Ist die Elbbrücke ein Fall für den Klimawandel? In jedem Fall Sommertheater

Lüneburg, 29. Juli

Die Elbbrücke Dömitz, ähnlich könnte die Brücke in Neu Darchau aussehen – zumindest in der Planung. (Foto: jj)

Die Ausläufer des Klimawandels greifen an der Elbe in die Argumentationskette der Brücken-Freunde ein. Der Strom fällt oft trocken, die Fähre Darchau aus. Mit Brücke vor Ort wäre das nicht passiert. Nach Eisgang im Winter, jetzt also die verschärften Trockenperioden im Sommer. Braucht es noch mehr Argumente? Oder ist das Sommertheater vor der Landtagswahl im Herbst? In jedem Fall auch.

Ich kann aber die Verfechter der Elbbrücke gut verstehen. Mit fester Elbquerung wäre das jetzt tatsächlich leichter für die Menschen, die aus dem Amt Neuhaus über die Elbe wollen oder müssen. Allerdings trifft das nicht auf die ganze Gemeinde zu. Das wird gerne verschwiegen. Es findet keine Völkerwanderung statt. Namentlich die Pendler wollen nicht nur nach Lüneburg, sondern reisen Richtung Ludwigslust, Hamburg, Schleswig-Holstein oder Dannenberg..

Wohnt einer in Wehningen, fährt er 26 Kilometer nach Darchau und nur knapp sieben Kilometer nach Dömitz, wo seit den 90er-Jahren eine Elbbrücke steht, die die Erwartungen nie erfüllt hat. Oder der Ort Strachau im Amt: 14 Kilometer Dömitz und 25 Kilometer nach Darchau. Stiepelse? Sechs Kilometer zur Fähre Bleckede oder mehr als doppelt so weit nach Darchau. Bei den sozialversicherungspflichtigen Pendlern, aktuelle Zahlen sollen bald präsentiert werden, muss rund ein Viertel über die Elbe. 

Dass sich jetzt auch die Lobbyisten der Industrie- und Handelskammer zu Wort melden, erstaunt nicht. „Nie wäre sie wichtiger als jetzt“, betont die Kammer in Anlehnung an den Werbeslogan für Klosterfrau Melissengeist aus dem Jahr 1925: Nie war er so wertvoll wie heute. „Man hat aber leider das Gefühl, dass es überhaupt nicht vorangeht”, legt der IHK-Hauptgeschäftsführer Michael Zeinert nach.

Wenn man seinen Gefühlen freien Lauf lässt und die Frage ausschaltet, ob es in der Abwägung von Kosten und Nutzen wirtschaftlich vertretbar ist, dass ein Landkreis eine Brücke über die Elbe schlägt, dann ist auch das Verhalten in der Hitze verständlich. Allerdings fehlt mir da der kühle Kopf. 

Im Hintergrund geht bei der Brücke alles seinen geordneten Planungsgang: Baugrunduntersuchung, Verkehrszählung etc. Warum also sollten die Brücken-Befürworter nervös sein im Endspiel nach dreißig Jahren Diskussion, Hoffnung, Wut, Trotz, Argumente sammeln und Menschen überzeugen. Für Nervosität gibt es drei gewichtige Gründe.

Die Baukosten galoppieren und keiner weiß, wohin noch. Die letzte vorsichtige Schätzung unter Vorbehalt der vielen Unwägbarkeiten lag bei 73,4 Millionen. Dabei bleibt es natürlich nicht.

Zweitens, in Hannover buhlt nicht nur die SPD um die Grünen. Wie lautete jüngst die Schlagzeile in der LZ: „Niedersachsen CDU will mit den Grünen regieren“. Mit den Grünen allerdings ist eine Brücke schwer umzusetzen. Weder mit Miriam Staudte noch mit Detlev Schulz-Hendel, den hiesigen Landtagsabgeordneten. Da würde in der Regierung vermutlich ein ganz anderer Klimawandel ablaufen. Mit den Grünen könnte es der Brücke so gehen wie es ein großer Medien-Manager über eine Serie sagte, die er eigentlich nicht produzieren wollte, aber auch nicht sang- und klanglos streichen konnte: „Eine Taube kann man auch zu Tode streicheln.“ 

Zu guter Letzt: Der Landkreis wird mit dem Brückenbau trotz der Zusagen des Landes eine Millionen-Last in die Bilanz bekommen. Bleibt zu wünschen, dass es bei den Kosten nicht ähnlich aus dem Ruder läuft wie bei der Arena. Sonst wird die Brücke für alle Kreis-Gemeinden über die Kreisumlage ein Pulverfass. 

Kurz um, für Nervosität braucht es keine weiteren Überraschungen in der Planung, in der Auseinandersetzung mit Naturschützern oder gar durch Gerichtsverfahren. Für Nervosität reichen die genannten Gründe. 

Hans-Herbert Jenckel

Über jj

Journalist, Dipl.-Kaufmann, Moderator, Lünebug- und Elbtalaue-Liebhaber
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110 Antworten zu Ist die Elbbrücke ein Fall für den Klimawandel? In jedem Fall Sommertheater

  1. Detlev Schulz-Hendel schreibt:

    Sehr geehrte Frau Dreyer,
    ich habe meinen Beitrag nicht weiter hinten versteckt, sondern einfach Ihnen direkt geantwortet. Frau Dreyer, auch wenn Sie allen immer noch allen den Floh ins Ohr setzen wollen, ich würde Ihre Fragen nicht beantworten, so ist das schlicht falsch. Gerne wiederhole ich mich aber an einigen Stellen und fange mit etwas sehr persönlichem an: Sie sehr geehrte Frau Dreyer haben nach wie vor meinen vollen Respekt und meine Anerkennung für Ihr nicht aufhörendes Engagament und vor allem Ihr ungebremste Leidenschaft für den Bau einer Elbbrücke. Gerne lese ich Ihre Meinung und auch Ihre Argumente. Und vor allem: ich respektiere sie, was im Übrigen zu den demokratischen Geflogenheiten gehört. Und tun Sie bitte das gleiche: Respektieren Sie andere Meinungen, auch wenn sie von diesen nicht überzeugt sind. Ich halte Sie für eine kluge Frau und bin da guter Hoffnung. Andernsfalls hätte ja Herr Berg recht und sie würden sich einreihen müssen in einem Personenkreis im Kommentar von Antje Schäfer, das wollen sie doch auch nicht wirklich oder? Im Einzelfall will ich aber nochmal auf den Wirtschaftlichkeitsvergleich eingehen, den sie für unmöglich halten und dieses vermutlich auch der Kreisspitze eingeflüstert haben. Es sind keine Äpfel und Birnen, die hier nicht miteinander vergleichbar sind. Natürlich kann ich einen Wirtschaftlichkeitsvergleich „Elbquerung“ auf den Weg bringen und natürlich fließen dann auch Aspekte ein wie die Zeiten eines Fährbetriebes beispielsweise von früh Morgens bis Mitternacht mit modernen antriebsfreundlichen Fähren etc. Und natürlich fließen dann auch die Aspekte ein, dass eine Brücke rund um die Uhr befahrbar ist. Aber glauben Sie allen ernstes, dass die Fähren diesem Wirtschaftsvergleich nicht stand halten würden? Ich denke schon und genau deshalb scheut man auch diesen Wirtschaftlichkeitsvergleich. Schade eigentlich! Weil wir haben mit diesem Antrag ja noch nicht mal gegen den Brückenbau gesprochen, sondern nur von einem Planungsmoratorium, auch wenn die Brücke weiterhin ökologisch und ökonomisch unsinnig ist und auch bleibt. Wie wollen Sie dann vor allem der jungen und den nachfolgenden Generationen erklären, dass sie ihnen in Bezug der Klimakatastrophe aber auch der Kosten schwere Belastungen für die Zukunft aufbürden? Und wissen Sie eigentlich, dass es in Niedersachsen mehr als 470 sanierungsbedürftige Brücken gibt, von denen die Hälfte in einem höchst bedenklichen Zustand ist. Und ich bin kein Feind von Straßeninfrastruktur, aber wir sollten die bestehende erstmal in den Griff bekommen. Zu den Fragen, Fähre im ÖPNV etc. habe ich ausgeführt und Sie verstehen ganz genau, was wir damit meinen, ansonsten im Wahlprogramm der Grünen ausführlich nachzulesen. Aber auch das wollen Sie bewusst nicht verstehen, um den Eindruck zu vermitteln, ich bliebe Antworten schuldig. Also Fazit: allerhöchsten Respekt für die Leidenschaft, mit der Sie Ihre Meinung vertreten-jetzt fehlt nur noch die Würdigung anderer Meinungen ihrerseits, auch wenn es Ihnen tausendmal nicht gefällt. Was ich aushalte und auch gerne aushalte-andere Meinung zu akzeptieren- das können Sie doch auch, alles andere würde mich negativ überraschen.

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  2. Anne König schreibt:

    Unter der ebenso reißerischen wie rätselhaften Ankündigung: »Ministerpräsident Stephan Weil gibt der Oberbürgermeisterin im LZ-Interview einen Korb und spricht sich für die A39 aus«, findet sich in der LZ von heute, Montag, 5. September 2022, auf Seite 9 ein Gespräch zwischen Hans-Herbert Jenckel und dem noch amtierenden Niedersächsischen Regierungschef. Hier ein Ausriss zum Thema Elbbrücke und Autobahn:

    H.-H. Jenckel: »Seit gut dreißig Jahren wird über eine Elbbrücke bei Neu Darchau geredet, die plant der Landkreis Lüneburg. Der Verkehrsminister hat maximale Förderung zugesagt plus zusätzliche 6 Millionen Euro aus einem Landestopf. Kommt diese Brücke um jeden Preis?«

    MP S. Weil: »Es gibt jetzt zwei Punkte zu beachten. Erstens, wie weit ist die Planung, und zweitens, wie entwickeln sich die Baupreise. Der Landkreis muss einen Eigenanteil beitragen, und der wird nicht gering ausfallen. Weiter als bisher kann das Land in seinen Zusagen nicht gehen.«

    H.-H. Jenckel: »Die Grünen als ihr Wunsch-Koalitionspartner sind gegen A39 und Elbbrücke.«

    MP S. Weil: »Das wäre dann im Rahmen eines Koalitionsvertrages zu klären. Grundsätzlich gilt für mich, dass das Land verlässlich sein muss. Das heißt, wenn etwas zugesagt wurde, dann müssen die Betroffenen sich auch darauf verlassen können, dass es kommt.«

    Das Gespräch führte am Freitag Hans-Herbert Jenckel
    ____________

    Kann mir das mal jemand ins Hochdeutsche übersetzen?

    1.) Inwiefern gibt Stephan Weil der Oberbürgermeisterin »einen Korb«?

    2.) Macht Herr Weil »die Baupreise« für das mögliche Scheitern des Brückenprojektes verantwortlich?

    3.) Und falls »A39 UND Elbbrücke« nicht kommen, dann ergäbe sich das nur »im Rahmen eines Koalitionsvertrages« mit den Grünen?

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    • jj schreibt:

      Wer lesen kann, ist klar im Vorteil:
      1)Der Korb bezieht sich auf den Verteilungsschlüssel bei Flüchtlingen.
      2) Mit den Baupreisen steigt auch immer der Eigenanteil des Landkreises.
      3) Bei A39/Brücke kann man die Abstimmung, politische Handlung freigeben. Und siehe Blog:
      Mit den Grünen könnte es der Brücke so gehen wie es ein großer Medien-Manager über eine Serie sagte, die er eigentlich nicht produzieren wollte, aber auch nicht sang- und klanglos streichen konnte: „Eine Taube kann man auch zu Tode streicheln.“ Lg jj

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      • Helga Dreyer schreibt:

        Lieber Herr Jenckel,
        die Subline Ihres Artikels ist schon irreführend. Das kleine, aber entscheidende Wort „außerdem“ hätte Wunder bewirken können, denn aus dem Artikel selbst geht auch nicht wirklich deutlich hervor, womit der Korb, den die Oberbürgermeisterin Ihrer Meinung nach erhielt, gefüllt war.

        Zur Brücke: Nur vorsorglich noch die Anmerkungen zu Ihren Erklärungen:

        a) Mit den Baupreisen steigt nicht allein der Eigenanteil des Landkreises, sondern natürlich auch der monetäre Förderanteil des Landes aus dem NGVFG (75 % der zuwendungsfähigen Baukosten).

        b) Weder bei Verwirklichung der A 39, noch bei Realisierung der Brücke wird der Niedersächsische Landtag irgend etwas abzustimmen haben. Die A 39 ist ein Bundesprojekt (https://www.landtag-niedersachsen.de/drucksachen/drucksachen_18_10000/09501-10000/18-09860.pdf), die Brücke ist ein Projekt des Kreistages.

        Die Beteiligung des Landes mit Fördergeldern ist mit der Aufnahme des Brückenprojektes in das NGVFG-Mehrjahresprogramm seit 2021 bereits grundsätzlich gewährleistet, die Fördergelder nach dem Landesstraßenbauplafond sind im Budget des Verkehrsministeriums, über den dieses autark entscheidet, enthalten.

        Die Antworten des Herrn MP Weil in dem Interview, wonach dieser Verlässlichkeit, gerade auch in der Brückenfrage, als ein hohes Gut ansieht, stimmen doch zuversichtlich.

        Wenn die Grünen trotzdem weiterhin Stimmung gegen die Brücke betreiben wollen, dann sollten sie sich endlich einmal dazu aufraffen und publik machen, mit welchen sachbezogenen und tauglichen Begründungen sie ihre ablehnende Haltung untermauern.
        Wenn ihnen es schon nicht im Landkreis Lüneburg gelingt, wie sollte das dann bei Koalitionsverhandlungen klappen?

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      • Anne König schreibt:

        Also für mich enthält der Passus zwei eindeutige Botschaften:

        1) Eine klare WARNUNG an den noch amtierenden Arbeits-, Breitband- und Verkehrsminister aus Heiligenthal, keine zusätzlichen Geldversprechungen in den verbleibenden vier Wahlkampfwochen zu machen.

        2) Eine klare ZUSAGE, dass die Brücke kommt, wenn Herr Böther und sein Kompetenzteam meinen, im Landkreis-Haushalt mit den galoppierenden Baupreisen fertigwerden (wofür die geballte Arena-Expertise mit dem letzten „überraschenden“ 5 Millionen Euro- „Kostenschub“ vom März dieses Jahres spricht), UND wenn der wahrscheinliche Seniorpartner der GRÜNE-SPD-Koalition nach dem 9. Oktober dem Wirtschaftsminister in spe, Herrn Weil, keine Revision der motivierenden Althusmann-Zusagen vom November 2017 (gleich nach der Landtagswahl) und Juni 2019 (kurz vor der Landratswahl) abnötigt.

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  3. Helga Dreyer schreibt:

    Geehrter Herr Kirst-Thies,
     
    mit Ihrem Kommentar https://blog-jj.com/2022/07/29/ist-die-elbbrucke-ein-fall-fur-den-klimawandel-in-jedem-fall/#comment-17586 haben Sie wieder einmal vorgeführt, wie rhetorische Manipulationstechniken funktionieren und wie Sie (der Psychotherapeut) diese geschickt anwenden.
     
    Zu den ganz fiesen gehört das bewusste Biegen und Entstellen der Gedanken- und Gefühlsbekundungen anderer Menschen, bis zu dem Punkt, wo diese einen absurden Sinn annehmen (https://www.karstennoack.de/manipulationstechnik).
     
    Ohne Rücksicht aufs Geschriebene formulieren Sie um und leiten aus meiner Äußerung (übers Mutigsein) eine unhaltbare Botschaft ab, die mich und meinen Standpunkt ins Unrecht setzt. Sie legen mir Aussagen in den Mund und stellen den Sachverhalt so dar, als hätte ich eine Sichtweise, die abzulehnen ist („Vergleich“, wenn nicht Gleichsetzung der Gemeinde Amt Neuhaus mit der Hamburger Herbertstraße). Der Zweck heiligt die Mittel, nicht wahr, Herr Kirst-Thies?
     
    Als Privatperson (also diesmal nicht in der Funktion eines Vorstandsmitglieds des Brückenvereins) frage ich mich, wie abgebrüht der führende „Mitwirkende im Koordinationsteam“ einer BI sein muss, wenn er seinen „Informationsstand“ inmitten eben der Feiernden platzieren will, denen durch diese „BI“ wiederholt attestiert wurde, sie würden die Brücke aus naturvergessener „Bequemlichkeit“, um nicht zu sagen aus wirtschaftlich und ökologisch ignoranter Dickfelligkeit, kurz, aus tumber Egozentrik fordern.
     
    Was meinen Sie, Herr Kirst-Thies, welcher der Besucher des Brückenfestes wird (oder wie viele von ihnen werden) sich wohl für Ihren anmaßend vorwurfsvollen Kirchturmdenker-Standpunkt interessieren? Keiner? Ich vermute daher, dass der Intention der maßgeblichen Personen der BI, auf dem Brückenfest vertreten zu sein, nicht der Wunsch nach einer – wie auch immer gearteten – Verständigung oder Annäherung zugrunde liegt, sondern der Wunsch zu provozieren und das Lechzen nach medialer Aufmerksamkeit.
     
    Ich hoffe sehr, dass die Pressevertreter in ihren Berichterstattungen den Fokus auf das Fest mit seiner Botschaft – die Würdigung der weit vorangeschrittenen Brückenplanung – richten und die substanzlosen Thesen der BI gründlich hinterfragen, sofern diese überhaupt Beachtung finden.
     
    Zum leeren Wortgeklingel gehört dann mindestens die von Ihnen als „Fakt“ bezeichnete Behauptung, diese Brücke verursache „deutlich mehr CO2-Emissionen als die zeitlich begrenzten Umwegfahrten bei Fährausfall und die Fähre selbst über die Lebensdauer der Brücke“ ausstoße und sei „damit auf beiden Seiten der Elbe schädlich für Klima und Natur“.
     
    Woher haben Sie denn diese Weisheit, Herr Kirst-Thies? Legen Sie doch einmal die vergleichende fachkundige Analyse vor, oder ist das auch nur wieder so eine „absolute Lachnummer“, wie der LBU sie in Ihrem Sinne 2021 verbreitete? (–> https://blog-jj.com/2022/07/29/ist-die-elbbrucke-ein-fall-fur-den-klimawandel-in-jedem-fall/#comment-17544https://wendland-net.de/post/umweltpruefungsverfahren-zur-elbbruecke-lbu-eine-absolute-lachnummer-33688. ) Auf Grundlage welcher, wo und wie gewonnener Daten wurde das denn berechnet?
     
    Sie haben aber recht, Herr Kirst-Thies, wenn Sie schreiben, dass der Bahnhof in Brahlstorf ZUR ZEIT  für die meisten Menschen der linken Elbseite unattraktiv ist. (Auch hier leiten Sie Ihr Statement mit dem Unfehlbarkeit suggerierenden Wort „Fakt“ ein.)
     
