Mit Stern‘scher Bibelkunst zum Weltkulturerbe – eine Verteidigungsrede von Bernie Wiemann

Mein negatives Urteil zum neuerlichen Vorstoß Lüneburgs, doch noch Weltkulturerbe zu werden, ruft den Liberalen Bernie Wiemann auf den Plan. Der geht hart ins Gericht mit jj und sieht geradezu biblische Aussichten für eine Lüneburger Bewerbung, er will die „Sterne zum Leuchten“ bringen.

Geschätzter Herr Jenckel,
Ihre negative Einschätzung bewerte ich als geringe Wertschätzung für unserer „Kulturstadt Lüneburg“ und eine begrenzte „Weitsicht“.
Als Unternehmer und Politiker zähle ich sicher nicht zu den „Steuer/Geld-Verschwendern“.

Der erwartete Erfolg muss immer die notwendige Investition rechtfertigt. Hier ist die Rechnung nicht einfach, da der Gewinn bei Kultur- und Bildung „unermesslich“ ist.
Lüneburg hat eben nicht nur “Giebel, Salz und Heide“ sowie mittelfristig welkende rote Rosen.

Der universelle Wert des Bibeldrucks

Zusätzlich haben wir, mit dem „Stern´schen Bibeldruck“, den „außergewöhnlichen universellen Wert“ der uns zum UNESCO Weltkulturerbe prädestiniert. Die im Mittelalter größte Druckerei Deutschlands ist heute die einzige, die sich noch immer im Familienbesitz befindet. Im 17. Jahrhundert waren die Sternschen Bibeln „Bestseller“ in ganz Europa. Allein der Inventur-Bestand (am 23.02.1666) umfasste 57.000 Fibeln und Heftchen für Schulen sowie 198.286 Bücher. Neben dem außerordentlichen Beitrag zur mittelalterlichen Volks-/Schulbildung, würden allein die Bücher (bei durchschn. 3 cm Dicke) etwa der 20-fachen Höhe des Eifelturms entsprechen. Nach einem 400 jährigen Dornröschenschlaf sollten wir auch den Sternsche Bibeldruck zum Leuchten bringen.

Weißes Gold und schwarze Kunst im Einklang

„Weißes Gold und schwarze Kunst, das wäre ein wundersamer Zusammenklang, um Lüneburgs kulturhistorische Geschichte offensiver sichtbar zu machen“ (LZ 27.01.2020).

Neben den „Unsummen“, die derzeit für die wichtige Wiederbelebung der Innenstadt zur Verfügung gestellt werden, sind die Bewerbungskosten (nur € 200.000,- über 3 Jahre!) sehr bescheiden. Dennoch verspricht diese Investition mittelfristig einen „unschätzbaren“ Gewinn, für den „gebeutelten“ Tourismus (Einzelhandel/Gastronomie/Hotels) und die Attraktivität unseres Museums. Nicht zuletzt verstärkt Kultur auch die Anziehungskraft auf dringend benötigte, qualifizierte Arbeitskräfte.

Die Chance auf den Hauptgewinn

Wir wissen nicht ob Lüneburg als „Weltkulturerbe“ anerkannt wird, aber nur die Bewerbung unterstreicht die kulturhistorische Bedeutung und bietet die Chance auf den „Hauptgewinn“.

Der Weitsichtige erkennt, dass wir die Attraktivität auch mittel- und langfristig erhalten müssen, um die Arbeitsplätze in Lüneburg zu sichern.
In diesem Sinne lassen Sie uns gemeinsam unseren Kultur-Magneten stärken.

Berni Wiemann

Über jj

Journalist, Dipl.-Kaufmann
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53 Antworten zu Mit Stern‘scher Bibelkunst zum Weltkulturerbe – eine Verteidigungsrede von Bernie Wiemann

  1. Stefanie Cordes schreibt:

    @ https://blog-jj.com/2020/11/20/weltkulturerbe/#comment-12963

    Claus-C. Poggensee,

    Lüneburg hinter die Vitrine! Kein schlechter Slogan, um die vorgestrige Musealität dieser vorvorgestrigen Reklame-Anstrengung zu charakterisieren:


    Foto: M+B Lasertechnik

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  2. jo bembel schreibt:

    Lieber Herr Wiemann,
    den doppelten Grund für die Chancen-Losigkeit Lüneburg via von Stern’scher Bibel Lüneburg als Weltkulturerbe verorten zu lassen, finden Sie sicherlich selbst heraus. Kleiner Tipp trotzdem: 2001.
    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Weltdokumentenerbe_in_Deutschland

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    • Gabi Martens schreibt:

      Der Einwand zählt nicht, jo bembel.

      Es geht nicht um „Kultur“, sondern um „Stadtmarketing“. Die Bewerbung ist aussichtslos. Das weiß jeder. Die Ratsmitglieder sollen dem Abfackeln eines 200.000 Euro teuren Phrasenhaufens aus längst ausgedroschenen Reklame-Stroh zustimmen, in dessen drei Minuten aufloderndem Schein die bibbernde Hoffnung sich wärmen möchte, es könne so „die Bedeutung des reichen kulturellen Erbes der Hansestadt unterstrichen und ins Bewusstsein gerufen werden“? In wessen „Bewusstsein“ wird leider nicht gesagt. Ob es wohl größer ist als das von Frau Dr. Düsselder, Berni Wiemann und dem Ratskollegium?

      Das Resümee dieses schönen Plans finden Sie in der Beschlussvorlage – VO/9282/20 zur heutigen Ratssitzung:

      „Erfolgsaussichten der Antragsstellung

      Die Kultusministerkonferenz der Länder hat in einer Handreichung 2017 festgestellt, dass die insbesondere i.d. 1990er Jahren stark gewachsene Welterbeliste (Kultur- und Naturerbestätten) thematisch und geografisch unausgewogen sei, insbesondere liegen 47% aller Welterbestätten in Europa und Nordamerika. Daher wird vom Welterbekommitee in der „Globalen Strategie“ angestrebt, das Ungleichgewicht zwischen den verschiedenen Kategorien auszugleichen. Mt 42 gehört Deutschland zu den fünf Vertragsstaaten mit den meisten eingetragenen Welterbestätten.

