Die Hitze werden wir nicht mehr los – bis 2060….

Lüneburger unter der Hitzeglocke. (Foto: jj)

Lüneburg, 19. Juli 2022

Serviert wird, was bestellt wurde, eine Klimakrise, von Menschen angerichtet. Vonwegen Panikmache. Was wir in diesen Tagen in Europa erleben, Feuersbrunst und Hitzerekorde, ist nur der Generalbass, der uns bei all unseren Bemühungen, doch noch zur Vernunft zu kommen, begleiten wird. Und dieser Bass wird lauter.

Petteri Taalas, Chef der Weltwetterorganisation sagt: „Der aktuelle Trend wird noch bis mindestens 2060 anhalten, und zwar unabhängig vom Erfolg unserer Klimaschutzbemühungen. Wir werden uns an diese Art von Wetter gewöhnen müssen. Und die aktuellen Temperaturen werden uns in den kommenden Jahrzehnten mild erscheinen.“

Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich als junger Reporter in den 80er-Jahren bei Feldrundfahrten des Landvolks mitfuhr. Es ging über satt gedüngte und beregnete Felder, die vor Vitalität strotzten, Richtung Glüsingen, damit die Bauern auch mal was zu lachen hatten. Da wohnten die Ökos um Bauer Koch, die keinen Kunstdünger aufs Feld brachten und nicht spritzten und deren Äcker aussahen, als hätten sie Haarausfall. Schenkelklopfen und Prusten im Bauern-Bus. Wohl noch zwei Jahrzehnte hat es gedauert, bis auch dem letzten Landwirt das Lachen vergangen ist. Die Bauern schwenken mit Macht auf Öko um.

Bio und Regional sind heute die besten Verkaufargumente. Ja, ich glaube, in wenigen Jahren müssen in den Regalen die Lebensmittel gekennzeichneten werden, die nicht Bio oder aus der Region sind. Ein guter Trend.

Warum erzähle ich das, weil wir Menschen nicht über Erkenntnis, sondern häufiger in der Not einen neuen Weg einschlagen.

Das gilt auch für die Lüneburger Innenstadt. Da brennt die Lunte an beiden Seiten. Ein gravierender Wandel ist angezeigt, der zurzeit wahlkampfgetrieben blockiert wird. Das ist keine böse Absicht, sondern tatsächlich dem Glauben geschuldet, das im Augenblick Stillstand besser sei als Wandel. Das wird den Leerstand nicht aufhalten. Nicht nur das Klima dreht auf Krise, auch der Konsum. Und der Herbst wird auch ohne Corona weiter Lücken in Lüneburgs Schaufenster-Fronten reißen. Hoffen wir mal, dass der Irrglaube, Stillstand ist besser als Wandel, nicht so lange anhält wie bei den Bauern der Glaube, das Bio was für Tagträumer wäre.

Hans-Herbert Jenckel

Über jj

Journalist, Dipl.-Kaufmann, Moderator, Lünebug- und Elbtalaue-Liebhaber
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20 Antworten zu Die Hitze werden wir nicht mehr los – bis 2060….

  1. Sabine Klein schreibt:

    Ich glaube, Sie haben recht, Herr Jenckel.

    Die Wende zum «Weniger» ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Entweder wird sie vorsorglich aus Einsicht in die Notwendigkeit begonnen – oder durch Krisen erzwungen. Je unwahrscheinlicher Ersteres ist, weil Mehrheiten für eine freiwillige Umkehr fehlen, umso sicherer tritt Letzteres ein.

    Das heißt aber nicht, die Krisen seien unsere letzte Hoffnung.

    Auf vorsorglich gebaute Rettungsboote kommt es an und auf die Abkehr von einer über Jahrzehnte hinweg etablierten Freiheit zum kollektiven Selbstmord, die wie eine moderne Errungenschaft zelebriert wird. Wenn am Ende herauskommt, dass es für die Mehrheit der Menschen unzumutbar ist, das mindeste zu tun oder – vor allem – zu unterlassen, um unsere Überlebensfähigkeit wiederherzustellen, ist diese Zivilisation gescheitert.

