Fürs neue Kleid fehlen oft die passenden Schuhe, für die neue Arena die passende Trainingshalle

Lüneburg, 23. Juni 2022

Sie sollen die Arena zum Erfolgsmodell machen: Campus-Management-Geschäftsführer Klaus Hoppe, Arena-Geschäftsführerin und Kreisrätin Sigrid Vossers und Landrat Jens Böther (r.). Foto: jj

Sie haben sich schon gefragt: Warum bloggt der jj gar nichts mehr zur Arena? Ist er krank, haben sie ihn umgekrempelt, ist er ein Umfaller? Nein. Die Arena steht. Und Befürworter wie Kritiker gleichermaßen täten gut daran, Klaus Hoppe vom Campus Management die Daumen zu drücken, dass er die Hütte voll kriegt. Sonst erdrückt die Last der Betriebskosten womöglich den Landkreises Lüneburg als Bauherrn und Betreiber, der schon durch die aktuelle Großwetterlage tief in die roten Zahlen rutscht. Der Weg zur Arena allerdings, dabei bleibt es, hat das Zeug für eine Doktorarbeit über Küchen-Kabinette oder die perfekte Pannen-Planung (kurz PPP).

Grundsatzentscheidungen werden gefällt, keine Lex Lüneburg

Also, ich habe nur abgewartet, ob es doch noch etwas Neues zum sogenannten Vorsteuerabzug gibt, mit dem der Kreis die Baukosten (um die 30 Millionen) noch mal, je nach Lesart, kräftig oder ein bisschen drücken könnte. Ich habe recherchiert. Ergebnis: Bis es was Neues gibt, kann es dauern.

Nicht das Lüneburger Finanzamt nämlich hebt oder senkt den Daumen in Sachen Vorsteuerabzug, nicht das Finanzministerium in Hannover ist am Zug. Nein, alle schauen auf den Bundesfinanzhof, der Grundsatzentscheidungen trifft, zum Beispiel zum Vorsteuerabzug bei Kommunen oder Gebietskörperschaften wie dem Landkreis, wenn sie zum Unternehmer werden. Und Grundsatzentscheidungen dauern bekanntlich und grundsätzlich lange. Da gibt es keine Lex Lüneburg. 

Ein Zweit-Halle für die Trainingseinheiten der Volleyballer

Dafür tritt ein anderes Detail ins Rampenlicht, dass man eigentlich aus der Mode kennt: Bei der Arena scheint es nicht anders wie beim Kauf eines neuen Kleides. Da fehlen plötzlich noch die passenden Schuhe und der Schlapphut. Bei der Arena fehlt noch die passende „Zweit-Halle“ fürs Training. Schließlich kann die SVG (lang Spielgemeinschaft Volleyball Gellersen Lüneburg) nicht für jede Übungsstunde in die Arena buchen. Zurzeit ist die SVG fürs Training eher zum Hallen-Vagabunden geworden.

So eine neue Halle könnte für ein paar Milliönchen (kommt mir bekannt vor) in der Samtgemeinde Gellersen entstehen, natürlich für alle Sportvereine der Samtgemeinde plus Volleyballer, die in jedem Fall für eine kräftige Belegung sorgen würden. Die Gellersen-Halle, Geburtsort der Bundesliga-SVG-Erfolgsstory, fällt wegen der dringenden Sanierung über Monate weg. Zudem werden die Hallenkapazitäten in der Samtgemeinde knapper durch mehr Ganztagsschulen. Da sehen die Vereine „Handlungsbedarf“.

In der LZ war unlängst zu lesen, dass schon lange eine Expertise vorliegt für eine wettkampfgerechte Dreifeld-Sporthalle. Der Vorstoß wurde letztlich durch die Arena hinfällig. Aber jetzt legen die Vereine nach.

Doch für so eine Investition müssten einige Millionen an Kredit aufgenommen werden, Skeptiker rechnen am Ende schon mit bis zu zehn Millionen Euro Baukosten und erheblichen jährlichen Belastungen des Samtgemeinde-Etats, die die „Beinfreiheit“ des Rats massiv einschränken könnten. Und sie fragen sich, ob angesichts des komplett veränderten Freizeit-Verhaltens der Jugend eine zusätzliche Halle nötig ist oder ob sozusagen im Windschatten der Diskussion die Volleyballer, bei Statista auf Platz 23 der beliebtesten Sportarten in Deutschland hinter American Football, sich doch eher eine 1a-Trainingshalle zulegen.

LZ-Redakteur Dennis Thomas kommentierte die Hallen-Wünsche so: „Für den politischen Etikettenschwindel einer vollwertigen Volleyball-Arena in Lüneburg müssen nun die Gellerser den Preis bezahlen.“

Hans-Herbert Jenckel

Über jj

Journalist, Dipl.-Kaufmann, Moderator, Lünebug- und Elbtalaue-Liebhaber
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51 Antworten zu Fürs neue Kleid fehlen oft die passenden Schuhe, für die neue Arena die passende Trainingshalle

  1. Das Prinzip der ewigen Wiederkehr schreibt:

    Einfach nur traurig – 30 Mio. für Konsumschrott – denn das ist keine für Sportler optimale Sporthalle.

    Das wurde vor 6-7 Jahren alles als Argument gebracht, in etlichen Leserbriefen, dass dieses Projekt irre teuer wird und in der Nutzung unsinnig, und ökologischer Wahnsinn.
    (Was kostet eigentlich das Heizen im Winter 2022/23 mit Erdgas / Strom aus Erdgas-BHKW?)

    Der Kaiser war nackt. Und jetzt freut sich nur einer: ein Unternehmer, der schon immer davon lebte, die Bräsigkeit öffentlicher Institutionen als Geschäftsmodell in eigener Sache zu nutzen.

    Alles offensichtlich – warum wird hier noch immer ellenlang diskutiert?

    Die Halle wird in spätestens fünf Jahren Insolvenz anmelden. Und das ist sehr großzügig bemessen.

    Verantwortliche?

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    • Otto Berg schreibt:

      RICHTIG: Der Kaiser war (und bleibt) nackt!

      „Diskutiert“ (besser: in Erinnerung gehalten) wird das „hier noch immer ellenlang“, weil es sich um einen „administrativen“ Skandal und ein „politisches“ Versagen ungewöhnlichen Ausmaßes mit exorbitant teuren Folgen für den Kommunalverband im nächsten halben Jahrhundert handelt, „Ursachen“ und Folgen, die alle dafür Verantwortlichen gerne unter den Tisch kehren möchten.

      FALSCH: Insolvenz aufgrund akuter oder drohender Zahlungsunfähigkeit sowie Überschuldung wird „die Halle“ NIEMALS „anmelden“, denn sie ist (auch wenn ihr Betrieb privatrechtlich maskiert ist) eine „öffentliche Einrichtung“⁽*⁾ und letztlich zu 100 % Eigentum des Landkreises Lüneburg, welcher zu 100% die Kommanditanteile an der Betreibergesellschaft hält, also Vermögen einer juristischen Person des öffentlichen Rechts, die der Aufsicht des Landes Niedersachsen untersteht.

      ZWAR sind juristische Personen des öffentlichen Rechts (hier kommunale Gebietskörperschaften wie Gemeinden und Gemeindeverbände) grundsätzlich unternehmerfähig. (Sie gelten nur dann nicht als Unternehmerin, wenn sie hoheitliche Tätigkeiten ausüben. Bei gewerblichen Tätigkeiten sind sie steuerlich wie ein Gewerbebetrieb zu behandeln, so müssen sie in diesem Falle beispielsweise Umsatzsteuer [!] an das Finanzamt abführen.)

      ABER gemäß § 1 „Niedersächsisches Gesetz über die Insolvenzunfähigkeit juristischer Personen des öffentlichen Rechts“ (JurPersInsUfG ND) vom 27. März 1987 in der derzeit (ab dem 19. Juli 2005) gültigen Fassung gilt:

      „(1) Ein Insolvenzverfahren über das Vermögen juristischer Personen des öffentlichen Rechts, die der Aufsicht des Landes unterstehen, findet nicht statt.

      (2) Absatz 1 gilt nicht für öffentlich-rechtliche Versicherungsunternehmen und für öffentlich-rechtliche Bank- und Kreditinstitute.“

      Gültige Fassung der Vorschrift: https://www.nds-voris.de/jportal/?quelle=jlink&query=JurPersInsUfG+ND+%C2%A7+1&psml=bsvorisprod.psml&max=true

      Die am 14. September 2020 gegründete bzw. in das Handelsregister eingetragene Arena Lüneburger Land Betriebs GmbH & Co. KG ist eine Kommanditgesellschaft, an deren Vermögen der Landkreis Lüneburg als Kommanditist zu 100% „beteiligt“ ist (§ 3 Abs. 3 des Gesellschaftsvertrags, S. 2 Beiakte 001). Nach § 3 Abs. 6 des am 5. Oktober 2020 zwischen dem Landkreis Lüneburg und dem einzigen Komplementär der Arena Lüneburger Land Betriebs GmbH & Co. KG, der am 26. August 2020 gegründeten bzw. in das Handelsregister eingetragenen Arena Lüneburger Land Verwaltungs GmbH, geschlossenen Gesellschaftsvertrages richten sich die Beteiligungsverhältnisse der Gesellschafter an der Gesellschaft nach deren Kapitalanteilen. Die Geschäftsführung der Betriebs GmbH & Co. KG ist gemäß § 7 Abs. 5 des Gesellschaftsvertrags an die Beschlüsse der Gesellschafterversammlung gebunden. Die Campus Management GmbH (Dienstleister) wiederum schließt im Namen und auf Rechnung der Betriebs GmbH & Co. KG Mietverträge mit den Endnutzern der Arena ab und unterliegt damit im Innenverhältnis deren Weisungen (§ 1 des Dienstleistungsvertrags, S. 15 Beiakte 001).

