einzelnen Fraktionen und Gruppen benennen und entsenden dürfen. Auch die beratenden Mitglieder müssen vom
    Gemeinderat gewählt und später verpfl ichtet werden. Sie
    werden in einer von der Ausschussbesetzung getrennten
    Abstimmung benannt. Sie haben zwar die vollen Informationsrechte, die die Sachfragen im Ausschuss betreffen, sind aber vom Antrags- und Stimmrecht ausgeschlossen. Befangenheit oder Unvereinbarkeit trifft auf
    beratende Mitglieder daher nicht zu.

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    • Jens Kiesel schreibt:

      Vielen Dank für die Nachfrage Herr Bruns, ich fühle mich gut und ich hoffe. ihnen geht es auch gut. Als Vorsitzender der SPD Fraktion im Ortsrat Ochtmissen habe ich ausreichende Möglichkeiten zum politischen Mitgestalten.

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  18. Herbert Schaper-Biemann schreibt:

    Sehr geehrter Herr Bruns, sehr geehrter Herr Kiesel,

    wir müssen jetzt maßvoll durchdrehen!
    (Achtung:Satire – ein nötiger Hinweis, weil die Satire von den meisten Deutschen nicht als solche wahrgenommen wird. lg jj)

    Deutschlands einziger Weltschriftsteller macht derzeit mit Interviews in „Welt“ (https://www.welt.de/kultur/plus216736452/Daniel-Kehlmann-Wir-waeren-weiter-wenn-wir-das-Hygienetheater-lassen-wuerden.html) und „NZZ“ (https://www.nzz.ch/feuilleton/daniel-kehlmann-ohne-rituale-wird-der-mensch-ja-wahnsinnig-ld.1579351) von sich reden: Die Corona-Maßnahmen hätten fast zu einer Diktatur geführt, mit dem Verzicht auf Restaurantbesuche breche die abendländische Zivilisation zusammen. Im Gastbeitrag für Blog.jj erklärt Kehlmann nun, warum er noch immer ernstgenommen werden möchte:

    Liebe Lüneburger,

    Gestern hatte ich Francis Fukuyama im Zoom-Call. Der bekannte Futurologe, ein wirklich bedeutender Mann, trug in unserem Gespräch eine Maske. Angeblich, weil er gleich noch zu Penny müsse. Da fragte ich mich für einen Moment schon, ob wir alle eigentlich noch unsere Vernunft (Kant) benutzen, oder nur ich. Ich, Daniel Kehlmann.

    Ich gebe zu: Im März bin ich ein bisschen durchgedreht. Die Aussicht, für ein paar Wochen mein Leben zugunsten des Allgemeinwohls einschränken zu müssen, hat mich sehr betroffen gemacht. Einschränkungen, das kenne ich nur aus totalitären Systemen. Und mit dem “Allgemeinwohl” wurde noch jedes Verbrechen gerechtfertigt: die Stasi, die Buchpreisbindung, die Straßenverkehrsordnung. Diese Position nehme ich mir heraus: Wenn ich als Schriftsteller nicht mehr für ein Wochenende spontan nach New York zum Shoppen kann, sind wir der DDR gefährlich nahe.

    Ich habe mich wochenlang in einem nur wenige tausend Euro teuren Ferienhaus in Montauk einquartiert, um die Krise abzuwarten. Mit Vorräten, Waffen und einer Playstation. Draußen war es kalt. Kalt, wie in einem Gulag! Immer, wenn ich das Fenster öffnete, spürte ich ihn, den Eishauch des Totalitarismus, der mich auch immer anfährt, wenn ein Juso das Wort „Vermögenssteuer“ in den Mund nimmt. Ich korrespondierte mit einer Freundin, die 60 000 Dollar Miete für ihre Boutique in Soho zahlen muss und jetzt nicht mehr ein noch aus weiß vor lauterlauter. Sie war sich sicher: Die Machtergreifung der Kommunisten steht unmittelbar bevor.

    Heute lache ich im Interview mit der „NZZ“ über Boris Groys, der seine Wohnung viele Wochen nicht verlassen hat. Da war im Vergleich mein Meltdown im März doch vergleichsweise besonnen. Nein, wir müssen uns jetzt an Schweden orientieren! Schweden, wo die Regierung sehr früh erklärt hat, dass übergeschnappte Großschriftsteller dort weiter Narrenfreiheit haben. Ansonsten möchte ich mich in den nächsten Wochen vor allem als maßvoll abwägender Feingeist inszenieren, damit allmählich vergessen wird, dass ich darüber nachgedacht habe, ob man für offene Restaurants nicht ein paar Pflegerinnen sterben lassen kann.

    Woher ich meine Kompetenz habe, über virologische Fragen zu sprechen? Ich habe einen Roman über Seuchen im Mittelalter geschrieben. Beim „Schwarzen Tod“ ging es nämlich auch viel um Panik, Aberglauben und Rituale. Und mittendrin: skrupellose Opportunisten, die versuchen, mit der Verwirrung der Leute Geld zu verdienen. Meine Gedanken aus dem Montauker Exil habe ich übrigens bereits jetzt zu einem epochemachenden neuen Stück vereint. 89 Euro, kommt neutral verpackt.

    Bleiben Sie gesund! Ich muss es ja auch.

    Herzlich

    Daniel Kehlmann

    Lektorat: Herbert Schaper-Biemann

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    • Hermann Klepper schreibt:

      Es ist noch nicht lange her, da wurde ich auf dem Marktplatz von sogenannten Querdenkern dafür beschimpft, dass ich eine Maske getragen habe. Die Diskussionen darüber waren im Nachgang im höchsten Maße unerfreulich; über allem schwebte neben den Fragen zu einem vernünftigen Umgang miteinander die Frage, ob eine solche Maske überhaupt etwas bringt. Die Auseinandersetzung war wie der Schlussakkord eines Sommers, der von zu vielen Menschen in zu großer Sorglosigkeit verbracht worden ist.

