Dauerbrenner, Wasser, Flieger und Herr Meyer steigerten den Blog-Besucherstrom

Lüneburg, 30. Dezember 2020

Der kleine Blog.jj mit zwei oder drei Beiträgen im Monat zu Lüneburgs Lokalpolitik und Stadtleben hat 2020 mit weit mehr als 110 000 Seitenaufrufen noch einmal kräftig um 17 Prozent zugelegt. Und was viel wichtiger ist: Die Zahl der Besucher ist kräftig gestiegen, um fast 10 000 auf knapp 33 000. 

Frau Luna ist die schönste Lüneburg-Ikone. Auf dem Marktplatz hat sie Räte und Oberbürgermeister kommen und gehen sehen. Oft diente sie als Hintergrundmotiv. Immer nonchalant, mal mit, mal ohne Pfeil und Bogen. Foto; jj

In den Top 10 sind die Themen vertreten, die 2020 auch relevant waren: natürlich Arena, aber auch der Kampf ums Grundwasser, der erfolgreiche Flugplatz-Entscheid, die Weltkulturerbe-Bestrebungen, leider auch Corona und als weiterer Dauerbrenner die Elbbrücke.  

Aber wer war die Nr. 1? Der Beitrag „Keine Feier ohne Meyer“ – über den einzigen Oberbürgermeister-Kandidat/in, der bisher öffentlich bekannt ist, mit weit mehr als 3000 Seitenaufrufen. Anfang des Jahres werden die Parteien nachlegen und Kandidaten/innen präsentieren. Ich drücke allen die Daumen. 

Die OB-Wahl wird, wenn überhaupt, für mich als Podcast oder Interview ein Thema, nicht als Kommentar. Erstens, weil meine Frau bei der Stadt arbeitet und ich Kollisionen vermeiden möchte, und zweitens, weil offen ist, wie lange der Blog noch läuft. Man soll ja aufhören, wenn’s am schönsten ist. Irgendwie locken so viele Versuchungen…

In diesem Sinne:
Danke für die Treue, Verzeihung, wenn Beiträge oder Kommentare zu deftig waren, sich jemand verletzt fühlt, und Glück auf. 

Euer Hans-Herbert Jenckel (jj)

Über jj

Journalist, Dipl.-Kaufmann
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42 Antworten zu Dauerbrenner, Wasser, Flieger und Herr Meyer steigerten den Blog-Besucherstrom

  1. Kim Torster sagt:

    Lieber Herr Jenckel,

    auch nachdem ich schon aus Lüneburg weggezogen war, habe ich ab und an noch gerne hier vorbeigeschaut. Der Blog wird fehlen. Ich fand es immer toll, dass hier verschiedenen Menschen und Meinungen Raum gegeben wird. Vielleicht finden Sie ja stattdessen eine andere Möglichkeit, um dieser wichtigen und besonderen Art des öffentlichen Diskurses ein Forum zu geben? Ich jedenfalls bin immer noch froh und dankbar darüber, dass ich vor ein paar Jahren hier selbst meinen Senf dazugeben durfte.

    Alles Liebe und beste Grüße aus Bremen!
    Kim Torster

    • jj sagt:

      Liebe Kim Torster, das freut mich. Und ich verfolge gerne, was Sie schreiben und Twittern und denke gerne an unsere Zeit in der Startwoche und an Ihren Blog-Beitrag, der ordentlich Kommentare auslöste. LG aus LG Hans-Herbert Jenckel

  2. Ulf Reinhardt sagt:

    Landrat Jens Böther beschreibt nun offen und ehrlich die Perspektive der Arena:

    “Sie (die Arena) hat das Potenzial, zu einem der Aushängeschilder des Landkreises zu werden.”

    Ist sie schon geworden.

    Die Arena ist bereits heute ein Aushängeschild für

    > das Unvermögen des Landkreises, anspruchsvolle Projekte zu steuern,.
    > die Zweckentfremdung von Steuermitteln für ein Prestigeobjekt ohne Gemeinnutzen,
    > die Verschwendung von Steuermitteln durch eine Verdreifachung der geplanten Baukosten,
    > Selbstüberschätzung, Beratungsresistenz und Ignoranz,
    > das Aushöhlen der Demokratie durch unrichtige und unvollständige Beschlussvorlagen,
    > einen unwürdigen und unehrlichen Umgang mit BürgerInnen und Kritikern.

  3. Otto Berg sagt:

    Lieber Herr Jenckel,

    unter Umständen gut Gemeintes kann schiefgehen. Dafür stehen nicht nur die Fehlfarben der notorisch wiederkehrenden Herrensocken unterm Lichterbaum, sondern auch so manches Lüneburger Medienerzeugnis, das als „Information“ daherstolziert, obgleich es nur aufgepumpte Behauptung ist.

    Gerade heute gelang es Herrn Böther, einen weiteren derartigen Missgriff publik zu machen: „Unser Ziel ist, die Arena Lüneburger Land auf lange Sicht zum Erfolg zu führen. In der neuen Multifunktionshalle sollen bis zu 3.500 Gäste Platz finden. Kleinere Veranstaltungen gehen natürlich auch. Die Arena macht die Region wirtschaftlich attraktiver. Sie hat das Potenzial, zu einem der Aushängeschilder des Landkreises zu werden.“ (LZ, Dienstag, 5. Januar 2021, Nr. 3, S. 6)

    Wessen Ziel ist das genau? Herr Böther nennt keine Namen. Er umarmt ein anonymes „wir“, hakt sich verbal beim „Volk“, womöglich beim „Wahlvolk“ unter, als hätte er mit dem schon einmal von Angesicht zu Angesicht gesprochen. Dabei ist dessen Wollen “ein Buch mit sieben Siegeln” und was er “den Geist der Zeiten heißt”, ganz schlicht „des Herren Landrats eigener Geist”, wo seine blassen Hoffnungen sich spiegeln.

    Herr Böther möchte „die Arena Lüneburger Land auf lange Sicht zum Erfolg führen“, bis „zu 3.500 Gäste sollen darin Platz finden“. Die Einschränkung von der „langen Sicht“ lasse man sich auf der Zunge zergehen! Sie ist mit Aufrichtigkeit gebuttert. Was aber ist das Übrige anderes als barmendes Flehen in die trübe Ungewissheit hinein angesichts der Tatsache, dass es bis heute keine Antwort auf die Frage gibt, wozu die Halle (abgesehen von den maximal 15 Volleyballspielen im Jahr) an einem für „3.500 Gäste“ ungeeigneten Standort eigentlich gut sein soll?

    „Die Arena macht die Region wirtschaftlich attraktiver. Sie hat das Potenzial, zu einem der Aushängeschilder des Landkreises zu werden.“ Woher weiß der Landrat das? Eine professionelle Bedarfsfeststellung für diesen Multimillionen-Euro-Unfug hat es niemals gegeben. Landrat Böther plappert Landrat Nahrstedt nach, der wiederum Oberbürgermeister Mädge nachplapperte, der sich diese auf nichts als Bauchgefühle und Wunschdenken gründende Spökenkiekerei vor fünf Jahren freihändig ausgedacht und in die weite Welt hinausposaunt hatte.

    Und sehen Sie, lieber Herr Jenckel, gerade um solche Missgriffe und Fehlinformationen bekannt machen und kontrovers, aber zivilisiert diskutieren zu können, wünsche ich mir, dass es Ihren großartigen Debatten-Blog.jj noch lange gibt.

  4. Sehr geehrter Herr Jenckel,

    auch von mir an dieser Stelle vielen Dank für diesen Blog mit all seinen Schwächen. Zwar habe ich mich nicht selten über (Ihre) Beiträge geärgert, aber was wäre das für ein kommunaler Blog, in dem sich Politik stets erfreut ob der Beiträge zeigt? Das Niveau hier war die allermeiste Zeit sehr hoch und sogar widerstrebende Positionen konnten in gegenseitiger Wertschätzung für die jeweils andere Position einander fremd bleiben. Dies wünschte ich mir auch in den Debatten außerhalb dieses Blogs.
    Ihnen ganz persönlich wünsche ich weiterhin ein gutes Händchen bei welchen Formaten auch immer. Wir werden Sie ganz sicher im (Vor-)Wahlkampf der Kommunalwahl im September das Ein oder andere Mal sehen. Ich hoffe auch wieder reflektiert und kritisch auch gegenüber jenen, die über Verwaltungsressourcen verfügen. Denn wenn mir eines gefehlt hat, dann etwas mehr Mut an dieser Stelle sich auch mit denen anzulegen, die behaupten Regeln im Alleingang auslegen oder gar beliebig verändern zu können.

    • jj sagt:

      Kurz um, Herr Pauly, diese Zeilen freuen mich ganz besonders.