      FAZIT: Die erwarteten jährlichen Arena-Defizite … werden immer nur ein Minus-Posten „im Haushalt“ des Landkreises sein, der durch „öffentliche Mittel“ – ganz gleich in welcher Höhe – „ausgeglichen“ werden wird.
      —————————-
      ⁽*⁾ Zum (steuerrechtlich ebenfalls relevanten) Begriff der „öffentlichen Einrichtung“ vgl. auch Punkt 16 im (anonymisierten) Beschluss des 10. Senats beim OVG Lüneburg, vom 08.06.2022, 10 ME 75/22: „Für die Öffentlichkeit der Einrichtung ist nicht von Belang, ob ihre Benutzung öffentlich-rechtlich oder privatrechtlich geregelt ist, sächliche Mittel der Einrichtung nicht im Eigentum der Kommune stehen oder die Kommune die Einrichtung – verselbständigt – etwa als juristische Person des Privatrechts betreibt. Maßgebend ist vielmehr, ob die Kommune trotz Übertragung auf einen privaten Betreiber bzw. trotz Überlassung des Betriebs an einen Privaten weiterhin in der Lage ist, die Zweckbindung der Einrichtung gegenüber dem privatrechtlichen Betreiber durch Ausübung von Mitwirkungs- und Weisungsrechten durchzusetzen (Senatsbeschluss vom 18.6.2018 – 10 ME 207/18 –, juris Rn. 35 m.w.N.). Dies gilt ebenso, wenn der Betrieb einer Einrichtung einer Kommune einem Privaten, etwa einem Pächter, überlassen wird. Auch in diesem Fall ist es für den gegen die Kommune gerichteten Anspruch erforderlich, dass der Private den Weisungen der Kommune unterworfen ist oder dass sich die Kommune dem Privaten gegenüber entsprechende Mitwirkungsrechte vorbehalten hat (Senatsbeschluss vom 11.12.2012 – 10 ME 130/12 –, juris Rn. 20 m.w.N.).“

      Quelle: http://www.dbovg.niedersachsen.de/jportal/?quelle=jlink&docid=MWRE220006131&psml=bsndprod.psml&max=true

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  2. Andreas Janwoitz schreibt:

    Grade gestern bin ich durch das Schuhkartonviertel am Bahnhof geradelt….Dieses „neugestaltete“ Klotzviertel ist für den Arsch! Nichtmal als Erstschlagziel ist dieser Augenkrebs tauglich. Unten Garage oben Schuhkartonwohnungen- das ist in jedem Belang „versagt“?!
    Ja o.k. die Fassade ist keine 70er jahre Badezimmerfliese wie in in Hannover allgegenwärtig… Hannover wurde zu 90% weggebombt und es mussten dringend Wohnungen her- deren Augenkrebs ist entschuldbar.
    In Lüneburg nicht die geringste Anstrengung zu unternehmen ist ein Verbrechen sonder gleichens. Das sog. Hanseviertel kommt dem gleich nach. Billiger Augenkrebs, nicht gewollt und nicht gekonnt, Stadplanung a la Mariacron-Kaffee morgens um halb zehn…
    Ich war grad in Wien und dort gibt man sich wenigstens Mühe Renovierungen ins Stadtbild einzupassen. Oh wunder selbst in deiser römischen Gründung finden sich Dachterrassen und Fassadenbegrünung?! Dieses lustlos hingeklatschte möchtegern Investment ist in höchstem Masse erbärmlich. Dafür verlangen die örtlichen Wichtigtuer wohl auch noch Respekt oder so? Deren sog Leistungen sind einfach nun Anreiz zum Abriss. Sowas will man nichtmal „besetzen“ wie in berliner Strassen oder an der Hafenstrasse in Hamburg geschehen?!

    Arm in allen Belangen, was für eine kümmerliche Fehlleistung. Wie kriecherisch müsste man daherkommen dieses Billigstinvestment als „städtebaulich wertvoll“ Schönreden zu wollen?

    Zum Glück habe ich keine Ahnung und bin auch nicht qualifiziert genug diese offene Hämorrhoidender örtlicher Stadtbaukunst bewerten zu können.

    Zum Glück werden nicht alle Städte dermassen verunstaltet, wobei sogar 30% der Wohnungen nicht an Fantasierenditen irgendwelcher Finanzclowns orientiert bepreist werden können, insofern sogar Wohnraum für echte Bewohner geschaffen wird:

    https://vincent.callebaut.org/object/210929_secretgardens/secretgardens/projects

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    • Marina schreibt:

      Herr Janowitz, hier dreht sich’s um super-kostspielige Illusionskunst von A wie „Arena“ bis V wie „Volleyboll“. Siehe Rudi Radlos unten.

      Mega-avancierte Stadtbaukunst von P wie „Pollinatorpark“ bis S wie „Secretgardens“ steht fühestens im Septemba auf der Agenda. Fragen Sie Detlef OB.

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  3. Rudi Radlos schreibt:

    Ein Versprechen der „Arena“-Illusionisten war es, Spitzenvolleyball auf großer Bühne, im Lüneburger 100 Millionen Euro-Event-Tempel, zu präsentieren, um die ganze Region mit dieser Randsportart in eine wirtschaftlich glanzvolle Zukunft zu katapultieren.

    Nun werden die „United Volleys Frankfurt“ von der Volleyball-Bundesliga (VBL) keine Lizenz für die kommende Saison in der Männer-Bundesliga erhalten.

    Neun Mannschaften gibt es jetzt noch, von denen eine nur so zum Spaß mitmacht und drei weitere nicht mehr als Kanonenfutter für die fünf anderen sind.

    „Trotz kreativer Ideen, darunter eine eigene TV-Serie, blieb der Zuschauerschnitt in Frankfurt weit unter den Erwartungen. Sponsoren konnten kaum begeistert werden.“ FAZ (Di., 12. Juli 2022-19:33 Uhr): https://www.faz.net/aktuell/sport/rhein-main-sport/united-volleys-ohne-lizenz-fuer-die-bundesliga-18168304.html

    „Aufsteigen will niemand, ergo gibt es keine Absteiger und keine normale Wettbewerbsstruktur. Die Attraktivität der Liga sinkt so erheblich.“
    LZ (Di., 12. Juli 2022 16:32 Uhr): https://www.landeszeitung.de/lz/594893-die-united-volleys-frankfurt-sind-raus/

    LZ-Redakteur Matthias Sobottka kommentiert die Geschehnisse in der Operettenliga:

    „Wenn man viele Teams aus Liga 2 bekniet, doch bitte aufzusteigen, aber keiner den Finger hebt, kann im Gefüge etwas nicht stimmen. Im krassen Gegensatz dazu wird in der Bundesliga eventisiert und professionalisiert, was das Zeug hält. Die Vermarktung über Bouncehouse war der erste Schritt, in der übernächsten Saison steigt die Liga beim Streamingportal von Ex-DFL-Chef Seifert und dem Springer-Verlag ein. Schön und gut, aber dringender wären andere Hausaufgaben.“
    LZ (Di., 12. Juli 2022 16:32 Uhr): https://www.landeszeitung.de/lz/594893-die-united-volleys-frankfurt-sind-raus/

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    • jo bembel schreibt:

      Bounce House klingt irgendwie spektakulär futural großartig mit einem touch von internationality, aber hinter dieser, auf deutsch, Hüpfburg steckt die Volleyball Bundesliga GmbH, die mangels anderer Optionen, die Vereine verpflichtet hat ihre Spiele selbst live zu produzieren.

      Diese streams laufen dann bei TWITCH auf dem spontent-Kanal und erzielen Clicks in derart homöopathischen Dosen, dass potentielle Sponsoren davon abgeschreckt werden und bestehende ihr Sponsoring infrage stellen müssten, wenn sie es nicht als Mäzenatentum verstehen.

      Streamingportal von Ex DFL Chef und Springer Verlag klingt ja auch irgendwie nach Größe. Aber der Axel Springer SE erreicht mit seinem BILD.tv auch nur knapp messbare Einschaltquoten auf Bibel.tv Niveau. Deshalb wird aktuell nicht mehr in das Projekt investiert.

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      • Otto Berg schreibt:

        Eine interessante Einlassung zum Arena-Dauerschlamassel gab es heute von Hans-Herbert Jenckel im Gespräch mit dem Arena-Geschäftsbesorger Klaus Hoppe. Das knapp 17minütige Reklame-Video zugunsten der Geschäftsinteressen von Hoppe (der, wie der Journalist ab Minute 11:50 verrät, schon während seiner, Jenckels, Zeit als Pressesprecher der Hansestadt Lüneburg zwischen den Jahren 2000 und 2005 eine ganz besondere Vertrauensbeziehung zum damaligen Oberbürgermeister pflegte) ist HIER ZU SEHEN:

        Ab Minute 10:00 nimmt Jenckel Bezug auf einen LZ-Beitrag, der in voller Länge unten zu lesen ist: https://blog-jj.com/2022/06/22/furs-neue-kleid-fehlen-oft-die-passenden-schuhe-fur-die-neue-arena-die-passende-trainingshalle/#comment-16925 Darin heißt es:

        „Wir haben ja als einen neuen Leuchtturm die 30-Millionen-Arena. Die dort kultivierte Sportart trägt laut Homepage, Stand heute, in diesem Jahr noch volle Pulle sechs Spiele aus. Aber die Arena soll ja auch beinhart die Kultur beflügeln. Was läuft denn da so in diesem Jahr? Laut Homepage, Stand heute: 29. Dezember, Torfrock.“

        Der Interviewende fragt den Interviewten, ob das so zutreffe – oder (so wörtlich ab Minute 10:20): „Ist das ’ne Scheißhausparole, wie man so sagt?“

        Hoppe grinst nach dieser suggestiven Vorlage und entgegnet: „Das ist natürlich [!] Unsinn. Man kann ja am Ende des Jahres sehen, wie viele Veranstaltungen stattgefunden haben.“ – Zwanzig seien es jetzt schon. Dann folgen mehrere Minuten Blabla über die Schwierigkeiten der Veranstaltungsbranche im Nachklapp der „Corona-Krise“. Aber eine Antwort auf die eigentliche Frage nach der Zahl der in diesem Jahr ausstehenden Arena-Veranstaltungen bleibt der Interviewte schuldig. Und der Interviewende macht nicht einmal eine winzige Zuck-Anstalt nachzuhaken.

        So geht in Lüneburg Presse-Arbeit unter alten Bekannten.

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      • jj schreibt:

        Endlich, Otto Berg hat wieder sein Lebensthema und kann auch gleich noch giften. Aber bitte. lg jj

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      • Otto Berg schreibt:

        Naja, Herr Jenckel, dass „Scheißhausparolen“ in einer Zeitung zu finden seien, deren heutige Redakteurende (w/m/d) zu mutmaßlich 90 Prozent von Ihnen selbst noch mit angeheuert bzw. mit ausgebildet oder eingearbeitet worden sind, ist schon starker Tobak.

        Um Wilhelm Busch („Die fromme Helene“) zu variieren:

        Der Sinn – und dieser Satz steht fest – ist stets der Unsinn, den man lässt.

