Fürs neue Kleid fehlen oft die passenden Schuhe, für die neue Arena die passende Trainingshalle

Lüneburg, 23. Juni 2022

Sie sollen die Arena zum Erfolgsmodell machen: Campus-Management-Geschäftsführer Klaus Hoppe, Arena-Geschäftsführerin und Kreisrätin Sigrid Vossers und Landrat Jens Böther (r.). Foto: jj

Sie haben sich schon gefragt: Warum bloggt der jj gar nichts mehr zur Arena? Ist er krank, haben sie ihn umgekrempelt, ist er ein Umfaller? Nein. Die Arena steht. Und Befürworter wie Kritiker gleichermaßen täten gut daran, Klaus Hoppe vom Campus Management die Daumen zu drücken, dass er die Hütte voll kriegt. Sonst erdrückt die Last der Betriebskosten womöglich den Landkreises Lüneburg als Bauherrn und Betreiber, der schon durch die aktuelle Großwetterlage tief in die roten Zahlen rutscht. Der Weg zur Arena allerdings, dabei bleibt es, hat das Zeug für eine Doktorarbeit über Küchen-Kabinette oder die perfekte Pannen-Planung (kurz PPP).

Grundsatzentscheidungen werden gefällt, keine Lex Lüneburg

Also, ich habe nur abgewartet, ob es doch noch etwas Neues zum sogenannten Vorsteuerabzug gibt, mit dem der Kreis die Baukosten (um die 30 Millionen) noch mal, je nach Lesart, kräftig oder ein bisschen drücken könnte. Ich habe recherchiert. Ergebnis: Bis es was Neues gibt, kann es dauern.

Nicht das Lüneburger Finanzamt nämlich hebt oder senkt den Daumen in Sachen Vorsteuerabzug, nicht das Finanzministerium in Hannover ist am Zug. Nein, alle schauen auf den Bundesfinanzhof, der Grundsatzentscheidungen trifft, zum Beispiel zum Vorsteuerabzug bei Kommunen oder Gebietskörperschaften wie dem Landkreis, wenn sie zum Unternehmer werden. Und Grundsatzentscheidungen dauern bekanntlich und grundsätzlich lange. Da gibt es keine Lex Lüneburg. 

Ein Zweit-Halle für die Trainingseinheiten der Volleyballer

Dafür tritt ein anderes Detail ins Rampenlicht, dass man eigentlich aus der Mode kennt: Bei der Arena scheint es nicht anders wie beim Kauf eines neuen Kleides. Da fehlen plötzlich noch die passenden Schuhe und der Schlapphut. Bei der Arena fehlt noch die passende „Zweit-Halle“ fürs Training. Schließlich kann die SVG (lang Spielgemeinschaft Volleyball Gellersen Lüneburg) nicht für jede Übungsstunde in die Arena buchen. Zurzeit ist die SVG fürs Training eher zum Hallen-Vagabunden geworden.

So eine neue Halle könnte für ein paar Milliönchen (kommt mir bekannt vor) in der Samtgemeinde Gellersen entstehen, natürlich für alle Sportvereine der Samtgemeinde plus Volleyballer, die in jedem Fall für eine kräftige Belegung sorgen würden. Die Gellersen-Halle, Geburtsort der Bundesliga-SVG-Erfolgsstory, fällt wegen der dringenden Sanierung über Monate weg. Zudem werden die Hallenkapazitäten in der Samtgemeinde knapper durch mehr Ganztagsschulen. Da sehen die Vereine „Handlungsbedarf“.

In der LZ war unlängst zu lesen, dass schon lange eine Expertise vorliegt für eine wettkampfgerechte Dreifeld-Sporthalle. Der Vorstoß wurde letztlich durch die Arena hinfällig. Aber jetzt legen die Vereine nach.