      Ihr Blog über die Arbeit im Rat und in der Verwaltung, über die Arbeitsaufteilung und das Selbstverständnis von Lokalpolitikern und Dezernenten war ein lesenswerter Ansatz. Auch Ihnen alles Gute für das neue Jahr. LG Hans-Herbert Jenckel

      Und gerade heute Morgen habe ich über ein mögliches Format gesprochen. Danke für die Wünsche, Ihr

  5. Ulf Reinhardt sagt:

    Lieber Herr Jenckel,

    faktenbasierte Diskussionen und ein breiter Austausch haben auch mich in Ihrem Blog immer wieder erfreut. Die Möglichkeit, auch als Bürger ohne Mandat und politische Funktion hier ungekürzte Beiträge veröffentlichen zu können, ist gut und wichtig für die Förderung eines sachlichen sowie faktenbasierten Politikstils und damit für Demokratie und Transparenz.

    Und genau darum ist es mir bei meinen Arena-Beiträgen immer wieder gegangen:

    > Nicht den verschleuderten Millionen hinterher zu trauern, sondern aufzuzeigen, welche dramatischen Folgen fachliche Unwissenheit, Ignoranz, Beratungsresistenz und stures parteipolitisch getriebenes Weitermachen hat.

    > Darauf hinzuweisen, dass Mandatsträger immer wieder mit unvollständigen und unrichtigen Beschlussvorlagen getäuscht werden.

    > Aufzuzeigen, dass es zu jedem Zeitpunkt Entscheidungsalternativen gibt, welche zu einem besseren Ergebnis führen können, als beschlossene Fehlplanungen aus Trotz weiterzuverfolgen.

    Ein Wertmutstropfen bleibt für mich jedoch:

    Nur sehr wenige Kommunalpolitiker sind offensichtlich willens und / oder in der Lage, sich an den Diskussionen zu beteiligen. In Anbetracht der Auflage der Landeszeitung habe ich schon häufig Äußerungen wie “Wer liest das schon?” gehört.

    Eine strategische Entscheidung, sich nicht mit weniger relevanten Kommunikationskanälen zu beschäftigen oder eher die Scheu, sich tiefergehenden Sachdiskussionen zu stellen?

    Beste Grüße zum neuen Jahr

    Ulf Reinhardt

    • jj sagt:

      Lieber Herr Reinhardt,
      Sie haben viele aufschlussreiche Kommentare und Blog-Beiträge geschrieben. Dafür danke ich Ihnen und bleiben Sie noch dabei.

      Wer liest das schon?, fragen Sie. Ihr Beitrag über Herrn Dubber aus dem August des vergangenen Jahres hatte allein im Monat August 2020
      (https://blog-jj.com/2020/08/05/arena-debakel-guenter-dubbers-verwandlung-vom-chefaufklaerer-zum-chefverteidiger/)
      mehr als 2300 Seitenaufrufe und war bis zum Jahresende die Nummer 2 der meistgeklickten Kommentare.

      Wer liest das schon? Kann man schwer sagen, aber es sind über die Jahre immer mehr geworden, allein im vergangenen Jahr waren 10 000 Besucher mehr. Wie viel Kommunalpolitiker dabei sind? Keine Ahnung, manche aber schreiben mir Mails, darunter auch ziemlich deftige.

      Über Blog-Beiträge habe ich auch langjährige politische Wegbegleiter verloren, die ich geschätzt habe, denen aber am Ende nicht gefiel, was ich geschrieben habe, weil sie das nicht als Gegenposition, sondern als Kampfansage gelesen haben. Nur darum geht es überhaupt nicht, es geht um den politischen Diskurs.

      Am Ende, und das gilt auch für mich, steht die Mehrheitsentscheidung. Und oft ist sie durch einen Kompromiss, der eben gerade über den Diskurs, über gegensätzliche Meinungen, zustande gekommen ist. lg jj

  6. Detlev Schulz-Hendel sagt:

    Lieber Herr Jenckel,
    zunächst einmal alles erdenklich Gute und Liebe für das Jahr 2021. Gemeinsam hoffen wir alle auf ein besseres Jahr. Mögen uns Solidarität, Nächstenliebe aber auch ein Miteinander gegen die Pandemie helfen. Gleichzeitig möchte ich mein großes Bedauern zum Ausdruck bringen, dass Sie den Blog einstellen wollen. Ihr Blog lieber Herr Jenckel ist aus meiner Sicht preisverdächtig. Ungeschminkt haben Sie berichtet und Menschen mit vielfältigen Meinungen zu Wort kommen lassen. Das ist in einer Demokratie total wichtig und richtig. Mein politischer Anspruch ist es nicht, es jedem Recht zu machen. Mein Anspruch ist es aber, andere Meinungen nicht verbal niederzuknüppeln. Insbesondere Bernie Wiemann und ich haben nicht nur einmal erlebt, was es bedeutet Arena Kritiker zu sein bzw. einfach nur, entsprechend unserer politischen und moralischen Verpflichtung, genau hinzugucken und auch Fragen zu stellen, seien sie noch so unangenehm. Das werden wir auch weiterhin tun. Wir lassen uns nicht maßregeln von der “Koalition der Vernünftigen” unter der Leitung von Franz Kamp und Hinrich Bonin aus der SPD. Ihr Blog ist zu einer Instanz der Meinungsvielfalt geworden. Das verdient Respekt und Anerkennung. Mir wird auch im Übrigen Frau Dreyer dann sehr fehlen, die mir Ihre Brückenträume vermitteln möchte. Leider bin ich als Betriebswirt und als Grüner sehr von harten Fakten geprägt, insofern wird es aus ökologischer aber auch aus ökonomischer Sicht Frau Dreyer nicht gelingen, mich von der Sinnhaftigkeit einer Elbbrücke bei Neu Darchau zu überzeugen. Gleichwohl und da bin ich wieder beim Ausgangspunkt: Ich würde Frau Dreyer niemals beschimpfen oder niedermachen für die andere Meinung, die nicht mit meiner übereinstimmt. Auch Franz Kampf und Hinrich Bonin würde ich nicht beschimpfen. Gleichwohl überzeugt mich deren Arroganz und deren Umgang mit anderen Meinungen überhaupt nicht. Transparenz, Offenheit und demokratischen Anstand, dass sind Eigenschaften, auf die alle Wählerinnen und Wähler bei der Kommunalwahl und bei der Bundestagswahl 2021 achten sollten, wenn sie ihr Kreuz machen. Und genauso sollten wir alle gemeinsam wachsam bleiben und gemeinsam klare Kante gegen Rechts zeigen.
    Abschließend ein Wunsch: Herr Jenckel machen Sie bitte weiter !!!!

    Herzliche Grüße

    Ihr Detlev Schulz-Hendel

    • jj sagt:

      Lieber Herr Schulz-Hendel, ich bin ganz angetan von Ihren Zeilen. Noch sind wir ja am Start und werden sicher den ein oder anderen Blog-Beitrag ventilieren. Vielen Dank und Ihnen ein erfolgreiches Jahr. Lg jj

    • Helga Dreyer sagt:

      Sehr geehrter Herr Schulz-Hendel,

      ich bin in zwei Punkten Ihrer Meinung!

      1.) Hans-Herbert Jenckel sollte sein kritisches Debattenforum für Lokalpolitik und Stadtleben nicht schließen!

      2.) Aufmerksamkeit für politische Vorgänge und klare Kante gegen jede Form von Demagogie sind staatsbürgerliche Tugenden.

      Ansonsten bin ich nicht Ihrer Meinung:

      ● Ich hege keine Brückenträume. Im Gegenteil, ich halte es mit Max Weber, für den lösungsorientierte Leidenschaft, Verantwortungsgefühl den Menschen gegenüber und Augenmaß für das angemessene Verhältnis von beidem die drei wichtigsten Qualitäten eines realpolitisch aktiven Menschen waren. Verantwortungsethik, welche die Folgen des Handelns bedenkt, und Gesinnungsethik, die “das moralisch für richtig Gehaltene” tun möchte, sind für mich keine Gegensätze, sondern ergänzen einander. Ich träume also nicht, ich verfolge Ziele, die ich für richtig halte, solange Sie oder andere mich nicht mit Argumenten eines Besseren belehren.

      ● Ich bezweifle, dass es als Nachweis Ihrer “betriebswirtschaftlichen Faktenprägung” gelten kann, wenn Sie sich nicht “von der Sinnhaftigkeit einer Elbbrücke bei Neu Darchau überzeugen” lassen wollen, obwohl eine solche gerade “aus ökologischer, aber auch aus ökonomischer Sicht” allen anderen Arten der Elbquerung weit überlegen ist.

      ● Ich lehne es ab, mit Franz-Josef Kamp und Hinrich Bonin, denen Sie “Arroganz”, das Fehlen von “demokratischem Anstand” und herablassenden Umgang mit anderen Meinungen vorwerfen, in einem Atemzug genannt zu werden.