      Wer über Märkte oder Flohmärkte ging, hörte von den Mitbesuchern häufig, noch nie habe man von jemandem gehört, der mit dem Virus infiziert gewesen sei. Die – in Deutschland stets vergleichsweise harmlosen – staatlichen Eingriffe gingen viel zu weit. Dass es aber auch hierzulande gar nicht wenig Arbeitnehmer und Selbständige gibt, die unter den Corona-Folgen erheblich leiden, wurde ausgeblendet oder besser: Ursache und Wirkung wurden vertauscht. Es war ein Prophylaxe-Paradoxon. Nicht etwa der Erfolg des harten „Lockdowns“ im Frühjahr wurde anerkannt und im Bemühen um Abstand, Hygiene und Atemschutz so fortgesetzt, dass so etwas nie wieder hätte notwendig werden müssen. Schuld an misslichen Corona-Auswirkungen waren aus dieser Sicht eher die Maßnahmen zur Bekämpfung des Virus als die Krankheit als solche. Also war Sorglosigkeit oberstes Gebot.

      Hoffentlich kommt das Land im Herbst und im Winter zur Besinnung: Wenn einem diejenigen, die wirtschaftlich unter Corona leiden, wirklich am Herzen liegen, ist man jetzt vernünftig. Und wer sich redlich umhört, weiß: Es gibt genug Geschichten von unerquicklichen Covid-Krankheitsverläufen, auch in der nicht weit entfernten Umgebung. Niemand will einen zweiten „Lockdown“; ein jeder möchte, dass das Leben schnell normaler wird und die Krankenhäuser nicht überlastet werden. Dabei hilft aber nur Vernunft, nicht „Querdenken“.

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      • Sandro Beusch schreibt:

        Das ist das Problem mit den Schiefdenkern, sie können sich nicht in die Lage der Gefährdeten, der Kranken, der Angehörigen von Toten versetzen. Sie leben in einer durch ihren Unverstand limitierten Welt, Solipsisten spezieller Art. Dabei geht gerade von ihnen Gefahr aus, denn sie helfen, das Leiden in der Welt zu vermehren, sind Boten des Unheils. Da ist unmittelbarer Zwang durch den Staat angesagt. Nicht nur unsere Ärzte und ihre Helfer bekämpfen die Pandemie. Auch die Exekutive ist gefordert, muß strenger durchgreifen und zulangen! Die Zeit des Bittens, Mahnens und Drohens ist vorbei. Jetzt sind eindeutige Handlungen erforderlich. Wir haben dem Staat Macht auf Zeit verliehen, er muß sie endlich entschieden nutzen!

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      • Markus Schulz schreibt:

        Ihre Diagnose ist richtig, aber Ihre Therapieempfehlung macht ein Dilemma kenntlich.

        Was würden Sie sagen, wenn Aljaksandr Lukaschenka Ihre Argumente heute Abend benutzt, um damit die Einschränkung der Versammlungsfreiheit in Weißrussland mit staatlichen Machtmitteln zu rechtfertigen?

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  19. Klaus Bruns schreibt:

    Moin Herr Kiesel
    Als alter SPD,ler können sie mir glauben, die lüneburger spd ist vom demokratischen sozialismus soweit entfernt, wie der mond zur erde. sie wissen doch bestimmt, die linke hat sich auch dem demokratischen sozialismus verschrieben. nun dürfen sie mal raten, warum die spd und die linke in lüneburg sich spinnefeind sind? übrigens, wie im wald reingerufen wird, schallt es wieder raus. wer konservative politik betreibt und behauptet , er wäre rot , ist für mich ein lügner. frau doktor von der leuphana hat es auf den punkt gebracht. sie ist eben noch jung und schaut noch nicht durch eine vereinsbrille, so wie es die alten ,,säcke,, es immer gern tun. warum hat wohl ein herr meyer sich von der spd verabschiedet? und warum haben sich wohl die hälfte der spd-mitglieder sich von der spd getrennt? ich habe werkzeugmacher gelernt, wie das renten-blümchen. facharbeiter haben mal die spd gegründet. und wer treibt jetzt in der spd seinen unfug? suchen sie mal einen facharbeiter.

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    • Theo Fuchs schreibt:

      War Blüm nicht in der CDU, Herr Bruns? Im Gegensatz zu Herrn Kiesel. Der war in der Rentnerpartei und saß „mit Birte Schellmann (FDP) als Gruppe im Rat der Stadt“, bevor er im Juni 2015 „überraschend“ zur SPD wechselte, „weil er mit den politischen Zielen“ der Partei, für die er in den Rat gewählt worden war, „nicht mehr übereinstimmte“ (ein Schritt ins politische Glück, den ebenfalls getan zu haben, er vor gut einer Woche bezüglich der Ratsfrau Annika Weinert-Brieger öffentlich, wenn auch ungebeten und ohne Angabe von Gründen, „bezweifelte“): https://www.landeszeitung.de/lokales/48699-jens-kiesel-wechselt-von-der-rentnerpartei-zur-spd/

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      • Klaus Bruns schreibt:

        War Blüm nicht in der CDU, Herr Bruns?
        stimmt, er war sozialer eingestellt, als jeder seeheimer der spd

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      • Jens Kiesel schreibt:

        Herr Fuchs, Ihre Recherche ist verbesserungswürdig. Mein Parteiwechsel war leider alles andere als überraschend, da uns die Zahlungsunfähigkeit der Rentner Partei auf Bundesebene lange bekannt war. Für mich war die darauf folgende Auflösung der Partei sehr schmerzhaft, da der Kreisverband der Rentner Partei in Lüneburg, deren Vorsitzender ich einige Jahre war, mit 130 Mitgliedern zu Spitzenzeiten auf einem sehr erfolgreichen Weg war. Ohne den Rückhalt einer Partei konnte und wollte ich nicht bleiben und da die FDP für mich nicht in Frage kam, zog es mich als alter Sozi zurück zu den Wurzeln. Als boshaft empfinde ich ihre Behauptung, ich hätte als Grund des Wechselns angegeben, ich würde mit den politischen Zielen der Rentner Partei nicht mehr übereinstimmen. Das Gegenteil ist der Fall, nach wie vor entspricht das Parteiprogramm der Rentner Partei meinen politischen Zielen. Auch in der SPD setze ich mich z.B. für ein neues Rentensystem ein.