Doch für so eine Investition müssten einige Millionen an Kredit aufgenommen werden, Skeptiker rechnen am Ende schon mit bis zu zehn Millionen Euro Baukosten und erheblichen jährlichen Belastungen des Samtgemeinde-Etats, die die „Beinfreiheit“ des Rats massiv einschränken könnten. Und sie fragen sich, ob angesichts des komplett veränderten Freizeit-Verhaltens der Jugend eine zusätzliche Halle nötig ist oder ob sozusagen im Windschatten der Diskussion die Volleyballer, bei Statista auf Platz 23 der beliebtesten Sportarten in Deutschland hinter American Football, sich doch eher eine 1a-Trainingshalle zulegen.

LZ-Redakteur Dennis Thomas kommentierte die Hallen-Wünsche so: „Für den politischen Etikettenschwindel einer vollwertigen Volleyball-Arena in Lüneburg müssen nun die Gellerser den Preis bezahlen.“

Hans-Herbert Jenckel

Über jj

Journalist, Dipl.-Kaufmann, Moderator, Lünebug- und Elbtalaue-Liebhaber
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

18 Antworten zu Fürs neue Kleid fehlen oft die passenden Schuhe, für die neue Arena die passende Trainingshalle

  1. jo bembel schreibt:

    Halt! Stop! Nicht so schnell.

    Erst einmal eine arenarunde Mitleid mit Lüneburgs Volleyball Helden und dann sehen, ob die Arena überhaupt dem Publikumsandrang bei den Spielen der SVG gewachsen ist oder ob die Arena besser nur als Trainingshalle für alle die Volleyball spielen genutzt werden sollte und man eine neue, noch größere (>6.000 Zuschauer) und schönere Arena an einem geeigneten Ort mit ausreichenden Parkplätzen, eigenen Autobahn-Ab- und Auffahrten und Bahnanschluss (ICE und S-Bahn) für die Betreibergesellchaft nebst Geschäftsbesorger und SVG Spielbetriebsges. mbH hinstellt.

    Es mag unter Umständen vielleicht so gewesen sein, dass Volleyball sich zum Zeitpunkt der Erhebung auf Platz 23 der beliebtesten Sportarten in Deutschland befand, aber da existierte die Arena noch nicht.

    Die meisten, um nicht zu sagen fast alle, haben nur noch nicht den Ruck gespürt, der das weltweite Interesse an Volleyball erfasst hat, seit dem in der Arena-Baustelle das erste Spiel stattfand.

    Mehr als 900 geladene und ungeladene Gäste wohnten der Eröffnung bei, der ein Zauber innewohnte, die Reporter Harry Hirsch o.ä. von der Stimmung schwärmen ließ, die in naher Zukunft von mehr als 3.000 euphorisierten Enthusiasten ausgehen würde.

    Bei einer solchen Besucherzahl müsste man wahrscheinlich einige der Zuschauer auf dem Spielfeld platzieren, aber das hätte man wohl auch müssen, wenn tatsächlich einmal die stets gemeldeten 800 Zuschauer in der Gellersen-Halle gewesen wären.

    So eine neue Arena, für die irgendetwas mit ‚Dome‘ im Namen angebrachter wäre, böther auch die Möglichkeit zu beweisen, dass die Fehler die gemacht wurden lediglich ganz unglücklichen und unvorhersehbaren, da nicht öffentlichen, Umständen, für die niemand etwas konnte, geschuldet waren und man es eigentlich besser, beinahe richtig gut, gemacht hätte, wenn man es nur hätte dürfen können.

    Gefällt mir

    • Rudi Radlos schreibt:

      Können mochten sie nicht täten, aber dürften haben sie sich doch getraut.

      Das stimmt in puncto Elbbrücke (600 Pendler) zuversichtlich.

      Gefällt mir

    • Kurt C. Hose schreibt:

      LZ-SPRUCH DES TAGES, von heute, Dienstag, 28. Juni 2022, Seite 2.

      „Mach keinen Fehler zweimal – es sei denn, er zahlt sich aus.“

      Mae West, Filmschauspielerin

      Das haben sich die Arena-Projekteure beim Blick aufs Audimax-Projekt bestimmt auch gesagt.

      Ähnlich steht die Sache mit der Analogie zum „Turmspringen“.