        Vielleicht wäre es sinnvoller gewesen, vor Gesprächsbeginn auch kurz auf den „Event-Kalender“ der „Landeskrankenhilfe-Arena“ zu schauen (➝ https://www.lkh-arena.de/programm), statt begütigend beim wieder einmal in die Pressekamera um „politische Unterstützung“ greinenden Herrn Hoppe nach Komplimenten zu fischen.

        Das Wissen, welcher Art die „zwanzig“ vom „Tema Campus“ bereits „gemanagten“ Arena-Veranstaltungen denn gewesen sind, hätte ebenfalls weitergeholfen. Dreimal Volleyball, eine Eröffnungspary für Hans-Martin Koch und 800 weitere VIP-Lounge-Luschernde, eine Tanz in den Mai-Sause, einmal Udo Jürgens-Schmonzetten mit Alexander Eissele und dann noch vierzehn „Business-Feiern“ von jeweils hundert handverlesenen Craftbeer- und E-Gaming-Liebhabern?

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      • jj schreibt:

        Ein starkes Stück, lieber Herr Berg ist es, dass Sie hier so eine dreiste Behauptung zur LZ in die Welt setzen. Mit kommt es nicht in den Sinn, die LZ-Redaktion, die ich schätze, zu kritisieren oder gar zu beleidigen. In dem Interview ist zu keinem Zeitpunkt beim Thema Arena/Veranstaltungen von der LZ die Rede, sondern von Kommentaren im Netz. Vielleicht kommt es Ihnen ja mal in den Sinn, sich für diese Unschärfe zu entschuldigen.

        Die LZ ist in einem notwendigen und atemraubenden Umbruch, da wird sich in einiger Zeit zeigen, wie sich die Arbeitsweisen noch einmal dramatisch verändern. Die Medienwelt schlechthin, wem sage ich das, ist seit Jahrzehnten ein Branche der atemraubenden Umbrüche. lg jj

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      • Franzi Möller schreibt:

        Ausgezeichneter Kommentar zum Video-Inhalt von SPD-Ratsherr Jörg Kohlstedt bei LZ-Facebook:

        「 „Wenn alle Anwohner gleich wichtig sind, was man in Lüneburg auch noch mal diskutieren könnte …“
        Nein, Herr Hoppe, da fehlt die Basis für eine Diskussion. Alle Anwohnenden sind gleich wichtig und nicht irgendjemand mehr oder weniger!
        „Und wir haben für die Grünen Herr Moßmann in der Verwaltung …“
        Ich weiß nicht, ob das ein pfiffiges Interview war. Jedenfalls werden Politik und Verwaltung nicht über jedes Stöckchen hoppen, dass das Campus-Management hinhält. 」

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      • jo bembel schreibt:

        (Ich gehe davon aus, dass dieser Kommentar unterhalb jjs Angtwort auf Herrn Berg erscheint.)

        Ich habe mal einen Blick auf unseren Wandkalender gewagt und festgestellt, dass wir uns erst in Kalenderwoche 28 befinden. Puh! Jetzt bin ich genauso optimistisch wie Sie, Herr Jenckel, dass die Campus Management GmbH die 20 Veranstaltungen in der Arena bis zum Jahresende hinbekommen wird. (Hätten Sie Zweifel am Ergebnis von Herrn Hoppes Griff ins Zahlenregal, hätten Sie sicherlich nachgehakt – so als Journalist mit entsprechender Neugier und Hartnäckigkeit.)

        Besonders freue ich mich auf die Events in den nächsten 6 Wochen (Sommerferien). Das müssten die von Herrn Hoppe anvisierten 8-9 Abibälle sein. (Wobei die Herderschule hat bereits im Castanea gefeiert.) Danach bleiben dann noch 16 Wochen für den lumpigen Rest an Hochkulturereignissen in der LKH-Arena.

        Als es darum ging, eine möglichst hohe Entschädigungszahlung herauszuschlagen, wurde von Herrn Hoppe argumentiert, dass die von ihm quasi schon eingetüteten Events Vorlaufzeiten von einem Jahr und länger hätten und jetzt werden in den nächsten Wochen die Termine wie die weißen Kaninchen aus dem Zylinder? Oder sind das die Volleyball- und die von Herrn Hoppe kostenlos nutzbaren Termine?

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      • jj schreibt:

        Herr Hoppe hat gesagt, das bereits 20 Veranstaltungen in der Arena stattgefunden haben und nicht bis Jahresende stattfinden. Da es sich offensichtlich nicht um Mega-Events, sondern eher Firmen-Events gehandelt haben wird, kann ich das kaum nachprüfen. Was in den nächsten Monaten passiert, werden wir sehen. Abgerechnet wird nicht jetzt, sondern am Jahresende.
        Und Sie erinnern sich sicher, dass die Eröffnung der Arena mehrfach verschoben wurde, das können Sie jetzt nicht auch noch Klaus Hoppe in die Schuhe schieben.
        Richtig ist, auch mich würde interessieren, wofür die hohe Summe plus Freiveranstaltungen vom Landkreis an Campus zur Auflösung des Betreibervertrages geflossen ist. Das gilt auch für einige Ex-Kreistagsabgeordnet wie Berni Wiemann. Die Antwort ist der Kreis schuldig. lg jj

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      • Otto Berg schreibt:

        (Lieber Herr Berg, Sie bitten um Entschuldigung, das finde ich gut. Und natürlich können Sie mich weiter kritisieren. Los geht’s)
        👇👇👇

        Lieber Herr Jenckel,

        zu den Fakten:

        ► Ihr Mittwoch-Video-Dialog (von min:sek 10:07 bis 10:33) geht so:

        JENCKEL: „Wir denken an die Arena. Da läuft jetzt im Netz so ’ne komische Diskussion. Ich weiß nicht, ob das Gerüchte sind. Da heißt es – ähhh – , dieses Jahr gebe es in der Arena nur noch sechsmal Volleyball und – äh – Torfrock. Ist das…, ist das ’ne Scheißhausparole, wie man so sagt?“

        HOPPE: „Ja, das ist natürlich Unsinn. Man kann ja am Ende des Jahres sehen, wie viele Veranstaltungen dann noch stattgefunden haben. Bisher waren’s übrigens schon zwanzig Veranstaltungen …“

        JENCKEL: „Ja!“

        HOPPE: „… für die, die mitzählen wollen.“

        ► Am Mittwoch, 29. Juni 2022 um 7:26 Uhr referiert Herr jo bembel das Jahresrestprogramm der „Landeskrankenhilfe-Arena“: 29.12.22, 20:00 „Torfrock – Bagaluten Weihnacht“. Vgl.: https://blog-jj.com/2022/06/22/furs-neue-kleid-fehlen-oft-die-passenden-schuhe-fur-die-neue-arena-die-passende-trainingshalle/#comment-16824

        ► Am Donnerstag, 7. Juli 2022, steht in der LZ auf Seite 3 unter dem nom de plume „das palindrom“ neben anderem: Wir „haben ja als einen neuen Leuchtturm die 30-Millionen-Arena. Die dort kultivierte Sportart trägt laut Homepage, Stand heute, in diesem Jahr noch volle Pulle sechs Spiele aus. Aber die Arena soll ja auch beinhart die Kultur beflügeln. Was läuft denn da so in diesem Jahr? Laut Homepage, Stand heute: 29. Dezember, Torfrock.“ Vgl.: https://blog-jj.com/2022/06/22/furs-neue-kleid-fehlen-oft-die-passenden-schuhe-fur-die-neue-arena-die-passende-trainingshalle/#comment-16925

        ► Am Mittwoch, 13. Juli 2022 um 23:45 Uhr schreibt Otto Berg: „Ab Minute 10:00 nimmt Jenckel Bezug auf einen LZ-Beitrag, der in voller Länge unten zu lesen ist“. Vgl.: https://blog-jj.com/2022/06/22/furs-neue-kleid-fehlen-oft-die-passenden-schuhe-fur-die-neue-arena-die-passende-trainingshalle/#comment-16994

        ► Am Donnerstag, 14. Juli 2022 um 9:06 Uhr antwortet Hans-Herbert Jenckel: „Endlich, Otto Berg hat wieder sein Lebensthema und kann auch gleich noch giften. Aber bitte. lg jj“

        Das, was Sie als „Scheißhausparole“ bezeichneten, lieber Herr Jenckel („sechsmal [Stand heute fünfmal] Volleyball plus Torfrock“), ist mir in der oben angegebenen Reihenfolge bekannt gemacht worden: Zuerst vom gewöhnlich sehr zuverlässig informierenden jo bembel. Dann vom LZ-Verfasser (w/m/d) der (wenn ich das tichtig erinnere, von Ihnen vor Jahren eingeführten) Glosse „Am Haken“. Anschließend durch einen Blick in den „Event-Kalender“ der „Landeskrankenhilfe-Arena“ (➝ https://www.lkh-arena.de/programm) sowie in den Spielplan der SV Gellersen (➝ https://svg-lueneburg.de/spielplan/). Und schließlich von Ihnen selbst (zur „Netz-Diskussion“ promoviert) im Hoppe-Gespräch.

        Da Sie meinem Befund vom Mittwoch („Jenckel [nimmt] Bezug auf einen LZ-Beitrag“) in Ihrer Replik nicht widersprochen hatten UND – für mich – von einer „Netz-Diskussion“ um diese (angebliche) „Scheißhausparole“ herum nichts zu entdecken war, habe ich angenommen, Sie hätten bei Ihrer Frage an Herrn Hoppe in dieser Sache vor allem von Erkenntnissen gezehrt, die Sie bei Blog.jj (einem Netz-Medium) gewonnen hatten. Dazu hätte dann auch der erwähnte LZ-Beitrag gehört, der, nachdem in der Print-Ausgabe vom Donnerstag voriger Woche bereits die Fische vom Freitag danach eingewickelt wurden, nur noch hier im Blog und bei LZePaper (= Netz-Medien) zu lesen ist.

        Jedoch ist nicht ausgeschlossen, dass Sie die Weisheit, mit der Sie Herrn Hoppe vorgestern konfrontiert haben, bei jo bembel (= Netz-Debattant) gelesen – oder diese aus einer anderen Ecke des Wuörlt-wueid-wuäpp gefischt haben. Somit ist meine Schlussfolgerung von gestern, Sie hätten angedeutet, „dass ‚Scheißhausparolen‘ in der LZ zu finden seien“, ungerechtfertigt, ja, übergriffig!

        ▷ Dafür bitte ich um Entschuldigung!

        Im Übrigen ist mir bekannt, dass Sie die LZ-Redaktion schätzen und (wie diese sich glücklich schätzen darf) nach wie vor unterstützen.

        Andererseits kommt es mir nicht in den Sinn, Sie, den ich schätze, zu beleidigen. Gelegentlich zu kritisieren aber sehr wohl!