      Trotz der relativ geringen Erfolgsaussichten der finalen Aufnahme auf die Welterbeliste, würde eine Bewerbung der Hansestadt Lüneburg zur Aufnahme auf die Tentativliste die Bedeutung des reichen kulturellen Erbes der Hansestadt unterstreichen und ins Bewusstsein rufen. Die Verwaltung schlägt daher vor, einen mit der fachlichen Expertise der Museumsstiftung Lüneburg unterstützten Antrag vorzubereiten.“

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      • jj schreibt:

        Kleiner Fehler in der Argumentation. Der Rat stimmt erstmal nur darüber ab, mit Bordmitteln ein Papier zu erarbeiten. Erst wenn das verfängt, muss Geld rangeschafft und verbrannt werden. Aber, auch das sei gesagt: Mit Bordmitteln sollte anfangs auch die Verkehrsberuhigung in LG umgesetzt werden. Es wurde dann ein ordentlicher Batzen – der bis heute wächst 👀lg jj

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      • Gabi Martens schreibt:

        Kleiner Fehler in Ihrer Korrektur meines angeblichen „Fehlers in der Argumentation“: Der Rat stimmt heute darüber ab (ich zitiere):

        Beschlussvorschlag (zu VO/9282/20) :

        Der Bewerbung der Hansestadt Lüneburg auf Aufnahme der Lüneburger Altstadt in die Tentativliste für die Anmeldung zur UNESCO-Welterbe-Liste wird zugestimmt.

        Finanzielle Auswirkungen / Kosten (in €):

        a) für die Erarbeitung der Vorlage: 64 Euro

        aa) Vorbereitende Kosten, z.B. Ausschreibungen, Ortstermine, etc.

        b) für die Umsetzung der Maßnahmen: rd. 200.000 Euro

        c) an Folgekosten: offen

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      • jj schreibt:

        Na, na, da liegen Sie abermals falsch. In der Sitzungsvorlage heißt es: „Sollte der Antrag der Hansestadt Lüneburg vom Ministerium für die Vorschläge des Landes Niedersachsen zur Tentativliste ausgewählt werden, ist eine weitere detaillierte Ausarbeitung bis hin zur Einreichung beim Welterbekomitee notwendig, für die eigene Arbeitskapazitäten einzuplanen sind. Hierfür ist bei einer dreijährigen Projektdauer mit Kosten in Höhe von rd. 200.000 € für einen Historiker/ Kunsthistoriker in Vollzeit zu rechnen, welche die Hansestadt Lüneburg zu tragen hat, soweit sie nicht durch Einwerbung von Drittmitteln abgedeckt werden können.“ Und hier geht es mehr darum: Leute, wir brauchen noch ein paar Bewerbungen für die Tentativliste. Ruf ma in Lüneburg an.

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      • Gabi Martens schreibt:

        Trotzdem beißt da keine Maus den Faden ab. Der Beschlussvorschlag, den ich einfach nur zitiere, lautet, wie er lautet, und verlangt ein Votum der Ratsmitglieder über die 200.000 Euro schon HEUTE.

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      • Gabi Martens schreibt:

        Die Vorlage mit dem Wortlaut des Beschlussvorschlages ist öffentlich. Sie dürfen Sie online stellen, so dass jedermann lesen kann, was drinne steht:#

        Klicke, um auf 22.pdf zuzugreifen

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      • Rudi Radlos schreibt:

        Links nach Allriss funktionieren nur temporär. Möchten Sie die Vorlage 9282/20 sichtbar machen, müssen Sie diese behandeln wie Ihr „attachment.png“ mit Ihren „Anregungen und Bedenken zum Bebauungsplan 174“ unter Ihrem Blog-Artikel hier: https://blog-jj.com/2020/11/27/baugebiet-wienebuttel-eine-salami-mit-beigeschmack/

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    • Berni Wiemann schreibt:

      Sg Herr Bembel, wie mehrfach dargelegt ist der Stern`schen Bibeldruck. nur ein Teil der „Geschichte“. Meine Entscheidungen basieren stets auf Expertenwissen und gesunden Menschenverstand, auch wenn das vielfach nicht mehrheitsfähig ist. Statt den vielen Bedenkenträgern vertraue ich hier den Experten Frau Prof. Dr. Düselder und Frau Katrin Schmäl (Fachbereichsleitung Kultur).
      Es gibt keine Erfolgs-GARANTIE, aber ohne „Visionen“ auch keine Weiterentwicklung.

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      • Markus Schulz schreibt:

        Nein, Herr Wiemann!

        Es gibt nicht nur keine Erfolgsgarantie, es gibt geradezu eine Misserfolgsgarantie!

        Lese ich die von Gabi Martens zitierte Einschätzung von Verwaltung, Kreisausschuss und Expertinnen (Prof. Dr. Düsselder und Kulturreferentin Mag. Katrin Schmäl) in der heutigen Beschlussvorlage richtig, dann rechnet (außer Ihnen) NIEMAND mit „der finalen Aufnahme auf die Welterbeliste“.

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  3. Jens Petersen schreibt:

    Bislang glaubte ich immer die streng gläubigen Christen finden nur bei der CDU oder CSU eine politische Heimat. An die FDP habe ich dabei bisher nicht gedacht. Nun, durch Herrn Wiemann bin ich da jetzt etwas schlauer geworden. Das eine bedingt ja auch nicht zwingend das andere oder schließt es vollkommen aus. Schließlich leben wir in einem freien Staat. Aber mir geht es primär um den Glauben und die Bibel(n) der von Stern’schen Druckerei in Verbindung mit dem Traum von Lüneburg als Weltkulturerbe. Dazu fiel mir spontan nur ein: Die Gedanken sind frei und der Glauben versetzt manchmal Berge. Angeblich. Ich warte das mal ab.

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  4. Yvonne Brück schreibt:

    Kollege Wiemann,

    mit „nur € 200.000,- über 3 Jahre!“ könnte manche fünfköpfige Familie in Wilschenbruch bequem leben.

    A: Der erwartete Erfolg muss immer die notwendige Investition rechtfertigen.

    B: Wir wissen nicht ob Lüneburg als „Weltkulturerbe“ anerkannt wird, aber nur die Bewerbung unterstreicht die kulturhistorische Bedeutung und bietet die Chance auf den „Hauptgewinn“.

    Ihre ökonomische Leitkultur auf einem Bierdeckel?