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      • Theo Fuchs schreibt:

        Herr Kiesel, Sie empfinden „meine Behauptung als boshaft, Sie hätten als Grund des Wechselns angegeben, Sie würden mit den politischen Zielen der Rentner Partei nicht mehr übereinstimmen.“

        Das ist NICHT „meine Behauptung“! Sondern das ist laut LZ (Redakteurin Antje Schäfer) vom Juni 2015 IHRE Begründung.

        Zitat Jens Kiesel Absatz eins, letzte Zeile in indirekter Rede: „Außerdem stimme er mit dem (!) politischen Zielen nicht mehr überein.“

        Nachweis: Landeszeitung für die Lüneburger Heide (online) vom 17.06.2015 um 16:00 Uhr

        „as Lüneburg. Überraschung auf dem politischen Parkett: Jens Kiesel (Rentnerpartei), der bisher mit Birte Schellmann (FDP) als Gruppe im Rat der Stadt saß, ist in die SPD eingetreten. Als Grund nennt er, dass die Rentnerpartei auf bundespolitischer Ebene inzwischen zwei Vorstände habe, zwischen denen ein Machtkampf ausgebrochen sei. Außerdem stimme er mit dem politischen Zielen nicht mehr überein.“

        Link: https://www.landeszeitung.de/lokales/48699-jens-kiesel-wechselt-von-der-rentnerpartei-zur-spd/

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      • Jens Kiesel schreibt:

        Herr Fuchs, ihre Interpretation meiner damaligen Aussage ist völlig absurd. Die richtete sich natürlich an die zuletzt agierenden Vorstandsmitglieder, deren einzig erkennbares Ziel der Kampf um das Geld aus der Parteienfinanzierung war. Dabei wurde erbittert vor Gericht gekämpft und sich gegenseitig mit Schmutz beworfen. Nicht gemeint waren damit die Richtlinien aus dem Parteiprogramm der ehemaligen Rentner Partei, die immer noch meinen politischen Vorstellungen entsprechen. Zum Zeitpunkt meines Eintritts in die SPD waren beide Rentner Parteien faktisch nicht mehr vorhanden.

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      • Theo Fuchs schreibt:

        Herr Kiesel, als völlig absurd empfinde ich, mir eine „Interpretation“ Ihrer Aussage von 2015 anzudichten. Ich zitiere nur Ihre eigenen Worte, wie sie von jedem in der Zeitung nachzulesen sind.

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    • Jens Kiesel schreibt:

      Wie ich schon sagte Herr Bruns, der demokratische Sozialismus ist nicht Bestandteil meines Beitrags, nur soviel : Das Hamburger Programm von 2007 gilt nach wie vor, es bestimmt den demokratischen Sozialismus (oder die soziale Demokratie) als eine Ordnung von Wirtschaft, Staat und Gesellschaft, in der bürgerliche, politische, soziale und wirtschaftliche Grundrechte für alle garantiert sind. Das alles findet sich sowohl in der SPD Fraktion im Rat der Stadt Lüneburg, der ich angehöre, als auch im Lüneburger Ortsverein der SPD.

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  20. Dagmar Harms schreibt:

    Sehr geehrter Herr Jenckel,

    Kaufhäuser und Bürofluchten wird es in zehn Jahren in Lüneburg nicht mehr geben. Konsum und Arbeit werden von physischen Präsenz- und Repräsentanzlokalitäten nahezu vollkommen entkoppelt sein. Niemand wird mehr in eine Stadt fahren, um dort einzukaufen. Niemand wird mehr auf einen Digital-Campus ziehen, um dort zu arbeiten. Neunzig Prozent dieser Praktiken werden sich über stark variierende, zuweilen Länder und sogar Kontinente übergreifende Distanzen online abspielen. Nachbarschaft oder räumliche Nähe wird ausschließlich nach ästhetischen Vorlieben und Gesichtspunkten gewählt und nach der Qualität und Erreichbarkeit von Gesundheits-, Bildungs- und Unterhaltungsleistungen organisiert werden. Die Mieten im Zentrum, um die Grapengießer und die Bäckerstraße herum, werden voraussichtlich um das zehn- bis fünfzehnfache des heutigen Standes einbrechen. Die Eigentümer, Investorengemeinschaften, Banken, Rentenkassen und Versicherungskonzerne, werden ihre Immobilien mit gewaltigen Verlusten abstoßen. Der negative Klimawandel und die geänderten Ansprüche der Stadtbewohner werden die Mobilitätswende sehr schnell erzwingen. Der Kraftfahrzeugverkehr und die Parkraumbewirtschaftung werden um den Faktor Tausend schrumpfen. Die Innenstadt wird wieder überwiegend Wohnraum werden und muss unter sozialen Gesichtspunkten komplett neu erfunden und gestaltet werden.

    Es wird unvermeidlich sein, die Frage nach den „kulturellen Grundlagen von Urbanität“ neu und radikal zu stellen, angesichts eines Szenarios, das dann tatsächlich Züge eines Kulturkampfes trägt: nicht zwischen Religionen oder angeblichen politischen Blöcken, sondern innerhalb unserer Gesellschaften – zwischen Stadt und Land, jung und alt, Mobilen und Sesshaften, besser und gering Ausgebildeten, Angehörigen wohlhabender und verarmender Schichten.

    Glauben Sie wirklich, dass der sympathische Heiko Meyer von der LCM der richtige Mann ist, um in diesem Prozess eine Führungsaufgabe zu übernehmen?

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    • jj schreibt:

      Liebe Frau Harms, in Teilen wird es so kommen, wie Sie es beschreiben, weil unser Wirtschaftssystem des Mehr einfach nicht mehr lange funktioniert, da mag China schon wieder boomen. Das ändert daran nichts. In Teilen wird es wie immer Renaissancen geben auch für den Handel.

      Die Diskrepanz zwischen der Politik und den Bürgern, zwischen Wort und Tat, sie wird immer größer werden, was auch zu einem anderen politischen System führen wird.

