Willkommen bei der Avacon in der Mario-Barth-Arena

Fast fertig, aber eben nur fast.

Lüneburg, 16. April 2021

Arena frisst Avacon-Aktien, so, knapp gesagt, sieht Arena-Kritiker, Projektentwickler und Ex-Grünen-Sprecher Ulf Reinhardt in seiner Satire die Eventhalle. Warum? Diese Woche wurde sie erst bei Komiker Mario Barth als probates Beispiel für Steuerverschwendung im Fernsehen gezeigt, dann wurde laut LZ-Chef Marc Rath gegrübelt, ob der erwartete Betriebsverlust durch die Dividende der kreiseigenen Avacon-Aktien aufgefangen werden könnte.  Reinhardt hat das Wort: 

„Mario Barth deckt auf: Seit Mittwochabend hat es nun auch die Lüneburger Arena schon vor der Eröffnung auf die Liste der unterhaltsam dokumentierten Monumente der Steuerverschwendung geschafft. Mario Barth präsentierte gemeinsam mit Reiner Holznagel (Präsident des Bundes der Steuerzahler) seinem Millionenpublikum auf RTL ausgewählte Arena-Pannen:

Über 150% höhere Investitionskosten als geplant, keine ausreichenden Parkplätze, sodass schon vor der Eröffnung für mehr als 50.000 Euro Parkplätze gemietet werden sollten, zusätzlich 100.000 Euro zur Verstärkung von Dachkonstruktionen für die Bühnentechnik des James Blunt, der noch nie in Lüneburg gesehen wurde, sowie eine Photovoltaikanlage auf dem Vordach in der Größe eines Einfamilienhauses, statt einer entsprechenden Nutzung der 3.500 Quadratmeter großen Dachfläche. Die bei der Planung vergessene Barrierefreiheit sorgte ebenso für Kopfschütteln wie die Entschädigungszahlung der 800.000 Euro an die Campus Management GmbH für die Auflösung des Betreibervertrages, um diese anschließend wieder als Beauftragte der landkreiseigenen Betreibergesellschaft einzusetzen.

Arena-Abgründe
Gut, dass Mario Barth nicht noch tiefer in die Abgründe der Arena-Planung vordrang und feststellen musste, wie es so weit kommen konnte:

  • Eine Arena ohne Bedarfsanalyse und Gemeinnutzen, welche von einer kleinen Interessengruppe mittels aggressivem „Täuschen, Tricksen, Tarnen“ zu Lasten der Steuerzahler durchgeboxt wurde.
  • Eine Arena ohne Betreiberkonzept und Gastronomiebetrieb, welcher eben nicht nur coronabedingt unattraktiv ist, sondern auch ohne Pandemie nicht auf das Interesse leistungsfähiger Gastronomen stößt.
  • Eine Arena mit jährlichen Verlusten von 620.000 Euro, welche nun mit Dividenden der landkreiseigenen Avacon-Aktien gedeckt werden sollen.

Nur 620.000 Euro?  Das landkreiseigene Rechnungsprüfungsamt hatte schon 2019 anhand von repräsentativen Vergleichsobjekten 2,7 Millionen Euro Jahresverlust ermittelt, auch unbeteiligte Experten (wie ich) hatten die zu erwartenden Verluste eher auf 2 bis 4,5 Mio. Euro jährlich taxiert.

Gefahr des Totalverlustes
Also ein geniales Konzept von Landrat und Kreisrätin, nun die peinlichen alljährlichen Verlustausgleiche bei der Haushaltsplanung zu vermeiden? Immerhin besteht im Falle eines Einbringens der Avacon-Aktien in die plangemäß dauerdefizitäre Arena-Betriebsgesellschaft im Insolvenzfall sogar das Risiko eines Totalverlustes. Da beim Landkreis jedoch quasi automatisch der Steuerzahler einspringt, eher unwahrscheinlich.

Bleibt trotzdem die Frage: Wie lange kann das denn gutgehen? Da es kein „Mario Barth rechnet nach“ gibt, muss ich mir da selbst mit einer Excel-Tabelle behelfen.

Dabei lege ich ganz konservativ den vom Rechnungsprüfungsamt prognostizierten Jahresverlust von 2,7 Mio. Euro, einen aktuellen Kurswert der landkreiseigenen Avacon-Aktien von 40 Mio. Euro sowie eine stolze Dividendenrendite von 5% zugrunde.

Auf dem Weg zur Null
Ergebnis: Da der Jahresverlust die Dividende schon im ersten Jahr um rund 1,1 Mio. Euro übersteigt, reduziert sich das Aktienkapital fortlaufend jedes Jahr. Zunächst um die 1,1 Mio., dann jedoch immer stärker, denn weniger Aktienkapital bedeutet auch weniger Dividende, so dass sich die jährliche Unterdeckung wie durch ein Wunder von Jahr zu Jahr erhöht. Bis zum Jahr 24, dann ist das Aktienkapital aufgezehrt, Null.

Arena frisst Avacon, also vielleicht doch keine so gute Idee? Das geht übrigens auch ohne dynamische Berechnung mit Excel: Jeder, der schon einmal versucht hat ein (finanzielles) Loch mit etwas zu stopfen, stellt ganz ohne Rechnen fest, dass das Etwas in diesem Loch verschwindet.

Vielleicht auch Landrat und Kreisrätin? Ansonsten bleibt ja noch die Vermarktung der Namensrechte: Nachdem die Sparkasse kein Interesse mehr hat, jetzt vielleicht die Avacon?

Aber hatte Mario Barth analog zu einer nach ihm benannten sinnlosen Steuerverschwendungs-Brücke den Namen nicht schon für sich reklamiert?

Avacon als Namenspate?
Avacon-Arena klingt jedoch besser und ist im doppelten Sinne zutreffend: Die Avacon finanziert den Arenabetrieb auf alle Fälle bis zum Jahr 23 mit Ihrem Aktienkapital und den Dividenden. Gleichzeitig liefert sie mangels ausreichender Photovoltaikanlage auf dem Arena-Dach in dieser Zeit jede Menge Strom. Das ist ein wirtschaftlich schlüssiges Konzept.

Was ab Jahr 24 passiert, braucht keinen heute politisch Verantwortlichen mehr zu interessieren. Bleibt nur zu hoffen, dass die Avacon-Arena nicht mit ihren Initialen in die Annalen eingeht, wenn es in 23 Jahren wieder heißt:

Mario Barth erinnert an historische Momente genialer Steuerverschwendung, heute: Arena fraß Avacon-Aktien.

 

Über jj

Journalist, Dipl.-Kaufmann
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161 Antworten zu Willkommen bei der Avacon in der Mario-Barth-Arena

  1. jj sagt:

    Darum dauert es länger mit der Arena, sagt der Bauherr Landkreis in 👉 PM:

    Eröffnung Arena Lüneburger Land:

    Projektsteuerer erläutert im Kreistag Gründe für Verzögerungen

    (lk/mo) Die Corona-Situation entspannt sich, der Inzidenzwert sinkt und dennoch bremst COVID-19 die Arena Lüneburger Land kurz vor der Zielgeraden aus: Die geplante Eröffnungsfeier am 20. August 2021 muss verschoben werden. Darüber informierte gestern (Donnerstag, 24. Juni 2021) der Projektsteuerer die Mitglieder des Kreistags. „Es gibt mehrere Gründe für die Verzögerungen“, erläuterte Ronald Wittkopf von Reese Baumanagement in der Sitzung. „Baumaterial ist im Zuge der Pandemie knapp geworden, Produktionsketten sind unterbrochen, Lieferzeiten verlängern sich.“ Aus diesem Grund sei es nicht möglich, den ursprünglich angepeilten Termin zu halten.

    Ganz deutlich wird das Problem der knappen Baumaterialien auf dem Außengelände. Hier stehen großflächige Pflasterarbeiten an – unter anderem für die Parkflächen und Zuwege. Notwendig dafür sind auch Winkelstützen – doch genau die fehlen. „Wir können jetzt schon mit Sicherheit sagen, dass auf dem Gelände Ende August kein Pflasterstein liegen wird“, so Ronald Wittkopf. Engpässe gebe es ebenso bei Elektrobauteilen wie Kabeln sowie bei Dämm- und Holzmaterial. „Die Umstände zwingen uns leider, geduldig zu sein“, äußert sich Kreisrätin Sigrid Vossers zu dem aktuellen Stand. „Natürlich setzen wir alles daran, die Prozesse zu beschleunigen. Wann wir aber eröffnen können, hängt von den weiteren Entwicklungen ab.“ Nichtsdestotrotz gibt es beim Bau auch weiter Fortschritte. Aktuell werden Tribünenteile in der großen Halle montiert. In Kürze sollen die Arbeiten für den Sportboden und die Video- und Datentechnik beginnen, außerdem laufen Abstimmungen zu den Möbeln und Ausstattungen.

    Die genehmigten Gesamtkosten inklusive Nebenkosten benennt der Projektsteuerer aktuell mit 23,4 Millionen Euro netto, kündigte gleichzeitig aber mögliche Mehrkosten an: Für unvorhergesehene Posten – Entsorgung belasteten Erdreichs und Abbruch der Baustraße – liegen derzeit Kostenschätzungen in Höhe von rund 400.000 Euro vor. Die Freigabe der dafür zusätzlich erforderlichen Mittel muss noch erfolgen.

    Weitere Details zum Kreistag finden Interessierte unter http://www.landkreis-lueneburg.de/kreistag.

    • Otto Berg sagt:

      Nahrstedt, Krumböhmer und Kamp zufolge hatte der gemeine »Zeitdruck« alles ins Chaos geritten, nun sind’s die üblen »Zeitumstände«, die es laut Böther, Vossers und Kamp schwer machen, das Chaos zu vermeiden. Anonyme böse Mächte eben.

      Wie gut, dass weder kommunale Bauherren noch Projektsteuerer oder Einpeitscher jemals für ihr Tun, Lassen und Quatschen die Verantwortung haben. Das macht im Kreishaus so vieles so viel einfacher als im gewöhnlichen Leben.

      Über den ökonomischen, juristischen und moralischen Widersinn, dass sich hier ein Kommunalverband mit einem aus Steuergeld finanzierten »Eigenbetrieb« in einen direkten wirtschaftlichen Wettbewerb mit seinen Kommunen bzw. deren die Steuern und »Arena«-Subventionen erst erwirtschaftenden Unternehmen begibt (»Kultur«, »Gastro«, »Event« etc.), ist in Lüneburg – außer vielleicht von Herrn Dr. (HSG) Spoun – offenbar noch gar nicht nachgedacht worden.

      • Martin Kessler sagt:

        Doch!

        Der Kreistagsabgeordnete Berni Wiemann weist seit vier Jahren darauf hin, dass die Landkreisverwaltung ihre Steuerschäfchen melkt, um ihnen mit Schafskäse anschließend Konkurrenz zu machen.

        Kannibalisierungseffekt hat Wiemann das genannt.

  2. jj sagt:

    Bisher hatte ich den Anteil der Stadt an der Finanzierung der Arena insgesamt anders in Erinnerung. Wenn ich das jetzt zusammenrechne, komme ich auf 6 Millionen und nicht 4,4.Oder täusche ich mich?
    👇👇👇
    https://blog-jj.com/wp-content/uploads/2021/06/21.pdf

    Und ich muss mich gleich selber korrigieren. Es steigt nur der Betriebskostenzuschuss. Statt 1,5 Mille in 20 Jahren sind es jetzt 2 Mille. Die Differenz beträgt also eine halbe Million Euro.

    • Thilo Mötschler sagt:

      Lena Bergmann, wie die meisten Mitglieder der „Leuphana Combo“, hatte diese Volte des Oberbürgermeisters und seiner Getreuen Ratskadetten hinsichtlich der städtischen Mitfinanzierung der Unglücks-Arena schon im Dezember 2017 angekündigt.

      jj widerstritt ihren Argumenten und brach das Gespräch mit ihr am 10. Dezember 2017 um 15:26 Uhr ab:

      Genau, wir merken uns das. Und wenn es anders kommt, berichten wir. Lg

      Siehe: https://blog-jj.com/2017/12/06/event-halle-auf-treibsand-geplant/#comment-1501

      Da ist wohl nach dreieinhalb Jahren mal eine Entschuldigung fällig!

      • jj sagt:

        Rund sechs Millionen Euro standen, warum auch immer, schon damals hier im Blog. In der Diskussion mit Frau Bergmann ging es vielmehr um die Frage, ob es ein Widerspruch ist: von maximal 40 Prozent städtischem Anteil und auf der anderen Seite von dem städtischen Fixbetrag von damals 1,4 Millionen plus 20 Jahre 150 000 Euro jährlich für Investition plus 75 000 Euro auf 20 Jahre Betreibskostenzuschuss zu schreiben.
        Erhöht hat sich jetzt der Betriebskostenzuschuss, zugleich fällt die Hallenbelegung weg.
        Zu entschuldigen gibt es nichts. Lg jj

  3. jj sagt:

    Jetzt ist es offiziell, die Arena öffnet später. Das meldet heute der Landkreis: Lüneburg als Bauherr:👇👇👇

    Lieferengpässe beim Arena-Bau:
    Eröffnungsfeier verzögert sich

    (lk/mo) Die allgemeinen Lieferengpässe bei Baumaterialien wirken sich auch auf den Zeitplan der Arena Lüneburger Land aus. Seit heute steht fest: Die geplante Eröffnung am 20. August 2021 kann nicht gehalten werden. „Wir haben alle Anstrengungen unternommen, damit wir die Veranstaltungshalle den Menschen im Landkreis Lüneburg pünktlich präsentieren können“, sagt Kreisrätin Sigrid Vossers. „Aufgrund der aktuellen Schwierigkeiten im Baugewerbe müssen wir nun leider noch etwas warten.“ Einen neuen Termin kann sie aktuell noch nicht benennen. „Das hängt von den weiteren Baufortschritten ab, die wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht einschätzen können.“

    Über die zeitliche Verzögerung wird die Politik im Detail bei der Sitzung des Kreistages am kommenden Donnerstag (24. Juni 2021) informiert. Weitere Informationen zur Arena Lüneburger Land gibt es im Internet unter http://www.landkreis-lueneburg.de.

    • Ulf Reinhardt sagt:

      Na, so ein Zufall!

      Nachdem Herr Dr. Buller und Herr Luths mich schon der Hellseherei bezichtigt haben, ist komischerweise wieder genau das eingetreten, was ich schon vor einigen Wochen prognostiziert habe.

      Ein inhaltlicher Kommentar erübrig sich wohl, da mittlerweile wohl der letzte Bürger kapiert hat, was hier gespielt wird.

      • Peter Luths sagt:

        Nein, Herr Reinhardt, Hellseherei habe ich Ihnen nicht zugeschrieben. Und bezichtigt schon gar nicht.

        „Was hier gespielt wird“? Soll damit Absicht suggeriert werden? Klingt ja fast schon verschwörungstheoretisch …

      • Otto Berg sagt:

        Es war das bauchfühlende Ochtmisser Medium Jens Kiesel, das Sie als zukunftsschlauen Spökenkieker bezeichnet hat, Herr Reinhardt: https://blog-jj.com/2021/04/16/willkommen-bei-der-avacon-in-der-mario-barth-arena/#comment-14594

        Gespielt wird – „kommunikativ“ – allerdings mit gezinkten Karten, lieber Herr Luths. Eine vollständige Vorsteuerabzugsberechtigung für die Arena-Bauphase wird es, anders als Frau Vossers immer noch behauptet, NICHT geben, die Übertragung der Avacon-Aktien auf die Arena Spielbetriebsgesellschaft mbH & Co.KG bringt dem LK steuerlich KEINE Vorteile, die Baukosten der Gruppen 100 bis 800 liegen bereits über 30 Millionen Euro und schon am 30. April stand fest, was jetzt als Überraschung präsentiert wird: https://blog-jj.com/2021/04/16/willkommen-bei-der-avacon-in-der-mario-barth-arena/#comment-14592

        Das alles wird „man“ den „Menschen im Landkreis Lüneburg“ – sicher gleich nach den Kommunal- und Bundestagswahlen – „pünktlich präsentieren können“.

      • Ulf Reinhardt sagt:

        Nein Herr Luths, die nun nicht in Sicht kommende Fertigstellung sowie die weiter steigenden Baukosten werden sicherlich nicht durch Vorsatz verursacht und haben auch nichts mit Verschwörungstheorien zu tun.

        Anders ist es bei dem gewohnten Arena-Umgang mit bekannten Fakten, also dem „Täuschen, Tricksen, Tarnen“.

        Anstatt spätestens nach der Feststellung, dass man keine fertige Planung und Ausschreibung in der Tasche hat, einzugestehen, dass das Projekt komplett versemmelt wurde und von nun an weder zu den Baukosten noch zu dem Fertigstellungstermin irgendwelche seriöse Aussagen gemacht werden können, haben die Verantwortlichen dem Kreistag und der Öffentlichkeit immer wieder vorgetäuscht, nun laufe alles im Plan (in welchem denn?) und es bestünde Kostensicherheit.

        Dieses unehrliche Agieren, welches maßgeblich zur Politikverdrossenheit (auch meiner eigenen) beträgt, kritisiere ich.

        Können Sie das nicht nachvollziehen?

      • Thomas Buller sagt:

        Da der Haushalt des Landkreises ja mit der Stadt München mithalten kann , mach ich mir um die Arenafinanzierung keine Sorgen mehr.

      • Daniel Hanauske sagt:

        Häh?

        Der Haushalt des Lankreises Lüneburg kann mit dem der bayerischen Landeshauptstadt mithalten?

        Im Hinblick worauf? Wie ist dieser Witz zu verstehen?

    • Jens Kiesel sagt:

      Die verspätete Öffnung der Halle ist bedauerlich, hatte ich mich doch schon auf spannende Spiele der Handball Bundesliga gefreut. Aber vielleicht klappt das ja noch, die Halle in Hamburg wird ja wohl noch einige Zeit nicht zur Verfügung stehen.

      • Florian Grunau sagt:

        Hamburg hat 25 mal so viele Einwohner wie Lüneburg. Wo sollen die alle parken, wenn nur der zehnte Teil von denen mit dem eigenen Lastenrad zum Zuschauen anreist?

      • Jens Kiesel sagt:

        Florian Grunau, die werden es genau so machen wie ich, mit Bus und Bahn.

      • Florian Grunau sagt:

        Alle 185.000, Herr Kiesel?

        Hamburg ist laut Wikipedia mit rund 1,85 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt Deutschlands. Der zehnte Teil von denen wären 185.000 Besucher. Mehr als der Landkreis Lüneburg Menschen hat.

  4. jj sagt:

    Die Arena wird später fertig und noch teurer. 400,000 Euro kommen obendrauf. Der Landkreis Lüneburg als Bauherr hat dazu eine Presseerklärung abgeschickt. Schön zu lesen, vor allem der Satz: „Neben der leichten Abweichung vom Zeitplan kommt es auch zu unvorhergesehenen Mehrkosten….“:

    Arenabau im Endspurt: Leichte Verzögerung wegen Materialkosten und Lieferzeiten

    (lk/la) Der Bau der Arena Lüneburger Land befindet sich auf der Zielgeraden. Gestern (16. Juni 2021) erhielten die Mitglieder des Ausschusses für Hochbau einen Zwischenbericht über den baulichen Fortschritt beim Großprojekt. Weite Teile der Veranstaltungshalle sind bereits fertiggestellt. Dennoch kann die Übergabe an den Landkreis Lüneburg als Bauherren wohl nicht zum 31. Juli 2021 erfolgen. Grund dafür sind hauptsächlich Verzögerungen beim Bau durch verlängerte Lieferzeiten für benötigtes Material.

    Der Hochbau ist so gut wie abgeschlossen, lediglich einige letzte Fassadenarbeiten stehen noch an. Im Innenbereich werden aktuell Tribünenteile montiert und Fliesen angebracht, die Lampen im Gebäude sind bereits installiert. An einigen Stellen sind hier aber noch weitere Arbeiten notwendig, die sich jedoch nach jetzigem Stand Corona-bedingt verzögern. Dies betrifft ebenfalls die Außenanlagen. Der Grund: Aktuell sorgt die Pandemie für verlängerte Lieferzeiten bei Produkten wie Holz, Winkelstützen und Dämmmaterial. Zusätzlich steigen viele Materialkosten. Projektsteuerer REESE Baumanagement rechnet aus diesem Grund mit vier bis acht Wochen Verzögerung für den gesamten Bauprozess. Ob es beim geplanten Übergabetermin der Arena an den Landkreis Lüneburg Ende Juli bleibt, ist dementsprechend fraglich. Für die anstehende Eröffnung am 20. August 2021 sind die Kreisverwaltung und der Projektsteuerer aktuell in Gesprächen mit der Campus Management GmbH, die als Dienstleister bereits vor einigen Monaten ein erstes Veranstaltungskonzept für die Veranstaltungshalle präsentiert hat.

    Neben der leichten Abweichung vom Zeitplan kommt es auch zu unvorhergesehenen Mehrkosten beim Großprojekt. Nach ersten Schätzungen muss der Landkreis rund 400.000 Euro investieren, um Bodenaushub und Material der angelegten Baustraße zu entfernen, die sich aktuell noch auf dem Grundstück befinden. Beim Bodenaushub war ursprünglich angedacht, diesen auf dem Gelände zu verbauen. Das ist nach einem neuen Gutachten nicht mehr möglich. Da der Boden mit Schadstoffen belastet ist, muss er entsorgt werden.

  5. jj sagt:

    Diese Pressemitteilung hat der Landkreis Lüneburg als Arena-Bauherr heute verschickt:

    Exklusive Einblicke in die Arena:
    Baustellen-Besichtigung per Video

    (lk/ho) Erstmals den Innenraum der Arena Lüneburger Land erleben – das können Bürgerinnen und Bürger ab sofort übers Internet: In einem knapp fünfminütigen Video stellt der Landkreis Lüneburg die Baustelle und ihren aktuellen Stand vor. Am vergangenen Freitag (21. Mai 2021) waren Landrat Jens Böther, Kreisrätin Sigrid Vossers und Gereon Raab, Geschäftsführer von Reese Baumanagement, zum Dreh und zur Besichtigung vor Ort. Nun ist das Video unter http://www.landkreis-lueneburg.de/arena für alle abrufbar.

    Alle drei Etagen der Halle sind bereits begehbar, ein Blick von den Rängen auf das künftige Spielfeld und Halleninnere verspricht stimmungsvolle Erlebnisse – ob Kultur oder Spitzensport. „In wenigen Wochen ist die Eröffnungsfeier geplant“, sagt Landrat Jens Böther. „Mit dem Video wollen wir ein Stück Vorfreude wecken und Lust machen auf einen Besuch in der Arena.“ Gemeinsam mit Projektsteuerer Gereon Raab überzeugten sich Landrat und Kreisrätin vom Baufortschritt: „Aktuell schaffen Handwerker wie Fliesenleger und Maler hier die Qualitäten, die Gäste künftig wahrnehmen werden“, so der Geschäftsführer von Reese Baumanagement. Elektrofirmen ziehen währenddessen fleißig Strippen für Beleuchtung und Veranstaltungstechnik, Trockenbauer arbeiten am Innenausbau, Techniker an der Lüftungsanlage. Darunter seien genauso Unternehmen aus dem Landkreis Lüneburg und der Metropolregion Hamburg wie aus dem europäischen Ausland, so der Geschäftsführer.

    Im Hintergrund laufen die Planungen für die ersten Veranstaltungen und das Ticketsystem, organisiert von der künftigen Betreiberin Campus Management GmbH. Die Angebote für den Gastronomiebetrieb liegen seit heute Mittag (28. Mai 2021) vor und werden in Kürze ausgewertet. Die Arena Lüneburger Land GmbH & Co. KG als Tochtergesellschaft des Landkreises sucht zudem einen Namensgeber für die Halle: „Wir haben schon zahlreiche Interessenten und gehen nun in die endgültigen Verhandlungen“, erläutert Geschäftsführerin Sigrid Vossers. „Schon jetzt finde ich die Arena mehr als beeindruckend“, sagt Landrat Jens Böther. „Wie spannend wird es erst sein, wenn sich die Halle demnächst mit Leben füllt – auch deswegen freue ich mich auf die Eröffnung.“ Klar ist jetzt schon: Es soll für viele Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit geben, an der Eröffnungsfeier teilzunehmen.

    Mehr Informationen zur Arena und das Video gibt es im Internet unter http://www.landkreis-lueneburg.de/arena.

  6. Thomas Buller sagt:

    Da muss ich insofern widersprechen lieber Herr Reinhard , dass eben genau die auch zu recht kritisierten Kostensteigerungen bereits aufgerufen waren, bevor das Projektmanagement hinzugezogen wurde.
    Reese hatte bereits 2019 nach den deren erster Einschätzung eine Fertigstellung für 2021 in Aussicht gestellt für einen Kostenrahmen von ca. 23 Millionen.
    https://www.landeszeitung.de/lokales/26717-arena-2/
    Die steuerliche Einschätzung ist nicht Aufgabe der Projektplaner , sondern des Bauherren. Die Projektplaner in der Weise zu kritisieren , wie Sie es hier vorgetragen haben ist schlichtweg unredlich.
    Grüne und Linke hätten doch von Anfang ganz klar sagen können, dass sie keine Arena wollen, anstatt am Verfahren Kritik zu üben.Offensichtlich hatte man Probleme mit einer klaren Positionierung. Das meine diesbezügliche Behauptung unwidersprochen blieb , ist der beste Beleg dafür.

    • Otto Berg sagt:

      Lieber Herr Dr. Buller,

      ALLES, was die „Arena“ angeht, ist in der Verantwortung des Bauherren, ist also „seine Sache“. Das „Projekt“ insgesamt genauso wie dessen „steuerliche Einschätzung“ und die „Projektplanung“, aber auch die korrekte, vollständige und rechtzeitige Information der demokratisch legitimierten Gremien.

      Warum möchten Sie diese Tatsache verwirren und aus einem Verwaltungs- und Kreistagsversagen eine parteipolitische Rangelei machen?

      Das „Arena“-Fiasko steht für Dreistigkeit, Dummheit, Unaufrichtigkeit, Kumpanei, Gefälligkeiten und Pflichtvergessenheit. Es ist ein Lüneburger Phänomen und beileibe keine Spezialität ideologischer Orientierung.

      Es geht bei der „Arena“ darum, was der hanseatische Kaufmann Hans Castorp vor hundert Jahren „Usancen“ genannt hätte, was ich jedoch, obwohl der deutsche Gesetzgeber den Begriff weder definiert noch im Strafrecht benutzt, als „Korruption“ bezeichnen würde, als „verderbte Praktiken“, die haarscharf am Rande der Strafbarkeit balancieren.

    • Ulf Reinhardt sagt:

      Da muss ich ebenfalls widersprechen, lieber Herr Buller.

      Richtig ist, dass Reese sich zu Beginn der Tätigkeit auf den Kostenrahmen von 23 Mio. hat verpflichten lassen. Dieser ist jedoch selbst ohne die 3 Mio. Umsatzsteuer schon lange gerissen, ohne dass dies jedoch öffentlich eingestanden wird. Genau darauf werden Sie mich wahrscheinlich gleich verweisen und die Kostensteigerungen als Spekulationen bezeichnen.

      Lassen Sie doch einfach mal einen Ihrer Kreistagskollegen eine Anfrage stellen, wieviel unstrittige Schlussrechnungen bereits vorliegen und wie hoch deren Abweichungen von der ursprünglichen Auftragssumme ist.

      Hier die vorweggenommene Antwort: Keine und die Abweichungen insbesondere beim Rohbau und der Haustechnik sind enorm.

      Aber das werden Sie in bester Libeskindbau-Manier bis zum Schluss bestreiten, eben so lange, wie man das nicht offenlegen muss. In der Hoffnung, wenn zwei Jahre nach der Fertigstellung sämtliche (strittige) Schlussrechnungen vorliegen, wird alles vergessen sein.

      Warum machen Sie sich eigentlich dieses Täuschen. Tricksen und Tarnen bis zum bitteren Ende zu eigen?

      Im Übrigen spreche ich hier weder für Grüne noch für Linke sondern gebe meine persönlichen Einschätzungen aus fachlicher Sicht wieder,

  7. Ulf Reinhardt sagt:

    Hallo Herr Buller,

    das was Sie da beschreiben, ist fern jeder Realität. Die beschriebenen Probleme mit massiven Verzögerungen und Kostenerhöhungen spielten sich zumindest bis vor wenigen Wochen komischerweise fast ausschließlich auf öffentlichen Baustellen ab.

    Was haben die aktuell wirklich alle betreffenden massiven Preiserhöhungen von Baumaterialien mit der Arena zu tun, für welche den Präsentationen der Fa. Reese zu Folge mehr als 80% der Bauaufträge schon im letzten Jahr vergeben wurden? Wurden hier völlig unnötige Preisgleitklauseln vereinbart?

    Haben Sie sich auch schon einmal gefragt, warum ein öffentlicher Bauherr im Falle der Arena einfach drauflos baut anstatt wie ein privater Bauherr zunächst sämtliche Gewerke zu planen, auszuschreiben und zu vergeben? Entsprechend hätte für die Arena schon bei Baubeginn im Jahr 2019 Kostensicherheit bestehe müssen.

    Die massiven Kostensteigerungen beruhen auf unzureichenden Planungen, Fehlplanungen in den Bereichen Barrierefreiheit und Brandschutz sowie in Folge fehlerhaften Ausschreibungen und Vergaben sowie auf Nachträgen für Verzögerungen..

    Verantwortlich hierfür sind diejenigen, die trotz den o.g. Umständen den Bau begonnen und immer weiter vorangetrieben haben, ohne die Planungen, Ausschreibungen und Vergaben zunächst abzuschließen.

    Leider sind die von mir aufgezeigten Prognosen schon heute fast Realität, da sämtliche Voraussetzungen für positive Zukunftsszenarien fehlen.

    Das Projekt dennoch auf Kosten der Steuerzahler weiter voranzutreiben, ist in hohem Maße unverantwortlich und hilft nur einem:

    Ihrer SVG, die nun endlich ihr Volleyball Eldorado eröffnen will.

  8. Thomas Buller sagt:

    Keine Frage die Arena wird teuer und niemand in dem Blog bestreitet das ernsthaft. Die Projektsteuerer allerdings als „verkaufsorientierter willfähriger Erfüllungsgehilfe einer fortwährend die Steuerzahler bewusst täuschenden Verwaltung“ zu bezeichnen, zeigt einmal mehr ,dass es im Kern der Kritik nicht in erster Linie um Sachlichkeit geht , sondern schlichtweg um Diskreditierung. Die Dienstleister von Reese machen hier einfach nur ihren Job, der darin besteht , die Abläufe zu überwachen, Rechnungen zu prüfen und die Kostenentwicklung im Auge zu behalten. Die hier avisierten Mehrkosten sind keineswegs Arena-projektspezifisch ,sondern betreffen zur Zeit jedes größere Bauprojekt durch enorme Kostensteigerungen insbesondere der Baumaterialien. Ebenfalls ist es keineswegs ein Einzelfall dass bei komplexen Bauprojekten ein Gewerbe ausfällt und dafür entsprechend kurzfristig Ersatz organisiert werden muss um die zeitliche Planung nicht zu gefährden.
    Diese Probleme sind keineswegs Arenaspezifisch, wie hier suggeriert werden soll, sondern treten auch bei anderen Großbaustellen auf. Ähnliche Beispiele ließen sich auch bei Salü oder beim Klinikum finden und führen leider auch zu entsprechenden Kostensteigerungen.
    Dass quasi mit jedem Blogbeitrag von Herrn Reinhard die avisiert und hochgerechneten Kosten um 10 % steigen ,ist ein weiteres Beleg dafür ,dass es hier weniger um sachliche Kritik geht, sondern vor allem die vorliegenden Fakten einseitig zu interpretieren, selbst wenn diese ganz offenkundig andere Ursachen haben als die der Projektsteuerung.
    Es steht außer Frage ,dass man mit dem seinerzeit avisiertes PPP Modell die Arena hätte preiswerter bauen können und diese auch sehr viel früher in Betrieb hätte nehmen können. Allein diese Tatsache hätte vermutlich schon viel Geld gespart. Grüne und Linke haben aber seinerzeit keinen Zweifel daran gelassen, dass sie dieses Finanzierungsmodell ablehnten, auch wenn sie es nicht „kippen“ konnten ,da ihnen ja hierfür auch die entsprechenden Mehrheiten fehlten.
    Grund dafür war vor allem , dass sie einfach keine Arena wollten, gleichgültig wie auch immer finanziert, egal an welchem Standort und mit welchem Angebot mit oder ohne Parkplätze.
    Der positive kulturelle Gestaltungsentwurf der Grünen lässt sich mit „ es ist doch alles ganz schön so wie es ist“ simpel zusammenfassen.
    https://blog-jj.com/2021/04/16/willkommen-bei-der-avacon-in-der-mario-barth-arena/#comment-14523

    Und die hier abgegeben Ausblicke in die Arenazukunft bleiben zunächst nichts weiter als Mutmaßungen und sollten auch als solche betrachtet werden.

    • Hedwig Fehrmann sagt:

      Die gewaltigsten Preissprünge gab es schon 2018: Von 9,6 auf angeblich 19,4 Mio Euro, in Wirklichkeit aber auf 22,5 Mio Euro. Und das innerhalb von 6 Monaten! Und zwar einen Monat VOR Baubeginn! Und 15 Monate VOR offiziellem Pandemiebeginn in Deutschland.

    • Ulrich Blanck sagt:

      Im Bericht des Rechnungsprüfungsamtes liest es sich dann doch anders:

      „Nachdem der EKR, die Leiter der Fachdienste 34 (Recht und Kommunales) und 36 (RPA) Bedenken gegen das PPP – Modell geäußert hatten, wurde entschieden, das Projekt zu übernehmen. Auf das Protokoll zur Sitzungsvorlage 2016/316 wird verwiesen.“

      Scheint so, als ob Grüne und Linke schlicht besser informiert waren was rechtlich zulässig ist und wo das reine Wunschdenken anfängt. Auch das Rechnungsprüfungsamt kommt übrigens zu einem anderen Schluss was die maßgebliche Ursache der Kostensteigerungen angeht:

      „Das Projekt sollte von Beginn an möglichst schnell fertig gestellt werden. Viele Entscheidungen wurden, allein schon wegen des öffentlichen Drucks, unter Zeitdruck gefällt. Im Nachhinein betrachtet wäre spätestens mit dem Wechsel von einer Sporthalle zur Eventhalle eine Unterbrechung sinnvoll gewesen, um insbesondere unter planerischen Gesichtspunkten diesen Wechsel nachzuvollziehen. Spätestens zu diesem Zeitpunkt hätte eine konkrete Festlegung des Leistungsumfanges erfolgen müssen. Der gewählte Weg der „Umplanung im laufenden Verfahren“ hat nach Einschätzung des Rechnungsprüfungsamtes maßgeblich zur Verschärfung der Situation beigetragen.“

      https://www.landkreis-lueneburg.de/Portaldata/42/Resources/politik_und_verwaltung/aktuelles/sport-_und_veranstaltungshalle/Pruefungsbericht_v._5.8.2019_anonymisierte_Fassung.pdf

    • Sehr geehrter Herr Buller,

      es scheint das Narrativ Ihrer Merzgeprägten CDU Lüneburg zu sein, zu behaupten, dass mit einem PPP-Projekt alles viel besser gelaufen wäre. Einen Nachweis werden Sie dafür nicht führen können. Aber drehen wir es doch einmal um: Bitte nennen Sie mir ein PPP-Projekt in Niedersachsen, bei dem die Steuerzahler:in am Ende nicht draufgezahlt hat und oft noch draufzahlt.

      Dass Lesen – weit vor Abschluss eines PPP-Vertrags – bildend wirkend kann, sei mit Verweis auf
      https://www.blaetter.de/ausgabe/2010/februar/public-private-partnership-die-pluenderung-des-staates angeführt. In den Berichten des Bundes für Steuerzahler finden sich seit Jahr(zehnt)en ähnliche Hinweise. Woher nehmen Sie den auch immer wieder von Ihrem Herrn Schwacke (Slogan „Sachliche Leidenschaft, Verantwortungsgefühl und ein distanziertes Augenmaß“) geäußerten Glauben, dass mit einem PPP-Partner Salier o.ä. ausgerechnet in Lüneburg eine Win-Win-Situation entstanden wäre? Herr Salier, wie alle anderen Unternehmer, ist kein altruistischer Wohltäter, sondern will Geld verdienen. Und damit preist das zweite P des PPP natürlich dieses Ansinnen in jeden Vertrag ein. Das ist auch legitim. Es rechtfertigt aber nicht die indirekte Förderung von Unternehmen durch die öffentliche Hand, die hier in der Verantwortung steht. Wenn „eine Hand die andere wäscht“, sollten beide beim nächsten Waschgang noch genug Seife haben.