      Am 19. Juni 2017, kurz bevor sie der Kreistagsvorlage 2017/183, „Bau einer multifunktionalen Sport- und Veranstaltungshalle ‚Arena Lüneburger Land‘ (im Stand der 2. Aktualisierung vom 16.06.2017)“, vollumfänglich zustimmte (und kurz nachdem der EKR Krumböhmer auf KTA Karlheinz Fahrenwaldts Nachfrage, erklärt hatte, dass der Parkplatz für 100 Fahrzeuge ausgelegt sei), rief die Kreisfraktionsvorsitzende KTA Petra Kruse-Runge von den B90/Grünen laut werbend den überaus geistvollen Satz ins Plenum, „man“ müsse, wenn „man“ einen Turm bestiegen habe, zuletzt auch springen.

      Gesagt, getan!

      Gefällt mir

      • jo bembel schreibt:

        Libeskind Audimax vs. LKH Arena:

        Aktueller Spielstand: 5 : 2

        Libeskind Audimax:

        01.10.2022, 15:00
        Jan & Henry lösen jeden Fall
        Deutschlands beliebte Erdmännchen sind mit Ihrer großen Bühnenshow auf Tournee! Die aus dem KIKA bekannten, neugierigen und etwas tollpatschigen …
        1 / 5

        11.12.2022, 20:00
        Sherlock Holmes –Next Generation Das Musical
        Das mitreißende Musical „Sherlock Holmes – Next Generation“ kommt nach Lüneburg. …
        2 / 5

        28.01.2023, 20:00
        Max Raabe & Palast Orchester
        2023 wird ein ganz besonderes Jahr für Max Raabe & Palast Orchester – alles wird neu! Mit einer neu konzipierten Bühnenshow präsentieren die …
        3 / 5

        18.02.2023
        Tarzan – Das Musical
        Aufeinandertreffen zweier Welten: Im Musical-Highlight „Tarzan“ erlebt das Publikum gemeinsam mit dem Titelhelden ein atemberaubendes …
        4 / 5

        19.11.2023, 19:00
        Markus Krebs: Comedy alle wegen mir?!
        Er ist DER erfolgreichste Witzeerzähler unserer Zeit und ist bekannt für seine gnadenlos-kompromisslosen Pointen-Abfolgen, die ihn innerhalb der …
        5 / 5

        LKH ARENA

        29.12.22, 20:00
        Torfrock – Bagaluten Weihnacht

        03.03.2023, 20:00
        Das Phantom der Oper

        Ein Termin für das große Politiker Turmspringen in der LKH Arena müsste sich also noch finden lassen.
        Und die Veranstaltung wäre garantiert ausverkauft.

        Gefällt mir

  2. Anne König schreibt:

    Sehr geehrter Herr Jenckel,

    wenn „eine Grundsatzentscheidung ansteht“ und „Grundsatzentscheidungen bekanntlich und grundsätzlich lange dauern“, dann heißt das doch, NIEMAND kann wissen, wie‘s ausgeht. Vielleicht hü, vielleicht hott. Oder?

    Wenn (A) GENERELL juristisch unentschieden, weil beim Bundesfinanzhof anhängig ist, ob „der Landkreis“ als Arena-Bauherr und als 100 prozentiger Arena-Eigentümer und Besitzer überhaupt jemals zum Abzug der Vorsteuer aus erbrachten Leistungen berechtigt sein KANN, dann muss dort ja sogar (B) SPEZIELL juristisch unentschieden sein, was Herr Berg bereits am 27. Dezember 2020 um 18:37 Uhr ausführlich dargelegt hat, nämlich dass eventuell doch eine – teilweise – Berechtigung erworben worden sein KÖNNTE, allerdings „allerfrühestens ab dem 31. Januar 2020 mit dem Bekanntgeben der Absicht, als Arena-Betreiber die umsatzsteuerlich relevante UNTERNEHMEREIGENSCHAFT mittels Gründung einer (wenn auch bloß zum alleinigen Zweck der Vorsteuererstattung konstruierten – oder ‚FINGIERTEN‘) privat- UND steuerrechtlich selbstständigen Eigengesellschaft anzustreben (hier einer GmbH & Co. KG, an welcher jedoch der Landkreis, der nach wie vor eine juristische Person des öffentlichen Rechts ist, bislang 100 Prozent der Anteile hält)“. Siehe hier: https://blog-jj.com/2020/11/16/arenaundsteuern/#comment-13468