      Und was das gesellschaftliche Miteinander angeht, den Humus unseres Zusammenlebens, so mag ich Ihnen nicht sagen, wie das nach dem Trauma der Corona-Pandemie weitergeht. Und ehrlich gesagt, sehe ich zurzeit keinen Messias für Lüneburg, der Ihren Ansprüchen gerecht wird, zurzeit ist da eben nur Heiko Meyer. Lg jj

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    • Andreas Janowitz schreibt:

      Naaahh, Frau Harms!
      Schön das Sie meine Ansichten teilen, aber ich fürchte SIe haben wesentliche Bestandteile des real existierenden Status Quo verkannt: selbstredend wird die EZB in tandem mit der FED, allen Schuldnern etwaiger „systemrelevanter“ Grossunternehmen (also alle mit genügend Schmiergeld in der Kasse) unendlich Kredit gewähren, ergo „retten“?
      Pleite gehen höchstens die störenden Genossenschaften oder etwaige, ähnlich strukturierte Unternehmungen ohne dynastischen Unterbau.
      Die richtigen Krisengewinnler sind natürlich alle mit Zugriff auf unsere MEFO 2.0 Wechsel, also die sog. Derivate. Im Derivatemarkt ist Fantasie! ^^
      Die Derivate sind die neue Pseudowährung (naja ganz so neu ist seit 2008 ja auch nicht mehr [aber immerhin 1:1000 Hebel!] und immerhin immernoch gültige Schuldverschreibungen mit Volumina im 10.000 Mrd € Bereich, so gut wie Geld ebend).

      Die nützlichen Idioten, also unsere möchtegern Geldaristokraten (mit ihren mickrigen paar 100.000€) werden schon dafür sorgen das der Bodensatz pariert.
      Nach unten koten, nach oben kriechen hatte sich schon öfters bewährt?

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      • Andreas Janowitz schreibt:

        Entschuldigung, ich hatte vergessen die wenigen erhältlichen Informationen zum grauen Fianzmarkt beizufügen:
        https://stats.bis.org/statx/srs/table/d5.2?f=pdf
        Wobei „OTC“ über den „Landentisch“ also jenseits gesetzlicher Vorgaben bedeutet, es gilt hierbei die Vertragsfreiheit. Jede noch so hahnebüchene Konstruktion ist erlaubt.
        Der Carry-trade, also jenes Raten um die „nötigen“ Währungsbewegungen:
        https://stats.bis.org/statx/srs/table/d5.1?f=pdf
        Das Volumen des OTC Marktes geht auf die 500.000 Mrd (!)€

        Selbstredent hat diese scheinbar abgehobene Metaebene Folgen für unser beschauliches Städtchen?! Denn sowohl die notwendigen „Sicherheiten“, als auch die möglichen „Renditen“ saugen Investitionskapital ab? Wieso soll eine Bank einem Unternehmen noch Geld leihen?
        Obendrauf kauft die EZB seit Jahren Unternehmensanleihen? Warum sollte ein Unternehmer da noch das Risiko eingehen „Arbeitsplätze“ zu schaffen? Im Vergleich zu offen Wetten am Casinotisch sind die laufenden Kosten für den Unterhalt von Mensch&Maschiene gigantisch? Über die „angemessene Höhe“ der Bonivergütungen (auf Kredit) wollen wir mal bessser gar nicht erst schreiben.

        Da mir Herr Meyer bisher nicht plausibel erklären konnte, wie es nach dem Ende des grössten Arbeitgebers mit immernoch >1000 Arbeitsplätzen in Lüneburg weitergehen soll, bin ich gespannt wie das eine gewisse andere Partei angehen möchte…

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      • Silvia Weinbrenner schreibt:

        @ Andreas Janowitz

        Die Hölle hat einen schlechten Ruf, dabei gibt’s da total schöne Ecken.

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      • Werner Mellentin schreibt:

        Herr Janowitz:
        mit Ihrer historischen Einordnung des Derivatehandels („Die Derivate sind die neue Pseudowährung (naja ganz so neu ist seit 2008 ja auch nicht mehr …“) liegen Sie leicht Abseits von den Erkenntnissen der Historiker:

        https://de.wikipedia.org/wiki/Derivat_(Wirtschaft)

        „Der Derivatehandel kann bis in das 2. Jahrtausend v. Chr. im heutigen Bahrain und Indien sowie Mesopotamien zurückverfolgt werden. Schon frühzeitig wurde versucht, die Risiken aus Handelsgeschäften, insbesondere durch die Seefahrt, in Form unbedingter Termingeschäfte abzusichern. Bereits Aristoteles beschreibt in seinem Werk Politik um 330 v. Chr. Marktmanipulation unter Verwendung von Derivaten auf die Kapazitäten von Olivenölpressen. Ein organisierter Handel lässt sich bis ins 12. Jahrhundert in Venedig zurückverfolgen.“

        Wenn wir zeitlich nicht so weit zurückgehen wollen: auch der Crash der New Yorker Börse am 25.10.1929 („Black Friday“) wurde bekanntlich durch Leerverkäufe von Aktien „Short Sellings“ beflügelt.

        Wie so oft gilt auch hier: Vermeintlich Neues ist bei genauer Betrachtung auch nur ein alter Hut.

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      • Andreas Janowitz schreibt:

        Fr. Weinbrenner für infernalisches brauchen Sie ganz sicher keine Bootstour auf dem Styx? Seien Sie versichert: Sie wollen die albtraumhafte Wirklichkeit gar nicht in gänze erfahren. So wollen nicht wissen was Hypnos den Oneiroi einzuflüstern vermag.