      Ihre Versuche propagandistischer Legendenbildung erinnern mich an die intellektuellen Zeiten, als die Salzsau noch durch Lüneburg streifte. Verzeihen Sie, aber Ihre Position reiht sich einfach so wunderbar ein in eine CDU, die vorgibt, den Mittelstand zu fördern und tatsächlich die Großfinanz mit ihren Aktienkonzernen hemmungslos protegiert. Und da passt ihre weitere Märchenstunde, die GRÜNEN wären von Anfang an gegen eine Halle gewesen, ganz großartig dazu. Mitnichten stimmt das, das wissen Sie sehr genau. Meine Skepsis entstand nach Festlegung des Standorts und der Mutation zur eierlegenden Wollmilchhalle ohne zeitlich vertretbar erreichbare Aborte.

      Kehren Sie bitte anders als manch Maskenhehler vom 11. Gebot („Du sollst dich nicht erwischen lassen.“) zurück zum achten. Durch ständige Wiederholungen werden Ihre Behauptungen nicht wahrer.

      Mit freundlichen Grüßen

      • Thomas Buller sagt:

        Sehr geehrter Herr Poggensee,

        Sie haben natürlich recht, dass kann ich nicht wissen. Ich folge nur der Kritik des Rechnungsprüfungsamtes , die ebenfalls den Wechsel von einem PPP finanzierten Projekt zu einem Bau in Eigenregie kritisiert haben. Man hat nicht einmal versucht einen anderen Inverstor zu finden. Allein hierdurch entstanden schon Mehrkosten und dieser Entschluss wurde in einem sehr kleinen Kreis gefällt. Die Legitimierung des Kreistages erfolgte erst später.
        Da der Blog hier voller Vermutungen und Mutmaßungen ist, habe ich mir ebenfalls erlaubt auch mal zu mutmaßen, dass bei der ursprünglichen Planung die Arena weniger (Steuer)geld gekostet hätte.
        Und was sie über die CDU und die GRÜNEN schreiben, da halte ich mich jetzt mal zurück ,sonst wirft mir Herr Berg wieder parteipolitische Rangelei vor.

        Mit freundlichen Grüßen

      • Peter Luths sagt:

        Lieber Thomas, lieber Herr Berg, sehr geehrte Damen und Herren Poggensee, Reinhardt, Salzstadt etc.,

        alle Positionen dürften ausgetauscht worden sein, alle Manki benannt, alle Chancen erwähnt.

        Z.T. mit dankenswerter Sachkunde und erhellenden Hintergründen und Perspektiven, aber ebenso z.T. mit erschreckender Ignoranz und ohne die wünschenswerte Verschämtheit im Umgang mit anderen Bewertungen und Schwerpunkten.

        Mich betrübt das und ich wünsche mir das anders.

        Erfreuen wir uns an der Meinungspluralität, die die Qualität eines solchen Blogs ausmachen könnte.

        Freundlicher Gruß, PL

      • Verstanden, lieber Peter!

        Wenn Du Dir das neue Kreishaus-Video zur Arena anschaust, dann würdest Du demnach wohl auch sagen, darin (➝

        ist von Sigrid, Gereon und Jens „mit erschreckender Ignoranz und ohne die wünschenswerte Verschämtheit im Umgang mit anderen Bewertungen und Schwerpunkten“ gelobhudelt worden. Oder?

  9. Ulf Reinhardt sagt:

    Sehr geehrter Herr Berg,

    wenn ich feststelle, dass die 30 Millionen-Grenze bereits gerissen wurde, meine ich nicht, dass die Arena 30,1 Millionen kosten wird. Bei den aktuell vielen offenen Fragen, so hat meines Wissens noch nicht eine einzige baubeteiligte Firma ihre unstrittige Schlussrechnung vorgelegt, können es genauso gut 32 oder auch 35 Millionen werden.

    An dem Widerspruch, dass Reese einerseits, wie von Ihnen aufgelistet, auf sämtliche Risiken aufmerksam macht, andererseits jedoch immer wieder bekräftigt, im Budgetrahmen zu liegen, wird deutlich, dass Reese hier nicht als fachlich orientierter Dienstleister, sondern vielmehr als verkaufsorientierter willfähriger Erfüllungsgehilfe einer fortwährend die Steuerzahler bewusst täuschenden Verwaltung handelt. Dass sich jedoch fast sämtliche Mitglieder des Bauausschusses ohne massive Proteste zu nichts tuenden Mitwissern machen lassen, ist erschreckend.

    Die von der Stadt (zugesagte?) Brücke wird es in den nächsten Jahren nicht geben. Konkrete Planungen und somit auch Kosten sind zumindest nicht bekannt.

    Die Baukosten für die 500 Parkplätze auf dem Areal der Roy Robson Logistik GmbH Co. KG von rund einer halben Million übernimmt ganz sicher der Landkreis, da der Vermieter nach meinen Informationen diese nicht trägt.

    Dass durch den auf dem Gelände gelagerten kontaminierten Bodenaushub Nutzungseinschränkungen oder Gesundheitsgefährdungen ausgehen, halte ich für sehr unwahrscheinlich. Sehr wahrscheinlich werden jedoch Entsorgungskosten in sechsstelliger Höhe entstehen. Und warum stellt sich die Frage erst jetzt über ein Jahr nach Abschluss der Erdarbeiten? Üblicherweise wird Bodenaushub direkt während der Erdarbeiten untersucht, klassifiziert und bei Kontaminationen fachgerecht und teuer entsorgt. Hier wollte man die Kosten offenbar bis heute bewusst nicht kennen und hat den Bodenaushub einfach auf dem Gelände zwischengelagert. Also eine klassische „Leiche im Keller“.

    Ein Bodengutachten zur Versickerungsfähigkeit muss jeder Bauherr schon deshalb vor Baubeginn erstellen, weil er im Rahmen des Bauantrages eine wasserrechtliche Genehmigung beantragen muss, mit welcher er die vollständige Versickerung auf dem Grundstück nachweist. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dies nicht geschehen ist. Wahrscheinlicher ist, dass nicht flächendeckend Bohrkerne entnommen wurden, oder durch das nachträgliche Einbringen von nicht geeigneten Materialien z.B. in den Unterbau der Baustraßen, die Versickerungsfähigkeit nachteilig verändert wurde.

    Das ist jedoch alles lösbar, kostet einfach nur wieder viel Zeit und Geld.

    Weiter frage ich mich: Kann es sein, dass man die Tanks für die automatische Feuerlöschanlage in der Halle ganz vergessen hat, aus denen im Notfall nach der Aktivierung der Alarmventilstationen und dem Starten der Pumpen das Löschwasser an die dafür vorgesehenen Sprinklerköpfe gepresst werden müsste? Dies würde eine kurzfristige Inbetriebnahme unmöglich machen.

    Zusammenfassend meine Kurzfristprognose zu den aktuell offenen Themen:

     Die Arena wird nicht wie angekündigt im August 2021 eröffnet werden.
     Die Baukosten der Arena werden nicht wie angekündigt 23 Mio. betragen, sondern zwischen 31 und 35 Millionen Euro liegen. Hierfür wird ein Nachtragshaushalt notwendig werden.
     Es wird keinen Sponsor für die Namensrechte geben, der annährend 150 TEUR pro Jahr für ein ruiniertes Image auf den Tisch legt.
     Es wird keinen einzigen Bewerber für den Gastronomiebetrieb geben. Dieser wird gegen Kostensicherheit im Notbetrieb auf Bratwurst-Niveau von der Campus Management GmbH aufgenommen werden.

    Na dann, schöne Pfingsten!

    • Jens Kiesel sagt:

      Während wir „normalen“ Menschen leider nicht in die Zukunft sehen können, meint Herr Reinhardt die übermenschliche Gabe zu besitzen, die Zukunft mit einer exakten Kurzfristprognose schon voraus sehen zu können. Das belegt er dann mit Vermutungen wie …..so hat meines Wissens…..übernimmt ganz sicher…..halte ich für wahrscheinlich…. ich kann mir nicht vorstellen…..wahrscheinlicher ist….. und mit vielen anderen Voraussagen. Aber es sind eben nur Vermutungen und somit muss auch Herr Reinhardt genauso die Zukunft abwarten wie alle andere Menschen auch. Ich halte z.B. eine andere Zukunftsprognose für möglich : Die Arena entwickelt sich zu einem überregionalen Publikumsmagneten, bereichert Wirtschaft, Sport, Kultur und ist jeden Cent seiner Baukosten wert.

      • Otto Berg sagt:

        „Die Arena entwickelt sich zu einem überregionalen Publikumsmagneten, bereichert Wirtschaft, Sport, Kultur und ist jeden Cent seiner Baukosten wert“?

        Wie kommen Sie zu dieser Annahme?

        Ihre Worte, lieber Herr Kiesel, wiederholen den anhaltslosen, seit fünf Jahren abgespulten Spökenkieker-Singsang NICHT der „normalen“ Menschen, SONDERN der leichtfertig aasenden Überheblichkeit, die 2016 darauf verzichtet hat, eine professionelle Bedarfsanalyse zu beauftragen, und entschieden hat, lieber auf die prognostische Qualität ihrer Urinwerte zu vertrauen, als es darum ging zuerst 9 Mio € (2016), dann 12 Mio €, 14,6 Mio €, 19,4 Mio € (Dreisprung 2018), in Wirklichkeit aber 25,4 Mio € (2019) und derzeit (angeblich) 27,6 Mio € (wahrscheinlich jedoch weit über 30 Mio €) FREMDEN GELDES für „ein Projekt“ ins Feuer zu halten, das der öffentlichen „Daseinsvorsorge“ für zwei gewitzte Privatunternehmer aus dem Unterhaltungsbusiness dient, aber von Menschen (Bürger:Innen und Wähler:Innen) bezahlt werden soll, die nie gefragt worden sind, ob sie das möchten, — und die den „Sozial“- und „Christ“-Demokraten im Lüneburger Land am 12. und 26. September dieses Jahres die Quittung schicken werden.

        Jeder Sparkassenmitarbeiter wird mit der Vor-Sicht von Herrn Reinhardt urteilen, wenn es um die Gewährung eines Darlehens geht – und handelte es sich dabei auch nur um den Betrag von 1.000 €.

        Sie aber rechtfertigen ein „Invest“, das sich in den nächsten 30 Jahren zu mindestens 100 Millionen € aufsummieren wird, indem Sie nichts weiter ins Spiel bringen können als Ihren guten Glauben und Ihre grundlos hoffnungsfrohen Wünsche?

      • Andreas Janowitz sagt:

        „Die Arena entwickelt sich zu einem überregionalen Publikumsmagneten, bereichert Wirtschaft, Sport, Kultur und ist jeden Cent seiner Baukosten wert.“

        Ja sicher und im Himmel ist Kirmes!

        Können Sie plausibel erklären wesshalb der Circus Minimus anders als alle anderen dieser Eventlocations Gewinn abwerfen sollte? Selbst die Bayernarena ist defizitär und trägt sich nur als Merchandising Verkaufsstandort. Alle Bundesligastadien laufen defizitär?!

        Das ist nichtmal Wunschdenken. ^^

        Ich brauch´ noch nen Kaffee-Mariacron, dieses Desaster kann man sich nur schönsaufen.

      • Ulf Reinhardt sagt:

        So ist es Herr Kiesel, schon vor Baubeginn waren leider sämtliche Entwicklungen genau vorhersehbar. Ursache hierfür ist die Missachtung einiger Grundregeln der Projekt-Entwicklung:

        Zunächst ist eine Markt und Bedarfsanalyse zu erstellen, dann folgt das Betreiber-Konzept. Aus diesen leiten sich die Anforderungen an den Baukörper ab. Gleichzeitig kann nun eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung aus Betreibersicht wie aus Sicht des Investors vorgenommen werden.
        Erst an diesem Punkt startet die Ausführungsplanung, so dass Korrekturen noch vorgenommen werden können und Kosten weitgehend bekannt sind.

        Da ihre SPD das Projekt jedoch auf Teufel komm raus durchpeitschen wollte, hat man Inhalte und Abfolge leicht geändert:

        1. Bedarf behaupten.
        2. Ein angeblich fertiges Gebäudekonzept zu angeblich bekannten Kosten übernehmen.
        3. Behaupten, man könne in einer Multifunktionshalle Profi-Sport, Schul-und Breitensport und Kulturbetrieb unter einen Hut bringen und die Halle wirtschaftlich betreiben.
        4. Anfangen zu bauen, obwohl die Ausführungsplanung noch gar nicht vollständig vorliegt.
        5. Feststellen, dass ein großer Teil der Planung fehlt und alles drei Mal teurer wird.
        6. Leugnen, dass das Betreiberkonzept nur aus der Unterstützung eines kommerziellen Volleyballvereins und der rein theoretischen Option auf ein paar Konzerte besteht.
        7. Mit der Begründung von fadenscheinigen Steuersparmodellen die Halle in eine eigene Betriebsgesellschaft überführen, obwohl das hauseigene Rechnungsprüfungsamt fast 3 Millionen jährliche Betriebsverluste prognostiziert.
        8. Tricksen, tarnen und täuschen um zu verhindern, dass die Bürger begreifen, mit dieser Arena über 25 Jahre 100-120.000.000 € Steuergelder in erster Linie zur Förderung einer Profi Volleyball Mannschaft aufgewendeten werden.
        9. Kritiker des gigantischen Steuerverschwendungsprojektes diskreditieren.
        10. Optimismus verbreiten und weiterhin ein geniales Erfolgsprojekt behaupten.

        Ja Herr Kiesel, genau das haben alles angeblich ganz normale Menschen getan.

        Und andere normale Menschen fragen sich: Ist das denn normal, dass sehenden Auges Millionen Beträge an Steuergeldern für ein absehbar nicht erfolgreiches und nicht gemeinwohlorientiertes Prestigeprojekt aufgewendet werden?

      • Jens Kiesel sagt:

        Herr Janowitz, habe ich von Gewinnen geschrieben ? Nein habe ich nicht. Diese Multifunktionshalle wird genauso wie Theater, Museen und soziale Einrichtungen keine Gewinne erwirtschaften und trotzdem für die gesellschaftliche Teilhabe eine überaus wichtige Rolle in unserer Stadt bedeuten.

      • Andreas Janowitz sagt:

        Stimmt Herr Kiesel, mein Fehler. Sie schrieben von „bereichern“. Ich will hoffen das war keine Freudsche Fehlleistung.

        Wie ich in einem anderen unqualifiziererten Kommentar erwähnte schwebt schlichten Gemütern wie mir andere Verwedung als das durchexerzieren sämtlicher handwerklicher Fehler öffentlicher Bauvorhaben vor. ^^

      • Jens Kiesel sagt:

        Lieber Herr Berg, was ich ins Spiel bringen möchte, hat mit Glauben und hoffnungsvollen Wünschen nichts zu tun, es geht mir mehr um verschiedene Sichtweiten und unterschiedliche Bedürfnisse. In einer mir gut bekannten Gemeinde in SH wird nach jahrelanger Diskussion eine Verbindungsstrasse gebaut, die die Gemeinde durch Fehleinschätzungen und Versäumnisse mit einem Eigenanteil von tausenden Euro belastet. Einer schweigenden und glücklichen Mehrheit, die seit Jahren auf diese wichtige Verbindung gewartet hat, steht eine kleine laute Gruppe gegenüber, die vehement die Versäumnisse der Verwaltung anprangert. Wie bei uns wurde der Steuerzahler nicht gefragt, profitieren wird aber letztlich die gesamte Bevölkerung. Den Arena Einfluss auf die kommenden Wahlen wird meiner Meinung nach nicht so bedeutungsvoll sein. Das SPD und CDU es sehr schwer haben werden, liegt schon eher an dem zur Zeit grassierenden Zeitgeist.

      • Uwe Rüter sagt:

        2021 ist wie 2020 nur mit Regen.

      • Otto Berg sagt:

        Ein Unfug rechtfertigt nicht den anderen, lieber Herr Kiesel!

        Anders als bei Ihrer „Straße in SH“ kommt die „Arena“ keiner Notwendigkeit zugunsten „einer schweigenden und glücklichen Mehrheit“ entgegen.

        Die Existenz eines SOLCHEN Bedarfs für DIESE Halle an DIESEM Standort für DIESE (von nicht gemeinnützigen Interessen bestimmten) Zwecken ist ja gerade NIEMALS nachgewiesen worden! Sie wird von einer (sehr) kleinen, aber (sehr) lauten Gruppe von Profiteuren und ihren sozialdemokratischen Freunden nur behauptet.

        Und dass mutmaßlich weniger als ein Prozent der Bevölkerung im Landkreis Lüneburg „etwas von der gigantisch teuren Halle haben wird“, IST der Skandal!

        Wo liegt hier die dickschädelige Verbohrtheit, lieber Herr Kiesel?

        Diesbezüglich brauche ich mich nur zu zitieren:

        Liegt die Verbohrtheit auf Seiten der immerzu „Kultur“ rufenden, aber „Kommerz“ meinenden Partikularegoisten mit ihrem überkandidelten „Masterplan“ der Hyper-„Eventisierung“ einer tollen, aber unbedeutenden Randsportart, die diesen teuren Unfug wollten, anstatt eine zukunftsfähige integrale Sportwaldparklösung mit Halle, Stadion, Freizeitanlagen und genügend Stellplätzen anzustreben, wie sie als „Treffpunkt der Region“ noch bis Mai 2016 in Bardowick (aber eben leider nicht im „Oberzentrum“, sondern nur in dessen unmittelbarer Nachbarschaft) entstehen sollte? Oder sehen Sie jene starre Verbohrtheit bei den vielen, seit nunmehr fünf Jahren überwiegend sehr differenziert argumentierenden Kritikern dieses blindwütigen 100 Millionen Euro-Murkses (von denen übrigens ein Gutteil der intelligenteren im Vorstand des CDU-Kreisverbandes Lüneburg sitzt)?

        Vgl.: 2. Mai 2021 um 8:09 Uhr: https://blog-jj.com/2021/04/16/willkommen-bei-der-avacon-in-der-mario-barth-arena/#comment-14440

      • Jens Kiesel sagt:

        Alle Achtung Herr Reinhardt, da haben sie sich ein Fleißsternchen verdient. Die 10 Thesen des Orakels von Lüneburg. Aber mal ernsthaft, ihr Engagement für die Sache wäre bemerkenswert, wenn sie nicht auch damit das übliche SPD Bashing und die Glorifizierung der GRÜNEN betreiben würden. Die SPD ist mit dem Teufel verbunden, über den GRÜNEN schwebt der Heiligenschein. Das es nicht so ist, wissen sie natürlich ganz genau, die Entscheidung für die Arena wurde von großer Mehrheit im Kreistag beschlossen, auch mit Stimmen der GRÜNEN. Das sie der SPD die Macht und das Durchsetzungsvermögen zutrauen, Beschlüsse in ihrem Sinne zu ändern, ehrt die Partei. Aber leider ist die politische Lage hier in Lüneburg nicht so, dazu bedurfte es dann doch der tatkräftigen Unterstützung der anderen Parteien.

      • Otto Berg sagt:

        Richtig, Herr Kiesel, Bau (17. Dezember 2018) und Weiterbau (30. August 2019) der „Arena“ wurden „von einer großen Mehrheit im Kreistag beschlossen, auch mit Stimmen der GRÜNEN“. Ob aber die beiden Vorlagen des damaligen Landrates (VO 2018/366 und VO 2019/256), auf deren Basis diese Beschlüsse gefasst worden sind, den ihm und seiner Verwaltung bekannten Sachstand angemessen wiederspiegelten (oder ob sie das, wie ich überzeugt bin, nicht taten), das prüft meines Wissens derzeit auf dankenswerte Veranlassung von Herrn KTA Wiemann erneut die Kommunalaufsicht in Hannover. – Doch gilt: Auch auf zweifelhafte Weise herbeigeführte Beschlüsse sind Beschlüsse, solange ihre Rechtsfehlerhaftigkeit nicht gerichtlich festgestellt worden ist.

        Allerdings machen Sie einen wichtigen Punkt: Am 14. August 2020 schwindelte Petra Kruse-Runge, die Kreisfraktionsvorsitzende der B90/GRÜNEN, dem LZ-Chefredakteur Marc Rath (und damit dem gesamten Lüneburger Lesepublikum) direkt in die treuherzig geöffneten Augen (https://www.landeszeitung.de/lokales/88518-wir-sind-da-raus/):

        „Zwei Fraktionsmitglieder sind nach wie vor sehr deutlich für die Arena, sieben sind inzwischen ganz klar dagegen. Das wurde in der entscheidenden Sitzung vor einem Jahr deutlich, als die letzte Möglichkeit bestand, die Reißleine zu ziehen. Das bedauern wir sieben sehr, dass der Mehrheit der Kreispolitik der Mut und die Kraft dazu gefehlt haben.“

        Eine der Personen, welchen in „jener entscheidenden Sitzung“ am 30. August 2019, „als die letzte Möglichkeit bestand, die Reißleine zu ziehen“, „der Mut und die Kraft dazu gefehlt haben“, war nämlich Petra Kruse-Runge selbst!

        Sie stimmte in jenem kritischen Augenblick FÜR die bedingunglose und uneingeschränkte Fortführung des Bauvorhabens „Arena Lüneburger Land“ und begründete das vorher vor dem Plenum des Kreistages (laut Wortprotokoll) so:

        „Die Kernfrage ist, ob wir dieser Kreisverwaltung zutrauen, auf Grundlage dieser Pläne das Projekt zu einem guten Ende zu bringen. Ich habe für mich diese Frage letztendlich bejaht, da man jetzt eine fachkompetente Planungsfirma beauftragt hat. Aus diesem Grund stimme ich dem Szenario 1 zu und hoffe sehr, dass wir eine gut funktionierende Arena für Lüneburg erhalten werden.“

        Mit ihrer öffentlichen Unaufrichtigkeit vom 14. August 2020 markierte Frau Kruse Runge einen weiteren Tiefpunkt der „politischen Kultur“ im Lüneburger Land, welche in der an Tiefpunkten reichen „Arena“-Evolution so nachhaltig auf den Hund gekommen ist, dass dagegen sogar die schauderhaften, über fast zehn Jahre anhaltenden Dauerlügereien um den Bau und „die Finanzierung“ des „Audimax“ beinahe verblassen.

      • jo bembel sagt:

        Im Roten Feld spannte kein Bauer mehr im Märzen die Rösser ein. Die letzten Äcker verschwanden und mit dem Emporsprießen der Mehrfamilienhäuser auch die Schwalben. Ich besuchte die Oberschule am Wasserturm – die damals Johanneum (salopp auch Jojo) hieß und wo Lehrkräfte, von denen einige noch tausendjährgen Idealen nach erlahmenden Kräften huldigend, nicht nur mir und meinen 36 Mitschülern (die -Innen waren noch auf der Höhere-Töchter-Schule unter ihresgleichen) der 5b Disziplin und „Wissen“ einzubläuen versuchten.

        Zuhause war ich in der Wilhelm-Reinecke-Straße, deren „militärischer Teil“, in dem auch unsere Familie wohnte, ein einziger, großer Kinderspielplatz war. Hatte hier eine Familie nur zwei Kinder, war die Familienplanung höchstwahrscheinlich noch nicht abgeschlossen.

        Eines Tages in dieser Zeit saßen wir beim Mittagessen und die Bevölkerungsentwicklung Lüneburgs wurde thematisiert. Ich „hielt folgende Zukunftsprognose(sic!) für möglich“: Eine Millionen Einwohner! Irgendwelche Argumente, von plausiblen ganz zu schweigen, konnte ich zwar nicht beisteuern, aber: Der Rest der Familie, gab es irgendwann entnervt auf, mich von dieser Vision abbringen zu wollen. (Gut 15 Jahre später gab mir mein Vorgesetzter und Mentor bei der Beurteilung meines Durchsetzungsvermögen die volle Punktzahl mit Sternchen „an Starrsinn grenzend“.)

        Aber was nicht ist, kann ja noch werden. So lange es eine Zukunft gibt, ist auch der Eintritt möglicher „Zukunftsprognosen“ nicht gänzlich ausgeschlossen. Insbesondere dann, wenn weder Zeitrahmen noch Eintrittsbedingung definiert sind. Eine Millionen sind eine Millionen, aber was ist „das Beste“ oder „ein Erfolg“?)

        P.S. Ganz gewiss wäre meine „Prognose“ schon Realität, wenn Ulrich Mädge schon seit 45 Jahren Oberbürgermeister, statt der Nordlandhallle eine Arena gebaut, das Salü gleich mit einer 3-Million-Spaßrutsche ausgestattet und das Leuphana-Zentralgebäude zentral am Sande errichtet worden wäre.

  10. Otto Berg sagt:

    Sehr geehrter Herr Reinhardt,

    anders als von manchem „salzstädter“ immer noch (oft wider besseren Wissens) behauptet, ist das schlecht durchdachte und miserabel vorbereitete „PPP-Modell“ zum Bau der „Arena Lüneburger Land“ vor fünf Jahren NICHT von „Linken und Grünen gekippt“ worden, sondern im Dezember 2016 an vergaberechtlichen Einwänden der niedersächsischen Kommunalaufsicht und an heftigen internen Streitigkeiten aufgrund des chaotischen Planungstohuwabohus unter den Public-Privat-„Partnern“ (Stadt, Landkreis plus Investor mit den beiden bekannten „Interessenten“ im Schlepptau) gescheitert.

    So wurde beispielsweise „in dem Planungsgespräch am 30. November 2016 (Protokoll vom 01.12.2016) seitens der Verwaltung des Landkreises Lüneburg die Entwicklung des Projektes vorgetragen [womit auch die heutige Begründungsfloskel „eine Veranstaltunghalle habe schon immer gefehlt“ als nachträglich eingebrachtes Zweckgeblubber entlarvt ist]: ‚Begonnen wurde die Planung einer Sporthalle, die zusätzlich wettkampfgerecht sein sollte. Im weiteren Prozess sei deutlich geworden, dass sich das Vorhaben nur trage, wenn wesentliche Einnahmen aus dem Betrieb erzielt werden. Erforderlich sei deswegen eine multifunktionale Sport- und Veranstaltungshalle …‘ Im weiteren Verlauf des Gespräches drängte der [private] Investor auf eine Entscheidung: ‚Der Landkreis muss sagen, wie er es haben will. … Er baue jedenfalls nicht mehr.‘ Letztlich verließ er [der privatte PPP-Investor] das Planungsgespräch vorzeitig. […] Nachdem der EKR, die Leiter der Fachdienste 34 (Recht und Kommunales) und 36 (Rechnungsprüfungsamt) Bedenken gegen das PPP – Modell geäußert hatten, wurde entschieden, das Projekt zu übernehmen.“ (Zitiert aus dem „Bericht über die Prüfung der Kostensteigerungen der „Arena Lüneburger Land“ vom 5. August 2019, Seite 26)

    Wohlgemerkt: „Entschieden“ wurde am 1. Dezember 2016 in kleiner Runde. Der Kreistagsbeschluss, dass der LK „übernimmt“, also der legale Segen „des Souveräns“ folgte erst am 19. Dezember 2016. DAS ist das Muster bis zum heutigen Tage. Ein paar Herren entscheiden. Frau Schröder-Ehlers grinst auf irgendeinem Foto mit. Der Kreistag gehorcht.

    Sie fragen, wie es um die Arena-Kosten steht, Herr Reinhardt.

    Die REESE Baumanagement GmbH & Co. KG warnt in Ihrer Präsentation vom 30. April 2021 auf Seite 32 vor:

    ● einer „sehr schwierigen Situation“

    ● „auf dem Markt“ seien „massive Verknappungen und Verteuerungen von Material festzustellen“ (aufgrund von „unterbrochenen Produktionsketten“, „sich wochenlang verlängernden Lieferzeiten“ und „Preissteigerungen bis zu 70 Prozent“

    Außerdem gebe es (laut REESE-Präsentation, S. 33):

    ● „krankheitsbedingte Terminprobleme im Planungsbüro“ (3 Wochen, 2 von 3 Mitarbeitern des Arena Teams betroffen)

    ● „mit terminlichen Auswirkungen in der Prüfung“

    Als Budgetrisiken listet die REESE Baumanagement GmbH & Co. KG (S. 38) auf:

    ● Nachtragsvereinbarungen durch

    — Ausführungsänderungen zu ändernder, bereits erbrachter Leistungen

    — gestörten Bauablauf

    — Änderungsanordnungen in der Ausführung seitens des Bauherrn

    ● COVID19-Pandemie (Verlängerung Bauzeit, etc.)

    ● Ersatzvornahme Fliesenleger (ca. 35% über altem Auftrag)

    ● steigende Materialpreise auf dem Markt

    Die reinen ARENA-BAUKOSTEN betragen (laut REESE-Präsentation, S. 37) derzeit:

    ➽ 23.386.701,17 € (netto)

    also derzeit brutto:
    _____________________

    ➽ 27,6 · MILLIONEN · EURO
    _____________________

    – Ich habe starke Zweifel, Herr Reinhardt, dass der Rohbau wirklich noch in diesem Preisrahmen (d. h. unter 30 Mio. € ) liegt und dass die (von REESE) befürchteten „massiven Kostensteigerungen nicht über einen Nachtragshaushalt abgewickelt werden“ müssen. Und, ja, meines Erachtens sind zahlreiche Nachträge zu erwarten. – Aber darüber wird wohl erst NACH den Kommunalwahlen informiert.

    – Dass die Vorsteuer, anders als behauptet, NICHT vollständig erstattet werden wird, dürfte auch erst nach dem 12. September für „Erstaunen“ und „Betroffenheit“ sorgen.

    – Auch die erwogene Aktienübertragung an die Arena Betriebsgesellschaft mbH & Co.KG wird „für den Konzern Landkreis“ (B. Mennrich) außer dekorativen Tabellen KEINE „Vorteile“ bringen, da die Kapitalertragssteuer (im Mittel 258.000 €) nur dann erstattet werden kann, wenn zur Körperschaftssteuer optiert würde, was den „Ertrag“ wegen der dadurch anfallenden Gewerbesteuerbelastungen sofort wieder beschneidet – oder sogar ganz aufzehrt.

    – Außer dem schwammigen fünfseitigen, von Wunschdenken und haltlosen Annahmen geprägten „Lüneburger Land Verkehrskonzept des Landkreises“, das die REESE Baumanagement GmbH & Co. KG am 25. Augus 2020 „auf Basis“ der nichtssagenden und praktisch unbrauchbaren „verkehrstechnischen Stellungnahme von Dr. Ing. Schubert“ vorgelegt hat, gibt es KEINEN konkreten Plan, wie mit dem erwarteten anbrandenden Besucherverkehr bei Großveranstaltungen umzugehen ist. Die notwendigen baulichen und technischen Aufrüstungen werden nicht umsonst zu haben sein. (Siehe Audimax-Zufahrt an der „Universitätsallee“.)

    – Die Millionen Euro teure von der Stadt erwogene „Fahrrad- und Fußgängerbrücke“ über die Ilmenau wird wohl als ein lustiges SPD-Märchen im Reiche der realitätsfernen Parteireklame verbleiben.

    ► Wenn es 500 Parkplätze auf dem Areal der Roy Robson Logistik GmbH und Co. KG herzurichten gilt, wer wird die halbe Million hinblättern? Was nehmen Sie an?

    ► Wenn eine größere Menge stark kontaminierten (mit Schadstoffen belasteten) Bodens abgetragen werden muss, kann das nicht nur sehr teuer werden, sondern die Inbetriebnahme und die Nutzbarkeit der Arena insgesamt für lange Zeit infrage stellen. Ist das Gesundheitsamt eingeschaltet?

    ► Für den Aushub aus Böden, der aufgrund von deren hohem Schadstoffgehalt nicht wiederverwendet werden kann, weil negative Umweltauswirkungen – insbesondere für das Grundwasser – zu erwarten sind und der somit aufbereitet oder entsorgt werden muss („Entledigungszwang“), wird es doch Regelungen und Zuständigkeiten geben? Wieso wird erst jetzt darüber geredet? Hätte dieses u. U. sehr teure Problem nicht schon VOR Beginn der Erdarbeiten im Januar 2019 gelöst sein MÜSSEN?

    ► Wieso ist kein Bodengutachten VOR dem Erwerb des überteuerten Grundstücks durch den Landkreis (und somit VOR Baubeginn) erstellt worden? Hätte damit nicht auch die ungenügende Versickerungsfähigkeit auf Teilen des Grundstücks erkannt werden müssen?

  11. Ulf Reinhardt sagt:

    „Jetzt kein Wasser in den Wein gießen“, hatte Ausschussvorsitzender Hans-Georg Führinger (CDU) zu Beginn der Fragerunde verschmitzt gebeten.

    Kein Wasser in welchen Wein bitte, Herr Führinger?

    > Wer zahlt denn das Herrichten der Parkplätze? Je nach Bauart sind hier 350 – 600 TEUR zu erwarten.

    > Gibt es nicht vielleicht noch jede Menge kontaminierten Bodenaushub, der beseitigt werden muss?

    > Sollte nicht vielleicht noch ein Bodengutachten erstellt werden, um die nicht ausreichende Versickerungsfähigkeit auf Teilen des Grundstücks zu klären?

    > Liegt der Rohbaiu denn wirklich im Preisrahmen, oder müssen die massiven Kostensteigerungen nicht vielmehr über einen Nachtragshaushalt abgewickelt werden?

    > Sind nicht bei sämtlichen technischen Gewerken aufgrund mangelhafter Ausschreibungen wie Verzögerungen zahlreiche Nachträge zu erwarten?

    Tatsächlich hat die Arena hat die 30 Millionen-Grenze schon jetzt gerissen.

    Nur dass man dies nach bester Libeskindbau-Manier erst lange nach dem Eröffnungswein verkünden wird, da die Schlussrechnungen ja immer so schrecklich spät kommen und auch noch geprüft werden müssen.

    Glauben Sie wirklich, dass die Bürger*innen dies alles nicht bemerken und von den Erwählten wie der Verwaltung zukünftig mehr Ehrlichkeit und Transparenz einfordern werden?

  12. jj sagt:

    Die Parkplatz-Lage an der Arena entspannt sich deutlich. Das vermeldet der Landkreis Lüneburg als Bauherr in einer PM:

    Arena Lüneburger Land:
    Rund 800 Parkplätze für Gäste im direkten Umfeld

    (lk/mo) Rechtzeitig vor der Eröffnung der Arena Lüneburger Land hat der Landkreis Lüneburg die Parkplatzfrage endgültig geklärt. „Ich freue mich sehr, dass wir im direkten Umfeld der Halle 500 Parkplätze zusätzlich sichern konnten“, erklärte Kreisrätin Sigrid Vossers gestern (18. Mai 2021) im Hochbau-Ausschuss. „Die Firma Roy Robsen vermietet uns die Fläche auf ihrem Logistikgelände zu fairen Konditionen.“ Die Parkplätze liegen in unmittelbarer Nähe zur Arena im nördlichen Teil des Industriegebiets und werden nun hergerichtet. Die Anfahrt erfolgt über die Lüner Rennbahn. Der Vermieter erhält monatlich 500 Euro Miete und wird zur Hälfte an den Parkticket-Einnahmen beteiligt, der entsprechende Vertrag ist bereits unterzeichnet. Auf dem Hallengelände selbst wird es 277 Parkplätze geben, so dass künftig rund um die Arena knapp 800 Parkplätze bereitstehen.