    ► Wenn aber der weitergreifende Teil (A) und sogar der eingeschränktere Teil (B) juristisch offen, weil NICHT entschieden sind, wie konnten dann Kreisrätin Sigrid Vossers und mit ihr – in der Hauptverantwortung – der Landrat Jens Böther über nunmehr fast drei Jahre immer wieder vollmundig vortragen, es werde „auf ALLE Bauleistungen (auch auf die vor Februar 2020 getätigten) die Vorsteuer“ gezogen werden können? (Belege z.B.: VO 2020/025 aber auch LZ, 7. Dez. 2020, S.9, Sp.2, Abs.3) Mit diesem immerselben Sermon sind Kreisauschuss und Kreistag dazu gebracht worden, beispielsweise dem teuren Wechsel des „Betreibermodells“ zuzustimmen, die Zahlung einer Entschädigung an die Campus Management GmbH zu bewilligen und vor wenigen Wochen einen weiteren „Sprung“ der Baukosten um rund fünf Millionen Euro auf heute über 30 Millionen Euro hinzunehmen. Muss man nicht sagen, Landrat und Kreisrätin haben die politischen Gremien mit Versprechungen „gesteuert“, deren Eintreffen mindestens ungewiss ist, ja, deren Wahrheitsgehalt vielleicht sogar gegen Null geht? Und muss man nicht ebenfalls sagen, die Angehörigen dieser politischen Gremien haben sich – BIS ZUM HEUTIGEN TAG – wie Kuhherden hin- und hertreiben lassen, anstatt ihren verfassungsgesetzlich vorgeschriebenen Kontrollpflichten zu genügen?

    Gefällt mir

  3. Jan Uwe Furhop schreibt:

    Zum Reppenstedt-Projekt, dem € 30 Mio. Volleyball-Präsentierpalast eine € 10-Mio. Volleyball-Trainingshalle zuzugesellen. Erinnert sich noch jemand an die Pointe des Märchens „Von den Fischer und siine Fru“? Der Mann teilt die immer maßloseren Wünsche seiner Frau nicht, beugt sich aber trotz wachsender Angst ihrem Willen und der Butt erfüllt das Verlangte. Doch als sie den Bogen überspannen, werden die beiden wieder zurückversetzt, worin sie am Anfang hausten: „Se sitt all weder in’n Pissputt. Daar sitten se noch hüt un dissen Dag.“

    Dem SV Gellersen Geschäftsführer Andreas Bahlburg und dem SG Gellersen Bürgermeister Steffen Gärtner hat die zuständige Redaktion der Landeszeitung heute, Sonnabend, 25. Juni 2022, auf Seite 2 etwas Schönes hinter die Löffel geschrieben:

    SPRUCH DES TAGES

    „Der materielle Fortschritt befriedigt keines der Bedürfnisse, die der Mensch wirklich hat.“

    Sir Winston Spencer Churchill, 1874 – 1965, Schriftsteller, Politiker

    Einziger Wermutstropfen: Es war seinerzeit einer der reichsten Männer des Vereinigten Königreichs, dem dieser Appell zur sich bescheidenden Besinnung auf „die wahren Bedürfnisse und die innerlichen Werte“ zugeschrieben wird.

    Gefällt mir

  4. Edwin Lütjohann schreibt:

    Göttliches Foto, Herr Jenckel!

    Wer auf der Suche nach einer bildlichen Entsprechung für den Ausdruck »etwas weggrinsen« war, dem haben Sie mit Ihrer Aufnahme eine geliefert.

    Gefällt mir

  5. OB schreibt:

    Wie warm muss das Kleid im Winter in der Arena sein? Wie oder womit wird die Arena beheizt?
    Der Bundestag heizt ohne Gas. Mit dem Biodiesel werden die Blockheizkraftwerke des Bundestags betrieben. Als Grundstoff wird Raps verwendet, aus dessen Körnern das Rapsöl gepresst wird. In einer Biodieselfabrik wird durch Hinzusetzung von Methanol der Biodiesel hergestellt. Wer friert eventuell früher?