    Hört sich für mich nach der „Strategie“ eines Lottospielers an.

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    • Berni Wiemann schreibt:

      Sg Frau Brück,
      beim Lotto sind die Chancen miserabel. Meine Strategie ist die eines unternehmerisch denkenden Investors, der vom Erfolg überzeugt ist, aber ein Restrisiko nie ausschließen kann.
      Bei der ARENA wird bspw. das 125-fache investiert und wir zahlen vermutlich deutlich über 1 Mio. pro Jahr zusätzlich. Davon könnte eine Vielzahl von Familien dauerhaft leben.
      Einige bevorzugen halt Events und Volleyball (koste es was es wolle) während andere Kultur und Arbeitsplätze höher bewerten. Aus der persönlichen Sicht hat jeder für sich recht.

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      • Klaus Bruns schreibt:

        Herr Wiemann Zitat: Einige bevorzugen halt Events und Volleyball (koste es was es wolle) während andere Kultur und Arbeitsplätze höher bewerten. Aus der persönlichen Sicht hat jeder für sich recht.
        Hat er nicht . Wer sein Hobby selbst bezahlt, darf es gern tun. Auf anderer Leute Kosten ist es unethisch. Das weiß sogar ein Investor. Deswegen will er ja was verdienen, um es sich leisten zu können.

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  5. Berni Wiemann schreibt:

    Sg Herr Schulz, als offensichtlichen Experten danke ich Ihnen usdrücklich für den hilfreichen link zum „Bestseller aus Lüneburg“, (LZ 27.01.20) in dem ebenfalls festgestellt wird, das die „kulturhistorische Bedeutung unterschätzt“ wird. Mit meinem bescheidenen Amateurwissen erkenne ich nicht nur ein Alleinstellungsmerkmal im Stern’schen Bibeldruck.
    1. Stern ist die EINZIGE Familiedruckerei die noch heute (nach 400 Jahren) existiert!
    2. Die ursprünglichen Gebäude, das Chefbüro und viele Utensilien sind noch vorhanden
    3. Das eigens für die „Stern’schen Freisprechungen“ geschriebene Theaterstück ist noch mit Utensilien vorhanden.
    4. Die wohl größten Sammlung mittelalterlicher Originalausgaben und Utensilien eines Verlags ist noch vorhanden.
    Ich bin gespannt ob ihre vielen Beispiele diesen „usp-Vielklang“ überbieten können.
    Ich muss aber offensichtlich auch erneut daraufhinweisen, das die Lüneburger Sterne nur ein Teil der UNESCO-Bewerbung darstellen.Wer nicht wagt kann auch nichts für Lüneburg gewinnen! Ihre Expertise könnte dabei helfen.

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    • Markus Schulz schreibt:

      Sehr geehrter Abgeordneter Wiemann,
      ich bin noch kein Experte. Ich bin immer noch Perte, stehe mitten im Arbeitsleben. Die paar Wikipedia-Nachrichten und den Artikel des Ex-Redakteurs hatte ich nach zwanzig Sekunden guhgeln (amerik. googeln) zusammen. Hoffentlich habe ich Sie mit deren Weitergabe nicht vom Perten zum Experten gemacht. „Das weiße Gold der Saline und die schwarze Kunst der Drucker“, das klingt in meinen Ohren offen gestanden mehr nach dem reißerischen Titel einer Rote Rosen-Sequenz (oder eines Minkschen Rathauskrimis) als nach der nüchternen Einordnung von Tatsachen durch einen seriösen Historiker. Ihren neo-protestantischen Verkaufsenthusiasmus in allen Ehren, Herr Wiemann, aber Ihre unverhohlene Indienstnahme von „kulturellen Werten“ für kommerzielle Zwecke stößt bei mir nicht auf Gegenliebe. Sehen Sie einmal genau hin. In allen Ihren acht bisher auf dieser Seite platzierten Beiträgen ist ausschließlich von Ihren wirtschaftlichen Erfolgserwartungen über die Vermarktbarkeit des kostspieligen Bewerbungsvorgangs um einen überkandidelten Werbetitel zum Nutzen von Fremdenverkehrsaufkommen, Kaufkraftanstieg und touristischen Vertriebsgewinnen die Rede, aber nie von Wissenschaft, Kunst und Bildung um ihrer selbst willen. Für mich hat „Kultur“ primär mit Leistung aus der Lust an virtuoser Meisterschaft und am Etwas-Sein zu tun und erst an weit nachgeordneter Stelle mit der faden Simulation von Können aus dem Zwang zum Geldverdienen und zum Etwas-Scheinen. Warum stecken Sie die von Ihnen losgeeiste Penunze nicht in die museal-pädagogische Wiederherrichtung eines geschichtlichen Erinnerungsangebotes an interessierte Lüneburger Mädchen und Jungen und überlassen es den Welterbetitelzuerkennungsbürokraten, sich an Sie zu wenden, wenn die Ihnen einen Preis zu verleihen oder eine Ehrung zuzuerkennen beabsichtigen, anstatt diesen Leuten hinterherzuscharwenzeln, ihnen Geld nachzuwerfen und Ihre Heimat anzupreisen wie eines der berühmtem Sternschen Bibelfässer voller saurem Bier? Ist das nicht ein bisschen würdelos für einen stolzen liberalen Hanseaten?

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      • Berni Wiemann schreibt:

        Gehen Sie „zurück auf Start“. Ich habe die von jj kritisierte Investition (€ 200.000,- in 3 Jahren) mit dem „unschätzbaren“ Gewinn für unsere Stadt und unsere Museen verglichen und den Kosten/Nutzen-Vergleich relativiert
        In den folgenden Beiträgen habe ich überwiegend die (Ihnen offenbar auch wichtige) kulturhistoriche Bedeutung verteidigt. Schließlich könnten Sie mit „20 Sekunden googeln“ auch feststellen, das gerade ich niemals „“Leuten hinterherschlawenzel“ noch „Ihnen Geld nachwerfe“. Aber Sie haben natürlich Recht, Ihr anderer Blickwinkel wird von den meisten Kritikern geteilt. Wer gegen den Mainstream schwimmt hat es immer schwer, aber als „stolzer liberaler Hanseat“ akzeptiere ich das.