        So in diesem Fall, wo Sie – um einmal mit Jörg Kohlstedt zu formulieren – „den Bogen überspannen“, indem Sie sich für „den Kultursommer“ aus dem Fenster lehnen und in Ihrem Eifer, Gutes zu wirken, allerlei Grenzwertiges Geschwafel Ihres Gesprächspartners überhören, der ebenfalls „den Bogen überspannt“, nämlich indem er erneut (denken Sie nochmal an die vorgestern von Ihnen aufs Tapet gebrachte „Vamos-Petition“ von Anfang 2016) den Eindruck vermittelt, er brauche nur immerzu in irgendwelche Medienhaus Lüneburg GmbH-Mikrofone zu jammern („Manntje, Manntje, Timpe Te / Buttje, Buttje inne See“), damit sofort eine Andrea Schröder-Ehlers oder ein Franz-Josef Kamp gesprungen kommen, ein, zwei Extrawürstchen für ihn heiß machen oder ihm gar – damit die Tränen schneller trocknen – eine Sonderlizenz zum Gelddrucken zustecken.

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  4. Andreas Janowitz schreibt:

    Und ich darf mir diesen armseelig zusammegezimmerten Schuhkarton antun!?

    https://vincent.callebaut.org/object/210323_pollinatorpark/pollinatorpark/projects

    Ich könnt` freimütig gegen den Wind reihern…

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  5. Elena Schünemann schreibt:

    »Chinesische Verhältnisse im Landkreis Lüneburg«

    Das war der erste Orden, den der neue Landrat keine drei Wochen nach Amtsantritt – »am 20. November 2019 von jj« – an die Brust geheftet bekam. »Mr. Intransparency« lautet Jens Böthers Zweitname im Flurfunk nicht erst seitdem. Es blieb bei dem einen Ehrentitel. Zu Recht, wie man aufgrund einer Fülle von Beispielen inzwischen weiß. »Dieser Beitrag wurde mit ›Arena‹, ›Arena Lüneburger Land‹, ›Überwachung‹, ›Kosten‹, ›Landkreis Lüneburg‹, ›Landrat‹ verschlagwortet«, hatte der Autor vor zwei Jahren und neun Monaten unter seinen Text gesetzt. »Wagenburg-Mentalität«, »Überwachungsapparat«, »Strafanzeige«, »Drohbebärde« lauten darin verwendete Vokabeln: https://blog-jj.com/2019/11/20/chinesische-verhaeltnisse-im-landkreis/

    »Zahnpasta kann man nicht in die Tube zurückdrücken und Abermillionen Euro für den entgleisten Bau einer Event-Halle nicht sang- und klanglos in der Bilanz versenken«, schrieb Hans-Herbert Jenckel am 19. November 2019. Und: »Wenn aber für ein Projekt (…) längst der Grundstein gelegt ist und es dermaßen aus dem Ruder läuft, wenn es also um die Frage geht, wie es dazu kommen konnte, dann hat die Öffentlichkeit ein Recht auf Information.«

    Offenbar kann Dennis Neumann (parteilos), sein Nachfolger in Bleckede, es besser als der ehemalige Bürgermeister und jetzige Landrat Jens Böther (CDU):

    »Viel Lob für die Verwaltung gab es in der jüngsten Ratssitzung in Bleckede. Den Vertretern aller Fraktionen gefiel ›die neue Transparenz und Kommunikation‹ mit der Politik.«
    (…)
    »Eine gute Nachricht für die Bürger: Die Abwassergebühren werden sinken, und zwar bis 2024 im Entsorgungsbereich Bleckede (ohne Walmsburg) auf 4,73 Euro pro Kubikmeter (vormals 4,90 Euro pro Kubikmeter) und im Entsorgungsbereich Walmsburg 3,53 Euro pro Kubikmeter (vormals 3,65 Euro pro Kubikmeter). Im Vorfeld hatten die Politiker mehr Transparenz in der Kalkulation gefordert. Dabei fiel der Verwaltung auf, dass bisher zu viel Abwassergebühren gezahlt worden sind.« Siehe: LZ, Dienstag, 5. Juli 2022, S. 8. Online: https://www.landeszeitung.de/lueneburg/585956-abwasserbeseitigung-in-bleckede-kostet-kuenftig-weniger/

    Was »einer Verwaltung«, die gedrängt (und daher bereit) ist, genauer hinzusehen, doch so alles »auffallen« kann!

    Damit dürfte der 26jährige (!) »Abwasserkrimi von Bleckede« um die dubiose Kostenkalkulation der »Abwasserentsorgung Bleckede GmbH, c/o Purena GmbH« sein – vorläufiges (?) – Ende gefunden haben. Siehe: https://www.landeszeitung.de/lueneburg/22563-das-gallische-dorf-bei-bleckede/

    Werden auch Gelder erstattet, wo 26 Jahre lang »zu viel Abwassergebühren gezahlt worden« sind?

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    • Rudi Radlos schreibt:

      Das Thema „Abwasser Walmsburg“ wurde 2019 gleich nach dem Abgang von Böther und der Ankunft von Neumann zur Chefsache in Bleckede.

      Thomas Mitzlaff, heute Redaktionsleiter beim „Winsener Anzeiger“, am 18. Juni 2020 in der LZ: „Helga Dreyer gilt als das Urgestein des Widerstands, sie hat in den zweieinhalb Jahrzehnten zahlreiche Etappensiege errungen. Heute sei man dankbar, dass sie auf einen entscheidenden Fehler hingewiesen habe, betont der eigens aus Hannover angereiste Justiziar der Stadt Bleckede. Dreyer kann darüber nur den Kopf schütteln. ‚Die haben schlichtweg betrogen’, sagt sie.“ (https://www.landeszeitung.de/lueneburg/22534-abwassergebuehren/)

      Kritische Worte kamen vor zwei Jahren auch vom Vizepräsidenten des Verwaltungsgerichtes Lüneburg, Björn Clausen, der als Vorsitzender der 3. Kammer die Verhandlung leitete. Nach 2015, also während Böthers Amtszeit, habe man „mehrmals vergeblich aus Bleckede Unterlagen angefordert, um die Berechnungsgrundlage [für bisher von dort ergangene Bescheide] nachvollziehen zu können, doch nichts erhalten, stellt der Richter fest.“

      Chinesische Verhältnisse eben.

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      • Helga Dreyer schreibt:

        Liebe Frau Schünemann, lieber Herr Radlos,
        Sie vermuten in der Bleckeder Abwassergeschichte „Chinesische Verhältnisse“.
        Als Kenner der Szene fällt mir kein Grund ein, um dieser Vermutung zu widersprechen.

        Als Frau der ersten Stunde (Urgestein), Ermittler, Aufdecker und Störer in dieser kriminalistischen Tragikomödie muss ich aber einen Einwand geltend machen, wenn Sie hierbei Ihren Fokus auf den ehemaligen Bürgermeister der Stadt Bleckede und den heutigen Landrat Jens Böther richten.

        Herr Böther war der erste Bürgermeister nach seinen beiden Vorgängern und diversen Kämmerern der Stadt, der mir einen Einblick in die Rätselhaftigkeit der verschlungenen Wege der Abrechnungsgrundlagen für die Gebührenkalkulationen gewährte, für die nicht die Verwaltung der Stadt Bleckede, sondern (heute) die Purena GmbH (davor Avacon GmbH, davor HASTRA) verantwortlich zeichnet bzw. zeichnete.

        Über die Reichweite einer Ausbesserung der von mir vorgefundenen groben Schnitzer konnte dann keine Einigkeit gefunden werden, so dass Herr Böther und ich uns darüber verständigten, hierüber das Verwaltungsgericht entscheiden zu lassen.

        Mittlerweile hat das Verwaltungsgericht entschieden – anonymisiert nachzulesen unter https://openjur.de/u/2240727.html
        und in seinem 28-Seiten Urteil aus Juni 2020 in den Entscheidungsgründen auf 15 Seiten Hinweise gegeben, welche Positionen in der Gebührenkalkulation 2016 – 2018 betragsmäßig zweifelhaft oder (möglicherweise) nicht rechtmäßig angesetzt wurden, OBWOHL dem Gericht die angeforderten aussagekräftigen Unterlagen nicht vorgelegt worden waren.

        Der 26jährige „Abwasserkrimi von Bleckede“ hat auch heute sein Ende noch nicht gefunden, denn substanzielle Unterlagen sind entweder auf dubiose Art und Weise verschwunden oder es werden – trotz der Hinweise in dem Verwaltungsgerichtsurteil z. B. ab TZ 210 – um nur einen Knackpunkt zu nennen – anteilige Kosten der überdimensionierten Bleckeder Kläranlage für das Abrechnungsgebiet in Walmsburg angesetzt, für die die Walmsburger Gebührenzahler gar nicht aufzukommen haben, denn deren Abwässer werden in die Kateminer Kläranlage eingeleitet. Kostenansätze hierfür sind in den Kalkulationen enthalten und die Walmsburger sind dadurch doppelt belastet. So geschehen auch in der neuen Gebührenkalkulation 2022 – 2024, die der Rat am 30. Juni 2022 verabschiedet hat.

        Transparenz, neue Kommunikation? Was sollen die Ratsmitglieder anderes glauben, wenn sie noch nicht einmal in Kenntnis über die Entscheidungsgründe des Verwaltungsgericht gesetzt worden sind, ihnen aber zum Einlullen eine opulente Präsentation durch den extra angereisten Geschäftsführer des privaten 49 % -Partners der Abwasserentsorgung Bleckede GmbH kredenzt wurde.

        Chinesische Verhältnisse mit umgekehrten Vorzeichen eben.

        Übrigens: meine (neue) Klage gegen den Abwassergebührenscheid 2021 liegt dem Verwaltungsgericht seit Frebruar 2022 vor. Das Verfahren ruht, weil die Verwaltung der Stadt Bleckede zusagte, die strittigen Punkte nun endlich klären zu wollen.
        Ich bleibe am Ball…..

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      • Elena Schünemann schreibt:

        Liebe Frau Dreyer,

        morgen, Donnerstag, 7. Juli, findet die Gründungsveranstaltung des „Wasserforums Lüneburg“ ab 11 Uhr in der Leuphana Universität statt.


        Der Dichter dichtete: „Ich denke oft: Schatzhäuser müssen sein…“, der Fotograf (t&w) fotografierte.