    Gefällt mir

    • Marina Möller schreibt:

      Detlef, in der Arena wird gerockt, gehechtet und g’soff’n. Wer da dabei ist, macht sich übers Heizen keine Gedanken. – Und wer sich dort übers Bezuschussen der Heizkosten Gedanken zu machen hat, der muss sich ohnehin ganz warm anziehen. Wo ist also das Problem?

      Gefällt mir

      • OB schreibt:

        Abocken ist immer gut. Und tatsächlich, jeder Erwachsene gibt ca. 60Watt Wärmeleistung ab. Wäre ja so nee Art Heizungskostenzuschuss für den Betreiber. Bei Vollauslastung von 3500 Personen kommen ca. 210KW zusammen.. Allerdings Faustregel: Bei mäßig isolierten Gebäuden und einer angenommenen Raumhöhe von 2,5 – 3,0 Metern benötigen Sie in etwa 0,1 kW je Quadratmeter. Bleibt mindestens eine Differenz von 40Watt pro Quadratmeter. Sollte der Deutsch Everner oder Lüneburger Sparclub die Halle mieten, werden die Getränkepreise
        natürlich ein vielfaches höher sein….

        Gefällt mir

  6. Andreas Janowitz schreibt:

    Es kotz mich schon ein wenig an, das wir auf absehbare Zeit fast den halben Umsatz dieser Genossenschaft (https://de.wikipedia.org/wiki/Elektrizit%C3%A4tswerke_Sch%C3%B6nau verbraten und dafür die Landeskrankenhaus-Arena kriegen…

    Gefällt mir

  7. Tanja Bauschke schreibt:

    Passender hätte Herr Jenckel mit seiner Überschrift das Dilemma um die Sportlichen und politischen Höchstleistungen – SVG und Arena – , nicht ausdrücken können!
    Ich erinnere mich noch genau, dass es bei den „ersten“ Überlegungen eben auch um die Diskussion einer Renovierung der Gellersenhalle ging, da ja die Hünen dort auch zu Hause sind.
    Ebenso war von weit vorausschauenden Menschen die Frage nach Trainingsmöglichkeiten bei begrenzter Deckenhöhe ins Spiel gebracht worden. Allen voran war es immer wieder der Kreistagsabgeordnete Bonin (aus SG Gellersen kommend), der die Gellersenlösung verwarf, weil es dort nicht genug Parkplätze gebe. Die Deckenproblematik wurde in der Weise abgetan, dass man vor jedem Punktspiel in der Arena ja auch eine Trainingseinheit dort abhalten könne. Das wisse Herr Hoppe gewiss zu regeln. Mir kam das schon immer schleierhaft vor, dass man im Training eben üben muss, den Ball weniger hoch zu prellen, aber im Wettkampf ganz anders agieren soll! Nur leider hatte ich zu dem Zeitpunkt gar keine Ahnung vom Volleyball! Des weiteren gab es die Idee, eine neue Dreifeldsporthalle a la Rastadom, an den Berufsschulen zu bauen, mit der entsprechenden Deckenhöhe und zum Wohle der Schüler!. Das wurde abgetan, gleichfalls mit Hinweis auf fehlende Parkplätze und Anwohnereinsprüche! Die Variante des Shuttelns stellte sich dabei noch als gänzlich unbekannt dar! Die Nähe zum Bahnhof war nicht ausreichend!
    Das zeigt, wie schon mehrfach dargestellt, dass es bei dem Bau der Arena einzig und allein um die Durchsetzung eines Gemeinschaftsprojektes einer Männerseilschaft zwischen CDU und SPD ging!
    Es zeigt aber auch, wie schnell sich Wahrheiten drehen und einfach nur subjektiv der jeweiligen Kumpanei untergeordnet werden.! Schon früh gab es mahnende Stimmen, die das Projekt für zu unausgegoren, schlecht geplant und finanziell nicht abgesichert sahen (bei damals noch guter Haushaltslage, weil wir durch drastisches Sparen aus dem Entschuldungshaushalt vorzeitig aussteigen konnten). Bernie Wiemann und ich haben sich jahrelang daran „abgearbeitet“.
    Es half alles nichts, wir waren die ewig Gestrigen und Spaßverderber, was gar nicht sein kann, da ich eine echte Feiertante bin!
    Schon jetzt, ohne Schlussabrechnungen und nicht absehbaren Mindereinnahmen (weil , es fehlen ja immer noch die Voraussetzungen für den Vollbetrieb) stehen die Ausgaben der Arena bei den Freiwilligen Leistungen an 3.Stelle und werden im nächsten Haushalt auf Rang 2 rutschen, nach dem Theater!
    Ach ja, die ewige Verschieberei der Mehrwertsteuer-Wahrheiten:
    Da hat der Landkreis für noch mehr Geld ein 2. oder nächstes Steuerbüro eingeschaltet, um das prüfen zu lassen. Nur um dann festzustellen, dass man auf ein Urteil des Bundesfinanzhofes wartet?? Wer glaubt denn das? Nach meiner Erinnerung ist schon zu früheren Zeiten von der Geschäftsführerin der Arena, darauf hingewiesen worden.
    Es wird immer schwerer die Wahrheiten zu erklären!
    Und so, wie sie vor der Kommunalwahl verschoben wurden, werden sie nun auch die Landtagswahl nicht stören.