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      • Markus Schulz schreibt:

        Herr Wiemann, ja, die Lüneburger „Kulturhistorie“ ist mir bis in die unmittelbare Gegenwart hinein ein steter Quell belehrenden Vergnügens. Lesen und Lernen (und Lachen) sind aber selbst kulturelle Praktiken und zwar solche, die voraussetzen, sie „in persona“, also eigenständig auszuführen, um ans Ziel zu gelangen. Eine Zertifizierung leistet da nichts, einen Nürnberger Trichter stellt jene schon gar nicht dar. Wie die saftigen, von Ihnen in die Spenderhand genommenen € 200.000,- den von Ihnen geweissagten „unschätzbaren“ Wissensgewinn in die Köpfe der von Ihnen erhofften Touristenheere transferieren soll, verstehe ich leider nicht. Schießt Geld etwa doch Tore? Öffnen Dukaten die Pforten ins Reich von Kenntnissen und Bildung und der Gabe, mit beiden etwas anfangen zu können?

        Wilhelm Hauff, auch Ihnen sicher bekannt für seine wundervollen Märchen, suchte für seinen historischen Roman „Lichtenstein“ Anfang der 20er Jahre des 19en Jahrhunderts einen Verlag. Ein Stuttgarter Verleger wollte es wagen und schickte Hauff tausend Gulden mit der Entschuldigung, Hauff möge es verzeihen, wenn der Stil des Briefes nicht einwandfrei sei. Hauff antwortete ihm: „Ein Brief mit tausend Gulden ist immer in einwandfreiem Stil geschrieben.“

        Was aber, wenn keine tausend Gulden beiliegen, Herr Wiemann? Was ist guter Stil? Und was hat guter Stil mit Würde und hanseatischer Kaufmannsehre zu tun?

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    • Klaus Bruns schreibt:

      Herr Wiemann, ob es jemals gelingen wird, politikern das recht, mit steuergeldern zu ,,spielen,, wegzunehmen?

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  6. Johann S. Kirsche schreibt:

    „DIE DOKTOR-MASCHE — Warum so viele Politiker glauben, dass sie einen gut klingenden akademischen Titel brauchen“.

    Das ist (aus gegebenem Anlass) der Aufmacher der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung von heute.

    „ DIE WELTERBE-MASCHE — Warum so viele Lokalpolitiker glauben, dass sie einen gut klingenden, verkommerzialisierten Reklame-Titel brauchen“.

    Das könnte (aus gegebenem Anlass) der Aufmacher der Berni Wiemann-Initiative von diesem Winter sein.

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  7. Markus Schulz schreibt:

    Was für eine Schnapsidee, Berni Wiemann,

    man kann Steuergelder, Zeit und Energie auch auf sinnvollere Weise investieren, als sie in dieses aussichtlose bürokratische Marketinggerangel zu pulvern. Die nordeuropäische Bedeutung des Lüneburger Bibeldrucks im 17. und 18. Jahrhundert ist unbestritten. Aber „Weltkulturerbe“? Geht’s nicht noch eine Nummer größer?

    Im 15. Jahrhundert breitete sich die Erfindung des Buchdrucks sehr schnell aus: 1452 Mainz (Johannes Gutenberg, Peter Schöffer, Johannes Fust), 1457 Bamberg (Pfister), 1460 Straßburg (Johannes Mentelin), dann 1465 Köln (Ulrich Zell), 1468 Augsburg (Günther Zainer), 1468 Basel (Berthold Ruppel), 1482 Wien (Johann Winterburger), 1474 Lübeck (Lucas Brandis) und Pilsen in Böhmen, Nürnberg (Johann Sensenschmid), 1471 Speyer, 1473 Eßlingen, Laugingen, Merseburg und Ulm, 1475 zu Blaubeuren, Breslau, Burgdorf, Lübeck und Trient, 1476 zu Rostock (Johann Snell), 1478 zu Eichstätt und Prag, 1479 zu Würzburg (Georg Reyser), Leipzig 1481 (Andreas Friesner), München (Johann Schauer), dann Erfurt und Passau1482 und Magdeburg, 1485 Heidelberg und Regensburg, 1486 Stuttgart, Münster, Brünn und Schleswig, 1491 Hamburg. Ausgehend von Mainz wurde der Buchdruck innerhalb weniger Jahrzehnte an 271 Orten aufgenommen. Und obwohl Frankfurt am Main, Wittenberg, Dresden, Berlin u. a. erst mit dem Beginn des 16. Jahrhunderts eigene Druckereien erhielten, waren am Schluss des 15. Jahrhunderts Gutenbergs Erfindung und ihre Erzeugnisse doch schon überall bekannt und durch das ganze Deutsche Reich verbreitet.

    1580 gründete der Buchbindermeister Hans Stern († 14. März 1614) aus Bevensen in Lüneburg eine Buchbinderei und -handlung, aber erst 1624 erweiterten seine Söhne Johann und Heinrich das Unternehmen um eine Buchdruckerei, die für ihre kunstvollen Bibeldrucke bekannt wurde. Eine halbe Million Bibeln soll über den Platz Am Sande in die damalige Welt hinausgegangen sein.

    Aber „in der damaligen Welt“ (= Mitteleuropa) wurden zwar im 15. Jahrhundert weniger als zehn Millionen Bücher gedruckt, im 16. allerdings schon 200 Millionen und im 17. Jahrhundert, als die Sterns ihr Business aufmachten bereits über 550 Millionen. Die Sternschen Drucker und Verleger mischten also bereits auf einem riesigen, „auf einem heiß umkämpften Markt mit mörderischer Konkurrenz“ mit, lautet die Erkenntnis des Lüneburger Bibelforschers Dr. Wolfgang Schellmann: https://www.landeszeitung.de/lokales/24681-bestseller-aus-lueneburg/

    Wo ist der USP, Herr Wiemann, das Alleinstellungsmerkmal, das den Unterschied für die Welterbe-Jury im Wettbewerb der zigtausend deutschen Bibeldrucker macht?