        Thomas Meyer, langjähriger Mitgeschäftsführer der „Abwasserentsorgung Bleckede GmbH“, damit ebenfalls Akteur „der ersten Stunde (Urgestein)“ in Walmsburgs „kriminalistischer Tragikomödie“ und heute Technischer Geschäftsführer unseres lieben, regionalen Wasserversorgers Purena GmbH sagt: „Unser Grundwasser“, also nicht nur Ihres und meines, Frau Dreyer, sondern auch das Grundwasser von Thomas Meyer und der Purena GmbH, „ist ein unersetzbarer Schatz“. Herr Meyer, schreibt Werner Kolbe, „hat dieses Forum – zusammen mit Lüneburgs Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch und Landrat Jens Böther – initiiert“. Er sei froh, „dass die beiden mit an Bord sind“, sagt Meyer. Warum er froh darüber ist, sagt er aber nicht: https://www.landeszeitung.de/lueneburg/586676-wasser-ein-unersetzbarer-schatz/

        Kolbe weiß: „Meyer ist wichtig, dass auch Bürger Mitglied im Wasserforum werden. Denn: ‚Interessierte Leute stellen oft die einfachsten, aber schwierigsten Fragen‘.“

        Werden Sie auch dort sein, Frau Dreyer?

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      • Lese-Esel schreibt:

        Mir scheint, Herrn Meyer und seinen belebenden Liquiditäten gilt heute der
        LZ-SPRUCH DES TAGES:

        „Es ist nicht genug, wohlwollend gesinnt zu sein, man muss auch wohltun.“

        Hl. Ambrosius von Mailand, * 339 – † 397, Bischof von Mailand
        (Quelle: LZ, Donnerstag, 7. Juli 2022 · Nr. 156 · Seite 2)

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      • Otto Berg schreibt:

        Er hatte geladen und viele, viele „interessierte Leute“ kamen.

        „Das freut mich sehr“, sagte der Geschäftsführer des Wasserversorgers Purena gestern Morgen um 11 Uhr zu Beginn des ersten Treffens beim „Wasserforum“ in einem Raum der Leuphana Universität Lüneburg.

        Laut Thomas Meyer, das notierte der Journalist Simon Schröder für die LZ (von heute, Freitag, 8. Juli 2022, S.5), „muss es beim Thema Wasser einen Ausgangspunkt für alle geben. Wie genau dieser Ausgangspunkt auszusehen hat, sagte er allerdings nicht.“

        „Wir müssen regionale Räume bewerten“, sagte er. Doch warum eigentlich, in welchem Zeitrahmen und präzise wie, das sagte Meyer leider nicht.

        Die einfachsten Fragen erwiesen sich als die schwierigsten. (Antworten fehlen wie bei der „Arena“: Warum brauchen „wir“ die? Und was sollen „wir“ mit ihr anfangen?)

        Außerdem, so der Hinweis des (humoristisch nicht unbegabten) Berichterstatters, gelte es eine Herausforderung zu meistern, bevor der regionale Raum tatsächlich (nach Maßgabe welcher Kriterien auch immer) durch „das Wasserforum“ bewertet werden könne. Denn dessen Gründung lasse noch auf sich warten. „Meyer stellte zwar den Entwurf einer Satzung vor und erwähnte, dass es Mitgliedsbeiträge geben werde, nannte aber keinen Betrag. ‚Den müssen wir noch festlegen‘, sagte er, verwies aber auf kein bestimmtes Datum für eine mögliche Festlegung.“ (Online: https://www.landeszeitung.de/lueneburg/591402-wasser-fuer-alle-alle-fuers-wasser-erster-termin-des-wasserforums-lueneburg/)

        Alles in allem also wieder ein echter Meyer: Viel Gischt, wenig Wasser. Um es mit einer Verballhornung aus Goethes „Faust“ zu sagen:

        „Den Glauben spür ich wohl, allein mir fehlt die Botschaft!“

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    • Otto Berg schreibt:

      Ein neues Kleid und dazu passende Schuhe? Dieses Shopping-Problem haben nicht allein forsche „Arena“-Vermarkter und ihre sportbaulichen „Alibi“-Lieferanten.


      Foto: Hansestadt Lüneburg

      Montag, 21. Juni 2021, ein Jahr ist es her. Augenspiel am neuen Trinkwasserspender vor der rathäuslichen Tourist-Info: Thomas Meyer (von links), technischer Geschäftsführer der Purena GmbH, schenkt Stadtbaurätin Heike Gundermann, Park- und-Staßenbau-Fachbereichsleiterin Uta Hesebeck sowie Paulina Groth, Leiterin Netzgebiet Nord bei Purena, und Oberbürgermeister Ulrich Mädge leckeres Lüneburger Leitungswasser ein.

      Wie kommt es eigentlich, dass Thomas Meyer sich reklamewirksam als Wassersommelier in Szene und sich nun sogar an die Spitze der Wassersparer setzen kann: (LZ, Mittwoch, 6. Juli 2022, Seite 5)? Ist Herr Meyer denn nicht einer der regionalen Hauptrepräsentanten des Purena(94,06 %)-Avacon(61,5 %)-E.ON-Konzerns, dessen weltweite Bestrebungen die möglichst einträgliche Bewirtschaftung (Aufbereitungs- und Verteiler-Netze), die zuallererst gewinnbringende Preisgestaltung und der vor allem maximal profitable Verkauf von natürlichen Gemeingütern (Wasser und Energieträger) sind?

      Wird in Lüneburg nicht der Bock als Gärtner (der unternehmerische Interessenagent als uneigennütziger Moderator) angehimmelt?

      „Das Thema Wassersparen darf aber nicht nur bei der Industrie oder der Landwirtschaft beginnen, sondern bei jedem Bürger“, wusste Meyer gestern denn auch sogleich geschäftstüchtig in der LZ zu verkünden: https://www.landeszeitung.de/lueneburg/586676-wasser-ein-unersetzbarer-schatz/?l_s=1

      Vom klar und wortgewaltig schreibenden, heute jedoch fast vergessenen Theaterkritiker, Schriftsteller und Philosophen Ludwig Marcuse stammt die Warnung, in Krisenzeiten schössen die (bildlich gesprochen) „fetten Prediger der Magerkeit“ wie Pilze aus dem Erdboden.

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  6. RsQ schreibt:

    10 Millionen für eine Trainingshalle? Wer greift da immer gleich ins obere (Kosten-)Regal – und warum? Die Gellersenhalle wird doch sowieso saniert … warum plant da niemand so „clever“, eine Anhebung des Daches mit zu berücksichtigen? Selbst eine komplexe Konstruktion (bspw. mit außen stehenden Zusatzstützen) kostet doch keine 10 Millionen?!? Und: Es müssen ja keine 12 Meter (wie in der Arena) sein – der SVG wäre schon mit einem Mittelding (9/10 Meter) geholfen, das über die aktuellen 8 Meter hinausgeht. Fehlt es am Willen – oder am Mitdenken?

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    • Rudi schreibt:

      Eine Halle für weniger als 10 Millionen Euronen kann doch nicht voll durchdigitalisiert sein. Wie sollen denn da die landesweiten E-Gaming-Champignons aus der lokalen Craftbeer-Szene ins international Hünenhafte hochwachsen?

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  7. Peter Schrader schreibt:

    Manni mäiks se wuörld go raunt:


    Einer hatte gute Laune. (Foto: A/t&w)

    Am Montag, den 11. März 2019 legte Landrat Manfred Nahrstedt gemeinsam mit Stadträtin Pia Steinrücke, Campus-Geschäftsführer Klaus Hoppe, SVG-Geschäftsführer Andreas Bahlburg, Andrea Schröder-Ehlers (SPD), Gisela Plaschka (FDP), Alexander Blume (CDU) und den Baubeteiligten in kleinem Kreis den Grundstein für die Sport- und Veranstaltungshalle an der Lüner Rennbahn.


    Foto: Landkreis

    Die „Arena-Narrative“ (Warum so und nicht anders?) wechselten seit Sommer 2015, wie jeder sich erinnert, im Vierteljahresrhythmus. Doch eine einzige Konstante gab es, die sich auch im Frühjahr vor drei Jahren bemerkbar machte. Als wären sie bei Donald Trump in die Alternative facts-Schule gegangen, kleideten einige der anwesenden Steuerleute in die Form von Tatsachenbehauptungen („wishful thinking“), was sie doch bloß wähnten, hofften oder gerne gehabt hätten:

    „In den nächsten Monaten wird hier etwas Großes entstehen: eine Sport- und Eventhalle, wie sie sich viele Menschen aus Hansestadt und Landkreis Lüneburg immer gewünscht haben“, sagte Landrat Manfred Nahrstedt in der Begrüßung. „Ich denke hier auch an die SVG Lüneburg, die uns attraktiven Volleyball auf Bundesliga-Niveau bietet“. Stadträtin Pia Steinrücke betonte: „Zur Stärkung der Sportstadt Lüneburg wird diese Arena ganz sicher einen wichtigen Beitrag leisten“. Natürlich sollen auch große Kulturveranstaltungen ihren Platz finden: „Viele Menschen fragen mich schon danach, der Bedarf ist da“, sagte der künftige Betreiber Klaus Hoppe, „ich wünsche allen am Bau Beteiligten gutes Gelingen für die kommenden Monate“. Fundort: LüneburgHeute, Di., 12.03.2019 – 11:29 Uhr, https://lueneburgheute.de/arena-nimmt-form-an-grundsteinlegung-an-der-luener-rennbahn

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    • Georg Jansen schreibt:

      „Kam“ und warum kam „die Kostenprognose im entscheidenden Augenblick nicht auf den Tisch?“ Das fragte sich am 17. März 2019 nicht nur Hans-Herbert Jenckel: https://blog-jj.com/2019/03/17/arena-kam-die-kostenprognose-im-entscheidenden-augenblick-nicht-auf-den-tisch/

      Ein Vierteljahr zuvor, am 17. Dezember 2018, hatte der damalige Landrat Nahrstedt den damaligen Kreistagsabgeordneten den Arena-Baubeschluss empfohlen, indem er für wahr erklärte, seinen damaligen Kenntnissen entsprechend betrügen die Baukosten (inklusive Grundstück) insgesamt brutto 19,4 Millionen Euro (Beschlussvorlage 2018/366, Seite 3, Punkt 5, „Fazit“). Tatsächlich hatte der damalige Arena-Bauleiter Ulrich Jarke von den „Ernst² Architekten“ den Landrat (und dessen Ersten Kreisrat Jürgen Krumböhmer) aber bereits am 27. November 2018 informiert, die Gesamtkosten würden – mindestens (da verschiedene Kosten noch gar nicht ermittelt waren) – ohne Grundstück brutto 21,6 Millionen Euro betragen; mit Grundstück (+ 1,683 ≈ 1,7 Mio.), das war leicht auszurechnen, würden jene Gesamtkosten also brutto 23,3 Millionen Euro betragen.

