Das Jammern über die Filterblase, eigentlich ein altes Klagelied

Lüneburg, 20. August

Heute sprechen wir über die Blase, nicht die Gallenblase, nicht die Harnblase oder die Luftblase, obwohl die es schon gut trifft. Heute geht es um die Filterblase, die uns nur Informationen liefert, die zu uns passen. Tunnelblick ist garantiert. Nicht nur Social-Media-Freunde stecken dank Algorithmus in der Blase, auch wir Journalisten und natürlich die Politiker vorne an.Wie es in der Blase zugeht, zeigten Lüneburger Ratspolitiker gerade beim Treffen mit Jugendlichen anschaulich, als sie vor dem Nachwuchs die Scheuklappen aufsetzten und mit der Ratsdebatte über Bio-Kost in Kitas in die Verlängerung abtauchten, obwohl die Jugendlichen lieber über andere Themen diskutieren wollten wie zum Beispiel den maroden Jugendtreff im Moorfeld.

Das wundert einen umso mehr, als die Politiker noch nie so oft versprochen haben, zuzuhören, den Basis-Bürgerdialog zu suchen, Integration und Gerechtigkeit zu vertreten. Hehre Ziele. Wenn es um die so schlecht steht, kann einem um den aktuellen Zustand der Gesellschaft angst und bange werden.

Das Klagelied über das Leben in der Blase ist nicht neu. Früher hieß Blase nur Clique, Clan, Crew, Kollektiv oder in Köln Klüngel. Gesittet auch Verein oder Partei. Auch da blieb und bleibt man gerne unter sich und muss keine Sorge haben, dass einem die betonierte Meinung zerdeppert wird. Schon Mark Twain sinnierte: „Wir schätzen die Menschen, die frisch und offen ihre Meinung sagen – vorausgesetzt, sie meinen dasselbe wie wir.“ Und Albert Einstein versicherte: „Es ist schwieriger, eine vorgefasste Meinung zu zertrümmern als ein Atom.“

Das liegt auch darin begründet, dass wir es mögen, uns einseitig (Filterblase) zu informieren, um dann über die Einseitigkeit der anderen zu klagen. Der Linke blättert, je nachdem wie links er ist, gerne im Neuen Deutschland oder im Spiegel, der Intellektuelle in der Süddeutschen oder der Zeit, der Konservative in der FAZ, und wer’s blutiger mag bei Springer. Wer aber geerdet ist und lokal verwurzelt, der greift natürlich zur LZ – hoffentlich.

Der Unterschied liegt darin: Die Blasen waren früher durchsichtig, weil sich alle im Großen und Ganzen doch einer Gesellschaft zugehörig fühlten. Heute sind die Blasen blind, und im Innern führt das Ich Regie. Und da wird dann auch mir mulmig.

Hans-Herbert Jenckel

Über jj

Journalist, Dipl.-Kaufmann
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21 Antworten zu Das Jammern über die Filterblase, eigentlich ein altes Klagelied

  1. Klaus Bruns schreibt:

    Linda Franzen
    wer in einer blase sitzt ,hat selbst schuld. brüsten tun sich hier immer die gleichen. sie meinen, sie sind besonders gebildet um damit andere missionieren zu können. wenn es nicht klappt, wird niedergemacht. für mich ist diese vorstellung zu billig und ich beenden hiermit meine anwesenheit im blog jj. der tellerrand wird hier breit getreten, ist aber trotzdem nur sehr klein. man ist nicht betroffen, wenn man es nicht will, egal wie persönlich sein gegenüber sich verhält.

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    • Klaus schreibt:

      Puh, endlich. Eine ganz kleine Blase ist damit schonmal geplatzt.

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      • Klaus Bruns schreibt:

        vorsicht Klaus, noch lese ich mit. die betonung liegt auf noch.

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      • Bruno Klaus schreibt:

        Was kommt danach? Redigieren Sie dann mit?