    Auch für den Shuttleverkehr konnte der Landkreis eine gute Lösung präsentieren: Damit den an- und abfahrenden Bussen ausreichend Platz zur Verfügung steht, mietet die Verwaltung ebenfalls von Roy Robsen eine Fläche für monatlich 500 Euro an – auch dazu sind die Verträge unter Dach und Fach. Die Zufahrt der Shuttlebusse erfolgt hier von Norden, also über den Vrestorfer Weg. Die dritte gute Nachricht, die Sigrid Vossers gestern verkündete, bezog sich auf die geplante Feuerwehrzufahrt. „Sie entsteht direkt auf dem Arena-Areal, so dass wir keine zusätzliche Fläche anmieten oder kaufen müssen“, sagte sie. „Parkplätze fallen dadurch nicht weg.“ Für die positiven Entwicklungen gab es von Seiten der Ausschussmitglieder großes Lob an die Verwaltung. Auch Landrat Jens Böther bedankte sich ausdrücklich bei der Kreisrätin: „Ich weiß, dass die Verhandlungen zu allen drei Themen nicht immer leicht waren, aber Sie haben hartnäckig an Lösungen gearbeitet. Und diese sind wirklich gelungen.“

    Zum weiteren Zeitplan der Arena-Bauarbeiten äußerte sich Projektsteuerer Roland Wittkopf. Problematisch sei derzeit teilweise die Lieferung von Baumaterialien. „Bisher haben wir das immer sehr gut aufgefangen“, erläuterte er. „Dennoch können wir nicht ausschließen, dass sich die Arbeiten um vier, vielleicht auch acht Wochen verzögern.“ Aktuell sind Bauabnahme und Übergabe an den Landkreis Lüneburg als Bauherrn für Ende Juli eingeplant.

  13. jo bembel sagt:

    500 neue Parkplätze für die Arena (LZ vom 19.05.21)

    „Monatsmiete: 500 Euro und die Hälfte der Einnahmen an den Parktickets.“

    „Jetzt kein Wasser in den Wein gießen“, hatte Ausschussvorsitzender Hans-Georg Führinger (CDU) zu Beginn der Fragerunde verschmitzt gebeten.

    Warum?
    Garantie für Mindest-Einnahme gegeben?

    Letztendlich fehlen wichtige Angaben, um beurteilen zu können, ob es finanziell ein guter Deal ist.

  14. jo bembel sagt:

    ‚Wünsch Dir was‘ die neue Show mit Jens ‚Dietmar‘
    Böther und Sigrid ‚Vivi‘ Vossers‘:

    „Die Zielgruppe ist sehr vielfältig: Bei rund 100 Veranstaltungen im Jahr erwartet der Landkreis insgesamt zwischen 100.000 und 250.000 Besucherinnen und Besucher aus der Region in der Halle.“

    Folgt man dem Link:

    „Das Ziel auf lange Sicht ist es, pro Jahr etwa 15 Sport- und 20 Kulturveranstaltungen mit im Schnitt mindestens 1.500 Gästen und etwa 20 sonstige Veranstaltungen mit jeweils mindestens 150 Besuchern anzubieten.“

    Professioneller geht es hier zu:

    https://youtu.be/zBK6vPuAkrQ

  15. Ulf Reinhardt sagt:

    Ich werde mich wahrscheinlich als einer der ersten um die Namensrechte bewerben, das habe ich Mario Barth fest versprechen müssen. Allerdings hat meine finanzierende Bank den Wert der Namensrechte von einer professionellen Mediaagentur ermitteln lassen.

    Da man bei den Kriterien „Reichweite“, also der Anzahl der zu erwartenden Kontakte, und „positiver Imagetransfer“ sehr vorsichtig war, kann Mario als zukünftiger Namensgeber nur mit wöchentlich 4,5 – 6,7 zusätzlichen Zuschauern sowie einem völlig ruinierten Image rechnen.

    Zur Finanzierung der Namensrechte bekomme ich daher leider nur einen Kredit in Höhe von 150 €, den ich wie in der Pressemitteilung gewünscht, dem Landkreis als Gebot übermitteln werde. Vorher frage ich aber noch mal bei der Avacon nach, ob die aufgrund der fehlenden Photovoltaikanlage vielleicht noch etwas drauf legen und unsere Chancen damit weiter erhöhen.

  16. jj sagt:

    Der Landkreis Lüneburg als Bauherr sucht jetzt einen Namenspatron für die Arena Lüneburger Land. Hier die PM 👇👇👇
    Arena sucht Taufpaten:
    Namensrechte für die Veranstaltungshalle zu vergeben

    (lk/ho) Wie soll die Arena Lüneburger Land künftig heißen? Wenige Monate vor der Bauübergabe macht sich der Landkreis Lüneburg auf die Suche nach einem Namensgeber für die Veranstaltungshalle – und damit auch nach einem Unternehmen, das als Sponsor für zusätzliche Einnahmen und einen wirtschaftlicheren Betrieb sorgt. Jährlich rund 150.000 Euro sind als Verhandlungsgrundlage angesetzt, der Vertrag soll für fünf Jahre vergeben werden. „Wir gehen gemeinsam mit der Campus Management GmbH als Dienstleisterin auf mögliche Partner zu, freuen uns aber über weitere Interessenten“, sagt Kreisrätin Sigrid Vossers, Geschäftsführerin der Arena Lüneburger Land Betriebsgesellschaft GmbH & Co. KG.

    Als Werbefläche eignet sich die Halle hervorragend: In der Öffentlichkeit steht die Arena schon lange, nun – kurz vor der Fertigstellung – zieht der Bau an der Lüner Rennbahn auch die Blicke von Passanten und künftig zahlreichen Gäste an. Wer die Namensrechte der Arena kauft, erhält viel Platz für Werbung: „Über dem Eingang leuchtet das gut sichtbare Namensschild, davor wehen Flaggen mit dem Logo – daran müssen alle Gäste vorbei“, sagt Kreisrätin Sigrid Vossers. „Attraktiv ist außerdem die Werbefläche auf der Rückseite des Gebäudes zur Autobahn 39 beziehungsweise B4, die täglich bis zu 60.000 Fahrzeuge passieren. Hier lässt sich eine gute und nachhaltige Werbewirkung erzielen.“ Zudem findet sich das Unternehmenslogo des Namensrechte-Inhabers an vielen Stellen wieder – von der Arena-Eintrittskarte über Internetpräsenz, Social-Media-Kanäle, Rechnungen bis hin zur Spielstandanzeige in der Halle.

    Die Zielgruppe ist sehr vielfältig: Bei rund 100 Veranstaltungen im Jahr erwartet der Landkreis insgesamt zwischen 100.000 und 250.000 Besucherinnen und Besucher aus der Region in der Halle. Neben dem Volleyball-Erstligaspielen sind weitere Sportveranstaltungen in Planung. Kultur, Parteitage, Firmenevents, aber auch Abschlussfeiern der Schulen und DJ-Events sprechen alle gesellschaftlichen Gruppen und Altersklassen an. Weitere Informationen erhalten Interessierte über die Campus Management GmbH, die für den Landkreis die Vertragsverhandlungen übernimmt. Diese organisiert bei Interesse auch eine Ortsbesichtigung. Einen Überblick zum Bauprojekt sowie eine Präsentation zu den Namensrechten gibt es unter http://www.landkreis-lueneburg.de/arena.

    • jo bembel sagt:

      Lieber Herr Reinhardt,

      ‚Mario Barth Arena‘ kommt irgendwie komisch daher und wird der Bedeutung dieses Monuments in keinster Weise gerecht.

      Der zukünftige Name sollte Anspruch und Niveau widerspiegeln, wie zum Beispiel:

      OLYMPIA ARENA
      oder
      LEUPHANA STADTHALLEN ARENA

      Nicht auszudenken, das Ding würde PROVINZIAL ARENA heißen.

      • Ulf Reinhardt sagt:

        Lieber Herr Bembel,

        ich hatte auch schon andere Ideen für passende Namen, die ich hier jedoch nicht wiedergeben möchte.

        Da bin ich froh, dass ich dem Mario schon vor einiger Zeit zugesichert habe, mich um die Sichererung der Namensrechte für ihn zu bemühen.

        Falls das nicht klappt bin ich jedoch guten Mutes, dass auch die Avacon Interesse anmeldet, denn

        AVACON ARENA

        hat doch wirklich Niveau, oder? Das erklärt dann auch wie selbstverständlich das zunächst mysteriös erscheinende Finanzierungskonzept für die Betriebsverluste aus den Avacon-Dividenden.

      • Otto Berg sagt:

        Ich wär für:

        »Holm-Keller-Erinnerungshoppebahlburg«

    • Andreas Janowitz sagt:

      Circus Minimus!
      Pot Kaffee-Mariacron dauerhaft für 1€!
      Portion Gyros mit Senf 1,50€!
      gofundme? Irgendwer?

      • Tanja Bauschke sagt:

        Es gibt sicherlich nicht viele, die sich aus den bekannten Gründen mit einer Namensgebung für die Arena schmücken und bezahlen wollen.
        Aus meiner Sicht gibt es zu Recht die Namensvariante: Arena UWF (Arena für unendliches Wachsen von Fehlentwicklungen).!

        Sorry, dass mir nach so vielen Jahren „Begleitung! im KT nichts besseres einfällt!

    • Walter Spahrbier Arena

  17. Otto Berg sagt:

    Liebe*r Frau*Herr Salzstadt,

    zwei Anmerkungen ((A) und (B)) zu Ihrem Kommentar von heute Vormittag (15. Mai 2021 um 10:26 Uhr): https://blog-jj.com/2021/04/16/willkommen-bei-der-avacon-in-der-mario-barth-arena/#comment-14551

    ➽ (A): Zu Ihren unwahren Behauptungen:

    – A 1: Ich UNTERSTELLE Ihnen NICHT, Sie „liebäugelten mit einer gelenkten Demokratie“ und hätten ein „sonderbares Demokratieverständnis“! Ich habe NACHGEWIESEN, DASS Sie mit einer gelenkten Demokratie liebäugeln und ein sonderbares Demokratieverständnis haben: Am 9. Mai 2021 um 21:50 Uhr hier: https://blog-jj.com/2021/04/16/willkommen-bei-der-avacon-in-der-mario-barth-arena/#comment-14487 und am 14. Mai 2021 um 14:54 Uhr hier: https://blog-jj.com/2021/04/16/willkommen-bei-der-avacon-in-der-mario-barth-arena/#comment-14548

    – A 2: Ich habe NIEMALS an IRGENDWO zum Ausdruck gebracht, ich würde Ihre Äußerungen „am liebsten mit einer Sanktion von Herrn Jenckel belegt sehen wollen“.

    – A 3: Unwahr ist, dass ich „grundsätzlich gegen die [oder eine] Arena bin“. Ich war gegen den Bau und bin gegen die Finanzierung DIESER Arena durch „die öffentliche Hand“ (hier: durch „die Stadt Lüneburg“ und „den Landkreis Lüneburg“, – also durch Steuergeld), denn DIESE Arena am ungeeigneten Standort dient NICHT dem Gemeinwohl, sondern sie dient exklusiv den Wirtschaftsinteressen von zwei „politiknahen“ Privatunternehmern, nach deren Wünschen sie geplant, gebaut und eingerichtet wurde.

    – A 4: Dass Sie meine Meinung „respektieren“ kann nach allem, was Sie Verächtliches über Bürger- und Wählermeinungen pauschal von sich gegeben haben (am 8. Mai 2021 um 19:32 Uhr hier: https://blog-jj.com/2021/04/16/willkommen-bei-der-avacon-in-der-mario-barth-arena/#comment-14548 und am 14. Mai 2021 um 11:00 Uhr hier: https://blog-jj.com/2021/04/16/willkommen-bei-der-avacon-in-der-mario-barth-arena/#comment-14542) NICHT der Wahhrheit entsprechen, denn auch ich bin ein Bürger und Wähler.

    ➽ (B): Zu Ihren irreführenden Behauptungen:

    – B 1: Dass „in einer Demokratie Mehrheitsbeschlüsse gelten“, hat, soweit ich sehe (und glauben Sie mir, ich sehe weit), in diesem Blog NIEMALS irgendjemand bestritten. Damit, dass mindestens zwei dieser Mehrheitsbeschlüsse im Kreistag auf zweifelhafte (geändert jj) Weise herbeigeführt sein könnten, beschäftigt sich seit über zwei Jahren die Kommunalaufsicht im Innenministerium von Hannover – und werden sich, wie nicht nur ich hoffe, womöglich auch bald ordentliche Gerichte beschäftigen.

    – B 2: Auch dass die Lüneburger Sozialdemokraten in Stadt und Landkreis die Hauptverantwortlichen für das verantwortungslose Voranpeitschen der Planungs- und Finanzierungskatastrophe mit Namen „Arena“ sind, ist, glaube ich, niemandem zwischen Hannover und Berlin entgangen. Die Quittung wird den Damen und Herren am 12. September, also in vier Monaten in und von Amelinghausen, Radbruch, Artlenburg, Scharnebeck, Neetze, Bleckede, Amt Neuhaus, Nahrendorf, Boitze, Vastorf, Deutsch Evern, Barnstedt und Rehlingen aus nach und in Lüneburg zugestellt werden. (Im Übrigen sind Rat und Kreistag KEINE „Parlamente“, also keine nach dem Prinzip der Gewaltenteilung gesetzgebende – legislative – Instanz), sondern sie sind die höchsten Exekutivorgane in kommunalen Selbstverwaltungen.)

    – B 3: Ihrer heutigen Anregung, im Grundgesetz zu schmökern, komme ich gerne nach, wenn Sie mir versprechen, meiner gleichlautenden Empfehlung an Sie von gestern ebenfalls zu entsprechen. Außerdem, damit Sie Ihre eklatanten kommunalpolitischen Kenntnisdefizite minimieren können, möchte ich Ihnen dringend ans Herz legen, sich das das ausgezeichnete, solide gearbeitete und grundlegend über Begriffe und Verfahren informierende Heft „Kommunalpoltik“ (Informationen zur politischen Bildung, Nr. 333) anzuschaffen und durchzuarbeiten. Sie erhalten es kostenlos hier: https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/informationen-zur-politischen-bildung/256969/kommunalpolitik

    – B 4: Schön ist, dass Sie insoweit auf dem Boden des Rechtsstaates zu stehen scheinen, als Sie bekennen: Sie seien „sehr wohl auch“ meiner Meinung, „dass Fehlverhalten im Zusammenhang mit der Arena selbstverständlich erkannt, berichtet und sanktioniert werden muss“.

    – B 5: Selbst wenn ein wirtschaftlicher, politischer und das Ansehen der Kommune betreffender Schaden angerichtet ist, „die politischen Entscheidungen gefallen sind“ und das Objekt, in welchem sich dieser Schaden materialisiert, „fast fertig ist“, kann das Gebot der Stunde doch nicht lauten, „jetzt das beste daraus zu machen“ in dem Sinne, dass alle kritische Aufmerksamkeit abgeschaltet und gemeinsam der Eröffnung entgegengeschunkelt wird. Insbesondere dann nicht, wenn auch die neue Kreisverwaltungsspitze, die dem zurückgetretenen SPD-Landrat nachgefolgt ist, sich darin versucht, IHRE eigenen sehr teuren (und vermutlich sehr schwer zu rechtfertigenden) MISSGRIFFE und VERFEHLUNGEN und VERSÄUMNISSE wieder durch „Tarnen, Tricksen Täuschen“ (B. Wiemann) zu kaschieren.

    – B 6: Sie schreiben, es sei „harter Tobak wie ich mit der Meinung anderer umgehe“. Ich bitte Sie, diese Aussage zu erläutern und mit (nachprüfbaren) Beispielen zu belegen.

    • Moin Salzstadt,

      Samstagnachmittag, draußen grummelt es: Ich sitze bei einem dekadenten Bio Lassi Chai mit Zimt (kleiner Tipp für den Arena-Caterer, schmeckt aber nicht zu Bratwurst), lese Ihre Zeilen und wundere mich, dass auch Sie sich hinter einem Pseudonym verbergen.
      Auch mich erstaunt Ihr Demokratieverständnis so sehr ich ihren Wunsch nach einer auch dauerhaft bezahlbaren, nachhaltigen Veranstaltungshalle auch verstehen kann. Wer hätte die nicht gern gehabt.
      Sie schreiben „In einer Demokratie gelten Mehrheitsbeschlüsse.“ Wenn Mehrheitsbeschlüsse aufgrund falscher Sachdarstellung getroffen werden, wurden die Entscheidenden getäuscht. Stellen Sie sich vor, ich verspreche Ihnen ein großes Stück Streuselkuchen (würde jetzt hervorragend zum Bio Lassi Chai mit Zimt passen) für lau, verschweige Ihnen aber, dass die Kuchenkosten vermutlich explodieren werden und die Streuselauflage äußerst dünn ist. Würden Sie mir da nicht (bewusste) Kuchentäuschung vorwerfen?
      Viele entscheidender aber ist: In einer Demokratie gelten Recht und Ordnung. Und hier offenbart sich oft das Versagen oder die Überforderung der Verwaltung. Ihre Vorlagen müssen nämlich der rechtlichen Prüfung standhalten. Und dies ist oftmals nicht der Fall, sondern erst findige Bürger:innen, die sich dann in einer BI organisieren, decken auf, was rechtlich nicht einwandfrei durchgeplant wurde. Uns allen würde es viel Geld sparen, wenn auf dieses bevorstehende Bürger:innenengagement bereits im Planungsprozess viel stärker Rücksicht genommen würde. Das setzt voraus, dass Räte und Verwaltung innerlich davon überzeugt und willig aktiv viel stärker in der Projektentstehung auf Menschen vor Ort (Sportpark) zugehen und sich nicht freuen, dass im formellen Beteiligungsverfahren keine Bürger:inneneingaben kamen. Das bedeutet am Anfang sicher eine auch Kosten verursachende Extrameile, ist aber immer noch billiger, als hinterher festzustellen, dass die Toiletten für Menschen mit Einschränkungen unerreichbar sind. Breite Partizipation von Anfang an verhindert eben auch, dass sich kurz vor Projektbeginn dann BIs gründen und auf breite Unterstützung hoffen können. Also bitte nicht „Basta!“, sondern „Let’s talk“.
      Sie und einige Verwaltungsmonarchen werden dies als „Palaver“ abtun. Der Begriff bezeichnet ursprünglich eine Dorfversammlung bei vielen Völkern Afrikas oft in Zusammenhang mit Umgang bei Regelverstößen aber auch bei Planungen. Ich hatte das Glück, eines dieser Dorfentwicklungsforen in Südafrika 1994/95 begleiten zu dürfen. Es wurde seeeeehr lange und oft debattiert, bis weitgehend Konsens herrscht. Danach ging es dann an die Arbeit und zwar mit- und nicht gegeneinander. Das Dorf ist heute ein Musterdorf.
      Solch entschleunigender Ansatz würde uns guttun und die Zufriedenheit der Bürger:innen mit Politik und Verwaltung deutlich erhöhen. Ihr „Mut zum Basta“ ist nicht Mut, sondern Angst vor der kompetenten Bürger:in.
      Jüngste Großtat des Verwaltungsadels im Landkreis: Elbquerung Hohnstorf -Lauenburg. Planungsvorstellung Ende März durch das Land Schleswig-Holstein. Eingeladen wurde standesgemäß: Der Hauptverwaltungsbeamte der Samtgemeinde Scharnebeck sowie drei Bürgermeister betroffener Gemeinden. Kein Ratsmitglied aus der Region. Veröffentlichung der vorgestellten Planungen? Mitnichten, stattdessen Vertröstung auf den Spätherbst. Kein Bericht des Hauptverwaltungsbeamten dazu im letzten Samtgemeinderat. Auf der nördlichen Elbseite ist die Transparenz längst hergestellt.
      Sie schreiben „Schnell was durchziehen bevor irgendjemand dagegen vorgeht. Und dafür gilt mein Dank tatsächlich den Herren Nahrstedt, Mädge und Böther.“ Klingt für mich wie „Bauen first, Bedenken second.“ Es gibt genug Beispiel, wo sich manch fulminanter Bautraum als weißer Elefant herausgestellt hat.

      So, Bio Lassi Chai mit Zimt ist alle, Streuselkuchen gab es nicht. Ich bin gespannt auf Ihre Antwort.

      Herzliche Grüße

      • Salzstadt sagt:

        Lieber Herr Poggensee, vielen Dank für Ihre Antwort, mit der ich mich gern auseinander setze. Sie haben mir sachlich geantwortet und sie haben mich nicht versucht bloß zustellen. So ein respektvoller Umgang macht Spaß. Und, wahrscheinlich wundern Sie sich jetzt, ich habe meine Aussagen reflektiert und räume ein, dass diese mehr getrieben waren von der Freude endlich eine Stadthalle in meiner Stadt zu bekommen (ein kleines Stadion fand ich übrigens auch toll…). Natürlich haben Sie recht, dass bei so einer Entscheidungsfindung auch Regeln einzuhalten sind, was hier offenbar nicht immer erfolgte. Die Sorge, dass ellenlange Diskussionen Entscheidungen verzögern, hat mich offenbar zu stark beeinflusst. Ich gebe auch zu, dass es mich nervt, wenn alle größeren Bauprojekte niedergeredet werden. Dafür habe ich den Sportpark genannt. (Ich habe mir das Gelände angesehen und konnte keinen sachlichen Grund erkennen, weshalb die Bürger Wendisch-Everns hier mehrheitlich dagegen stimmten). Ich wollte nur vorsichtig andeuten, dass ich ein gewisses Maß an Verständnis für die politischen Schnellschüsse und damit Fehler habe. Zugleich sind derartige Fehler natürlich aufzuarbeiten.. Dies habe ich nicht angemessen formuliert. Ich ziehe mich insofern aus einer weiteren Diskussion hier zurück.

  18. jo bembel sagt:

    Meine Meinung zu Meinungen ist deckungsgleich mit der, die Clint Eastwood als „Dirty“ Harry Callahan in ‚The Deadpool‘ zum besten gab*:
    https://youtu.be/hVlYMctb7Y4

    * und Woody Harrelson als Larry Flynt in ‚The People vs. Larry Flynt‘ von sich gibt.

    __________________________________________

    Dieser Film ist besonders sehenswert, weil er sich vor allem auch um die Bedeutung von Meinungsfreiheit dreht

    (Der Inhalt des Plädoyers von Edward Norton als Larry Flynts Verteidiger Alan Isaacman hätte Jan Böhmermann bzw. seiner Verteidigung in Sachen ‚Schmähgedicht‘ helfen können.)

    „Meine Damen und Herren Geschworenen, Sie haben heute viel gehört und ich werde es nicht versuchen es noch einmal für Sie aufzurollen. Aber Sie müssen nachher in Ihren Raum gehen und einige Entscheidungen fällen. Und es gibt eine Sache, die ich Ihnen unmissverständlich klar machen möchte, bevor Sie das tun:

    Ich will Sie nicht davon überzeugen, dass Ihnen gefallen soll was Larry Flynt tut. Ich schätze es nicht, was Larry Flynt tut. Aber was ich sehr schätze, ist in einem Land zu leben, in dem Sie und ich selbst eine Entscheidung fällen können. Ich schätze, es in einem Land zu leben, in dem ich mir das Hustler Magazine kaufen kann, es lesen kann, wenn ich es möchte oder ich werfe es in den Müll, wenn ich glaube, dass es da hin gehört. Oder besser noch, ich handle nach meiner Überzeugung und kaufe es überhaupt nicht.

    Ich schätze es, dass ich dieses Recht habe. Es liegt mir viel daran. Und ihnen sollte auch viel daran liegen. Auf jeden Fall. Weil wir in einem freien Land leben. Wissen Sie, wir sagen das so oft, aber ich denke, manchmal vergessen wir was das bedeutet. Also wiederhole ich es: wir leben in einem freien Land. Und das ist eine bedeutungsvolle Grundidee. Das ist eine fantastische Art zu leben. Aber diese Freiheit hat auch einen Preis, und zwar den, dass wir manchmal Dinge tolerieren müssen, die wir nicht unbedingt schätzen.

    Also gehen Sie jetzt in den Raum, wo sie denken können was sie wollen über Larry Flint und das Hustler Magazine. Aber stellen Sie sich bitte die Frage, ob sie ihre Entscheidung auch für uns alle treffen wollen. Denn die Freiheit die jeder hier in diesem Saal hier genießt liegt nun eindeutig in ihren Händen. Und wenn wir nun anfangen Mauern zu errichten gegen das was einige von uns für obszön halten, dann wäre es möglich, dass wir eines morgens aufwachen und feststellen, dass wir Mauern an vielen Orten errichtet haben, an denen wir es nie erwartet hätten. Ud dann können wir nichts mehr sehen und nichts mehr tun. Und das ist keine Freiheit. Das ist keine Freiheit. Also seien Sie vorsichtig. Ich danke Ihnen.“

    Und ja, das deckt auch Meinungen ab, die ohne Beurteilungskompetenz faktenfrei, bauchfühlend etc.mit dem Niveau von – Sie wissen es – daher kommen.

  19. Ulf Reinhardt sagt:

    Herr Luths, Ihre freundliche und optimistische Art macht Sie vielleicht für Utopien besonders anfällig.

    Die Arena ist wider aller Legenden, welche mit dem aus Bestuhlungsplänen bestehenden „Konzept“ begründet werden, keine Multifunktionshalle, in welcher sämtliche Veranstaltungsformate angeboten werden können. Sie eignet sich nur für Sport und ein sehr kleines Segment größerer Konzerte. Viele Künstler lehnen ein „Arena-Ambiente“ jedoch ab. Für die von Ihnen vorgeschlagenen Kongresse ist die Arena aufgrund der möglichen Bestuhlung, der Akustik sowie eben dem „Arena-Ambiente“ grundsätzlich nicht geeignet. Sie ist eben kein Kongreßzentrum sondern bleibt mit ihren Rängen immer eine Arena.

    Hat Klaus Hoppe bei seiner Präsentation darauf nicht hingewiesen? Und FKP-Skorpio, die genau aus diesem Grund nur bestimmte Konzerte geplant hatten? Und wenn Sie das immer noch nicht glauben wollen, haben Sie als gewissenhafter Kreistagsabgeordneter bestimmt noch mehrere unvoreingenommene, weil nicht mit Arena-Interessen verbundene Veranstaltungsprofis befragt?

    Auch wird die Legende einer Multifunktionshalle schon aufgrund des Faktums in sich zusammenfallen, dass bei jedem Wechsel von Sport auf Event der Bodenbelag für Kosten in Höhe von 5.000 € umgebaut werden muss. Diese Kosten muss der jeweilige Veranstalter tragen oder der Landkreis von seinen Mieteinnahmen stemmen. Bei den angestrebten 100 Veranstaltungen und 50%-Anteilen Sport und Event sind das eben mal 250.000 Euro pro Jahr.

    Das war allerdings bekannt und es ist erstaunlich, dass nicht zumindest dieser Umstand Sie und Ihre Kreistagskollegen ein wenig misstrauischer und damit vorsichtiger gemacht hat.
    Welche Halle in Deutschland läuft wirtschaftlich erfolgreich als Multifunktionshalle mit so einem Wechselkonzept? Ich kenne keine. Leider kenne ich jedoch die Kostenstrukturen großer Kongresszentren und Sporthallen, welche ich früher selbst in meiner Unternehmensgruppe betrieben habe. Für uns war das trotz mehrerer 100 Veranstaltungen pro Jahr überwiegend erfolgreich, für die Kommunen trotz Beteiligung über eine Umsatzpacht jedoch immer eine Millionenbelastung.

    Daher kann ich Ihren Zweckoptimismus leider nicht teilen und weiß, dass aus dem Ehrgeiz wirtschaftlich unkundiger Kommunalpolitiker erwachsene Hallenpläne durchgehend nicht funktionieren und auch bei gutmeinenden Optimisten letztlich immer zu der Ernüchterung führen, Steuermittel konzeptlos und sinnlos verschleudert zu haben.

    Das ist eben keine Utopie, sondern seit fast 50 Jahren Realität in ganz Deutschland. Unzählige Hallen sind seither wieder verschwunden, fristen ihr Dasein als Bauruine (wie einst die Nordlandhalle) oder reißen als dauerdefizitäre kommunale Eigenbetriebe oder Beteiligungsgesellschaften jedes Jahr Millionenlöcher in den Haushalt.

    Und genau das wird mit der Arena passieren, da hilft eben keine Utopie, sondern nur wirtschaftlicher Realismus. Kreisspitze und Kreistagsabgeordnete werden sich schon fragen lassen müssen, warum sie vor den maßgeblichen Entscheidungen nicht einmal eine Exkursion zu Vergleichsobjekten unternommen und sich kundig gemacht haben. Aber dann wird wieder niemand die Verantwortung übernehmen wollen und viele der Entscheidungsträger werden im Ruhestand sein. Diese Rechnung zahlt dann die nächste Generation. Unter verantwortlicher und vorrausschauender Politik verstehe ich etwas Anderes.

    • Thomas Buller sagt:

      Lieber Herr Reinhard ,

      was Herr Luths bemüht war Ihnen mitzuteilen ist die Tatsache, dass eine Arena möglicherweise auch durch Nebeneffekte wie Gastronomie, Hotellerie, Einzelhandel oder Tourismus auch wiederum Mehreinnahmen in den öffentlichen Haushalt bringen könnte, insbesondere in einer schon touristisch erschlossenen Region.
      Dieser Effekt wird Ihrerseits gerne außer acht gelassen.
      Ihr Vorschlag ist ja nun dieses Segment privaten Investoren überlassen damit die öffentlichen Mittel geschont werden. Was machen diese Investoren ?
      Sie fordern von der Kommune natürlich für ihre Investitionen entsprechende Entlastungen. Kostenloses Grundstück, Steuerfreiheit, Subventionen anderer Art….Und wer steht dann wieder auf der Matte und protestiert lautstark ? Unter anderem ihre Partei ,die sich dann wieder dagegen ausspricht privaten Investoren noch Geschenke zu machen ,um dann auch dieses Projekt wieder zu torpedieren.
      Und geht der Investor Pleite, haben sie auch eine Bauruine, ändert also auch wenig.
      Wie wollen Sie ein entsprechendes Kultur und Freizeit Angebot den Bürgern machen oder interessiert es Sie im Grunde gar nicht ?
      Bei all der absolut berechtigten Kritik ,fehlt mir immer noch der positive Gegenentwurf.

      Wenn Sie immer so gleichförmig ,pessimistisch von dieser Arena-Dystopie reden, müssen Sie ja Sie schon regelrecht hoffen, dass das Projekt auch genauso floppt, wie Sie es prognostizieren.

      • Otto Berg sagt:

        Und, sehr geehrter Herr Dr. Buller, ein öffentlich durchsubventionierter Eventisierungszirkus (nicht nur mit Bruce Springsteen und den Wildecker Herzbuben, sondern auch mit Wirtschaftskongressen, Abi-Feiern und Tanztees für agile Silberrücken) UND ein öffentlich subventionierter Gastro-Service, der nur funktionieren kann, wenn er die Kundschaft des Campus-Imperiums (vielleicht bald sogar die Lüneburger Kliniken und Gymnasien) mit Essen auf Rädern beliefert, — würde der etwa NICHT die nach jedem Euro lechzende privatwirtschaftliche, in pandemiefreien Zeiten NICHT mit Steuergeld über Wasser gehaltene Veranstaltungs- und Restaurant-Szene in Stadt und Lüneburger Land „kannibalisieren“? Darauf hat der Freidemokrat Wiemann schon vor vier Jahren hingewiesen und Herr Jenckel hat ebensolange wiederholt darauf vorbereitet, dass Herr Dr. (HSG) Spoun bestimmt nicht sehr lange dabei zuschauen wird, wie sein lieber Freund in der nördlichen „Stadthalle“ ¡vamos! ruft, wenn er seine durch die Hallendecke schießende Kontokurve bejubelt, aber er, der Präsident der südlichen Stadthalle, bloß in glänzend verchromte Holme im Keller unter der Libeskind-Cafeteria beißen kann, weil ihm niemand eine Traumküche und ein am Fließband produzierendes Gourmet-Team bezahlt.

      • Ulf Reinhardt sagt:

        Lieber Herr Buller,

        da gibt es sicherlich wirkungsvollere Wege der Wirtschaftsförderung als die Investition in eine Arena von 100 – 120 Millionen Euro in 25 Jahren mit der Hoffnung, dass ein paar Euro davon zurückkommen.

        Haben Sie mal Hoteliers und Gastronomen gefragt, was diese davon halten? Genau das Gegenteil, was Sie hier suggerieren ist der Fall, denn diese privat finanzierten Hotels und Restaurants stehen auf einmal im Wettbewerb mit einer aus Steuermitteln finanzierten Arena. Das nennt man wohl Wettbewerbsverzerrung.

        Und von meiner Vorstellung bin ich anscheinend deutlich konsequenter in der Marktwirtschaft unterwegs als Sie bzw. die CDU:

        Genau, ich möchte das den privatwirtschaftlichen Investoren überlassen, denn diese bauen nicht einfach ohne Konzept sondern planen, prüfen und kommen bei so einem Projekt wie der Arena zu dem Schluss, dass die Investition nicht marktfähig und damit nicht sinnvoll ist. Somit werden knappe Ressourcen nicht verschleudert und Insolvenzen vermieden und lieber an anderer Stelle sinnvoll investiert.

        Mein positiver Gegenentwurf für Kultur- und Freizeitangebote:
        Förderung der vielen guten und etablierten Kulturstätten wie das Kulturforum, die Kulturbäckerei, den Salon Hansen und viele andere.

        Es muss nicht immer größer, höher und schneller sein. Viele BürgerInnen gehen viel lieber in einen kleinen Club als in Großkonzerte. Die ganz großen Stars werden ohnehin nicht nach Lüneburg kommen, James Blunt hat schon abgesagt.

        Und nicht vergessen:

        Die Hansestadt hat erst vor wenigen Jahren den Libeskindbau mit der Begründung mitfinanziert, dieser wäre der Ersatz für eine Stadthalle.

        Bis heute werden die Kontingente der Hansestadt im Libeskindbau nicht annährend ausgeschöpft. Die eigens gegründete Vermarktungsgesellschaft erzielt ein dauerhaftes Minus und man ist um Welten von den geplanten Auslastungszielen entfernt.

  20. Otto Berg sagt:

    Lieber Herr Luths,

    das ist Polemik: https://blog-jj.com/2021/04/16/willkommen-bei-der-avacon-in-der-mario-barth-arena/#comment-14499

    Intelligent designt und unterhaltsam vorgetragen, worauf man sich bei Ihnen verlassen kann. Aber eben doch Polemik.

    Ich mache es kurz, weil, wie Sie richtig schreiben, im Grunde alles gesagt ist — und die Gerichte endlich übernehmen sollten!

    Die Frage, um die es geht, ist NICHT, was Ober-Lüneburg alles braucht, um Über-Lüneburg zu werden, ist somit auch nicht, ob unsere Heidemetropole eine schöne große Multifunktionshalle braucht (ich meine, ja!, genauso wie ein ligataugliches Stadion und einen Sportpark, der seinen Namen verdient) SONDERN die Frage ist, ob Bau, Finanzierung und Defizitbetrieb DIESES Riesenmurkses, der forthin mit „Arena“-Titel aufgebrezelt an einem für eine Halle dieser Größe ungeeigneten Standort prangt, — überhaupt zum Aufgabenkreis eines Kommunalverbandes gehört.

    Und, lieber Herr Luths, das ist wie mit den Spaßprodukten anderer gescheiterter Winkelwilhelministen auch, nach vorne zu schauen und „das Positive“ zu sehen, empfehlen meist die, die mitverantwortlich sind, (was auf Sie nicht zutrifft, was ich aber erwähne, weil genau das etwa auch Frau Plaschka, Herr Blume, Herr Kamp und Herr Rehfeld unablässig daherbeten). Mitbezahlen dürfen indessen in fürstlichen Quantitäten die, die nicht gefragt wurden.

    Ja, die Arena steht.

    Aber was hatten und haben Stadt und Kreis eigentlich darin zu suchen?

    Sie umarmen auch mich, indem Sie bitten, „WIR“ möchten „BEIDES“ tun, „die Verantwortlichkeiten für Fehler in der Vergangenheit untersuchen, benennen und ggfls. sanktionieren u n d das Beste daraus machen.“

    Warum plötzlich „WIR“, lieber Herr Luths? Als es um Planung und Bau ging, sind „Wir“ nicht gehört worden, obwohl „WIR“ warnten.

    Was ist falsch an Herrn Reinhardts Vorschlag? Herr Bahlburg und Herr Hoppe wollten die Arena. Gebaut nach ihren Wünschen steht sie nun da. Praktisch alle Prospekte und Verheißungen, damit sei der Anbruch seliger Zeiten quasi garantiert, stammen von den vorgenannten Herren. Warum kaufen die beiden den Palast nicht für die rund dreißig Millionen Euro, die er den Steuerzahler bis heute gekostet hat, und machen die Welt neidisch, indem sie zeigen, welche Reichtümer sie damit aufhäufen können, dass sie Lüneburg per Eventisierungsjazz ganz weit nach vorne unter die angesagtesten Oberzentren zwischen Winsen und Uelzen pushen?