    Wollen Sie sich nicht lieber noch einmal für die Heiko Meyer/Dirk Michael Habor/Stefan Pruschwitz-Ideen vom farbig beleuchteten Naturdenkmal Kalkberg oder von der solargetriebenen Straßenbahn aus dem Jahr 2013 begeistern? (https://www.lbeg.de/extras/geologie/downloads/geotope/Kalkberg_Lueneburg.pdf)

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  8. Berni Wiemann schreibt:

    Sg Herr Janoiwitz, ich respektiere Andersdenkende, aber keine fakes. Die ganze Stadt hat über 70 qkm, aber ich spreche nur vom winzigen Atlstadtkern und insbes. der Belebung unserer Museen. Von Ihren angefügten Beispielen (Wasserkraftwerk, begrünte Hochhäuser) können Sie gern träumen, aber für Lüneburg sind das keine realistischen Alternativen. Ja, sie haber Recht, die Altstadthaüser wurden, unter hohem Aufwand von BÜRGERN SELBST renoviert. Können Sie sich vorstellen warum? Weil die Bürger genaus DA wohnen wollen und genau dafür, trotz aller Nachteile, überprotional viel Investieren.
    Für mehr Dachbegrünung und PV- Nutzung kämpfe ich auch, da hätte ich mir z. B. bei der Arena (PV-Nutzung unter 10%) Ihre und grüne Unterstützung gewünscht. Also, lassen Sie uns für ein lebenswertes Lüneburg streiten.

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    • jj schreibt:

      Lieber Herr Wiemann, die westliche Altstadt ist wunderschön, aber sie ist auch inszeniertes Mittelalter, also in Teilen eben nicht authentisch, sondern historisierend.

      Das soll nicht die großartige Leistung des ALA oder der Bürger/innen, die dort wohnen schmälern.

      Das Historisierende ist ein Lüneburger Kernproblem wie der Waschbeton, der zum Glück nur noch in wenigen Altstadtstraßen liegt.

      Als Lüneburg begann, sich um den Titel Weltkulturerbe zu bewerben, da war noch allerorten in den Fußgängerzonen Waschbeton.

      Das war so aussichtslos wie die Bewerbung fahrradfreundliche Stadt Anfang der 2000er-Jahre. Lg jj

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      • Berni Wiemann schreibt:

        Natürlich ist nicht alles Gold was glänzt. Aber ich freue mich, dass sie bestätigen, das wir heute weiter sind als damals. Und ich verspreche Ihnen das mit dem „schwarzen Gold“ die Chancen weiter steigen.

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    • Andreas Janowitz schreibt:

      Whowwohowwhow! Ich führe an anderer Stelle schon den dritten Weltkrieg, weil ich nicht die Meinung teile diese „*inneninnen“ Quatschsprache änderte irgendwas an der Notwendigkeit von „Frauenhäusern“…

      Bitte nicht ganz so frei drehen, an unseren Freigängern können sie sich gerne austoben.
      Der Karneval des Irrsinns in Chemitz (oder anderswo) wird bis auf weiteres genügend Angriffsfläche bieten.

      Auf einmal ist also nurnoch ein „winziger Altstadtkern“ quasi ein paar Strassenzüge Weltkulturerbe?! Da hätte man von vornherein wohl klarer Klären sollen, um was es sich eigentlich drehte?!°?! Über den „Huldigungssaal“ liesse sich ohne grössere Zerwürfnisse schreiben…

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  9. Klaus Bruns schreibt:

    Hallo Herr Wiemann, um sich mal in den vordergrund zu spielen und eine daseinsberechtigung zu konstruieren , ist der weltkulturerbe-gäg ja ganz nett. diese mädels hatten da wohl eine eingebung: Dass die Chance auf eine finale
    Aufnahme in die Weltliste gering
    sei, verschweigen die Museumsleiterin und die Kulturreferentin nicht.
    Schließlich habe Deutschland schon
    42 Welterbestätten, darunter u. a.
    die Hansestädte Lübeck, Wismar und
    Stralsund. Zudem sei Europa überproportional häufig in der Liste vertreten. Dennoch erhoffen sich die Antragstellerinnen ein positives Votum
    im Stadtrat: „
    wer zu viel Geld hat, sollte es sagen. er sollte es spenden. Albert-Schweitzer Familienwerk e.V. Betreuungsprojekt Lüneburg wäre ein dankbares Ziel.

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    • Andreas Janowitz schreibt:

      Hätte man Klara bloss geschrieben…

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      • Berni Wiemann schreibt:

        … oder besser nicht über nie gesagtes spekuliert. Schließlich verstehe ich auch nicht wo Ihre Hochhäuser oder das Wasserkraftwerk in Lüneburg gebaut werden soll.

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      • Andreas Janowitz schreibt:

        Liegt das nicht irgendwie auf der Hand wo man einen solchen Umbau anstreben könnte Herr Wieman?
        „Die Zeit hierfür wäre gerade günstig: Nach der EU-Wasserrahmenrichtlinie müssen die rund 30.000 Querbauwerke, die es in bayerischen Gewässern gibt, so umgebaut werden, dass Fische sie überwinden können. Statt Tausender bloßer Fischrampen, die die EU-Staaten Milliarden kosten, könnten auch Schachtkraftwerke mit Fischklappe und einem zusätzlichen Fischaufstieg installiert werden. “

        Die hölzerne Fischtreppe ist soweit ich weiss in desolatem Zustand? Zumal mit dieser Konstruktion eben auch der gefährliche Rechen vor der alten Mühle entfiele?! 50-70% Kostenersparnis; obendrauf okölogisch wertvollere Gewässer? Auch das Holzwehr neben dem Museum könnte so erneuert werden?! Klingt für mich nicht allzusehr an den Haaren herbeigezogen.

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  10. christahartwig schreibt:

    Das Lüneburg selbstverständlich Weltkulturerbe ist, war mir schon Ende der 60er klar – da war noch nicht einmal das Pariser Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt verabschiedet. Inzwischen finde ich den Begriff „Weltkulturerbe“ so inflationär im Gebrauch. dass ich mich frage, ob er den so ausgezeichneten Orten wirklich viel bringt. Dagegen wünschte ich, mehr Städte würden dem Netzwerk Cittaslow [https://www.cittaslow.org/] angehören – sich sozusagen „lebenswerter“ machen. Auch das schützt die Kultur, ohne dass die Arbeitsplätze darunter leiden, wenn man nicht erpicht darauf ist, bei McDonalds Hamburger einzutüten.