    Doch weshalb ist das so? Weshalb ist die rechtselbische Station – noch – ohne Anziehungskraft?
     
    Weil der kürzeste Weg zum Bahnhof Brahlstorf (17 km hinter Neu Darchau – zum Vergleich Neu Darchau – Lüneburg -Bahnhof: 36 km) ZURZEIT nur mit der Fähre über die Elbe, die übrigens nicht zum ÖPNV zählt, bewerkstelligt werden kann, die, jeder weiß es, nicht immer fährt oder nicht immer fahren kann!
     
    Nur MIT einer BRÜCKE könnte man JEDERZEIT zuverlässig und pünktlich zur Abfahrtszeit seines Zuges zum Bahnhof Brahlstorf gelangen und erst dann wäre dieser Bahnhof für die meisten Menschen auf der linken Elbseite als attraktiv anzusehen.
     
    Übrigens finden sich in Ihren Ausführungen weitere listige Manipulationen, wenn Sie die Zeittaktungen der Zugverkehre innerhalb von Stoßzeiten (Lüneburg) und außerhalb von Stoßzeiten (Brahlstorf) parallelisieren oder die Fahrtkosten allein anhand der Abfahrtsorte und der Fahrkarten vergleichen! Die Aufwendungen für die im Vergleich mit der nach  Brahlstorf doppelt so weite Anfahrt zum Bahnhof Lüneburg lassen Sie unter den Tisch fallen.
     
    Außerdem gehört der Landkreis Ludwiglust-Parchim – und damit Brahlstorf – zur Metropolregion Hamburg. Seit 2022 gibt es vergünstigte HVV-Tickets (https://www.kreis-lup.de/Kurzmen%C3%BC/Startseite/G%C3%BCnstiger-und-klimafreundlicher-nach-Hamburg.php?object=tx,3378.5.1&ModID=7&FID=3378.7086.1). Ein streckendurchgängiger ÖPNV zwischen Neu Darchau und Brahlstorf, der nur mit Brücke machbar wäre, würde ebenso Profiteur des HVV sein.
     
    Und, diese Frage muss auch gestellt werden, Herr Kirst-Thies: Würde die von Ihnen bemängelte längere Zug-Fahrtzeit zwischen Brahlstorf und HH denn nicht durch die wesentlich kürzere Anfahrt zum Bahnhof in Brahlstorf kompensiert? Natürlich würde sie das! Voraussetzung ist allerdings eine Brücke über die Elbe!
     
    Wen wollen Sie für dumm verkaufen, Herr Kirst-Thies?

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    • Otto Berg schreibt:

      Liebe Frau Dreyer,

      haben Sie den ausgezeichneten Kommentar der Journalistin Antje Schäfer in der LZ von heute gelesen? Der redet ja nicht nur unseren sattsam bekannten Polit-Poseuren, sondern auch Ihnen und anderen fachlich Versierten als duldsamkeitsstarken, die Meinungsfreiheit würdigenden Verfassungspatrioten ins Gewissen:

      „In Wahlkampfzeiten geht es nicht nur ums Programm einer Partei, mit dem um die Stimme des Bürgers geworben werden soll. Es geht auch darum, dass Demokratie gelebt wird. Und was gehört dazu? Respekt und Toleranz, die man seinem Gegenüber, beziehungsweise im Wahlkampf seinem Mitbewerber, entgegenbringt. Auch im täglichen Leben müssen die meisten Menschen einräumen: Das gelingt nicht immer.“
      Quelle: LZ vom Sonnabend, 3. September 2022 auf Seite 4 oder hier: https://www.landeszeitung.de/lueneburg/628996-schlaglicht-es-braucht-respekt-im-wahlkampf/

      (Unter den von Schäfer später im Artikel erwähnten Petzern und Verleumdern vor der letzten Lüneburger Wahl am 26. September 2021 waren auch solche, welche der amtierenden Oberbürgermeisterin mit Erfindungen vom angeblich „getürkten Lebenslauf“ schaden oder sie mit den Falschbehauptungen diskreditieren wollten, diese vermeintliche „Dorfbürgermeisterin“ habe „die Amelinghauser Finanzmisere mitverschuldet“ bzw. „nicht in den Griff bekommen“ und sie sei gegenüber zwei „arrivierten“ Konkurrentinnen „viel weniger geeignet“, — die sie bei der Wahl dann seltsamer Weise aber meilenweit hinter sich gelassen, ja, sogar regelrecht deklassiert hatte, etc. Diese selbstmitleidigen Vertreter eines lokalen Westentaschen-Trumpismus, von denen sich meines, als Zeitungsleser gesammelten Wissens bis heute keiner bei Frau Kalisch entschuldigt hat (einzelne jedoch ganz und gar nicht mehr anders zu können scheinen, als in ihre selbstgefertigte Klagekerbe zu maunzen), haben nicht bemerkt, dass sie mit ihren frei erdichteten Bosheiten weniger die Integrität der unzutreffend Denunzierten verschatten als dass sie damit die Strahlkraft der demokratischen Verfahren und Regeln insgesamt vermindern – und so auch ihre eigenen Favoriten demolieren. DIESE Gefahr, die Destruktion des demokratischen Konsenses überhaupt durch maß- und grundlos wiederholte Bezichtigungen und „Verdachtsnarrative“, sieht auch Frau Schäfer. Und DAVOR warnt sie zu Recht. Ein Blick in die bräsigen Kommentare der einschlägigen Facebook-Accounts informiert darüber, wie „nachhaltig“ und wie gefährlich vergiftete Gemeinheiten der oben angeführten Art auch in Köpfen weiterwirken, die sich für „immun“ halten.)

      Vor diesem Hintergrund frage Ich Sie, liebe Frau Dreyer: Warum wollen Sie nicht glauben (und nicht erlauben (?)), dass es zu schönen, gegenseitig den Horizont erweiternden Begegnungen kommen kann, wenn Andersmeinende wie Herr Kirst-Thies und weitere Repräsentanten der BI „Ja zur Fähre – Nein zur Brücke“ am 3. Oktober auf dem Brückenfest beim Fähranleger mit einem lustig geschmückten Informationsstand zugegen sind und sich ums Mitfeiern und um unangestrengten, konstruktiven Austausch bemühen? Würden Sie es sich im umgekehrten Falle nehmen lassen, sich unter die fidele Schar schmausender und musizierender Brücken-Skeptiker zu mischen, um von ihnen zu lernen, deren Haltung zu verstehen und um mit ihnen am mitternächtlichen Lagerfeuer bei untergehakten Armen gemeinsam im 3/4-Tak zu schunkeln?

      Geht es nicht auch unter den singenden Elbbewohnern an den Fähranlegern von Darchau und Neu Darchau „darum, dass Demokratie gelebt wird“? Und geht es dort nicht ebenfalls um das, von dem Antje Schäfer meint, es gehöre unbedingt zu solch einer vitalen Praxis dazu: „Respekt und Toleranz, die man seinem Gegenüber“ entgegenbringt?

      Fürchten Sie, die Brückengegner oder die Brückenbefürworter verfügten nicht über die nötigen Ressourcen demokratischen Bewusstseins, um ihrem in Sachen Elbquerung „dissentierenden“ Gegenüber Respekt und Toleranz entgegenzubringen?

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      • Helga Dreyer schreibt:

        Lieber Herr Berg,
        Sie haben mir mit Ihrem Kommentar eine schlaflose Nacht beschert.

        Kennen Sie das auch, dass Sie über die Botschaft eines Prologs und die Sinnhaftigkeit der sich anschließenden Fragen grübeln und doch zu keinem tauglichen Ergebnis kommen können, weil Sie feststellen, dass erstens die aufgeworfenen Themen gar nicht zusammenpassen und zweitens sich die Ihnen persönlich gestellten Warum-Fragen nicht aus dem Verhalten oder den Bekundungen resultieren, die Sie selbst generiert haben?

        Aber der Reihe nach.
        Im Landtagswahlkampf ist die Elbbrücke kein bedeutendes Thema. Wie auch, wenn es doch ein Kreistagsprojekt ist?
        Selbst Herr Schulz-Hendel und Frau Staudte haben sich bisher nicht aus der Deckung getraut und ihre skurrilen, mit nichts zu bekräftigenden Äußerungen (wonach angeblich der Landtag zum Vorhaben auch noch entscheiden müsste) der vergangenen Jahre wiederholt.

        Schon am 24. September 2018 hat der Kreistag in einem demokratisch durchgeführten Verfahren die Planfeststellung angeschoben und signalisiert, dass die Brücke gebaut werden soll.
        Das war ganz in meinem Sinne.
        Wie also hätte mir die Journalistin Antje Schäfer mit ihrem Kommentar ins Gewissen reden können, „Demokratie leben zu lassen“?
        Zur lebendigen Demokratie gehört es, dass demokratisch getroffene Entscheidungen akzeptiert werden. Da hätte sich doch wohl eher das Gewissen des Herrn Kirst-Thies regen müssen!

        Ihr aufklärender Abstecher in den letztjährigen Lüneburger OB-Wahlkampf hat ebenso wenig mit mir, dem Brückenverein oder der Brücke zu tun.

        Nun zu Ihren Nachfragen.
        Frau Schäfer fragte: Was gehört zur gelebten Demokratie? Und resümierte: „Respekt und Toleranz, die man seinem Gegenüber, beziehungsweise im Wahlkampf seinem Mitbewerber, entgegenbringt“.

        Ich muss nicht noch einmal erläutern, dass es sich bei dem Brückenfest am 3. Oktober nicht um eine Wahlkampfveranstaltung handelt, es geht gar nicht mehr um ein Entweder oder ein Oder!

        Ebenso ist die Bürgerinitiative aus Neu Darchau kein „Mitbewerber“; diese BI will schlicht und einfach, dass die demokratisch herbeigeführte Entscheidung aus 2018 aufgehoben wird, wofür ganz offensichtlich weder eine gesellschaftliche Mehrheit (s. Bürgerbefragung aus 2013) noch eine politische Mehrheit (s. Beschlüsse vier verschiedener Kommunen zum Brückenvertrag, s. Kreistagsbeschluss 2018) existiert.

        Nach dem BI-Newsletter hat diese sich mit einem Informationsstand bei der Gemeinde Amt Neuhaus, die dieses Fest mit vielen ehrenamtlichen Helfern und Spenden- bzw. Sponsorengeldern in der Gemeinde Darchau ausrichtet, angemeldet.
        Sie wollen sich also nicht, so wie Sie es suggerieren, „unter die fidele Schar schmausender und musizierender Brücken-Freunde mischen“ und mit uns „am mitternächtlichen Lagerfeuer bei untergehakten Armen gemeinsam im 3/4-Takt schunkeln“, sie wollen provozieren und ihre inkorrekt unterlegten Scheinargumente an den Mann bringen (nur ein aktuelles Beispiel: Bahnhof Brahlstorf).

        Welchen meiner Äußerungen aus meinen beiden Kommentaren zu diesem Umstand entnehmen Sie eigentlich, lieber Herr Berg, dass ich schlimmstenfalls nicht erlauben würde, dass die BI an dem Brückenfest mit einem Informationsstand teilnimmt, aber zumindest nicht glaube, dass es Horizont erweiternde Begegnungen mit Mitgliedern der BI auf dem Brückenfest geben kann?

        Suchen Sie erst gar nicht! Ich erkläre Ihnen gerne noch einmal,welche Kernpunkte meine Äußerungen hatte.

        Dieses Brückenfest (die BI meidet sogar diese seit Jahren eingebürgerte Bezeichnung der Veranstaltung wie der Teufel das Weihwasser, nennt es in ihrem Newsletter: das „sogenannte“ Brückenfest) hebt die besondere Bedeutung dieser Brücke für unsere Region, vornehmlich für die Einwohner der Gemeinde Amt Neuhaus, hervor.
        Es werden die Fortschritte in dem Planungsverfahren gefeiert, der Freudefaktor über den Erfolg des Angehens steht bei den Teilnehmern und auch bei den Besuchern eindeutig im Vordergrund.

        Das, was ich in meinen Kommentaren anprangerte, ist diese beispiellose Instinktlosigkeit der BI, an dieser einzig der Brücke ehrerweisenden Veranstaltung teilnehmen zu wollen und die Dienste der engagiert und motiviert ehrenamtlich arbeitenden Organisatoren, die durch einige Mitglieder der BI mit dem Pauschalurteil von Bequemlichkeit (kann auch hier im Blog nachgelesen werden) behaftet wurden und werden, in Anspruch zu nehmen und dadurch natürlich auch von den Spendengeldern zu profitieren.

        Eine Parabel: Können Sie sich vorstellen, lieber Herr Berg, dass bei einer denkbaren Veranstaltung mit dem Thema „Keine Macht den Drogen“, finanziert und organisiert von Eltern drogenabhängiger Kinder, ein Info-Stand betrieben werden könnte, an dem die Freigabe von Cannabis gefordert wird?

        Respekt und Toleranz drücken sich doch nicht erst in der Akzeptanz des Handelns seiner Mitbürger aus, Respekt und Toleranz setzen viel früher ein (sollten sie jedenfalls), indem man durch eigene Handlungen Werte und Gefühle, die Ehre eines anderen nicht verletzt.

        Und deshalb bin ich der falsche Adressat für Ihre Fragen und Feststellungen, lieber Herr Berg.
        Die BI „Ja zur Fähre, nein zur Brücke“ wird, sollte sie mit einem Informationsstand an dem Brückenfest teilnehmen, die Gefühle vieler der dort lebenden Menschen (Organisatoren als auch Besucher) verletzen, es wird eine Grenze überschritten werden, die einer Kränkung sehr nahe kommt.

        Wenn Sie jemand in dieser Angelegenheit an den Moral-Pranger stellen wollen, dann wenden Sie sich bitte an die BI Ja zur Fähre, nein zur Brücke, z. B. an Herrn Kirst-Thies.

        Mir ist übrigens nicht bekannt, ob und wie die Verwaltung der Gemeinde Amt Neuhaus über den Antrag der BI entschieden hat. Ich lasse mich überraschen.

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  4. Helga Dreyer schreibt:

    Geehrter Herr Kirst-Thies,
    ich wähle den öffentlichen Weg über den Blog, um mit Ihnen wegen des Inhalts Ihres Newsletters von heute in Kontakt zu treten.
    Die BI „Ja zur Fähre, nein zur Brücke“ lädt hierin zu einer öffentlichen Info-Veranstaltung am 8. September ein und führt u. a. aus:

    1) „Im ersten Teil des Abends wird Hans-Dieter Kirst-Thies von der BI Informationen geben über den aktuellen Planungsstand mit den laufenden und noch durch zuführenden Untersuchungen, wie beispielsweise einem Verkehrsgutachten, der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) sowie der Baugrund- und der Schallschutzuntersuchungen. 
    Kirst-Thies wird auch auf rechtliche Schritte gegen das Vorhaben eingehen und dabei durch Neu Darchaus Bürgermeister Klaus-Peter Dehde und den Vertreter des Landesverbands Bürgerinitiativen Umwelzschutz (LBU), Albert Doninger, unterstützt. Dabei geht es zum jetzigen Zeitpunkt um Einsprüche gegen die UVP und die Baugrunduntersuchungen durch den BUND und den LBU sowie um zwei laufende Klagen der Gemeinde Neu Darchau gegen den Landkreis Lüneburg. Später sind zudem Einsprüche gegen den Antrag auf Planfeststellung und Klagen gegen den Planfeststellungsbeschluss möglich.“

    Wenn Sie, werter Herr Kirst-Thies, auf die rechtlichen Schritte eingehen wollen, dann machen Sie sich doch bitte vorher mit der jeweiligen Rechtslage vertraut.
    Insbesondere der Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (LBU) hat sich meiner Kenntnis nach in seiner Einschätzung zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) vertüdert und machte in 2021 publik:

    Umweltprüfungsverfahren zur Elbbrücke – FFH-Prüfung wurde „vergessen“. Am Freitag wurde öffentlich bekanntgemacht, dass im Zuge der Elbbrücken-Planung eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt wird. Nach Ansicht des Landesverbandes der Bürgerinitiativen Umweltschutz ist das rechtlich nicht haltbar.“ Quelle:https://wendland-net.de/post/umweltpruefungsverfahren-zur-elbbruecke-lbu-eine-absolute-lachnummer-33688.

    Der Betriebs- und Straßenausschuss des Landkreises Lüneburg (SBU) befasste sich in seiner Sitzung vom 07.09.2021 mit diesem Statement und ließ einen Fachmann zu Wort kommen.
    Auszug aus dem Protokoll zu TOP-Nr. 7 Elbbrücke Darchau/Neu Darchau; Sachstand zur Beantragung des Planfeststellungsverfahrens Vorlage: 2021/349

    „Der Ausschussvorsitzende, KTA Kastens, verweist auf diverse Artikel, die in jüngster Zeit sowohl in der Zeitung als auch im Internet veröffentlich worden seien. Darin sei unterstellt worden, dass die aktuell von der Planfeststellungsbehörde durchgeführte Anhörung zur Umweltverträglichkeitsprüfung rechtlich nicht haltbar sei.

    Herr Jüngerink vom Planungsbüro EGL erläutert den aktuellen Stand hinsichtlich der Umweltverträglichkeitsprüfung und geht insbesondere auf die Argumente einer Veröffentlichung des Landesverbands der Bürgerinitiativen Umweltschutz (BI) im Internet unter „wendlandnet“ ein. In diesem Artikel seien einige fachliche, rechtliche und verfahrenstechnische Aspekte falsch und irreführend dargestellt worden.

    BI: „Die FFH-Verträglichkeitsprüfung ist vergessen worden“.
    Diese sei jedoch durchgeführt worden, die Unterlagen dazu seien in Vorbereitung.

    BI: „Dass eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt wird, ist rechtlich nicht haltbar“.
    Tatsächlich sei diese jedoch rechtlich erforderlich. Das Ergebnis der durchgeführten Vorprüfung des Einzelfalls sei eindeutig und fachlich nicht zu beanstanden.

    BI: „Vor der Umweltverträglichkeitsprüfung hätte eine Prüfung der Verträglichkeit mit den Zielen des FFH und Vogelschutzgebiets durchgeführt werden müssen“.
    Dies sei falsch, da im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens eine Umweltverträglichkeitsprüfung und eine FFH-Verträglichkeitsprüfung gem. § 34 Abs. 1 BNatSchG durchzuführen seien.
    Sollte im Rahmen der FFH-Verträglichkeitsprüfung festgestellt werden, dass erhebliche Beeinträchtigungen der maßgeblichen Bestandteile des FFH-Gebietes oder des EU-Vogelschutzgebietes eintreten könnten, sei eine Ausnahmeprüfung gem. § 34 Abs. 3 BNatSchG erforderlich.