        Eine weitere „Metaebene“ -die Geldwäsche- ist Grundsatzvorraussetzung für das Funktionieren des sog. grauen Finanzmarktes. Kein Wunder also, das die Bundesrepublik eine der top Adressen weltweit darstellt? Ich möchte gar nicht wissen wer alles seine Dreckwäsche auf dem grauen Finanzmarkt umschlägt. Die Herrschaften haben schliesslich alle eine weisse Weste…

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      • Andreas Janowitz schreibt:

        Herr Mellentin der Haken an der Geschichte ist die zerstückelten Kredite abseits ihres eigentlichen Verwendungszwecks als Ersatzgeld zu verwenden, was meinem bescheidenen Wissensstand nach mit den MEFO Wechseln das erste mal systematisch Betrieben wurde?
        Das Chaos 2008 liess kaum einen anderen Schluss zu, oder? Aus den Krediten ein weiteres mal Profit zu schlagen und eine weitere Produktebene aus dem Kredit zu erzeugen, war sicher die Motivation für die umfangreiche Erzeugung dieser speziellen Sorte Derivate. Soweit ich verstehe wurde diese allerdings „as good as money“ verwendet und reichlich unter den Akteuren „getauscht“ und „versichert“, was den totalen Stop dieses Reigens erklären würde, da niemand mehr wusste welche Einheiten dieses Pseudogeldes de facto null Wert beinhalten würde und ausserdem eine Kaskade von Versicherungsansprüchen erzeugte? Es ist ein bischen wie mit Goldtalern zocken bis sich herrausstellt jemand hat diese mit Blei verschnitten…

        Ich habe bewust die sehr breite Formulierung „Derivate“ verwendet, da das Aufweichen von Regeln schon vor 2008 überall einsickerte. Auch „normale“ Terminkontrakte waren
        /sind schlicht wertlos (z.B.: Alluminiumbarren werden schlicht von Lager A nach Lager B gekarrt?). Märkte als Preisfindungsorte sind sinnloss geworden?
        Die Regeln haben sich kaum geändert, denn wie wir wissen ist der Bock längst Gärtner. Die Insolvenzreinigung der Märkte ist durch die Zentralbanken seit Jahren aufgehoben, u.a. weil man gar nicht mehr weiss wo überall Minen hin und her getauscht werden, oder welche Folgen die eine Pleite irgendwo am anderen Ende der Welt hat? Das ganze neue Geld soll doch nur vorgeben man könne die Folgen „verwässern“? Was dann ein bischen wie Fukushima ist, wo man den Atommüll ins Meer kippt und darauf hofft, den individuellen Krebstoten nicht mehr zurrückverfolgen zu können…

        Sicher kann weder Herr Meyer oder sonst ein lüneburger Bürgermeister das alleine ändern und ich möchte diesem Blogabschnitt nicht weiter mit themenfremden Beiträgen zumüllen, aber die Folgen unserer Finanzhomöopatie müssen wir alle auch hier vor Ort tragen. Ich und (ich glaube) auch Sie hängen im Wesentlichen von Einkünften aus echten Arbeitsplätzen ab. Bei den inzwischen erreichten Wettbeträgen am Casinotisch sind Änderungen um nur 0,01% Summen, die Sie, Ich und wohl auch jeder andere Lüneburger unsern Lebtag nie erwirtschaften könnten.

        Womit also möchte irgendjemand Arbeitsplätze schaffen? Mir ist es ehrlich gesagt völlig egal wer sich für wichtig genug für den Posten hält: wie will er Arbeitsplätze schaffen?
        Mit welchen Mitteln? Welche Wege beschreiten? Sicher nicht mit einer Ewigkeitsbaustelle „Circus Minimus“…
        Damit sollte ein angehender Bürgermeister schon aufwarten können?

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  21. Thorben Peters schreibt:

    Thorben Peters

    Wenn ich wieder einmal den Stadtrat als Gast besuche und jemanden dabei habe, die oder der diesen noch so gar nicht erlebt hat, so ist folgendes Szenario typisch. Die Person, welche mich begleitet, beugt sich erschrocken zu mir rüber und fragt: „Wer ist der polternde bärtige Mann dort?“ Ich antworte: „Das ist der Oberbürgermeister“. Die Person hakt nach: „Darf der immer soviel reden?“ Ich sage nicht ohne Ironie: „Der Oberbürgermeister darf reden, wann und wie er möchte. – Nur er.“ Alle im Stadtrat kennen dieses Verhalten, wenn der Oberbürgermeister mal wieder einem Ratsmitglied das Wort entzieht, um es anschließend runterzuputzen, nur weil ihm dessen Meinung nicht passt. Die meisten Ratsmitglieder haben sich an diese (Un)Kultur gewöhnt, auch die meisten Pressevertretenden. Die Schimpftiraden des OB gehören zum Rat, wie das nervige Gequatsche der Verwandtschaft zur Familienfeier. Man lässt solche Unarten mit genervtem Augenrollen oder aber in bravster Ergebenheit über sich ergehen. Je nachdem, ob es etwas zu erben gibt. Man könnte beides auch mit einer Schule vergleichen, in der nicht auf Augenhöhe diskutiert wird, sondern der Lehrer die richtige Antwort vorgibt. Weniger mit einer freundlichen Walldorfschule, eher mit einer autoritären Militärschule. Wenn man widerspricht, kriegt man eins auf die Mütze.

    Wie abschreckend das auf Menschen wirkt, die sich das erste Mal für die parlamentarische Demokratie begeistern, merken die Meisten Ratsmitglieder vor lauter Hornhaut kaum noch. In jedem Kindergarten wird niveauvoller als in diesem Stadtrat diskutiert. Diese Unkultur ist Ausdruck einer Basta-Politik, wie sie in Lüneburg schon seit vielen Jahren praktiziert wird. Dagegen richtet sich Widerstand, nicht nur im Rat. Sei es bei der Bürgerinitiative Grüngürtel-West oder „Unser Wasser“, sei es bei den Angestellten des öffentlichen Dienstes, wenn sie das Rathaus für eine längst überfällige Gehaltserhöhung bestreiken, oder sei es beim Flugplatz, für dessen Erhalt sich das erste Mal in der Geschichte Lüneburgs ein Bürgerentscheid gegen den Willen des Oberbürgermeisters mit überwältigender Mehrheit durchgesetzt hat. Das zeigt zweierlei: Zum einem, dass Mädges königliches Gehabe nicht mehr zeitgemäß ist. Zum anderen, dass immer mehr Menschen für eine neue politische Kultur streiten. Man könnte diese Zeit als Tiefpunkt oder als verlorenes Jahr ansehen, wie es Herr Rath in seiner Kolumne „Angespitzt“ getan hat. Ich halte es dagegen für eine anstehende Richtungsentscheidung. Will man mehr Politik von „Oben“ oder mehr Beteiligung? Lieber Wohnungsmarkt oder öffentliche Hand? Mehr Autos auf den Straßen oder mehr Nahverkehr? Investitionen in Prestigeprojekte wie die Arena oder genug Schulplätze? Herr Mädge und seine SPD favorisierten immer ersteres, wo zweiteres doch so nötig wäre. Seine Amtszeit sowie Wählerstimmen der SPD schwinden dahin, genau so wie diese neoliberale Zeit.