      Mit freundlichen Grüßen

      Helga Dreyer

  7. Lieber Herr Jenckel,

    anders als manch andere lese ich Ihren Blogbeitrag nicht so, dass Sie übermorgen mit dem Fahrrad zu den Malediven aufbrechen werden, um dort den Lebensabend als Perlentaucher zu verbringen. Zumal die Malediven dank des Meeresspiegelanstiegs auch nicht mehr so groß sind, wie sie früher mal waren (Etwa 80% der Inseln liegen nur 1 Meter über NN) und der Landkreis ja auch so manche Perle hat, die es nicht nur in Ellringen nicht vor die Säue zu werfen gilt.

    3.000 Seitenaufrufe für die „Feier ohne Meyer“, der letzterer ja OB der vielen Fragen lieber unkommentiert lies. Meine Vermutung für die Erfolgsstory: Zahlreiche neugierige Klicks über mehrere Wochen, OB Herr Meyer denn nicht doch eine inhaltliche Positionierung vornehmen kann. Doch mitnichten: Allen wohl und niemand weh, der Herr kam aus der SPD.

    Genug polemisiert, natürlich wird die OB-Wahl spannend und hoffentlich nicht durch Personalia sondern Inhalte geprägt. Für Inhalte aber wünsche ich mir weiter einen engagierten Blog JJ, der inzwischen zum Markennamen geworden ist.

    Mit meinem bekannten Blick aus ländlicher Perspektive wird aber sicher ebenso spannend, wie viele Menschen in den Dörfern noch bereit sind, sich kommunalpolitisch zu engagieren. Die gewonnenen Listenplätze sollten nachher schließlich tatsächlich mit kompetenten, dem Gemeinwohl verpflichteten Personen aus den Orten besetzt werden können, denen es nicht nur um Selbstdarstellung oder Landverkauf geht und die auch keinen Gasthof betreiben wie 21% der Samtgemeindefraktionsmitglieder der CDU Scharnebeck. Nichts gegen die Gasthofbetreiber, Wortbeiträge aus dem Samtgemeinderat sind allerdings nicht überliefert.

    An Themen dürfte es also auch künftig kaum fehlen und vielleicht lässt sich die Marke JJ erhalten und in mehrere Adminstrator*innenhände übergeben. Vor diesem Schritt wünsche ich mir mindestens bis zum Ende der Pandemie sehr, dass Sie weitermachen.

    „Meinung ist das Lifestyleprodukt des Jahres 2020“, hieß es neulich in einer Satiresendung. Und nie war es leichter, seine völlig irrationale Meinung in die große bunte Netzwelt hinein zu blubbern. Interessant: Fragt mensch nach einer Begründung der Meinung nach, wird mensch als Einschränker der Freiheit, Schlafschaf usw. betitelt. Die Frage nach Quellen von Behauptungen wird dann häufig mit „musst Du googeln“ beantwortet. Das ist die Netzwirklichkeit 2.0 .
    Medial beginnen die Diskussion und Analyse dieses sicher durch den Lockdown beschleunigten Phänomens. Es existiert spätestens seit PEGIDA und Donald Trump ist ja auch voll im neuen Lifestyletrend. In der Anfangsphase von PEGIDA konnte ich auch auf facebook noch mit Menschen ins Gespräch kommen. Oft endete dieses dann damit, dass jemand jetzt dringend mit dem Hund rausmüsse. Die Meinungen waren unterschiedlich, der Grundton aber bei vielen auf Verständigung angelegt. Heute werde ich gleich bepöbelt.

    Die sog. „Alternativen Medien“ professionalisieren sich. Beispiel meines jüngsten Ärgers: fairtalk.tv , genauer https://www.youtube.com/watch?v=02hkOBdXYrw&feature=youtu.be Ich empfehle aus dem zweieinhalbstündigen Talkshowvideo einige Ausschnitte zu sehen, um zu erkennen, dass sich heute jede zur zitierfähigen Expert*in erküren kann, ohne dass er (Frauen gibt es in der Sendung nicht) gleich in eine politische Richtung verortet werden kann. Apolitischer Lifestyle halt? Oder gibt es hier doch Interessen (vgl. https://youtu.be/n-aJ_O98Szc )?
    Das perfide daran: Während YouTube jeden Beitrag der Öffis als solchen kennzeichnet, fehlt hier jeder Hinweis auf Finanzierung der Kanalbetreiber und Verortung der Autorenschaft solcher klug gemachten Beiträge. Und: tagesschau- und tagesthemen-Sendungen sind schneller auf Youtube als auf der ARD-Seite selbst abrufbar. Rechts daneben werden mir Empfehlungen zu diversen Schwurbel-TV-Sendungen angezeigt, wovon Astro TV noch das Harmloseste ist. Hier gibt es Nachholbedarf (vgl. https://correctiv.org/faktencheck/hintergrund/2018/12/14/falsch-verschwoert-verwirrt-eine-reise-durch-dunkel-youtube/ ).

    Exkurs in die USA: https://www.swr.de/swr2/doku-und-feature/zeitungssterben-in-den-usa-swr2-feature-2020-10-07-100.html Wenn in ganzen Landkreisen innerhalb des demokratischen Spektrums keine kritische Lokalpresse mehr existiert, wer gewinnt dann die Deutungshoheit zur Kommunalpolitik?

    Lieber JJ, Ihr Blog ist seit langem ein sicherer Hafen, in dem Diskurs und Argumentation oft gespickt mit klugen Humor *schmunzeln* zwischen Demokrat*innen stattfindet. Davon sollte es mehr, nicht weniger geben. Und gute Marken brauchen ihren Markennamen. Hoffen Sie nicht auf ein neues Twix. Machen sie es möglich, dass wir beim Raider bleiben können.

    Herzliche Grüße

    • jj sagt:

      Lieber Herr Poggensee,
      danke für die guten Zeilen.
      Gerade was die Frage der Kandidaten für kommunalpolitische Arbeit angeht, gebe ich Ihnen recht. Und gerade da müsste,um mal Alt-Bundespräsident Herzog zu zitieren, ein „Ruck“ durch den Landkreis und die Stadt gehen, damit die Zukunft auch im Landkreis Lüneburg Fahrt aufnimmt. Die Gefahr ist gegenwärtig, dass wir weiter in den gleichen kommunalpolitischen Bahnen gefangen sind, weil das in der Vergangenheit so gut funktioniert hat. Die Gegenwart und vor allem die Zukunft verlangt andere Antworten und einen anderen Blick. Insofern, sollte wir nicht nur darauf schauen, wer Oberbürgermeisterin oder Oberbürgermeister von Lüneburg wird, es sei denn es ist die/der Charismatiker/in, der/die den ganzen Landkreis elektrisiert. Wir sollten darauf schauen, wer in den Räten die Politik in Stadt und Landkreis gestalten will. LG jj

      • (Anm. jj: Und hier noch zu meinem Kommentar eine Paraphrase auf Loriot:
        https://www.facebook.com/BerndsWeisheiten/videos/404013806636601/ )

        Sehr geehrter Herr Jenckel!

        Sie wünschen sich einen “Ruck”. Ich habe auch immer wunschbeseelt mitgelächelt, wenn es zu einem solchen kam:
        https://www.landeszeitung.de/wp-content/uploads/2020/08/9849286.jpg
        (Foto: t&w)

        Sie warnen, die Gefahr gegenwärtig sei, dass “wir” [whoever that is] weiter “in den gleichen kommunalpolitischen Bahnen gefangen sind, weil das in der Vergangenheit so gut funktioniert hat”. Die Gegenwart und vor allem die Zukunft aber würden andere Antworten und einen anderen Blick verlangen.

        Lassen Sie mich darlegen, wie ich die Sache angehen werde, sobald meine Nominierung als unabhänger, gleichwohl von allen christlich sozialen und demokratischen Volksparteien geförderter OB-Kandidat in trockenen Tüchern ist:

        Was kann als Grundsatz guter Zusammenarbeit von Rat und Verwaltung betrachtet werden? Kommunalolitik im Sinne sozialer Verantwortung bedeutet, und davon sollte man ausgehen, das ist doch, ohne darum herum zu reden, in Anbetracht der Situation, in der wir uns befinden. Ich kann den Standpunkt meiner politischen Überzeugung in wenigen Worten zusammenfassen: Erstens,das Selbstverständnis unter der Voraussetzung. Zweitens, und das ist es, was wir unseren Wählern schuldig sind! Drittens, die konzentrierte Beinhaltung als Kernstück eines zukunftweisenden Parteiprogramms. Wer hat denn, und das sollte man vor allen Lüneburgerinnen und Lüneburgern einmal unmissverständlich aussprechen! Auch die wirtschaftliche Entwicklung hatte sich in jeder Weise, das kann von niemandem bestritten werden, ohne zu verkennen, dass in Bahlburg und im Kreishaus die Ansicht herrscht, der Oberbürgermeister der Hansestadt habe da und, meine Damen und Herren, warum auch nicht? Und wo haben wir denn letzten Endes – ohne die Lage unnötig zuzuspitzen – da, geehrter Herr Jenckel, meine verehrten Damen und Herren Kommentatoren, liegt doch das Hauptproblem. Bitte denken Sie nur einmal an die Bildungspolitik. Wirtschaftsnahe Stundenpläne, Breitbandausbau, Home-Schooling, Turbo-Abi. Wer war es denn, der vor acht Jahren warnte, und wir wollen einmal davon absehen, dass niemand behaupten kann, als hätte sich damals. So geht es doch nun wirklich nicht! Ich habe immer wieder darauf hingewiesen, dass die Fragen des Umweltschutzes, und ich bleibe dabei, wo kämen wir sonst hin, wo bliebe unsere Glaubwürdigkeit? Eins steht doch fest, und darüber gibt es keinen Zweifel, wer das vergisst, hat den Auftrag des Wählers nicht verstanden! Die Bau- und Brückenpolitik geht von der Voraussetzung aus, dass das mittelfristige Schuldenmanagement, und im Bereich unserer Arena-Finanzierung ist das schon immer von ausschlaggebender Bedeutung gewesen. Meine Damen und Herren, Daseinsvorsorge als erste Verpflichtung, wir wollen nicht vergessen, draußen im Lande, hier und heute stellen sich die Fragen, und damit möchte ich schließen, letzten Endes, wer wollte das bestreiten. Ich danke Ihnen.