    BI: „Dass die FFH-Vorprüfung in die UVP integriert werden kann, ist abwegig. Die UVP ist in einem FFH und VS-Gebiet nachrangig“.
    Diese Aussagen seien ebenfalls falsch.
    Zunächst müsse zwischen einer FFH-Vorprüfung und einer FFH-Verträglichkeitsprüfung (Hauptprüfung) unterschieden werden.
    Die FFH-Vorprüfung finde in der sogenannten Screening-Phase statt, d.h., die Genehmigungsbehörde hat dem Vorhabenträger vor dem Planfeststellungsverfahren mitzuteilen, ob eine FFH-Verträglichkeitsprüfung erforderlich sei.
    Die Screening-Phase stelle somit eine Vorbereitung dar.
    Die FFH-Vorprüfung sei eine grobe, überschlägige Prüfung der FFH-Verträglichkeit.

    Diesen Schritt habe die Planfeststellungsbehörde bereits durchgeführt.

    Eine FFH-Verträglichkeitsprüfung sei erforderlich.
    Die Umweltverträglichkeitsprüfung sei ein Verfahrensakt innerhalb eines Planfeststellungsverfahrens und könne somit auch nicht nachrangig sein, sondern sei erforderlich.

    Aufgrund der Tatsache, dass für die Elbbrückenplanung noch nicht feststehe, ob erhebliche Beeinträchtigungen der Schutzgebiete eintreten könnten, sei auch noch nicht klar, ob die EU-Kommission im Rahmen einer Ausnahmeprüfung gem. § 34 Abs. 3 BNatSchG zu beteiligen sei.

    Wie bereits ausgeführt, entfalte eine Umweltverträglichkeitsprüfung keine rechtliche Wirkung, sondern sei lediglich ein Verfahrensakt innerhalb des Planfeststellungsverfahrens.

    Zusammenfassend seien die Verfahrensschritte der Planfeststellungsbehörde nicht zu beanstanden, sondern bewegten sich im üblichen Rahmen. Die Kartierungen seien weitestgehend abgeschlossen. Die Aufbereitung der erhobenen Kartierdaten erfolge sukzessive. Letzte Kartierungen (Fischotter, Biber) würden im November durchgeführt werden. Aus den Ergebnissen würden dann die Naturschutzfachlichen Genehmigungsunterlagen (FFH-Verträglichkeitsprüfung; UVP; LBP, Artenschutzrechtlicher Fachbeitrag) erstellt werden.“

    Geehrter Herr Kirst-Thies, ich meine es nur gut mit Ihnen und der BI. Mühsam eingesammelte Spendengelder sollten nicht einfach ohne rechtliche Vorprüfung für wirkungslose Rechtsgänge verwendet werden.

    2) Und noch etwas am Rande: In Ihrem Newsletter informieren Sie darüber, dass auch Mitglieder der BI Ja zur Fähre – Nein zur Brücke mit einem Stand am 3. Oktober 2022 auf dem Brückenfest vertreten sein werden. Sie schreiben jedoch:
    „Am Tag der Deutschen Einheit steht erneut das SO GENANNTE Brückenfest der Befürworter des Bauwerks an“

    Sie täuschen sich, werter Herr Kirst-Thies.
    Das Fest ist DAS Brückenfest, hier liegt keine irreführende Bezeichnung vor.
    Es wurde vom Brückenverein seinerzeit ins Leben gerufen. Da immer mehr Besucher zu verzeichnen waren (bis zu 10.000), hat der Vorstand des Vereins die Organisation in die Hand der Gemeinde Amt Neuhaus gegeben.
    Was nun ausgerechnet die BI Ja zur Fähre – Nein zur Brücke mit ihrem Stand dort bewerkstelligen will, ist mir persönlich schleierhaft. Ist aber allemal mutig, und wohl in der Welt kein Einzelfall.
    Es sollen sich ja auch schon weibliche Besucher durch die Herbertstraße in Hamburg zu gehen getraut haben.

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    • Frau Dreyer, ihre ignoranz vor tatsachen ist so weit gediehen, das mir langsam der kragen platz. haben sie schon mal einen rentner gefragt , was er von einer brücke für wenige hält , wo es millionen menschen gibt, die vor hunger kaum noch in den schlaf kommen? damit meine ich menschen in deutschland. ich habe in der vergangenheit ein paar jahre mit meiner familie von futterwurzeln, die für schweine gedacht waren, gelebt. ich kann mir gut vorstellen wie es den heutigen armen bei uns geht. angst vor der zukunft, angst vor einen atomkrieg, meine mutter ist jetzt gestorben und zwar genau mit dieser angst. ihre brücke soll der teufel holen. die politik soll sich gefälligst für alle bürger einsetzen und nicht für weinige. frührentner, die durch kankheiten ,auch dank erbämlicher arbeitsbedingungen ,können ein lied über die gleichgültigkeit der politikversallen der wirtschaft singen. es ist kein zufall, dass wir den größten niedriglohnsektor europas haben. an denkmäler bauen hat es da noch nie gefehlt. es profitieren dabei immer nur die gleichen. es ist egal , wer regiert. arm wird ärmer ,reich reicher.

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      • Helga Dreyer schreibt:

        Sehr geehrter Herr Bruns,
        Ihr Kommentar beweist einmal aufs Neue, dass man sich nie gefrustet an den PC setzen sollte.

        Welche Tatsache(n) ignoriere ich denn, so dass IHNEN der Kragen platzen müsste?

        Was haben MEINE Aktivitäten in der Brücken-Sache mit IHRER Kindheit oder mit Arbeitsbedingungen in Deutschland zu tun?

        Ist es nicht vielmehr so, dass SIE Tatsachen in diesem Thema ignorieren, angefangen bei den demokratisch herbeigeführten Mehrheitsentscheidungen von vier (!) Kommunen, endend bei den diversen veröffentlichten Gutachten, die im Zusammenhang der Brücke erstellt worden sind, über die ich nur dann öffentlich berichte, wenn VORHER jemand die wahre Linie der bekanntenTatsachen verlassen und hinzu fabuliert oder beiseite geschoben hat.
        Lesen Sie bitte noch einmal meine beiden letzten Kommentare, dann werden Sie es erkennen und hoffentlich auch verstehen.

        Und ich verrate Ihnen noch etwas Privates: uns beide trennen nicht so viel Jahre, als dass ich die von Ihnen beschriebene Kindheitserinnerung nicht auch kennen würde. Und, Sie werden es nicht glauben, ich engagiere mich auch in anderen sozialen Themenbereichen.

        Mit freundlichen Grüßen
        Helga Dreyer

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      • Sehr geehrte Frau Dreyer, zur Info, es sind keine Kindheitserinnerungen. Mein Schwiegersohn wartet übrigens auf einen Tunnel ,von Reppenstedt nach Hamburg. Er muss jetzt jedes mal über die Elbe, wenn er zu seiner Arbeitsstelle fährt. Der ständige Stau kostet viel Zeit. Meistens mehr als 15 Minuten. Was Sie als Kindheitserinnerungen angedacht haben, geschah meiner Frau, meinen Kindern und mir, Ende der siebziger Jahre. Wir haben nicht auf den Staat gewartet und uns selbst aus den Sumpf des Kapitalismus gezogen. Sie wissen doch bestimmt, wer sich auf die Politik verlässt, ist verlassen genug.

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    • Hans-Dieter Kirst-Thies schreibt:

      Der bildliche Vergleich der Gemeinde Amt Neuhaus mit einer bekannten Hamburger Meile des „leichten Gewerbes“ dürfte nicht allen gefallen, Frau Dreyer. Mir gefällt er auch nicht.
      „Ignoranz von Tatsachen“, wie Herr Bruns schreibt, dieser Eindruck drängt sich auf.
      Elbbrücke Darchau-Neu Darchau – cui bono?

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      • Helga Dreyer schreibt:

        Geehrter Herr Kirst-Thies,

        ob es sich bei meiner Formulierung wirklich um einen „Vergleich“, insbesondere um einen „bildlichen Vergleich“ handelt, kann gefragt werden.

        Bestimmt aber habe ich nicht die Herbertstraße mit der Gemeinde Amt Neuhaus verglichen, sondern allenfalls eine Parallele zwischen den mutmaßlichen Absichten von Besuchern öffentlicher Darbietungen hergestellt – jedoch nicht zwischen den Darbietungen selbst.

        Übrigens ist „Leichtes Gewerbe“ ein verkniffener Ausdruck aus dem Wortschatz von Leuten, die eine bestimmte Gruppe von Personen – aus welchen Gründen auch immer – sozial ausgrenzen möchten. Das Gesetz, siehe Bundesgesetzblatt 2001 I Nr. 74, S. 3983, spricht von Sexarbeiterinnen und Sexarbeitern. Die Meinung, Prostitution sei ‚ein leichtes Gewerbe‘ oder gar das ‚älteste Gewerbe der Welt‘, reflektiert eine ganz aus der Zeit gefallenene Herrenmoral, „ignoriert die gesellschaftlichen, sozialen, rechtlichen und vor allem wirtschaftlichen Faktoren und verfälscht sie zu einer naturgegebenen und damit nicht zu verändernden Realität.“
        Bitte lesen Sie nach, Herr Kirst-Thies: https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/155369/prostitution-das-aelteste-gewerbe-der-welt /

        Besonders auffallend ist wieder einmal Ihr behauptetes Wissen davon, was andere Menschen meinen oder fühlen.
        Das haltlose Schließen von eigenen Präferenzen („mir gefällt nicht“) auf die Einstellungen von mehreren oder vielen Dritten („dürfte nicht allen gefallen“), ist nicht nur ein wiederkehrende Schema in Ihren Äußerungen, sondern scheint mir auch die Idée fixe zu sein, die Ihren „Aktionen“ und Agitationen zugrunde liegt.

        Denn bei Lichte betrachtet ist Ihre sogenannte Bürgerinitiative doch nichts weiter als die Initiative einer immergleichen Handvoll von lautstark auftretenden Meinungsinhabern, die alles daran setzen, den – unzutreffenden – inklusiven Eindruck zu erwecken, sie sprächen nicht nur für sich selbst und für den Erhalt ihrer exklusiven privaten Vorlieben, Privilegien und Komfortzonen.

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      • Hans-Dieter Kirst-Thies schreibt:

        Werte Frau Dreyer,

        Doch, in dem von Ihnen gesetzten Kontext ist die Aussage ein Vergleich, wenn auch ein verkürzter.

        Hinsichtlich der Verwendung der Bezeichnung „leichtes Gewerbe“ haben Sie völlig recht. Unangemessen und nicht in die Zeit passend. Ich korrigiere mich also:
        „Der Vergleich der Gemeinde Amt Neuhaus mit einer bekannten Hamburger Meile der Sexarbeit dürfte nicht allen gefallen, Frau Dreyer. Mir gefällt er auch nicht.“

        Freuen würde ich mich, wenn Sie der Sache die gleiche politische Korrektheit zukommen ließen wie der von mir verwendeten Bezeichnung.

        Hinsichtlich der Sache, dieser Elbbrücke, sind Sie mindestens so aus der Zeit gefallen wie ich mit meiner Bezeichnung. Und ja, Sie ignorieren Fakten und Zusammenhänge:

        Wir leben in einer Katastrophenzeit (Krise ist untertrieben): Klimaerwärmung durch massive CO2e-Emissionen mit erschütternden Auswirkungen, Artensterben, Rückkehr von Pandemien, weil der Mensch den Lebensraum der Tiere massiv vernichtet. Der Bau der Elbbrücke mit der Verdichtung von Ackerfläche, Wiesen und nicht wirtschaftlich genutztem Naturraum stößt deutlich mehr CO2e aus, als die zeitlich begrenzten Umwegfahrten bei Fährausfall und die Fähre selbst über die Lebensdauer der Brücke.

        Fakt: Diese Brücke ist schädlich für Klima und Natur und damit für den Menschen auch. Auf beiden Seiten der Elbe.

        Fakt: Jede Einwohnerin/jeder Einwohner der Gemeinde Amt Neuhaus kommt 24 Stunden am Tag über eine Brücke auf die andere Flußseite. Selbst die jetzt geplante dritte Brücke verbindet die Gemeinde Amt Neuhaus nicht mit dem Heimat-Landkreis Lüneburg.

        Sie bzw. Ihr Verein preisen den Einwohner*innen des linksseitigen Elbufers den Zug von Brahlstorf nach Hamburg an, Frau Dreyer. Der fährt alle zwei Stunden, die Fahrt dauert länger und kostet mehr als bei der Fahrt von Lüneburg aus. Dort fahren die Züge zu Stoßzeiten mindestens 4mal in der Stunde. Bei der Brücke sind Ihnen Zeit- und Kostenersparnis wichtig, Frau Dreyer. Uns gestehen Sie das nicht zu? Wer sitzt hier in der Komfortzone?

        Fakt: Der Bahnhof Brahlstorf in Mecklenburg-Vorpommern ist – jedenfalls zur Zeit – für die meisten Menschen der linken Elbseite unattraktiv.

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    • Sehr geehrte Frau Dreyer :Eine Parabel: Können Sie sich vorstellen, lieber Herr Berg, dass bei einer denkbaren Veranstaltung mit dem Thema „Keine Macht den Drogen“, finanziert und organisiert von Eltern drogenabhängiger Kinder, ein Info-Stand betrieben werden könnte, an dem die Freigabe von Cannabis gefordert wird?
      Ihr vergleich spricht Bände. Ist die Brücke nicht für Sie schon eine Droge geworden? Da wäre die BI Ja zu Fähre-Nein zur Brücke doch schon ein wahres Heilmittel. Ob der MP Weil nicht froh wäre, wenn die Brücke endlich beerdigt werden würde? Dann hätte er nur noch eine Kröte zu schlucken, die da heißt :A39 . Natürlich nur, wenn der MP gern als MP wieder bestätigt werden will und die Grünen in einer Regierungskoalition sehen will. Ich traue den Braten aber nicht. Sie?

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  5. Helga Dreyer schreibt:

    Sehr geehrter Herr Schulz-Hendel,
    wie mir zu Ohren gekommen ist, haben Sie gestern in Ihrer Rede zur Haushaltsdebatte des Kreistages Lüneburg Ihre Kreistagskollegen aufgefordert, die Brückenplanungen zu beenden. Sie erwähnten meinen Namen und erklärten dabei sinngemäß, die Angeordneten des Kreistages mögen den öffentlichen Kundschaften der Helga Dreyer keine Beachtung zu schenken.

    Sehr geehrter Herr Schulz-Hendel, das ist mal eine Ansage!
    Als wenn ich – wie die Schlange Kaa im Dschungelbuch – mit betörendem Getue um die Kreistagsmitglieder herum schwänzeln und zu widersinnigen Handeln verführen würde, das den Landkreis Lüneburg damit ins Verderben stürzen wird.

    Der große Unterschied zwischen Ihren und meinen Handlungen ist, dass ich über den Mehrheits-Beschluss des Kreistages in der Brückenangelegenheit mit allen seinen Nebensträngen, wie beispielsweise über vorliegende Gutachten, den Finanzierungsmöglichkeiten oder über zu beachtende gesetzliche Bestimmungen, im Nachhinein faktenbasiert und für jedermann nachprüfbar mit Quellenangaben informiere. Und das vor allem dann, wenn sich vorher ein Brückenskeptiker oder -gegner mit unwahren oder nicht haltbaren Behauptungen oder dahergeredeten Mutmaßungen vergaloppiert hatte.

    Sie aber, sehr geehrter Herr Schulz-Hendel, der als Landtags- und Kreistagsabgeordneter doch eigentlich Ihre Meinung, hier das Anliegen Ihrer Partei, die Brücke nicht zu bauen, gehaltvoll begründen müsste, fühlten sich bisher nicht dazu berufen, die ablehnende Haltung mit einer sachbezogenen und tauglichen Begründung zu untermauern.

    Ich erinnere an Ihre und auch an Frau Staudtes nicht durchdachten Verlautbarungen hier im Blog-jj.com und an meine mehrmals geäußerte Bitte
    (s. beispielsweise https://blog-jj.com/2021/11/18/elbbruecke-darchau/#comment-15207
    und https://blog-jj.com/2022/07/29/ist-die-elbbrucke-ein-fall-fur-den-klimawandel-in-jedem-fall/#comment-17233 ),
    dem Blog-Forum diese – aus Ihrer Sicht – substanziellen Gründe, die dem Bau der Brücke entgegenstehen, zu verraten.

    Gerade jetzt, mitten im Landtagswahlkampf, kann es doch nun wirklich nicht schaden, wenn ein Direktkandidat Klartext zusätzlich außerhalb der ideologischen Schranken aufklärt.

    Nur Mut, Herr Landtagsabgeordneter!

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    • glatt vergessen, die dörfer in den alpen schreien nicht gleich nach einer brücke oder tunnel, wenn sie mal für ein paar tage oder wochen von der außenwelt abgeschnitten sind. wo ist neuhaus und darchau von der außenwelt abgeschnitten? übrigens, bequemlichkeit muss man sich auch leisten können. es soll ja nur um 15 minuten zeitersparnis handeln, nach gutachten.