    • Andreas Janowitz sagt:

      Wo ist ihr Zweckoptimismus hin Herr Berg?
      Immerhin haben wir jetzt einen fulminanten Krater im Budget? Das macht so schnell niemand nach. Nicht nur das der sehr wahrscheinlich ausbleibende Zuschlag für das Catering im Circus Minimus Alternativen nötigt macht, welche das Anbohren irgendwelcher Fördertöpfe für irgendwas mit Digitalisierung erst möglich machen, man kann die so aufgebaute Plattform später an den Allesfresser „Liferando“ verfüttern?!

      Wenn man dann noch Pfandnäpfe den Pfannenbeschickern auferlegt sogar mit ökologisch reinem Gewissen?! Und ich bin mir sicher auch hier kann man Nachhaltigkeitsförderungen zweckentfremden. RFID Chips in die Plastikhohlkörper und schon hat man den darbenden Rentnern beim Pfandsammeln ein veritables Zubrot verschafft. Der sozial-ökologische Doppelschlag… für sieben auf einen Streich reichts dann zwar immer noch nicht, aber der Versuch zählt.

      Soweit so ungut würd` ich sagen. Prost!

    • Peter Luths sagt:

      Zuviel der Ehre, sehr geehrter Herr Reinhardt!

      Ich gehöre und gehörte dem Kreistag nicht an.

      Insofern erfolgten meine Anmerkungen aus der Halbdistanz, ohne seinerzeitige intensivere Beschäftigung mit der Materie und mit Blick auf den Status quo.

      Naja, lieber Herr Berg, Polemik ist jedenfalls Ihnen ja nicht ganz fremd …

      Warum ein Verkauf an die Herren nicht in Betracht kommt? Weil die Arena defizitär sein wird, s. den Beitrag von Herrn Reinhardt. Und weil vermutlich die Finanzierung eines niedrigen zweistelligen Millionen-Kaufpreises die Möglichkeiten übersteigen dürften.

      Ich bleibe dabei: Beides muss unabhängig voneinander möglich sein – ex tunc beurteilen, ex nunc planen.

      • Otto Berg sagt:

        Lieber Herr Luths,

        ich bin dafür, nicht nur das Vergangene, sondern auch das Gegenwärtige und das Künftige urteilend zu begleiten!

        Und darüber, dass, wenn ein Kind im Brunnen liegt, alles daran gesetzt werden muss, es gesund wieder herauszuholen, brauchen wir, glaube ich, wirklich nicht zu reden.

        Allerdings berechtigen Hinweise auf diese Selbstverständlichkeit auch NICHT zu der Überzeugung, weiterhin (und vielleicht noch intensiver) betriebene Schwindeleien und Schönfärbereien sollten nun gefälligst ignoriert werden, da man ja „Rettungsdienste leiste“ und „sich mühe, Schaden zu begrenzen“, – und dabei „keine kleinkarierte Erbsenzählerei“ gebrauchen könne!

        Ich möchte Sie außerdem bitten, den Scharfsinn und die Kenntnisse vom Kollegen bembel nicht außer Acht zu lassen ( https://blog-jj.com/2021/04/16/willkommen-bei-der-avacon-in-der-mario-barth-arena/#comment-14513), der einfach nicht einsehen möchte, dass Ironie im Lüneburger Land nicht verstanden wird, oder, wie Marcel Proust vor genau einhundert Jahren in seinen Kalender notierte, „dass in der Politik das Wiederholen dessen, was – angeblich – alle Menschen denken, offenbar kein Zeichen von Mittelmäßigkeit, sondern von Überlegenheit ist.“

        UND, da Sie mit Ihrer konzilianten Bescheidenheitsformel die Luke selbst einen Spalt weit geöffnet haben, möchte ich fragen, warum ich Ihren Namen nicht auf einer unserer schönen Wahllisten lese? Wollen Sie wirklich denen das Feld überlassen, die nicht viel mehr zu vermelden haben, als dass sie „für ein Lüneburg (und ein Heiligenthal) sind, in dem die Menschen supi dupi und mega nice leben“?

  21. Ulf Renhardt sagt:

    Sehr geehrte Herr Luths,

    jede Investition in Infrastruktur muss sich am Gemeinwohl und somit der Frage orientieren, ob diese einer großen und somit in Verhältnis zu den Investitionskosten angemessenen Zahl an Bürgern zu Gute kommt.

    Für die Arena ist diese Frage einfach zu beantworten, da sich mehr als 90% der Bürger weder für Volleyball interessieren noch zu großen Konzerten gehen. Sämtliche anderen genannten Veranstaltungsformate sind vorgeschobene Begründungen, da für diese ausreichend anderweitige überwiegend privatwirtschaftlich finanzierte Kapazitäten zur Verfügung stehen, eine Arena für viele Formate völlig ungeeignet ist und die „kostenlos“ zur Verfügung stehenden Kontingente im Libeskindbau nicht vollständig genutzt werden.

    Und genau aus dem Grunde, dass möglichst viel Infrastruktur, die möglichst vielen BürgerInnen dient, im Sinnes des Gemeinwohls vorgehalten werden soll, ist es so tragisch, das der Landkreis nun zukünftig, im besten Falle mit einem jährlichen Minus von 2,5 Mio. EURO für den Betriebskostenzuschuss der sehr wenigen Menschen dienenden Arena, die Mittel für viele wichtige Projekte nicht mehr wird aufbringen können.

    Schon seit den 70er Jahren ist bekannt, dass selbst gut gebuchte Stadthallen grundsätzlich hoch defizitär sind. Da hätte sich jeder schlau machen und diese Szenarien in den Beschlussvorlagen beschreiben können.

    Selbst Herr Krumböhmer hat eingeräumt, dass nach der Absage und anschließenden Beratung von FKP Skorpio klar war, wie hoch die Risiken sind und an dieser Stelle das Projekt hätte abgebrochen bzw. der Kreistag mit einer entsprechenden Beschlussvorlage informiert werden müssen.

    Ich stimme Ihnen zu, dass man jetzt jedoch nur noch das Beste daraus machen kann und die Verantwortlichkeiten aufarbeiten muss.

    Bei derartig hohen Betriebskostenzuschüssen müsste somit ein Verkauf zumindest geprüft werden.

    Spätestens, wenn die letzte Illusion einer hochwertigen Bewirtschaftung der Gastronomie platzt und klar wird, dass es über Bier und Bratwurst nicht hinausgeht, sind weitere Optionen gefragt.

    Die Leuphana hat zwei Jahre lang einen Caterer gesucht, der nach weniger als einem Jahr wieder verschwunden war. Zumindest war der damalige Kanzler Holm Keller jedoch so weitsichtig, die ursprüngliche Idee eines Hotels neben dem Libeskindgebäude zu prüfen und auf Anraten möglicher Betreiber von dieser Idee jedoch abzusehen.

    An solchen Einsichten scheint es der Kreisspitze sowie dem überwiegenden Teil der Kreistagsabgeordneten nach wie vor zu fehlen.

    Stattdessen sollen nun windige Steuersparmodelle und Dividenden das Dilemma verschleiern.

    Ist das wirklich das Beste? Oder läuft da vielleicht immer noch etwas falsch?

    • Andreas Janowitz sagt:

      Machen wir doch aus der Not eine Tugend und bieten bei Veranstaltungen mit „hoherwertigem Catering“ einen Lieferservice? Die „Circus-Minumus App“ lässt sich doch bestimmt irgendwo abkupfern und im Akronym-Dschungel geht „CMA“ sicher unter oder bleibt positiv konnotiert hängen.^^

      Lüneburger Gastronomen können sich einkaufen und bei den (sicherlich) raren Anlässen die Festivität verköstigen.

      Irgendwer wird schon mit tragbarer Wanze aufkreuzen und „QR“ Codes haben sowieso gerade Hochkonjunktur- voila gebuchte Caterer für den Abend. Wie bei QVC rattert dann die Menge verfügbaren Menues `gen Null- bis jemand mehr bietet. xD!

      Irgendwas mit „Digitalisierung“ eröffnet obendrauf Berechtigung auf EFRE Zugriffe:
      DIE carte blanche in Sachen vergurkter öffentlicher Bauvorhaben, bis in Brüssel jemand die Lage peilt, sind wir Schildbürger schon über den Bardowicker Möhrenacker! Dazu ein wenig Finanzproktologie und vertackert wär´ die klaffende Fleischwunde im Etat. Verkaufen kann man den Laden später immer noch.^^

  22. jo bembel sagt:

    Es gibt da so etwas, das heißt Marktforschung. Als Kreisvorsitzender Lüneburg, Mitglied des niedersächsischen Landesvorstandes sowie des Bundesvorstands und -präsidiums der Mittelstands- und Wirtschaftsunion und Mitglied im Verein Lüneburger Kaufleute könnte man schon mal etwas davon gehört haben.

    Durch Marktforschung ließe sich eruieren, welchen Stellenwert welche Faktoren bei der Wohnortentscheidung haben. Das ist, auch wenn Sie es nicht glauben können, kein Hexenwerk und hätte schon längst durch das Lüneburger Stadtmarketing in Auftrag gegeben werden müssen. Allerdings muss man Expertise haben, um zu erkennen, ob einem manipulierte Ergebnisse aufgetischt werden.

    Ebenfalls wäre es ein leichtes gewesen, herauszufinden wie die Auslastung in ähnlich großen Arenen ist und wie viele Veranstaltungen dort mehr als 1.200 gab. Für Veranstaltungen bis zu dieser Größe gibt es in Lüneburg schon Veranstaltungsmöglichkeiten (Leuphana Audimax und Sportpark Kreideberg).

    Nicht einmal die SVG hat einen Anhaltspunkt geben können, dass die Zuschauerkapazität in der Gellersen-Halle nicht ausreichend ist.

    Ja, die Halle steht und der Unternehmer Klaus Hoppe wird zumindest das Beste für sich daraus machen.

    • Peter Luths sagt:

      Ja, kenne ich, Herr Bembel.

      Aber Sie wollen mir doch nicht weismachen, dass Marktforschung der Schlüssel zum Glück gewesen wäre?

      Ich wollte gerade den Blick dafür öffnen, dass auch operativ defizitäre öffentliche Einrichtungen einen Standortvorteil im Wettbewerb der Regionen bieten können, s. meine Beispiele heute 14.57 Uhr.

      Und bitte, Herr Reinhardt, reduzieren Sie doch die Arena nicht auf die Volleyballfans.

      Verkaufen an wen? An ein privates Unternehmen wohl kaum. An die Hansestadt Lüneburg? Oder womöglich an ein genossenschaftliches Unternehmen der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft ; – ) ?

      Wie wäre es, wenn Sie es Ihren Parteifreunden schmackhaft machten, einen Bundesparteitag dort abzuhalten? Mit Bus-Shuttle vom Bahnhof? Brächte allein an Übernachtungsumsatz geschätzte € 50.000,00. Zudem müsste gegessen und getrunken werden, manch ein mitgebrachter Partner würde einen Einkaufsbummel machen oder ein Museum besuchen. Tagungstechnik wäre erforderlich. Lüneburg wäre bundesweit in den Medien. Vielen würde es auch dank Ihrer Gastfreundschaft hier so gut gefallen, dass gleich noch ein Urlaub mit den Lieben geplant würde …

      Wohl utopisch. Blick öffnen ist ja offenbar nicht …

      • jo bembel sagt:

        „Aber Sie wollen mir doch nicht weismachen, dass Marktforschung der Schlüssel zum Glück gewesen wäre?“

        Herr Luths, Gratulation! Ich gebe mich geschlagen. Ihr Bauchgefühl und das der anderen Befürworter ist wirklich unschlagbar und außerdem wird die Arena gebraucht, weil ohne diese Lüneburg keine Zukunft hat. Isso. Ich schwör!

        By the way: Es wurde zwar noch kein Nachweis erbracht, dass die Amputation von Gliedmaßen Rückenschmerzen lindert – das bedeutet aber nicht, dass es nicht so sein kann.

  23. Ulf Reinhardt sagt:

    Die Kreishaus-PM zur Gastroausschreibung ist ein Witz. Niemand wird sich melden. Die Chance, in dieser Einöde unter den von Frau Vossers skizzierten Bedingungen zu überleben, sind gleich null (siehe Libeskind-Gastro). Der ganze Kram ist von und für Klaus Hoppe von der Campus Management arrangiert: „Ein zentraler Aspekt der Gastronomie-Konzession ist die enge Abstimmung und Zusammenarbeit mit der Campus Management GmbH, die als Dienstleisterin das Veranstaltungsmanagement der Halle übernimmt.“ Er bekommt demnächst umsonst, wofür er bisher zahlen musste. Sein kompletter mobiler Catering Service wird von dort aus abgewickelt. Nur, dass „die Arena-Gesellschaft als Vermieterin eine feste Monatsmiete und einen Anteil der Netto-Einkünfte“ erhält, wird kurz vor der Einweihung sicher noch geändert. Da möchte man es sich vor dem tollen Start mit dem einzigen Bieter doch nicht vermiesen!

  24. salzstadt sagt:

    Es sind eine Menge Fehler gemacht worden im Zusammenhang mit der Arena. Aber warum? Die Antwort liegt nahe. Zumindest für jemanden wie mich, der schon seit den 1980er Jahren auf eine Stadthalle wartet. Ja, schon zu Zeiten als die Nordlandhalle noch für Konzerte zweckentfremdet wurde. Ähnlich wie mir erging es sicherlich auch einigen Entscheidern. Der Grund liegt in der heutigen Zeit begründet. Leider ist die Gesellschaft so gestrickt, dass große Bauvorhaben kaum mehr möglich sind. Wenn man zu lange zaudert oder überlegt hat sich schon eine Bürgerinitiative gegen was auch immer gegründet. Jüngstes Beispiel ist der Sportpark in Wendisch-Evern. Genial gelegen. Stört eigentlich niemand. Aber da kommt das gallische Dorf daher und möchte der großen Stadt mal zeigen, wo der Hammer hängt. Wie selbstverständlich profitiert man natürlich jeden Tag von dieser ohne sich zu hinterfragen, wie es den Lüneburger Bürgern damit geht, wenn die Wendisch-Everner mit ihrem Auto nach Lüneburg fahren und dort anderen Verkehrsraum und Parkplätze wegnehmen. Wen wundert es also – und jetzt komme ich wieder auf die Arena – , dass bei solchem Bürgerverhalten die Basta-Politik Einzug hält. Schnell was durchziehen bevor irgendjemand dagegen vorgeht. Und dafür gilt mein Dank tatsächlich den Herren Nahrstedt, Mädge und Böther. Ohne den Mut dieser Politiker würden meine Urenkel noch auf eine Halle warten. Eine Halle, die uns allen mehr Lebensqualität bietet. Weil wir tolle Sportereignisse und Konzerte genießen können ohne nach HH fahren zu müssen. Ja und deshalb dient sie sehr wohl dem Gemeinwohl. Und wer das nicht glaubt, kann in 2-3 Jahren mal draufgucken und die Menschen befragen, die die Halle genießen. Das entschuldigt keine politischen und betriebswirtschaftlichen Fehler. Aber die Notwendigkeit einer schnellen Entscheidung ist sicher ein Grund. Uns wäre allen gedient, wenn dieses unsägliche Draufhauen auf die Politik mal aufhört. Wer das blöd findet sollte sich ab sofort in der Kommunalpolitik engagieren und es (vermeintlich) besser machen.

    • Johann S. Kirsche sagt:

      Bin auch der Meinung. Ohne ein bisschen Diktatur läss sich keine Halle bauen. Haben sich die Bürger selbst zuzuschreiben, dass man sie heutzutage als Politiker zu Ihrem Glück zwingen muss.

      • Konsequentes Handel akzeptieren ich, aber massenhafte, teure Fehler die ohne Konsequenzen bleiben und der Steuerzahler zahlen muss, nicht mehr. Wer auch noch nachgewiesene Falschinformatinen der Parlamente verteidigt lehnt unsere Demokratie offensichtlich ab.

      • Salzstadt sagt:

        Ach, das ist Diktatur, wenn frei gewählte Politiker nach ihrem Gewissen handeln? Wusste ich nicht. Wieder was dazu gelernt

      • Lieber Salzstadt, offensichtlich verdrehen Sie sich die Tatsachen.Ich kämpfe für freie Gewissensentscheidungen, auch bei politischen Gegnern!. Wenn aber offiziell Anfragen von Politikern falsch beantwortet und Baubeschlüsse vorgelegt werden, die vertraulich ausgeklüngelt wurden aber nicht von den beauftragten/bezahlten Experten stammen, wird die demokratische und freie Meinungsbildung unmöglich.
        Nehmen Sie die Realität (z.B. auch den Bericht der Kommunalaufsicht) zur Kenntnis und verbreiten Sie keine fake news unter Pseudonym .

      • Otto Berg sagt:

        Ja, Frau/Herr „salzstadt“, die Steuerbürger und Wähler ignorieren, den Dialog mit zahlenden Einwohnern und Betroffenen gezielt vermeiden und/oder umgehen sowie ALS ein DIENER gegen das unerwünschte, als lästig empfundene Verhalten des SOUVERÄNS den „Einzug der Basta-Politik für „verständlich“ und legitim erklären („Schnell was durchziehen[,] bevor irgendjemand dagegen vorgeht“), das eigene „Bauchgefühl“ beim Ausgeben von Multimillionensummen für höher veranschlagen als eine professionelle, faktenbasierte Bedarfsfeststellung, das alles ist in der Tat ein Sehnsuchtsbekenntnis nach diktatorisch-autokratischen (um nicht zu sagen mafiösen) Handlungsmöglichkeiten!

        Im Übrigen sind/waren die von Ihnen genannten Arena-Protagonisten, die Herren Nahrstedt, Mädge und Böther, alle drei Hauptverwaltungs-, also Wahlbeamte, die keineswegs primär Ihrem Gewissen, sondern der Gemeindevertretung (hier Rat und Kreistag) und dem Hauptausschuss (hier Verwaltungs- bzw. Kreisausschauss) verantwortlich sind – und gewaltigen (juristischen) Ärger zu gewärtigen haben, wenn sie diese Organe hinters Licht führen und zu Beschlüssen veranlassen, über deren Umstände und Voraussetzungen sie nicht korrekt informiert haben.

      • Otto Berg sagt:

        Um Fehldeutungen vorzubeugen, füge ich meinem Kommentar von oben (9. Mai 2021 um 21:50 Uhr) auf Anregung eines gut informierten Blog.jj-Lesers hinzu, dass kommunale Hauptverwaltungsbeamte natürlich weitreichende, verfassungsgesetzlich verbriefte Vorschlagsrechte besitzen (wie die Vertretungen und die Vertretungsmitglieder allerdings auch – sowie in besonderen Fällen sogar die von diesen und von jenen temporär repräsentierten Bürgerinnen und Bürger).

        Ohne Ziele und ohne beherztes Handeln am Leitfaden von Zielen könnte es keine politische Gestaltung geben. „Die Politik bedeutet ein starkes langsames Bohren von harten Brettern mit Leidenschaft und Augenmaß zugleich.“ (Max Weber, 1919). Dies zu gewährleisten, nicht zuletzt dafür werden Oberbürgermeistermeister und Landräte (w/m) von den Bürgerinnen und Bürgern in freier und geheimer Wahl gewählt. Darauf basiert ihre demokratische Legitimation. Für ihre Gestaltungskonzepte müssen sie in ihren (ebenfalls demokratisch gewählten und legitimierten) Gremien – mit Gründen und Argumenten (und NICHT mit „Tarnen, Tricksen, Täuschen“ (Bernie Wiemann, 2018)) – um Mehrheiten ringen, ihr Vorgehen erläutern, lückenlos und wahrheitsgemäß informieren, über Fehler Rechenschaft ablegen, gefasste Beschlüsse akzeptieren – und diese nach dem Willen der Vertretung umsetzen. Beim nächsten Wahltermin werden die Hauptverwaltungsbeamten erfahren, wie die Wählerinnen und Wähler ihr Handeln (und Unterlassen) bewerten.

        So funktioniert Demokratie!

    • Ulf Reinhardt sagt:

      Auch bei der selbst ernannten Salzstadt hier die gleiche Systematik:

      Es wird behauptet, man benötige eine Halle und diese wäre für alle möglichen und unmöglichen Zwecke dem Gemeinwohl dienlich.

      Keine Bedarfsermittlung, keine genauen Anmerkungen, wem die Halle eigentlich nutzt, nur eben eine Behauptung.

      Also auch von meiner Seite noch einmal herzlichen Dank an die SPD, Teile der CDU, Herrn Ex Landrat Nahrstedt, Herrn Landrat Böther, Herrn ersten Kreisrat Krumböhmer die Kreisrätin Vossers sowie Herrn Oberbürgermeister Mädge, welche alle in unterschiedlichen Rollen zum Gelingen des gigantischen Steuerverschwendungsprojektes beigetragen haben.

      Kommende Generationen werden es den vorgenannten danken, die Entscheidungen zu der Arena mit falschen und unvollständigen Beschluss-Vorlagen und einem Stil, der von Tarnen, Tricksen und Täuschen geprägt war, durch die Gremien gebracht zu haben.

      • Thomas Buller sagt:

        Eine fehlende Bedarfsanalyse ist kein Beleg dafür, dass auch kein Bedarf existiert, wie Sie sehr wohl wissen.
        In den letzten Jahren ist kein einziges Wohnungsbauprojekt von den Grünen im Lüneburger Rat positiv votiert worden. Entweder fehlendes oder unzulängliches Klimagutachten, mangelndes Verkehrskonzept, nicht ausreichendes alternatives Energiekonzept, fehlende Leerrohre, die Liste ließe sich beliebig verlängern und das ,wo doch der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum völlig unstrittig ist. Immer wurde dagegen gestimmt oder sich enthalten.

        Wenn also selbst bei solchen ,klar durch ihren Bedarf notwendigen Projekten keine Zustimmung durch ihre Politik zu erwarten ist ,dann verwundert es in der Tat nicht, dass es natürlich auch keine bei der Arena gibt.

        Den Beweis ,wo ihr positiver Gestaltungswille liegt ,den müssen sie noch erbringen.

      • Ulf Reinhardt sagt:

        Sehr geehrter Herr Buller,

        Sie stellen fest „Eine fehlende Bedarfsanalyse ist kein Beleg dafür, dass auch kein Bedarf existiert, wie Sie sehr wohl wissen.“

        Okay, wenn dies der Anspruch an Ihre Politik ist, einfach mal versuchsweise über 25 Jahre 100 – 125 Millionen Euro zu investieren, dann ist das vor diesem Hintergrund in einer Welt unerschöpfbarer Ressourcen für Sie und Ihre Wähler offensichtlich in Ordnung.

        Jeder nicht sehenden Auges insolvenzgefährdete Unternehmer allerdings würde auf Bedarfsanalyse, Betreiberkonzept, Wirtschaftlickeitsberechnungen und Investitionsplanungen nicht verzichten und mit seinem Kapital verantwortungsvoller umgehen, als Sie es hier für den Umgang mit Steuermitteln propagieren.

        Was hat die Arena mit fehlemden Wohnraum zu tun? Bitte bleiben Sie in diesem blog doch bei der Sache, auch wenn Ihnen zu Ihrem Lieblingsprojekt Arena die Argumente fehlen.

        Gerne diskutiere ich mit Ihnen das Thema „Bezahlbarer Wohnraum“ sowie die Anforderungen anzukunftsweisende Bebauungspläne an anderer Stelle. Eines jedoch vorab: Einfach die alten Konzepte von vorgestern präsentieren und sich anschließend beschweren, dass nicht alle jubelnd zustimmen, entspricht nicht meinen Vorstellungen von zielführender Baupolitik.

      • Peter Luths sagt:

        Es ist (fast) alles gesagt, z.T. auch mehrfach von der selben Person.

        Eine formelle Bedarfsanalyse – was ist das genau? – soll es nicht gegeben haben. Hätte man sie durchgeführt, wären die Kriterien zu benennen. Braucht man eine Arena? Braucht man ein SaLü? Noch dazu mit Wasserrutschen? Braucht man ein Audimax? Eine Autobahn? ICE-Verbindungen? Ein Theater? Eine Volkshochschule? Braucht unser größter Vorort eine Elbphilharmonie?

        Was hat ein Oberzentrum vorzuhalten? Was macht es attraktiv, um im Wettbewerb mit anderen Regionen Steuerzahler, Konsumenten, Arbeitsplätze, Touristen anzulocken?

        Reicht es aus, sich in den Stadtmauern u.a. an nahezu allen Gerichten, einer prosperierenden Universität, einer hochleistungsfähigen Gesundheitsholding, den Sitzen bedeutender Kammern, erfolgreichen Mittelständlern, Landesbehörden, buntem Einzelhandel, vielfältiger Gastronomie- und Kulturangebote zu erfreuen? Oder sollte man nicht zusätzliche Angebote bereithalten, die soziale, kulturelle, sportliche Bedürfnisse decken oder einfach ein tolles Erlebnis schaffen?

        Wie wird sich die zunehmend rare qualifizierte Fachkraft mit Familie entscheiden, wenn an zwei Standorten interessante Aufgaben locken?

        Zudem auch von mir eine Wiederholung:

        Die Arena steht!

        Lassen Sie uns doch bitte beides machen – die Verantwortlichkeiten für Fehler in der Vergangenheit untersuchen, benennen und ggfls. sanktionieren u n d das Beste daraus machen.

      • salzstadt sagt:

        @Otto Berg. Liebe Frau/Herr Otto Berg (Ihre Identität scheint ja auch nicht vollends geklärt), vielen Dank für Ihre sehr lange Ausführung. Ich empfinde es grundsätzlich als sehr wertschätzend, wenn sich jemand – und das meine ich in allem Ernst – so sehr mit meiner Meinung auseinandersetzt. Sie unterstellen mir, ich „liebäugelte mit einer gelenkten Demokratie“ und hätte ein „sonderbares Demokratieverständnis“, welches Sie am liebsten mit einer Sanktion von Herrn Jenckel belegt sehen wollten. Harter Tobak wie Sie mit der Meinung anderer umgehen. Am Ende sagt das – Sie wissen es selbst – mehr über Ihr Demokratieverständnis aus als über meines. Ich respektiere Ihre Meinung auf jeden Fall. Dennoch habe ich eine andere. Da können Sie noch so viel Text entgegen setzen. In einer Demokratie gelten Mehrheitsbeschlüsse. Die SPD zum Beispiel hat sich im letzten Kommunalwahlkampf vor der Arena-Entscheidung plakativ für eine Stadthalle eingesetzt. Man konnte sie dann wählen oder nicht. Und diese Entscheidung hat sie in den entsprechenden Parlamenten und Gremien gemeinsam mit anderen durchgesetzt. Wenn nun einige wenige (die Zahl ist ja nicht bekannt) damit nicht einverstanden sind, können sie natürlich mit legitimen Mitteln dagegen vorgehen. Dies kann und darf aber nicht zu lasten der Mehrheit (Ergebnis jener Kommunalwahl, Entscheidung in Stadt- und Landrat) gehen.Leute, wie Sie, die nicht von ihren eigenen Wünschen abstrahieren und erkennen können (oder wollen), dass andere Menschen auch Wünsche haben (die völlig ZU RECHT von den ihren differieren können), die sollten, bevor Sie große Reden schwingen, mal eine kleine Auszeit nehmen und im Grundgesetz schmökern. Sorry, dieses Zitat von Ihnen drängte sich mir gerade auf 🙂 Und bevor Sie wieder Dinge zusammenwerfen: Ich bin sehr wohl auch Ihrer Meinung, dass Fehlverhalten im Zusammenhang mit der Arena selbstverständlich erkannt, berichtet und sanktioniert werden muss. Am Ende bleibt, dass Sie grundsätzlich gegen die Arena sind und ich für die Arena. Die ich mir gern an einem anderen Standort mit besseren Rahmenbedingungen und einer nachvollziehbaren Finanzierung gewünscht hätte. Aber die politische Entscheidung ist gefallen. Und viel mehr: Sie ist fast fertig. Insofern gilt es doch jetzt das beste daraus zu machen.

    • jo bembel sagt:

      Ihr geliebter Oberbürgermeister kann sowohl Basta- als auch Contra-Basta-Politik in der gleichen Angelegenheit und das auch noch in umgekehrter Reihenfolge. Applaus! Applaus!

      LZ vom 17.03.2008

      „Stadthalle endgültig beerdigt

      Kein Platz für Stars: Konzerte mit 3000 und mehr Zuhörern bleiben in Lüneburg die große Ausnahme

      st Lüneburg. Mit dem Audimax wollen Stadt und Universität zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Die Lüneburger Hochschule will wachsen, die Stadt brütet schon lange über Plänen für eine Stadthalle. Kritiker wunderten sich: Wie kann ein Audimax für knapp mehr als 1000 Besucher als Stadthalle funktionieren, die mal mit mehr als 3000 Plätzen geplant war? Jetzt macht Oberbürgermeister Ulrich Mädge klar: Eine Stadthalle im klassischen Sinne wird das Audimax nicht.

      Rockkonzerte, Wildecker Herzbuben oder große Musicalveranstaltungen – diese Vorstellung geisterte bei vielen Lüneburgern noch durch den Hinterkopf. Sie waren auch Grundlage der Planungen für die Nordlandhalle, die zur Stadthalle umgebaut werden sollte. Diese Pläne hatte die Stadt verworfen, nachdem sie mit ins Audimax-Boot eingestiegen ist, jetzt begräbt Mädge sämtliche Stadthallenpläne.

      „Eine Stadthalle kostet 25 bis 30 Millionen Euro, nochmal zehn Prozent dieser Summe pro Jahr kommen an Folgekosten hinzu“, rechnet Mädge vor. Anderswo seien Stadthallen Verlustgeschäfte, mit jährlich rund einer Million Euro Zuschuss kalkulierte die Verwaltung in Lüneburg. „Das ist bei der derzeitigen Haushaltslage nicht darstellbar, wir brauchen das Geld für Straßen, Schulen, Kitas, Brücken und Museen“, sagt Mädge und wird noch deutlicher: „Unter die Pläne für eine Stadthalle mit 3000 Plätzen und mehr müssen wir vorerst einen Schlussstrich ziehen.“

      Mit der kleineren Lösung Audimax ist der Oberbürgermeister auch zufrieden: „Wer Großkonzerte sehen will, kann heute bequem nach Hamburg fahren. In den meisten Tickets ist der HW-Tarif schon drin.“

      Als Wirtschaftsfaktor ist das Audimax nicht zu verachten. „Bei Konzerten könnten 1400 bis 1800 Zuschauer stehend, bei Kongressen 400 bis 800 Teilnehmer sitzend teilnehmen“, stellt er sich vor. „So können wir unseren Hotels eine Möglichkeit für größere Kongresse geben. Außerdem können Konzerte und Veranstaltungen auch von Lüneburger Vereinen und Veranstaltern stattfinden, die von Art und Größe her zum Universitätsumfeld passen.“ Über die Festlegung von Nutzungszeiten, die Auswahl solcher Veranstaltungen und weitere bauliche Details sind Stadt und Uni zurzeit im Gespräch. „Das wird aber erst Ende des Jahres abgeschlossen sein, wenn die Audimax-Pläne konkretisiert worden sind“, sagt der Oberbürgermeister.

      Wie geht es jetzt mit der Nordlandhalle weiter? Eine Idee ist, dass die Stadt ihren Anteil an die Lüneburger Parkhaus GmbH verkauft, deren Gesellschafter Eberhard Manzke ist. „Falls es so kommen sollte, werden wir das ganz sauber und transparent abwickeln“, betont Mädge im Hinblick darauf, dass Manzke auch Ratsherr ist. Nach LZ-Informationen sollen die genauen Pläne in einer der nächsten Bauausschuss-Sitzungen vorgestellt werden.“

      Leser-Replik einen Tag später:

      „Wenn, lt. Ulrich Mägde, dem größten Oberbürgermeister aller Zeiten, eine Stadthalle für ca. 3000 Zuschauer 25 – 30 Millionen Euro kostet, wie konnte dann die Stadt Wetzlar (ca. 52.000 Einwohner) 2005 eine bis zu 6000 Zuschauer fassende
      Multifunktionshalle für nur 16 Millionen Euro hinstellen? In dieser Halle gastieren nicht nur namhafte Künstler wie Udo Jürgens, es fanden auch Spiele der Handball-WM 2007 statt.

      Interessant ist auch, dass lt.LZ vom 16.2.2005 der Umbau der Nordlandhalle zum Veranstaltungszentrum nur zehn Millionen Euro kosten sollte. Also liebes Milchmädchen, welche Summe stimmt denn nun? Aber anscheinend gibt es neben der auf Logik basierenden Mathematik auch noch eine real existierende politische Rechenkunst. So wird das, was politisch gewollt wird, wie zum Beispiel das Audimax, so lange schön gerechnet, bis es in die Landschaft passt. Joachim Preuß/Barum“

      Übrigens zur Umwandlung des LSK-Platzes in Wilschenbruch in ein Baugebiet haben die Wendisch-Everner im Gegensatz zum Oberbürgermeister und stellvertretenden Verwaltungsrat-Vorsitzenden der Sparkasse Lüneburg keinen Beitrag geleistet

      • salzstadt sagt:

        Finde ich etwas schade wie hier mit meiner Meinung von einigen (Otto Berg, Bernie Wiemann) umgegangen wird. Ist es so schändlich eine andere Meinung zu haben als Sie? Es macht mir Angst, wenn Autoren hier glauben, sie wüssten alles dazu und würden deshalb auch die richtigen Schlüsse ziehen. Sollten wir nicht alle etwas demütiger sein und andere Meinungen zumindest respektieren statt gleich zu diffamieren („ohne ein bisschen Diktatur….““). Mit meinem Beitrag wurde mir unterstellt, dass ich politisches Fehlverhalten billige. Das habe ich nicht gesagt und auch nicht gemeint. Ich wollte lediglich zum Ausdruck bringen, dass schnelle Entscheidungen (von den ewigen Nein-Sagern provoziert) ursächlich für falsche Entwicklungen sein können. Meine Grundaussage, dass die Arena für Lüneburg wichtig ist, wird sich vermutlich erst im Nachhinein belegen können. In einer Bürgerumfrage würde sich das vielleicht schon heute – subjektiv – zeigen. Aber wirklich erkennen können die Bürger den Nutzen doch erst, wenn die Halle steht und das Angebot bekannt ist. Eine Mehrheit würde schon heute sagen, dass die Planung der Arena an vielen Stellen falsch gelaufen ist. Ohne Frage. Und natürlich müssen dafür Akteure auch zur Verantwortung gezogen werden. Nun ist es aber so und wir sollten nach vorne schauen und uns auf die Arena freuen. Aber Freude ist für einige hier leider ein Fremdwort. Peter Luths hat es auf den Punkt gebracht mit seinem letzten Satz! Danke dafür. Dem kann ich mich nur anschließen.

      • Otto Berg sagt:

        Liebe*r Frau*Herr Salzstadt,

        ich habe Ihnen NICHT UNTERSTELLT, Sie billigten politisches Fehlverhalten!

        SONDERN ich habe Ihnen BESCHEINIGT, Sie liebäugelten mit einer „gelenkten Demokratie“, die stärker auf „Basta“ und einfache, schnelle Lösungen setze als auf die Mühen demokratischer Konsens- bzw. Kompromissfindung.

        Wie komme ich zu meiner Diagnose?

        – (A) Sie schreiben, für jemanden wie Sie, „der schon seit den 1980er Jahren auf eine Stadthalle wartet“, sei klar (1.) dass „die Menschen“ diese Halle wollten und (2.) dass „die Menschen“ diese Halle brauchten. Leute, die ihr „persönliches Bauchgefühl“ – UND SONST NICHTS – ins Feld führen, um 100 Millionen Euro-Investitionen fremden Geldes gutzuheißen, tun damit kund, dass Sie zwar einen sehr starken Glauben an ihr EGO besitzen, aber eine erschreckend schwache Einsicht in die Notwendigkeit von GRÜNDEN.