    • Andreas Janowitz sagt:

      Öhmm… Herr Poggensee?
      Als jemand der seit 2006 auf YT und seit 2010 auf FB unterwegs ist: dort hatten alle “Diskussionen” ausserhalb der jeweiligen Vorstellungsblase von je her den Charakter von wüsten Kneipenschlägereien? Erst gibt es die “Umkleidekabinen” anschliessend dann die Trollwiese? Es galt von je her den ausgemachten Gegner verbal kurz zu halten?
      Da gibt es die mehr oder weniger zivilisierten, die mit wenigstens halbwegs logischen Argumenten hantieren wollen und die völlig Irren, die jederman mit ausgedachtem Quatsch zuleibe rücken?

      Vielleicht bin ich auch nur grobschlächtig genug über gewisse Finessen stumpf hinwegzufahren, aber für mich ist die seltene konstruktive Auseinandersetzung Lohn genug. Da die allermeisten “heissen” Themen jedoch schlicht Glaubensfragen sind ist die Bekehrung schwierig, ob nun in der echten oder digitalen Wirklichkeit?

      Sie können mir gerne erklären, wie man zu der Meinung der Leerdenker man müsse irgendeiner abstrusen weltumspannenden Verschwörung entgegentreten eine Brücke bauen könnte? Wie soll man der Behauptung Flüchtlinge wären Teil ein militärischen Operation zur Invasion Europa`s verständig gegenübertreten? Dies nur zu den kruden Thesen der einen Seite.

      Vieleicht ihre Herzensangelegenheit? Für mich ist diese pseudofeministische Quatschsprache eine komisch nutzlose Angelegenheit? Regellose Sprachverirrung, die für mich lediglich den Zweck einer pseudo-moralischen Selbstüberhöhung erfüllt. Ach wie gerecht man doch heute wieder ist. “Das Artzt*innen” habe ich nämlich noch nirgendwo zu lesen bekommen, müsste ich aber, wäre es nicht von vornherein eine zufällige “wie`s gerade passt” Pseudo-Besserfühlerphrase. Wollte Mann eine Minderung realer Benachtteiligung träte er für Einkommensgleichheit ein und würde das elende Rumgehacke auf den ach so faulen HARTZ IV Schnorrern, die auffällig oft alleinerziehende Frauen sind(!), unterbinden, anstatt diese Sprachbaustelle aufzureissen.

      Ich schätze an diesem Blog, das hier hauptsächlich echte Menschen auftreten, denn auf den grossen Plattformen verursachen die Chatterbots für zusätzliche Verwirrung. Man kann nie sicher sein, ob diese oder jene krude These gerade von einem automatisierten Quatschprogramm in die Welt posaunte wurde.
      Insofern stimme ich Herrn Webersinn über den Sinn und Zweck einer lokalen virtuellen Präsenz sehr zu. Zumal das hier wohl eine quasi ehrenamtliche Veranstaltung ist. Auch wenn ich, als scheinbar einer der wenigen ohne Parteiambitionen, mal wieder das grobe Kantholz bemühen muss.

      • Lieber Herr Janowitz,

        Die drei ??? scheinen Nachwuchs bekommen zu haben? Wollen Sie nun Aussagen treffen oder Fragen stellen. Kant würde sich OB Ihres „groben Kantholzes“ im Grabe drehen? Eine Folge der Chatbots, die seit Joseph Weizenbaum ja nun auch nicht gerade neu sind? Kleiner Hinweis zum Enttarnen: https://www.bpb.de/252589/social-bots-enttarnen ? *schmunzelen*

        Facebook bietet nach wie vor auch gepflegte Möglichkeiten zum Austausch, die ich schätze. Ihr Ausnahmesatz ohne Fragezeichen „ist die seltene konstruktive Auseinandersetzung Lohn genug“ lässt mich vermuten, dass wir da ähnlich denken.
        Die Verrohung der Sprache, wachsende Lust an der anonymen Beschimpfung und das Beharren auf abstrusen Vorstellungen bar jeder Rationalität sind Phänomene, die sich erst im Laufe der Entwicklung des Web 2.0 ergeben haben (Quelle: Google), verringern aber zunehmend den Diskurs und erfordern immer häufiger aktive Moderation. Das ist besonders auf den Seiten der Öffis sichtbar, aber auch die LZ-Seite weist genug Beispiel dafür auf.

        Apropos „heiße“ Themen? Der Klimawandel ist also Glaubensfrage für Sie. Artenschwund, die Existenz des Cornavirus, die Wirksamkeit von Masken etc. vermutlich auch. Öhmm.

        Ich versuche es nochmal nun am Beispiel zu erklären: In den Anfängen von PEGIDA konnte ich da manch abenteuerliche Patriot*in fragen: „Was stört Dich in Deinem persönlichen Lebensumfeld? Was muss sich ändern?“ Und dann kam als Antwort die geschlossene Grundschule, der dichtgemachte Jugendtreff, der fehlende Dorfladen, Angst um den Arbeitsplatz – sprich der oft real erfahrene Verlust von Möglichkeiten im Leben. Eben das, was Helmut Kohl mit “blühenden Landschaften“ eigentlich aussagen wollte. Auf dieser Ebene fand dann ein anderer Dialog statt, der mit Überfremdung etc. nichts mehr zu tun hatte. Vielmehr ging es um das Gefühl oder eben auch oft häufig die Erfahrung, auch im neuen System abgehängt worden zu sein. Carlo Eggerling hat das auf seiner Radtour erlebt und uns sehr anschaulich nahegebracht.
        Heute komme ich auf facebook aber oft nicht mehr weiter. Auf die Frage „Welche Freiheiten vermissen Sie denn besonders?“ kommt kaum mehr Dialog zustande. Und eben das hat mit den Algorithmen der sog. sozialen Medien zu tun, die uns in der Blase halten wollen, um gezielter Werbung platzieren zu können. Der Preis dafür ist ständige Belohnung meiner Meinung durch Likes und Verstärkung dieser. Es ist, als würde ich ständig mit den Querdenkern aus der „Koalition der Vernünftigen“ zusammensitzen, so dass Frau Bauschke und Herr Wiemann dann zu fortschrittsfeindlichen Schlafschafen mutierten.

        Was das Gendern betrifft: Ich schlage vor, Sie führen einen Monat lang sämtliche Ihrer Korrespondenz ausschließlich in der weiblichen Form und teilen uns dann Ihre Erfahrungen hier mit. Aber nicht schummeln mit so Sätzen wie „Die männliche Form ist immer mit gemeint.“

        Herzliche Grüße

      • Otto Berg sagt:

        Claus-Cornelius Poggensee bekommt von Otto Berg eine 👌 OK Hand, eine ✌️ Victory Hand, eine 👉 Trump Hand, eine 👍 Thumb Hand und ein 😰 Anxious Fiddi Merz Face, whose Forehead is Covered with Fear Sweat as He Talks to Annegret Kramp-Karrenbauer

      • Andreas Janowitz sagt:

        Gute Nacht(?) Herr Poggensee,
        ich habe an ulkiger Sprache schon meinen Spass, beschränke mich allerdings nur auf eine einigermassen verständliche Anwendung, ohne damit ein mikroagressorisches Moralurteil gleich mitzuliefern. In der Mehrzahl der Fälle ist Informationsübermittlung Zweck.
        Nehmen wir einmal “Menge”, soll es nun “das Meng*innen” heissen? Oder doch “die Menge”? Darf ich von “der Menge” sprechen? Ist “Die Menge an Frauen unter den Zuschauern…” moralisch einwandtfrei “Das Meng*innen an Frauen unter den Zuschauer*innen…”? Oder darf ich nach belieben wählen, wie`s mir grade passt, oder mit wem ich mich grad` anlegen will? Ist Schriftsprache gegendert frei nach Schnauze? Oder tweedgerecht? Gilt die Ausnahme von der Regel in Zukunft immer bei allem für jeden? Mit Rechtsschreibung und Wortstellung hab` ich`s sowieso nicht, aber offensichtlich wird ab jetzt alle Gramatik für jederman (und -frau!) fallen gelassen. Damit irgendwie jederman (und -frau!) seiner (oder ihrer!) gerechten Erwähnung versichert werden kann, so dass es das unveräusserliche Recht eines jeden Mannes (und Fraues!) … lassen wir “Lorreta” mal beiseite: es gibt keine Regeln, wie das halbwegs vernünftig anzuwenden wäre.
        Nicht einmal die Römer… ich meine Germanisten beim “Deutschland Funk” konnten mir darauf einen Antwort geben?! Schon gar nicht welche Rolle unsere Artikel, dann spielen sollten, weil ja “gleichberechtigt” nur das Neutrum wäre (worauf aber bisher anscheinend niemand kam).
        Darüber hinnaus hat sich in der Sprachgeschichte nach meinem bescheidenen Wissenstand stets die Verkürzung durchgesetzt, wesswegen dies sowieso von Anfang an eine Totgeburt wäre?! Das ist eine Besserfühlsprache für die abgehobenen Möchtegerns, umso mehr da die wirklich exististierenden Ungleichheiten weiterhin bestehen und Erfahrungswirklichkeit von… ich schätze mal 50% der Bevölkerung sind?!
        Ich habe eher den Eindruck diese Ulksprache entsprang schlicht dem Gnatz über irgendwelche Reconqista Dödels und ihrer zugegeben effektiven, disruptiven Taktik.

        Das ist nämlich im Kern Ursprung vieler verirrter “Debatten”. Die Plaudertaschenprogramme verschärfen die Lage nur noch. Die sollten eigentlich dem Zweck von simulierter Aktivität dienen. Auf G+ gab es ganz besonders zu Anfang ich würde wetten zu 80% solche Quatschposaunen? Die konnte man noch mit den recht einfachen Richtlinien ausfindig machen. Aber das ist 7 Jahre her? In Internetmassstäben: die Frühantike?
        Unsere Super-Gen Würstchen von der Reconquista sind doch nicht ganz so blöd wie ihre Meinung suggeriert? Und auch nicht alleine? Man begutachte die “Fehlfunktion” von einem doch recht fortschrittlichen Schnackerbot:

        https://de.wikipedia.org/wiki/Tay_(Bot)

        In Sachen “Klimawandel” tümmeln sich ganz sicher erhebliche Mengen an Chatterbots. Ich will ja nicht behaupten unsere Discord-Bande von der Reconquista hätte die Chatterbots gesteuert, aber in konzertierten Aktionen lassen sich diese zur “Interaktion” bewegen? Und blasen so die scheinbare Menge weiter auf? Das FB Forum der Tagesschau ist bereits “moderiert” und unter diversen Veröffentlichungen geht es trotzdem hoch her. Was da an debilen Meinungen als der Durchbruch in Sachen Denkleistung gefeiert wird ist zwar erheiternd, verdeutlicht aber auch das Problem. Es bedarf nur einiger freidrehender Idioten und schon geht alles den Bach runter. Und wenn die dann auch noch über Ressourcen verfügen, dann haben wir den Brexitsalat. Gerne auch beliebigen anderen Blödsinn vom “natürlichen Klimawandel”, dem einzig wahren Glauben oder was weiss ich.

        Immerhin scheinen wir uns einig, das eine “Moderation” notwendig bleibt, weswegen der LZ-Blog wohl das Zeitliche segnete (denke ich).

        mfg

      • Lieber Herr Janowitz,

        ich merke, Sie haben nicht nur mit sondern auch bei dem Gendern Problem. Wozu sollte das Wort Menge gegendert werden? Ich gendere ja auch keinen Sack Reis.
        Mit und ohne gendern gilt der Duden. Beste Lösung ist zumeist das Partizip (Lesende, Mitarbeitende). Und richtig: Für bestimmte Fälle gibt es noch keine kluge Lösung, sondern nur die Umschreibung, vgl. auch https://geschicktgendern.de/
        Sie behaupten, in der Sprachgeschichte hätte sich die Verkürzung von Worten durchgesetzt. Zumindest im Amtsdeutsch ist das nicht geschehen: Samtgemeinderatsprotokollergänzung oder Datenschutzgrundverordnung spiegeln diesen vermeintlichen Trend nicht wider. Hier wird dann gnadenlos abgekürzt, DSGVO und fertig. Bedenklich wird dies, wenn dieses auf „Schülerin oder Schüler“ angewandt wird: SoS weckt andere Assoziationen und wird der Kientel nicht in allen Teilen gerecht. Da ist mir das Gendersternchen lieber. Und wenn es dazu führt, dass das die Ungleichbehandlung der Geschlechter darüber thematisiert wird, umso besser.

        Ihr zweiter Teil ist wieder abenteuerlich, vor allem der Übergang: Gendern als Ursache für Chatboots? Können Chatbots überhaupt gendern? Der gescheiterte Tay zeigt klar, dass wir eben noch nicht in Qualityland angekommen sind, ergo Chatbots noch als solche identifizierbar sind. Verstehe ich Sie richtig, dass sie die sozialen Medien am Liebsten verbieten möchten und nur noch moderierte Beiträge zulassen wollen? Quasi das chinesische Modell?
        Ich möchte wie meine GRÜNE Partei „die Debattenkultur in der Digitale Demokratie stärken. Die Plattformbetreiber stehen auch weiterhin in der Verantwortung Persönlichkeitsrechte, Kommunikationsfreiheiten und Rechte auf Privatheit zu wahren. Betroffene von Hass-Reden und das Vertrauen in die Kommunikation im Netz müssen besser geschützt werden, u.a. durch schnelle wie sorgfältige Löschung von strafbaren Inhalten. Das Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG) wird diesen Herausforderungen in seiner heutigen Form nicht gerecht. Wir wollen demokratische Diskurse, Wahlen und Referenden schützen, intransparente Einflussnahmen zurückdrängen und Gerichte, Beratungsangebote und Medienkompetenz stärken.“ ( https://www.gruene.de/themen/digitalisierung )
        Und an einer Stelle konkretisiert: Ich möchte wissen, nach welchen Algorithmen mir auf facebook und Co. Beiträge angezeigt werden und diese steuern können. In den Anfängen folgte die timeline ganz stur dem, was das Wort verspricht: Alle Beiträge von Menschen und Organisationen, die mich interessieren, wurden in zeitlicher Reihenfolge aufgelistet. Heute bestimmt mein Klickverhalten, was mir angezeigt wird, und zieht mich immer stärker in eine Meinungsblase. Das aber lässt sich ändern, oder – um den Bogen zum Anfang – zu schlagen: Mensch kann das revidieren.

        Herzliche Grüße

      • Andreas Janowitz sagt:

        Herr Poggensee,
        es macht doch gar keinen Sinn?! “Die Menge” kann sowohl aus Männern als auch Frauen bestehen, müsste also “das Meng*innen” lauten?! Wie Sie auf den Sack Reis kommen erschliesst sich mir ausser der sprichwörtlichen Belanglosigkeit (was Sie sicher nicht meinen) nicht?
        Obendrauf würde nurnoch der Plural genutzt, weil man immer von mindesten zwei Personen spräche? Insofern macht “ein Handwerker*in” keinen Sinn? Es ist wie mit dem “einzigsten”?! Genausowenig wie es von “einzig” einen Superlativ geben kann , kann “ein Handwerker” nicht gleichzeitig entweder oder sein. Es ist ein Handwerker oder eine Handwerkerin, aber nicht beides.

        Im Gegensatz zur umständlichen Beamtensprache ist diese Konstruktion inkonsistent und unlogisch und führt zu aberwitzigen Konstruktionen. Würden Sie allen ernstes von “Bürger*innen- und Bürgersteigen” sprechen? Zugegeben “Piloterich” ist eine amüsante Stilblüte, aber mehr eben nicht. Es wird ein Kampf geführt der schon längst vorüber ist. Ein Gedankenrelikt aus einer Zeit, als Frauen kein eigenes Konto führen durften. Pseudofeministisches Schattenboxen aus den 70ern, schlicht weil z.B. für mich “die Ärzte” sowohl der Arzt, als auch die Ärztin beinhaltet. Ist wohl irgendwie eine Generationenfrage, was?

        Es ist der bequeme Weg echten Änderungen aus dem Weg zu gehen- kurz gesagt Energieverschwendung. Energie die m. E. besser in der Kriminalstatistik versenkt gehörte. Einer der gefährlichste Orte für Frauen ist Bundesweit in den eigenen vier Wänden zu finden?
        Anstatt sinnlose Sprachakrobatik aufzuführen sollte, sollten wohl eher solche Tatsachen bemüht werden!
        Anstatt sinnfreie Klagen anszustrengen die verschwendeten Euros an Frauenhäuser spenden…
        Es gäbe m. E. so viele sinnvollere Dinge.