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      • Jochen Neumann schreibt:

        Na Bruns, halten Sie als selbsternannter Intellektueller die Meinung anderer nicht aus? Haben Sie ein Problem damit, dass die Wirklichkeit oft von ihren Ansichten abweicht und Sie dümmer vor ihrem Spiegelbild stehen, als es ihr Ego erlaubt? Gute Besserung, sie sollten in der Tat nur Foren aufsuchen, in denen ausschließlich Menschen unterwegs sind, die ihrer Meinung sind oder keine Meinung haben. Das wird Ihnen guttun.

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    • Gudrun schreibt:

      „man ist nicht betroffen, wenn man es nicht will“

      Bravo, Klaus Bruns! Unfreiwillig haben Sie damit den Wahlspruch aller lernresistenten Blasenautisten verraten (Tatsachen, die Rumpelstilzchen nicht akzeptiert, existieren nicht) und Hans-Herbert Jenckels Gegenwartsdiagnose am Beispiel Ihrer Person bestätigt:

      „Die Blasen waren früher durchsichtig, weil sich alle im Großen und Ganzen doch einer Gesellschaft zugehörig fühlten. Heute sind die Blasen blind, und im Innern führt das Ich Regie. Und da wird dann auch mir mulmig.“

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  2. Klaus Bruns schreibt:

    hallo herr jenckel, da sie meine beiden letzten beiträge, zu blasen, ignoriert haben, hier eine hitler-blase. die tagebücher von adolf hitler haben nicht nur für stimmung gesorgt, sondern auch für`s geldverdienen. man nimmt es nicht mehr so genau, wenn das geld lockt. da kommt der besagte tunnelblick mit den euro-zeichen vor den augen zum tragen. dieser blick ist bei politikern auch bekannt. und ich finde, dpa ist auch nicht mehr das, was es früher mal war. es werden auch von dort ,,enten,, produziert. die blasen sind deswegen blind, weil sie schon immer fürs geldmachen gedacht waren. es sollte nur nicht erkannt werden, wer dahinter steht. bedauerlich, dass parteispenden zum beispiel nicht namentlich bekannt gemacht werden müssen. so manche firma würde dann damit zögern zu spenden. kunden können nachtragend sein, wie sie wissen herr jenckel.

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    • jj schreibt:

      Lieber Herr Bruns,
      ja, bei der Flut von Beiträgen, die Sie produzieren, wird nicht alles veröffentlicht. Sie sind auch so der Kommentar-Spitzenreiter. Und manchmal muss ich sagen, leider, weil viel nicht gleich gut ist und weil sie manchmal auch so gar nichts zum Thema beitragen, sondern von ganz weit her kommen. Leider.

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      • Klaus Bruns schreibt:

        Lieber Herr Jenckel, sie wissen doch, um wieviel ecken ich gern denke. wer keine zeit hat, oder sie nicht investiert, übersieht so gern manches. unsere deutsche sprache fordert förmlich das querdenken, so sehe ich das. was sie hier anprangern, ist der egoismus in der gesellschaft. was ist daran aber neu? ob eine blase durchsichtig ist, oder blind, ist dabei völlig unerheblich. ihr zitat:Die Form wandelt sich, der Inhalt, das Wesentliche nicht. Man muss immer den Lärm, den die Dinge machen, von den Dingen an sich scheiden.
        so ist es, warum dann aber so viele worte darüber verlieren? die politik schafft im moment mehr probleme, als sie löst. da nützt es nichts, zu behaupten, nur sie weiß alle antworten. die journalisten haben da ein ähnliches problem. was man(n) nicht weiß, macht einen nicht heiß. die informationenflut überfordert viele bürger. und durch das zeitungssterben werden die informationen immer einseitiger. die flut wird aber dadurch nicht gedämmt. blasen entstehen selten von allein.

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      • jj schreibt:

        Nun bitte eine Pause.