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    • Helga Dreyer schreibt:

      Jetzt antworte ich mir schon selbst 🙂

      Sehr geehrter Herr Schulz-Hendel,
      wie ich soeben erfahren habe, haben die Grünen demnächst direkt vor Ort gute Gelegenheit, öffentlich stichhaltige Argumente, weshalb sie z. B. streckendurchgängig ÖPNV von / nach Amt Neuhaus oder Bahnhof Brahlstorf verhindern wollen, oder für widersinnige wirtschaftliche und soziale Ressourcenverschwendung sind, darzulegen:

      Die BI Ja zur Fähre – Nein zur Brücke informierte:

      „Infoveranstaltung der Grünen
      11. September
      11 bis 13 Uhr

      In Sichtweite der Trasse für die geplante Elbbrücke informieren Bündnis90 / Die Grünen aus Lüneburg und Lüchow-Dannenberg im Vorfeld der Wahl eines neuen Landtags über das Verkehrsprojekt.“

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    • Detlev Schulz-Hendel schreibt:

      Sehr geehrte Frau Dreyer, was immer Ihnen auch zu Ohren gekommen ist, keine Ahnung. Nur heute hätten Sie die Gelegenheit gehabt nach Neu-Darchau zu kommen und Ihre Ohren zu spitzen. Dann hätten Sie alle Antworten bekommen, die Sie mit voller Sehrnsucht erwarten. Nur auch das nützt ja auch nichts, da Sie diese Argumente gegen den Brückenbau gar nicht hören wollen.Es ist doch bei Ihnen alles wie gehabt. Steigende Baukosten interessieren Sie ebenso wenig wie Klimakatastrophe. Der Bau der Elbbrücke stößt mehr CO 2 aus, als eine zeitlich begrenzte Umfahrung bei Fährausfall. Das ist keinewegs schön, wenn die Fähren ausfallen, dennoch kann hier Abhilfe geschaffen werden und zwar in vielerlei Hinsicht. Und was immer Ihnen von der Kreistagssitzung „sinngemäß“ zu Ohren gekommen ist wundert micht nicht, ist doch fast die gesamte Kreisspitze Mitglied in Ihrem Verein. Auch wenn Sie glauben, dass die Beteiligung des Landes mit Fördergeldern grundsätzlich gewaährleistet ist und dafür keine Landtagsentscheidung erforderlich ist, so mag das auf den ersten Blick richtig sein, aber auf den zweiten Blick wohl eher ein Wunschgedanke. Der Bau der Elbbrücke erfüllt bei näherer Betrachtung nicht die Voraussetzungen für eine Förderung. Da werden andere Kommunen nicht tatenlos zusehen. Ein geplanter Antrag der Groko „Pro Brücke“ hat den Landtag nie erreicht, da das Projekt sehr umstritten ist in der Groko. Außerdem gehe ich davon aus, dass dieses Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz grundsätzlich in einer neuen Regierung auf den Prüfstand kommt und reformiert wird. Auch die Förderrichtlinien werden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit überarbeitet. Also bitte nicht zu früh freuen, es würde mich unglücklich machen, wenn Sie hinterher frustriert sind. Mir ist übrigens in der Kreistagssitzung zu Ohren gekommen, dass es selbst in der CDU Fraktion Stimmen gibt, die diesen Brückenbau nicht wollen. Leider fehlt denen der Mut ehrlich zu sein und auch nach außen authentisch zu bleiben. Lieber führt man die Neuhäuser weiter am Nasenring durch die Manege und erweckt bei einigen Hoffnungen, die sich nie erfüllen können und werden, Was das Buhlen um Wähler*innen Stimmen alles so bewirkt. Aber die Rechnung geht nicht auf- die Menschen erwarten zu Recht Ehrlichkeit und Klarheit. Das macht Politik ohne parteipolitische Selbstgewissheiten aus. Und zum Schluß: das Gespräch mit dem Ministerpräsidenten sollten Sie zwischen den Zeilen auch richtig wahrnehmen- die Brückendämmerung ist voll im Gange….

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  6. Helga Dreyer schreibt:


    Es geschehen noch Zeichen und Wunder!
    Die Grünen werben in Neu Darchau mit Plakaten für die Brücke!

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    • Marlon Suhrke schreibt:

      Die Planungen zu Brücke sind voll in Gange und haben die höchste Aktivitätsstufe erreicht. Darüber wurde auch laufend in Der LZ informiert. Mit dem Planfeststellungsbeschluss kann im Sommer 2023 gerechnet werden, der Ausgang der sich anschließenden klagen muss dann abgewartet werden. Günstigenfalls könnte in 2025 mit dem Bau Der Brücke begonnen werden, es geht übrigens auch um die Pendler, die von links nach rechts über die Elbe müssen und nicht nur um die Neuhauser.

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      • jj schreibt:

        Lieber Frau Suhrke, beim Planfeststellungsbeschluss sind Sie beim Zeitplan etwas zu optimistisch. Das könnte eher 24 werden. Zum Glück sind ja, was die Statik-Frage angeht, die Ingenieure gefragt, die mit Elbbrücken Erfahrung haben. Lg jj

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  7. Andreas Janowitz schreibt:

    Anstatt hier weitere 100 Mio. in Beton zu giessen gäbe es zig Möglichkeiten das Geld besser anzulegen. Von Algenphotoreaktoren auf den Dächern der Stadt bis zur „Renaturierung“, ie. Versumpfung der Totarme um die monsunartigen Niederschläge an Land zu halten und nicht durch ein weiteres Nadelöhr zu zwingen.

    Die Lage ist katastrophal und selbst die angegrauten werden in ihren letzten paar tausend Tagen tropische Nächte und andauernder Dürre „geniessen“ dürfen.

    Von wegen „Alarmismus“ so ein Quatsch! Es ist charakteristisch für nichtlineare Systeme durch plötzliche, abprubte Änderungen der Systemzustände in neue stabile Zustände überzugehen und das ist es was wir hier gerade erleben.

    https://wetter.tagesschau.de/wetterthema/2022/08/24/die-duerre-in-zahlen.html

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    • Otto Berg schreibt:

      Zu Ihrer Kipp-Punkt-Bemerkung passt der ganze folgende (halbstündige) Dokumentarfilm (über die Lüneburger Grundwasser-, NICHT über die Darchauer Brückenproblematik), besonders aber die Schlussbemerkung von Herrn Ministerialdirigent Prof. Dr.-Ing. Martin Grambow aus dem Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz (E-Mail: martin.grambow@stmuv.bayern.de) ab Minute 26:45 hier:

      https://www.ardmediathek.de/video/bis-zum-letzten-tropfen/bis-zum-letzten-tropfen-die-doku/das-erste/Y3JpZDovL2Rhc2Vyc3RlLmRlL2Jpcy16dW0tbGV0enRlbi10cm9wZmVuLzNjMDIxMGExLWVlYTAtNDNjMC05NDhlLTFhNzE3ZDY5NTUyMg

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      • Andreas Janowitz schreibt:

        Ja, ich weiss?
        Es dreht sich um qkm³.

        1000X1000X1000 tausend Liter. Vier oder fünf davon jedes Jahr.

        Wer sind Sie?

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      • Otto Berg schreibt:

        1 km³ = 10⁹ m³ = 1.000.000.000 = eine Milliarde m³

        Ein Kubikkilometer (km³) oder „Kilometer hoch 3“ entspricht dem Volumen eines Würfels mit einem Kilometer Kantenlänge. Ein Kubikkilometer sind eine Milliarde (10⁹) Kubikmeter, was einer Billion (10¹²) Kubikdezimeter oder Liter entspricht.

        Eine Billion Liter in Zahlen sind 1.000 Milliarden oder 1.000.000.000.000 Liter.

        Ein – erdnaher – Kubikmeter Wasser wiegt knapp 1 Tonne (t). – Bei einer Temperatur von 3,98 °C und dem Standard-Luftdruck von 101.325 Pascal (= 101,325 kPa) sind es exakt 999,975 kg.

        Daher wiegt ein Kubikkilometer Wasser ziemlich genau eine Milliarde Tonnen (= 10⁹ t).

        Professor Jay Famiglietti, Geschäftsführender Direktor am „Global Institute for Water Security“ in Saskatoon, Kanada und Inhaber des Forschungslehrstuhls für Hydrologie und Satellitengeodäsie an der Fakultät für Umwelt und Nachhaltigkeit der dortigen Universität (https://water.usask.ca/documents/profile-docs/cv-jay-famiglietti.pdf) hat einen praktisch irreversiblen (unter den jetzigen Bedingungen nicht wieder ausgleichbaren) VERLUST an deutschen Grundwasservorkommen während der letzten 20 Jahre im Umfang der gesamten Wassermenge im Bodensee festgestellt.

        Der Bodensee (Länge: 63 km, Breite: 14 km, Tiefe 254 m) bedeckt eine Fläche von 536 km² und hat ein Volumen von rund 48 km³. Das sind 48 Billionen Liter mit einem (erdnahen) Gewicht von 48 Milliarden Tonnen reinen Wassers.

        Dieses Volumen entspricht ungefähr dreimal dem des Matterhorns (oder einmal dem Erdaushub, den Sie zum Deichbau nach Lüchow-Dannenberg transportieren könnten, wenn Sie den kompletten Landkreis Lüneburg mit seiner Fläche von 1.323 km² um 36 Meter „tieferlegen“ wollten).

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  8. Frauke Böttger schreibt:

    Lieber Herr Jenckel,

    wer, wie Sie gerade, in einem Filmschnipselchen unter seinen Facebook-Followern damit kokettiert, wie er am Nordsee-Badestrand komplett in Funktionswäsche gehüllt mit einer widerspenstigen Pop-Up-Strandmuschel kämpft, die, genau wie seine Kleidung, aus langlebigen Chemiefasern wie Polyester, Polyamid oder Polyacryl besteht und aus der sich bei der Herstellung, der Verwendung, beim Reinigen und später beim Entsorgen feine Kunststofffasern lösen, die in die Luft, ins Abwasser und damit in die Umwelt und zuletzt in unsere Nahrung gelangen, – kann der eigentlich noch glaubhaft gegen Parkraumansprüche von SUV-Liebhabern im Zentrum seiner Heimatstadt und gegen den Bau einer aus Stahl und Beton konstruierten Elbquerung an der Peripherie seines Heimatlandkreises polemisieren?

    Plastikemissionen auch aus Textilien und aus Gebrauchsgegenständen im Bereich Freizeit, Sport und Spiel zählt zu den Hauptquellen des Kunststoffabfalls. Jährlich werden in Deutschland etwa 500 bis 2.500 Tonnen synthetische Mikrofasern aus Textilien freigesetzt. Entsprechende Fasern und Partikel sind inzwischen auf der ganzen Welt in der Umwelt nachweisbar. Es gibt Schätzungen, wonach es in den Weltmeeren bereits mehr Mikroplastik als Plankton gibt. In der Wüste, in der Arktis, am Mount Everest, in unseren Ackerböden und in der Luft – überall wurden bereits beachtliche Mengen an Mikroplastik gefunden. Auch in unseren Lebensmitteln wie Fischen, Meeresfrüchten, Salz und Honig lassen sich Plastikpartikel nachweisen.

    Informativ auch: https://blog-jj.com/2019/07/30/wenn-bio-produkte-unter-plastik-locken-wirds-schizophren/

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    • jj schreibt:

      Liebe Böttger-Berg, haben Sie es an den Augen? Ich trage ein blaues Baumwoll-T-Shirt und eine Baumwollhose Bermuda. Plastik und Polyester kommen mir nicht an die Haut. Die Zeltbahn zudem gehört nicht mir. Der Rest Ihres Kommentars löst sich sozusagen im Nordseestrand auf lg jj

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  9. Helga Dreyer schreibt:

    Ihren Ausführungen in Ihrem Kommentar https://blog-jj.com/2022/07/29/ist-die-elbbrucke-ein-fall-fur-den-klimawandel-in-jedem-fall/#comment-17416 kann ich insgesamt nicht folgen, geehrter Herr Kirst-Thies.

    Der von mir zitierte Gedankensplitter Kants „Das Recht muss nie der Politik, wohl aber die Politik jederzeit dem Recht angepasst werden“ (AA VIII, S. 429, Z. 22f. https://korpora.zim.uni-duisburg-essen.de/kant/aa08/429.html) hat heute mehr Gewicht denn je.

    Nur noch einmal zur Erinnerung: bei der ersten Brückenplanung 2005 hatte sich die Zuständigkeit für die Planungen wegen der Auflösung der Bezirksregierung geändert. Das Nds. OVG erklärte deshalb den Planfeststellungsbeschluss am 06.06.2007 als rechtswidrig: der Kreis Lüneburg sei für den Erlass der Planfeststellung auf dem Gebiet des LK Lüchow-Dannenberg nicht zuständig.

    Gleichzeitig hielt das Gericht jedoch ausdrücklich fest: „Inhaltlich enthält der Planfeststellungsbeschluss keine Abwägungsmängel, die Einwendungen der Bürger sind fehlerfrei abgewogen worden, auch Alternativen zur Trassenführung sind ordnungsgemäß geprüft worden. Sonst liegen Gründe, die zur Rechtswidrigkeit des Planfeststellungsbeschlusses führen, nicht vor. Da die Möglichkeit der Heilung des genannten Fehlers besteht, hat das Gericht den Planfeststellungsbeschluss nicht aufgehoben, sondern – lediglich – festgestellt, dass der Beschluss rechtswidrig und nicht vollziehbar ist.“

    Und hier kommt der Ausspruch Kants wieder zum Zuge. Das Zitat ist nicht aus der Zeit gefallen, so wie Sie es interpretieren, Herr Kirst-Thies!

    Über die Sinnhaftigkeit einer Brücke bei Darchau / Neu Darchau, geehrter Herr Kirst-Thies, haben sich in den Jahren 2008 und 2009 die Politiker der Kreistage Lüneburg, Lüchow-Dannenberg, der Samtgemeinde Elbtalaue und der Gemeinde Neu Darchau Gedanken gemacht und sind mehrheitlich zu dem Entschluss gekommen, dass diese Brücke gebaut werden soll, jetzt allerdings mit Ortsumfahrung um Neu Darchau. Indem sie die Brückenvereinbarung schlossen, passte sich die Politik wieder dem Recht an.

    Und irgendwie stößt es auch sauer auf, wenn Sie den Zustand einer Demokratie, in der die freie Wahl das höchste Gut ist und sich deshalb „eine zeitliche Begrenzung der jeweils Herrschenden“ ergeben kann, auch mit einer (angeblich) „zeitlichen Begrenzung von Gesetzen“ in einen Topf werfen.

    Ja, es gibt Gesetze mit geringer Halbwertzeit, die eine Nachfolgeregierung nach Amtsantritt kassiert hat.

    Aber kann eine Gesetzesänderung in dem Brückenthema greifen? Welches Gesetz müsste denn geändert werden, um die Brückenpläne zu Fall zu bringen?

    Sie wissen genau, dass der Kreistag Lüneburg im Jahr 2015 das angelaufene Planfeststellungsverfahren gestoppt hat, weil die damalige rot/grüne Landesregierung – auf Wunsch der Partei B90 / Die Grünen – in ihrem Koalitionsvertrag die (rechtmäßig zweifelhaft durchsetzbare) Vereinbarung getroffen hatte, Fördergelder nicht in dem gesetzlich vorgesehenen Rahmen von 75 % der Baukosten beitragen zu wollen.

    Damit hatte der Landkreis Lüneburg die Brückenplanung aber noch lange nicht aufgegeben, wie Sie es jetzt darstellen.

    Das Raumordnungsverfahren mit der landesplanerischen Feststellung zur Brücke wurde im Juli 2016 abgeschlossen. Auch eine nach der Kommunalwahl 2016 im Kreistag Lüneburg gebildete fraktionsübergreifende Arbeitsgruppe „Elbquerung“ ist im Dezember 2017 zu dem Ergebnis gekommen: „Es gibt keine günstigere Alternative als die vom Landkreis Lüneburg geplante Elbbrücke (Sprecher des Arbeitskreises B. Wiemann) s. LZ vom 20.12.2017, S. 7).

    Aber erst durch den Regierungswechsel in Hannover 2018 war der alte Koalitionsvertrag mit der Deckelung der Fördergelder passee und die Eröffnung des Planfeststellungsverfahrens wurde dann durch den Kreistag im September 2018 beschlossen.

    Nach allen jetzt bekannten Gutachten, Analysen und Fördermöglichkeiten wird aus meiner Sicht der Kreisausschuss des Landkreises Lüneburg u. a. gerade auch aus Klima- und Umweltschutzgründen im Sommer 2023 die Planfeststellung beschließen; die Partei B90 / Die Grünen hat hier nicht die Mehrheit.

    Zum Abschluss: Die Pläne für die Ortsumfahrung um Neuhaus lagen schon vor der Umgliederung nach Niedersachsen (30.06.1993) in der Schublade; sie stammen noch vom damals zuständigen Landkreis Hagenow. Darüber wurde hier im Blog auch schon diskutiert. Wen wollen Sie mit Ihrer Aussage schrecken, geehrter Herr Kirst-Thies?

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    • Hans-Dieter Kirst-Thies schreibt:

      Werte Frau Dreyer,

      ich versuch’s mal in aller Kürze. Kant postuliert eine nur in eine Richtung verlaufende Beziehung zwischen Recht (jeweiliger Gesetzeskanon?) und Politik (Abstraktum; Politiker*innen). Die Politiker*innen müssen jederzeit im Rahmen der geltenden Gesetze handeln. Die bestehenden Gesetze („das Recht“) sollen aber nie von den Politiker*innen verändert werden („Politik muss … jederzeit dem Recht angepasst werden“).

      In demokratischen Staaten ist die Legislative, die gesetzgebende Gewalt das Herzstück der Gewalten, einzig dazu da, Gesetze zu diskutieren, zu beschließen, zu ändern, zu streichen. Einmal verabschiedet, müssen sich die Politiker*innen aber dann an die von ihnen gemachten Gesetze auch selbst halten.

      Die Beziehung von Recht (Gesetzen) und Politik (Politikerinnen) ist also in der Demokratie eine wechselseitige, aber mit dem Primat der Politik (gesetzemachenden Politiker*innen): Ohne Gesetze beschließende Politiker*innen in den dafür vorgesehenen Institutionen gäbe es keine Gesetze. Die Gesetze (das Recht) fallen (fällt) nicht einfach vom Himmel.

      Was hat das nun mit dem Brückenbau zu tun? Nun, ich sehe es als eine Selbstverständlichkeit an, dass die Brückenbauer sich an die Gesetze halten, die bei diesem Projekt zu beachten sind. Und das sind einige.
      Dass also der Landkreis Lüneburg sich an diese Gesetze hält, ist keine Begründung dieses Projekts, sondern die Voraussetzung.

      Darüber wachen wird die Judikative (Richter*innen) nach Anrufung. Darüber zu diskutieren, Rechtsauffassungen auszutauschen, ist vertane Zeit.

      Diskutieren kann und muss man die Sinnhaftigkeit dieses Brückenbaus bei einem Mangel auf allerniedrigsten Niveau in Zeiten des menschengemachten Klimawandels (u. a. durch solche Zerstörung – des jetzt raren – wertvollen Naturraums) und der Corona-Pandemie mit den gleichen Ursachen.

      Wer auch nur etwas die Augen aufmacht, der müsste eigentlich wahrnehmen, in welche Katastrophe die Menschheit sich mit ihrem Betonwachstum hineinmanövriert hat. Ich kann mir vorstellen, dass in 10, 20 Jahren solche Vorhaben wie dieser Brückenbau Darchau-Neu Darchau als Verbrechen angesehen werden.

      Wer will, kann es wissen:
      Das Programm heute Abend auf Arte:
      20.15 Dürre in Europa – Die Katastrophe ist hausgemacht
      21.10 Auf dem Trockenen – Wie Großkonzerne unsere Wasserressourcen ausbeuten (u. a. Lüneburg)
      22.00 Megafeuer: Der Planet brennt

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  10. Hans-Dieter Kirst-Thies schreibt:

    Werte Frau Dreyer,

    Sie zitieren Kant ( https://blog-jj.com/2022/07/29/ist-die-elbbrucke-ein-fall-fur-den-klimawandel-in-jedem-fall/#comment-17395 ), der im 18. Jahrhundert im preußischen Königreich lebte, als Deutschland noch in viele adlige Kleinstaaten zerfiel und die Gesetze hauptsächlich den Untertanen galten. Der Inhalt seines Zitates war nicht Realität, sondern Programm. Demokratie mit Wahl von Regierenden auf Zeit, ihrer Abwahl, mit unabhängiger Justiz, mit dem Beschließen und Ändern von Gesetzen waren ihm aus eigener Anschauung nicht bekannt.
    Seine Maxime “Das Recht muss nie der Politik, wohl aber die Politik jederzeit dem Recht angepasst werden“ entsprach dem Wunsch des aufstrebenden Bürgertums nach Rechtssicherheit vor adliger Willkürherrschaft.