        – (B) Leute, die das Umgehen verfassungsgesetzlich vorgeschriebener demokratischer Prozesse rechtfertigen, indem Sie schreiben: „Wenn man [sic!] zu lange zaudert oder überlegt[,] hat sich schon eine Bürgerinitiative gegen was auch immer gegründet. […] Wen wundert es also, dass bei solchem Bürgerverhalten die Basta-Politik Einzug hält[?] Schnell was durchziehen[,] bevor irgendjemand dagegen vorgeht[!] Und dafür gilt mein Dank tatsächlich den Herren Nahrstedt, Mädge und Böther.“ – bei solchen Leuten erkenne ich eine – tendenziell – demokratiefeindliche Sehnsucht nach „dem starken (autokratischen) Entscheider“, nach einem der „macht“, ohne „die lästigen Kläffer“ zu beachten, die in besonderen Ausnahmefällen, die sie betreffen, auf eine ihnen gesetzlich zustehende Weise mitreden möchten, unter denen, die in ihrem Namen und Auftrag zu handeln beabsichtigen.

        Ob „die Herren Nahrstedt, Mädge und Böther“ erfreut darüber sind, von Ihnen in das Territorium IHRES sonderbaren „Demokratieverständnisses“ eingemeindet zu werden, bezweifle ich offengestanden, liebe*r Frau*Herr Salzstadt, denn „der Wähler- und Bürgerdialog“ stand und steht auf der Liste der meistgebrauchten Beteuerungsformeln bei diesen Herren ganz weit oben auf der Vokabelliste.

        SIE dagegen, Frau*Herr Salzstadt, perhorreszieren „die“ Mucker und Bedenkenträger („Bürgerinitiativen“, „ewige Neinsager“ usw.), die Sie beschreiben (und abqualifizieren), als seien Sie denen schon leibhaftig begegnet. Leute, wie SIE, die nicht zwischen konkreten Menschen und fingierten Kollektivsingularen (mit denen sie konkrete Menschen pauschal herabsetzen) unterscheiden können (oder wollen), Leute, wie Sie, die nicht von ihren eigenen Wünschen abstrahieren und erkennen können (oder wollen), dass andere Menschen auch Wünsche haben (die völlig ZU RECHT von den ihren differieren können), die sollten, bevor Sie große Reden schwingen, mal eine kleine Auszeit nehmen und im Grundgesetz schmökern.

        Liebe*r Frau*Herr Salzstadt, Sie haben hier Ihre Ansichten mehrfach vortragen können. Herr Jenckel hat Ihre Kommentare NICHT unterdrückt. Dass einer, der sich in einem DEBATTENBLOG äußert, mit Repliken rechnen muss, sollte Sie nicht veranlassen, sich zum mitleidheischenden Opferli zu stilisieren. SIE haben ausgebreitet, wie Sie die Dinge sehen. Unter einigen anderen Kommentatoren habe ICH das ebenfalls getan. Mehr war nicht.

        Um Ihrer „Angst“ vor gepfefferter Gegenrede Herr zu werden, würde ich Ihnen empfehlen, an Ihre eigenen Worte zu denken, in einen Handspiegel zu schauen und jene probeweise einmal auf sich selbst zu beziehen, indem Sie ZU SICH sagen:

        „Es macht mir, ’salzstadt‘, Angst, wenn ich, ’salzstadt‘, hier glaube, ich wüsste alles zum Thema und würde deshalb auch die richtigen Schlüsse ziehen. Sollte ich, ’salzstadt‘, nicht etwas demütiger sein und andere Meinungen zumindest respektieren statt diese gleich zu diffamieren?“

  25. jj sagt:

    Zur Arena und der Gastronomie hat der Landkreis folgende Pressemitteilung verfasst
    Gaumenfreuden in der Arena:
    Gastronomievertrag bis Ende Mai ausgeschrieben

    (lk/ho) Ein Genuss für alle Sinne: Zu einem Besuch der Arena Lüneburger Land gehören Essen und Trinken genauso wie attraktive Veranstaltungen. Aktuell sucht der Landkreis Lüneburg einen Gastronomiepartner für den Hallenbetrieb. Bis zum 28. Mai 2021 um 12 Uhr können sich mögliche Anbieter um die Gastronomiekonzession bewerben. Die Ausschreibung mit allen Details ist über das Vergabeportal http://www.subreport-elvis.de unter der Nummer E99646968 abrufbar.

    „Uns ist wichtig, das kulinarische Angebot in der Arena genauso vielfältig zu halten wie die Events, die dort geplant sind“, sagt Kreisrätin Sigrid Vossers als Geschäftsführerin der Arena-Gesellschaft des Landkreises. „Die Spannweite geht von Kultur und Musik über Messen und große Feiern bis hin zum Sport.“ Dabei wird Wert auf einen hohen Qualitätsanspruch gelegt: „Regional und saisonal sollen die Produkte sein, eine frische Zubereitung und ansprechende Präsentation der Gerichte setzen wir voraus“, so die Geschäftsführerin. Fairtrade-Produkte seien ebenfalls ein Plus. „Wenn gewünscht, darf es natürlich auch mal Bratwurst sein – das kommt auf das Ambiente der Veranstaltung an“, so Vossers.

    Für den Gastronomiebetrieb in der Arena stellt der Landkreis in erster Linie die Räumlichkeiten und eine Grundausstattung der Küche zur Verfügung. Im Gegenzug erhält die Arena-Gesellschaft als Vermieterin eine feste Monatsmiete und einen Anteil der Netto-Einkünfte. Ein zentraler Aspekt der Gastronomie-Konzession ist die enge Abstimmung und Zusammenarbeit mit der Campus Management GmbH, die als Dienstleisterin das Veranstaltungsmanagement der Halle übernimmt. „Der Vertrag wird auf zehn Jahre geschlossen“, erklärt die Kreisrätin. „Nur so kann sich der Betrieb gut einspielen und alle Beteiligten erhalten Planungssicherheit.“

    Alle Details können interessierte Unternehmen über das Vergabeportal http://www.subreport-elvis.de abrufen. Eine Registrierung ist dabei sinnvoll, um weitere Informationen wie etwa Bieteranfragen zu erhalten.

  26. Thomas Buller sagt:

    Die Ausführungen von Herrn Berg sind in der Tat ein wichtiger Aspekt in der Finanzierungsbetrachtung, zeigt sich hier doch ,dass eine einfache Verrechnung von Arenaverlusten mit Avacon Dividende auch unter steuerlicher Betrachtung nicht immer sinnvoll ist, ja sogar auch Nachteile bringen kann ,wenn man die Details betrachtet .
    Ich teile da die Ansicht von Herrn Reinhard ,dass man sich eine derartige Expertise sehr viel früher von der Administration des Kreises gewünscht hätte und dies unterstreicht einmal mehr wie groß der Vertrauensverlust gegenüber der Verwaltung ist. Allerdings anders als Herr Reinhard rufe ich nicht nach der Abrissbirne.
    Ich frage mich eigentlich nur ,warum dieser Beitrag in seiner nüchternen Betrachtung nicht gleich zu Beginn des Blogs in dieser Form gepostet wurde, offensichtlich brauchte Herr Berg auch etwas Zeit um sich einen genauen Überblick zu verschaffen.
    Ich vermute auch hinter Herrn Berg eher mehrere Personen, die etwas irritierenden Ausführungen beim Superhelden-Exkurs ,die weniger inhaltlich als vielleicht psychologisch interessant sein mögen, wollen nicht so recht zu der nüchternen Zahlenarithmetik der Avacon Dividende passen.
    Schließlich bestehen die Berge ja auch aus mehreren Gesteinsbrocken.
    Aber das ist natürlich nur ein subjektiver Eindruck.
    Auch ich möchte mich an dieser Stelle bei Herrn Jenckel bedanken, für die Möglichkeit im Rahmen dieses Blogs mit anderen über kontroverse Projekte in der Region zu diskutieren. Vielleicht kann dies ja gelegentlich auch zur mehr Verständnis gegenteiliger Ansichten führen.

  27. ….es scheint an der Zeit, den Spekulationen um das „Phantom“ Otto Berg eine weitere, m.E. überzeugende, hinzuzufügen : Es`kann sich keinesfalls um eine Einzelperson handeln, sondern es muss sich um eine Gruppe vertrauter, gebildeter, hochqualifizierter und bestinformierter billig und gerecht Denkender handeln, die sich überdies noch neuester Erkenntnisse aus dem Bereich algorithmengesteuerter Künstlicher Intelligenz (KI) zu Nutze zu machen in der Lage ist (oder auch umgekehrt ?).Sollte ich mich täuschen, biite ich schon jetzt mir meine mangelnde Vorstellungskraft nachzusehen und um Entschuldigung, verehrter Herr Otto Berg. ANYWAY; KEEP ON RUNNIN` KEEP ON HIDIN`

    • Andreas Janowitz sagt:

      „…die sich überdies noch neuester Erkenntnisse aus dem Bereich algorithmengesteuerter Künstlicher Intelligenz (KI) zu Nutze zu machen…“
      Heijeijei… na das ist ja ein bischen weit her geholt. Zumindest den Grad des Anfrasses teilend und wenn in der Verwaltung, dann keine Beamten schon gar nicht 55+, dafür scheint mir deren Habitus zu wenig eingeschliffen, dennoch beflissendlich genug für 0 Fehler im Diktat.
      Zwischen 35-45 mit unsicherem Anstellungsverhältnis, das legt die Tarnkappe nahe.
      Vielleicht sogar eher konservativ- vom Glauben der unbefleckten Vita.

      • Sehr geehrter Herr Janowitz : ….ist halt Spekulation…. und was spricht dagegen, dass ein Produkt algorithmengesteuerter KI nicht auch zu konservativ anmutenden Ergebnissen kommen kann ?

  28. jo bembel sagt:

    Weil die Nörgler und Verhinderer meinungsschwach sind, kommen sie mit angeblichen Fakten um die Ecke. Dabei kann alles davon widerlegt werden oder relativiert sich, wenn man nur scharfsinnig genug nachdenkt.

    Die Arena wird erstens benötigt, weil sie fehlt und zweitens fehlt sie, weil sie benötigt wird. Was ist daran so schwierig zu verstehen, dass man meint, erst eine Bedarfsermittlung hätte gehabt haben zu müssen? Diese hätte es im Übrigen auch nicht zum Nulltarif gegeben.
    Ja, die Arena ist etwas teurer geworden als zunächst erwartet – aber das ist doch schon jedem passiert, der einkaufen geht. Und nicht nur dann, wenn man gefragt wird, ob es etwas mehr sein darf. Und eigentlich sollte auch jeder die Kaufmannsweisheit kennen, dass der, der billig kauft, im Endeffekt zweimal kauft und zahlt.

    Obwohl unsere Mitbürger mit Mobilitätseinschränkungen z.B. auch in Kaltenmoor Fahrstuhlfahren können, möchten sie das auch unbedingt in der Arena machen und melden den Wunsch zudem erst nach Abschluss der Planungen ein. Kein Wunder, dass das zu einer Preissteigerung aber auch Werterhöhung führt.

    Wer gegen die Arena ist, der möchte am liebsten auch Theater, Museen und Schwimmbäder schließen, weil sie ohne Zuschüsse nicht existieren können und nähme somit billigend Dutzende Ertrunkene in Kauf. Da sollte mal jeder von ihnen sein Menschenbild hinterfragen.

    Und nein, bei der Arena handelt es sich nicht um Steuerverschwendung, sondern sie erfüllt genaugenommen eine Schutzfunktion vor dieser. Wenn hier nicht so viel Steueraufkommen sinnvoll investiert worden wäre – in eine weithin sichtbare, beeindruckende Arena, die den Gegnern der SVG schon vor dem Betreten dieser Sporthölle, Pippi ins Sportlerhöschen treiben wird – dann würde das zukünftig fehlende Geld, doch für Maßnahmen vergeudet werden, von denen nichts wahrnehmbar wäre.

    inspiriert von: Badesalz – Gute Argumente

    https://open.spotify.com/track/47r35yKb1zcOEnwH6dn770?si=dwpTMyUYQ9OQO9SzPVgrRw

  29. Tanja Bauschke sagt:

    Jetzt auch noch AvaconAktien Körperschaftssteuer gegen Arenagewerbesteuerverrechnungen.
    Soll einer sagen, diese Rechtslagen seien nicht kompliziert! Aber die LK-Verwaltung postet auch diese ihre Lösung (zur Vermeidung der Offenlegung des wahren Defizitdesasters) in den politischen Himmel der Engelsgläubigen mit der Unerschrockenheit des Alleinherrschenden-und Wissenden, als gäbe es überhaupt keine ,mitdenkenden Kreistagsabgeordneten oder anders mitdenkenden Bürger/Innen, allen voran einen Otto Berg.
    Ich muß gestehen, dass diese Thematik derart komplex ist, dass ich ihr nicht ohne weiteres folgen kann. Vielleicht rechnet eine Kreisverwaltung auch mit der Überforderung gewöhnlicher Kreistagsabgeordneter! Und schmeißt dann erst mal neue Lösungen raus! In vielerlei Hinsicht konnte das bereits beobachtet werden. Und wenn es dann hinterher auffliegt, holt man sich auch zu diesem Punkt einen Berater. Und der kostet dann kein Geld? Nein, der wird nur in einer anderen Kostenliste untergebracht und deswegen fällt das Ganze dann erst mal nicht auf.

    Ich meine, es ist an der Zeit eine ehrliche Kostenbilanz zur Arena aufzuzeigen. Das betrifft auch und insbes. die Betriebskosten. Viele Probleme sind zudem auch noch gar nicht gelöst und werden uns weitere zusätzliche Kosten abfordern, wie z.B. das noch nicht geklärte Verkehrskonzept und in dem Kontext vorzunehmende veränderte Sicherheitskonzept. Ach ja, zu letzterem gibt es ja wohl auch noch Brandschutzprobleme innerhalb des Gebäudes.
    Das meiste wird nach meiner Erfahrung als Kreistagsabgeordnete bis nach der Wahl geschoben werden.
    Fragen sind zunehmend unerwünscht und Fragende werden als „ewig DagegenGegner/innen“ diskriminiert und ausgegrenzt! Politisch ist das wahrlich kein Zuckerschlecken!

    Deswegen können wir nur froh und dankbar sein, dass es zusätzlich weitere wachsame Bürger/Innen wie Otto gibt, die mit aufpassen. Ich möchte ihn nicht missen!!

    Tanja Bauschke

    .

    • Detlev Schulz-Hendel sagt:

      Ich gebe meiner Kollegin Tanja Bauschke vollkommen recht. Grundsätzlich ist dieser Blog eine gute Plattform in den allermeisten Fällen kritische Anmerkungen zu machen und auch kritisch Sachverhalte zu benennen. Herr Jenckel, danke für diese Möglichkeit. Nun einer der offenbar sehr sauber, sehr gründlich und sehr umfassend recheriert und anmerkt ist zweifelsohne „Otto Berg“. Auch wenn wir alle nicht wissen, wer hinter diesem Pseudonym steckt, ist er ohne Wenn und Aber eine wichtige Instanz in diesem Block und regt so manch anderen zum Nachdenken an und trägt dazu bei, dass hier lebhaft diskutiert wird. Ich finde dass sollte auch so bleiben,. Ich zumindest habe „Otto Berg“ auch ein wenig liebgewonnen.

    • Lieber Herr „Phantomias“ Berg,

      leider zum „Abschied“, Ihre Expertise wird hier im Blog fehlen, wie auch bald der Blog selbst. Dann müssen wir alle bei Mario Barth kommentieren…

      WIKIPEDIA: PHANTOMIAS
      „Phantomias ist ein Alter Ego von Donald Duck, ursprünglich geschaffen, um Donald in der Nacht als Superheld Rache an Personen nehmen zu lassen, die Verbrechen planen und ausführen, wie z. B. an dem Phantom. Mit Hilfe einiger Erfindungen von Daniel Düsentrieb kann Donald so über seine Widersacher triumphieren, wenn auch nur im Geheimen. …
      Donald ist stets auf der Hut, wenn es darum geht, dass seine Verkleidung auffliegt, so sorgt er schon mal mittels einer ferngesteuerten Puppe – wobei er selbst gleichzeitig vor Ort ist – und ähnlichen Tricks dafür, dass er kaum als Phantomias infrage kommen kann. Dennoch kommt er in vielen Geschichten in Verlegenheit, weil Daisy Phantomias und gleichzeitig Donald bei einem Geburtstag dabeihaben möchte. Donald gibt sich als besten Freund von Phantomias aus und versorgt ihn so scheinbar mit Informationen.
      … Im Laufe der Zeit entwickelte sich die Figur des Phantomias vom Rächer zum Superhelden. Statt in eigener Sache loszuziehen, schlüpft Donald meist nur noch in das Kostüm, um Verbrecher zu jagen, wobei er von Daniel Düsentrieb durch weitere, teilweise aberwitzige Erfindungen unterstützt wird. Zu seinen regelmäßigen Gegnern gehören die Panzerknacker sowie Klaas Klever. Im Laufe der Zeit hat er aber, wie jeder andere Superheld, jede Menge Supergegner bekommen, unter anderem den Schmutzgeier (LTB 164), Hypnotiseur Spectakulus (LTB 157) und Mister X (LTB 388).“ (Quelle: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Donald_Duck#Phantomias )

      Ja, ja, da ergeben sich ganz neue Fragestellungen. Wer sind im realen Leben Daisy, Donald und Daniel Düsentrieb? Wer verbirgt sich hinter den Panzerknackern und Klaas Klever? Klar ist mir lediglich, wer das Phantom, die Schmutzgeier und die Hypnotiseure Arena Spectakulus sind. Immerhin. Aber das behalte ich gern für mich.

      Werden Sie uns jemals Ihre Identität offenbaren? Oder verschwindet das ungelöste Geheimnis Lüneburger Lokalpolitik unaufgelöst in den Analen wie dereinst Helmut Kohls Spender:innen? Ich würde mich freuen, demnächst beim Friseur in der BUNTE dem Aufmacher „Ich war Otto Berg“ ab Seite 42 im Exklusivinterview folgen zu können.

      Ich wünsche mir, dass dieser Blog eine Nachfolger:in findet. Natürlich dann auch wieder mit Ihnen, Herr Berg. Wir brauchen einen Kümmerer. Vor uns liegen deutlich zu herausfordernde Zeiten, als dass sie auf facebook, Twitter oder Instagram erhellend gemeistert werden könnten. JJ, please stay tuned.

      Liebe Grüße

  30. Ulf Reinhardt sagt:

    Sehr geehrter Herr Berg,

    es ist schon erstaunlich, dass Sie innerhalb kürzester Zeit in der Lage sind, wozu die Kreisverwaltung trotz großer Anzahl qualifizierter Mitarbeiter und gut bezahlter Berater offensichtlich nicht in der Lage ist:

    Fakten zusammenzustellen, eine nüchterne Betrachtung der Lage vorzunehmen und entsprechende Handlungsoptionen abzuleiten bzw. auszuschließen.

    Hätte die Kreisspitze dies bei jeder Beschlussvorlage zu den Weichenstellungen der Arena getan, wäre vermutlich zu einem frühen Zeitpunkt mit dem Beschluss eines Baustopps größerer materieller Schaden ebenso wie ein weiterer Vertrauensverlust in Politik und Verwaltung verhindert worden.

  31. Otto Berg sagt:

    Der von der Kreisverwaltung beabsichtigte Transfer des Avacon-Aktienpaketes vom „Landkreis Lüneburg“ in die „Arena Betriebs GmbH & Co.KG“ wird nur unter einer Bedingung keinen monetären Schaden anrichten: Dann nämlich, wenn die Betriebsverluste der Arena höher sind als die Bruttodividende, mit denen der LK haushalterisch für die nächsten Jahre kalkuliert. Mit anderen Worten:

    ► Wer die Aktieneinlage will, muss jährliche Betriebsverluste über 1,65 Mio. € wollen.

    Sonst würde die Einlage Geld kosten und nicht sparen (oder gar bringen)!

    Was den Vergleich von „Arena Lüneburger Land Betriebsgesellschaft GmbH & Co. KG“ und „Kurzentrum Lüneburg Kurmittel GmbH“ angeht, halte man sich bitte bewusst, dass die „Kurmittel GmbH“ eine Körperschaft, die „Arena Betriebs GmbH & Co KG“ jedoch eine Personengesellschaft ist.

    ● Sowohl bei der Körperschaftsteuer als auch bei der Gewerbesteuer werden die Ausschüttungen aus Betriebsvermögen (hier Avacon-Aktien) der Steuerpflicht unterliegen, weil der Landkreis lediglich sogenannte „Streubesitzaktien“ (d. h. Unternehmensanteile unter 10 Prozent) hält. Bei der Körperschaftsteuer sind deshalb 95 Prozent (= 100 Prozent abzüglich 5 Prozent Betriebsausgabenpauschale) der Bruttodividende zu versteuern; bei der Gewerbesteuer müssten sogar 15 Prozent Beteiligung erreicht sein, um nicht vom Streubesitz (der Aktien) auszugehen. Hier werden 100 Prozent der Ausschüttungen der Steuerpflicht zugrunde gelegt werden.

    ► Daraus folgt: Es tritt auf jeden Fall ein Vermögensschaden ein, WENN die Aktien an die Arena GmbH & Co.KG übertragen würden UND

    (1.) nicht zur Körperschaftsteuer optiert werden würde UND

    (2.) der Bruttobetrag der Dividende den Verlust aus dem operativen Geschäft übersteigt.

    Zu (1.): Wird nicht zur Körperschaftssteuer optiert, wird durch die Einlage in die GmbH & Co.KG nicht nur kein Steuervorteil zu erzielen sein, sondern sogar ein Vermögensschaden eintreten. Denn dann kann die einbehaltene KapESt plus Soli nicht angerechnet bzw. erstattet werden und es wird Gewerbesteuer zu zahlen sein, die ohne eine Einnahme aus Dividenden (wegen der zweifelsfrei anzunehmenden dauerhaft hohen jährlichen Verluste) aus reinem Arena-Betrieb eben nicht anfallen würde.

    Zu (2): Liegt der Bruttobetrag der Aktienerträge (vermindert um den Zurechnungsbetrag von 25 Prozent der Entgelte für Schulden wie Zinsen u. ä.) um mindestens 24.500,- € über der Summe der Betriebsverluste der GmbH & Co.KG, muss eine Gewerbesteuer gezahlt werden, die, wenn die Aktien in der Hand der jPöR (d. h. beim LK) verblieben, nicht anfiele und nicht anfallen könnte. Somit würden dann in diesen Gewerbesteuerzahlungen die anrechenbaren bzw. erstattungsfähigen KapESteuern (in Höhe von 258.000,- €) „verdampfen“, zu deren „Rettung“ das Verschiebe-Manöver ja aber doch gerade ausgeführt werden soll.

    Punkt (2) in Zahlen: Der LK kalkuliert mit relativ stabilen Dividenden von 1.625.000 € in den nächsten Jahren (also auch in 2021). Der Verlust aus dem operativen Geschäft der Betriebs GmbH & Co.KG (vermindert um den „Zurechnungsbetrag „von 25 Prozent der Zinsen u. ä.), müsste also den Betrag von 1.649.500 € (= Bruttodividende 1.625.000 € plus Freibetrag 24.500 € Freibetrag) übersteigen, damit vom Finanzamt KEINE Gewerbesteuer festgesetzt wird. Doch der Landkreis Lüneburg rechnet beim Betrieb der Arena Lüneburger Land mit jährlichen Verlusten in Höhe von 620.000 Euro. (Ich rechne zwar mit der dreifachen Summe, aber Frau Vossers hegt offenbar die Illusion, mit einer halben Million hinzukommen. Vgl.: https://www.landeszeitung.de/lokales/262525-kreis-prueft-avacon-aktien-fuer-arena/) Das bedeutet, dass nicht die Verluste die Avacon-Dividende, sondern die Avacon-Dividende die Verluste (um 1.005.000 €) überragen würden. Konsequenz: Es muss eine Gewerbesteuer gezahlt werden, welche nicht nur die ertatteten KapESteuern in Höhe von 258.000,- € sofort vertilgt, sondern mit Sicherheit weit über diesem – vermeinten, nun evaporierten – „Gewinn“ liegt.

    Punkt (1) in Zahlen: Sollte zur Körperschaftsteuer optiert werden, müsste die Dividende bei der GmbH & Co KG zu 95 Prozent versteuert werden, da lediglich Streubesitz vorliegt. Daraus folgt in Zahlen: Der Verlust aus dem operativen Geschäft müsste den Betrag von 1.543.750 € (= 95 Prozent von 1.625.000 €) übersteigen, um keine KöSt-Festsetzung durch das Finanzamt zu erhalten.

    ► „Der Landkreis“ sollte rasch eine näherungsweise Einschätzung abgeben, mit welchen – steuerlichen – Verlusten aus dem Arena-Geschäft in den nächsten fünf bis zehn Jahren gerechnet wird. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass unter den „Arena-Machern“ (Kreisverwaltung, Projektsteuerer, GmbH & Co.KG-Gesellschafter, Arena-Beirat) gewünscht und/oder zugegeben wird, dass beim Arena-Betrieb fest mit Jahresverlusten von mehr als 1.543.000 € zu rechnen ist. Und damit dürfte das Vorhaben der Aktienübertragung aus „kaufmännischem“ Gesichtspunkt zum Scheitern verurteilt sein. Zu beachten wäre außerdem, dass die Höhe der Avacon-Dividenden variabel sind. Was ist, wenn künftig beispielsweise 2 Mio. € ausgeschüttet werden? Höhere Ausschüttungen – im Grunde erfreulich – würden nach Einlage der Aktien in die Arena Betriebs GmbH & Co.KG dort zu sehr hohen Gewerbesteuerlasten und damit zu einer gesamthaften Minderung monetärer Mittel im KREISHAUSHALT führen, zu einer Minderung, die NICHT einträte, wenn die Avacon-Aktien NICHT in die GmbH & Co.KG transferiert werden, sondern beim Landkreis verbleiben würden.

    • Michel Pauly sagt:

      Also das allermeiste kann ich unterstreichen und ist völlig richtig. Bei 10% des oben Gesagten muss ich gestehen: Das übersteigt meine Kompetenz. Die materiellen Folgen und auch Risiken der Optierung, vor allem wann dies (nicht) möglich ist, dazu würde ich einen Wirtschaftsrechtler fragen. Ich neige ja zur Annahme, dass Otto Berg aus dem Bereich Wirtschaftsprüfung oder Verwaltung stammt 🙂 Chapeau jedenfalls, gut zusammengetragen.

      Es ist ja meines Wissens noch ein Verfahren vor dem EUGH anhängig, was die privilegierte Ausgleichsrechnung bei der Körperschaftsteuer (§8 Abs. (7) glaube ich) betrifft, also ob Dauerverlustgeschäfte mit gewinnträchtigen Sparten verrechenbar sind und die Steuer mindern können. Davon dürfte abhängen, ob nicht ein anderes Modell klüger und steuermindernd möglich wäre – das einer eigenen gewinnträchtigen Sparte (z.B. Energieerzeugung) nach einem Avacon-Aktienverkauf. Der ganz wesentliche Vorteil läge darin, sich von der unheiligen Allianz mit der E.ON zu befreien. Darüber sollte man ggf. mal mit den neuen Konstellationen in Stadt und Kreis sprechen. Derzeit wissen wir, würde es schon aus politikstrategischen Gründen abgebügelt werden.

      • Andreas Janowitz sagt:

        Ich hatte Ärzte aus Adendorf unter Verdacht, der schieren Masse und erschreckenden Sachkenntnis wegen.

        Verwaltungsbeamte um das „Ende der Karriere“ lavierend, scheint in der Tat plausiber. Falls es tatsächlich nur eine Person ist, dann auf jedenfalls jemand mit Fr. Merkel`s schlafbedürfnis. ^^

    • Sg Herr Berg, ich finde es bemerkenswert, dass nach dem Verrechnungsvorschlag diesmal sogar Experten mit der Bewertung der finanziellen Auswirkungen beauftragt wurden. Ich vermute, das die bezahlten Experten Ihre Befürchtungen bestätigen. Ich gebe zu, dass hier mein normaler Menschenverstand überfordert ist. Aber ich bleibe wachsam.

    • Klaus Boeck sagt:

      Sehr geehrte Herren Reinhardt und Berg,
      seitdem im Kreistag der Beschluß zum Bau der Arena gefallen war, verfolge ich die weitere Entwicklung des Projektes und die Diskussion über dieses nur noch sporadisch – so auch auf diesen Seiten.
      .
      Ihre beiden Beiträge belegen für mich noch einmal mit aller Deutlichkeit, was geschieht, wenn man einmal anfängt, „gutes Geld schlechtem hinterherzuwerfen“, bzw. um wieviel teurer es wird, einen schon kostenträchtigen Fehler einzugestehen und rechtzeitig zu korrigieren. Begleitet wird diese Entwicklung natürlich mit den auch aus anderen Projekten bekannten Versuchen zur Schönrechnerei , Verharmlosung und Vertuschung wie hier mit der angedachten Transaktion mit den Avacon-Aktien. Etwas Ähnliches zeichnet sich für mich auch bei dem Projekt der Elbquerung bei Neu-Darchau ab – ein anderes aber wohl auch gleiches Thema.

      Obwohl die Entwicklung rund um die Arena ihren unaufhaltsamen d.h. mit steigenden Kosten und Verlusten verbundenen Verlauf nehmen wird, hoffe ich sehr, daß Sie bei der aufmerksamen Verfolgung dieses Geschehens nicht Ihren Elan verlieren und weiter am Ball bleiben werden .

      Ihr
      Klaus Boeck

  32. Otto Berg sagt:

    Sehr geehrter Herr Poggensee,

    in Reaktion auf meine Rundmail von gestern Vormittag, Freitag, 30. April 2021, 10:53 Uhr, erhielt ich eine Liste mit Fragen, die sich auf die Beiträge von Herrn Löb (vgl.: https://blog-jj.com/2021/04/16/willkommen-bei-der-avacon-in-der-mario-barth-arena/#comment-14389), Herrn Pauly (vgl.: https://blog-jj.com/2021/04/16/willkommen-bei-der-avacon-in-der-mario-barth-arena/#comment-14385), aber vor allem auf den von Ihnen (vgl.: https://blog-jj.com/2021/04/16/willkommen-bei-der-avacon-in-der-mario-barth-arena/#comment-14422) beziehen und die ich für interessant genug halte, um Sie Ihnen zur Beantwortung und/oder zur weiteren Klarstellung Ihrer Positionen vorzulegen:

    1.) Hat die Samtgemeinde Scharnebeck ein Freibad und, wenn nein, wo fahren die Menschen ins Freibad, die nicht verreisen können?

    2.) Wo lernen die Kinder Ihrer Samtgemeinde schwimmen? In der Badewanne?

    3.) Wie hoch sind denn ungefähr die Defizite in den Freibädern der Region?

    4.) Trifft nicht das gleiche für das SALÜ zu? Warum wird hier ein Unterschied konstruiert, den es nicht gibt?

    5.) Was, glauben Sie, ergäbe sich, wenn dokumentiert würde, wer (nach Parteien sortiert) mit seinen Kindern oder seinen Feriengästen aus Scharnebeck oder Gellersen oder Amelinghausen das SALÜ nutzt?

    6.) Werben nicht viele Kreisgemeinden in ihren Ferienprospekten mit dem SALÜ, um gerade Familien als Gäste anzuziehen und zu binden?

    7.) Und spielen hier nicht Subventionen der Hansestadt Lüneburg eine Rolle? Die Dividendenzahlungen der AVACON sind Einnahmen der Hansestadt Lüneburg. Die Aktien gehören damit den Bürgerinnen und Bürger der Stadt. Mit einem Teil der Ertäge gleicht die Stadt die Verluste von Freibad, Hallenbad und Salü aus. Alle drei Einrichtungen werden jedoch keineswegs nur von Lüneburgern genutzt, sondern zwischen 40 bis 60 Prozent der Besucher kommen aus dem Landkreis, sind Touristen usw. Natürlich decken die Karteneinnahmen nur zu einem Teil die Betriebskosten ab. Doch sind die Ticket-Kosten für alle gleich. Folglich kann man sagen: Die Stadt subventioniert die Badefreuden von Besuchern von außerhalb, also auch aus umliegenden Gemeinden anteilig aus den Einnahmen ihrer Avavon-Dividenden. Wollte man das vermeiden, gäbe es die (nicht nur theoretische) Möglichkeit, die hansestädtischen Gäste über einen Auswärtigenzuschlag auf deren Karten an den Kosten zu beteiligen (Lüneburger zahlen 5,- €, Auswärtige zahlen 7,50 €). Selbstverständlich könnten stattdessen auch die Gemeinden oder der Landkreis diese Kosten übernehmen. Das ließe sich leicht auch auf weitere Einrichtungen übertragen. So gibt es ja bei den KITAS bereits unterschiedliche Entgelte für „Stadt“ und „Außerhalb“, wofür ein gewisser („oberzentraler“) Ausgleich in den Regelungen des Lüneburg Vertrages vom 18. Dezember 2020 enthalten ist. Welche Vorgehensweise befürworten Sie aus welchen Gründen?

    8.) In Scharnebeck und Neetze entstehen z.Z. große Baugebiete. Wie ist dort das Verhältnis von Grundstücksgrößen und PKW-Stellplätzen?

    9.) Handelt es sich um klimaneutrale Baugebiete, wie sie in der Stadt Lüneburg üblich sind?

    10) Wie steht es dort um die Pflichten der Bauherren- bzw. Eigentümer, Photovoltaikanlagen aufs Dach zu legen?

    11.) Gibt es eine Quoten-Verpflichtung von mindestens 30 Prozent für bezahlbaren Wohnungsbau?

    12.) Wird überall der 15-Minuten-Takt im Nahverkehr eingehalten (werden)?

    13.) Wird der Ausbau des Radfahrnetzes (u.a. nach Lüneburg) neben der Landesstraße verlaufen oder über Lentenau führen?

    14.) Ihr Parteikollege, Ratsherr Ulrich Blank, ist seit zwanzig Jahren Mitglied im Aufsichtsrat der Kurmittel GmbH. Seit zehn Jahren ist er Vorsitzender dieses Aufsichtsrates. Kann er wirklich soviel „Druck“ von OB Mädge bekommen haben, dass er sich genötigt sah, während dieser Zeit stets allen wesentlichen Entscheidungen zuzustimmen, die Jahresabschlüsse zu den Geschäftsjahren mit seiner Unterschrift zu beglaubigen (zuletzt am 21. September 2020) und hernach öffentlich in höchsten Tönen das hohe Lied auf „die vernünftigen und wirtschaftlich sinnvollen Investitionen in die Zukunft der Region Lüneburg“ zu singen?

    • Lieber Herr Berg,

      ich weiß, dass mit dem Phantomias mögen Sie nicht so gern, aber wenn jetzt unter Pseudonym Fragen von Pseudonymen gestellt werden wird es mir doch zu anonym. Der Reiz dieses Blogs liegt durchaus darin, dass hier Lokalpoliter:innen mitdiskutieren, gleichzeitig aber auch die durch alle Munde gehende Bürger:innenbeteligung hier erfolgt. Ihr Ansatz erinnert mich ein wenig an den typisch Facebookeintrag „Frage für einen Freund“. Da geht es oft um unanständige Sachen….
      Ich würde es begrüßen, wenn diese Methode des Weiterleitens anonymer Fragen eine Eintagsfliege bleibt.