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    • jj schreibt:

      Ich frage mich die ganze Zeit, warum die Amis einfach die besseren Regisseure haben, die all das, was wir erleben und noch erleben werden bereits in ihren Sci-Fi-Filmein der frühen Jahre vorweggenommen haben, so realistisch. Unglaublich. Lg jj

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      • Andreas Janowitz schreibt:

        Wirklich unglaulich ist: die Kaputten Staaten dürfen nicht fallen, trotz das Brexit-Verrats! Ansonsten haben „wir“ lauter 30er Jahre Nationen am Hals, diesmal ohne ausreichend Feuerkraft. Kann man sich nicht ausdenken…

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    • Andreas Janowitz schreibt:

      „Die Wende zum «Weniger» ist so sicher wie das Amen in der Kirche.“

      Ohhh bitte! Jeder Bundesbürger, selbst ich, lebt in grösserem Luxus als es sich Könige und Kaiser vergannener Zeiten jemals zu erträumen gewagt hätten. Was vor 36.525 Tagen nur für Oligarchen vom Format der Standart Oil company erschwinglich war, ist heute so selbstverständlich, das man keine Sekunde darüber verschwendet (warm Wasser und Zentralheizung in der Wohnung)?!

      Gerade jetzt wird an den Kapazitäten der Kardaschow I Zivilisation gebaut, der Fähigkeit die Fehler der Vergangenheit zu Korregieren- auf globaler Ebene:

      https://theoceancleanup.com/

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  2. Helga Dreyer schreibt:

    Nur mal so zur Kenntnis:

    „Info: Der Fährbetrieb muss ab sofort (25.07.) auf Grund des erneuten niedrigen Wasserstandes eingestellt werden.“
    Quelle:
    http://www.faehrbetrieb-tanja.de/?browser=1

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    • Ute Herbert schreibt:

      Ja, schlimm!

      Ob die Auto-, Autobahnen- und Brückenbauer wohl einen Anteil am Trockenfallen unserer Flüsse und am Sinken der Grundwasserspiegel haben?

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      • jo bembel schreibt:

        Herzlichen Glückwunsch zu Ihrem
        Kommentar, in dem man gleichzeitig intellektuelle Breite als auch Tiefe explorieren kann.

        Allerdings habe ich noch Fragen.
        Macht es einen signifikanten Unterschied bezüglich der Umweltbelastung, ob ein Auto auf einer Fähre oder über eine Brücke die Elbe überquert?
        Ist diese Belastung nicht signifikant größer, wenn die Autos größere Umwege fahren müssen, um über den Fluss zu gelangen?
        Wenn zusätzlicher Verkehr, wie von den Gegnern befürchtet, durch die Brücke angezogen würde, bedeutete das nicht insgesamt weniger Umweltbelastung, weil dieser eine kürzere Strecke als zuvor nutzen würde?

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      • jj schreibt:

        Das kommt immer darauf an, wo Sie im Amt Neuhaus wohnen, die neue Brücke wäre durchaus nicht für alle der kürzeste Weg. Und angesichts der Materials, das bewegt und verbaut werden muss und irgendwann auch wieder erhalten werden muss, können Sie sich die Frage auch selber beantworten. PS: Die nächsten Brücken sind in Lauenburg und Dömitz. lg jj

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      • Otto Berg schreibt:

        Die gute Nachricht lautet:

        Eckhard Pols, will „mehr Verkehr auf die Wasserstraßen bringen, damit diese LKW-Fahrerei aufhört“! (Vgl.: LZ, Sonnabend, 18. Dezember 2021, Seite 6, Spalte 3.) Der antizipatorisch zweifellos begabte Visionär, dem, wie er vergangenen Dezember, sechs Tage vor Heilig Abend klagte, „der Wähler“ am 26. September 2021 „gekündigt“ hatte, wird der Realität der Arbeitslosigkeit schon bald ent- und der Realisierung „seines Gedankens“ näherkommen, „wieder Freizeitschifffahrt auf unseren Binnengewässern zu etablieren. Man könnte eine kleine Marina im Bereich der Feuerwehr bauen, gegenüber vom Kloster Lüne. Dann würden die Leute da mit ihren Booten anlegen und sind in zehn Minuten in der Innenstadt zum Geldausgeben.“ Für nicht unwahrscheinlich halte ich daher, dass Herr Pols mit Dagmar Schulz und Klaus-Peter Dehde in Kürze die ergänzende Anschaffung eines Luftkissenfahrzeugs für den Fährverkehr zwischen Neu Darchau und Darchau beratschlagen wird.