    Heute würde Herr Kant wohl sagen: “Habe mich geirrt. Sowohl die zeitliche Begrenzung der jeweils Herrschenden als auch die zeitliche Begrenzung von Gesetzen sind der Demokratie immanent.

    Genauso wie der Kreistag Lüneburg 2009 eine Zweckvereinbarung mit DAN, SG Elbtalaue und Neu Darchau zum Bau einer Elbbrücke geschlossen hat, hat er 2015 beschlossen, aus Kostengründen die Planfeststellung nicht aufzunehmen, 2018 – nach den Landtagswahlen und einer neuen Koalition in Hannover – das Gegenteil, …

    Warum sollte der Landkreis Lüneburg nicht 2023 beschließen, u. a. aus Klima- und Umweltschutzgründen, diese Brücke nicht zu bauen? Herrn Kant, der gern in die Zukunft dachte, hätte das sicher gefreut.

    Die Diskussion über die gesetzlichen Grundlagen des Brückenbaus sind im übrigen hier im Blog in aller Breite mehr als genug diskutiert worden.

    Konzentrieren wir uns also auf das Wesentliche: die SINNHAFTIGKEIT dieses Brückenprojekts vor dem Hintergrund, dass jede Einwohnerin und jeder Einwohner in der Gemeinde Amt Neuhaus tags und nachts, d. h. 24 Stunden am Tag, über zwei der Gemeinde nahegelegene Elbbrücken auf die andere Elbseite gelangt. Und den größten Teil des Jahres 16 bzw. 18 Stunden am Tag ist die Querung der Elbe zusätzlich über zwei Autofähren möglich. Das nenne ich mal einen Mangel auf allerniedrigstem Niveau.

    Der Bau dieser Brücke wäre nicht der Abschluss, sondern der Auftakt umfangreicher Straßenbauarbeiten beiderseits der Elbe. Und zum Teil (wie die Ortsumfahrung von Neuhaus) liegen die Pläne schon in den Schubladen: Freie Fahrt in die Heißzeit!

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  11. Gert Backhaus schreibt:

    Sechs Kandidatinnen und Kandidaten bewerben sich im Wahlkreis Elbe für das Direktmandat bei der Landtagswahl am 9. Oktober. Der Kreiswahlausschuss hat jetzt die Kandidaturen zugelassen. Um das direkte Ticket in den Landtag konkurrieren Sabine Römer (Die Basis) aus Prisser, Miriam Staudte (Grüne) aus Kröte, Florian Beck (FDP) aus Nahrendorf, Uwe Dorendorf (CDU) aus Adendorf, Viktor Linsel (Linke) aus Hitzacker und Gregor Szorec (SPD) aus Dannenberg. Zum Wahlkreis gehören Lüchow-Dannenberg, die Gemeinde Amt Neuhaus, die Stadt Bleckede und die Samtgemeinde Dahlenburg.

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  12. Helga Dreyer schreibt:

    Geehrter Herr Kirst-Thies,

    gerne antworte ich auf Ihre beiden Kommentare 10. August 2022 um 18:58 und 10. August 2022 um 19:59 .

    Sie legen mir eine Frage in den Mund, die ich so nicht gestellt hatte (https://blog-jj.com/2022/07/29/ist-die-elbbrucke-ein-fall-fur-den-klimawandel-in-jedem-fall/#comment-17356

    Ich fragte Herrn Jenckel in meinem Kommentar: „Was, um alles in der Welt, könnte diese dann BAUTECHNISCH von der geplanten Strom-Brücke in Darchau / Neu Darchau unterscheiden?

    In dem Streitgespräch mit Herrn Jenckel ging es um andere Dinge, als Sie jetzt aus der Schublade kramen, geehrter Herr Kirst-Thies.
    Nicht ich habe Fakten zu diesem Thema WEGGELASSEN, sondern Sie haben Befunde HINZUGEFÜGT, die in der Debatte, die ich mit Herrn Jenckel führte, gar keine Rolle spielten!

    Natürlich können Sie die für das Brückenthema Darchau / Neu Darchau von Ihnen jetzt aufs Tapet gebrachten vergleichenden – indes in der Sache unerheblichen – Dinge kundtun. Lassen Sie dann aber bitte meinen Namen aus dem Spiel, so wie Sie ihn in Ihrem letzten tadelnden Absatz einflechten.

    Gerne erkläre ich Ihnen auch noch, weshalb der von Ihnen angestellte Apfel-Birnen-Vergleich der Kostenexplosion bei der LKH-Arena mit einer von Ihnen vermuteten Kostensteigerung beim Brückenbau hinkt:
    s. https://bruecken-bauen-ev.de/finanzierung/

    Mutmaßungen über Baukostenentwicklungen, die über den bereits berücksichtigen, von Experten eingeschätzten üblichen Preissteigerungen liegen, halten wir – der Förderverein Brücken bauen e. V. – für unlauter. Wir können ebenso wenig in die Zukunft schauen wie Skeptiker, die mit möglichen, aber nicht belegbaren Preissteigerungen gegen den Bau argumentieren. Für ebenso unlauter halten wir das „Argument“ der Preisexplosionen bei größeren Bauprojekten. Der oft bemühte Vergleich zu Flughäfen, Universitätsgebäuden oder Mehrzweckhallen geht am Thema vorbei. Gegen all diese Beispiele ist die Elbbrücke ein Standardbauwerk. Deren Bau- und Unterhaltungskosten lassen sich deutlich klarer beziffern  als bei Bauwerken, die besondere Ansprüche an Brandschutz, Akustik oder ans Design stellen.

    Zu Ihrem anderen Kommentar: „Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß“ https://blog-jj.com/2022/07/29/ist-die-elbbrucke-ein-fall-fur-den-klimawandel-in-jedem-fall/#comment-17357:

    Das Schlimme ist, geehrter Herr Kirst-Thies, dass Herr Bürgermeister Dehde genauestens über die FFH-Verträglichkeitsprüfung mittels einer Präsentation und zusätzlichen persönlichen Erläuterungen durch die EGL-GmbH informiert ist.
    Sein Wissen lässt ihn aber kalt und er zieht trotzdem vom Leder und behauptet, aus Naturschutzgründen könne die Brücke nicht gebaut werden.

    Und deshalb, geehrter Herr Thies, würde es mir vollkommen ausreichen, wenn Sie diesbezüglich Ihre Ehefrau, die stellvertretende Bürgermeisterin der Gemeinde Neu Darchau (Partei B90 / Die Grünen) heiß machen.

    Vielleicht kann Frau Thies einen Blick auf meinen Kommentar, hier insbesondere auf den letzten Absatz, und die Präsentation, die der Gemeinde vorliegt, werfen, denn das Klage-Thema wird – so sicher wie das Amen in der Kirche – im Gemeinderat diskutiert werden.
    „Schaden vom Volk abwenden“, das darf doch auch im Gemeinderat Neu Darchau nicht nur eine Floskel sein.

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    • Hans-Dieter Kirst-Thies schreibt:

      Werte Frau Dreyer,

      der Ton ist diesmal angenehmer. Lassen Sie bzw. Ihr Verein den Texter von „Text da“, der den Text Ihrer Homepage so gut in Fom gebracht hat, auch zum Teil über die Forumsbeiträge und Leserbriefe gucken? Mir fallen Änderungen auf. Abseits aller Brücken-Plänkeleien einen schönen Gruß an ihn. Inhaltlich sind wir aber weiter mindestens die Kluft von einer Kreis- zur Landesstraße weit voneinander entfernt (Klima- Mit- und Umweltschutzbelange ganz ausgenommen).

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      • Hans-Dieter Kirst-Thies, tja, jede zusätzliche brücke und straße bedeutet auf die dauer mehr verkehr. der mensch sucht eben immer den bequemsten weg. erst, wenn man ihm diesen weg versperrt, wird er sich alternativen einfallen lassen müssen. darunter fällt aber eben nicht eine rundum voll -versorgung. ob konservative das verstehen werden? das wasser bis zum hals wird diesen protagonisten wortwörtlich aber immer weniger dahin gereichen. also was tun? kinder an die macht? die jetzige generation , die machtbefugnisse hat, greifen immer noch gern nach dem althergebrachtem, besonders, wenn es ,,eng,, wird. wer ein dienstwagen-privileg sein eigen nennt , verlangt gern etwas von den bürgern, was er aber selten bereit ist, es selbst zu tun. verzicht gehört da weniger ins repertoire.

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      • Willi Banse schreibt:

        Sie verlangen von den Ostelbischen des Landkreises den Verzicht auf eine feste Elbquerung. Herr Bruns. Andererseits stellen Sie fest: „wer ein dienstwagen-privileg sein eigen nennt , verlangt gern etwas von den bürgern, was er aber selten bereit ist, es selbst zu tun.“ Daraus schließe ich, dass Sie entweder „ein dienstwagen-privileg“ Ihr Eigen nennen oder aber, wenn auch nicht gerne, „etwas von den bürgern“ verlangen, was Sie aber selten bereit sind, „es selbst zu tun“.

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      • Helga Dreyer schreibt:

        Danke, geehrter Herr Kirst-Thies,

        die Grüße werde ich ausrichten. Ich finde den Stil unserer Homepage auch gelungen. Es geht doch wirklich nichts über eine gute Kinderstube, Schul- bzw. Ausbildung 🙂

        Kreisstraßen können übrigens auch auf Landesstraßen treffen. Wichtig ist, dass wir bei allen Scharmützeln die demokratisch herbeigeführten Mehrheitsentscheidungen der zuständigen politischen Gremien nicht außer Acht lassen und Vertrauen in unseren Rechtsstaat haben können.

        In unseren Diskussionen kommen mir

        a) die Existenz der Brückenvereinbarung (Januar 2009) zwischen den vier Vertragspartnern LK Lüneburg, LK Lüchow-Dannenberg und der Gemeinde Neu Darchau und
        b) der Beschluss des Kreistages Lüneburg (September 2018), die Planfeststellung zu eröffnen – also die Willensbekundung, die Brücke bauen zu wollen –
        einfach zu kurz.

        Die Überlegungen, die zu dem Vertrag und zu dem Beschluss geführt haben, haben sich seither doch nicht gemildert, eher noch verschärft.

        Die Umsetzung großer Infrastrukurmaßnahmen ist in Deutschland an viele Voraussetzungen geknüpft, die auch in dem Brückenvorhaben akribisch untersucht, bewertet und veröffentlicht werden.
        Keines der bereits erstellten Gutachten hat bisher ergeben, dass die Machbarkeit in Frage gestellt werden müsste.

        Aber darüber werden später mit großer Wahrscheinlichkeit Richter befinden müssen, wobei, und das wissen Sie, geehrter Herr Kirst-Thies, selbst ein Richterspruch nicht unbedingt das komplette Aus für den Brückenbau bedeuten müsste.
        „Das Recht muss nie der Politik, wohl aber die Politik jederzeit dem Recht angepasst werden“ (Immanuel Kant (1724 – 1804). Und das ist auch heute noch so.

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      • Hermann Klepper schreibt:

        Erstmal das Autofahren etwas weniger attraktiv machen, dann wird die Attraktivität des Rades automatisch höher. Und wenn das dann in Verbindung mit sinnvollen Investitionen in die Fahrrad-Infrastruktur passiert, kann das auch mit der Verkehrswende etwas werden.

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  13. Sabine Klein schreibt:

    Vergangenen Freitag, 5. August 2022, war in der Elbe-Jeetzel-Zeitung auf Seite 4 unter der Überschrift

    „Dehde kontert IHK-Vorstoß“

    zu lesen, Neu Darchaus Bürgermeister Klaus-Peter Dehde (SPD) habe Forderungen der Industrie- und Handelskammer (IHK) Lüneburg-Wolfsburg als „haltlosen Sommerlochrundumschlag“ zurückgewiesen.

    Deren Hauptgeschäftsführer Michael Zeinert habe mit Blick auf die niedrigen Elbpegelstände eine beschleuigte Planung für den Bau einer Elbbrücke in Neu Darchau als „Klimafolgeanpassung“ angemahnt.

    Dehde habe gekontert: Der Geschäftsführer spricht von der Brücke und fordert dann nebenbei noch den massiven Ausbau der Elbe. Diese Argumentation offenbart dramatisch, wie gedankenlos hier geredet wird.“ Denn der IHK-Geschäftsführer gehe mit keinem Wort darauf ein, dass die aktuellen Wasserstände der Elbe in den dramatischen Verlauf des Klimawandels auch in der hiesigen Region einzuordnen seien.

    Ohne Erwähnung blieben bei ihm zudem die Folgen für die örtliche Wirtschaft im Tourismus, die durch eine Brücke keinesfalls gelindert würden.

    Der Neu Darchauer Bürgermeister findet: „Es stünde der IHK sehr gut zu Gesicht, sich zum Beispiel mit der Gemeinde Neu Darchau dafür einzusetzen, dass das Land Niedersachsen endlich unbürokratisch eine niedrigwassergeeignete Fähre fördert. Allein das würde schon Entspannung bringen, die von bestimmten konservativen Lobbykreisen offenbar nicht gewollt ist.“

    Wer wirklich eine Veränderung wolle, sollte zumindest versuchen, eine konfliktarme Trassierung für ein mehr als 100 Millionen teures Projekt wie die Elbquerung vorzunehmen, werfe Dehde den Befürwortern vor. Genau das aber täten weder der Landkreis Lüneburg noch die Brückenlobbyisten.

    Er sei ja bekannt, dass es Kommunen im Landkreis Lüneburg gebe, die sich vehement für dieses Millionengrab eingesetzt hätten. Es biete sich doch an, das Projekt dort voranzutreiben, habe der Neu Darchauer Bürgermeister zu erwägen gegeben.

    In seiner Gemeinde, so Dehde, gebe es „eine klare Haltung, die durch eine Einwohner/innen-Befragung eindrucksvoll bestätigt worden“ sei. Diese werde er konsequent bis in die letzte Instanz vertreten. Sie laute: „Keine Trasse durch Neu Darchau.“

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    • Helga Dreyer schreibt:

      Tja, der Herr Dehde.
      Drei Tage nach Veröffentlichung seiner von Ihnen zitierten Pressemitteilung, am 8. August 2022 konnte man in der EJZ in der Bürgermeisterserie über „das politische Schwergewicht“ in Neu Darchau lesen (Interview mit einem, der auch mal austeilt, EJZ-Facebook).

      Ich will jetzt nicht pedantisch sein und sagen, die EJZ berichte altväterisch. Aber entweder hätte man das Adjektiv „politische“ mit einem weiteren (z. B. ehemalige) ergänzen oder es gleich ganz weglassen müssen; beide Aussagen wären korrekt, auch im Zusammenhang mit der Bemerkung zum Austeilen.

      Das Sprichwort „Wer austeilt, muss auch einstecken können“, also Gegenstimmen zulassen, in Diskussion treten und vor allem: Zuhören und darüber nachdenken, ist Herrn Dehde allerdings nicht bekannt. Er teilt halt gerne aus, auch wenn es nur wilde Luft-Fuchtel-Schläge sind, die ins Leere führen.

      So ist seine wiederholt vorgetragene öffentliche Forderung, das Land Niedersachsen möge die Anschaffung einer niedrigwassergeeigneten Fähre fördern und jetzt neu: die IHK möge die Gemeinde dabei unterstützen, so flach gedacht, wie der derzeitige Elbewasserstand.

      Dann müssten die Elbquerer außerhalb der Betriebszeiten der Fähre ja immer noch täglich die klimaschädlichen Umwege über die Brücken Lauenburg oder Dömitz fahren. Es könnten wieder nicht die LKW ab 7,5 t Gesamtgewicht befördert werden. Es könnten trotzdem keine ÖPNV-Busse streckendurchgängig Amt-Neuhaus – Lüneburg eingesetzt werden.

      Herr Dehde führt die Folgen der örtlichen Wirtschaft im Tourismus an. Was oder wen meint er damit? Den Saison-Kanuverleih? Verharren Kanufahrer denn überhaupt üblicherweise an einer Stelle? Können Kanus nicht auch die Brücke unterqueren und weiter paddeln? Oder geht es Herrn Dehde um das Restaurant Göpelhaus an der Elbe in Neu Drachau, der Gaststätte, an dessen Tür sich die Touristen und Einheimischen schon heute täglich von Montag bis Freitag 17 Uhr die Nase stoßen können?

      Eine konfliktärmere Brückentrasse, als die, die jetzt in Planung ist, gibt es nicht.
      Da hilft es auch nicht, heuchlerisch das Ergebnis der Einwohnerbefragung wieder ins Spiel zu bringen. Hierin wurde gefragt, ob die Einwohner eine Trasse durch Neu Darchau wollen. Ich ahne Böses, wenn, wie in der Pressemitteilung verlautbart, der BM Dehde bis in die letzte Instanz gehen wird, um das von ihm gewünschte aber in der Realität nicht vorhandene Ergebnis der Einwohnerbefragung durchzusetzen.
      Die Richter werden aber schnell erkennen, dass eine Trasse durch Neu Darchau gar nicht geplant ist, sondern eine Ortsumfahrung um Neu Darchau vorgesehen ist und die Anbindung an die Landesstraße selbst in Katemin auf 130 m Strecke in der Ortslage geplant ist. Im Gegenzuge werden viele Kateminer und alle Neu Darchauer, die an den Hauptstraßen wohnen, von den bisherigen Fährnutzern entlastet.

      In dem EJZ-Interview gibt er die Prognose ab, der Brückenbau werde aus Naturschutzgründen scheitern und verweist auf vier vom Aussterben bedrohte Arten.

      Aber, aber, Herr Dehde (ich hoffe, dass Sie meinen Kommentar lesen, ansonsten wird Herr Kirst-Thies Sie hoffentlich informieren), nur weil Feldgrillen, Ringelnattern und Mopsfledermäuse sich in dem weiträumigen Untersuchungsgebiet aufhalten, heißt das noch lange nicht, dass dieses Vorkommen zur Erheblichkeit im Sinne des FFH-Rechts beim Bau der Brücke führen wird, denn auch hier sind Grenzwerte zu beachten.
      Bevor Sie (oder einer der Naturschutzverbände) also Klage einreichen, die das Vorhaben wieder zeitlich nach hinten schieben und damit automatisch verteuern würde, bitte ich darum, die Erfolgsaussicht anhand der vorgegebenen Gesetze und Verordnungen zu prüfen. Ihre Schätzfähigkeiten scheinen mir nämlich nicht allzu treffsicher zu sein („mehr als 100 Millionen-teures Projekt“; „konservative“ Brückenbefürworter).