      Da der übermittelten Fragenpotpourri aber viel Unwissenheit zu unserer schönen Samtgemeinde beinhaltet, will ich gern Abhilfe schaffen, obwohl ich kein Bäderlandexperte bin. Zur besseren Lesbarkeit zitiere ich die Fragen dabei.

      ad 1.) „Hat die Samtgemeinde Scharnebeck ein Freibad und, wenn nein, wo fahren die Menschen ins Freibad, die nicht verreisen können?“ – Wir haben den Inselsee und sind froh darüber.

      ad 2.) „Wo lernen die Kinder Ihrer Samtgemeinde schwimmen? In der Badewanne?“ – In den Freibädern in Adendorf und Lauenburg.

      ad 3.) „Wie hoch sind denn ungefähr die Defizite in den Freibädern der Region?“ – Bitte grenzen Sie den Bereich Region regional ab. Der Inselsee macht keine Defizite. Um das Areal aber in seinem schönen Zustand zu erhalten, freut sich der Förderkreis Inselsee e.V. http://www.scharnebeck-inselsee.de/foerderkreis.html auf Ihre Unterstützung.

      ad 4.) „Trifft nicht das gleiche für das SALÜ zu? Warum wird hier ein Unterschied konstruiert, den es nicht gibt?“ – Nein, das SALÜ arbeitet defizitär. Damit wird auch kein Unterschied konstruiert.

      ad 5.) „Was, glauben Sie, ergäbe sich, wenn dokumentiert würde, wer (nach Parteien sortiert) mit seinen Kindern oder seinen Feriengästen aus Scharnebeck oder Gellersen oder Amelinghausen das SALÜ nutzt?“ – Das SALÜ wird gern von vielen Einwohner:innen des Landkreises genutzt und auch wir schätzen es. Parteipolitisch könnte ich mir vorstellen, dass Anhänger:innen der AfD es weniger aufsuchen, weil sie wegen diverser faschistischer Tattoos des Bades verwiesen würden und es das Garderobenschließfach 88 nur einmal gibt. Aber vielleicht ist das auch mehr Hoffnung als Vermutung. Zum Dusch- und Badeverhalten der Wähler:innen demokratischer Parteien traue ich mir keine belastbare Aussage zu.

      ad 6.) „Werben nicht viele Kreisgemeinden in ihren Ferienprospekten mit dem SALÜ, um gerade Familien als Gäste anzuziehen und zu binden?“ – Ja, wo ist das Problem?

      ad 7.) „Und spielen hier nicht Subventionen der Hansestadt Lüneburg eine Rolle? Die Dividendenzahlungen der AVACON sind Einnahmen der Hansestadt Lüneburg. Die Aktien gehören damit den Bürgerinnen und Bürger der Stadt. Mit einem Teil der Erträge gleicht die Stadt die Verluste von Freibad, Hallenbad und Salü aus. Alle drei Einrichtungen werden jedoch keineswegs nur von Lüneburgern genutzt, sondern zwischen 40 bis 60 Prozent der Besucher kommen aus dem Landkreis, sind Touristen usw. Natürlich decken die Karteneinnahmen nur zu einem Teil die Betriebskosten ab. Doch sind die Ticket-Kosten für alle gleich. Folglich kann man sagen: Die Stadt subventioniert die Badefreuden von Besuchern von außerhalb, also auch aus umliegenden Gemeinden anteilig aus den Einnahmen ihrer Avavon-Dividenden. Wollte man das vermeiden, gäbe es die (nicht nur theoretische) Möglichkeit, die hansestädtischen Gäste über einen Auswärtigenzuschlag auf deren Karten an den Kosten zu beteiligen (Lüneburger zahlen 5,- €, Auswärtige zahlen 7,50 €). Selbstverständlich könnten stattdessen auch die Gemeinden oder der Landkreis diese Kosten übernehmen. Das ließe sich leicht auch auf weitere Einrichtungen übertragen. So gibt es ja bei den KITAS bereits unterschiedliche Entgelte für „Stadt“ und „Außerhalb“, wofür ein gewisser („oberzentraler“) Ausgleich in den Regelungen des Lüneburg Vertrages vom 18. Dezember 2020 enthalten ist. Welche Vorgehensweise befürworten Sie aus welchen Gründen?“

      Auswärtigenzuschlag: So’n Quatsch. Wir nehme hier in Hohnstorf ja auch keinen Eintritt für die Besichtigung der Elbe. Allenfalls indirekt über „Draußen nur Kännchen“. Aber Sie bringen mich auf eine Idee zur Kofinanzierung für unseren neuen Kindergarten, womit dann auch das einzig konstruktive ihrer bisherigen Fragen ausgeschöpft ist.

      Inwieweit das SALÜ durch seine überregionale Bedeutung auch durch den Landkreis bezuschusst werden sollte, bedarf der Erörterung. Das Theater Lüneburg erhält z.B. durchaus Zuschüsse aus dem (Samt-)Gemeinden, eben weil es über die Stadt hinaus Bedeutung hat.
      Fest steht – und das wurde an anderer Stelle im Blog ja auch mehrfach betont: Die Unterhaltung kommunaler Bäder ist ohne kommunale Zuschüsse nicht zu finanzieren. Der Erhalt solcher Infrastruktur ist absolut notwendig. Die Frage ist also nur, welcher Mittel die Kommunen sich hierbei bedienen sollten.
      Wenn Kommunen dramatisch den Klimanotstand ausrufen, daraus im Landkreis aber nicht mehr als eine dünne Berichtspflicht folgt, ist der Beschluss Makulatur. Wäre der Beschluss ernst gemeint gewesen, müsste logischerweise dann auch betrachtet werden, an welchen Stellen sich der Landkreis der Profite erderwärmungsfördernder Unternehmen bedient, um Einnahme zu kreieren.
      Was nützt der schönste klimaneutrale Landkreis, wenn AVACON dafür weiter auf Beteiligung an fossiler Brennstoffarchitektur setzt? So wird das nichts mit „Raus aus der Kohle“ und zeigt recht konkret, wie verlogen SPD, FDP und CDU agieren, wenn sie neuerdings den Klimawandel als Problem entdecken. In meinem ursprüngliche Blogbeitrag spreche ich deshalb von Interessenkonflikt: Auf der einen Seite an hohen Dividenden der Avacon und damit der E.ON interessiert sein und andererseits den Klimawandel zumindest entschleunigen zu wollen, passt nicht zusammen. „Wes Brot ich ess, des Lied ich sing.“ Auswegoptionen gibt es mehrere, fragen Sie hier gern weiter. Für jetzt muss klar sein: Ohne Divestment in klimaschädliche und menschenfeindliche Industrien wird kein Wandel gelingen.

      Die nächsten Fragen beziehen sich auf B-Pläne in Scharnebeck und Neetze. Zu Neetze kann ich nichts sagen, da kenne ich mich nicht aus. Ich bin Hohnstorfer und über die B-Pläne Scharnebeck entscheidet der dortige Gemeinderat, nicht die Samtgemeinde. CDU und FDP haben dort die Mehrheit. Inwieweit GRÜNE dort versucht haben, Einfluss zu nehmen, erfragen Sie bitte bei den Zuständigen in der Gemeinderatsfraktion.

      ad 8.) „In Scharnebeck und Neetze entstehen z.Z. große Baugebiete. Wie ist dort das Verhältnis von Grundstücksgrößen und PKW-Stellplätzen?“ – unterschiedlich. Wichtig ist hierbei die Anzahl der Wohneinheiten. Pro Einfamilienhaus wird häufig im B-Plan mit 1,5 Stellplätzen kalkuliert.

      ad 9.) „Handelt es sich um klimaneutrale Baugebiete, wie sie in der Stadt Lüneburg üblich sind“? In Scharnebeck nicht, für Neetze bitte im Allris eigenständig recherchieren, B-Pläne sind öffentlich. Ferner: Der Grüngürtel-West ist keineswegs mikro-klimaneutral. Ein Hanseviertel steht nicht für die ganze Stadt.

      ad 10) „Wie steht es dort um die Pflichten der Bauherren- bzw. Eigentümer, Photovoltaikanlagen aufs Dach zu legen?“ In Scharnebeck nicht, für Neetze bitte im Allris eigenständig recherchieren, B-Pläne sind öffentlich. PV-Pflicht wird im B-Plan festgelegt. Das passiert auf Gemeindeebene. Als GRÜNER in Hohnstorf habe ich mich vor eienr Woche gerade genau dafür im Umwelt- und Bauausschuss eingesetzt. Hier entsteht gerade ein neues, mir deutlich zu großes Baugebiet, was ich mit meiner einen Stimme im Gemeinderat leider nicht verhindern konnte. Die Reaktionen auf die PV Pflicht aus CDU und SPD waren keinesfalls euphorisch. Es bedarf noch eines langes Wege – böse gesagt: diverser Starkregen und Orkane mit Auswirkungen aufs eigene Haus – , um bei den Parteianhänger:innen der GroKo echte Erkenntnis der drohenden Gefahren zu erzeugen. „Wütendes Wetter“ von Friederike Otto sollte Pflichtlektüre werden.

      ad 11.) „Gibt es eine Quoten-Verpflichtung von mindestens 30 Prozent für bezahlbaren Wohnungsbau?“ – Nein für Scharnebeck, obwohl dies mein Wunsch auch für Hohnstorf wäre. Bei uns in Hohnstorf sind aber mindestens vier Mehrfamilienhäuser mit vier Wohneinheiten erwünscht, von denen ich hoffe, dass sie bezahlbar sein werden. Ich bin ein Freund des Hamburger Drittelmixes.

      ad 12.) „Wird überall der 15-Minuten-Takt im Nahverkehr eingehalten (werden)?“ – Frage bitte präzisieren. Beziehen Sie sich auf Verspätungen oder das Taktangebot?

      ad 13.) „Wird der Ausbau des Radfahrnetzes (u.a. nach Lüneburg) neben der Landesstraße verlaufen oder über Lentenau führen?“ – Durch Scharnebeck verläuft keine Landesstraße. Entlang der K53 existiert bereits ein vielgenutzter Radweg.

      ad 14.) „Ihr Parteikollege, Ratsherr Ulrich Blank, ist seit zwanzig Jahren Mitglied im Aufsichtsrat der Kurmittel GmbH. Seit zehn Jahren ist er Vorsitzender dieses Aufsichtsrates. Kann er wirklich soviel „Druck“ von OB Mädge bekommen haben, dass er sich genötigt sah, während dieser Zeit stets allen wesentlichen Entscheidungen zuzustimmen, die Jahresabschlüsse zu den Geschäftsjahren mit seiner Unterschrift zu beglaubigen (zuletzt am 21. September 2020) und hernach öffentlich in höchsten Tönen das hohe Lied auf „die vernünftigen und wirtschaftlich sinnvollen Investitionen in die Zukunft der Region Lüneburg“ zu singen?“
      Fragen zu Ulrich Blanck beantwortet am besten Herr Blanck. Kontaktieren Sie ihn gern: ulrich.blanck@rathaus-aktuell.de

      Herzliche Grüße

      • Andreas Janowitz sagt:

        Würden sich die Herren ein wenig zusammenreissen?!

        Es interessiert mich ernsthaft einen Scheissdreck wer hier wessen Listenplatz zu ergattern gedenkt?! Diese ~25 Mio € Steuergeld sind das Klo runter!

        Das ist für Sie allesammt ein Armutszeugnis!

        Reissen Sie sich gefälligst am Riemen! Versuchen Sie wenigstens diesen Eindruck zu erwecken!

      • Otto Berg sagt:

        Lieber Herr Poggensee,

        es gibt viele Möglichkeiten, den Eingangsbereich eines literarischen Formats (hier Blog.jj-Kommentare) einladend zu gestalten. Man kann scharfzüngige Brücken-Damen in Dauerschleife abkanzeln, aber verworren daherschimpfende Arena-Freunde wiederholt vor Widerrede schützen. Man kann mit alarmierenden Vorwürfen beginnen, die sich auf Sachverhalte richten, welche gar nicht existieren: „Schwimmunterricht in Gefahr?“ Man kann lässige Herabwürdigungen lancieren, ohne das Geringste über den Angesprochenen zu wissen: „Leider verfüge ich nicht über so viel Freizeit wie Sie.“ Man kann mit martialischen Schlachtengemälden aufmachen und „die ersten Verteilungskämpfe um die verbleibenden (Steuer-)mittel“ an die Wand malen. Man kann sich mit der Herausgeberfiktion eines bewährten erzählerischen Kunstgriffs bedienen und berichten, wie es zu dem Entschluss gekommen ist, den Roman zu veröffentlichen: „In Reaktion auf meine Rundmail von gestern Vormittag, Freitag, 30. April 2021, 10:53 Uhr, erhielt ich eine Liste mit Fragen“. Und man kann im Foyer hin- und herlaufen, sich als Zerberus aufspielen und Dekrete verteilen, auf denen steht, wer einem genehm ist, wer nicht und wo „es oft um unanständige Sachen geht“. Jede einzelne dieser vielfältigen Möglichkeiten (die Liste ließe sich leicht verlängern) kann man eine „Methode“ nennen, um sie von der „Wahrheit“ abzugrenzen, vorausgesetzt, man erinnert sich an irgendeinen, der irgendwann irgendwo mit irgendeiener Absicht schon einmal irgendeinen „Ansatz“ hat „typisch“ werden lassen.

        Erfreulich finde ich, dass Ihre informativ beherzte Antwort-Praxis Ihre von Echokammergemütlichkeit träumende Mauler-Theorie direktemang Lügen straft: Das Gewicht der Fragen, nicht das Gesicht des Fragenden stimuliert Ihre Hilfsbereitschaft und reizt Sie zum aufklärenden Schreiben. Diese Vorbildlichkeit wird weitere „Lokalpoliter:innen zum mitdiskutieren“ anregen, gleichzeitig aber auch bewirken, dass „die durch alle Munde gehende Bürger:innenbeteiligung hier erfolgt“.

        Da bin ich zuversichtlich!

      • Andreas Janowitz sagt:

        Irgenwdwie scheint mir es weiss hier jeder welche Person(en) sich hinter „Otto Berg“ versammeln. Wenn damit Wahlkampf betrieben wird oder nur das Ende der Karriere in der Verwaltung hinnaus gezögert werden soll, wäre ein gewisse „Öffentlichkeit“ durchaus hilfreich.

        So fühle ich mich als unbeteiligter dritter (wieder) verarscht.

    • Klaus Bruns sagt:

      Mein lieber Herr Berg, Sie wissen aber schon, dass ,,Sie,, von vorn gelesen, ein großer Otto sind und von hinten gelesen ein kleiner ottO? Aber wenn der Berg zum Propheten gehen soll, woher soll dieser wissen, ob er zum kleinen oder zum großen Otto gehen soll?

  33. Klaus Bruns sagt:

    na, wer sagt es denn. es wurde geschafft. tatsachen. jetzt wird das lied: wir müssen das beste draus machen angestimmt. genau dieses wird ebenfalls bei der brücke und bei der a39 passieren. der bürger wird am nasenring durch die arena gezogen. und wer zieht?

    • Andreas Janowitz sagt:

      Wollen wir`s nicht auch hier halten wie die Dachdecker und aus der Not eine Tugend machen? Das wird lustig! Auf Jahre hinnaus…

  34. Andreas Janowitz sagt:

    Nur zum Vergleich was mit ~25 Mio. € anderswo so angestellt wird:

    https://www.cfk-nord.de/wp-content/uploads/2020/03/200309_CFK_PR_Erweiterung-CFK-NORD.pdf

    Die laufenden Betreibskosten aus Steuermittlen sind hier allemal besser angelegt. Da muss man sich nicht wundern mit diesem Circus Minimus die Frustrationsschwelle einiger Steuerzahler erheblich überschritten zu haben. Selbst in der Kurmittel GmbH findet sich ein wünschenswerteres Verhältnis von €/Arbeitsplatz. Natürlich kann man in Stade andere stützende Parameter anführen, allerdings erfordert es keine geistige Höchstleistung den Unterschied im Kapitaleinsatz zu erkennen. Auch wenn nur ein paar hundert Arbeitsplätze mit hoher Zugangshürde entstanden, jeder dieser € ist besser investiert!

  35. Otto Berg sagt:

    Sehr geehrter Herr Langmach, sehr geehrter Herr Luths, sehr geehrter Herr Wiemann,

    zwei Punkte:

    ► (1): Es ist nicht nur „Milch verschüttet“ worden, die es aufzuwischen und dort, wo sie schwappte, anschließend – „nach vorne schauend“ – weiterzumachen gilt, lieber Herr Luths. Dieses Bild verniedlicht einen Vermögensschaden am Gemeineigentum, der zwar immer noch nicht genau berechnet worden ist, aber mutmaßlich mehrere Millionen Euro beträgt. Und es gab zwar einen qua Amt (und erschütternder Inkompetenz) Hauptverantwortlichen UND einen qua Amt (und ebenso erschütternder Inkompetenz) Hauptmitverantwortlichen, aber es gab eben auch eine Menge „politischer“ Mitverantwortlicher, die – obwohl ihnen bekannt war, dass sie nicht wissen KONNTEN, was sie taten, dennoch nickten, durchwinkten und dermaßen viel dummes Zeug schwafelten, dass ich, wenn ich das in den Sitzungsprotokollen nachlese, jedes Mal vor Fremdscham im Erdboden versinken möchte. Die gesetzliche Pflicht zur Kontrolle der Kreisverwaltung ist NICHT ausreichend (zeitweise sogar überhaupt nicht) wahrgenommen worden. Insofern stimmt auch Ihre Metaphorik von „Krise“, „Umbruch“ und „Neuanfang“ nicht, lieber Herr Luths und lieber Herr Wiemann. Eine Schwalbe (neuer Landrat) macht noch keinen Sommer! Schauen Sie sich den Kreisausschuss, den Hochbauausschuss und den „Arena-Beirat“ an. Es gibt unerträgliche personelle Kontinuitäten. Mindestens die Fraktionsführungen von SPD, CDU, GRÜNEN, FDP, „UNABHÄNGIGEN“ und LINKEN, die während Frühjahr 2017 und Spätsommer 2018 „im Amt“ waren, haben meiner Überzeugung nach im Kreistag nichts mehr verloren. Diese Leute sollten sich mit Ablauf dieser Wahlperiode aus der Kommunalpolitik verabschieden.

    Herr Langmach schreibt: „Die Prüfung des Finanzierungsmodells Avacon für die Arena durch den Landkreis ist […] ein Hinweis auf haushalterische Vernunft“. — Doch die Einlage eines Aktienpakets ist KEIN „Finanzierungsmodell“, sondern bloß eine Umschichtung von Haushaltsmitteln. In der Gesamtbilanz der Arena Betriebsgesellschaft mbH & Co.KG ändert sich ja NICHTS, wenn der Landkreis (LK), statt jährlich Millionenzuschüsse hineinzubuttern, SEINE Erträge aus Aktienbesitz hineinfließen lässt. Und, lieber Herr Langmach, die – gebotene – steuerrechtliche Prüfung der Akienverschiebung wurde von der Kreisverwaltung erst zwei Wochen NACH der Ankündigung Ihres Vorhabens beauftragt, nämlich NACHDEM Herr Graff, der neue Fraktionsvorsitzende der LINKEN, den Landrat (LR) auf diese Notwendigkeit hingewiesen hatte.

    Einzig dem Oberuli gebe ich recht, der mir kürzlich mitteilte, WENN der LR einen monetären Vorteil (und sei der noch so klein) durch den Aktientransfer erzielen KANN, dann ist er verpflichtet, diesen zu realisieren. OB er das aber kann und ob er sich nicht etwa dafür an anderer Stelle (etwa bei der Gewerbesteuerlast) einen Nachteil einhandelt, prüft derzeit der Steueranwalt des LKs. — Ergebnis offen.

    ► (2.): Das Vorgehen der Stadt lässt sich meiner Meinung nach mit dem beabsichtigten (aber nur vielleicht möglichen) Vorgehen des LKs nur im Hinblick auf gewünschte massenpsychologische (Verschleierung der Defizite) und steuerungstechnische (Abstimmungsaufwand mindern) Effekte vergleichen – , aber NICHT in steuerrechtlichen und in kalkulatorischen Hinsichten.

    Die Kurmittel GmbH ist als wirtschaftlicher Betrieb körperschaftssteuerpflichtig, der LK müsste in der Personengesellschaft „Arena Betriebs GmbH & Co.KG“ erst zur Anwendung des Körperschaftssteuergesetzes (KStG) optieren, um ganzheitlich in den Genuss der (Brutto-)Avacon-Dividende zu kommen (Anrechnung der Abgeltungssteuer und des Soli auf die Körperschaftsteuer).

    ➽ STADT: Die „Kurzentrum Lüneburg Kurmittel GmbH“ wurde am 20. Juni 1979 als 100prozentige Tochter der Stadt Lüneburg gegründet. Am 19. Juli 2007 wurden 94 Prozent der Geschäftsanteile der Stadt Lüneburg auf die „Gesundheitsholding Lüneburg GmbH“ übertragen. Die Holding ist zu 100 Prozent ein (auch in der Rechtsform einer GmbH ausgegliederter) Betrieb der Hansestadt Lüneburg.

    Die Kurmittel GmbH „erwirtschaftet“ – nur – aufgrund der Avacon-Dividenden Gewinne. Diese werden teilweise an die juristische Person öffentlichen Rechts (jPöR) Stadt Lüneburg ausgeschüttet und müssen versteuert werden. Das geschieht durch Einbehalten der KapESt (wahrscheinlich in ermäßigter Höhe von 15 statt der üblichen 25 Prozent) und des Solidaritätszuschlags (Soli: 5,5 Prozent der Steuer)!

    Die Brutto-Dividende der Avacon ist körperschaftsteuerfrei (die komplette Befreiung wird durch die Möglichkeit der Anrechnung auf die KöSt erreicht), ist aber gewerbesteuerpflichtig! Wenn später Ausschüttungen an die Stadt oder die Gesundheitsholding erfolgen, müssen diese durch die Kurmittel GmbH im Anmeldeverfahren versteuert werden. (Die Kurmittel GmbH behält dann von der Bruttodividende die Abgeltungssteuer und den Soli ein, führt diese an das FA ab und zahlt nur die Netto-Dividende aus. Eine Auschüttung an die Stadt selbst erfolgt also stets nur netto. Die Anrechnung der Abgeltungssteuer ist nicht möglich, da die Stadt als jPöR nicht steuerpflichtig ist.) Mit anderen Worten: Die aufgrund der Übertragung des Avacon-Aktienpaketes an die Kurmittel GmbH „gewonnene“ Anrechnung der Kapitalertragsteuer (KapESt) und des Solis (15 Prozent + davon 5,5 Prozent) auf die Körperschaftsteuer wird wegen der notwendigen Versteuerung der Brutto-Dividende zur Gewerbesteuer sofort in diese „investiert“. Davon profitiert allein die Stadt Lüneburg.

    Der Gewerbesteuermessbetrag entspricht 3,5 Prozent vom zu versteuernden Einkommen multipliziert mit dem Hebesatz Lüneburg (d. h. 420 Prozent).

    → FAZIT: Damit KANN sich KEIN Vorteil im monetären Bereich mehr erzielen lassen und man darf davon ausgehen, dass die Übertragung der Avacon-Aktien seinerzeit nur dem Zweck diente, Verluste zu übertünchen.

    ➽ LANDKREIS: Solange hier – insgesamt gesehen – Verluste anfallen (d. h. die Betriebsdefizite der GmbH & Co.KG die Erträge der eingebrachten Avacon-Anteile übersteigen), könnten natürlich auch keine Ausschüttungen stattfinden.

    Beim LK in der Betriebsgesellschaft mbH & Co.KG würde zwar auch eine Anrechnung bzw. Auszahlung der KapESt und des Solis hervorgerufen werden, wenn, wie oben (2. Absatz unter Punkt (2.)) geschrieben, zur Körperschaftsteuer optiert werden würde. Eine Gewerbesteuer (GewSt) müsste allerdings festgesetzt werden, wenn das saldierte zu versteuernde Einkommen (Verlust Gewerbe + Einnahmen aus Dividenden) mehr als 24.500 € beträgt. Die dann zu zahlende GewSt stünde dem LK jedoch NICHT zur Verfügung, sondern entweder der Gemeinde Adendorf [?] oder der Stadt Lüneburg.

    Der LK hat 2019 von der Avacon AG eine Bruttodividende von 1.627.029,04 € bezogen. Davon gingen 257.477,35 € ans Finanzamt (FA), das sind 15,83 Prozent. Nettodividende waren 1.369.551,69 €.

    Die von der Avacon ausgezahlte Dividende unterlag also dem „ermäßigten Steuersatz“ (KapESt angepasst dem Satz der KSt) von 15 Prozent, dessen Voraussetzung die Leistung an steuerbefreite Körperschaften ist.

    Daraus folgt: Dividende (brutto) 1.627.029,04 € (KapESt = 244.054,36 €, Solidaritätszuschlag 5,5 Prozent auf 244.054,36 € = 13.422,99 €) abzüglich Steuerbelastung insgesamt 257.477,35 €, also rund 258.000 € = Nettodividende rund 1.367.000 €.

    → FAZIT: Der Steuerbetrag von 257.477,35 € (rund 258.000 €) war bisher verpufft; bei Übertragung der Anteile an die GmbH & Co. KG würde die Bruttodividende dem LK komplett zur Verfügung stehen, WENN zur Körperschaftsteuer nach dem „Gesetz zur Modernisierung des Körperschaftsteuerrechts“ (KöMoG) vom 24. März 2021 optiert wird. NUR hierin läge ein Vorteil im monetären Bereich.

    Falls diese Option NICHT ausgesprochen wird, ändert sich an der dem LK zur Verfügung stehenden Summe (= Nettodividende) NICHTS; lediglich der psychologische Umkehreffekt wäre vorhanden (wie oben von mir angedeutet und unten von den Ratsherren Löb und Pauly ausgeführt): Keine jährlich zu beschließenden Zuschüsse aus dem öffentlichen Haushalt an den defizitären Betrieb mehr, die GmbH & Co.KG zahlt gegebenenfalls jährlich den Überschussbetrag (d. h. die Dividende abzüglich des Betriebsverlustes) an den LK aus. Wirkung, selbst wenn es (was ich für wahrscheinlich halte) trotz der angenommenen Konstanz der Avacon-Aktienerträge von brutto rund 1,6 Mio. € zu negativen „Arena Betriebs GmbH“-Ergebnissen kommt: Kosmetische „Reduzierung“ der Verluste, Einlullung der KTA und der LK-Bewohner, Risiko schwindender fiskalischer Sorgfalt bei der GmbH-Geschäftsführung und den Gesellschaftern (hier LK bzw. „Arena-Beirat“).

    • Thomas Buller sagt:

      Sehr geehrter Herr Berg,

      ganz offensichtlich sind Sie gut vernetzt und informiert bzgl. des finanziellen Hintergrundes. Nur worauf wollen Sie hinaus ?
      Veranstaltungshallen , Spaßbäder oder auch kommunale Theater können nicht kostendeckend wirtschaften , nirgendwo. Es sei den sie erheben Eintrittsgelder, die kaum jemand bezahlen kann.
      Wollen sie ein Kultur oder Freizeitangebot schaffen für die Bürger*Innen einer Regionen so müssen sie dafür zusätzlich Kosten einplanen. Auch ein kommunales Theater wie hier in Lüneburg erwirtschaftet ca. 10 % der Kosten durch Einnahmen und Spenden, der Rest muss subventioniert werden, will man den Theaterbetrieb in der Form aufrechterhalten und dies trotz der hohen Auslastung des Theaters im Landesdurchschnitt.
      Die Konsequenz, wäre derartige Einrichtungen zu schließen. Das würde natürlich eine Menge Steuergelder sparen. Ich teile zwar Ihre Kritik an der Umsetzung ,nicht aber am Projekt als solchem.

      Um auch mal ein Lanze für die Kreistagsmitglieder zu brechen. Sie schreiben unten , diese seinen „übertölpelt worden“ indem Ihnen Informationen vorenthalten wurden und hier schreiben Sie ,die Mitglieder hätten unkritisch das Projekt einfach durchgewinkt. Das passt wohl kaum zusammen.

      Und ganz ehrlich finde ich es auch recht schwierig wenn jemand Kritik an der Intransparenz der Arenaplanung veröffentlicht ohne selbst dabei transparent zu sein und seine Meinung nur anonymisiert wiedergibt. Dadurch verschleiert er letztlich seine eigenen Motive für die vorgetragene Kritik.

      • Otto Berg sagt:

        Sehr geehrter Herr Dr. Buller,

        a) „Vernetzt“ ist eine nahezu inhaltsleere Modevokabel. Ich verlasse mich nicht darauf, was andere Leute erzählen. Ich schaue und höre genau hin und bilde mir anschließend eine eigene Meinung. Es gibt Selbst- und es gibt Systemdenker. Ich gehöre nicht zu den Systemdenkern.

        b) Es wird Ihnen nicht gelingen, mich auf das dünne Eis Ihrer Umkehrrhetorik zu locken. SALÜ und „Arena“ gehören NICHT in die gleiche Kategorie.

        c) Zu den nicht verpflichtenden freiwilligen Selbstverwaltungsaufgaben einer Kommune gehört z. B. der Unterhalt bzw. die Mitfinanzierung von Musik- und Volkshochschulen, Bibliotheken, Museen, Theatern, Bädern und Sportstätten.

        d) Worauf will ich hinaus? Das steht bereits alles sehr genau in meinem Text (oben) vom 30. April 2021 um 0:29 Uhr. Da Sie aber offenbar mehr aufs „Vernetztsein“ als aufs Lesen setzen, werde ich es Ihnen in drei Sätzen zusammenfassen: Das Vorhalten und Finanzieren von Musik- und Volkshochschulen, Veranstaltungsräumen, Bibliotheken, Museen, Theatern, Bädern und Sportstätten gehört zum Aufgabenkreis einer Kommune oder eines Kommunalverbandes, die „Arena“, als ein „Projekt“, das exklusiv und – auch DESHALB – exorbitant teuer um die spezifischen Wünsche und Interesessen zweier Privatunternehmer herumgebaut und maßgeschneidert wurde, gehört NICHT dazu. Denn außer Defizite zu produzieren muss das Erzeugnis einer kommunalen nicht verpflichtenden freiwilligen Selbstverwaltungsaufgabe auch dem Gemeinwohl dienen.

        e) Die „Arena“ dient NICHT dem Gemeinwohl, sondern dem Wohl zweier Privatunternehmer. Planung, Finanzierung und Betrieb DIESER „Arena“ gehören NICHT zu den Selbstverwaltungsaufgaben einer Kommune oder eines Kommunalverbandes.

        f) Wenn Sie (unter anderen) Ulf Reinhardt, Michèl Pauly, Bernie Wiemann und mir vorhalten, wir müssten, wenn wir die „Arena“ und ihre Befürworter kritisieren, auch die Kurmittel GmbH und ihre Bäder kritisieren, bedienen Sie sich (wie übrigens Herr Langmach ebenfalls) eines ganz simplen Tricks. Indem Sie die an Sie gerichteten Fragen ignorieren, aber sofort mit einer pseudokritisch relativierenden Gegenfrage kontern, versuchen Sie von einem Ihnen unliebsamen Gesprächsgegenstand abzulenken. Nach dem Muster: Ratsherr Pauly sagt: „Langzeitarbeitslosigkeit bedeutet in Deutschland oft Armut.“ Ratsherr Buller, anstatt sich dem Problem zu stellen, fragt: „Und was ist mit den Hungernden in Afrika und Asien?“

        g) Ratsherr Pauly hat unten – so meine ich – zu Recht moniert, dass die Investitionsentscheidungen für die Kurmittel GmbH – aktuell die Mega-Rutsche im Salü betreffend -, sollten diese im Stadtrat gefällt werden müssen, anders als im Aufsichtsrat und in der Geschäftsführung ausfallen würden, weil dann ÖFFENTLICH über öffentliche Mittel entschieden werden müsste. Grund: die Erträge aus den Avacon-Aktien versetzen die GmbH ja erst in die Lage, „großzügiger“ bzw. „verschwenderischer“ zu sein. NIEMAND, Herr Dr. Buller, stellt dagegen – anders als Sie (und Herr Langmach) insinuieren – den Gemeinnutzen der Schwimmbäder in Frage, nicht Pauly, nicht Wiemann und auch Otto Berg nicht!

        h) Zum „Übertölpeln“, sehr geehrter Herr Dr. Buller, gehören immer mindestens zwei Akteure: Einer, der übertölpelt, und einer, der sich übertölpeln lässt. Die Kreisverwaltung tut das eine, die Kreisvertretung lässt es mit sich geschehen. Das passt sehr gut zusammen! Das Drehbuch der Tragikomödie ist bereits zu einem guten Teil vom Amt für Rechnungsprüfung rekonstruiert worden. Sie finden es – anonymisiert – hier: https://www.landkreis-lueneburg.de/Portaldata/42/Resources/politik_und_verwaltung/aktuelles/sport-_und_veranstaltungshalle/Pruefungsbericht_v._5.8.2019_anonymisierte_Fassung.pdf

        i) Apropos „anonymisiert“. Das, was Sie in Ihrem letzten Absatz „ganz ehrlich“ bekennen, erstaunt mich, lieber Herr Dr. Buller. Nicht, weil Sie selbst in Rat und Ratsausschüssen vom Bewusstsein Ihrer Befangenheit in „Arena“-Angelegenheiten keinen Gebrauch gemacht haben, als Sie davon besser Gebrauch hätten machen sollen, sofern Sie heute „Arena“-Kritikern gegenüber glaubwürdig über „verschleierte Motive“ und „Intransparenz“ extemporieren möchten, sondern weil Sie gar keinen GRUND für Ihre „Schwierigkeit“ angeben, der über Ihre ABSICHT hinwegtäuschen könnte. Sie möchten mich und meine Beiträge delegitimieren (wie Sie auch Paulys Anmerkungen, ohne auf diese einzugegen, durch die Attacke auf eine gar nicht von diesem bezogene Position delegitimieren wollten).

        Ja, Herr Dr. Buller, ich schreibe (mit der Erlaubnis unseres Blog-Masters) unter einem Pseudonym, weil ich mehr auf das Gewicht von Argumenten als auf das Gesicht von Argumentierenden setze.

        Sollten Sie „Schwierigkeiten“ mit Argumenten haben, werde ich Ihnen gerne weiter antworten. Aber auch NUR dann. Denn Leute, die, statt zu argumentieren, auf Argumentierende einhacken, haben wir in Rat und Kreistag genug. Es ist meiner Überzeugung nach hohe Zeit, dass die im September endlich allesamt ihre Plätze in den Vertretungen räumen!

      • jj sagt:

        Lieber Herr Berg, die Frage der Befangenheit ist nach der aktuellen Rechtsnorm von der Stadtverwaltung geprüft und verneint worden. Ich habe nachgefragt. Das gilt sowohl für Herrn Buller als auch für Herrn Morgenstern. Lg jj

      • Peter Luths sagt:

        Nein, lieber Herr Berg, so sehr ich Ihre oft scharfsinnige Argumentation neben Ihrer breiten Bildung und profunder Detailkenntnisse und vielfältigen Einschätzungen und Meinungen bilateral und im Forum schätze, so wenig stützt Ihre Pseudonymisierung Ihre Glaubwürdigkeit. Schade, zumal man Ihnen Respekt für transparentes ehrenamtliches Engagement zuschreiben darf. Aber Kritik ohne offenes Visier?

        Nein, lieber Herr Berg, die Arena steht nicht dort, wo und wie sie steht, weil zwei Unternehmern das gut tut. Dass es dem Oberzentrum Lüneburg und den Lebensverhältnissen des Einzugsgebietes gut tun könnte, ein entsprechendes Angebot vorzuhalten, das Kultur, Sport, auch Unterhaltung auf höherem Niveau ermöglichen könnte, könnte auch ein Argument sein.

        Und nein, lieber Herr Berg, Herr Buller ist ganz sicher nicht befangen gewesen. Ebenso wenig, wie es ein potentieller Besucher eines Volksmusikkonzerts in der Arena in zwei Jahren wäre.

        Was ich von der Arena halte? Ich weiß es nicht. Der verteufelnde Dogmatismus jedoch erstickt viele Möglichkeiten, der Arena eine vernünftige Perspektive zu geben.

      • Thomas Buller sagt:

        Sehr geehrter Herr Berg ,

        herzlichen Dank für Ihre Antwort, mit dieser Ausführlichkeit hatte ich gar nicht gerechnet.