      Anm. jj: das ist so nicht richtig. Tatsächlich steht in der Übersicht von „Ernst“ zu den Kosten klipp und klar, dass es sich um Prognosen handele.

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      • Georg Jansen schreibt:

        Was ist daran „so nicht richtig“, Herr Jenckel?

        Natürlich handelte es sich um „Prognosen“. Bei Jarke, dem Bauleiter, ABER NATÜRLICH AUCH bei Narstedt, dem Landrat. Der Kreistag sollte einen Bauentscheid auf der Basis ERWARTBARER GESAMTKOSTEN treffen (die ja immer erst FAKTEN sein können, nachdem sie angefallen sind, – was VOR Baubeginn unmöglich ist). Die Frage musste also sein, welche Kosten erwartbar SIND. (Oder welche Prognose zutreffend.) Woher hatte denn Nahrstedt seine Zahlen zuvor? Von Jarke! Der lieferte ihm am 27. November 2018 schlicht die NEUESTEN (d. h. die aktuellsten) Zahlen.

        19,4 Millionen Euro ODER 23,3 Millionen Euro BRUTTO hätten für Kreistagsabgeordnete, die bei der Sitzung am 5. November 2018 nicht über 15 Millionen Euro gehen wollten (siehe Wortprotokoll TOP Ö12), einen gewaltigen Unterschied gemacht! Darüber gibt der Baubeschluss am 5. November 2018, in dessen Vorlage 2018/333 NUR von erwarteten Kosten in Höhe von 14,364 Mio. € NETTO die Rede gewesen war, deutliche Auskunft: „Dieser BESCHLUSS steht UNTER DER aufschiebenden BEDINGUNG, dass das Finanzamt Lüneburg schriftlich und verbindlich klärt, dass der Landkreis Lüneburg berechtigt ist, für den Bau der Arena Lüneburger Land den Vorsteuerabzug geltend zu machen. Abstimmungsergebnis: mehrheitlich mit 38 Ja-Stimmen, 12 Nein-Stimmen, 3 Enthaltungen“.

        – Das Finanzamt lehnte mit Schreiben vom 23.11.2018 die Abgabe einer verbindlichen Erklärung ab, ja, erläuterte sogar, dass und warum die Berechtigung zum Vorsteuerabzug für Arena-Bauleistungen praktisch ausgeschlossen sei. Woraufhin der Beschluss des Baus der Arena erneut auf die Tagesordnung der Kreistagssitzung am 17.12.2018 genommen wurde und „der Landkreis“ auf „Erteilung einer verbindlichen Erklärung“ vonseiten des Finanzamtes verzichtete.

        Anm. jj: Prognosen

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  8. Otto Berg schreibt:

    „Küchen-Kabinette oder die perfekte Pannen-Planung“, lieber Herr Jenckel? Rückt Ihre humoristische Etikettierung die Beteiligten (im engeren, Lüneburger, und im weiteren, Hannoveraner, Kontext) nicht allzusehr in eine Ecke zwar ärgerlich inkompetenter, aber doch auch irgendwie tollpatschig-niedlich bemühter Spielkinder?

    Es heißt ja immer, auf kommunaler Ebene lasse sich das (grundlegende wie das abgründige) „Wesen des politischen Handwerks“ in plastischer Perzeptibilität erleben sowie in prägenden Praktiken erlernen. Wenn das (im deutschen Srafrecht bekanntlich nicht vorkommende) Wort „Verderbnis“ (lat.: corruptio) einen Inhalt hat, dann ist dieser, so scheint es mir wenigstens, während der letzten sieben Jahre auf „dem Weg zur Arena“ in allen seinen Erscheinungsformen zwischen den Polen deprimierend mitlaufender Dummheit und methodisch konzertierter Bauernschläue fassbar geworden.

    „Some people say that it’s just rock and roll / Ah, but it gets you right down to your soul.“ (Nick Cave & The Bad Seeds)

    Stoff für einen Film von Quentin Tarantino („Es war einmal in Lüneburg“) — oder von Richard Huber („Der könig von Köln“).

    Meine Meinung!

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    • Otto Berg schreibt:

      Die LZ-Redaktion wendet ein mit ihrem heutigen (Fr., 1. Juli 2022, S. 2) SPRUCH DES TAGES:

      „Alle großen Leute waren einmal Kinder – aber nur wenige erinnern sich daran.“

      Antoine de Saint-Exupéry, 29. 6. 1900 – 31. 7. 1944, Schriftsteller, Pilot
      ————————
      Ich entgegne: Mag sein, aber die wenigsten – mit Ausnahme von Andi Scheuer und den Lüneburger Kreistagsabgeordneten – haben ALS „große Leute“ WIE Kinder über die Verwendung von acht- bzw. neunstelligen Steuergeldbeträgen für einen Riesenunfug entschieden, – ohne sich daran zu erinnern, wenn heute ebenfalls in der Zeitung steht:

      DIE KOSTEN GALOPPIEREN DEM LANDKREIS LÜNEBURG DAVON

      LZ-Chef Malte Lühr, 1. Juli 2022, Seite 7, online: https://www.landeszeitung.de/lueneburg/581684-die-kosten-galoppieren-dem-landkreis-lueneburg-davon/

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      • Bettina Freese schreibt:

        GALOPPIEREN DEN LANDKREISEN DIE KOSTEN HIER AUCH DAVON ?

        Egal, bis die Elbe in einigen Jahren vollständig versandet sein und eine lastenradtaugliche Trampelstraße von Ufer zu Ufer durchs ausgetrocknete Flussbett führen wird, sind zehn ähnlich engagierte Ruderer ein vollwertiger Ersatz für den Ökokiller „Elbbrücke“, solange Tanja ihren Erholungsurlaub nimmt.


        Foto: Rouven Groß

        „Ein Anruf genügt, und Sigurd Elert kommt und bringt Menschen mit einem seiner Kanus über die Elbe. Denn die Neu Darchauer Fähre ‚Tanja‘ liegt – wieder einmal – wegen Niedrigwassers fest.“ — Foto: Rouven Groß

        Mehr in der Landeszeitung Lüneburg von Sonnabend, 2. Juli 2022 auf Seite 13 oder unter: https://www.ejz.de/lokales/lokales/wie-ein-kanu-faehrmann-menschen-ueber-die-elbe-bringt_50_112171210-28-.html

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  9. Jan Uwe Furhop schreibt:

    Heute, Donnerstag, 30. Juni 2022, scheint mir die zuständige LZ-Redaktion nicht nur an „den Fischer un siine Fru“ gedacht zu haben, nicht nur an die parkplatzbesorgte Anna Bauseneick und die brückenbesorgte Helga Dreyer, sondern wieder auch an den SG Gellersen Bürgermeister Steffen Gärtner und – last, not least – an den SV Gellersen Geschäftsführer Andreas Bahlburg, den der mitfühlende H.-H. Jenckel (zusammen mit seinem langjährigen Hauptsponsor „Campus Lüneburg“ (?)) vor der Scherbenerkenntnis stehen sieht:

    „Bei der Arena fehlt noch die passende ‚Zweit-Halle‘ fürs Training. Schließlich kann die SVG (lang Spielgemeinschaft Volleyball Gellersen Lüneburg) nicht für jede Übungsstunde in die Arena buchen.“

    … SPRUCH DES TAGES

    „Alles ist verloren, wenn wir entschlossen sind, auf nichts zu verzichten.“

    Carl Friedrich von Weizsäcker, 1912 – 2007, Physiker, Philosoph

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  10. jo bembel schreibt:

    Halt! Stop! Nicht so schnell.

    Erst einmal eine arenarunde Mitleid mit Lüneburgs Volleyball Helden und dann sehen, ob die Arena überhaupt dem Publikumsandrang bei den Spielen der SVG gewachsen ist oder ob die Arena besser nur als Trainingshalle für alle die Volleyball spielen genutzt werden sollte und man eine neue, noch größere (>6.000 Zuschauer) und schönere Arena an einem geeigneten Ort mit ausreichenden Parkplätzen, eigenen Autobahn-Ab- und Auffahrten und Bahnanschluss (ICE und S-Bahn) für die Betreibergesellchaft nebst Geschäftsbesorger und SVG Spielbetriebsges. mbH hinstellt.

    Es mag unter Umständen vielleicht so gewesen sein, dass Volleyball sich zum Zeitpunkt der Erhebung auf Platz 23 der beliebtesten Sportarten in Deutschland befand, aber da existierte die Arena noch nicht.

    Die meisten, um nicht zu sagen fast alle, haben nur noch nicht den Ruck gespürt, der das weltweite Interesse an Volleyball erfasst hat, seit dem in der Arena-Baustelle das erste Spiel stattfand.

    Mehr als 900 geladene und ungeladene Gäste wohnten der Eröffnung bei, der ein Zauber innewohnte, die Reporter Harry Hirsch o.ä. von der Stimmung schwärmen ließ, die in naher Zukunft von mehr als 3.000 euphorisierten Enthusiasten ausgehen würde.

    Bei einer solchen Besucherzahl müsste man wahrscheinlich einige der Zuschauer auf dem Spielfeld platzieren, aber das hätte man wohl auch müssen, wenn tatsächlich einmal die stets gemeldeten 800 Zuschauer in der Gellersen-Halle gewesen wären.

    So eine neue Arena, für die irgendetwas mit ‚Dome‘ im Namen angebrachter wäre, böther auch die Möglichkeit zu beweisen, dass die Fehler die gemacht wurden lediglich ganz unglücklichen und unvorhersehbaren, da nicht öffentlichen, Umständen, für die niemand etwas konnte, geschuldet waren und man es eigentlich besser, beinahe richtig gut, gemacht hätte, wenn man es nur hätte dürfen können.

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    • Rudi Radlos schreibt:

      Können mochten sie nicht täten, aber dürften haben sie sich doch getraut.

      Das stimmt in puncto Elbbrücke (600 Pendler) zuversichtlich.

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    • Kurt C. Hose schreibt:

      LZ-SPRUCH DES TAGES, von heute, Dienstag, 28. Juni 2022, Seite 2.

      „Mach keinen Fehler zweimal – es sei denn, er zahlt sich aus.“

      Mae West, Filmschauspielerin

      Das haben sich die Arena-Projekteure beim Blick aufs Audimax-Projekt bestimmt auch gesagt.

      Ähnlich steht die Sache mit der Analogie zum „Turmspringen“.