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      • ihr kommentar frau dreyer, klingt nach dem rauschen im walde. zitat:Bevor Sie (oder einer der Naturschutzverbände) also Klage einreichen, die das Vorhaben wieder zeitlich nach hinten schieben und damit automatisch verteuern würde. lustig ,was soll teurer werden, wenn doch nicht gebaut wird? wie ist es, wie stehen sie zu einer ehrlichen kosten-nutzenrechnung? wie viele 7,5 tonner am tag erwarten sie? ob die öpnv- busse gewinne machen, wenn sie streckendurchgängig unterwegs sind. wie viele fahrgäste müssen es denn sein und sind es? ob da auch grenzwerte greifen werden?

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      • Hans-Dieter Kirst-Thies schreibt:

        Werte Frau Dreyer,

        Sie schreiben, „Herr Dehde (ich hoffe, dass Sie meinen Kommentar lesen, ansonsten wird Herr Kirst-Thies Sie hoffentlich informieren) …“.

        Sie hoffen also, dass ich Herrn Dehde über ihren Beitrag informiere. Wenn Sie sich das selbst nicht zutrauen, ihm z. B. eine Email zu schreiben, dann könnte ich – gegen ein geringes Entgelt zur Aufbesserung meines schmalen Einkommens – dies natürlich gern übernehmen, auch wenn ich nicht weiß wozu.

        Mir kommt hier merkwürdigerweise die Redewendung „Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß“, in den Sinn. Wollen Sie Herrn Dehde heiß machen?

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      • Volker Schuster schreibt:

        Denken Sie bitte auch an den Klimawandel, Herr Bruns. Dass der von drüben im Osten bei uns im Westen einmarschiert, sobald die Brücke einmal steht, können selbst Hinrich Erich Gustav Bonin (HEGB), Professor Gunther von Mirbach und Sie nicht mehr verhindern.

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      • Otto Berg schreibt:

        In der LZ von heute, Donnerstag, 11. August 2022, gibt Redakteur Joachim Zießler auf Seite 4 (rechte Spalte) folgenden Hinweis:

        Als die Elbe Teil des Eisernen Vorhangs war

        Lüneburg. „Da ist keine Mauer in den Köpfen mehr“, ist Dr. Christoph Mädge überzeugt. Der Sohn des langjährigen Oberbürgermeisters hat seine Doktorarbeit über die deutsch-deutsche Elbgrenze im Amt Neuhaus geschrieben. An diesem Sonnabend, 13. August, um 16 Uhr stellt Christoph Mädge sein Buch „Grenzerfahrung“ im Museum Lüneburg vor.

        Das Amt Neuhaus an der Elbe nimmt eine Sonderstellung innerhalb der Geschichte des deutsch-deutschen Dualismus von 1949 bis 1990 ein. Durch die Entscheidung der Alliierten wurde dieses Stück althannoverschen Hoheitsgebiets aus dem vielfältig verflochtenen Kulturraum an der Elbe herausgeschnitten und der sowjetischen Besatzungszone zugeschlagen.

        Das sich verschärfende Grenzregime auf der DDR-Seite unterband fortschreitend die Kontakte zwischen beiden Flussufern und trennte so Familien, Freunde und Nachbarn.

        Die Elbe, die das Verbindungsglied und die Lebensader der Region war, wurde Teil des Eisernen Vorhangs. So veränderte Weltpolitik die Biografien der Menschen vor Ort. Dennoch fand man im Amt Neuhaus und seinen linkselbischen Nachbargemeinden stets neue Wege der grenzüberschreitenden Kommunikation und der Pflege der gemeinsamen Wurzeln.

        Die Buchvorstellung findet [übermorgen um 16:00 Uhr] im Foyer des Museums (Eingang Willy-Brandt-Straße 1) statt, der Eintritt ist frei. Wegen des begrenzten Platzangebots wird um Anmeldung bis 11. August unter buchungen@museumlueneburg.de oder Tel. (04131) 7206580 gebeten. jz [= Joachim Zießler]


        Foto: privat
        Christoph Mädge hat sich intensiv mit der deutsch-deutschen Elbgrenze befasst.

        Quelle: LZ, Donnerstag, 11. August 2022, Seite 4
        _____________________
        Leseprobe (mit Inhaltsverzeichnis): https://wehrhahn-verlag.de/public/uploads/excerps/143%20M%C3%A4dge%20Grenzerfahrung%20Leseprobe.pdf

        Mädges Erwägungen zur „Rückgliederung“ und zum politischen Marathonspiel um die fabulöse „Brücke der Herzen“ sowie eine resümierende Nachbetrachtung zu den Folgen und „Spuren“ von vierzig Jahren menschenverachtendem Grenzregime finden sich in dem Buch auf den Seiten 409 bis 463. ob [= Otto Berg]

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  14. warum wollen die gebratenen tauben einfach nicht von west nach ost fliegen? ob diese tauben das ,,elend“ im osten einfach nicht ertragen können? seit dreißig jahren erwartet man im amt großzügige geschenke. der leidensdruck wird angeblich immer größer, obwohl es eine sinkende bevölkerungsdichte gibt. seltsam, spricht man mit den betroffenen , gibt es vielfältige bilder zu betrachten. die einen haben die nase voll ,vom westen. andere haben schon in den westen ,,rübergemacht“. noch andere orientieren sich richtung osten. die wenigsten suchen ihr heil in einer ,,brücke der herzen“, aber diese brücke soll ums ,,verrecken,, gebaut werden. wer profitiert wohl hauptsächlich davon? bitte melden. wer den spaß bezahlen soll, ist ja bekannt. seltsamer weise werden es nicht die bürger sein, die davon profitieren, die den spaß bezahlen sollen. zur info:
    Deutschland hatte mit 8,4 Geburten pro 100 Einwohner die geringste Geburtenrate weltweit.
    Deshalb wird in der aktuellen Bevölkerungsprognose der Vereinten Nationen ein Sinken der Bevölkerung vorhergesagt. Bis zum Jahr 2050 wird die Bevölkerung laut dieser Prognose auf 72 Mio. Einwohner fallen, bis 2100 wird dann sogar ein Rückgang bis auf 56 Mio. Einwohner vorhergesagt. ob brücken und straßen das ändern werden?

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    • Die Liste der Landkreise mit den schlechtesten Zukunftschancen wird aber dominiert von abgelegenen Regionen in Ostdeutschland.

      Schlusslicht im Landkreis-Ranking ist (wieder) der Landkreis Stendal auf Platz 401. Nur wenig davor der Altmarkkreis Salzwedel und das Jerichower Land. Mit Lüchow-Dannenberg ist unter den „Flop-10“ ein einziger Landkreis aus Westdeutschland zu finden.

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    • Volker Schuster schreibt:

      Herr Bruns, als Sie aus dem Osten (Lüneburg) in den Westen (Reppenstedt) gezogen sind, hat es die Agnes-Miegel-Straße (als knusprig braun gebratenes Täubchen) da schon gegeben oder mussten Sie und Ihre Nachbarn sich die selber von der L216 weg bis vor Ihre Haustüren und Gartenpforten ins neugebaute Dichterviertel schaufeln?

      Was wollen Sie sagen? Die hinterwäldlerischen Ossis sollen mal in die Hände spucken und zusehen, wie sie an Pfade und Stege gelangen, um ihren dunkeldeutschen Urwald an die lichte linkselbische Zivilisation heranzuführen? Nicht die Bürger, sondern bloß die Bonzen profitieren, wenn der Westen dem Osten eine feste Hand über den Strom reicht? Und wer noch nicht über die Elbe zu uns „rübergemacht“ hat, hat ohnehin „die Nase voll vom Westen“ oder „orientiert sich Richtung Osten“? Außerdem sterben die Biodeutschen in Bälde aus? Wozu dann noch befestigte Verkehrswege in Richtung Balkan und Baltikum bauen? Damit Tartaren und mongolische Horden darüber auf geklauten Pedelecs an den Kranken Heinrich vorstürmen und die frisch sanierte „Aufenthaltsqualität“ der Außenanlage zwischen Gellersenhalle und Gellersenhaus gefährden?

      Detlef erwartet die von der Bildzeitung prognostizierte Revolution der Warmduscher, Sie prognostizieren die von Ihnen erwartete kalte Dusche einer demographischen Wachstumsrevolution. Welcher der beiden Bruns wird recht behalten?

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  15. Helga Dreyer schreibt:

    Lieber Herr Jenckel,
    zu Ihrem Kommentar https://blog-jj.com/2022/07/29/ist-die-elbbrucke-ein-fall-fur-den-klimawandel-in-jedem-fall/#comment-17299:

    Lassen Sie doch bitte die vielen Leser dieses Forums entscheiden, wer von uns beiden Solotänzern mit „bemühten“ Argumenten aufwartet.

    „Mein“ Paradebeispiel, die Sternbrücke in Magdeburg, deren Bauherr die Kommune Stadt Magdeburg (236.200 Einwohner in 2021) war, ist – wie Sie selbst schreiben – für Fahrzeuge befahrbar (Busse und Taxis), also Auto-tauglich. Die Sternbrücke führt auch nicht über einen Bach oder einen Stichkanal, sondern führt – o Wunder – über die Bundeswasserstraße Elbe! http://www.magdeburger-chronist.de/md-chronik/elbbruecken.html

    Was, um alles in der Welt, könnte diese dann bautechnisch von der geplanten Strom-Brücke in Darchau / Neu Darchau unterscheiden, wie Sie der Blog-Gemeinde jetzt wieder unterjubeln wollen, so frage ich Sie, lieber Herr Jenckel? Sind es jetzt die Vorlandbrücken, die in Magdeburg nicht erforderlich waren, aber in Darchau und Neu Drachau das Projekt verteuern?

    Sternbrücke:
    Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Sternbr%C3%BCcke_Magdeburg
    Konstruktion: Stabbogenbrücke
    Gesamtlänge:242,20 m
    Breite : 15,25 m
    Längste Stützweite: 137 m
    Höhe: 20 m
    Lichte Höhe: 6 m

    Brückenplanung Darchau / Neu Darchau:
    Quelle: https://www.landkreis-lueneburg.de/_Resources/Persistent/0/a/c/8/0ac8fbfb4dbc66d41fc80210d4ed962c6599ef14/praesentation_sbu_elbbruecke.pdf
    Konstruktion: Stabbogenbrücke
    Brückenlänge einschl. Vorlandbrücken: ca. 950 m
    Strombrücke: 240 m
    Breite: 14,95 m

    Quintessenz: Kommunen planen und bauen entsprechend ihrer öffentlich-rechtlichen Verpflichtung der Baulastträgerschaft auch Brücken über Bundeswasserstraßen, daran ist nichts experimentell, ungewöhnlich oder irregulär; was sollte der Landesrechnungshof denn dazu also bemängeln, so wie Sie es vermuten?
    Die Brücke wäre doch in jedem Fall gleich teuer, egal, ob der Bund, das Land Niedersachsen oder der Landkreis der Bauherr wäre. Das Land sitzt ja durch die mehr als 75 %ige Finanzierung des Vorhabens auch mit im Boot.

    Ist der Satz „ich habe mich getäuscht“ eigentlich für Sie generell unvorstellbar und unaussprechlich, lieber Herr Jenckel? Das würde mich wirklich einmal interessieren.

    Liebe Grüße
    Ihre Helga Dreyer

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    • jj schreibt:

      Liebe Frau Dreyer, wer sich getäuscht hat und wer täuscht, erleben und erkennen wir beiden hoffentlich noch.
      Bisher habe ich nie Sorge oder Probleme gehabt, mich zu entschuldigen.
      Das wird, so ich es erlebe, am Ende dieser Geschichte nicht anders sein. Notfalls trage ich es meinem Sohn auf. Es kann ja noch dauern.
      Lg Ihr Hans-Herbert Heinz Joachim (jj) Jenckel

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      • Jürgen Hase schreibt:

        Klingt nach jj am 25. April 2017 um 23:23 Uhr:

        Liebe Frau Bauscke, „wir beide unterhalten uns Ende des Jahres, dann schauen wir, wer richtig lag. Versprochen. LG hhjenckel“

        Fundort: https://blog-jj.com/2017/04/25/die-arena-ein-landkreis-unter-druck/#comment-382

        Die Parallelität ist aber nicht nur formaler Art. Auch auf der Inhaltsebene wird in diesem gesamten Blogthread von April 2017 sichtbar, dass Herr Jenckel seine damalige Pro-Arena-Meinung zornig aufstampfend gegen eine Flut klarsichtiger Einwände verteidigt, die beinahe alle so wahr geworden und eingetreten sind, wie der Blogmaster es – in dieser Phase – weder sehen noch hören wollte.

        Es war 2017 wie es 2022 scheint: Ein Journalist, der die Macht hat, zu veröffentlichen oder nicht zu veröffentlichen, geht an eine Sache mit einer Voreinstellung heran, die zu revidieren er dann auf die harte Tour lernen muss.

        Immerhin bringt er – anders als Noch- und Ex-Landräte, Ex-Chefredakteure und Ex-Oberbürgermeister – die Bereitschaft zum Lernen wenigstens mit.

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    • Werte Frau Dreyer,
      Sie fragen, was eine Brücke Darchau/Neu Darchau (in der jetzigen Planung) von der Sternbrücke in Magdeburg unterscheide. Nun, da gibt es viele Unterschiede, z. B.:

      1. Die Lage: Die Sternbrücke liegt innerhalb des Stadtgebietes von Magdeburg. Bevölkerungsdichte von 1175 Einwohner je km2. Darchau / Neu Darchau Bevölkerungsdichte von 21 / 46 Einwohner*innen pro km2.
      Innerhalb Magdeburgs teilt sich die Elbe in zwei Arme, Stromelbe und Alte Elbe. Die Stromelbe, über die die Sternbrücke führt, ist deutlich schmaler als bei Darchau /Neu Darchau.

      2. Anschluss an Autobahnen und Hafen: In Magdeburg vor Ort, in Neuhaus nicht unter 30 Minuten erreichbar.

      3. Zulassung: ÖPNV, Fußgänger, Fahrradfahrer für die Sternbrücke; alle straßentauglichen zugelassenen Fahrzeuge Neu Darchau.

      4. Finanzstarke Stadt Magdeburg vs. deutlich finanzschwächerer Landkreis Lüneburg

      5. Breite: 15,25 m Sternbrücke, geplante Gesamtbreite Brücke Neu Darchau: 18,61 m. Die 14,95 m berücksichtigen das Tragwerk der Brücke nicht.

      Von den Kosten wiill ich erst wieder zum Zeitpunkt der Planfesstellung sprechen. Teuer ist sie ja schon bei den jetzigen Schätzungen von knapp 75 Millionen Euro. Zum Zeitpunkt der fertiggestellten Brücke möchte ich genausowenig auf die tatsächlichen Kosten gucken müssen, wie Herr Berg das vor dem Bau der Arena bezüglich deren Kosten wollte. Da klafften dann am Ende doch riesige Euro-Lücken zwischen geschätzten, planfestgestellten und tatsächlichen Kosten.

      Ein angebrachterer Vergleich, der allerdings auch hinkt, wäre übrigens die Elbbrücke in Schönebeck (Schrägseilbrücke). Wie die meisten anderen auch ein Bundesprojekt. Mir imponiert daran, dass – nahe einer größeren Stadt (ca. 30.000 Einwohner*innen; 349 Einwohner je km2) – eine Ortsumfahrung realisiert werden kann und dass die Brücke als Teil einer Bundesstraße nur eine Gesamtbreite von 11,60 m aufweist. Im Vergleich mit der Darchauer Brücke, die als Teil einer Kreisstraße 18,61 m breit ist, wäre bei letzterer noch viel Luft nach unten. Wenn man sich denn am Prinzip der Sparsamkeit orientieren will. Will? Soll man doch, oder?

      Wer faktenbasiert unterwegs sein möchte, Frau Dreyer, der darf nicht durch Weglassen von Fakten und Zusammenhängen ein falsches Gesamtbild entstehen lassen. Und bei den angeführten Daten, sollte sie/er schon genau sein, damit es nicht ein Fake-Fakt wird.

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  16. Jede große Revolution, ob sie uns recht oder nicht so recht ist, hat irgendein wesentliches, dringendes Bedürfnis zur Grundlage. Sie kommt nicht einfach so aus sich heraus.

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    • Hans-Dieter Kirst-Thies schreibt:

      Hallo Wie-einst-eine-Elbbrücke-im-Amt-Neuhaus-eine-Revolution-verhinderte,

      Ist das eine Warnung: „Elbbrücke bauen oder Gewalt steht an ihrer Wiege? Also: lieber bauen!?“
      Wenn ich ein dringendes Bedürfnis verspüre, dann mache ich keine „große Revolution“, sondern gehe zur …
      Große Revolution machen wegen einer Brücke. Darauf muss man kommen. Eine Brücke als „wesentliches, dringendes Bedürfnis“ des Menschen anzusehen, als Grundbedürfnis sozusagen. Darauf auch.
      Wir wissen doch: „Die Revolution frisst ihre Kinder.“ Und die Brücken heute halten nur 50 Jahre.

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  17. Markus Schulz schreibt:

    Sehr geehrte Frau Dreyer, sehr geehrter Herr Kirst-Thies,

    könnte Neu Darchau seinen Ortskern zwischen Schillers Landhaus und Hildebrandts Aktivmarkt zur Autofreien Zone erklären? Was würden Christian Carmienke, der Stellvertretende Landrat des Landkreises Lüchow-Dannenberg, Eckhard Pols, in elf Tagen der geschäftsführende Wirtschaftsentwickler des Landkreises Lüchow-Dannenberg, und Michael Zeinert, seit einem Monat der Ex-Präsident des Vereins Lüneburger Kaufleute e. V., sagen, wenn Bürgermeister Klaus-Peter Dehde noch im August daran ginge, im Zuge einer „Neuaufteilung des Verkehrsraums“ insgesamt 125 Stellplätze im Hafengebiet zugunsten von Radfahrern und Fußgängern zu streichen?

    Drohte an der Elbe dann ein „Bürgerkrieg ums Fahrrad“ wie an der Themse oder an der Ilmenau?


    „Der typische Londoner Fahrradfahrer ist männlich, vermögend und weiß – beim jährlich stattfindenden ‚World Naked Bike Ride‘ ist er zudem auch noch nackt.“ Text: FAZ, Bild: Wikipedia

    Die F.A.Z. schreibt heute: „In der britischen Hauptstadt eskaliert der Klassenkampf auf der Straße: Fahrradfahren gilt als Privileg der rücksichtslosen und reichen Mittelschicht, die sich das Leben in der Stadt leisten kann. Der Rest steht im Stau.“

    Mehr dazu hier: https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/london-und-das-boris-bike-buergerkrieg-ums-fahrrad-18218613.html

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  18. Helga Dreyer schreibt:

    Lieber Herr Jenckel,
    Sie möchten Antworten von mir (https://blog-jj.com/2022/07/29/ist-die-elbbrucke-ein-fall-fur-den-klimawandel-in-jedem-fall/#comment-17235 und https://blog-jj.com/2022/07/29/ist-die-elbbrucke-ein-fall-fur-den-klimawandel-in-jedem-fall/#comment-17262).