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  11. OB schreibt:

    Welcher Weise folgt dem Stern von Lüneburg?
    Sternwarte Planetarium in Hamburg sieht Zeichen für eine besondere Sternenkonstallation zu Weihnachten über Lüneburg. Dies zweimalige Ereignis in der Weltgeschichte lädt zum Weltkulturerbe ein. Vier Könige.

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  12. Andreas Janowitz schreibt:

    Der Ratssaal hätte wohl gute Chancen auf ein Weltkulturerbe. Im Museum wäre für die spezielle Biebelgeschichte genügend Platz?! Der Tourismus sollte aber besser über eine „Treidelroute“ laufen? Man sollte sich als Kulturtourist dann auch gleich die Weltkarte in Ebstort ansehen? Würden die Leute mit dem Fahrrad reisen hätten wir auch wieder Anlaufpunkte in Gaststätten? Und ja für Routenplanung und Organisation eines All-Inclu Angebotes für unsere Wohnmobilisten sollte die LM ihre Taschnerechner mal aufmöbeln, aber…
    Die ganze Stadt als „Ensemble“ in einen Dornröschenschlaf zu zwingen halte ich für abwegig. Wissen Sie wie teuer Sanierungen an denkmalgeschützen Bauten sind?! Für mich ist dieses erstarren in der vermeindlich schönen alten Zeit eine gruselige Vorstellung. Die mittelalterliche Axt wütete deart im Walde, das der Boden nachhaltig zerstört wurde und nur die Pionierpflanze Heidekraut überleben konnte?! Mittelalterlichen Raubbau auf ewig zu konservieren ist für mich eine abwegige Idee.
    Weder könnte man die Stadt insgesamt anpassen:
    http://vincent.callebaut.org/object/150105_parissmartcity2050/parissmartcity2050/projects
    noch könnte man spezielle Projekte ohne grössere Querelen umsetzen, etwa an der Mühle oder dem Lösegraben:
    https://www.br.de/wissen/wasserkraft-schachtkraftwerk-loisach-alternative-energie-100.html

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    • Berni Wiemann schreibt:

      Sg Herr Janowitz, auch wenn ich den Sinn Ihrer Fragen nicht verstehe, würde ich die meisten mit „JA“ beantworten. Aber Ihre Vorstellung unsere „Geschichte platt zu machen“ um darauf NEUES zu errichten ist völlig abwegig. Die aktuellen Versuche (Libeskind-Bau, Arena) haben die Verantwortlichen überfordert und werden uns noch lange belasten. Sie können gerne vom „Wolkenkuckuksheim“ träumen, ich bleibe bodenständiger Realist.

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      • Andreas Janowitz schreibt:

        Würde man quasi die ganze Stadt unter Denkmalschutz stellen, wie es durch eine Auslobung als „Weltkulturerbe“ geschehen würde, könnte man de facto nichts mehr ändern, ohne diesen Titel wieder zu verlieren (Dresden?). Man würde also in einem Museum leben müssen?! Nicht nur entstünden dadurch erhebliche Kosten für Sanierungen der Immobilien, es würde alle Anpassungen an die Moderne auf Dauer unterbinden.
        Soweit ich weiss ist die Altstadt durch viele Einzelinitiativen renoviert worden?! Und mit unter ohne dabei Denkmalschutzrichtlinien 100%ig einzuhalten?! Ja die Pyramiden und solcherlei Relikte, meinethalber der Raatssaal, aber doch nicht die ganze Stadt?!

        Mein Lieblingsarchitekt hat auch nur einen Vorschlag gemacht, der im übrigen keine neue Technik erfordert?! Nur eine andere Herangehensweise? Daraus ein „Wolkenkuckuksheim“ zu dichten ist überzogen.
        Die Dächer sind tote Fläche und erzeugen überdies Hitzeinseln im Sommer und sinnflutartigen Abfluss bei Regen?! Quasi Parkplätze ohne Parkmöglichkeit.
        Allein eine Begrünung wäre als Weltkulturerbe unmöglich? Von Solarkollektoren mal ganz zu schweigen. Stellen Sie sich den Sand immernoch als PkW Rondel vor, oder die Bäckerstr. als Gogomobil-Drive-in-Zone?! Hier verbaut das vermeintliche „Prädikat“ jedweden Gestaltungsspielraum…

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  13. Berni Wiemann schreibt:

    Sg Herr Schulz, allein Ihr Widerspruch bestätigen mir, das die Bedeutung der Lüneburger Sterne heute weitgehend unbekannt ist.
    Hier geht es nicht nur um irgendwelche Bücher!
    Mit „Giebel, Salz und Heide“ und dem „Stern`schen Bibeldruck“ ist unser Lüneburg insgesamt ein einmaliges Kulturerbe.
    Obwohl ich den Buchdruck und die erste Luther-Bibel allein schon als Weltkulturgüter bezeichne, machten die Sterne daraus einen „Bestseller“. Die herausragende Bedeutung der Stern`schen Druckerei ist, mit dem 400 jährigen Bauensemble (Am Sande 30/31), dem hervorragend erhaltenen Chefzimmer, den Illustrationen von Matthias Scheitz, Druckstöcken, Druckmaschinen u. v. m. heute noch sichtbar. Allein die herausragenden Künstler (wie Scheitz, Waldreich u.a.) die für die Sterne arbeiteten, genossen im Mittelalter höchstes Ansehen und werden noch heute mit Ausstellungen gewürdigt.
    Lassen Sie uns die Lüneburger „Sterne“ zum leuchten bringen und in 4 Jahren das 400. Jubiläum (evtl. sogar als Weltkulturgut) feiern. Ich „brenne dafür“!
    Berni Wiemann

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  14. Ich muss Herrn M. Schulz Recht geben. Endgültigen Aufschluss, ob sich die Investition in eine Bewerbung als Weltkulturerbe lohnt, wäre eine Befragung unserer Gäste zu den Beweggründen nach Lüneburg zu kommen. Hat das irgendjemand schon gemacht? In meinen Augen wäre das der naheliegendste Schritt. Ich fürchte, die profanen Vergnügungen zählen mehr als „Kultur“. Mal sehen.