      Am 19. Juni 2017, kurz bevor sie der Kreistagsvorlage 2017/183, „Bau einer multifunktionalen Sport- und Veranstaltungshalle ‚Arena Lüneburger Land‘ (im Stand der 2. Aktualisierung vom 16.06.2017)“, vollumfänglich zustimmte (und kurz nachdem der EKR Krumböhmer auf KTA Karlheinz Fahrenwaldts Nachfrage, erklärt hatte, dass der Parkplatz für 100 Fahrzeuge ausgelegt sei), rief die Kreisfraktionsvorsitzende KTA Petra Kruse-Runge von den B90/Grünen laut werbend den überaus geistvollen Satz ins Plenum, „man“ müsse, wenn „man“ einen Turm bestiegen habe, zuletzt auch springen.

      Gesagt, getan!

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      • jo bembel schreibt:

        Libeskind Audimax vs. LKH Arena:

        Aktueller Spielstand: 5 : 2

        Libeskind Audimax:

        01.10.2022, 15:00
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        11.12.2022, 20:00
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        Das mitreißende Musical „Sherlock Holmes – Next Generation“ kommt nach Lüneburg. …
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        18.02.2023
        Tarzan – Das Musical
        Aufeinandertreffen zweier Welten: Im Musical-Highlight „Tarzan“ erlebt das Publikum gemeinsam mit dem Titelhelden ein atemberaubendes …
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        19.11.2023, 19:00
        Markus Krebs: Comedy alle wegen mir?!
        Er ist DER erfolgreichste Witzeerzähler unserer Zeit und ist bekannt für seine gnadenlos-kompromisslosen Pointen-Abfolgen, die ihn innerhalb der …
        5 / 5

        LKH ARENA

        29.12.22, 20:00
        Torfrock – Bagaluten Weihnacht

        03.03.2023, 20:00
        Das Phantom der Oper

        Ein Termin für das große Politiker Turmspringen in der LKH Arena müsste sich also noch finden lassen.
        Und die Veranstaltung wäre garantiert ausverkauft.

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      • David Schuh schreibt:

        Mit Stolz habe ich festgestellt, dass ich mittlerweile zur Entspannung und Freizeitgestaltung auf Volleyball, Hobbys und Kultur-Events verzichten kann und mir ein einfaches Smartphone reicht.

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      • OttO schreibt:

        Unter der Überschrift »Rede« hing heute, Donnerstag, 7. Juli 2022, in der LZ auf Seite 3 die folgende Betrachtung AM HAKEN:

        »Das Schlimmste in der Politik ist die Sonntagsrede. Da wird schön Wetter gemacht und allen, die umschmeichelt werden, schwant: Montag bis Sonnabend ist Sendepause.

        Besonders gern wird in der Sonntagsrede der Kultur gehuldigt, wie edel sie doch sei, wie unverzichtbar und und und.

        Beim Lüneburger Kulturbegriff aber fällt etwas auf: Open-Air-Konzerte auf den Sülzwiesen? Nein danke. Zu laut. Oktoberfest auf den Sülzwiesen? Oans, zwoa, gsuffa! Koa Problem.

        Anderes Beispiel: Ob es das sonntags gehätschelte Theater in zwei Jahren noch gibt, ist wackelig. Dummerweise kostet es Geld, und dreisterweise gibt es so etwas wie Tariferhöhungen. Die kann oder will man sich möglicherweise nicht mehr leisten.

        Aber wir haben ja als einen neuen Leuchtturm die 30-Millionen-Arena. Die dort kultivierte Sportart trägt laut Homepage, Stand heute, in diesem Jahr noch volle Pulle sechs Spiele aus.

        Aber die Arena soll ja auch beinhart die Kultur beflügeln.

        Was läuft denn da so in diesem Jahr? Laut Homepage, Stand heute: 29. Dezember, Torfrock. Oans, zwoa…

        Bis zum 29. Dezember übrigens spielt das Theater laut Homepage, Stand heute, 113-mal.«

        Gezeichnet „das palindrom“ (= AnnA (?))

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  11. Anne König schreibt:

    Sehr geehrter Herr Jenckel,

    wenn „eine Grundsatzentscheidung ansteht“ und „Grundsatzentscheidungen bekanntlich und grundsätzlich lange dauern“, dann heißt das doch, NIEMAND kann wissen, wie‘s ausgeht. Vielleicht hü, vielleicht hott. Oder?

    Wenn (A) GENERELL juristisch unentschieden, weil beim Bundesfinanzhof anhängig ist, ob „der Landkreis“ als Arena-Bauherr und als 100 prozentiger Arena-Eigentümer und Besitzer überhaupt jemals zum Abzug der Vorsteuer aus erbrachten Leistungen berechtigt sein KANN, dann muss dort ja sogar (B) SPEZIELL juristisch unentschieden sein, was Herr Berg bereits am 27. Dezember 2020 um 18:37 Uhr ausführlich dargelegt hat, nämlich dass eventuell doch eine – teilweise – Berechtigung erworben worden sein KÖNNTE, allerdings „allerfrühestens ab dem 31. Januar 2020 mit dem Bekanntgeben der Absicht, als Arena-Betreiber die umsatzsteuerlich relevante UNTERNEHMEREIGENSCHAFT mittels Gründung einer (wenn auch bloß zum alleinigen Zweck der Vorsteuererstattung konstruierten – oder ‚FINGIERTEN‘) privat- UND steuerrechtlich selbstständigen Eigengesellschaft anzustreben (hier einer GmbH & Co. KG, an welcher jedoch der Landkreis, der nach wie vor eine juristische Person des öffentlichen Rechts ist, bislang 100 Prozent der Anteile hält)“. Siehe hier: https://blog-jj.com/2020/11/16/arenaundsteuern/#comment-13468

    ► Wenn aber der weitergreifende Teil (A) und sogar der eingeschränktere Teil (B) juristisch offen, weil NICHT entschieden sind, wie konnten dann Kreisrätin Sigrid Vossers und mit ihr – in der Hauptverantwortung – der Landrat Jens Böther über nunmehr fast drei Jahre immer wieder vollmundig vortragen, es werde „auf ALLE Bauleistungen (auch auf die vor Februar 2020 getätigten) die Vorsteuer“ gezogen werden können? (Belege z.B.: VO 2020/025 aber auch LZ, 7. Dez. 2020, S.9, Sp.2, Abs.3) Mit diesem immerselben Sermon sind Kreisauschuss und Kreistag dazu gebracht worden, beispielsweise dem teuren Wechsel des „Betreibermodells“ zuzustimmen, die Zahlung einer Entschädigung an die Campus Management GmbH zu bewilligen und vor wenigen Wochen einen weiteren „Sprung“ der Baukosten um rund fünf Millionen Euro auf heute über 30 Millionen Euro hinzunehmen. Muss man nicht sagen, Landrat und Kreisrätin haben die politischen Gremien mit Versprechungen „gesteuert“, deren Eintreffen mindestens ungewiss ist, ja, deren Wahrheitsgehalt vielleicht sogar gegen Null geht? Und muss man nicht ebenfalls sagen, die Angehörigen dieser politischen Gremien haben sich – BIS ZUM HEUTIGEN TAG – wie Kuhherden hin- und hertreiben lassen, anstatt ihren verfassungsgesetzlich vorgeschriebenen Kontrollpflichten zu genügen?

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  12. Jan Uwe Furhop schreibt:

    Zum Reppenstedt-Projekt, dem € 30 Mio. Volleyball-Präsentierpalast eine € 10-Mio. Volleyball-Trainingshalle zuzugesellen. Erinnert sich noch jemand an die Pointe des Märchens „Von den Fischer und siine Fru“? Der Mann teilt die immer maßloseren Wünsche seiner Frau nicht, beugt sich aber trotz wachsender Angst ihrem Willen und der Butt erfüllt das Verlangte. Doch als sie den Bogen überspannen, werden die beiden wieder zurückversetzt, worin sie am Anfang hausten: „Se sitt all weder in’n Pissputt. Daar sitten se noch hüt un dissen Dag.“

    Dem SV Gellersen Geschäftsführer Andreas Bahlburg und dem SG Gellersen Bürgermeister Steffen Gärtner hat die zuständige Redaktion der Landeszeitung heute, Sonnabend, 25. Juni 2022, auf Seite 2 etwas Schönes hinter die Löffel geschrieben:

    SPRUCH DES TAGES

    „Der materielle Fortschritt befriedigt keines der Bedürfnisse, die der Mensch wirklich hat.“

    Sir Winston Spencer Churchill, 1874 – 1965, Schriftsteller, Politiker

    Einziger Wermutstropfen: Es war seinerzeit einer der reichsten Männer des Vereinigten Königreichs, dem dieser Appell zur sich bescheidenden Besinnung auf „die wahren Bedürfnisse und die innerlichen Werte“ zugeschrieben wird.

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  13. Edwin Lütjohann schreibt:

    Göttliches Foto, Herr Jenckel!

    Wer auf der Suche nach einer bildlichen Entsprechung für den Ausdruck »etwas weggrinsen« war, dem haben Sie mit Ihrer Aufnahme eine geliefert.

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  14. OB schreibt:

    Wie warm muss das Kleid im Winter in der Arena sein? Wie oder womit wird die Arena beheizt?
    Der Bundestag heizt ohne Gas. Mit dem Biodiesel werden die Blockheizkraftwerke des Bundestags betrieben. Als Grundstoff wird Raps verwendet, aus dessen Körnern das Rapsöl gepresst wird. In einer Biodieselfabrik wird durch Hinzusetzung von Methanol der Biodiesel hergestellt. Wer friert eventuell früher?

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    • Marina Möller schreibt:

      Detlef, in der Arena wird gerockt, gehechtet und g’soff’n. Wer da dabei ist, macht sich übers Heizen keine Gedanken. – Und wer sich dort übers Bezuschussen der Heizkosten Gedanken zu machen hat, der muss sich ohnehin ganz warm anziehen. Wo ist also das Problem?

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      • OB schreibt:

        Abocken ist immer gut. Und tatsächlich, jeder Erwachsene gibt ca. 60Watt Wärmeleistung ab. Wäre ja so nee Art Heizungskostenzuschuss für den Betreiber. Bei Vollauslastung von 3500 Personen kommen ca. 210KW zusammen.. Allerdings Faustregel: Bei mäßig isolierten Gebäuden und einer angenommenen Raumhöhe von 2,5 – 3,0 Metern benötigen Sie in etwa 0,1 kW je Quadratmeter. Bleibt mindestens eine Differenz von 40Watt pro Quadratmeter. Sollte der Deutsch Everner oder Lüneburger Sparclub die Halle mieten, werden die Getränkepreise
        natürlich ein vielfaches höher sein….