        Im Weiteren möchte ich kurz darauf eingehen:

        a:).. „vernetzt“ ist keine leere Vokabel , sondern bezieht sich auf Ihre Äusserung „Einzig ,dem Oberuli gebe ich recht, der mir kürzlich mitteilte..“, ich schlussfolgere daraus ,dass Sie Ihre Informationen nicht nur der Tagespresse entnehmen, sondern auch in anderer Weise „vernetzt „sind.

        b:).. ist keine Umkehrrehtorik, ich beziehe mich lediglich auf den Blog, der beide Projekte ins Spiel bringt, da es um Förderung der Arena mit Avaconmitteln geht, die ja auch das SALÜ mitfinanzieren.

        c,d,e:) gehören eigentlich zusammen. Ca. 3 Prozent des kommunalen Haushalts werden als freiwillige Leistungen im Haushalt eingebucht, wie diese zu verteilen sind, darüber entscheidet der Rat. Sie können diese natürlich auf Antrag auch kürzen wollen, dann befinden Sie sich in bester Gesellschaft der AfD.
        Die Arena stellt für die Region ein Kultur und Freizeitangebot dar.Warum das grundsätzlich nicht dem Gemeinwohl dienen soll, müssen Sie schon näher erläutern.

        f:) Ob sich die genannten Personen wohl fühlen, wenn Sie diese alle in einen Topf werfen, weiss ich nicht. In jedem Fall habe ich lediglich angeführt , dass Projekte wie das Salü und andere Institutionen , sich alle nicht selbst finanzieren können. Wenn Sie diese Einrichtungen nicht wollen, sagen Sie es doch einfach.

        g:) Gebe ich Ihnen recht, kann man diskutieren, ob eine Mega-Rutsche nötig ist. Tatsache ist aber ,dass die Besucherzahlen des SALÜ ( vor Corona), kontinuierlich angestiegen sind, was letztlich auch der Tatsache geschuldet ist, dass die Region nunmal eine Wachstumsregion ist und jährlich mehr Menschen hier leben wollen, und auch eine entsprechende Nachfrage nach Kultur- und Freizeitangeboten besteht.

        h:)Kreistagsmitglieder fassen Beschlüsse auf Basis der Fakten, die Ihnen die Verwaltung zur Verfügung stellt. Würde man grundsätzlich die Vertrauenswürdigkeit der Verwaltung in Frage stellen, dann stellt man auch die demokratischen Prozesse als solche in Frage und bewegt sich dann selbst auch auf dünnem Eis.
        Im konkreten Fall ,hat die Administration den Kreistagsmitgliedern ganz offensichtlich Fakten vorenthalten , die zum Zeitpunkt der Abstimmung vermutlich bereits bekannt waren. Diesen Vorwurf an die Hauptverantwortlichen teile ich ausdrücklich.
        Das den ehrenamtlichen Kreistagsabgeordneten vorzuwerfen , finde ich überheblich.

        i:) Da muss ich schon etwas schmunzeln..,wenn Sie mir Befangenheit vorwerfen können Sie dies ja nur tun, da ich ( wie viele andere auch in diesem Blog), meine Identität nicht hinter einem Pseudonym verstecke.
        Wenn Sie dann noch wenige Zeilen darunter schreiben, dass es Ihnen um Argumente geht und nicht darum auf Argumentierende einzuhacken, besteht offensichtlich ein Skotom bezogen auf Ihre Selbstwahrnehmung.
        Ganz ehrlich, diese Begründung ist wirklich sehr dünn und ganz ehrlich auch unter Ihrem Niveau.

        Haben Sie doch mal den Mut ,nicht nur aus der Deckung mit dem Finger auf andere zu zeigen.
        Das personelle Veränderungen in kommunalen Gremien nötig sind , da bin ich im übrigen ganz bei Ihnen. Ob dann alles besser wird, bleibt zu hoffen.

      • Otto Berg sagt:

        Lieber Herr Jenckel, lieber Herr Dr. Buller, lieber Herr Luths,

        ich antworte in sachlicher, also inverser chronologischer Ordnung:

        1) Lieber Herr Jenckel, Niedersachsens Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG), § 41 Absatz 1 Satz 1 bestimmt: „Ehrenamtlich Tätige dürfen in Angelegenheiten der Kommunen nicht beratend oder entscheidend mitwirken, wenn die Entscheidung einen unmittelbaren Vorteil oder Nachteil für“ sie selbst oder ihnen nahestehende Personen bringen kann. Absatz 1 Satz 2: „Als unmittelbar gilt nur derjenige Vorteil oder Nachteil, der sich aus der Entscheidung selbst ergibt, ohne dass, […], weitere Ereignisse eintreten oder Maßnahmen getroffen werden müssen.“ UND Absatz 2 bestimmt: „Das Verbot des Absatzes 1 Sätze 1 und 2 gilt auch für ehrenamtlich Tätige, die gegen Entgelt bei einer natürlichen oder juristischen Person des öffentlichen oder privaten Rechts oder einer Vereinigung beschäftigt sind, wenn die Entscheidung diesen Dritten einen unmittelbaren Vorteil oder Nachteil bringen kann.“

        Mir ist bekannt, dass Herr Sorger, der Leiter des städtischen Rechtsamtes, „die Frage der Befangenheit“ bezüglich der Ratsherren Buller und Morgenstern im Juni 2017 geprüft hat. Gemäß § 41 Abs. 4 S. 2 NKomVG muss aber die Entscheidung über das Vorliegen eines Mitwirkungsverbots die Stelle treffen, in der (oder für welche) die ehrenamtliche Tätigkeit ausgeübt wird; für Mitglieder des Rates ist dies der Rat selbst. NUR DER RAT, lieber Herr Jenckel, hätte im Frühsommer 2017 über die Konsequenzen aus der von Ihnen oben bekannt gemachten Selbstanzeige durch Herrn Dr. Thomas Buller und Herrn Henrik Philipp Morgenstern im Hinblick auf ein Mitwirkungsverbot befinden dürfen. Das jedoch ist nie geschehen. Die Bewertung von Verwaltungsseite kann der Vertretung als Orientierungshilfe nützlich sein, aber ob Herr Sorger bejaht oder verneint, ist rechtlich ohne Belang. – Und darüber hinaus, das haben Sie selbst oft genug betont, sind Legalität und Anstand keineswegs immer dasselbe.

        2) Lieber Herr Dr. Buller, der Oberuli zitiert, wie Sie wissen, gerne den französischen Philosophen Blaise Pascal: „Kürzer ging es nicht.“ (Wörtlich übersetzt: „Ich habe den gegenwärtigen Brief [Kommentar] aus keiner andern Ursach‘ so lang gemacht, als weil ich nicht Zeit hatte, ihn kürzer zu machen.“ Blaise Pascal, Lettres provinciales, 16. Brief vom 4. Dezember 1656: rechte Seite (313), vorletzter Absatz: https://archive.org/details/lesprovinciales00pasc/page/312/mode/2up) – Soviel zur „Ausführlichkeit“.

        In Ihren Kommentaren zu meinen Punkten „a“ bis „f“ repetieren Sie einfach Ihre Thesen, welche Positionen bestreiten, die gar niemand eingenommen hat und welche durch Wiederholung nicht richtiger werden. Alles, was ich dazu zu sagen habe, finden Sie oben unter meinem Punkt „g“. Ich habe nie geraten, „die Vertrauenswürdigkeit der Verwaltung grundsätzlich infrage zu stellen“ (Ihr Punkt zu „h“). Aber es ist mit die vornehmste verfassungsgesetzliche PFLICHT jedes einzelnen Mitgliedes in Rat bzw. Kreistag, die das HAUPTORGAN der Kommune bzw. des Kommunalverbandes sind (§ 45 Abs. 1 S. 1 NKomVG: „Die Vertretung ist das Hauptorgan der Kommune.“), die Verwaltung zu KONTROLLIEREN (§ 58 Abs. 4 S. 1 NKomVG: „Die Vertretung überwacht die Durchführung ihrer Beschlüsse sowie den sonstigen Ablauf der Verwaltungsangelegenheiten.“) Wer das nicht leisten möchte oder kann, der sollte sein Mandat niederlegen!

        Richtig, lieber Herr Dr. Buller, auch mein Gesichtsfeld ist eingeschränkt. Einen absolut neutralen Standpunkt, „The View From Nowhere“ (Thomas Nagel), KANN es (schon aus logischen Gründen) nicht geben. Ich vertrete Meinungen. Sie tun das ebenfalls. Und ich bemühe mich um gute Gründe (wie Sie vermutlich auch). Dass Sie der Gedanke, ein SVG-Mitarbeiter sollte bei Ratsbeschlüssen über eine SVG-Arena lieber spazierengehen, als an der Beschlussfassung teilnehmen, „zum Schmunzeln“ bringt, halte ich beispielsweise für problematisch. Gewiss, das ist auch bloß wieder eine Meinung, für die ich aber gute Gründe angeben kann, wie Sie oben unter Punkt (1) nachlesen können. Was die Tatsache, dass ich unter einem Pseudonym schreibe, mit den verfassungsgesetzlichen Bestimmungen zu tun haben könnte, die dort aufgezählt sind, begreife ich nicht. Erinnern Sie sich an Hans Christian Andersens Märchen „Des Kaisers neue Kleider“? Den Namen des Kindes, das auf den Nackten zeigt und ruft: „Aber er hat ja nichts an!“, den kennt NIEMAND, Herr Dr. Buller. Aber JEDEM ist klar: Das Kind sagt die Wahrheit.

        3) Lieber Herr Luths, lese ich Ihre schönen Zeilen, weiß ich vor stolzer Scham gar nicht mehr, wohin ich schauen soll. Sie loben meine „oft scharfsinnige Argumentation“, wissen von meiner „breiten Bildung“ zu berichten, schwärmen von meinen „profunden Detailkenntnissen“ und bekennen freimütig, meine „vielfältigen Einschätzungen und Meinungen“ zu ästimieren, was alles in Ihrer enthusiatischen Zwischenüberlegung zusammenschießt, eventuell sei Ihnen die allgemeine Erlaubnis nicht zu versagen, mir einen zarten Anflug von „Respekt für transparentes ehrenamtliches Engagement“ zuzuschreiben. In Summe, lieber Herr Luths, Sie erklären mich zu einem SUPERHELDEN.

        Was ist ein Superheld? Betrachten wir ein Beispiel aus der Entstehungszeit der Spezies, lassen sich einige grundlegende Merkmale des Überheroischen notieren. So hat „Stardust“ (https://www.compendium-heroicum.de/wp-content/uploads/2018/09/Superhelden_Abb_1_Stardust_big.jpg) mit Richard Meier vom LVL gemein, dass er fliegen kann. Manche meinen sogar, dass er (dem Leuphanatiker Sascha Spoun in dieser Hinsicht nicht unähnlich) ein wissenschaftlicher Überflieger sei und dass er innovativ-kreativste, weltumspannende Marketingkenntnisse besitze, wodurch er zur bemerkenswertesten Präsidialperson aller Zeiten in der Bloggerszene unter Lüneburgs Hans-Herbert Jenckel-Fans avanciere. Überdies setzt „Stardust“ seine Fähigkeiten zum Kampf gegen das Event-Hallenbauen ein. Superheldinnen und Superhelden sind quasi durch den Kampf gegen das „Arena“-Errichten definiert. Sie agieren aus dem Willen, abseits der institutionellen Mächte wie Polizei, Militär und der Prätorianergarde von Franz-Josef Kamp (geduldet oder als Vigilant) „Arena“-Schurken, „Arena“-Superschurken und ihre kriminellen Organisationen zu besiegen.

        Neben ihrem Heldendasein führen die meisten „Stardust“-Verwandten aber auch noch ein bürgerliches Leben in einem normalen Beruf. Um dieses Leben und das ihrer Geliebten zu schützen, verwenden Superhelden am Anfang ihrer Karriere viel Zeit in die Entwicklung eines Superheldenkostüms mit Maske, um so unerkannt Tag ein und Tag aus die Welt zu retten. Allerdings kommt im Laufe der Zeit jeder Superheld irgendwann mindestens einmal in die Situation, dass seine wahre Identität beinahe auffliegt. Dies geschieht genau dann, wenn er entweder bei Blog.jj auf einen stärkeren Gegner trifft und im harten Zweikampf seine Maske verliert oder neidische Parteikollegen ihm nachstellen und ihn zu beobachten suchen, wenn er ohne Maske seine Superkräfte einsetzt. Doch nur der Geliebten ist es irgendwann im Laufe der Geschichte erlaubt, das Geheimnis der wahren Identität unseres Superheldens zu lüften und ein Blick unter seine Maske zu erlangen. An der Lage und dem Vorgehen der Superhelden erkennt man Parallelen zur realen Welt und zu den Schwierigkeiten beim Schutz von personenbezogen Daten.

        Nein, lieber Herr Luths, weder habe ich jemals behauptet, dass „Pseudonymisierung meine Glaubwürdigkeit stützt“, noch dass „es dem Oberzentrum Lüneburg und den Lebensverhältnissen des Einzugsgebietes“ NICHT „gut tun könnte, ein Angebot vorzuhalten, das Kultur, Sport, aber auch Unterhaltung auf höherem Niveau ermöglicht“.

        Meine zentrale Überzeugung ist allein, dass DIESE „viel zu große ‚ARENA‘ am falschen, weil viel zu kleinen Standort“ (G. Dubber) all dies gerade NICHT ermöglicht, weil sie (aufgrund ihres exorbitanten Geldverbrauchs) Kultur, Sport und Unterhaltung – aber auch (da öffentlich subventioniert) einen großen Teil des (privatwirtschaftlich strampelnden) Wettbewerbs – stranguliert und NICHT fördert!

        Wo sehen Sie „verteufelnden Dogmatismus“, der „viele Möglichkeiten [erstickt], der Arena eine vernünftige Perspektive zu geben“, lieber Herr Luths? Bei den immerzu „Kultur“ rufenden, aber „Kommerz“ meinenden Partikularegoisten mit ihrem überkandidelten „Masterplan“ der Hyper-„Eventisierung“ einer tollen, aber unbedeutenden Randsportart, die diesen teuren Unfug wollten, anstatt eine zukunftsfähige integrale Sportwaldparklösung mit Halle, Stadion, Freizeitanlagen und genügend Stellplätzen anzustreben, wie sie als „Treffpunkt der Region“ noch bis Mai 2016 in Bardowick (aber eben leider nicht im „Oberzentrum“, sondern nur in dessen unmittelbarer Nachbarschaft) entstehen sollte? Oder sehen Sie jene starre Verbohrtheit bei den vielen, seit nunmehr fünf Jahren überwiegend sehr differenziert argumentierenden Kritikern dieses blindwütigen 100 Millionen Euro-Murkses (von denen übrigens ein Gutteil der intelligenteren im Vorstand des CDU-Kreisverbandes Lüneburg sitzt)?

    • Thomas Buller sagt:

      Sehr geehrter Herr Berg,

      leider verfüge ich nicht über so viel Freizeit wie Sie, daher kann ich Ihnen leider nicht in der Ausführlichkeit antworten wie ich es gerne möchte.

      Sie haben zu einem früheren Zeitpunkt schon mal in diesem Blog ganz klar geschrieben ,dass es aus Ihrer Sicht keine einziges Argument für die Arena gibt.
      https://blog-jj.com/2020/03/08/der-zaster-ist-versenkt-die-gute-nachricht-es-gibt-eine-welt-jenseits-des-arena-dickichts/
      Damit lassen Sie keinen echten Diskurs zu diesem Thema zu und andere Argumente auch a priori nicht gelten. Ich fasse das unter dem alten Sprichwort zusammen “ niemand ist so blind ,wie der der nicht sehen will“.
      Ich füge noch einen weitern Artikel aus dem Jahre 2016 über den Bau der
      Elbphilharmonie hinzu:
      https://www.sueddeutsche.de/kultur/abschlussbericht-zur-elbphilharmonie-chaos-auf-allen-ebenen-1.1889242
      Kommt Ihnen die Rhetorik darin bekannt vor ? Sie gleicht der von Ihnen und anderen vorgetragenen Kritik zur Arena in frappierender Weise.
      Ich wette der Mario Barth wäre da auch zur Stelle gewesen, hätte er seine tumbe Geschlechterkomik schon früher aufgegeben.
      Nach der Eröffnung , verstummte die Kritik ,es gab eigentlich nur noch die Frage nach der Verfügbarkeit von Eintrittskarten…
      Selbstverständlich bin ich mir der Unterschiede beider Projekte durchaus bewusst und ich habe auch keine Ahnung wie erfolgreich die Arena nach Eröffnung betrieben werden wird. Sie aber auch nicht.

  36. Gerd Wagner sagt:

    Man sollte meinen, es habe sich bis nach Grün-Linksaußen herumgesprochen, dass Lüneburger Unternehmen und Leistungsträger stärken sollte, wer aus einer Krise und hohen Schulden herauswachsen will. Weit gefehlt: Lieber hängt man dem nicht auszurottenden ökonomischen Irrglauben an, das Geld liege nutzlos in den Kassen der „Reichen“, die sich wieder bevorzugt auf dem Sonnendeck räkelten.

    Doch die großen Vermögen des Landkreises sind meist in mittelständischen Betrieben gebunden, gewöhnlich arbeiten „Reiche“ hart und gehen als Unternehmer hohe Risiken ein. Auch dürfte die Krise an vielen Vermögen nicht spurlos vorübergegangen sein. Die Corona-Rezession hat die Reserven angetastet.

    Vermögensteuern und -abgaben greifen in die geschwächte Substanz zusätzlich ein und treffen Unternehmen in der schwierigen Phase nach der tiefen Rezession. Wer sich von einer Attacke auf Vermögen volle Staatskassen und mehr Gerechtigkeit erhofft, glaubt auch an den Mann im Mond.

    • Peter Luths sagt:

      F.A.Z.-Leser wissen mehr … ; – )

      Allerdings wird mir nicht ganz klar, welcher Zusammenhang zwischen den von Ihnen, Herr Wagner, zitierten klugen Gedanken von Heike Göbel in ihrem Kommentar „Aufforderung zur Plünderei“ und den diskutierten Fragen zur Arena bestehen soll.

      • Andreas Janowitz sagt:

        Na Herr Luths, da treiben Sie mit den „klugen Gedanken“ aber ganz schön Schindluder, was?
        Wer einen Verein, dessen Selbstverstandnis von der Bekämpfung internationaler Finanzpiraterie und dem trockenlegen des globalen Steuerfluchtsumpfes (https://www.attac.de/was-ist-attac/selbstverstaendnis) herrühert, in die Nähe beliebiger Krawallbrüder verortet, hat ziemlich wenig kluges von sich zu geben.

  37. Jürgen Langmach sagt:

    Schwimmunterricht in Gefahr?

    Lese ich hier einige Äußerungen Lüneburger Politprominenz der Grünen und Linken die Finanzierung die Arena betreffend, so frage ich mich, wird hier der Ausstieg, aus dem Jahrzehnte durch Ratsmehrheit bestätigten Konsens, die mittelfristige Schließung des Freibades Hagen und Hallenbades vorbereitet?
    Ich würde gerne von der/m entsprechenden OB Bewerber*in wissen wie sie an Stelle dieser Konstruktion das Freibad Hagen und das Hallenbad erhalten wollen? Interessant in diesem Zusammenhange die anscheinende Sprachlosigkeit des Aufsichtsratsvorsitzenden U. Blanck von den Grünen.
    Der Vergleich des Ratsherren M. Pauly hinkt nicht nur, wenn man sich die Zahlen der Nutzer der Musikschule und der Schwimmbäder vergegenwärtigt. Es erstaunt mich wenn (Vorschlag die Linken) z.B. die Rückbaukosten des Flugvereins in derzeitiger Höhe von ca. 380.000 € vom Steuersäckel übernommen werden sollen (Nutznießer 100 Flieger) aber die dauerhafte Sicherstellung des Frei- und Hallenbades in Frage gestellt wird. Vor allem die Kenntnis des finanziellen Zwangs der Hansestadt für nicht gesetzlich erforderliche Sozialausgaben weniger als 3% des Haushaltes zu veranschlagen macht die Angelegenheit nicht einfacher. Lösungsansätze dieser Herren Fehlanzeige! Oder droht sogar ein Erhöhung der Eintrittspreise?
    Zurück zur Arena, die auch von der Mehrheit im Kreistag gewollt ist einschließlich der Kosten. So zu tun als wäre die Interessenlage der Befürworter egoistisch und nur die Gegner haben wirklich das Gemeinwohl im Auge ist überheblich. Die Prüfung des Finanzierungsmodells Avacon auch für die Arena durch den Landkreis ist eher ein Hinweis auf haushalterische Vernunft, die bei diesem Projekt Arena (gescheitertes ppVerfahren, Barrierefreiheit, Verkehrskonzept) nicht immer an vorderster Stelle stand. Ich möchte im Landkreis und in der Stadt politisch Verantwortliche haben, die alles dafür unternehmen die Arena ins Laufen zu bekommen und den Erhalt unserer Schwimmbäder langfristig sichern und Lüneburg weiterhin als lebenswerte Region erhalten. Alternative sind mindestens zwei teure Bauruinen.

    • Werner Mellentin sagt:

      Hallo, Herr Langmach.

      „so frage ich mich, wird hier der Ausstieg, aus dem Jahrzehnte durch Ratsmehrheit bestätigten Konsens, die mittelfristige Schließung des Freibades Hagen und Hallenbades vorbereitet?“

      Gut gelernt vom OB (oder hat dieser den Text gar selbst geschrieben?). Was ich hier im Blog bisher zu diesem Thema gelesen habe ging darum, ob die großzügig dimensionierte Wasserrutschenanlage zu den genannten Kosten auch ohne die üppig sprudelnde Finanzquelle Aktienpaket gebaut würde. Daraus sogleich den geplanten Kahlschlag der Lüneburger Badelandschaft herbeizuphantasieren enspricht ganz dem rhetorischen Schema unseres geschätzten Hauptverwaltungsbeamten.

      Gleiches, Herr Langmach, gilt für die von Ihnen eingesetzten ‚Whataboutisms‘: […] Rückbaukosten des Flugvereins … „.

      Außerdem: „Hallenbad“ klingt geradezu niedlich und hat mit der umfangreichen Bäderlandschaft nur wenig gemein.

      Dazu noch: „Der Vergleich des Ratsherren M. Pauly hinkt nicht nur, wenn man sich die Zahlen der Nutzer der Musikschule und der Schwimmbäder vergegenwärtigt.“

      Da melde ich Interesse in Sachen Vergegenwärtigung an: wo kann ich diese Zahlen nachlesen?

    • Sehr geehrter Herr Langmach, ich schließe mich Ihrem Wunsch an. Sozial- und gesellschaftspolitisch wichtige Projekte dürfen wir nicht allein nach den Kosten bewerten. Aber eine vernünftige Haushaltsführung verlangt nach Klarheit und Wahrheit!
      Die Verrechnung von Verlusten einer Kostenstelle mit völlig sachfremden Gewinnen behindert eine sinnvolle Bewertung. Gerade bei den geringen „freiwilligen Leistungen“ sollte die Maximierung des Gemeinwohls im Vordergrund stehen. Hierbei müssen Kosten und Nutzen bewertet werden können, um die Prioritäten festlegen zu können.
      Ich kann in der unnötigen Verrechnung der Arena-Kosten mit Avacon-Gewinnen keine Vorteile erkennen. Für mich erschwert diese „Verschleierungspolitik“ die notwendige Bewertung.
      Trotz frühzeitiger Hinweise müssen wir das Arena-Planungs- und Finanzierungsdesaster akzeptieren, aber eine „Verschleierung“ der künftigen Verluste sollte verhindert werden.
      In den jährlichen Haushaltsberatungen müssen die Kostenstellen/Haushaltspositionen eindeutig und klar ausgewiesen werden, um den verantwortlichen Politikern einen bestmöglichen Einsatz der anvertrauten Steuergelder zu ermöglichen.
      Erlauben Sie mir den erneuten Hinweis, dass ich mein teures Hobby zwar auch mit meinem Gehalt verrechnen könnte, aber meine geliebt Haushaltsexpertin diesen Verschleierungsversuch auch nicht akzeptieren würde.

      • Peter Luths sagt:

        Du gehörtest zu den ersten und prominentesten Kritikern, lieber Berni, auch schon v o r der offenkundig auf unvollständig zur Verfügung gestellter Basis – s. Beitrag Otto Berg von heute – zustande gekommenen Entscheidung der Mehrheit des Kreistages. Insofern steht es Dir zu, unverändert den Finger in die Wunden zu legen.

        Gut auch, dass Ihr unverändert eine Überprüfung des Vorgehens der seinerzeit Verantwortlichen durch das nds. Innenministerium anmahnt, auf deren Ergebnis nicht nur Herr Berg gespannt wartet.

        Davon zu trennen bitte ich die Beurteilung der aktuellen Möglichkeiten, mit der Situation zurechtzukommen. Nicht sehr dankbar für die heutigen Verantwortlichen, mit dem PPP-Projekt umzugehen, wobei weniger an Public-Private-Partnership und mehr an Pleiten, Pech und Pannen gedacht wird.

        Das Kind ist auf der Welt, mag die Zeugung auch unter Vorspiegelung falscher Tatsachen geschehen und die Schwangerschaft beschwerlich gewesen sein. Ich kann nichts daran finden, ihm ein gedeihliches Leben ermöglichen zu wollen – was bitte verantwortlich, nachhaltig und phantasievoll unter Berücksichtigung aller wirtschaftlicher, rechtlicher und steuerlicher Konsequenzen nach dem Status quo und ohne Groll auf vergossene Milch geschehe – und nicht jährlich erneut in alten Wunden zu stochern.

      • Lieber Peter Luths, recht hast Du. Das Planungsdesaster müssen wir jetzt akzeptieren und ich hoffe auch auf eine bestmögliche Auslastung, um den künftigen Verlust zu begrenzen. Aber für künftig notwendige Prioritäten-Entscheidungen sollten wir die Kosten kennen und nicht bewusst verschleiern. Als Liberaler akzeptiere ich natürlich auch gegenteilige Meinungen. Allerdings habe ich auch hier noch kein Argument gelesen welchen Vorteil (ausser Verschleierung) die Verrechnung der Verluste mit Dividenden haben könnte. Sorry, aber als steuerzahlender Realist können mich nur vernünftige Argumente überzeugen. In diesem Sinne warte ich auf überzeugende Argumente.

    • Otto Berg sagt:

      Ist die Arena – einschließlich ihrer (öffentlich immer noch nicht vollständig bekannten) Kosten – so wirklich von der Mehrheit im Kreistag gewollt worden, Herr Langmach? Oder sind die Mitglieder des Kreistages am 17. Dezember 2018 (Baubeschluss) und am 31. August 2019 (Weiterbaubeschluss nach Bekanntwerden der Falschinformationen durch den damaligen SPD-Landrat Nahrstedt von Dezember 2018 bis März 2019 und nach Aufdeckung des desaströsen Planungs- und Finanzierungs-Chaos praktisch über den gesamten Zeitraum vom 7. November 2016 bis zum 13. März 2019) von der Kreisverwaltung übertölpelt worden?

      Meines Erachtens werden diese Fragen auf Veranlassung der Lüneburger FDP in Hannover gerade erneut von SPD-Innenminister Boris Pistorius (und hoffentlich nicht wieder bloß von einem seiner subalternen Pressestellenmitarbeiter) geprüft.

      Kennen Sie die Ergebnisse dieser Ermittlungen bereits, Herr Langmach? Oder woher nehmen Sie Ihre Urteilssicherheit?

    • Sehr geehrter Herr Langmach,

      mich beschleicht der Eindruck, dass hier die ersten Verteilungskämpfe um die verbleibenden (Steuer-)mittel einsetzten, um notwenige kommunale Ausgaben zu finanzieren. Salü, Freibad, VHS, Bücherei, Theater, Musikschule, Jugendzentrum, Schulausstattung, Förderung kommunaler Initiativen, Sport, Feuerwehr und weiteres Ehrenamt sind aus meiner Sicht alle wichtiger als eine von Anfang an defizitäre Arena oder eine Elbbrücke, für deren (Unterhalts)-kosten bis heute kein solides Finanzierungsmodell vorliegt.

      Nun soll die Avacon es richten, ein Unternehmen, das zu 61,5% immer noch der E.ON gehört. Gemeinsam mit GAZPROM (Genosse Schröder grüßt) hat sie Nord-Stream 1 gebaut und setzt damit weiter auf fossile Brennstoffe. Ferner steht E.ON via LNG für Frackinggas aus den USA. Dieser Klimadinosaurierer von gestern soll also jetzt über die Gewinne der Avacon die Arena finanzieren? Wer da an Zukunft glaubt, glaubt auch an die Unschuld von Olaf Scholz im Wirecard-Skandal und richtige Zahlen als Grundlage für Kreistagsbeschlüsse zur Arena. Könnte es sein, dass selbst in der SPD aus benötigten hohen Gewinnen der Avacon zwecks Arenafinanzierung und Energiewende Interessenkonflikte entstehen könnten?

      Aber natürlich sieht es erstmal hübsch aus, wenn strukturelle Defizite dauerhaft aus externen Einnahmen gedeckt werden. Ich hätte da noch einen Vorschlag: Warum nicht an die Sparkasse „Das tut gut“ und die Bingo-Umweltlotterie einen Dauerantrag auf Bezuschussung stellen. Da eh keiner mit PKW an der Arena parken kann, müssen ja alle Fahrradfahren oder zu Fuß gehen. Diesen geheimen Klimaschutzplan zu rechter Zeit zu spielen, empfehle ich der SPD im Wahlkampf.
      Sollte das nicht klappen, könnte Sie noch die Naturschutzstiftung anpumpen. Diverse alte weiße Männer der SPD stehen im Landkreis längst auf der Roten Liste der bedrohten Arten. Evtl. zum Problem werden könnte nur, dass ihre Art nicht endemisch ist, wie wir seit Wissen um Douglas Adams Geschichte der „Arche B“ wissen.

      Frau „Pia und Du?“ Steinrücke ist ob Ihrer Aussagen gut beraten, immer wieder ihre Parteilosigkeit zu betonen. Ich vermute, Sie radelt vor allem deshalb so häufig über Lüneburgs Kopfsteinpflaster, um dem immer wieder um sie wabernden lästigen Stallgeruch zumindest temporär zu entgehen.
      Sie, Herr Langmach, würden gut daran tun, aus ihrem wertkonservativ angestaubten Glashaus der einstigen Sozialdemokratie nicht weiter Steine zu werfen, denn mancher Stein kann in den Rücken auch von für unsere Gesellschaft wertvoller Personen treffen.

      Mir tut es leid um die vielen engagierten, oft jungen SPD-Mitglieder, die durch die Bremser von vorgestern in Kreis und Stadt von zukunftsfähiger Politik abgehalten werden.

      Freundliche Grüße aus dem hohen Norden des Landkreises

    • Dieser Beitrag lässt sich schnell beantworten:
      1. Schwimmunterricht findet weder auf Wasserrutschen noch neben Sonnendecks statt. Der größte Teil des Kurmittel-Defizit geht auf das SaLü zurück.
      2. Die Musikschule ist was Anderes als die Volkshochschule. Beides ist wichtig, beides muss nicht Gewinne erwirtschaften oder „herausragend wirtschaftlich laufen“ sondern seinen Zweck bestmöglich erfüllen. Der gesetzliche Auftrag Erwachsenenbildung und vor allem dabei Sprach – und Integrationskurse erfüllen sozial und ökonomisch einen sehr wichtigen Zweck. Dennoch muss dort gespart werden, Kurse entfallen, es wird viele Jahre nicht nach Tarif bezahlt und Lehrende sind – oft unfreiwillig – Honorarkräfte, teils illegal Scheinselbstständig und jetzt in der Krise komplett unabgesichert. Hier hätte ich nach Abwägung mehr kommunale Mittel hineingegeben um Beschäftigte und Kursangebote abzusichern.
      3. Auch das SaLü kann begründet bezuschusst werden. Aber auch da wo solche Zuschüsse (durch Aktieneinlage) erfolgen, sollte mit dem selben Bedacht wie bei Mitteln des Kernhaushalts die Verwendung der Zuschüsse beobachtet und abgewogen werden. Dies kann ich bei einer Gesellschaft mit bald 5mio Euro Jahresbetriebsdefizit nicht mehr erkennen, die diese Jahresergebnisse der Politik gegenüber auch noch als gut darstellen und dann auch noch 3 1/2 Millionen Euro in Wasserrutschen investieren. Mal ganz platt: keine andere städtische Gesellschaft oder der Kernhaushalt würde in Abwägung der begrenzten Ressourcen auch nur auf die Idee kommen, solch einen Betrag in eine Erweiterung des Spaßangebots zu investieren. Warum dann das SaLü? Auch bei begründet bezuschussten Leistungen muss zwischen den Kosten und dem Nutzen abgewogen werden. Und gerade bei Betrachtung der Opportunitätskosten (was könnte die Stadt mit diesem Geld sonst machen?) kann ich hier kein wirtschaftliches Handeln mehr erkennen. Und das wohl nicht ganz ungefähr. Bei derjenigen Gesellschaft, die nicht jedes Jahr erneut die politischen Gremien um Zuschüsse (Teil der freiwilligen Leistungen) ersuchen muss, sondern die qua Aktieneinlage einen Zuschussautomatismus hat. Nochmal ganz deutlich: Die Erträge des Aktienpakets sind öffentliche Mittel, nicht Ergebnis des operativen Betriebs der Kurmittel GmbH. Sie sollten genauso abgewogen werden.

  38. Ulf Reinhardt sagt:

    Herr Buller,, dass Sie nun ihre Arena-Werbung, welche unter anderem durch Ihre Tätigkeit als Mannschaftsarzt des begünstigten Volleyballvereins motiviert sein könnte, nun unter dem Deckmantel der Kulturförderung verkaufen wollen, ist eine Lachnummer.

    Glauben Sie nicht, dass die Bürger und Bürgerinnen das merken?

    • Peter Luths sagt:

      Das, Herr Reinhardt, ist keine Lachnummer, sondern lächerlich. Es zeigt, dass Sie differenzierenden Meinungsäußerungen gar nicht mehr zuhören wollen.

      • Otto Berg sagt:

        Oder Sie, lieber Herr Luths?

        Herr Buller behauptet einen „Nutzen“, der nie ermittelt worden ist. ER und seine Kameraden haben jahrelang in Rat und Ratsausschüssen, Bahlburg im Kreistag und Kreisauschüssen (und bis heute als beratendes Mitglied im Kreissportausschuss), für die „Arena“ getrommelt.

        Derjenige, der mithilft oder mithelfen will, Millionensummen im vrestorfer Heidesand zu vergraben, muss überzeugende Argumente liefern, NICHT der, der von Beginn an, auf das absehbare Desaster hingewiesen hat. Die ihm gestellten Fragen zu ignorieren, aber den Spieß nach geschehenem Unglück umzudrehen und zu fragen, was einer denn gegen „Kultur“ habe, ist der billigste Salvierungsmove, der sich denken lässt.

      • Peter Luths sagt:

        Ich spreche Herrn Reinhardt eine qualifizierte Diskussion ab, wenn er meint, Tom Bullers Argumentation diene seinem Interesse als Mannschaftsarzt der SVG, lieber Herr Berg.

        Es wird mir zu wenig differenziert zwischen der hanebüchenen Planung inkl. Bedarf, Verkehr, Nutzung, Betrieb, Steuern, Standort, deren Hauptverantwortlicher noch immer nicht zur Rechenschaft gezogen worden ist und die leider vergossener Milch gleicht einerseits und andererseits den aktuell bestehenden Möglichkeiten, mit diesen Schwierigkeiten zurechtzukommen. Diese Differenzierung kann ich bei dem Arena-verteufelnden Dogmatismus einiger Kommentatoren nicht mehr erkennen.

        Zudem mag die SVG den Anlass für und ihre Vertreter besonders laut nach dem Bau gerufen haben. Der Grund für die Halle dürfte in dem Fehlen einer vergleichbaren Veranstaltungshalle in weitem Umfeld nicht erst seit dem Ende der Nordmarkhalle liegen. Ob das einen Bau in einem Oberzentrum für einige hunderttausend Einwohner rechtfertigt, mag diskutiert werden.

  39. Thomas Buller sagt:

    Hallo Herr Reinhard,
    ich denke , dass wir in Bezug auf die Arena unterschiedliche Sichtweisen haben .Wie gesagt, leider gibt die Ausführungsplanung auch jede Menge Anlass zur Kritik.
    Was sie unter angemessener Kulturförderung verstehen würde mich allerdings schon interessieren.
    Und sie wissen natürlich ganz genau , die Volleyballer als Hauptnutzer der Arena darzustellen, ist natürlich weit weg von der Realität. Mit ca . 10-15 Heimspielen über ein Jahr ( je nach sportlichem Erfolg ) , bleiben insgesamt auf das Jahr verteilt,doch recht viele freie Nutzungstage übrig , die für zahlreiche andere kulturelle Veranstaltungen zur Verfügung stehen . Aber in Zahlen kennen Sie sich ja aus .
    Dass sie heute schon in Abrede stellen, dass es hier in einer Wachstumsregion keinen Nutzen für die Arena geben wird , finde ich ebenfalls bemerkenswert. Ganz offensichtlich verfügen sie über hellseherische Fähigkeiten.
    Für mich klingt das eher nach Kultur ist gut aber nach Möglichkeit sollte sie nichts kosten und befinden sich dabei in bester Gesellschaft von Herrn Pauly, der ja selbst zu Pandemiezeiten sich schwarze Zahlen vom Kurzentrum wünscht .
    Ich finde es nur traurig , dass in ihrer Agenda die gesamte Branche der Kulturschaffenden eine so geringe Bedeutung hat.

