
Womit soll ich anfangen? Dass Lüneburgs grüne Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch wie schon 2021 gegen den unabhängigen Heiko Meyer in die Stichwahl geht?
Oder dass Steffen Gärtner zwar klarer Gewinner der Landratswahl ist, aber eben mit knapp 45 Prozent doch in die Stichwahl muss, weil es nicht zur absoluten Mehrheit gereicht hat, und zwar gegen Andre Schuler von der SPD mit gut 28 Prozent oder doch damit, dass es noch nie so viele ungültige Stimmen bei ener Landratswahl gegeben hat.
Die Partei des ausgebooteten AfD-Kandidaten Stephan Bothe hatte aufgerufen, doch ein Herz und den Namen Bothes auf die Wahlzettel zur Landratswahl zu kritzeln. Tausende haben es gemacht. Statt gut 1600 ungültige Stimmen 2021, sind es jetzt mehr als 7000.
Und die Partei wird im nächsten Kreistag viel stärker vertreten sein, dafür haben CDU, SPD, vor allem die Grünen und FDP Stimmen verloren.
2021 kam die AfD auf 4,56 Prozent, jetzt steuert sie auf das dreifache Wahlergebnis zu. Und auch die Linke geht gestärkt aus der Wahl hervor. Das gilt besonders für die Stadt Lüneburg, dort verdoppelt sie ihr Ergebnis nahzu auf mehr als 12 Prozent.
Angesichts dieses Drifts nach Rechts und Links wird das Regieren, wird das finden von Mehrheit nicht einfacher. Ob Kalisch oder Meyer in der Stadt, ob Gärtner oder Schuler im Kreis, die erste Aufgabe ist es, zu vereinen. Sonst sehe ich für eine Dynamik, für das Einlösen von Wahlversprechen, die Bürgerinnen und Bürgern in Stadt und Landkreis dient, allemal bei der grassierenden Finanznot, pechschwarz.
Hans-Herbert Jenckel