    Trotzdem, die Geschichte vom Sofa finde ich als Analogie absolut zutreffend und dann auch noch gut dargebracht! Endlich mal was zum Lachen!

    Tanja Bauschke
    ehemaliges Kreistagsmitglied bis 2021

    Gefällt mir

    • tja,frau bauschke, der einzelhandel in reppenstedt atmet tief durch. die volleyballer sind weg. es gibt wieder parkplätze für die kunden. selbst die anwohner der straßen um die ,,marode,, sporthalle, atmen tief durch. die helden der politischen arbeit haben in ihrer planung keine parkplätze. warum auch? es soll eine umerziehung stattfinden. man fährt rad. egal wie alt und wie krank man ist. lüneburg ist da ein wirklich großes vorbild.

      Gefällt mir

  8. Rainer Schulz schreibt:

    Déjà-vu!

    Waren nicht die Event-Vollprofis von der Hamburger FKP-Scorpio als Arena-Betreiber überraschend vom damaligen Landrat Nahrstedt geschasst worden, nachdem der sich am Wochenende vom Sa.10. auf Mo.12. März 2018 mit Herrn Bahlburgs und Herrn Hoppes Position angefreundet hatte, dass „die Rolle des Volleyball-Erstligisten SVG Lüneburg aus Sicht der Verwaltung gestärkt werden soll“? Siehe: https://www.landeszeitung.de/lueneburg/34696-nachfragen-unerwuenscht/

    Und nun soll die Rolle der SVG erneut gestärkt werden, indem ihr für zehn (oder zwanzig (?)) Millionen Euronen noch eine Trainingshalle gebaut wird?

    Wer soll die dann betreiben? Joe Laschet, der Mode-Blogger?

    Gefällt mir

  9. Otto Berg schreibt:

    Und für diesen „politischen Etikettenschwindel“ eines viel zu groß geschneiderten Vamos-Ersatzes mit angeschlossenem Campus-Catering auf viel zu kleinem Grundstück in einer der trostlosesten Ecken Lüneburgs müssen nun der Landkreis und (über die Kreisumlage) seine Mitgliedsgemeinden den Preis von wahrscheinlich nicht unter 100 Millionen Euro über die nächsten 30 Jahre bezahlen.