        Sei´s drum, wenn Sie unbedingt wollen, aber erwarten Sie bitte nicht daselbe von jedem, mir widerstrebt es einfach den Zossen von hinten aufzuzäumen.

  8. Niels Webersinn sagt:

    Sehr geehrter Herr Jenckel,

    mit großem Interesse lese ich fast jeden Blog-Beitrag und die nachfolgende Diskussion. Es ist sehr wohltuend wie differenzierend und zumeist zivilisiert und faktenbasiert hier diskutiert wird, ganz im Gegensatz zu Facebook – wo das Niveau schon vor meiner Nichtnutzung ziemlich abgesunken war. Es bietet sich hier auf angenehme Art und Weise die Möglichkeit kommunale Themen ergänzend und vertiefend zur Landeszeitung zu begleiten als stiller Leser und sich, aufgrund der hervorragenden Arbeit von Ihnen und den schreibenden Politikern und Lesern, vertiefend zu informieren.
    Ähnliches ist auch in anderen Städten zu beobachten – ein unabhängiger Blog, journalistisch gelenkt und aufgearbeitet – fördert die Öffentlichkeit und erweitert das Informationsangebot wesentlich (bspw. Die Wiedertäufer – Münster).
    Vor diesem Hintergrund wünsche ich mir als Leser, dass Sie den Blog über 2021 hinaus aktiv halten. Vielleicht gibt es ja Möglichkeiten Unterstützung zu finden, sowohl in der Pflege als auch der beim aktiven Schreiben.

    Ihnen einen guten Start in 2021 – bleiben Sie gesund! Ihr Niels Webersinn

    • jj sagt:

      Lieber Herr Webersinn, vielen Dank für die guten Worte. Auch ich wünsche Ihnen ein gutes 2021. Ihr Hans-Herbert Jenckel

  9. Claus Göpfert sagt:

    Habe den Blog bisher mit großem Interesse verfolgt und fühlte mich bestens informiert und bisweilen auch unterhalten.
    Mein Wunsch: Es geht immer weiter…frei nach Olli Kahn. Frohes neues Jahr, Claus Göpfert

  10. Johann S. Kirsche sagt:

    Lieber Herr Jenckel,

    Sie locken so viele Versuchungen? Sie wollen sich beruflich verändern? Wie wäre es mit Impf-Promoter?

    Dieser Job ist nur etwas für Arbeitnehmer, die schon Erfahrung im Umgang mit schwieriger Klientel haben, also Lehrer in Kaltenmoor, Grünen-Wahlkreiskandidaten im Stadtteil Goseburg-Zeltberg, Callcenter-Agenten der Avacon AG oder eben geschäftsführende Betreiber nachdenklicher Blogs für Lokalpolitik und Stadtkultur. Wenn Sie sich jetzt bereit fühlen für die Next-Level-Challenge, werden Sie doch Öffentlichkeitsarbeiter zugunsten der Corona-Impfkampagne und bewerben Sie sich um die Abordnung in den Südwesten des Landkreises. Dort, in der Heimat der Querdenker-Bewegung, treffen Sie auf Menschen, die sich beim Wort Vakzination abnorme Sexualpraktiken vorstellen und Masern für eine minder gefährliche Art von Sommersprossen halten. Erläutern Sie ihnen, dass die Mikrochips, die mit der Corona-Impfung injiziert werden, bisher lediglich bei einem verschwindend geringen Teil der Versuchspersonen 5G-Allergien ausgelöst haben, und das auch nur, wenn sie weniger als 50 Meter entfernt von einem 5G-Mobilfunkmast wohnen. Widersprechen Sie energisch dem Gerücht, ein langjähriger AfD-Wähler habe nach Erhalt der ersten Dosis begonnen, seine Leserbriefe an die „Junge Freiheit“ zu gendern. Besuchen Sie die selbstverwalteten Domänen der Reichsnährständler um die Oldendorfer Totenstatt, und erklären Sie dort, dass eine Impfpflicht ausschließlich für nicht abschiebbare Lopauwölfe geplant sei. Wenn das nichts hilft, verraten Sie ein Geheimnis: Der erste homöopathische Impfstoff aus der Waldorf-Manufaktur in Wendisch Evern steht kurz vor der Zulassung durch das Rudolf-Steiner-Institut.

  11. Karlheinz Fahrenwaldt sagt:

    Lieber Herr Jenckel, gerade war ich am Überlegen, wieder Kommentare in Ihren Blog zu stellen, da ich das Gefühl hatte, dass sich die Janusköpfige „Leuphana Combo“ aus Ihrem Blog scheinbar verabschiedet hat, die ich im Verdacht habe, meinen Namen für ihre Posts mißbraucht zu haben, da kommen Sie daher und wollen ihn unter fadenscheinigen Vorwänden einstellen! Na dann, Tschüss erstmal und möge die Übung gelingen!

  12. Berni Wiemann sagt:

    Geschätzter Herr Jenckel,
    auch ich würde den jj-blog vermissen. Die beeindruckende Zahl der regelm. Leser verdeutlicht das Interesse an der direkten, persönlichen Auseinandersetzung. Natürlich sind Blog-Kommentare subjektiv, wie unsere eigenen Überzeugungen auch. Aber gerade bei demokratischen Entscheidungsprozessen sollten die politisch legitimierten Entscheider auch kritische Meinungen der betroffenen Bürger und Steuerzahler einbeziehen können. In diesem Sinne habe ich mich über zustimmende Blog-Beiträge gefreut. Aber gerade bei den kritischen Auseinandersetzungen (zuletzt mit Ihnen selbst; https://blog-jj.com/2020/11/20/weltkulturerbe ) konnte ich meine Überzeugung prüfen und ggf. optimieren.
    Bemerkenswert ist, dass die kritikresistenten „Dampfredner“ die offene Blog-Diskussion meiden, aber Blog-Schreiber offen diffamieren und selbst beweisbare Fakten als Fake-News verunglimpfen. Gerade vor demokratischen Wahlen sind kritische Wähler/Kommentare die „Prüfsteine“ für die künftig Verantwortlichen.
    Zum neuen Jahr wünsche ich mir,
    bleiben Sie uns als „Sparringspartner“ erhalten, gesund und munter.

    • jj sagt:

      Lieber Herr Wiemann,
      vielen Dank fürs Lob, das ich gerne zurückgebe.Denn gerade auch durch Ihre Beiträge und Kommentare hat der Blog.jj an Qualität gewonnen. Sie gehören zu den Kommunalpolitikern, die nicht vor lauter Angst, auf eine andere Meinung zu treffen, lieber nur dort etwas schreiben, wo sie keinen Gegenwind fürchten müssen oder zumindest nur reichlich zeitversetzt. Kurzum: im Gestern fest verwurzelt.

      Wir beide haben hier im Blog eine lange Geschichte, die auch noch 2021 fortgesetzt wird, vielleicht erleben wir hier noch eine Arena-Schlussrechnung, eine transparente und umfängliche.
      LG Ihr jj

  13. Helga Dreyer sagt:

    Lieber Herr Jenckel, das können Sie mir doch nicht antun!

    Gerade jetzt, wo wir uns nach einem Tea for Two im Capitol von unserem arrhythmisch getanzten Cha Cha Cha befreit hatten und zum Quickstepp übergehen wollten, machen Sie das Tanzlokal dicht.

    Wie soll ich denn künftig Ihnen, Herrn Berg, Herrn Schätzmüller, Herrn Schulz-Hendel oder Herrn Bruns und allen anderen Brückengegnern, -zweiflern und Ignoranten die wahre Sachlage zur festen Elbquerung auf der Basis von Fakten, nicht von Bauchgefühlen und Mutmaßungen erklären, wenn es den Blog nicht mehr geben wird?

    Ja, wir haben uns in der Vergangenheit so richtig gefetzt und uns gegenseitig nichts geschenkt. Es hat mir aber auch Spaß bereitet, lieber Herr Jenckel, und ich danke Ihnen, dass Sie keinen meiner Kommentare gekürzt oder gar verhindert haben.

    Ich wünsche Ihnen, dass Sie der einen oder anderen Sie lockenden Versuchung nachgeben und das daraus Entstehende zum Erfolg führen werden, denn ich kann und möchte nicht glauben, dass Sie sich freiwillig zur Ruhe setzen.

    Alles Liebe!
    Frau D. von der Elbe / Helga Dreyer

    • jj sagt:

      Liebe Frau Dreyer,
      es ist mir immer ein Vergnügen, von Ihnen zu hören. Und unser Treffen im Capitol war prima. Ob wir beide noch über die Brücke gehen oder doch weiter auf unbetonierte Natur schauen, das zeigt die Zukunft. Ein paar Monate können wir ja noch hier austeilen. Ihnen alles Gute im neuen Jahr ihr Hans-Herbert Jenckel

    • Otto Berg sagt:

      Lieber Herr Jenckel,

      die OB-Wahl wird für Sie allenfalls im Podcast- oder Interview-Format ein Thema, aber “nicht als Kommentar”? Ist denn ein Gespräch mit einem der Kandidaten (w/m) oder einem anderen Meinungsinhaber denkbar, das KEIN Kommentar wäre?