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    • Linda Franzen schreibt:

      Sehr geehrter Herr Bruns,

      den Kommentar von Peter Cordes ganz oben (besonders dessen erste beide Absätze), sollten Sie vielleicht einmal so lesen, als sei er für Sie ganz alleine geschrieben worden.

      Möglicherweise dämpft solche Betrachtung Ihren selbsgefälligen Mitteilungsdrang etwas.

      Der zentrale Punkt von Jenckel (und das generelle Problem am Leben in der scheinbar autonom gewählten Isolierzelle) ist doch, dass viele Blaseninsassen (wie Sie und ich zum Beispiel) gar nicht auf den Gedanken kommen, betroffen zu sein, weil sie übersehen, dass der Stolz ein (besonders originelles) Ich zu sein, der am weitesten verbreitete Blasenwahn ist. (Matthäus 7.4 enthält die Psychoanalyse in nuce: »Was mich an anderen stört, das bin ich.«)

      Hier noch ein Textausriss von einem der prominenteren unter Ihren Kollegen, Herr Bruns. Für Sie, der sich immer wieder öffentlich damit brüstet, eine Identität zu sein, die um zahlreiche Ecken denkt, ist die Gegenüberstellung von mühsamer analoger Selbstformung und instantanem digitalem 3D-Gedrucktem eventuell eine Anregung, einmal der Frage nachzugehen, warum im Reppenstedter Dichterviertel nichts so sehr gefürchtet wird, wie die Entwicklung über jenen engen Tellerand hinaus, der einem an der eigenen Nase festgewachsen ist:

      »Mochten die Stoiker der Antike ihr Leben dem Versuch gewidmet haben, durch stetiges Üben in sich die Statue aufzustellen, die in unsichtbarem Marmor ihr bestes Stück herausarbeitete – die Modernen finden sich als fertige Trägheitsplastik vor und stellen sich im Identitäten-Park auf, gleich, ob sie den ethnischen Flügel wählen oder das individualistische Freigelände bevorzugen.
      […]
      Entscheidend ist, daß der Gedanke an neue Höhen verpönt sein muß – würden solche erklommen, könnte eine Wertminderung bei den eingelagerten Beständen eintreten. Wenn und weil im Basislager das bisher Erreichte als solches unter Kulturschutz gestellt wird, bedeutet jedes Expeditionsprojekt in der Vertikalen einen Frevel, eine Verhöhn­ung aller gerahmten Werte. Im Identitäten-Regime werden sämtliche Energien devertikalisiert und der Registratur übergeben. Von dort aus geht es direkt in die permanente Sammlung, in der es weder ›pro­gressive Hängung‹ noch evolutionäre Stufung gibt. Im Horizont des Basislagers ist jede Identität jede andere wert. Identität liefert folglich den Super-Habitus für alle, die so sein wollen, wie sie aufgrund ihrer lokalen Prägungen wurden, und meinen, das sei gut so. Auf diese Weise stellen die Identischen sicher, außer Hörweite zu sein, sollte unvorhergesehen wieder irgendwo der Imperativ ›Du mußt dein Leben ändern!‹ laut werden.« (Peter Sloterdijk, 2009, 297)

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  3. Moritz Baumann schreibt:

    Hallo Herr Jenckel,

    glauben Sie wirklich, Blasen und Clique, Clan, Crew, Kollektiv oder Klüngel bzw. klägliche Kleinkariertheitskomplexe karikativ kompensierende kognitive Korinthenkackeritis (geistiges Schrebergärtnertum) seien die zwei Seiten ein und derselben Medaille?