        (Foto: t&w)
        Bildunterschrift: „Den erneuten Sprung in den Bundestag übers Direktmandat im Wahlkreis Lüneburg/Lüchow-Dannenberg schaffte Eckhard Pols nicht, aber nun hat er eine neue Aufgabe: die Geschäftsstellenleitung der Wirtschaftsförderung Lüchow-Dannenberg.“

        Wie kam Herr Pols zu seiner Lobbyistenposition beim Regionalvermarkter „Süderelbe AG“? Dem Artikel von Antje Schäfer entnehme ich: „Aufgrund seiner guten Verbindungen nach Lüchow-Dannenberg habe er erfahren, dass die dort eine Vakanz haben“ und habe − clever, wie er ist, − „eine Initiativbewerbung geschickt“. Quelle: LZ, Dienstag, 26. Juli 2022, Seite 4 und https://www.landeszeitung.de/lueneburg/603523-eckhard-pols-wird-neuer-wirtschaftsfoerderer-von-luechow-dannenberg/

        Wie wird der befristete CDU-Wirtschaftsentwickler, dessen Vertrag „vorerst bis Ende 2023“ läuft, dem scheidenden CDU-Verkehrsminister, dem ab Oktober fünf Jahre Hannoveraner Oppositionsgestrampel bevorstehenden Herrn Althusmann, erklären, dass die fließenden Vokalmaße von „Wasserstraße“ im „Alten Postamt“ in Lüchow einfach besser klingen als die schnappgefasste „Brückentrasse“?

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  3. Andreas Janowitz schreibt:

    Die Charakteristik eines nicht-linearen Systems ist plötzliche, radikle Änderung der Systemzustände völlig losgelöst vom orginären Systemzustand. Was wir gerade „erleben“, ist eine Attraktortransformation, die Vergrösserung der Fläche des Aufenthaltswahrscheinlichkeitsbereiches der Kurvenscharen im Querschnitt der Fläche eines „übergeordneten“ Flächenquerschnitts.

    In diesem Sinne „beginnt der Schmetterling mit den Flügeln zu schlagen“ und „wir“ werden unser blaues Wunder erleben.

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    • E. Schüler schreibt:

      Lieber Herr Janowitz, das Superpositionsprinzip lässt sich beim nichtlinearen System ja leider nicht anwenden.

      Die Frage müsste zunächst auch lauten: wie konnte es passieren, dass sich ein statisches in ein dynamisches nichtlineares System verwandelt hat? Können Sie das beantworten?
      Dynamische Systeme werden – unabhängig von den Attraktoren – oft chaotisch, weil für aktuelle Experimente die Ausgangssituation nicht identisch wiederhergestellt werden kann oder wenn man sie für große Zeitintervalle betrachtet (https://www.mathematik.uni-ulm.de/stochastik/lehre/ws06_07/seminar_fraktale/simon.pdf

      Lassen wir den Schmetterlingseffekt (die Unvorhersehbarkeit der langfristigen Auswirkungen) einmal beiseite.

      Meinen Sie, dass sich mit der Gleichung: x n + 1 = r ⋅ x n ⋅ ( 1 − x n )
      (x n ist dabei eine Zahl zwischen 0 und 1 Sie repräsentiert die relative Größe der Population im Jahr n. Die Zahl x 0 steht also für die Startpopulation (im Jahr 0). Der Parameter r ist immer positiv, er gibt die kombinierte Auswirkung von Reproduktion und Verhungern wieder)

      errechnen ließe, ob und wann „wir“ unser blaues Wunder erleben?

      Ist es angebracht, es Alice Merton gleichzutun, bedenkenlos leben zu lernen und nicht an Konsequenzen zu denken?
      .

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      • Andreas Janowitz schreibt:

        Herr Schlüter „das Klima“ war schon immer ein dynamisches System. Nur die unzulänglichkeiten der menschlichen Erkenntnis kann zu dem Schluss komme es wäre stetig, etwa „in Stein gemeisselt“. Auch nur ein weiteres Beispiel für die sprichwörtliche Ahnungslosigkeit unserer vorherigen Generationen.
        Allerdings wurde bereits vor 30 Jahren diskutiert wie man den fremdartigen Attraktor nachweisen könnte, den Lorenz in seiner Simulation entdeckte. Natürlich stellt das eine gewisse Herrausforderung dar, das streite ich gar nicht ab. Die Schönheit dieses Feldes entsteht aus der tiefer gelegenen Ordnung die aus dem Chaos erwächst, denn anders als völlig Ahnungslose kolportieren ist dieses Chaos kein reiner Zufall, willkürlich unvorhersagbar sondern eine verborgene Ordnung auf sonderbare Weise mit dem Sein verknüpft. Leider mangelt es mir an der Fähigkeit mit ihnen „zu Fuss“ über diesen breiten Acker zu schweifen. Dennoch gleichen sich alle Facetten dieser tieferen Ordnung dahingehend, das egal in welchem Bereich zutage tretend immer gleiche Verhaltensmuster bestimmend sind, die ich oben bereits aufführte. Plötzliche radikale Änderungen hin zu einem neuen Gleichgewicht. Im Falle der von uns Menschen verursachten Beschleunigung des Klimawandels kann man eindeutig Systemänderungen erkennen. Die seit Jahren andauernde Dürre in Deutschland, fast nurnoch monsunartige Niederschläge, oder ebend überhaupt nichts, tropische Nächte im ehem. Frühsommer, Verbreitung subtropischer Tiere und Pflanzen hier vor der Haustür wie etwa die Wespenspinne, wenn man will kan man lesen was passiert…