    Das Recht auf Vorsteuerabzug entsteht nach Artikel 167 MwStSystRL, wenn der Anspruch auf die abziehbare Steuer entsteht. Materielle Voraussetzung für die Entstehung des Vorsteuerabzugsrechts nach Artikel 168 Buchstabe a) MwStSystRL ist, dass der Leistungsempfänger Steuerpflichtiger (Unternehmer) im Sinne der Mehrwertsteuer-Systemrichtlinie ist, die von ihm bezogenen Gegenstände oder Dienstleistungen in der nachfolgenden Umsatzstufe für Zwecke seiner besteuerten Umsätze verwendet werden und sie auf einer vorausgehenden Umsatzstufe von einem anderen Steuerpflichtigen (Unternehmer) geliefert oder erbracht wurden.

    Zwar können Zinsfestsetzungen des Finanzamts mittels Einspruch unter Hinweis auf anhängige Revisionsverfahren beim BFH vielleicht noch ein kleines Weilchen offen gehalten werden.

    Doch Herr Jenckel hat recht: Eine „Lex Lüneburg“ wird es nicht geben. Dass der Vorsteuerabzug – im Gegensatz zur bisherigen Rechtsprechung – im vorliegenden Fall rückwirkend zulässig sein soll, ist eine lachhafte Erwartung und muss, sollte sie ein Gran rationaler Überlegung enthalten, wohl auf das Konto der „Verschleppen, Vertuschen, Verschleiern“-Betriebsnudeln gebucht werden.

    Gefällt mir

  10. Thomas Jürgensen schreibt:

    Der Dreisprung aus „Landeskrankenhilfe-„, Dreifeld-“ und „Trainingshalle“…

    Aber warum nur drei? Let’S Talk About sechs!

    …erinnert mich an meine Omma Suse. Die hatte sich so um 1975 rum in der Möbelabteilung bei Karstadt, 3. Stock, hinten rechts, vom kürzlich verstorbenen Karl-Heinz Beeker eine 1a-Couch-Garnitur verkaufen lassen. Riesige bunt gestreifte Polstermonstrositäten („rockebilly mid century design“) im Frotee-Look, umrahmt von hell furnierten Wuppertaler Barockleisten und verschönert mit dunkel harmonisierenden Kunstlederapplikationen an den mächtigen Armlehnen. Zeugen des Wohlergehens, Beweise eines unabhängigen Stilwillens und Monumente der Behaglichkeit waren das, die von da an grob geschätzt ca. 98 Prozent der verfügbaren Fläche in Omma Suses edel-arabesk tapezierter guter Stube einnahmen. Die Verkehrssituation war dort also der an der Lüner Rennbahn 5 nicht unähnlich. Wer zu Knabberkram und Alkohol an die Schrankwand wollte, musste sich mit dem Verschiebepuzzle der 15 Kacheln auf den 16 Feldern eines Vier-mal-vier-Quadrats (dem flachen Vorläufer von Rubiks Würfel) sorgfältig auf die logistische Herausforderung des Sesselrückens vorbereitet haben.

    Die wertvollen, nur annlässlich besonderer Gelegenheiten benutzten Fauteuils jedenfall wurden mit schicken, teuren Schonbezügen umhüllt, erworben und gefertigt aus dem herrlich reichhaltigen Stoffsortiment gleich neben den Kurzwarenregalen von Herrn Beeker, regelrechte Augenweiden in Satinbindung („fünf Kettfäden und fünf Schussfäden im Rapport“), die so kostbar glänzten, dass diese ihrerseits wiederum mit etwas leichteren staub- und gebrauchsspurenresistenten „Alltags-Hussen“ vor Abnutzung und Verschmutzung bewahrt werden mussten. Genutzt wurde meist aber nur der Fernsehsessel, wo ein gelbes Badehandtuch über die dreilagige Sitzfläche gebreitet wurde.

    An eine Bedarfsanalyse und eine Wirtschaftlichkeitsplanung im Vorfeld der Anschaffungen hatte mein Großmütterchen auch nicht gedacht. Wozu auch? Ein Renommierzimmer mit exquisiter Einrichtung war schlicht ein „Must have“ im Oberzentrum unseres Familienverbandes. Das zu haben, da kam Freude auf. Und einmal im Jahr, wenn Omma Geburtstag hatte, machte die Event-Arena sich auch bezahlt.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s