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  15. Andreas Janowitz schreibt:

    Es kotz mich schon ein wenig an, das wir auf absehbare Zeit fast den halben Umsatz dieser Genossenschaft (https://de.wikipedia.org/wiki/Elektrizit%C3%A4tswerke_Sch%C3%B6nau verbraten und dafür die Landeskrankenhaus-Arena kriegen…

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  16. Tanja Bauschke schreibt:

    Passender hätte Herr Jenckel mit seiner Überschrift das Dilemma um die Sportlichen und politischen Höchstleistungen – SVG und Arena – , nicht ausdrücken können!
    Ich erinnere mich noch genau, dass es bei den „ersten“ Überlegungen eben auch um die Diskussion einer Renovierung der Gellersenhalle ging, da ja die Hünen dort auch zu Hause sind.
    Ebenso war von weit vorausschauenden Menschen die Frage nach Trainingsmöglichkeiten bei begrenzter Deckenhöhe ins Spiel gebracht worden. Allen voran war es immer wieder der Kreistagsabgeordnete Bonin (aus SG Gellersen kommend), der die Gellersenlösung verwarf, weil es dort nicht genug Parkplätze gebe. Die Deckenproblematik wurde in der Weise abgetan, dass man vor jedem Punktspiel in der Arena ja auch eine Trainingseinheit dort abhalten könne. Das wisse Herr Hoppe gewiss zu regeln. Mir kam das schon immer schleierhaft vor, dass man im Training eben üben muss, den Ball weniger hoch zu prellen, aber im Wettkampf ganz anders agieren soll! Nur leider hatte ich zu dem Zeitpunkt gar keine Ahnung vom Volleyball! Des weiteren gab es die Idee, eine neue Dreifeldsporthalle a la Rastadom, an den Berufsschulen zu bauen, mit der entsprechenden Deckenhöhe und zum Wohle der Schüler!. Das wurde abgetan, gleichfalls mit Hinweis auf fehlende Parkplätze und Anwohnereinsprüche! Die Variante des Shuttelns stellte sich dabei noch als gänzlich unbekannt dar! Die Nähe zum Bahnhof war nicht ausreichend!
    Das zeigt, wie schon mehrfach dargestellt, dass es bei dem Bau der Arena einzig und allein um die Durchsetzung eines Gemeinschaftsprojektes einer Männerseilschaft zwischen CDU und SPD ging!
    Es zeigt aber auch, wie schnell sich Wahrheiten drehen und einfach nur subjektiv der jeweiligen Kumpanei untergeordnet werden.! Schon früh gab es mahnende Stimmen, die das Projekt für zu unausgegoren, schlecht geplant und finanziell nicht abgesichert sahen (bei damals noch guter Haushaltslage, weil wir durch drastisches Sparen aus dem Entschuldungshaushalt vorzeitig aussteigen konnten). Bernie Wiemann und ich haben sich jahrelang daran „abgearbeitet“.
    Es half alles nichts, wir waren die ewig Gestrigen und Spaßverderber, was gar nicht sein kann, da ich eine echte Feiertante bin!
    Schon jetzt, ohne Schlussabrechnungen und nicht absehbaren Mindereinnahmen (weil , es fehlen ja immer noch die Voraussetzungen für den Vollbetrieb) stehen die Ausgaben der Arena bei den Freiwilligen Leistungen an 3.Stelle und werden im nächsten Haushalt auf Rang 2 rutschen, nach dem Theater!
    Ach ja, die ewige Verschieberei der Mehrwertsteuer-Wahrheiten:
    Da hat der Landkreis für noch mehr Geld ein 2. oder nächstes Steuerbüro eingeschaltet, um das prüfen zu lassen. Nur um dann festzustellen, dass man auf ein Urteil des Bundesfinanzhofes wartet?? Wer glaubt denn das? Nach meiner Erinnerung ist schon zu früheren Zeiten von der Geschäftsführerin der Arena, darauf hingewiesen worden.
    Es wird immer schwerer die Wahrheiten zu erklären!
    Und so, wie sie vor der Kommunalwahl verschoben wurden, werden sie nun auch die Landtagswahl nicht stören.

    Trotzdem, die Geschichte vom Sofa finde ich als Analogie absolut zutreffend und dann auch noch gut dargebracht! Endlich mal was zum Lachen!

    Tanja Bauschke
    ehemaliges Kreistagsmitglied bis 2021

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    • tja,frau bauschke, der einzelhandel in reppenstedt atmet tief durch. die volleyballer sind weg. es gibt wieder parkplätze für die kunden. selbst die anwohner der straßen um die ,,marode,, sporthalle, atmen tief durch. die helden der politischen arbeit haben in ihrer planung keine parkplätze. warum auch? es soll eine umerziehung stattfinden. man fährt rad. egal wie alt und wie krank man ist. lüneburg ist da ein wirklich großes vorbild.

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  17. Rainer Schulz schreibt:

    Déjà-vu!

    Waren nicht die Event-Vollprofis von der Hamburger FKP-Scorpio als Arena-Betreiber überraschend vom damaligen Landrat Nahrstedt geschasst worden, nachdem der sich am Wochenende vom Sa.10. auf Mo.12. März 2018 mit Herrn Bahlburgs und Herrn Hoppes Position angefreundet hatte, dass „die Rolle des Volleyball-Erstligisten SVG Lüneburg aus Sicht der Verwaltung gestärkt werden soll“? Siehe: https://www.landeszeitung.de/lueneburg/34696-nachfragen-unerwuenscht/

    Und nun soll die Rolle der SVG erneut gestärkt werden, indem ihr für zehn (oder zwanzig (?)) Millionen Euronen noch eine Trainingshalle gebaut wird?

    Wer soll die dann betreiben? Joe Laschet, der Mode-Blogger?

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  18. Otto Berg schreibt:

    Und für diesen „politischen Etikettenschwindel“ eines viel zu groß geschneiderten Vamos-Ersatzes mit angeschlossenem Campus-Catering auf viel zu kleinem Grundstück in einer der trostlosesten Ecken Lüneburgs müssen nun der Landkreis und (über die Kreisumlage) seine Mitgliedsgemeinden den Preis von wahrscheinlich nicht unter 100 Millionen Euro über die nächsten 30 Jahre bezahlen.

    Das Recht auf Vorsteuerabzug entsteht nach Artikel 167 MwStSystRL, wenn der Anspruch auf die abziehbare Steuer entsteht. Materielle Voraussetzung für die Entstehung des Vorsteuerabzugsrechts nach Artikel 168 Buchstabe a) MwStSystRL ist, dass der Leistungsempfänger Steuerpflichtiger (Unternehmer) im Sinne der Mehrwertsteuer-Systemrichtlinie ist, die von ihm bezogenen Gegenstände oder Dienstleistungen in der nachfolgenden Umsatzstufe für Zwecke seiner besteuerten Umsätze verwendet werden und sie auf einer vorausgehenden Umsatzstufe von einem anderen Steuerpflichtigen (Unternehmer) geliefert oder erbracht wurden.

    Zwar können Zinsfestsetzungen des Finanzamts mittels Einspruch unter Hinweis auf anhängige Revisionsverfahren beim BFH vielleicht noch ein kleines Weilchen offen gehalten werden.

    Doch Herr Jenckel hat recht: Eine „Lex Lüneburg“ wird es nicht geben. Dass der Vorsteuerabzug – im Gegensatz zur bisherigen Rechtsprechung – im vorliegenden Fall rückwirkend zulässig sein soll, ist eine lachhafte Erwartung und muss, sollte sie ein Gran rationaler Überlegung enthalten, wohl auf das Konto der „Verschleppen, Vertuschen, Verschleiern“-Betriebsnudeln gebucht werden.

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  19. Thomas Jürgensen schreibt:

    Der Dreisprung aus „Landeskrankenhilfe-„, Dreifeld-“ und „Trainingshalle“…

    Aber warum nur drei? Let’S Talk About sechs!

    …erinnert mich an meine Omma Suse. Die hatte sich so um 1975 rum in der Möbelabteilung bei Karstadt, 3. Stock, hinten rechts, vom kürzlich verstorbenen Karl-Heinz Beeker eine 1a-Couch-Garnitur verkaufen lassen. Riesige bunt gestreifte Polstermonstrositäten („rockebilly mid century design“) im Frotee-Look, umrahmt von hell furnierten Wuppertaler Barockleisten und verschönert mit dunkel harmonisierenden Kunstlederapplikationen an den mächtigen Armlehnen. Zeugen des Wohlergehens, Beweise eines unabhängigen Stilwillens und Monumente der Behaglichkeit waren das, die von da an grob geschätzt ca. 98 Prozent der verfügbaren Fläche in Omma Suses edel-arabesk tapezierter guter Stube einnahmen. Die Verkehrssituation war dort also der an der Lüner Rennbahn 5 nicht unähnlich. Wer zu Knabberkram und Alkohol an die Schrankwand wollte, musste sich mit dem Verschiebepuzzle der 15 Kacheln auf den 16 Feldern eines Vier-mal-vier-Quadrats (dem flachen Vorläufer von Rubiks Würfel) sorgfältig auf die logistische Herausforderung des Sesselrückens vorbereitet haben.

    Die wertvollen, nur annlässlich besonderer Gelegenheiten benutzten Fauteuils jedenfall wurden mit schicken, teuren Schonbezügen umhüllt, erworben und gefertigt aus dem herrlich reichhaltigen Stoffsortiment gleich neben den Kurzwarenregalen von Herrn Beeker, regelrechte Augenweiden in Satinbindung („fünf Kettfäden und fünf Schussfäden im Rapport“), die so kostbar glänzten, dass diese ihrerseits wiederum mit etwas leichteren staub- und gebrauchsspurenresistenten „Alltags-Hussen“ vor Abnutzung und Verschmutzung bewahrt werden mussten. Genutzt wurde meist aber nur der Fernsehsessel, wo ein gelbes Badehandtuch über die dreilagige Sitzfläche gebreitet wurde.

    An eine Bedarfsanalyse und eine Wirtschaftlichkeitsplanung im Vorfeld der Anschaffungen hatte mein Großmütterchen auch nicht gedacht. Wozu auch? Ein Renommierzimmer mit exquisiter Einrichtung war schlicht ein „Must have“ im Oberzentrum unseres Familienverbandes. Das zu haben, da kam Freude auf. Und einmal im Jahr, wenn Omma Geburtstag hatte, machte die Event-Arena sich auch bezahlt.

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