      Und “offen ist, wie lange der Blog noch läuft”, aber “ein paar Monate können wir ja noch hier austeilen”? Die OB-Wahl findet am 12. September 2021 statt. Sind neun Monate mehr oder weniger als “ein paar”?

      Meine Wünsche für Sie:

      Im neuen Jahre Glück und Heil,
      Auf Weh und Wunden gute Salbe!
      Auf groben Klotz ein grober Keil!
      Auf einen Schelmen anderthalbe!

      LG, Otto Berg

      • jj sagt:

        Lieber Herr Berg,
        Kommentar und Interview, das ist ein großer Unterschied. Das Interview gehört generell zu den informierenden Darstellungsformen.
        Und ein genaues Blog-Enddatum habe ich noch nicht festgelegt. Aber 2021 ist es an der Zeit, sich noch mal zu häuten. Lg und noch auf guten Berg-Recherchen und ein besseres 2021 für uns. JJ

    • Otto Berg sagt:

      Lieber Herr Jenckel,

      Sie legen sich fest: »Kommentar und Interview, das ist ein großer Unterschied. Das Interview gehört generell zu den informierenden Darstellungsformen.«

      Ist das so?

      Anders als Sie, glaube ich, dass es keinen PRINZIPIELLEN Unterschied zwischen Kommentaren und anderen journalistischen Ausdrucksformaten gibt, höchstens einen GRADUELLEN.

      Steckt nicht schon in der Auswahl des Interviewpartners zu einem bestimmten Zeitpunkt ein stark subjektives (also kommentierendes) Moment? Im Zusammenhang seines Erscheinens? Gilt nicht dasselbe für die Art der Gesprächsführung? Welche Fragen werden gestellt? Welche nicht? Welche werden beantwortet? Welche nicht? Wo hakt der Interviewende nach? Wo darf der Interviewte seine »Botschaften« platzieren, bestimmte Aussagen bloß variieren oder wiederholen? Etc.

      Würden Sie Interviews, die Sean Hannity von Fox News mit Donald Trump führte, als »informierend« bezeichnen? Die Putin-Interviews von Oliver Stone, über welchen die Süddeutsche Zeitung titelte: „Keine Dokumentation, sondern ein Autokraten-Porno“ (https://www.sueddeutsche.de/medien/the-putin-interviews-auf-sky-keine-dokumentation-sondern-ein-autokraten-porno-1.3539842)? Es gibt aber auch Lüneburger Beispiele, die Ihre These von der primär informierenden Darstellungsform widerlegen. Etwa Ihr in meinen Augen missratenes Althusmann-Video (https://blog-jj.com/2020/02/21/cdu-landeschef-will-keine-neuen-kandidaten-fuer-den-bundesvorsitz-im-wochentakt/) zehn Tage nach der Rücktrittsankündigung der CDU-Bundesvorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer am 10. Februar 2020 als Reaktion auf die CDU-Schmuddelei bei der Wahl des Ministerpräsidenten von Thüringen, das sehr stark nach deplatziertem Gefälligkeitsjournalismus roch — oder manches LuenePost- und LZ-Interview mit Protagonisten von interessierter Seite, das pünktlich am Morgen vor der Anbahnung einer wichtigen Arena-Entscheidung in Kreisausschuss oder Kreistag auf dem Frühstückstisch der teilnehmenden Abgeordneten landete.

      Kurz, IMMER kommt es auf die Haltung, die Voreinstellung und die Absicht des Journalisten an. Die berühmte Bruns’sche Frage »Warum SO und nicht anders?« kann und sollte jeder Medienkonsument sich immer im Hinblick auf den Präsentationszeitpunkt und die Art der Themenbehandlung stellen. Denn die Antwort darauf enthält den Meinungsanteil des Vermittlers und seines Mediums. In diesem Sinne ist JEDER Podcast und JEDES Interview (wie jedes andere redaktionelle »Produkt«) ganz unvermeidlich nie NUR Information, sondern stets AUCH Kommentar.

      Ich nehme an, ich weiß, woher Sie ihr Reinheits-, Ihr Lauterkeitskonzept haben:

      Es stammt vom großen Hajo Friedrichs: »Distanz halten, sich nicht gemein machen mit einer Sache, auch nicht mit einer guten, nicht in öffentliche Betroffenheit versinken, im Umgang mit Katastrophen cool bleiben, ohne kalt zu sein. Nur so schaffst du es, dass die Zuschauer dir vertrauen, dich zu einem Familienmitglied machen, dich jeden Abend einschalten und dir zuhören.« (Das Gespräch führten Jürgen Leinemann und Cordt Schnibben. Es erschien am 27. März 1995 im Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL. Hanns Joachim Friedrichs starb in der darauffolgenden Nacht gegen ein Uhr. DER SPIEGEL13/199, S.113, Sp.3 f.: https://magazin.spiegel.de/EpubDelivery/spiegel/pdf/9176410)

      Aber tatsächlich hat auch Friedrichs in seiner Arbeit jedesmal Position bezogen. Besonders deutlich etwa mit seinen vielgesehenen Natur-Dokumentationen, über die er im selben Interview sagt: »Die Sendung hat eine grüne Botschaft: Wenn der Mensch sich weiter so bemüht, dann kriegt er das auch noch kaputt.« (DER SPIEGEL13/199, S.117, Sp.1)

      Der Mann mit dem so viel zitierten Satz hat sich also selbst mit Sachen »gemein gemacht«!

      Die Hajo Friedrichs-Preisträgerin Anja Reschke hat am 28. November 2018 in ihrer Dankesrede hervorgehoben, es stehe Journalist*innen nicht nur zu, sich mit bestimmten Positionen »gemein zu machen«, es sei geradezu ihre PFLICHT:

      »Ich denke, wir müssen uns gemein machen mit einer Sache. Und zwar mit einer guten. Unserer Verfassung. Wir, die Presse, die öffentlich-rechtlichen Sender im Besonderen, haben einen Auftrag bekommen von den Alliierten nach dem Krieg: Teilhabe an der freien demokratischen Meinungsbildung zu gewährleisten. Mündige Bürger, Deutschland zu einem demokratischen Land zu machen und diese Demokratie zu bewahren. Wo politische Gruppierungen mit Kampagnen, verbalen Entgleisungen und bewussten Grenzüberschreitungen versuchen, unser Grundgesetz anzugreifen. Wo auch Vertreter etablierter Parteien mal einfach so Artikel des Grundgesetzes in Frage stellen oder so tun, als würden sie sie in Frage stellen, weil sie glauben, damit verlorene Wähler zurückgewinnen zu können – da müssen wir uns mit dem Kampf für das Grundgesetz und die Menschenwürde gemein machen.« (https://daserste.ndr.de/panorama/aktuell/Wir-muessen-uns-gemein-machen-mit-unserer-Verfassung,reschke510.html)

      Unkommentierte Informationen »an sich« gibt es nicht. Journalisten (w/m) sind keine Stenografen (w/m), Herr Jenckel. Sie sind nicht primär dazu da, Protokolle zu führen, sondern – wie es Watergate-Legende Carl Bernstein formuliert – »the best obtainable version of the truth« herauszufinden und an die Öffentlichkeit zu bringen. DAS ist eine Sache, mit der Sie (und Ihre Kollegen (w/m)) sich in jedem Fall gemein machen müssen.

      Ihr österreichischer Kollege Armin Wolf hat am 27. Juni 2018 getwittert:

      »Meine polit. Position ist übrigens recht schlicht: Ich bin für Menschenrechte u. dagegen, Menschen gegeneinander aufzuhetzen. Für Fakten u. gegen Unwahrheiten im demokratischen Diskurs. Ansonsten: Skeptisch-interessiert & militant unabhängig.« (https://twitter.com/ArminWolf/status/1011883989634879489)

      Vielleicht finden Sie anmaßend, wenn ich das schreibe, aber für mich ist das eine Charakterisierung des Journalisten Hans-Herbert Jenckel, wie ich ihn sehe und auch weiterhin sehen möchte: Als einen, der sich mit dem Richtigen gemein macht, das auch weiß und weder die Tatsache noch die Maßstäbe seines Urteilens verheimlicht.

      • jj sagt:

        Lieber Herr Berg,
        der Strauß der journalistischen Darstellungsformen reicht von Meldung über Bericht, Feature, Reportage, Report, Analyse und Interview bis hin zu kommentierenden Stilformen wie Glosse, Kommentar oder die großen Formate Editorial oder Leitartikel.