    Wenn Sie mir versprechen, sich nun endlich einmal mit meinen fachlichen Erklärungen auseinanderzusetzen, diese nicht mehr generell zu ignorieren und stattdessen Ihre handgestrickten Überzeugungen in den Blog zu stellen, dann werde ich Ihnen heute letztmals die Zusammenhänge erklären.
    Sie als Journalist haben doch bestimmt auch gute Verbindungen, durch die Sie die Qualität meiner Aussagen kontrollieren lassen können, wenn Sie sich selbst die Auswertung der bei Mr. Google gefundenen Treffer in Gesetzestexten, Erlassen oder Verordnungen nicht zutrauen.

    Ihr großes Problem scheint zu sein, wie es angehen kann, dass eine Kommune, in diesem Fall der Landkreis Lüneburg, für die Planung und den Bau einer Elbquerung überhaupt zuständig sein kann. Und um es schon einmal vorwegzunehmen, nicht nur ein Landkreis auch eine Gemeinde war schon Bauherr einer Elbbrücke, und das vor ganz kurzer Zeit! Dazu später mehr.

    Gefühlt hundertmal hatte ich hier im Blog schon die Vorschrift aus dem Bundes-Wasserstraßengesetz zitiert, wonach bei Neuanlagen derjenige die Baulast der Brücke trägt, der auch die zu- und abführenden Straßen zu tragen hat.
    Die Simpelhaftigkeit Ihrer Vorhaltung „Ihre Ansage, da werde schlicht eine Straße gebaut, die zufällig über die Elbe führt, kommt schon sehr simpel daher“ gebe ich daher an Sie postwendend zurück.

    Bundeswasserstraßengesetz (WaStrG) https://www.gesetze-im-
    internet.de/wastrg/BJNR201730968.html
    § 41 Kosten der Herstellung von Kreuzungsanlagen
    Absatz 2: Werden öffentliche Verkehrswege verändert oder neu angelegt und müssen neue Kreuzungen mit Bundeswasserstraßen hergestellt oder bestehende geändert werden, hat der Baulastträger des öffentlichen Verkehrsweges die Kosten der Kreuzungsanlagen oder ihrer Änderungen zu tragen, soweit nicht ein anderer auf Grund eines bestehenden Rechtsverhältnisses dazu verpflichtet ist.

    Die zur Elbe führenden Straßen in Darchau und Neu Darchau sind Kreisstraßen.

    Die Einteilung richtet sich nach dem Straßengesetz § 3 anhand der Verkehrsbedeutung:

    1. Landesstraßen; das sind
    a) Straßen, die innerhalb des Landesgebietes untereinander oder zusammen mit den
    Bundesfernstraßen ein Verkehrsnetz bilden und überwiegend einem über das Gebiet
    benachbarter Landkreise und kreisfreier Städte hinausgehenden Verkehr, insbesondere dem
    Durchgangsverkehr, dienen oder zu dienen bestimmt sind,
    2. Kreisstraßen; das sind
    a) Straßen, die überwiegend dem Verkehr zwischen benachbarten Landkreisen und
    kreisfreien Städten, dem überörtlichen Verkehr innerhalb eines Landkreises oder dem
    unentbehrlichen Anschluss von Gemeinden oder räumlich getrennten Ortsteilen an
    überörtliche Verkehrswege dienen oder zu dienen bestimmt sind.

    Ich denke, dass auch ein Nichtfachmann auf Anhieb erkennt, dass die Einteilung als Kreisstraße korrekt ist, denn die Fähre wird ja nur von den paar Pendlern aus Amt Neuhaus genutzt (s. z. B. Leserbrief des Herrn Kirst-Thies von heute in der LZ).

    An diese Einordnungskriterien sind die Organe unseres Rechtsstaates gebunden. Weder die Landesregierung Niedersachsens noch die Kreisverwaltungen der Landkreise Lüneburg und Lüchow-Dannenberg zweifeln diese grundlegende Tatsache an. Sie akzeptieren, dass beide LKe damit auch für die Planung und den Bau der Brücke sachlich zuständig sind (s. Brückenvereinbarung).

    Nur Sie, lieber Herr Jenckel und die BI in Neu Darchau (s. Eingangssatz im Kommentar https://blog-jj.com/2022/07/29/ist-die-elbbrucke-ein-fall-fur-den-klimawandel-in-jedem-fall/#comment-17249) zweifeln das an, ohne diese Bedenken auch nur mit einem logischen Satz zu begründen.

    Es kann auch nur der „Ist-Zustand“ der schon vorhandenen Straßen bewertet werden (heute regionaler Verkehr) und nicht der mögliche Zustand nach dem Bau der Elbbrücke (später möglicherweise überregionaler Verkehr).
    Die Ausführungen des Herrn Kirst.Thies in seinem Kommentar / Leserbrief: „Da plant der Landkreis Lüneburg im 21. Jahrhundert eine Elbbrücke für den überregionalen Verkehr, obwohl er dafür gar nicht zuständig ist!“ ist daher ebenso grundlegend falsch.

    So weit, so gut. Das war Lektion 1.

    Lektion 2:
    Wäre es grundsätzlich faktisch nicht schnurzpieps, ob der Bund, das Land oder der Landkreis die Brücke planen muss? Keine dieser Institutionen hält ein Planungsbüro mit Ingenieuren vor, um solche Bauwerke fachgerecht planen zu können. Der Auftrag wird europaweit ausgeschrieben und der Baulastträger betraut nach der Vergabe diese Fachleute mit der Planung.
    So auch hier, ich verstehe Ihre Empörung, ehrlich gesagt, nicht, lieber Herr Jenckel.

    Lektion 3:
    Auch wenn die Landkreise Lüneburg und Lüchow-Dannenberg die Baulastträger sind, so wird das Vorhaben doch überwiegend durch LANDESzuschüsse finanziert (75 % der zuwendungsfähigen Baukosten und 4 Jahre lang 1,5 Mio € aus dem Landesbauplafond).

    Ihre Behauptungen in Ihrem Kommentar „Und wenn einer glaubt, man kann sie (Anm.: die Kreisstraße) danach einfach wieder hochstufen, das wissen Sie, der liegt falsch. Dann müsste das Fördergeld auch erstattet werden. Alles andere grenzte ja an Schmu.“

    ist in zweierlei Hinsicht unsachgemäß, und ich weiß es anders, als Sie mir in den Mund legten:

    1. Kurz vor Ablauf der Gewährleistungsfrist (fünf Jahre nach Fertigstellung der Brücke) soll eine Verkehrsanalyse erstellt werden (s. Brückenvereinbarung), die die regionalen Auswirkungen des Brückenbaus auf die beiden Landkreise untersuchen soll mit dem Ziel, entsprechend dieser festgestellten Vorteilslage die Trägerschaft der Straßenbaulast und damit die künftigen Unterhaltungskosten neu zu ordnen (§ 3 Nr. 5 der Vereinbarung).

    Und jetzt kommt es, lieber Herr Jenckel, passen Sie gut auf:

    sollte sich bei dieser Analyse herausstellen, dass nunmehr überregionaler Verkehr vorliegt (so wie Herr Kirst-Thies und eigentlich Sie ja auch es heute schon vermuten), dann, aber erst dann (!) könnten die bisherigen Kreisstraßen einschließlich der Brücke zur Landesstraße heraufgestuft werden.

    Die Fördergelder sind in diesem Fall nicht (!) zurückzuzahlen, darüber hatte ich Ihnen sowohl persönlich im Oktober 2020 per E-Mail, als auch später im Blog alle hierzu notwendigen Kenntnisse mit Quellenangaben dargelegt (https://blog-jj.com/2021/11/18/elbbruecke-darchau/#comment-15216).

    Ich weiß jetzt wirklich nicht, ob Sie einfach nur ein Kurzzeitgedächtnis haben oder ob Sie diese (meine) Darlegungen aus Trotz ignorieren. Auch hier gilt meine Empfehlung: wenn Sie mir keinen Glauben schenken mögen, erkundigen Sie sich an geeigneter Stelle!

    So, und nun zu der Kommune, die schon eine Elbüberquerung geplant und in Auftrag gegeben hat:
    Diese Stadt heißt Dresden, die Brücke heißt Waldschlößchenbrücke. (https://de.m.wikipedia.org/wiki/Waldschlößchenbrücke)

    Unfassbar, lieber Herr Jenckel, nicht wahr? Hier wurden zwei Gemeindestraßen durch die Brücke über die Bundeswasserstraße Elbe miteinander verbunden, das Land Sachsen hat – wahrscheinlich auch aus GVFG-Mitteln – Fördergelder dazugegeben.
    Nach Ihrer Lesart wäre doch der Bund oder mindestens das Land Sachsen der Baulastträger gewesen, wie konnte das geschehen?

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    • jj schreibt:

      Liebe Frau Dreyer, dazu drei Anmerkungen.
      Erstens: Die Waldschlösschenbrücke, die der Stadt Dresden den Weltkulturerbe-Titel gekostet hat, habe ich selber ins Feld geführt. Dresden ist nicht nur die Landeshauptstadt des Freistaates Sachsen, Dresden hat rund 560.000 Einwohnern und gehört zu dem oberen Dutzend in Germanien. Ich hatte explizit nach Landkreisen gefragt. Also bitte noch einmal.
      Zweitens: Die Straße, von der sie reden, war früher eine Landesstraße. Sie wurde zurückgestuft, weil es sonst überhaupt kein Fördergeld gegeben hätte, ja weil Bund und Land diese Brücke nicht hätten bauen dürfen, weil der Kosten-Nutzen-Faktor viel zu niedrig ist.
      Drittens: Sie stehen tief im Stoff, aber gerade das versperrt manchmal auch den Blick aufs Wesentliche. In Niedersachsen wird gerade ein Politikwechsel vorbereitet. Und dazu kann auch gehören, dass die zusätzliche Förderung für Ihr Projekt, die über die 75 Prozent hinausgeht, so nicht im Haushalt hinterlegt wird. lg jj

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      • Johann Stegen schreibt:

        Dass in Niedersachsen gerade ein Politikwechsel vorbereitet wird, heißt doch nicht, dass ein Weg in den Dschungel der Unvernunft eingeschlagen werden soll. Außerdem steht solchen Vorbereitungen die Tatsache der erst noch kommenden Wahlen im Wege. Und, ja, dazu kann, muss aber nicht gehören, dass die zusätzliche Förderung für das Projekt der beiden Landkreise, die über die 75 Prozent hinausgeht, im Haushalt nicht hinterlegt ist. »Viel ankündigen, wenig anpacken« ist ja das Markenzeichen des derzeit zuständigen CDU-Ministers für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung aus Heiligenthal. Wär‘ doch gut, wenn sich das Missverhältnis von Reden und Machen bei seinem GRÜNEN Amtsnachfolger aus Amelinghausen ab Oktober ins Positive verkehrte. Welche Einwände sollte denn ein Wirtschafts- und Verkehrsminister Schulz-Hendel gegen die feste Querung der Elbe zwischen Darchau und Neu Darchau vorbringen? Ich erinnere mich sehr gut, wie etwa im Dezember 2011 die Ortsumgehungen in Kirchweyhe, Dibbersen, Loyerberg und Duderstadt begonnen werden konnten, weil deren Finanzierung über den allgemeinen Straßenbauplafond abgewickelt worden ist.

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      • Helga Dreyer schreibt:

        Lieber Herr Jenckel,

        …und ewig grüßt das Murmeltier!

        Vielleicht sollten Sie mich doch als 450,- € – Aushilfskraft anstellen, ich sichte dann auch freiwillig Ihren Spam-Ordner.

        Zu 1.) Alles ist relativ, lieber Herr Jenckel. Die Einwohnerzahl oder die Steuereinnahmen einer Kommune haben absolut nichts damit zu tun, ob diese auch Baulastträger einer Straße ist oder sein kann. Ihre Bemerkung ist einfach damisch,

        Allein die genannten Einordnungskriterien im Straßengesetz sind hierfür ausschlaggebend.

        Wir sind uns hoffentlich darüber einig, dass Straßen ihrer Bedeutung nach aufsteigend in Gemeindestraßen – Kreisstraßen – Landesstraßen – Bundesstraßen systematisiert werden können und für die beiden zuerst genannten die Kommunen (Gemeinden bzw. Städte und Landkreise) als Baulastträger grundsätzlich zuständig sind, für die anderen beiden die Länder oder eben der Bund.

        Nachtrag: Ich habe in meinen Ausführungen gestern glattweg unterschlagen, welche Eigenschaften Gemeindestraßen erfüllen müssen, um als solche eingestuft zu werden. Auszug aus dem NStrG § 3 Nr. 3:

        Gemeindestraßen; das sind Straßen, die überwiegend dem Verkehr innerhalb einer Gemeinde oder zwischen benachbarten Gemeinden dienen oder zu dienen bestimmt sind (§ 47).

        Sie fragten explizit nach Landkreisen, ja.

        Ich habe mich im Netz mal auf die Suche gemacht.
        Bitte schauen Sie hier:
        https://de.m.wikipedia.org/wiki/Sternbrücke_Magdeburg und https://www.ib-fanger.de/referenzen/wiederaufbau-sternbruecke-magdeburg/

        Sternbrücke in Magdeburg, Bauherr: Landeshauptstadt Magdeburg (Kommune); über eine dritte Elbquerung wird nachgedacht, Bauherr auch die Kommune (https://de.m.wikipedia.org/wiki/Dritte_Elbquerung).

        Über die anderen deutschen ELBEbrücken verlaufen Landes-, Staats- oder Bundesstraßen.

        Aber in Niedersachsen befinden sich ja noch andere Flüsse oder Täler, die überbrückt worden sind.

        Hier – https://www.strassenbau.niedersachsen.de/startseite/aufgaben/strassenunterhaltung_und_strassenbetrieb/strassenbrucken/straenbruecken-132067.html
        können Sie z. B. folgendes lesen:

        In der Zuständigkeit der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr befinden sich insgesamt rund 5.500 Straßenbrücken (Teilbauwerke), davon (Stand 01.01.2022):
        2.699 an Bundesstraßen,
        2.079 an Landesstraßen,
        798 an Kreisstraßen (in den 13 niedersächsischen Landkreisen, in denen die Landesbehörde gemäß entsprechender Vereinbarung die Zuständigkeit übernommen hat).

        Und diese Internetseite https://repository.difu.de/jspui/bitstream/difu/223666/1/Geodaten_Bruecken.pdf
        Erstellung einer Geo-Datenbank aller Brücken und Straßen Deutschlands in kommunaler Baulast – Deutsches Institut für Urbanistik gGmbH

        gibt Ihnen auf den Seiten 52 und 84 noch genauere Auskünfte:

        es befanden sich in Niedersachsen (Stand 2013) 1511 Brückensegmente in kommunaler Baulast (Kreise) und 62 Brückensegmente in kommunaler Baulast (Gemeinden).

        Welche dieser Bauwerke nun aber ein Bächlein, ein Tal oder gar einen Fluss überbrücken, das kann ich Ihnen leider nicht sagen.

        Zu 2.) Sie scheinen ja richtig gut informiert zu sein, ich zitiere Sie: „weil es sonst überhaupt kein Fördergeld gegeben hätte, ja weil Bund und Land diese Brücke nicht hätten bauen dürfen, weil der Kosten-Nutzen-Faktor viel zu niedrig ist.“

        Der Kosten-Nutzen-Faktor, lieber Herr Jenckel, ist niedrig, W E I L es sich um Kreisstraßen handelt! (Sie schießen sich aber auch immer selber ins Knie 🙂

        Was haben Sie eigentlich gegen Politiker einzuwenden, die über ihren Tellerrand der eigenen Parteigrenze hinweg denken (können) und Mittel und Wege finden, um nötige und parteiübergreifend gewollte Projekte in die Tat umsetzen zu können?

        Und von dieser Machart scheint es seinerzeit in dem Landesparlament Niedersachsens einige gegeben zu haben, als

        a) die Landesstraße in die (korrekte) Kategorie Kreisstraße heruntergestuft wurde und
        b) damit der Weg für den Empfang von GVFG-Bundesmitteln freigemacht werden konnte.

        Ob a) das Huhn und b) das Ei war, oder umgekehrt, das kann heute niemand mehr sagen. Faktum ist, dass – entgegen Ihrer Annahme – alles rechtmäßig und ohne „Schmu“ abgewickelt worden ist. Bitte finden Sie sich doch nun endlich einmal damit ab.

        Zu 3.) Die zusätzliche Förderung nach dem Landesstraßenbauplafond von 4 x 1,5 Mio € muss nicht erst im Haushalt „hinterlegt“ werden!
        Im Haushalts-Einzelplan 08 des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung werden jährlich unter Kapitel 0820, Titel 883 61-1 jeweils 1,5 Mio € für Zuweisungen an kommunale Baulastträger zum Bau von Straßen zur Entlastung von Ortsdurchfahrten und für sonstige Maßnahmen bereitgestellt.

        Zuletzt wurden hierfür in 2016 52.000,- € und dann für 2020 296.000,- € ausgezahlt ((https://www.mf.niedersachsen.de/startseite/themen/haushalt/haushaltsrecht_inklusive_haushaltsplane/haushaltsplan_2021/auf-dem-weg-zum-ausgeglichenen-haushalt-190335.html – Einzelplan 08 s. S. 118 und Haushaltspläne 2022 / 2023; Einzelplan 08, Seite 150)

        Daraus folgt für mich: wenn in den Jahren 2016 und 2020 nur ein Bruchteil der möglichen Summe und 2017 – 2019 keinerlei Zahlungen aus diesem Förderungstopf geflossen sind, dann kann es wohl nicht als verhängnisvoll gewertet werden, wenn für vier Jahre die vorhandenen Fördergelder in ein großes kommunales Objekt fließen, wie es überhaupt alle X Jahre nur vorkommt.

        Der bevorstehende Regierungswechsel in Hannover macht mir keine Angst. Das Landesparlament wird zu keinen diesen Fördermöglichkeiten für die Elbbrücke mehr befragt; Ihre zwischen Ihren Zeilen zu lesende Bemerkung „die Grünen werden die Brücke schon verhindern“ ist ebenso unbedarft und nicht durchdacht, lieber Herr Jenckel.