    Krise heißt Entscheidung. Dass das Ringen über diese Entscheidung nun durch DIE LINKE in den Stadtrat getragen wird, macht sie in meinen Augen erst lebendig. Man muss Politik ja nicht in Langeweile ersticken, etwas Protest wirkt da Wunder. Man mag darüber streiten, wie weitreichend eine Entscheidung sein kann oder sein sollte. Dafür müsste sich im Rat eine Kultur des Arguments und des gesunden Abwägens bzw. echter Kompromisse etablieren. Das ist nicht immer leicht bei all den Begehrlichkeiten in der Politik, für die sich manche/r oftmals karrierestrebsam inszeniert. Auch gibt es Fragen, wo kein Kompromiss zulässig ist. Darf man, wie mit dem 110er Gedenksteins geschehen, Kriegsverbrecher ehren? Darf man Menschen – wie bei „Unfug“ – das Zuhause nehmen, nur weil einem die Politik nicht passt? Darf man schweigen, wenn Menschen im Mittelmeer willentlich und wissentlich in den Tod getrieben werden? Nein, nein und nein! Da sind wird Linken stur. Das hat etwas mit Prinzipien zu tun. Auch so eine Sache die vielen Politikern fehlt, aber das wäre ein anderes Thema.

    Thorben Peters
    Kreissprecher DIE LINKE

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    • Jens Kiesel schreibt:

      Meine Enkeltochter ist 16 Jahre alt und sehr an Politik interessiert, sie wollte gerne mal an einer Ratssitzung teilnehmen. Leider klappte es wegen schulischer Belastung beim letzten mal noch nicht. Wäre sie dabei gewesen, hätte ich wohl ihre folgenden Fragen beantworten müssen : Was ist das für ein fürchterlich schreiender Mensch, der sich auch von der Vorsitzenden nicht stoppen lässt und einfach immer weiter brüllt ? Der bewusst ständig Sätze schreit, die mit dem eigentlichen Thema nichts zu tun haben ? Was sind das für Menschen, die anscheinend nur ein politisches Ziel haben, den Ablauf einer geordneten Ratssitzung zu stören ? Die nicht den Anstand haben, einem Verstorbenen zu gedenken ? Was sind das für Politiker, die nur noch für ihre persönlichen Belange (Unfug) kämpfen ? Ich hätte antworten müssen : Der schreiende Mensch heißt Podstawa mit seiner Fraktion der Linken im Rat der Stadt Lüneburg, denen es egal ist, für was die Partei Die Linke eigentlich steht. Für die gibt es nur ein politisches Ziel : Die Verwaltung und den Oberbürgermeister zu stören und zu hindern wo es nur geht. Ich hätte sagen müssen, das ist die Fraktion, die statt glaubhafte Politik zu machen auf jedes Trittbrett springt und ihre Fahne immer nach den Wind richtet, z.B. vom strikten Flugplatzgegnern zum Befürworter.

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      • Richard Barenscheer schreibt:

        „Was diesem Rat im Augenblick nicht gelingt, ist ein positives Ringen um die wichtigen Themen der Stadt. Ein Wettbewerb um die besten Ideen auf so wichtigen Feldern wie zukunftsfähiger Mobilität, bezahlbarem Wohnraum oder der Stärkung von Lüneburgs doch so reichlich vorhandener Strahlkraft. Stattdessen liefern alle Seiten politisches Klein-Klein, gibt es ein Durcheinander bei Verfahrensfragen, streitet man über Sitzungslängen.

        Es herrscht ein Klima des Misstrauens bis hin zu gegenseitiger Verachtung. Das ist nicht sonderlich schön mitzuerleben. Es führt auch zu nichts, außer zu Frust, Verletzungen und politischem Stillstand.“

        Marc Rath vor zwei Jahren, am 22. September 2018: https://www.landeszeitung.de/lokales/hansestadt/31786-hanseviertel-ost-gruene/

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      • Klaus Bruns schreibt:

        Herr Kiesel
        sie haben doch bestimmt schon mal was vom demokratischen sozialismus gehört, oder? zumindest steht dieses immer noch im grundsatzprogramm der spd , zuletzt in hamburg erstellt. wo betreiben die genossen ,diesen demokratischen sozialismus in lüneburg? mir kommt es so vor, diese genossen betreiben neo-liberalismus, gepaart mit dem kapitalismus der cdu – prägung. warum soll man da spd wählen, wenn es doch die originalen gibt?

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      • Jens Kiesel schreibt:

        Moin Herr Bruns. Ja ich habe schon mal vom demokratischen Sozialismus gehört und nein, ich bin nicht ihrer Meinung, dass der nicht von den Lüneburger Sozialdemokraten „betrieben“ wird. Das war aber auch nicht Thema meines Beitrages. Mir geht es darum, die maßlose Übertreibung des Herrn Peters deutlich zu machen. Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen.

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  22. Anna und Elsa schreibt:

    Lieber Grant Hendrik Tonne,

    Wir, Schülerinnen und Schüler bedanken uns für deine Einhaltung der Corona-Regeln. In der kälteren Jahreszeit werde es auch zur Normalität gehören, dass die Räume im Nieders@chsischen Landtag regelmäßig gelüftet werden müssen, «Sei also bitte darauf vorbereitet, dass es zwischendurch etwas kühler wird und zieh Dich warm genug an bzw. habe eine Jacke oder einen Pullover zum Überziehen dabei». Hör auf die Mutti. Nicht das du dich erkältest.

    Unsere Wohlfühltemperatur war eh zu hoch. Nun halten wir unseren Füller mit beiden klammen Händen, damit die Tinte nicht einfriert.

    Unsere Schule wird in den nächsten Monaten offenbar ein winterliches Vergnügen. Schnee im Klassenzimmer, Olaf muss nicht schmelzen.
    «Hierfür brauchen wir Deine Unterstützung und Hilfe!». , «Erhol dich gut und bleib bitte gesund!» wärm dich richtig durch in den Herbstferien.