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    • Berni Wiemann schreibt:

      Die Gäste nach Ihren künftigen Beweggründen zu fragen macht wenig Sinn, da sie das künftige Angebot nicht genau kennen. Unabhängig von den unterschiedlichen Ansprüchen unserer Besucher (mittelalterliche Giebel, Salz, Kultur, Unterhaltung u.a.) wird sich selbst der „Rote Rosen-Fan“ heute noch nicht für eine künftige, völlig unbekannte Telenovela begeistern können. Oder kann sich der Porschefahrer heute bereits für das Bussfahren begeistern, obwohl wir wissen das der ÖPNV den Individualverkehr verdrängen wird.
      Wenn 2,3 Mrd. Christen zum Interesse am ersten Bibeldruck befragt würden, hätten viele Millionen ein hohes Interesse, aber bereits ein winziger Bruchteil würde Lüneburg überfordern. Nur das bekannte Angebot kann die reale Nachfrage bestimmen.

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      • jj schreibt:

        Lüneburg als Bibel-Wallfahrtsort zu etablieren, ist ja okay. Das gelingt allerdings nicht mit einer Bewerbung, die am Ende in einer Amtsschublade verstaubt, weil es wieder nichts wird mit dem Weltkulturerbe. Da gäbe es heute ganz andere und erfrischende Ansätze. Denn wir leben in einer Zeit großen und atemraubenden Wandels, die neue Wege der Rezeption verlangt. Wichtig ist es nur, sie mit der Marke Lüneburg zu verknüpfen. Lg jj

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      • Elena Schünemann schreibt:

        One hand on the bible / One hand on the gun

        Der Refrain von Jim Croce’s „Which way are you goin‘?“ würde als Motto für die Lüneburger Kampagne gut passen.

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      • Claus-C. Poggensee schreibt:

        Sehr geehrter Herr Wiemann,

        von den von Ihnen zitierten 2,3 Mrd. Christen*innen dürften nur eine Minderheit das Geld haben, Lüneburg zu besuchen. Derzeit wirbt die von Stern’sche Druckerei noch nicht einmal damit, dass sie besichtigt werden kann. Die Bibel sollte auch nicht bevorzugt im Museum gelesen werden, da gehört sie gerade in diesen Zeiten, wo die säkulare Solidargemeinschaft arg auf die Probe gestellt wird, definitiv nicht hin. Manch‘ fern- und nahöstlich betuchte Touristin mag sicher der Titel „Weltkulturerbe“ reizen, aber Bibeln für Buddha? Die klassisch kulturell interessierte zahlungskräftige europäische Bildungsbürger*innenschicht stirbt langsam aus.
        Lüneburg lebt von der Kulisse, die „Roten Rosen“ setzen den Magnet. Wenn es dann in dieser Kulisse auch noch genuine Produkte gibt, von denen die Menschen meinen, dass sie nur in Lüneburg erhältlich sind, ist die Marke „Made in Lüneburg“ etabliert. Das Alleinstellungsmerkmal moderner Städte entsteht nicht durch Bibeldruckstätten und kulturelle Abzeichen. Eine von Stern’sche Druckerei wird kein Niederegger, Titel hin oder her.

        Aber stimmt überhaupt ihr Ansatz? An schönen Sommertagen kommt sich manch Lüneburger*in in ihrer eigenen Stadt schon als museales Objekt vor. Ein gelungenes Selfie mit unseren Eingeborenen erzielt in Japan Begeisterung. Städte wie Barcelona oder Venedig ächzen seit Jahren unter der Tourist*innenflut. Wollen Sie diese für Lüneburg noch befördern?

        Herzliche Grüße

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      • jj schreibt:

        Lieber Herr Poggensee, meines Wissens kann man die Druckerei auf Anfrage besichtigen. Zudem findet sich im Museum Lüneburg ein Grundstock Stern‘scher Druckkunst.

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      • Berni Wiemann schreibt:

        Sg Herr Poggensee, selbst Sie lesen offenbar nur selektiv, wie annähernd alle Kritiker. Ich erspare mir erneut das Gesamtkonzept zu erklären. Aber Ich gebe Ihnen Recht. Viele kulturhistorische „Schmuckstücke“ sind nicht öffentlich zugänglich. Gerade das soll sich ändern!

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      • Claus-C. Poggensee schreibt:

        Sehr geehrter Herr Wiemann,
        ihre wenigen Worte als Gesamtkonzept zu bezeichnen, finde ich dann doch arg gewagt. Das passt nicht zu Ihnen. Als Gedanke erkenne ich: Lüneburg wird Weltkulturerbe, damit die Kultur über das Vehikel Tourismus Anziehungskraft auf“ dringend benötigte, qualifizierte Arbeitskräfte“ (in Gastronomie und Gastgewerbe?) ausübt. Als Kulturbeispiel führen Sie dafür die von Stern’sche Druckerei an. Ich glaube nicht, dass für zu gewinnenden qualifizierte Arbeitskräften selbst bei freiem Eintritt ins Museum ein Attraktivitätszuwachs durch den Titel Weltkulturerbe entsteht. Das ist noch nicht mal ein weicher Standortfaktor, das ist höchsten Wattebausch. Und wie viel Tourist*innen infolge des neuen Titels kommen, sei erneut dahingestellt.
        Ich mache Ihnen einen unseriösen Alternativzuschlag zur Attraktivitätssteigerung: Statt auf den Malediven startet der nächste James Bond in Lüneburg. Von der berittenen Kommunalaufsicht verfolgt rettet sich der Protagonist auf das Hallendach der Arena. Das Dach stürzt ein und mutiert zum Knick-Ei Lüneburgs. Bond rettet sich mit fulminantem Sprung in letzter Sekunde, kapert einen Shuttlebus, der ihn direkt nach Darchau und über die Elbbrücke bringt. Im geheimen MI5-Quartier in Konau findet er erst einmal Zuflucht. (vgl. https://www.youtube.com/watch?v=rpm_xQ15lUc ).
        Genug gealbert: Seriös frage ich nochmal, ob Lüneburg nicht schon zu viel Tourist*innen hat. Vielen aus dem Umkreis ist die Stadt schon jetzt zu voll, das ÖPNV-Ticket zu teuer (z.B. Bahnhof Lauenburg (für mich als Hohnstorfer der dichteste Bahnhof) – Lüneburg „Am Sande“: Eine Fahrt kostet 5,40 €). Das Thema Parken mache ich jetzt mal nicht auf…

        Herzliche Grüße vom Lande

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      • Berni Wiemann schreibt:

        Sg Herr Poggensee, ich versuche vielfache Wiederholungen zu vermeiden. Sie finden Antworten direkt hier im Blog und in der Besclussvorlage, die gerade mit grosser Mehrheit im Rat beschlossen wurde. Aber ein kleiner Lesehinweis könnte zum Verständnis beitragen. Die Einmaligkeit unseres kulturellen Erbes kann die Verödung der Innenstadt entgegenwirken, hat somit positiven Einfluss auf den Tourismus (Museen, Hotels, Gastronomie, -Zulieferer u.a.) UND auf dringend benötigte qualifizierte Arbeitskräfte im Handwerk und Zukunftsunternehmen. Sie und viele Zweifler „glauben“ an dem Misserfolg. Dem steht die wissenschaftliche Expertise, die Ratsmehrheit und meine persönliche Überzeugung entgegen. Mein normaler Menschenverstand ist zwar keine Erfolgsgarantie, lag bisher aber überwiegend richtig.

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      • Rüdiger Hermeking schreibt:

        Abgeordneter Berni Wiemann, bitte nennen Sie mir nur e i n e i n z i g e s solide dokumentiertes Beispiel für eine mitteleuropäische Stadt, in welcher der Bewerbungsprozess um den Welterbetitel und/oder dessen Verleihung e i n d e u t i g und n a c h w e i s l i c h den Effekt hatten, der „Verödung der Innenstadt entgegenzuwirken, somit positiven Einfluss auf die [quantitative Entwicklung und Intensivierung] des Tourismus ([zugunsten von] Museen, Hotels, Gastronomie, -Zulieferer u.a.) hatten UND auf [den Zuzug] dringend benötigter qualifizierte Arbeitskräfte im Handwerk und [in] Zukunftsunternehmen“.

        Ich danke Ihnen im Voraus für Ihr Bemühen.

        Auch aus den in Ratsbeschlussvorlagen enthusiastisch ausformulierten Privatmeinungen von Frau Prof. Dr. Düsselder und Frau Kulturreferentin Mag. Katrin Schmäl werden nur dann „wissenschaftliche Expertisen“, wenn solche durch v o r z e i g b a r e, valide, empirisch unterfütterte, methodisch unzweifelhafte und aufgezeichnete Langzeitbeobachtungen gestützt werden.

        Mit dem „Glauben“, über den Sie spötteln, ist es so eine Sache, sehr geehrter Herr Wiemann. Da gebe ich Ihnen recht. Bitte belegen Sie, dass S i e über Wissen verfügen und nicht nur so tun, als verfügten Sie darüber.

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      • Berni Wiemann schreibt:

        Sg Herr Hermeking, wenn Sie die Blogbeitäge richtig lesen müssten Sie feststellen, dass ich mich nur als „bescheiden Amateur“ verstehe. Wie mittlerweile auch die überwältigende Mehrheit des Rats sehe ich aber die Chancen und vertraue den Experten. Im Gegensatz zu den Experten verfügen die Besserwisser regelm. über „höhere Eingebungen“ mit denen sie bereits heute die Zukunft mit Sicherheit vorhersehen. Selbst die besten Beispiele überzeugen die meisten Kritiker nicht. Wenn ich Ihnen z. B. die unglaubliche Entwicklun von Tallin (touristisch und wirtschaftlich) aus meiner persönlichen Erfahrung als Investors darlegen würde, werden selbst unerfahrene Kritiker theoretisch genügend Gegenargumente (er-) finden. Für sich selbst ist jeder im Recht! Ich respektiere Andersgläubige kann aber nicht alle bekehren.

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  15. Klaus Bruns schreibt:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Gedenkst%C3%A4tte_L%C3%BCneburg
    wegen der biblischen Aussichten
    Slowenisch: Slowakisch: Keď je somárovi dobre, ide tancovať na ľad.

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  16. Foto: MTV Treubund

    Tja, wenn die alte Treubundhalle noch stünde.

    „Vor 75 Jahren begannen in Nürnberg die Prozesse gegen die NS-Kriegsverbrecher. Der Gerichtssaal soll nun Weltkulturerbe werden.“

    Quelle: https://www.sueddeutsche.de/politik/nuernberg-nationalsozialismus-prozess-1.5121041

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    • Ralf Bullmann schreibt:

      Vielleicht hat das Kalandhaus ja Chancen?

      Es wurde 1455 bereits einmal erwähnt, aber wohl erst um 1481/91 errichtet.

      Vom 12. August 1943 bis zum 13. November 1943 wurde es als Außenstelle des Konzentrationslagers Neuengamme zur Unterbringung von 155 Häftlingen genutzt, die in Lüneburg Splitterschutzgräben gegen Luftminen anlegen mussten. Schüler des benachbarten Johanneums waren Augenzeugen, da sie von den Arbeitssklaven im Kalandhaus nur ein auf dem Schulhof gezogener Doppelzaun trennte.


      Foto Wikipedia

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  17. Markus Schulz schreibt:

    „Welterbe ist eine Bezeichnung für Denkmäler, Ensembles und Stätten (Weltkulturerbe) sowie Naturgebilde, geologische und physiographische Erscheinungsformen und Naturstätten (Weltnaturerbe) von außergewöhnlichem universellen Wert, deren Erfassung, Schutz und Erhaltung durch die Vertragsstaaten nach der sog. „Welterbekonvention“ von der UNESCO unterstützt werden.“ (http://whc.unesco.org/en/conventiontext/)

    Mit Büchern – und könnte man diese auch bis zum Mond hoch stapeln – hat das alles nichts zu tun, auch nicht damit, dass das Shopping in den Innenstädten nicht mehr funktioniert oder dass die Stadtmarketinagentur an Ideenarmut und Unterfinanzierung leidet. Überweisen Sie die 200.000 Euro an Lars Werkmeister, damit er ein paar moderne Computer für die Mitarbeiter seiner Lüneburg Marketing GmbH anschaffen kann.

    Beim „Welterbe“ geht um erhaltenswerte „Denkmäler, Ensembles und Stätten“, Herr Wiemann, nicht um Reklame für den Lüneburger Einzelhandel. Dafür sind Verkaufsgenies wie Heiko Meyer, Klaus Hoppe und Jürgen Sallier zuständig.

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