        Und nein das Bevölkerungswachstum ist grundsätzlich etwa wünschenswertes- eingehegt und reguliert versteht- sich 3-4% – also nahe dem was gerade weltweiter Standart zu werden scheint. Jedes Kind kann ein weiterer Maximilian Janisch sein.
        Das Problem ist nicht das Bevölkerungswachstum sondern die Ressourcenverschwendung und die aus dem letzten Jahrtausend stammende gesellschaftliche Organisation. Da gerade dort enorme Beharrungskräfte ihren Ursprung haben sehe ich ein klägliches Jammertal anstatt dem vollen Potential. Armseelige Karikaturen ihrer selbst allendhalben- von den Kaputten Staaten bis nach Moskau. Da darf man sich ruhig einmal die Befreihung von den Konsequenzen wünschen, denn diese sind der Richtblock der Realität. Alles hat Konsequenzen, also bedenken Sie gut welche Muster aus dem Äther grauer Theorie manifestiert werden sollen, einmal gerufen wird man die Geister bekanntlich nicht mehr so schnell los.

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      • S. Zischte schreibt:

        Große Hitze in der Welt erzeugt oft große Hitze in den Hirnen. Dampf ist die Folge hier wie dort.

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  4. Elena Erdmann schreibt:

    40 Grad in Hamburg, Tausende Hitzetote in Spanien und Portugal, zahlreiche Flächenbrände bei London: Eine apokalyptisch anmutende Woche geht zu Ende. Doch so unwirklich diese Meldungen auch scheinen mögen, überraschen dürften sie niemanden.

    Die eigentliche Katastrophe ist deshalb auch nicht die jetzige Hitzewelle. Die Katastrophe besteht vielmehr in unserer fortlaufenden Weigerung, den wissenschaftlichen Erkenntnissen mit der notwendigen Ernsthaftigkeit zu begegnen und ihnen entsprechend zu handeln. Die größte Katastrophe ist, dass wir daran scheitern, den Klimawandel zu stoppen.

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  5. Markus Schulz schreibt:

    Laut Landeszeitung von heute, Donnerstag, 21. Juli 2022, Seite 17, zählte die Flugsicherung 1,2 Millionen Flugbewegungen am deutschen Himmel schon im ersten Halbjahr 2022, lieber Herr Jenckel. Tendenz steil steigend. Und auf Seite 2 steht: „40.000 PS werden sich vom 22. bis 24. Juli auf dem Schützenplatz in Ebstorf versammeln. Denn Lkw-Fahrer aus ganz Deutschland treffen sich dort zu den zweiten ‚Truck Days‘. Mehr als 70 Trucks sind angemeldet, darunter auch ein historischer Scania und das eine oder andere kuriose Fahrzeug.“ Einübung in die Verhaltenslehren der Kälte? Wann findet das nächste, Youngster fürs Knattern begeisternde ADAC-Oldtimer-Rennen durch Lüneburgs Zentrum statt? IHK-Geschäftsführer Michael Zeinert „betonte“ kürzlich, dass 125 gestrichene Pkw-Stellplätze „das Wirtschaftsleben der Innenstadt erdrosseln“ würden. Und die AG 60plus, eine „Arbeitsgemeinschaft innerhalb der SPD“, tönte im Beisein von Jürgen Krumböhmer (Erster Kreisrat, SPD) und Heiko Meyer (Vorsitzender des „Lüneburger City-Managements“, das von 1965 bis 2007 noch sehr viel eindeutiger „Werbe- und Parkgemeinschaft“ hieß): „Es gibt viel zu wenige Parkplätze in Innenstadtnähe. Wir müssen dort zu den Ärzten und Behörden gelangen können“!