    Herzlich
    Anna und Elsa

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    • Tita und Nick schreibt:

      Gelungene Satire, Detlef. Leider haarscharf am Heiko Meyer vorbeigegrantelt.

      Ermittler der Steuerfahndung, der Bundespolizei und des Bundeskriminalamts haben die Geschäftsräume des Deutschen Fußball-Bundes durchsucht. Gefunden wurden bislang angeblich unter anderem:

      ● Schmutzige Trikots
      ● die Wirecard-Milliarden
      ● das WM-Vorrunden-Aus 2018
      ● etliche Geldkoffer voller Panini-Sammelbildchen
      ● 70 Tonnen Gesichtscreme (Jogi Löws Notvorräte)
      ● unzählige Reiseprospekte („Die schönsten Steueroasen“)
      ● 100 000 hässliche Nationalspieler-Tattoos
      ● Goleos Leiche im Keller
      ● 5,4 Millionen Fußballfloskeln
      ● Pläne für das EM-Vorrunden-Aus 2021

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  23. Inge Oppermann schreibt:

    Heiko Meyer hat einen langen Atem.

    Er ist hier geboren, liebt das Feiern und er liebt seine Stadt, „will sie voranbringen“ und „weiterhin in ihr präsent sein“! (Manche Bildwelten geraten ungewollt schlüpfrig.) Kurz, Meyer ist „ein Mann für Lüneburg“! Das meinte vor gut anderthalb Jahren jedenfalls Quadrat-Chefredakteurin Christiane Bleumer zu Meyers fünfzigstem Geburtstag am 7. Februar 2019: https://www.quadratlueneburg.de/ein-mann-fuer-lueneburg.html

    Was kann der Glückliche seiner (Zweit-)Braut bieten?

    „Seiner Heimat ist er bis heute treu geblieben“! Außerdem ist Meyer gelernter Elektroinstallateur und Kältetechniker, Coffee House-Gründer, Vorsitzender beim „Lüneburger Citymanagement (LCM), Ratsherr, Gastronom, Ehemann, Vater zweier Söhne“, Geschäftsführer der „HM Objekteinrichtungen“, Steckenpferdreiter, Schlagerliebhaber und vermutlich auch ein Hosenkäufer, Sockenträger, Shampoonutzer und Abwasserproduzierender.

    „Seine Firmenvisitenkarte ziert ein Zapfhahn“.

    Meyer kennt Witze: „2002 wurde der ‚Coffee to go‘ noch mit dem Kaffee aus Togo verwechselt.“

    Aber auch Ernstes: „Der Kaufhaus-Konkurrenz des Onlinehandels will er mit den richtigen Strategien begegnen.“ Daran arbeite er mit Hochdruck.

    „Da Heiko Meyer keine halben Sachen macht, hat er gleich noch eine Fortbildung im Bereich Kommunalrecht und Kommunalverwaltung in Hannover absolviert.“

    Meyer ist Realist: „Beinahe eben so wichtig wie die Unterstützung seiner Frau und seiner engsten Angehörigen sei die Hilfe seiner zahlreichen Mitstreiter.“ Inzwischen gebe es ein riesiges Heiko Meyer-Netzwerk, das sich für unsere Stadt einsetzt.

    Heiko Meyer bleibt Lüneburg erhalten.

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  24. Otto Berg schreibt:

    Lieber Herr Jenckel,

    übernächsten Montag, am 19. Oktober, erscheint „Wut“, das Buch des amerikanischen Star-Journalisten Bob Woodward über die Trump-Präsidentschaft in den Jahren 2018 bis 2020, ein Bericht, der auf siebzehn Interviews über einen Zeitraum von drei Monaten beruht: https://www.hanser-literaturverlage.de/buch/wut/978-3-446-26977-4/

    „Okay“, sagt Donald Trump darin zu Bob Woodward. „Hoffentlich behandeln Sie mich besser als Bush, denn Sie haben ihn wie einen dummen Idioten hingestellt, der er ja auch war.“

    Unverkennbar: Das ist der Ton des Beschränkten, der sich über den Behämmerten erhebt. Doch dass Schurken dieses Kalibers in der amerikanischen Kultur gern als tragische Helden verstanden werden (Mario Puzos „Der Pate“ von 1969 ist das bekannteste Modell), macht sie unsterblich. Was immer nach dem 3. November passiert, Trumps Weiterleben im Reich der Populärmythen ist also schon heute garantiert.

    Als zwischen 2006 und 2016 ein ambitionierter Theatermann den hauptberuflichen Vize einer universitär aufgetakelten Fachhochschule gab und zehn volle Jahre lang – unter anderen – drei niedersächsische Ministerpräsidenten am Nasenring im Kreise schwindlig führte, haben auch die Lüneburger eine Ahnung davon bekommen, wie wenig sie (und die von ihnen gewählten politischen Vertretungen) Unwahrheiten entgegenzusetzen haben, wenn diese nur dreist und glaubensstark genug vorgetragen und unablässig wiederholt werden. Einen trüben Abklatsch dieses histrionischen Aktions- und Persönlichkeitsstils beobachten wir derzeit unter den vergleichsweise amateurhaften Protagonisten des Arena-„Masterplans“.

    Mit Blick auf die vermeintliche „Allgegenwart“ unseres Rosenkönigs fürchten Sie nun „je mehr Zeit noch ins Land zieht, umso schwieriger wird es [für andere], den Funken aufs Wahlvolk überspringen zu lassen, Popularität aufzubauen.“

    Hatten Sie nicht noch vor wenigen Wochen gemahnt, es gehöre „bei der nächsten Kommunalwahl ein Korrektiv in den Rat“, das aufräume „mit Klientel-Massage“, eine „bürgerliche Initiative“, deren Mitglieder „nicht zum Polit- und Wirtschafts-Klüngel der Stadt gehörten“ [bis hierher klingt das nach Trumpismus], die aber auch ein „Programm“ besäße, schlank, doch mit substantiellen Inhalten, die wirtschaftlichen Sachverstand mitbrächte und ein Sensorium für das katastrophisch kollabierende Gleichgewicht unserer natürlichen Umwelt?