    • Michel Pauly sagt:

      Es geht doch bei Arena und SaLü nicht um Gewinn, sondern um eine Angemessenheit des (faktischen) Betriebskostenzuschusses durch die Kommune. Und es ist doch so, die Kurmittel GmbH hat ein kommunal ausgeglichenes Defizit von weit über 4 1/2 Millionen Euro (pro Jahr). Zum Vergleich: Unsere Volkshochschule erhält von Stadt und Landkreis ca. 450.000, also 1/10. Alleine die Abschreibung und die Betriebskosten der Wasserrutschne sind höher als der kommunale Zuschuss an die Volkshochschule. Jetzt die Frage: Ist das SaLü wirklich 10x so nützlich wie unsere kommunale Erwachsenenbildung? Denn genau so haben sie durch ihr Abstimmungsverhalten zu den Wirtschaftsplänen es entschieden. Sie trugen das Invest in Wasserrutschen und die Ausdehnung des Betriebsdefizits stets mit, lehnten aber 100.000 mehr für die VHS ab. Ist das zueinander angemessen? Und hier kommen wir zur Einlage des Aktienpakets der Avacon zurück: könnte es nicht vielleicht sein, dass das durch Dividenden geschönte Jahresergebnis von diesen völlig aus dem Ruder gelaufenen (faktischen) kommunalen Zuschüssen zur Deckung des Betriebsdefizits ablenkt? Würden sie jährlich ihre Hand heben für 1mio Euro Betriebskostenzuschuss zur Arena und 5Millionen Euro Zuschuss für SaLü, Freibad und Sportbad, wenn sie dies aus dem Kernhaushalt für freiwillige Ausgaben nehmen müssten?

      Und während Sie überlegen: Sie tun genau das,nur nicht ganz so direkt.

      • Thomas Buller sagt:

        Hallo Herr Pauly ,
        ich gebe ihnen recht ,solche Mittel für VHS oder auch Spassbäder oder andere freiwillige Leistungen gegeneinander abzuwägen ist schwierig.
        Ich glaube aber das Mittel in diesem Bereich gut investiert sind ,auch wenn der Nutzen sich nicht in materiellen Gewinnen zeigt .
        Im übrigen sei noch darauf hingewiesen, dass ich als einziger meiner Fraktion nicht gegen ihren Änderungsantrag zur VHS gestimmt habe .

      • Werner Mellentin sagt:

        Hallo, Herr Biuller.

        Sie schreiben: „Ich glaube aber das Mittel in diesem Bereich gut investiert sind ,auch wenn der Nutzen sich nicht in materiellen Gewinnen zeigt “

        Bisher ging ich stets davon aus, dass sich Kosten-/Nutzen-Abwägungen eher an Zahlen denn an Glaubenssätzen ausrichten. Diese Annahme ist aber allem Anschein nach unrichtig, wenn ich Ihre Aussage richtig interpretiere.

        In welcher Form zeigt sich denn die immateriellen Gewinne eines kommunal betriebenen Spaßbades mit einem derart immensen Bezuschussungsbedarf für die Gesamtheit der Menschen in Stadt und Landkreis Lüneburg?

    • Andreas Janowitz sagt:

      Herr Buller, ich finde es höchst bedenklich variable Einnahmen, die Dividenden nunmal sind, freimütig in Fixkosten zu verwandeln?! Zumal es absehbar ist, das der Circus Minimus aus sich selbst herraus keinesfalls prognostizierte Einnahmen generieren wird?! Mangels realistischer Bedarfsanalyse wird ohne Not ein Kostenloch in den Etat gerissen, das auf absehbare Zeit nicht gestopft werden kann.

      Herr Pauly ist sich sicher bewust wie sehr in der Nachwendezeit Spassbader en vouge waren und völlig fehldimensioniert immernoch schwer auf den Haushalten so mancher Gemeinde in den neuen Bundesländern lasten.

      Und um für Herrn Reinhardt eine weitere Lanze zu brechen: als Steuerzahler hätte ich mir gewünscht, das gewisse Randsportarten in die Schulsporthallen der BBS, Oedeme oder sonstwo verlagert würden, um den in desolaten Zustand befindlichen Schulsporthallen einen neuen Anstrich zu verpassen?! Für mittlerweile fast 30 Mio.€ eine Spasshalle an den denkbar ungünstigsten Ort zu klotzen ist Verschwendung öffentlicher Mittel- Punkt!

      Ebenso könnten vergleichbar nichtige Beträge den Ausgründungen der Leuphana wesentliche Überlebensvorteile verschaffen. Und ja mir ist völlig bewust das als „buisness angel“ Totalverluste entstehen könnten, wobei Gewinne aus wenigen erfolgreichen Start-ups jedoch erwiesener Massen Geschäftsmodelle darstellen. Es gibt sog. „Kompetenzcluster“ (ich hasse dieses Modewort) mit bürokratischem Überbau bereits?! Wieso werden variable Einkünfte nicht zur Verstetigung derselben genutzt?!
      Nein! Da wird ein unnützes Geschenk an Randsportarten und lokale Prominez in die Landschaft geklotzt- auf Steuerzahlerkosten.

      Nur um die Dümmlichkeit des Sozenbashings noch einmal zu untersteichen: der denglifizierte Begriff „Kompetentzcluster“ ist wesentlich an den TPKs der Sowjetunion angelehnt und entspricht vom Inhalt eine Weiterentwicklung unter privatwirtschaftlichen Gesichtspunkten mit administrativer Flankierung. Es ist einfach nur umnachtet jemandem wegen gewisser Parteipräfenrez wirtschaftspolitische Kompetenzen absprechen zu wollen, zumal die offensichtliche Fehlallokation des Circus Minimus jedem Amateur die Steuerzahlerhaare zu berge stehen lässt.

      Mich interessieren ausschliesslich realwirtschaftliche Aspekte, da nur diese Arbeitsplätze in relevanter Anzahl mit relevantem Zugang schaffen. Ich rate mal: die allermeisten Wähler sind ebenso schlicht gestrickt. Deswegen überraschen mich die Umfrageergebnisse auch überhaupt nicht.

    • jo bembel sagt:

      Hallo Herr Buller,

      vielleicht ist es Ihnen ja nicht bekannt, aber das Desaster in seinem vollen Umfang ist der Tatsache geschuldet, dass die SVG auch in der Arena trainieren will/wollte und zwar auch an Wochenend/-Randterminen. (Um Kosten für die Verlegung Sport- und Spielboden zu sparen.) Deshalb stieg FKP Scorpio (die eine Pacht gezahlt hätten, statt die Hand aufzuhalten) auch aus und der Betreibervertrag wurde passgenau neu ausgeschrieben.

      Im übrigen dürfte es ziemlich einmalig sein, dass eine solche Arena für den Trainingsbetrieb zweckentfremdet wird.

  40. Ulf Reinhardt sagt:

    Hallo Herr Buller,

    also ich plädiere nicht nur gegen Dilettantismus, Intransparenz und „Täuschen, Tricksen, Tarnen“ bei der Durchsetzung eines ausschließlich Partikularinteressen dienenden Projektes, sondern wie bei allen Ausgaben und insbesondere Großprojekten zunächst für eine Analyse bezüglich Gemeinwohlnutzen und objektivierbarer Bedarfe.

    Diese Bedarfsermittlung und auch Abwägung gegen andere dringende Infrastrukturinvestitionen wie Schulen und Radwege hat es bei der Arena nicht gegeben.

    Auch erfolgreiche bestehende Kulturstätten wie das Kulturforum, welches im Übrigen als selbstständig finanzierter Verein ohne einen Euro Steuergeld ein breites und hochkarätiges Kulturangebot bietet, waren bei der Planung der Arena in keiner Weise eingebunden.
    Es wurde zu keinem Zeitpunkt ein Defizit an kulturellen Angeboten ermittelt, welches nun mit der Arena beseitigt werden soll. Im Gegenteil bekommen nun viele ohne jegliche Steuergelder finanzierte Kulturstätten nun Konkurrenz durch eine dauerdefizitäre ausschließlich aus Steuergeldern finanzierte Arena.

    Daher ist es völlig unberechtigt und in hohem Maße irreführend, wenn Sie die von Ihnen persönlich wie großen Teilen der CDU geförderte Arena, welche in erster Linie für die kommerziellen Interessen einer professionellen Volleyballmanschaft geplant wurde, nun mit Kulturförderung begründen. Im Gegenteil wird die Arena dazu beitragen, dass kleinere Kulturstätten ihre Angebote reduzieren oder sogar aufgeben müssen.

    Spätestens seit der prägnanten Mario Barth Recherche hat das sicherlich auch die große Mehrheit der BürgerInnen des Landkreises begriffen und wird sich hoffentlich im September angemessen bei den Initiatoren und Förderern der Arena bedanken.

    • Thomas Buller sagt:

      Hallo Herr Reinhard ,
      Danke für Ihren Kommentar. Ich verstehe das so , dass sie grundsätzlich dagegen sind solche Projekte mit Steuermitteln zu fördern und damit auch grundsätzlich keine Arena wollen . Meines Wissens gibt es keine vergleichbare Veranstaltungshalle in Deutschland, die kostendeckend betriebenen werden kann .
      Wie sieht es dann mit den anderen von mir genannten kulturellen Einrichtungen aus ?
      Diese können sich alle nicht selbst finanzieren . Was sagen sie den Künstlern, Musikern , Schauspielern ?

      • Ulf Reinhardt sagt:

        Hallo Herr Buller,

        selbstverständlich ist Kulturförderung in angemessenem Rahmen eine kommunale Aufgabe. Genau aus diesem Grunde ist es wichtig, die immer knappen kommunalen Mittel angemessen und wirkungsvoll auf die entsprechenden Einrichtungen zu verteilen.

        Ein Großprojekt wie die Arena, welches über nicht absehbare Zeit einen erheblichen Anteil der freiwilligen Leistungen des Landkreises beansprucht und aufgrund einer zweistelligen Millionen-Investitionen und jährlich absehbar sechsstelligen Verlusten über 25 Jahre einen dreistelligen Millionen Betrag erfordert, muss sich durch einen entsprechenden Gemeinnutzen rechtfertigen und in Abwägung zu anderen Infrastruktur-Investitionen angemessen sein.

        Genau das trifft auf die Arena eben nicht zu:

        Es gibt keine Bedarfsermittlung, kein Betreiberkonzept, keine entsprechende Breitenwirkung, da der Hauptfokus Volleyball nur eine absolute Minderheit der Menschen im Landkreis interessiert.

        Aus diesem Grunde ist es völlig unverantwortlich oder anders ausgedrückt eine Entfremdung von Steuern, wenn ein erheblicher Anteil an Steuermitteln planlos ohne nachvollziehbaren Gemeinnutzen investiert wird.

        Wenn noch eine absolut unprofessionelle Projektsteuerung dazu kommt, kann man das nur als riesige Katastrophe bezeichnen. So wird das von der Mehrzahl der Menschen auch wahrgenommen,

        Heute sind im Bauausschuss weitere unglaubliche Fakten bekanntgegeben worden:

        1. Die Arena wird nicht im August eröffnet, da mit unzureichenden Brandabschnitten wesentliche Brandschutzbestimmungen nicht eingehalten wurden.

        2. Es gibt keinen hinreichenden Katastrophenschutz, da kein Sammelplatz auf dem Geländer der Arena vorgesehen ist.

        3. Die Baukosten werden sich weiter deutlich erhöhen.

        Trotz der vielgelobten „Profis“ von Reese, die nun am Werk sind.

        Na dann, gute Nacht!

  41. Thomas Buller sagt:

    Ich gebe zu dass die Arenaplanung aufgrund ihrer unfassbar dilettantischen Planung soviel Angriffsfläche bietet , dass man gewiss jede Woche einen Blog dazu verfassen könnte .
    Es wäre noch nicht einmal nötig , dass dafür ein bekannter Komiker zum besten Freund des Bundes der Steuerzahler umfirmiert.
    Unklar ist für mich die Positionierung der ganzen Protagonisten, die hier in bekannter Weise ihre Beiträge veröffentlichten , ob sich ihre Kritik gegen eine Einrichtung wie die der Arena grundsätzlich richtet oder eher gegen deren Umsetzung.
    Es ist ja nicht jedes Projekt grundsätzlich schlecht ,nur weil es mangelhaft umgesetzt wurde.
    Letztlich zählt auch die Arena in den Bereich der Kultur und der Veranstaltungen , die wichtig für die Gesellschaft sind , ähnlich wie auch Museen , Theater , oder auch Spassbäder ,die bekanntlich alle kein Geld in die öffentlichen Kassen bringen .
    Diese lediglich unter dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit zu betrachten ( bei aller völlig berechtigten Kritik), erscheint mir daher verkürzt . Insbesondere wenn wir aktuell spüren , wie sehr den Menschen und unsrer Gesellschaft das vielfältige kulturelle Leben fehlt .

  42. Otto Berg sagt:

    Lieber Herr Reinhardt,

    Herr Jenckel bezeichnet Ihren – wie immer – hellsichtigen Arena-Beitrag als „Satire“. Eine Satire macht Schlimmes durch Übertreibung sichtbar, macht aus einer Mücke einen Elefanten. Deshalb würde ich Ihren Text eher als „Realsatire“ bezeichnen, da Sie ja nur wirkliche Vorgänge schildern, die bereits bei nücherner Betrachtung in ihrem Irrsinn schwer zu ertragen sind. Sie machen also aus einem Elefanten eine Mücke, um den Leser nicht an der grotesken Bizarrerie des Tatsächlichen verzweifeln zu lassen. Das ist Ihnen gut gelungen!

    Allerdings enthält Ihre Miniatur einen kleinen gedanklichen Fehler. Sie schreiben:

    „Ergebnis: Da der Jahresverlust die Dividende schon im ersten Jahr um rund 1,1 Mio. Euro übersteigt, reduziert sich das Aktienkapital fortlaufend jedes Jahr. Zunächst um die 1,1 Mio., dann jedoch immer stärker, denn weniger Aktienkapital bedeutet auch weniger Dividende, so dass sich die jährliche Unterdeckung wie durch ein Wunder von Jahr zu Jahr erhöht. Bis zum Jahr 24, dann ist das Aktienkapital aufgezehrt, Null.“

    Dazu die folgende Parallelgeschichte: Angenommen, Franz-Günter Hinrich, ein gut, gern glatt gegelter Geselle, betreibt ein Sexkino und ein Bordell. Er kauft ein Gebäude auf Pump, richtet es seinen Zwecken entsprechend her und vermietet alles zusammen an diverse Nutzerinnen und Nutzer aus der kreativen Szene. Der Funfakt-Tempel (im Volksmund „die Arena unseres Triebvergnügens“) fährt fortwährend fette Verluste ein und, damit das Finanzamt nicht „Stopp! Liebhaberei!“ ruft, legt Franz-Günter Hinrich ein vor Jahren von Fred Jensmann geerbtes Aktienpaket ein, das ordentlich Dividenden abwirft. Trotz dieser Kapitaleinnahmen irrlichtert der Event-Zirkus immer weiter im pekuniär prekären Negativum. Nun kommt Omma Trude umme Ecke vom Hühnerstall rumgebogen. Franz-Günter ist ihr Lieblingsenkel, weil er ihr viele Jahre lang Honig um den heute ergrauten Damenbart geschmiert hat. Omma Trude ist reich und gleicht die Verluste mit Bargeld aus, worauf Franz-Günter diese jährlich wiederkehrenden Schenkungen als Einnahmen deklariert. Folge: das Finanzamt ist zufrieden, die Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter sind zufrieden, das gemeine Kinogängervolk ist zufrieden, Omma Trude schwingt sich zufrieden auf ihr Mopped und Franz-Günter blickt zufrieden unter seiner gelackten Matte hervor. Doch der Clou ist: Das Aktienpaket brauchte nicht angetastet zu werden, es karnickelt weiterhin seine Dividenden in die Arena „Lust und Land“!

    Jetzt das Impfangebot der pädagogischen Transferleistung: Sollte, wie von Ihnen – m. E. zu Recht – gemutmaßt, lieber Herr Reinhardt, TROTZ der Dividendeneinnahmen die Betriebs GmbH & Co.KG dauerhaft siebenstellige negative Ergebnisse erwirtschaften, wird der Landkreis JEDEN VERLUST mit Steuergeld ausgleichen, das Aktienpaket braucht also NICHT angeknabbert zu werden!

    Avacon nicht als Lieferant von Tarnanzügen, aber immerhin von Feigenblättern.

    Ist das nicht sssüpi ?

    • Andreas Janowitz sagt:

      Wie ich sehe ein weiterer Finanzproktologe: der Vorteil an diesem Prozedere ist das veritable Potential einer Geldwaschanlage! Bargeldeinsätze kommen da immer gelegen, vielleicht lässt sich sogar noch ein Steuerschlupfloch draus stricken? Wie wär`s man gründete eine Holdinggesellschaft „Gurkenhandel Ltd“ auf der Isle of Man und verschöbe zwischendurch noch Lizenzgebühren für „geistiges Eigentum“?

      Wenn das so weiter geht kommt am Ende sogar wirklich noch Gewinn dabei herraus.^^

      • jo bembel sagt:

        Anscheinend weiß noch nicht jeder vom Zukunftsprojekt: LC1LCLC (Lueneburg County 1st Leisure Capital Ltd., Cayman Islands).

        Diese Ltd. wird hinter der LLCC Ltd., Malta stehen, die das online Spielcasino ‚Lucky Loser Casino Campus‘ betreiben wird. LC1LCLC wird zudem neue Betriebsgesellschaft für die Arena Lüneburger Land (Lucky Loser Casino Campus Arena).

        Die Avacon Aktien bleiben unangetastet und statt hässlicher Verluste durch die Arena erblicken schöne Gewinne das Licht der Öffentlichkeit.

      • Heide Vrestorfer sagt:

        „Eigentum“ und „geistig“, die beiden Begriffe bringe ich mit dem Phänomen „Arena“ nicht zusammen. Woran dachten Sie da, Herr Janowitz?

        Oder spielen Sie hier auf die „geistigen“ Produkte der Dachsbrau-Eigentümer an (https://www.landeszeitung.de/lokales/25034-dachsbrauerei/), die schon zum vierten Mal via LZ verkünden dürfen, sie hätten gerne die Lizenz zum Arena-Beliefern?

        Nur, — Volksdroge Alkohol und Volksfitness durch kommerziellen Sport?

        Wie passt das denn zusammen?

        Den Konsum von Biogurken aus dem Sonnenhof-Hofladen halte ich für gesundheitlich unbedenklicher als Lüneburger E-Gaming-Sausen bei Dahlenburger Kartoffelchips und regional gebrautem Craft Beer aus der Sommerbeck-Destille.

        Haben Sie schon mal beim Endlager-Kamp nachgefragt, wie der das so kurz vor seiner nicht ungefährdeten Wiederwahl sieht?

    • Michel Pauly sagt:


      Michèl Pauly, Sprecher der Linken im Stadtrat. Foto: privat

      Sie haben vermutlich Recht, dass das Aktienpaket nicht angetastet würde, dass aber die Dividenden vollständig verbraucht würden und am Ende womöglich dennoch ein (etwas niedriger) Zuschussbedarf bliebe.

      Doch die eigentliche Problematik, die besteht völlig unabhängig davon ob die Dividenden das Defizit nur anteilig decken, voll decken oder zu mehr als 100% decken. So oder so nämlich stehen die Dividenden nach der Einlage in die Gesellschaft nicht mehr dem Kernhaushalt zur Verfügung. Wenn also die Arena-Zweckgesellschaft die Aktien eingelegt bekommt, entfällt die ansonsten an den Kernhaushalt abgeführte Dividende. Ergo hat der Landkreis weniger Geld. Lässt man also eventuelle Steuervorteile außen vor (die nach einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs gerade wanken) so ergibt sich durch die Einlage der Aktien nichts Anderes als ein jährlich wiederkehrender Zuschuss (nur ohne Beschluss). Ob ich jemandem auf unbestimmte Zeit meine Dividenden abtrete oder ob ich Dividenden ausgeschüttet bekomme und ihm in dieser Höhe Zuschüsse gewähre – für das Haushaltssaldo ist das egal. Im einen Fall ist es eine Mindereinnahme, im anderen Fall eine Mehrausgabe mit aber ansonsten gleicher Wirkung.

      Ich sehe sogar ein grundsätzliches Problem bei einer solchen Einlage. Und da spreche ich aus der Erfahrung der Kurmittel GmbH. Auch dort wurden Avacon-Aktien eingelegt um den Verlust des SaLü, des Sportbads und des Freibads auszugleichen. Die Dividenden stiegen (herzlichen Dank an dieser Stelle an alle die das ermöglicht haben, etwa die Fernwärmezwangsabnehmer in der Stadt, die Avacon einen fürstlichen Gewinn bescheren). Und entgegen der Entwicklung anderer Gesellschaften, stieg nun auch das Betriebsdefizit der SaLü-Trägergesellschaft. Die SaLü-Trägergesellschaft hat knapp 5 Millionen Euro jährliches Betriebsdefizit. das ist übrigens etwa doppelt so viel wie andere Thermen dieser Größe. Allerdings beträgt die Dividende (der Avacon-Anteil des SaLü ist größer als der des Landkreises) nunmehr 6,6 Millionen Euro. Und was passiert? Die Geschäftsführung stellt sich hin und erklärt (ernsthaft, kein Scherz) wie erfolgreich man wirtschafte, dann man habe doch etwa 1,5 Millionen Euro „Überschuss“ erzielt.

      Hier zeigt sich eine ganz fatale Entwicklung: Wo Dividenden ohne eigenes betriebliches Handeln entstehen, gedacht um zwangsläufige Defizite auszugleichen, wird ganz offenbar weniger genau auf die Wirtschaftlichkeit geschaut. Das SaLü investiert z.B. gerade 3,5 Millionen Euro in zwei neue Wasserrutschen und rühmt sich damit, quasi keine Fremdfinanzierung dazu zu brauchen – wegen der Aktiendividenden. Dies bedeutet zwischen 350.000-500.000 Euro Aufwand pro Jahr für Abschreibung und Betrieb der Wasserrutschen. Ich mutmaße jetzt mal: Eine andere Gesellschaft, die nicht über eine gesicherte Dividendenausschüttung verfügt, hätte eine solche Investitionsentscheidung nicht gefällt. Und warum nicht? Weil sie dafür einen öffentlichen Zuschuss gebraucht hätte und dies wäre mit der Skala abgewogen worden, mit der öffentliche Mittel, die bekanntlich knapp sind, verwendet werden. Das bestehen einer Dividendenausschüttung vernebelt also den Blick auf das Betriebsdefizit und lässt das Geld viel lockerer sitzen als wenn man den selben Maßstab wie für den Kernhaushalt anlegte.

      Was ist also die Kritik an der Einlage des Aktienpakets? Zum Einen: Eine Mindereinnahme des Kernhaushalts entspricht ziemlich genau einer Mehrausgabe an Zuschüssen, daher wäre es abseits der Steueroptimierung ein Nullsummenspiel. Aber viel gravierender: Wo solche Gewinne anfallen, wird manchmal Mankomania gespielt. „Verjubel die Million“.

      Ich befürchte, auch eine Aktieneinlage in die Arena-Zweckgesellschaft würde den Blick dafür vernebeln, dass es eigentlich Gelder sind, die sonst im Kernhaushalt verwendet würden. Einzig die Kommunalaufsicht könnte über diesen Weg ausgetrickst werden, denn die faktischen Zuschüsse in Form belassener Dividenden werden nicht als freiwillige Leistungen definiert, die gedeckelt sind. Sind zwar faktisch auch freiwillige Leistungen, werden aber gut vernebelt.

      Ich bin selbst Mitglied des Aufsichtsrates der Kurzentrum Kurmittel GmbH und werbe um eine auch wirtschaftliche Ausrichtung, denn ich sehe mich als Vertreter der öffentlichen Hand, die ein Interesse daran hat, dass Dividendenausschüttungen mit der selben Sensibilität verwendet werden wie Zuschüsse der öffentlichen Hand verwendet und kontrolliert würden. Leider bin ich dort eine einzelne Stimme. Die sonstigen EntscheiderInnen (Aufsichtsrat, Wirtschaftsausschuss, Verwaltungsausschuss) haben selbstverständlich eine breite Mehrheit – gegen mich. Manchmal fühle ich mich dabei wie der einzige Kapitalist im Rat.

      Für die obigen Informationen habe ich keine vertraulichen Daten verwendet sondern ausschließlich öffentlich verfügbare Wirtschafts- und Ergebnispläne der Kurzentrum Lüneburg Kurmittel GmbH sowie öffentlich dargestellte Informationen zu den Investitionen der Gesellschaft (in Wasserrutschen).

      • Werner Mellentin sagt:

        Hallo, Herr Pauly.

        Vollste Zustimmung zu Ihren Ausführungen. Sehr mutig, dass Sie dort im Aufsichtsrat eine Minderheitenmeinung vertreten. Müssen Sie doch ständig damit rechnen, von der Keule „Arbeitsplatzvernichter“ erschlagen zu werden.

        Diese wird nur zu gerne zur Anwendung gebracht, wenn jemand das von Ihnen zutreffend beschriebene Finanzierungskonstrukt kritisiert.

      • Ulrich Löb sagt:

        Ich kann in vielen Dingen Herrn Pauly nur Recht geben. Das „Parken“ der städtischen Avacon-Aktien bei der Kurmittel GmbH führt zu einer Verschwendung von Einnahmen, die der Stadt zustehen. Der Aufsichtsrat der GmbH wirtschaftet mit den Aktien nicht sparsam, sondern buttert die Einnahmen für den Luxusbadespaß raus. Da wird nicht hinterfragt, ob es ein teures und technisch aufwendiges Sole- oder Wellenbad sein muss, solange das Geld reicht. Andere Gemeinden, wie Soltau oder Winsen können die Badebedarfe ihrer Einwohner*innen, bzw. die Bedarfe der Kreisbewohner*innen (den diese besuchen auch in nicht unerheblichen Umfang die Spaßbäder) mit einfacherer und damit kostengünstigerer Technik genauso sichern. Es war sicherlich klug, die Gewinne der Avacon-Aktien nicht im städtischen Haushalt verschwinden zu lassen, dann hätten sie versteuert werden müssen, und somit wäre ihr Ertrag geschmälert worden. Klug wäre es gewesen, die Erträge einer Stiftung zu geben, deren Zweck weit über das Badevergnügen hinaus gegangen wäre und z.B. die Kultur (Stadttheater, freie Kunst) und die Bildung (VHS) umfassen würde. Hier wäre in einem politsch paritätisch besetzten Stiftungsrat die Diskussionen über die Priorisierung von Projekten möglich gewesen, die Einnahmen also möglichst zielführend ausgegeben worden. Dieses Modell kann ich auch nur bei einer Vergabe der Avaconaktieneinnahmen des Kreises anraten. Die Kontrolle des Umgangs mit Zuschüsse (hier Einnahmen durch die Aktien) muss einem Gremium übertragen werden, das nicht dem Handels-bzw. Unternehmensrecht unterliegt, Es braucht eine nicht in das Korsett von Aufsichtsräten gezwängte unabhängige politische Kontrolle, damit das Geld optimal zum Wohle der Einwohner*innen des Kreises genutzt wird.

      • Peter Luths sagt:

        Hallo Herr Pauly,

        zwei Gedanken zu Ihren Ausführungen:

        Zum einen prangern Sie an, dass die bisher den Kreisetat schmückende Dividende künftig fehle. Ja, richtig, nur fehlte bislang auch eine Arena. Jetzt ist sie da, unter welchen Umständen auch immer. Und defizitär wird sie sein. Und auszugleichen wäre das aus den Kreismitteln. Ergo hätte der Kreis nicht weniger Geld. Es bliebe also neben den von Ihnen angerissenen steuerlichen Auswirkungen nur noch die Wahl zwischen alljährlicher demokratischer Kontrolle und einer nachhaltigen finanziellen Abfederung der Defizite analog zum SaLü.

        Zum anderen wird mir beim SaLü mit Ausdrücken wie „Spaßbad“ und „Wasserrutschen“ zu sehr ein Zweck unberücksichtigt gelassen, den es auch hat und auf den der Oberbürgermeister immer wieder hinweist: Nicht jedem ist es möglich, einmal oder mehrmals im Jahr einen Urlaub auf einer Mittelmeerinsel zu verbringen, und trotzdem kann ein vergleichbares Urlaubsgefühl auch vor Ort genossen werden.

  43. Andreas Janowitz sagt:

    „Arena fraß Avacon-Aktien.“ Herrje! Als Finanzproktologe muss ich anmerken, das Papierstau im Einzug schwerwiegende Koliken bedingt und lediglich die griechische Methode abhilfe schaffen kann. Und also schlage ich vor die Arenakredite zügig in türkische Lira umzuschulden, da die weitsichtige Politik eines gewissen Herren sicher erheblichen Wertverlust herbeiführen wird, womit wir aus der alten Regel „MinusXMinus gibt Plus“ letzlich ein win/win in die Bücher schreiben können.
    Ergo: alles halb so schlimm, aber Achtung! solcherlei Hirnverrenkungen können bei untrainierten leicht zu einem Sprung in der Schüssel führen, insofern immer den Kurpfuschern vom raketologischen Institut den Vortritt lassen. Bei einem Kaffee-Mariacron bin ich bereit weitere Modalitäten, bzw. den anfallenden Unkostenbeitrag für umnachtete Aktionen dieser Art zu eruiren.

    • Hildburg Krämer sagt:

      Hat der Mann Ihnen gelauscht, Herr Janowitz? Hat er an die Arena gedacht? An Avacon und Aktien-Pflaster über schwärenden Multimillionen-Wunden?

      Jedenfalls scheint auch den Lüneburger Christdemokraten gerade die Leviten aus berufenem Munde gelesen worden zu sein:

      „So, wie in den letzten Jahren, kann es in der CDU nicht weitergehen“, warnte Friedrich Merz am heutigen Sonnabend in seiner Bewerbungsrede vor 460 Delegierten im Sportstadion „Große Wiese“ in Arnsberg-Hüsten. Es sei der Punkt erreicht, an dem Klartext geredet werden müsse: „Die CDU hat ihren Kompass verloren, unsere Wählerinnen und Wähler wissen nicht mehr, wofür wir eigentlich stehen.“ (Rainer Mencke, Felix Petersen und Alexander Schwake sollen schon seit geraumer Zeit auf der Suche nach diesem Kompass sein.)

      Und als blicke er dem niedersächsischen Wirtschaftsminister direkt in die Augen, rief Merz: Überall seien „die Defizite der Digitalisierung der Verwaltung und Infrastruktur sichtbar und spürbar“.

      Aber der Macher und Könner zeigte den unverbesserlichen Arena-Befürwortern im Kreishaus auch, was zur Beseitigung von Defiziten getan werden kann. Man übe Selbstkritik: Er wisse, sagte er, dass es nach seiner zweiten Niederlage im Ringen um den CDU-Bundesvorsitz die Erwartung gegeben habe, er solle wenigstens im engeren Führungskreis der CDU mitarbeiten. Er habe viel Schelte dafür bekommen, dass er sich dieser Wahl nicht gestellt habe. „Lassen Sie mich klar und deutlich sagen: Diese Entscheidung von mir war ein Fehler, ich hätte für das Amt eines stellvertretenden Parteivorsitzenden kandidieren sollen. Dies nicht getan zu haben, und stattdessen auch noch das Amt des Bundeswirtschaftsministers zu beanspruchen, war falsch, mich hat mein Instinkt verlassen.“

      „Hämische und niederträchtige Kommentare, die ich nicht zuletzt auf social media bekomme – zum Teil auch aus der eigenen Partei – gehen an mir nicht ganz spurlos vorbei.“ Trotzdem oder gerade deswegen unternehme er noch einmal einen Anlauf, „einen neuen Aufbruch vielleicht doch noch zum Besseren zu wagen“, sagte Merz.

      Zu wessen Gunsten ließ er offen.

      Siehe: https://www.landeszeitung.de/nachrichten/politik/260002-friedrich-merz-gewinnt-cdu-direktkandidatur-im-sauerland/

      • Gerd Michelsen sagt:

        Der Kampf zwischen Laschet und Söder um die Kanzlerkandidatur hat eine Dynamik entwickelt, die nur noch als selbstzerstörerisch bezeichnet werden kann. Wie lange würden CDU-Länder einem unsteten Hallodri aus Bayern Gefolgschaft leisten?

        Die SPD wiederum hat gegenüber der Zeit, in der die Führungsfrage offen war, keinen Boden gutgemacht – Kanzlerkandidat hin, Wahlprogramm her. Den Sozialdemokraten bleibt einstweilen nicht viel mehr als die Hoffnung, dass es am Ende doch nicht ganz so schlimm aussieht wie es ist.

        Mit der geräuschlosen Kür von Annalena Baerbock zur ersten Kanzlerkandidatin der Grünen hat deren Parteiführung ihr Meisterstück abgeliefert. So viel Harmonie war nie – und auch noch nie so viel Wille zur Macht.

      • Andreas Janowitz sagt:

        Ich kann die Umfragewerte von Herrn Söder absolut nicht verstehen, Herr Michelsen. Die CSU hat ein ums andere mal bewiesen, wie ihnen das Hemd näher als die Hose ist u.a. durch die „seltsame“ Präfenrenz für bayrische Autobahnen seitens des Bundesverkehrsminsteriums.
        Wie ein CSU Kandidat im Kanzleramt hantieren würde, will ich mir gar nicht erst vorstellen.

        Allerdings ging es auch bei den Grünen fast nurnoch um Personen und weniger um Inhalte. Sorry, aber bei echten Problemen, wie der fast ausschliesslich vom Bürger bezahlten Energiewende muss man harte Bandagen anlegen?! Mag ja für die Konzernlenker bequem sein alle negativen Externalitäten einzig auf den Bürger abzuwälzen, nur weder ist das demokratiefördernd noch zielführend. Da muss man kämpfen wollen?! Kampfeswillen kann ich bei den weichgespülten Sprachinquisitoren von der Vegie-Day Fraktion nicht erkennen.

        Um genau zu sein: ich kann bei keiner Partei diesen Willen erkennen.

        Über das Siechtum der SPD muss ich wohl kaum auch noch ein Wort verlieren.

        Naja das kommt eben dabei raus, wenn`s nur darum geht „wer“ etwas „wie“ sagt, anstatt dem „was“ gesagt wird: nurnoch wichtigtueresches gequatsche über irrelvantes Zeugs…

  44. Geschätzter Herr Reinhardt, wir haben bisher nur nicht verstanden, was die selbsternannten „Vernünftigen“ schon lange wissen. Das Arena-Desaster ist keine Beispiel für die Unfähigkeit der Verantwortlichen sondern das Ergebnis einer langfristigen Avacon-Planung. Pfiffige Avacon-Manager haben die sinnvolle Nutzung der idealen Dachfläche (ca. 3.500 qm) auf das kleine Vordach (ca. 250 qm) verbannt. Hiermit konnte das kommunalpolitische Ziel der Klimaneutralität bestmöglich verhindert werden und die Namens-Partenschaft gibt´s für´n Appel und ein Ei dazu. Solange es kein vernünftiges Lobbyregister gibt bleiben die Hintergründe auch hier im Dunkeln.
    Nachdem der „Verschwendungs-Aufdecker“ sogar deutschlandweit viel Staub aufgewirbelt hat, bin ich gespannt ob die provinzielle Kommunalaufsicht tatsächlich noch den Durchblick findet.
    Auf jeden Fall kann mit der angestrebten Verrechnung der Avacon-Dividenden der öffentliche und jährliche Verlustausweis verhindert und dauerhaft verschleiert werden.
    PS: Ich werde künftig auch mein zu teures Hobby mit meinen Einkünften verrechnen, um meiner Frau vorzugaukeln, dass ich mit dem Hobby Geld verdiene. Allerdings befürchte ich das meine Frau das Problem erkennt.

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