    Wen interessieren die selbstbestellten und/oder selbstgemachten Ursachen für Lüneburgs Rekordtemperaturen?

    Ist es nicht viel wichtiger, dass Frau Schröder-Ehlers bis zum Wahlsonntag am 9. Oktober 2022 auf möglichst vielen LZ-Fotografien erscheint?


    Bild: be

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    • Rudi Radlos schreibt:

      „Die Kernfrage lautet“, so Hans-Martin Koch Ende Januar in der LZ einen bekannten Titel der „Prinzen“ zitierend:

      „Darf man das? Mit dem Entsetzen Scherz treiben?“

      „Trotz allem gerade jetzt“, war die Antwort, die Friedrich von Mansberg gegen Ende des Abends gab.

      „Sein oder Nichtsein“

      … hieß das Stück und könnte mehr gemeint haben als die vielen leeren Plätze im oder vorm Theater in der Innenstadt von Lüneburg.

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    • Jochen Cordes schreibt:

      Die Omma muss in ihrem Porsche zum Orthopäden und zum Onkel vom Amt. Was aber ist mit den Kindern? Müssen die nicht erst in die Kita und dann zu Lehrer Lämpel? Bekanntlich bereitet einem in Lüneburg der Nachwuchs traditionell große Sorgen. War er eben noch zu lasch, zu antriebslos, politikverdrossen gar, ist er wenig später wiederum zu aktivistisch und fordernd (Bridgen, Feiern, Kiffen, Musi-Hören). Irgendwie ist aber auch der Wurm drin bei den Jungen. Mit ganz eigenen ausgefallenen Vorstellungen warten die Vertreter der jüngeren Generationen plötzlich auf; Wahnideen vom Feierabend und Fahrradfahren bis zur gerecht bezahlten Arbeit und zum Weltretten treiben sie um, und weit und breit niemand mehr in Sicht, der ihnen diesen Zahn ziehen könnte. Das gute alte Buckeln bis zum Umfallen, es scheint aus der Mode gekommen zu sein. Und es könnte noch schlimmer werden. Das vermitteln einem jedenfalls die Aufschreie vermeintlicher Experten, weshalb man mit Argusaugen auch auf die Erziehungsberechtigten im Landkreis blickt. Von Helikopter- oder U-Boot-Eltern ist dann die Rede, die den Nachwuchs verweichlichen, ihn bis zur Lebensunfähigkeit päppeln und alle und jeden in ihrem Umfeld terrorisieren. Die Folgen sind klar: kleine Tyrannen und Narzissten, wohin man blickt. Und weil mit derlei Panikmache hierzulande der Erfolg auf dem Experten- und Ratgebermarkt garantiert ist, muss das Angebot ständig erweitert werden. Rasenmäher-Eltern heißt also die neue große Gefahr für die kommende Generation, soll heißen für die Wirtschaft, und darf nun als Aufhänger für allerlei populärwissenschaftlichen Kokolores herhalten: https://www.babelli.de/rasenmaehereltern/. Rasenmäher-Eltern, bisweilen auch Schneepflug-Eltern genannt, beseitigen im Vorfeld alle Hindernisse für die Kinder, statt sie, wie es sich gehört, ins offene Messer laufen zu lassen. So oder so ähnlich lautet die Klage, die sich, wie alle Klagen dieser Art, hervorragend dafür eignet, von den Stümpereien der Generation abzulenken, die gegenwärtig an den Hebeln sitzt. Und weil einen aus den Warnungen vor Helikopter-Eltern und kleinen Tyrannen die gesamtgesellschaftliche Lieblosigkeit geradezu anspringt, kann man sie doch nur mit einem gewissen Mitleid entgegennehmen. Schwer muss es schließlich einmal gehabt haben, wer sich heute schon Fahrzeug-Eltern ausdenkt, die für ihre Säuglinge um den Erhalt von Innenstadtparkplätzen kämpfen.

      Ach so, das obligatorische Wahlkampfbild von Andrea Schröder-Ehlers in der LZ. Heute leider erst auf Seite 5:

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  6. In der Lüneburger Innenstadt „brennt die Lunte an beiden Seiten. Ein gravierender Wandel ist angezeigt, der zurzeit wahlkampfgetrieben blockiert wird“ ?

    No risk, no fun, lieber Herr Jenckel.

    Oder darf man bald gar nix mehr?

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  7. Thomas Sander schreibt:

    non progredi est regredi? Ecce: Es kommt immer auf den Standort (Blickwinkel) und die Richtung (der Entwicklung) an.

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