    Und nun wollen Sie wirklich wieder großsprecherischen Populisten und kamerageilen Poseuren das Wort reden in einer Zeit, von der Sie selbst schreiben, diese werde „unter der Kuratel der Mangelwirtschaft“ stehen?

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    • jj schreibt:

      Der Meinung bin ich heute noch, sogar noch mehr. Das ändert aber nichts am Ist-Zustand, dass es nur einen Kandidaten bis dato gibt.
      Was die Faktentreue angeht: Die Universität Lüneburg, hervorgegangen aus der Pädagogischen Hochschule, gab es bereits, als sie mit der Fachhochschule Nordostniedersachsen fusionierte wo so versierte Wissenschaftler lehrten wie Prof. Dr. Klaus Boeck. lg jj

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      • Otto Berg schreibt:

        Lieber Herr Jenckel,

        natürlich ist mir bekannt, dass die „Hochschule Lüneburg“ im Mai 1989 in „Universität Lüneburg“ umbenannt worden ist. Der Maßstab meiner mokanten Begriffsverwendung von heute Nachmittag ist daher auch nicht verwaltungstechnischer, sondern historischer Natur. Wie es sich damit genauer verhält, können Sie, wenn Sie mögen, einer Rede entnehmen, die Klaus Heinrich, einer der Mitbegründer der Freien Universität Berlin, im März 1987 in Oldenburg gehalten hat, also zwei Jahre bevor der „Bildungskrise“ mit der bis heute anhaltenden „Dauerbildungskrise“ begegnet und Substanz durch Marketing ersetzt worden ist. Heinrichs immer noch und gerade für Lüneburg hochaktueller Vortrag trägt den Titel „Zur Geistlosigkeit der Universität heute“: http://oops.uni-oldenburg.de/1358/1/ur8.pdf

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  25. Bernd schreibt:

    Männlich, grauhaarig, Jackettträger…haben die nicht schon genug Unheil angerichtet??????

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    • Gunther Horn schreibt:

      Vielleicht haben Sie es nicht bemerkt, aber Herr Jenckel nennt zehn Punkte, die Herrn Meyers Kandidatur unvermeidlich machen:

      1. Heiko Meyer ist allgegenwärtig.

      2. Heiko Meyer ist bisher der einzige OB-Kandidat auf weiter Flur.

      3. Heiko Meyer möchte Ulrich Mädge beerben.

      4. Meyer ist ein Medienmensch.

      5. Meyer hat ein Gesicht.

      6. Längst gilt: Keine Feier ohne Meyer.

      7. Meyer kann Parkett und kann bei Lüneburgs Multiplikatoren 1a netzwerken.

      8. Auch in Emden gibt es einen parteilosen Rathauschef.

      9. Da ist ein 20 Millionen Euro-Loch in der Stadtkasse.

      10. Ob ein Oberbürgermeister Verwaltung kann, interessiert den Wähler nicht.

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      • Jens Gehrke schreibt:

        Meyer hat anderen Kandidaten natürlich die Meisterschaft im Schaumschlagen voraus. Aber wenn Ihre letzten beiden Qualifikationskriterien wirklich zählen, dürfte sogar Andrea Schröder-Ehlers eine reelle Nominierungschance haben. Irgendjemand, der für diese Katastrophe maßgeblich mitverantwortlich ist, muss ja verschleiern, dass eine Arena aus dem riesigen Millionenloch in der Stadtkasse luschert.

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  26. Andreas Janowitz schreibt:

    Als zutiefst desillusionierter Ex-SPD Wähler kann ich den Kandidaten nur bemitleiden. Die Situation der Partei als „katastophal“ zu umschreiben ist noch geschönt.
    Nicht nur das die Stadt den Circus-Minumus Mühlstein zu verantworten hat und mit dem absehbaren Ende des einst grössten Arbeitgebers die Strasse runter weiteres Ungemach droht, Nein es wird auch noch weiter fröhlich vorgegeben alles wäre „im Lot“?! Da fragt man sich fast ob „verbrannte Erde“ dem Nachfolger vorsätzlich das Leben schwer machen sollte?!

    Mag ja sein das Herr Meyer gerne will, aber der ist nich Fisch, nich Fleisch? Nicht CDU, nicht SPD?! Ist ja schön das er gerne dieses „Erbe“ so motiviert antreten will, aber für was er ausserdem steht weiss nur er selbst. Bei einer gewissen anderen Partei im Stratosphärenhöhenflug weiss man so ungefähr wofür die stehen?! Da ist selbst die Aussicht auf eine Stichwahl überaus optimistisch?!

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  27. Johann S. Kirsche schreibt:

    Würde sich Niels Webersinn als primus inter pares in einem Team von parteilosen Fachleuten bewerben, hätte er gute Chancen, in die Stichwahl zu kommen und danach mit seiner Mannschaft an der Seite von Annika Weinert und Lisa und Michèl Pauly den Grünen und dem von diesen gestellten Oberbürgermeister eine konstruktive Opposition zu sein. Die Handvoll der im nächsten Rat übriggebliebenen ›Christ‹- und ›Sozial‹-Demokraten hätte somit viel Zeit, sich das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland einmal gründlich durchzulesen – , wofern die Betroffenen nicht doch wieder das Studium des dann vielleicht überarbeiteten und neu aufgelegten SPD-Krimis »Eine unterschätzte Frau« vorziehen.

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    • Andreas Janowitz schreibt:

      Es sieht so aus, als wenn Herr Webersinn doch kein Bauernopfer war…^^

      Womit sich die andere Ex-Grösse aus dem Stadtrat fulminant und absehbar selbst demontierte. Die hätten den aufsässigen Rentner mal besser endgültig in Rente geschickt, anstatt sich beflissendlich die Zukunft zu verbauen.^^
      Mit Hurra auf´s Abstellgleis scheint die Deviese.

      Nur gut das es weitergeht: immerhin schaffte es mit Cargo-Cab ein Zukunftsthema in die LZ.
      Man darf gespannt sein, ob es nach Themen auch Personalien in den nachhaltigen Bereich schaffen, was?

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