    Sind nicht, kulturwüchsige Borniertheit und technologische Manipulation, die sozial und die digital induzierte Wahrnehmungsverzerrung, dadurch wesentlich (und eben nicht nur graduell) unterschieden, dass jene zwar uralt ist und voller Bereitschaft zu friedlicher Dankbarkeit nach Ruhe und Komfort Ausschau hält, während diese sich frisch und modern (innovativ und kreativ) gibt, aber eiskalt nach den aggressiven Gesetzen elektronisch konfigurierter Psychoautomatismen die geschäftszweckentsprechende Persönlichkeitsmodellierung anstrebt? Ist nicht die eine nur die BESTÄTIGUNG einer milieubedingten Voreingenommenheit während die andere beides erst ERZEUGT, oder dies zumindest prinzipiell kann?

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    • jj schreibt:

      Der Algorithmus ist sicher die zugespitzte Form der Voreingenommenheit, der maßgeschneiderten Information, gleich ob werblich oder scheinbar informativ. Aber nicht der Algorithmus an sich ist gefährlich, sondern, die, die behaupten, damit nur Gutes zu bezwecken. Und leichtgläubig ist der, der ihnen bereitwillig folgt und den Tunnelblick als solches genießt. Gefährlich sind, die, die uns begreiflich machen wollen, was die Welt zusammenhält.
      Form und Inhalt sind zu unterscheiden. Die Form wandelt sich, der Inhalt, das Wesentliche nicht. Man muss immer den Lärm, den die Dinge machen, von den Dingen an sich scheiden. Lg

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      • Karlheinz Fahrenwaldt schreibt:

        ACHTUNG: NOCHNE SATIRE
        Aus ungewöhnlich gutunterrichteten Kreisen der LZ Redaktion wurde mir folgende Entstehungsgeschichte dieses Blogbeitrages durchgesteckt (den Vorwurf der Bestecklichkeit weise ich hiermit in aller Form zurück): Nach ihrer Kaffepause reichte die Redakteurin den Artikel über die Veranstaltung des Stadtjugendrings bei dem Chefredakteur zwecks Korrekturlesung ein. Danach wurde der Chefredakteur dabei beobachtet, wie er mit seiner schon beim G 20 Gipfel erfolgreich eingesetzten investigativen Lupe den Kaffeesatz seiner Redakteurin observierte und kurz darauf über Blasenprobleme klagte. Als Hobbymusiker und Freizeitphilosoph entledigte er sich dieses Problems mit der für die Diagnose „AlgoRythmusstörungen“ einzig erfolgreiche Medikation: Dem Schreiben eines Blogkommentars! Und heraus kam die platonische Jahrtausenderkenntnis: „Man muss immer den Lärm, den die Dinge machen, von den Dingen an sich scheiden.“ Aber die in der Überschrift benannte Erkenntnis, dass es ein altes Klagelied ist, hat schon Peter Schilling vor gut 45 Jahren philosophiert: https://www.youtube.com/watch?v=24r3LNXWi6o 😉

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    • Leo Fischer schreibt:

      Sehr geehrter Herr Kreistagsabgeordneter Fahrenwaldt,

      hallo Kallo . . . (Kalle oder Heinschi reimen sich nicht auf hallo),

      warum schalten Sie in Ihrer satirischen Themenblase nicht mal die Scheibenwischer ein, hören auf, den Inhaftierten im Wohnpark am Wasserturm Plakatives vor die Nase zu halten, und vernetzen sich mit Hiltrud Lotze (No Frack, no Fun), Sebastian Heilmann (Deliberare habermasque tantum), Alexander Schwake (Livetransparenz = Blasenstream) und Dr. Edzard A. Schmidt-Jortzig (Denken wird Neo), um über die gerade von Ulrich Blanck aufgeworfene Frage einen intermonadischen (oder multimodalen (?)) Pentalog zu initiieren, ob seine Ankündigung, die Beschlüsse zum Bau der Arena Lüneburger Land zu kippen, weil deren hanseartige Finanzierung lässiger Weise dem städtischen Teilhaushalt Bildung und Sport enstammt, ein wichtiger Schritt ist, um im politischen Diskurs zu einem respektvollen Miteinander zurückzufinden und den Menschen in Lüneburg und der Region Heiligenthal ein gutes Leben zu ermöglichen?