        Das jede Form, auch die berichtenden, letztlich eine subjektive und in Ihren Augen eine kommentierende ist, liegt darin begründet, dass es Menschen sind, Journalisten, die schreiben und noch nicht Text-Roboter. Das kommt aber.

        Und der Spruch von Hajo Friedrichs, der tatsächlich so lautet: „Das hab’ ich in meinen fünf Jahren bei der BBC in London gelernt: Distanz halten, sich nicht gemein machen mit einer Sache, auch nicht mit einer guten, nicht in öffentliche Betroffenheit versinken, im Umgang mit Katastrophen cool bleiben, ohne kalt zu sein. Nur so schaffst du es, daß die Zuschauer dir vertrauen, dich zu einem Familienmitglied machen, dich jeden Abend einschalten und dir zuhören.“, ist ein guter Leitfaden.

        Sie beckmessern und können vermutlich Ihrem eigenen Überanspruch nicht gerecht werden, weil auch Sie eine Haltung haben.
        Lg Ihr jj

      • Otto Berg sagt:

        Lieber Herr Jenckel,

        ich habe eben oben geschrieben, ich glaube NICHT, »dass es einen PRINZIPIELLEN Unterschied zwischen Kommentaren und anderen journalistischen Ausdrucksformaten gibt, höchstens einen GRADUELLEN.« Was ich damit meine, habe ich darunter ausgeführt.

        Insofern ist es witzlos, dass Sie mir entgegnen, auch ich verträte immer einen Standpunkt, schriebe immer mit einer (subjektiven) Haltung aus einer bestimmten Perspektive.

        JA, das mache ich! Und ich mache das mit vollem Bedacht (und großer Lust). Denn das ist unvermeidbar! Zu wissen UND offenzulegen, dass es IMMER einen blinden Fleck gibt, der die Darstellung notwendig mitbestimmt: DAS halte ich für journalistisches Ethos. Damit ist keineswegs der irrlichternden Beliebigkeit, den Grobheiten und der kruden Agitprop, also den Trumpschen »alternative facts« Tür und Tor geöffnet, sondern dem Bewusstsein der eigenen Fehlbarkeit, welches zu besonderer Sorgfalt und handwerklicher Sauberkeit verpflichtet. Worauf es ankommt, ist eben, »weder die Tatsache noch die Maßstäbe seines Urteilens zu verheimlichen«!

        Ein »ÜBERANSPRUCH«, eine Überforderung wäre in meinen Augen gerade der Versuch, dem Friedrichs’schen Neutralitätsgebot unreflektiert zu folgen! Das würde entweder in Schauspielerei oder Infantilismus enden. SCHÄNDLICH aber ist in meinen Augen, dem Publikum unter dem Deckmantel angeblicher Neutralität eine Meinung unterzujubeln!

  14. Tanja Bauschke sagt:

    Sehr geehrter Herr Jenkel,

    ich finde es außerordentlich bedauerlich, wenn der blog eingestellt werden sollte, auch wenn ich Ihre Beweggründe gut nachvollziehen kann. Stellt der blog doch eine einzigartige Plattform dar, sich über die zumeist großen Lokalpolitischen Themen und Akteure kritisch äußern zu können, und in endlosen Recherchen, besonders des Herrn Berg, die andere Seite der Wahrheiten zu erfahren.
    Wie wichtig der blog ist, haben Sie und alle, die die Politik in unserem LK aufmerksam verfolgen, ja erst jüngst durch die Ausführungen des Herrn Kamp in der Kreistagssitzung am 15.12. erfahren!.
    Sie haben immer so viel unverschämt Richtiges und Wichtiges mitgeteilt und Diskussionsanregungen gegeben, dass eben ein Herr Kamp sie gar in die Ecke von fake news zu bringen versuchte. Dabei hätte man oft genug denken könne, hätten die Herren Politiker und einige hohe Verwaltungsakteure mehr in ihrem blog gelesen, hätten sie ihr Gedächtnis nicht verloren oder der Verdrängungsmechanismus wäre mindestens reduziert worden.
    Der blog war immer ein Stück des anderen offenen Lüneburg!
    Im Moment weiß ich nicht, wie er zu ersetzen wäre. Er würde mir und vielen Anderen sehr fehlen.
    Ich danke Ihnen und den kritischen Stimmen, dass sie sich so intensiv mit hohem Fachwissen und letztlich auch Zeitfressend, eingebracht haben.

    Der blog würde fehlen. Vielleicht gibt es ja eine Alternative. Darauf hoffe ich, bevor die alteingesessenen Lüneburger Netzwerke in Politik und Verwaltung an ihren verkrusteten Strukturen weiter dem Zeitgeist hinterherhinken!

    Alles Gute, Ihnen Herr Jenkel und nochmals zolle ich Ihnen meinen allergrössten Respekt vor diesem Machwerk.

    Herzliche Grüße
    Tanja Bauschke
    Mitglied des Kreistags für
    Bündnis 90/Die Grünen

    • jj sagt:

      Liebe Frau Bauschke,
      da werde ich ganz rot. Vielen Dank für die Lobeshymne.

      Und seien Sie versichert, wenn Herr Kamp mit Dreck wirft, bleibt im Gegensatz zum Politikerspruch (da bleibt immer was hängen), so gar nichts hängen. Er agiert halt unglücklich. Es trifft bei ihm eher der Panzerfahrer-Spruch zu, den der damalige Innenminister Heiner Bartling im Landtag mal (zu unrecht) einem sehr erfolgreichen Nachwuchspolitiker an den Kopf geworfen hat: Breit fahren, schmal denken. lg jj

      • Klaus Bruns sagt:

        Lieber Herr Jenckel, da die SPD nur mit Bumerangs wirft und sie tut es nicht allein, bleibt Dreck auch nicht hängen. In der Tat, es würde was fehlen , aber trotzdem, ein gut gemeinter Rat : Wer im Unruhestand lebt, sollte am Ende auch Ruhe finden. Als Opa gibt es lohnendere Aufgaben , als Beratungsresistente, den Spiegel vorzuhalten. Gleichgesinnte zu befriedigen wird eben auf die Dauer auch langweilig, schmunzeln. Passen sie auf sich und den Ihren auf und bleiben sie gesund. Herzl. Grüße P.S. Wie wäre es einen Nachfolger zu präsentieren? Die hiesigen Volksvertreter brauchen eine APO. schmunzeln.

  15. OB sagt:

    Das Jahresende ist kein Ende und kein Anfang, sondern ein Weiterleben mit der Weisheit, die uns die Erfahrung gelehrt hat.
    In diesem Sinne weiter so.. Natürlich ein gesundes neues Jahr und ganz viel Freude.

  16. Rudi Radlos sagt:

    Lieber Herr Jenckel,

    wie ist denn die tickende Zeitbombe der Arena-Vorsteuerproblematik (https://blog-jj.com/2020/11/16/arenaundsteuern/#comment-13473) in Ihrer Statistik weggekommen? Dass Heiko Meyer werbetechnisch von Ihrem Blog profitiert hat, ist ja eine feine Sache. Aber was ist mit den Fakten, zu denen im Detail auch er nicht viel bis überhaupt nichts zu sagen hat?

    Es ist “offen ist, wie lange der Blog noch läuft”?

    Warum?

    Ist schon ein Hauch von “Gegenöffentlichkeit” zu unerträglich für die Damen und Herren, die gerne von “Transparenz” und “Bürgerdialog” schwafeln, solange ihnen niemand die mühsame Ausübung ihrer demokratiefördernden Versprechen und Ankündigungen abverlangt?

    Oder möchten tatsächlich, wie gemunkelt wird, die drei Verlegerfamilien der Landeszeitung für die Lüneburger Heide GmbH (Wiesemann, Bergmann und von Stern) einen der stärksten, weil weit und breit meistbeachteten Äste absägen, auf denen sie sitzen?

    • jj sagt:

      Lieber Herr Radlos,
      in den Top-Ten der Artikel mit mehr als 2000 Seitenabrufen ist die Arena dreimal vertreten, und in deren Kommentaren namentlich geht es häufig um den Vorsteuerabzug. Zuletzt hatte ja das Blog-Phantom Berg dazu doziert.

      Was die Laufzeit des Blogs angeht, da bin ich ganz frei. Aber nichts ist für immer.

      Und munkeln, lieber Radlos, das machen wohl nur Sie. Meine drei Verleger, denen ich sehr, sehr viel zu verdanken habe, vor allem Freiheit, nehmen keinen Einfluss auf den Blog. Und nicht nur in diesem Punkt sind sie Verleger im besten Sinne. lg jj

      • Andreas Janowitz sagt:

        “Zuletzt hatte ja das Blog-Phantom Berg dazu doziert. ”

        Zu den Herren “Berg” habe ich meine eigene Verschwörungsgeschichte: das sind mehrere. Eine Doppelspitze sozusagen. ^^

        Aber… “Ende in Sicht”? Echt jetzt? Es fing doch gerade an Spass zu machen?!

      • jj sagt:

        Das könnte durchaus sein, bei dem Arbeitspensum.

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