      (Achtung: Wenn Sie Gabriele Lukoschek, Klaus Bruns und Sascha Spoun zuziehen, wird aus dem Penta- ein Oktodeliberieren! Die Blase muss entsprechend aufgepumpt werden. Sollen Michael Zeinert und Hajo Fouquet mit dabei sein, wird ein Dekalog draus und die Dehnbarkeit muss erlauben, diverse Stuhl- & Sesselpartnerschaften plus die BAB 39 mit aufzunehmen.)

      Bezug: https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/980422-arena-lueneburger-land-4

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      • Karlheinz Fahrenwaldt schreibt:

        Lieber Leo (das Taktmäßig stimmt: reim dich oder ich freß dich!),
        Meine Lieblingszahl ist die 8: 8bar; 8ung; M8; P8; Gr8 (Holland, meine Stadt (257er)); s8e; d8e usw.; etc. und p.p.!

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      • Leo Fischer schreibt:

        Lieʕ•ᴥ•ʔ K💇 🙍 h1,

        der Zweitkassenblick bezeichnet den empörten, selbstgefälligen, von der eigenen Wichtigkeit entzückten, zugleich aber auch von diskreter Unsicherheit überschatteten und gerade deswegen mit trotziger Aggression gewürzten Blick, den undurchsichtige Blindblasenbewohner aufsetzen, wenn sie im satirischen Supermarkt »Zweite Kasse bitte!« in den Verkaufsraum blöken.

        (•_•)
        <) )╯ oh oh oh
        / \

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  4. Amazon bewirbt auf dem Verpackungs-Karton all diese Fähigkeiten mit den dazu gehörenden Sprachbefehlen: „Stelle einen Timer für drei Minuten. Setze Eis auf meine Einkaufsliste. Wie ist die Verkehrslage?“ Und da steht auch: „Erzähle einen Witz.“
    Das Beste an all dem ist, wie die virtuelle Stimme alles so emotionslos vorträgt, als gäbe sie Blutwerte am Telefon durch. Ich versuchte, dem Gerät mehr Pfeffer einzuhauchen:
    „Erzähl einen Witz für Erwachsene.“
    Antwort: „Ich kann deine Frage nicht beantworten.“
    „Erzähl einen politisch unkorrekten Witz.“
    „Das gehört zu den Dingen, die ich nicht weiß.“
    Erzähle einen versauten Witz!“
    „Solche Witze kenne ich nicht.“
    AHA! Während das Gerät auf die Bitte um einen politisch unkorrekten Witz mit kompletter Ahnungslosigkeit reagiert, klingt die Antwort auf die Bitte um einen versauten Witz, als hätte Alexa nur darauf gewartet. Provokation ist eindeutig nicht gewünscht. Was sollen denn die Leute denken? Aber wie das so ist mit Witzen mit eingebautem Provokations-Verbot.
    Was ist die ideale Größe eines Schiedsrichters? – 25 Zentimeter. Immer auf Ballhöhe.
    Aber die Uhrzeit sagt Alexa immer auf die Minute genau

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    • Irmelie Schön schreibt:

      Detlef, wenn du nicht in der Lage bist, etwas zum Thema Gehöriges in eigenen Worten beizutragen, solltest du dich vielleicht bei Herrn Althusmann als Redenkopist bewerben, aber hier nicht ständig irgendeinen geklauten Mist abladen.

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      • Ossarek Bruns schreibt:

        1010,1001,1000,0111,0110,0101,0100,0011,0010.0001,0000.

        Alexa, wenn du nicht in der Lage bist, etwas zum Thema Gehöriges in eigenen Worten beizutragen, solltest du dich vielleicht bei Herrn Althusmann als Redenkopist bewerben, aber hier nicht ständig irgendeinen geklauten Mist abladen.

        Könnte die Echokammer eine Kopie des eigenen Ich`s sein?
        Mir ist die Uhrzeit auf die Sekunde genau lieber…
        Detlef

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  5. Peter Cordes schreibt:

    Sie haben recht, Herr Jenckel, die Blasenexistenz ist nichts Neues. Bei uns in Barnstedt verwenden wir seit Jahr und Tag denselben Namen für diese Lebensform: Beschränktheit.

    Sie hat physische und psychische Aspekte, kann angeboren oder (auf analogen oder digitalen Wegen) erworben sein. Das reiche Spektrum lexikalischer Ausdrücke mit einem sehr ähnlichen Bedeutungsumfang in der unmittelbaren Nachbarschaft dieser bildstarken Vokabel, welche der Duden (http://www.duden.de/rechtschreibung/Beschraenktheit) verzeichnet, reicht von den Abgrenzungsbiestigkeiten postpubertärer Identitätsvergewisserung über die daseinsstabilisierende Gruppenloyalität von Fußballhooligans und die vom eigenständigen Denken befreiende Wirkung einer Landtagsnominierung oder einer Hochschulpräsidentschaft bis hin zu den karrierefördernden Effekten des Ja sagens und den nervenschonenden Wohltaten des Dazugehörens, des Mitmachens und der „werteorientierten“ Meinungsinhaberei. Besonders unerträglich wird sie, wenn sie sich selbst „gesunden Menschenverstand“, „natürliches Volksempfinden“ bzw. „bürgernahes Demokratieverständnis“ attestiert oder sich gar „frei von Vorurteilen, Voreingenommenheiten und den (lobbyistischen = eigennützigen) Interessen des Mittelstands oder des Establishments“ wähnt.

    Kurz, alles von der Begriffsstutzigkeit, der Blödheit, Borniertheit, Dümmlichkeit und Einfältigkeit, der Stumpfsinnigkeit, Unbedarftheit, Unbeweglichkeit, Unverständigkeit; der Einfalt; der Dämlichkeit, Doofheit, Dummheit, Dusseligkeit; der Beknacktheit; der Torheit; der Stupidität; der Vernageltheit oder der Hartköpfigkeit bis zur Betriebsblindheit, der Engstirnigkeit, Kleingeistigkeit, Kleinlichkeit, Pedanterie, der Spießbürgerlichkeit, dem Spießbürger- oder Spießertum oder Philistertum, der Spießigkeit oder eben der kleinräumigen Begrenztheit kann die Folge des gewohnheitmäßen Aufenthalts in solchen – nicht notwendiger Weise digitalen – asozialen Netzwerken von geistigen Sonder- und Monokulturen für die keimfreie, reine Lehre und den dazu passenden Gesellschaften sein, die es immer gegeben hat und – wie ich fürchte – geben wird, weil es dort etwas viel Tolleres gibt als Zuhörenkönnen und Gerechtigkeit – nämlich Selbstbestätigung und Selbstgerechtigkeit.

    Von Philipp Meyn, Wolfgang Goralczyk, Claudia Schmidt und David Amri kann ja bis zur nächsten Jugendversammlung im Glockenhaus (https://www.landeszeitung.de/blog/bundestagswahl-2017/969772-jugendversammlung-im-glockenhaus) einmal darüber nachgedacht werden, ob das Verbleiben in der Blase unvermeidlich ist und ob – falls ja – ausschließlich oder vorherrschend das eigene Ich darin Regie führen muss (sofern nicht ohnehin bereits die Blase im Ich Regie führt) oder ob nicht vielleicht dennoch die Zugehörigkeit zu einem kommunalen Ganzen die Mühen des „Kommunizierens“ im Sinne des Austauschens (und nicht im Sinne des „Platzierens“ von „Botschaften“) sinnvoll und erforderlich machen.

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