        Den Niedersächsischen Verkehrsminister der Partei Bündnis 90 / Die Grünen möchte ich erleben, der dem Landkreis Lüneburg einen Ablehnungsbescheid über diese Förderung sendet.
        Der Verkehrsminister Althusmann hat seine Finanzierungsbeteiligungszusage seinerzeit übrigens auch einschränkend gegeben:
        „Welche konkreten Projekte in welchem Umfang daraus gefördert werden, wird jeweils im Einzelfall unter Zugrundelegung der vorliegenden Förderanträge und der jeweils zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel entschieden.
        (Quelle: https://www.landtag-niedersachsen.de/Drucksachen/Drucksachen%5F18%5F05000/04001-04500/18-04185.pdf)

        Außerdem sind die beiden Landtagskandidaten M. Staudte und D. Schulz-Hendel der Bloggemeinde und damit dem Wahlvolk noch Antworten schuldig auf die entscheidende Frage, aus welchen plausiblen Gründen sie sich heute noch gegen den Brückenbau wenden und deshalb sie mit dieser Haltung aktiv verhindern würden, dass ÖPNV in unserer Region ausgebaut und sinnvoll eingesetzt werden kann (Direktverbindung Amt-Neuhaus – Neu Darchau – Lüneburg zum Beispiel, oder Verbindung zum Bahnhof Brahlstorf für Hamburg-Pendler) und sich Schadstoffausstöße wegen der bisher außerhalb der Fährzeiten stattfindenden Umwegfahrten deutlich reduzieren.
        Ist es wirklich so schlimm einzugestehen, dass sich der Wind gedreht hat und bisherige Meinungen oder Überzeugungen aufgegeben werden müssen?
        Herrn Habeck und Frau Baerbock gelingt das doch auch, ohne dass ihre Reputation Schaden nimmt.

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      • jj schreibt:

        Liebe Frau Dreyer,
        lesen Sie sich Ihren Kommentar noch einmal durch, dann wird Ihnen vielleicht das Bemühte auffallen.

        Das fängt schon bei Ihrem Paradebeispiel, der Sternbrücke in Magdeburg an, von der es heißt: „Die alte Sternbrücke verfügte über vier Fahrstreifen und konnte von der Straßenbahn überfahren werden. Die neue Brücke ist deutlich schmaler. Sie dient nur dem Fahrrad- und Fußgängerverkehr sowie dem öffentlichen Personennahverkehr (Busse und Taxis). Für andere Fahrzeuge ist sie gesperrt.“ Ein Radfahrer-Brücke kommt uns natürlich weitaus billiger.

        Wir reden hier aber nicht von einer Radfahrer-Brücke, wir reden auch nicht von einer Brücke, die über einen Bach führt oder einen kleinen Stichkanal, wir reden hier von einer Brücke, die über eine Bundeswasserstraße führt, die Auto-tauglich ist und die der Bund in aller Regel baut.

        Nur in Lüneburg wird ein Experiment gewagt. Darüber urteilt dann der Landesrechnungshof am Ende vermutlich so wie bei der Leuphana und dem Libeskind-Bau: So eine kleine Einheit sollte eben so ein großes Bauwerk nicht schultern. lg jj

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      • Jörg Burmester schreibt:

        Und, Herr Jenckel, was kommt dabei heraus, wenn der Landesrechnungshof „urteilt“?

        Der sogenannte Libeskind-Bau ist primär ein Monument des Größenwahns, sekundär ein Symptom für eine erratische Bildungspolitik, die unter den Fahnen von Wettbewerb und Verwertbarkeit anstelle von Qualität und Lehre auf Quantität und Leere setzt. Zuletzt handelt es sich um ein in Beton gegossenes Ausrufezeichen dafür, dass Marketing für wichtiger als Substanz gehalten wird. Das Göttinger Fiasko des Leuphana-Präsidenten im Sommer 2019 markierte allerdings die glücklicherweise noch vorhandenen Grenzen der schaumschlagenden Dünnbrettbohrerei in der akademischen Sphäre.

        Die Darchauer Elbbrücke ist ein schlechtes Beispiel für die Selbstüberforderung „kleiner Einheiten“ durch „große Projekte“. Denn Planung, Finanzierung und Umsetzung der festen Elbquerung liegen in den Händen dafür ausgebildeter Profis, die genau wissen, was sie tun, sobald sie die Startfreigabe erhalten. Wenn Sie nach etwas Vergleichbarem zu dem teuren Gestümper aus Inkompetenz und Unaufrichtigkeit an der Uelzener Straße suchen, schauen Sie zur Lüner Rennbahn. Die kaum brauchbare „Arena“ im Norden Lüneburgs ist das Schildbürger-Pendant zum weitgehend dysfunktionalen „Audimax“ im Süden der Stadt.

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    • Elena Schünemann schreibt:

      Wow, Frau Dreyer, da haben Sie dem Master aber den Spiegel der von ihm angemahnten Tugend der Klarheit vorgehalten.

      Die Titelseite eines Fachmagazins aus dem Frühsommer 2014 zeigt alles, worauf es bei Blog.jj ankommt, Wohlwollen, Erfahrung, Kompetenz, die richtige Abscheidetechnik und Informationen aus erster Hand:

      Sein allererster Beitrag im eben eingeführten Format vom Dienstag, den 24. Juni 2014 (https://www.landeszeitung.de/allgemein/54019-oel-schwimmt-oben/) enthält also schon Hans-Herbert Jenckels gesamtes Debattenprogramm. Neugier, Sinn für die Exotik des Alltäglichen, den Mut, unter Gullydeckel zu schauen, die Überzeugung, dass die Wahrheit einfach ist, und den Widerwillen gegen Geschwurbel, Geheimsprachen und das Jubel-Repertoire aufgebrezelter Selbstdarsteller.

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    • frau dreyer, haben sie schon dankschreiben für ihre unendlichen bemühungen bekommen, grundstückspreise der grundstücksbesitzer in der region neudarchau in die höhe zu treiben?

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      • Willi Banse schreibt:

        Herr Bruns, ist Ihnen schon aufgefallen, wie schnell hier Stimmen verschwinden, wenn Sie Klartext reden? Die Befürchtung, dass Sie brisantes Hintergrundwissen haben, scheint berechtigt. Schmunzeln. Meine Vermutung: Höchstwahrscheinlich bekommen Sie von fünf Parteien, drei Bürgerinitiativen und dem Dalai Lama top geheime Informationen.

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      • Willi Banse, wie ist es, eine brücke von hohnstorf nach darchau, mit einer abzweigung nach lauenburg? dann werden alle grundstücksbesitzer in der region gleichermaßen beglückt.

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  19. jj schreibt:

    „Im Jahr 2020 sind mit der Fähre an 366 Tagen insgesamt 179.737 Fahrzeuge befördert worden, das sind durchschnittlich 491 Fahrzeuge pro Tag!“, schreibt Frau Dreyer, Ernüchternd.

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    • Helga Dreyer schreibt:

      Lieber Herr Jenckel,
      ernüchternd? Ich sage nur: Kreisstraße!
      Und dann lesen Sie meinen Kommentar noch einmal genau durch und zählen Sie die Schulkinder, Fahrradfahrer und die generellen Umwegfahrer dazu.
      Und noch eins: es ist mir bisher nicht aufgefallen, dass die Fährleute eine Strichliste führen oder einen Zahlomat dabeihaben, um die beförderten Fahrzeuge zu zählen.

      Möglicherweise wurden zahlenmäßig nur die Fahrzeuge anhand der Tagesabrechnung erfasst, für die ein Tagesticket gekauft worden ist. Diejenigen, die eine Jahres-, Monats- oder Zehnerkarte besitzen, werden nicht noch einmal bei der Überfahrt registriert.
      Ich würde die genannte Zahl mit Vorsicht verwenden und habe sie nur genannt, weil Herr Kirst-Thies wieder untertreiben musste.

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  20. jj schreibt:

    Jetzt wird auch noch der direkte Weg zur Elbbrücke gesperrt, mal nicht wegen Niedrigwasser:
    Vollsperrung der K61/Haarer Straße ab Einmündung Ziegeleiweg bis Einmündung B195, 9. bis 19. August 2022 +++ Erneuerung der Fahrbahndecke und Brückensanierung

    (lk) Baustellenarbeiten an Fahrbahndecke und Brücke: Zwischen Neuhaus und Haar wird vom 9. bis 19. August 2022 die Fahrbahndecke erneuert und die Brücke saniert. Dazu wird die Kreisstraße 61 Haarer Straße ab Einmündung Ziegeleiweg bis Einmündung B195 komplett gesperrt, eine Umleitung wird ausgeschildert.

    Die Umleitung führt ab Neuhaus über die B195 bis Stapel und von dort über den Gemeindeverbindungsweg Haarer Straße und Neue Straße nach Haar und umgekehrt. Sie wird mit Umleitungsschildern ausgewiesen. Fußgänger und Radfahrer können die Baustelle auf einem abgetrennten Notweg passieren. Anwohner der Haarer Straße (K61) in Neuhaus dürfen entgegen der Beschilderung in den gesperrten Bereich einfahren.

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    • Andreas Wohlert schreibt:

      Komisch, daß die Krainke noch Wasser führt, die Elbe aber kaum. Die Umwegfahrten halten sich zum Glück in Grenzen. Mitn Trecker ausm Ort raus an Holzgraben ran dauert vllt.n büschen.

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  21. Beate Wisniewski schreibt:

    Liebe Frau Harms,

    ich antworte Ihnen zu Ihrem Kommentar https://blog-jj.com/2022/07/29/ist-die-elbbrucke-ein-fall-fur-den-klimawandel-in-jedem-fall/#comment-17245

    Die Ironie hinter der Bemerkung des Kommentators „denn es nutzt ja nur eine überschaubare Anzahl von Pendlern die Überfahrt bei Darchau / Neu Darchau“ haben Sie dann ja wohl nicht erkannt (Ironie = du sagst das Gegenteil von dem, was du eigentlich meinst).

    Finden Sie nicht auch, dass die Ausführungen des Herrn Jenckel etwas schräg daher kommen? Wenn jemand in Wehningen, 6,6 km entfernt von der Dömitzer Elbbrücke, wohnt, wieso sollte der bisher die kostenpflichtige Fähre in Neu Darchau genutzt haben, um auf die linke Seite der Elbe zu gelangen? Der müsste ja mit dem Klammerbeutel gepudert sein!

    Haben Sie es denn noch immer nicht überblickt, liebe Frau Harms, dass es bei der Notwendigkeit der Brücke nicht nur um die bisherigen Nutzer des Fährbetriebes geht, sondern auch – vielleicht sogar in erster Linie – um die, die bisher Umwegfahrten über Lauenburg oder Dömitz in Kauf nehmen mussten, weil die Fähre Pause macht zwischen 21 und 5 Uhr, sonntags sogar bis 9 Uhr, oder die Fähre gar nicht fährt wegen Reparaturen, TÜV und Wartungsarbeiten, Niedrigwasser – wie aktuell. Und diese Pendler wohnen nicht ausschließlich rechtselbisch in der Gemeinde Amt Neuhaus!

    Wussten Sie, dass schon seit sehr langer Zeit die Überfahrt mit der Fähre für LKW ab 7,5 t gar nicht mehr gestattet war – dem Elbe-Niedrigwasser geschuldet? Morgen, am 3. August wird am Pegel in Neu Darchau übrigens der historisch niedrigste Wasserstand mit 57 cm (!) erwartet.

    Wussten Sie, dass bestimmte land- und forstwirtschaftliche Transporte mit der Fähre Tanja generell nicht möglich sind und hierzu die Brücken in Dömitz oder Lauenburg genutzt werden müssen?

    In einem Verkehrsgutachten aus 2012 wurden diese „Umwegfahrten“ auf 1600 Fahrzeuge am Tag (!) beziffert (ein aktuelles Verkehrsgutachten ist in Auftrag gegeben worden, das Ergebnis wird demnächst präsentiert).

    Und nun zählen Sie bitte die Anzahl der täglichen Fährnutzer mit der Anzahl der „Umwegfahrer“ zusammen.

    Und wenn Sie schon rechnen wollen, dann bitte auch fair: Nur die von den Landkreisen zu tragenden Eigenanteile der Baukosten können Sie durch die Einwohnerzahlen teilen! Ansonsten müssen Sie auch akribisch untersuchen, wie viel Anteile unsere Landkreise an den vom Land ausgegebenen Förderzuschüssen im Emsland, Osnabrück oder anderswo haben.
    Und vergessen Sie bitte nicht, den sechsstelligen Betrag gegenzurechnen, womit der Landkreis Lüneburg Jahr für Jahr die Neu Darchauer Fährnutzer subventioniert.

    Dass „ganz nebenbei“ mit dem Wegfall von Umwegfahrten klimarelevant Schadstoffausstöße vermieden werden und – volkswirtschaftlich gesehen – Ressourcen eingespart werden, das ist Ihnen hoffentlich bewusst, liebe Frau Harms.

    Ich hoffe, Ihnen mit meinen Ausführungen ein tragbares Fundament für Ihre weiteren Überlegungen geliefert zu haben.

    Mit freundlichen Grüßen
    Beate Wisniewski

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  22. Hans-Dieter Kirst-Thies schreibt:

    August 2018. Zwei Männer stehen in der oberschenkeltiefen Elbe und halten ein Banner zwischen sich aufgespannt. “Für die Elbbrücke jetzt!” oder so ähnlich steht in großen Lettern auf dem Banner.
    Sommertheater? – Nein! Blutiger Ernst. Jede “Krise” muss zum Erreichen des Ziels, des Götzen Elbbrücke, ausgenutzt werden.

    August 2018 irgendwo im All, die Erde in Sichtweite, eine Gruppe grüner Männchen und Weibchen mit superscharfen Augen macht Halt auf ihrer Urlaubsreise.
    “Hier waren wir doch schon mal, oder?” “Irgendwie ja, aber das sieht so anders aus.” “War das nicht mal viel grüner und weißer und bunter?” fragte ein buckliger Alter. “Viel grauer jetzt.” stellte ein anderer fest. “Wo sind denn die Wälder geblieben, die Gletscher und die vielen blauen Wasseräderchen?” Ich sehe nur noch große Adern, aber viel Wasser ist da nicht mehr”, sagte eine, die sie Adlerauge nannten. “Und seht nur, wie es da wimmelt, da, in den grauen Zonen, das wie Unkraut gewachsen ist. Ist das Ungeziefer?” Haben die die Erde in diesen erbärmlichen Zustand gebracht? “Das sind Menschen”, antwortete ein hagerer Greis mit Brille, den sie Professor nannten. “Warum sind das so viele? Haben die keine natürlichen Feinde?”, greinte ein bleicher Junge. “Hatten sie mal. Aber nicht mehr, seit sie vom Baum der Erkenntnis genascht haben. Die Männer haben den Frauen die Schuld gegeben. Die haben seitdem nichts mehr zu lachen. Einen natürlichen Feind haben sie aber wieder: Sich selbst. Irgendwo auf der Erde rotten sie sich immer gegenseitig aus. Und es gibt Hoffnung: Sie könnten sich mittlerweile mindestens dreimal selbst töten. Selbst wenn sie das nicht machen, werden sie es schaffen. Sie müssen nur mit dem grauen Zeugs weiter die ganze Erde vollkleistern. Es gibt gute Hoffnung.”
    “Können wir endlich weiterfliegen? Es ist wenig erholsam, sich dieses graue Einerlei weiter anzugucken, ich werde schon ganz depressiv,” forderte ein Wohlbeleibter mittleren Alters. “Ich will aber mal wiederkommen und sehen, ob sie weg sind, diese Menschen, und ob es wieder grün und weiß und blau und so schön bunt auf der Erde ist, wie du erzählt hast, Professor”, wünschte sich der bleiche Junge.

    Zoooom. August 2022. In der hüfttiefen Elbe steht noch niemand. Noch nicht! Aber die Gehirne rattern schon. Welch günstige Gelegenheit! Die Artikel in den lokalen Gazetten lassen erahnen, was kommen wird… Fortsetzung folgt.

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    • Helga Dreyer schreibt:

      Chapeau, Herr Kirst-Thies,

      als Märchenschreiber waren Sie schon immer einsame Spitze („88,5 % wollen keine Brücke“, „Wie eine Gemeinde durch eine Brücke zerstört wird“, „Klimaskandal, eine Brücke erzeugt mehr Verkehr!“, Die Geschichte von den traurigen Apfelbäumchen, die einer Brücke geopfert werden müssen“ u. v. m.).

      Lassen Sie bitte in Ihrem Fortsetzungsroman den hageren mit Brille, den sie Professor nennen, einmal forschen, wie viele Verkehrsteilnehmer im Jahre anno 2022 die Fähre gar nicht nutzen konnten oder können, weil die Fähre keine Betriebszeit hat(te), nämlich von 21 bis 5 Uhr, sonntags bis 9 Uhr, weil das Gefährt schwerer als 7,5 t wiegt (generelles Beförderungsverbot durch den Fährbetrieb schon seit Mai / Juni 2022) oder beispielsweise für land- und forstwirtschaftliche Güterbeförderungen (Langholz) gar nicht geeignet ist.

      Dagegen ist die in Ihrem LZ-Leserbrief von heute genannte Zahl (300 Pendler, die zur Arbeit fahren und die Fähre nutzen) geradezu eine Lachnummer!

      Übrigens, auch hier haben Sie die tatsächliche Sachlage wieder einmal bewusst verschleiert, indem Sie nur die „arbeitenden Pendler“ anführen (also wieder mal ein X für ein U?).
      .
      Im Jahr 2020 sind mit der Fähre an 366 Tagen (kein Fährausfall, wie Sie zutreffend schrieben) insgesamt 179.737 Fahrzeuge befördert worden, das sind durchschnittlich 491 Fahrzeuge pro Tag!
      Von den Schulkindern, die mit der Fähre übersetzen, oder den Fahrradfahrern will ich hier nicht sprechen, denn die sind ja erst klimarelevant, wenn diese zur Elbquerung an anderer Stelle zunächst mit Fahrzeugen dorthin befördert werden müssen.

      Werter Herr Kirst-Thies, der Förderverein Brücken bauen e. V. hat weder etwas mit der Aktion in 2018, als Männer in der niedrigen Elbe mit Banner standen, noch mit der aktuellen Berichterstattung zum Fährausfall oder Niedrigwasser in den örtlichen Zeitungen zu tun;
      es rattert auch nicht in unseren Köpfen, ob und wie wir diese unselige Situation für Brücken-Werbezwecke ausnutzen können, so wie Sie es uns unterstellen.
      Umgekehrt wie doch wohl ein Schuh draus, Sie und damit die BI in Neu Darchau, vereinnahmen dieses Thema, wie man sieht und liest und dann auch noch mit unrichtigen Zahlen! Zum Fremdschämen!

      Und noch eins: die Männer, die sich 2018 an der Elbe-Banner-Aktion beteiligten, haben auf ihre Situation aufmerksam machen wollen, denn es waren Arbeitnehmer und Väter, deren schulpflichtigen Kinder jeweils die Strapazen der Umwegfahrten über Lauenburg oder Dömitz wegen der Ausfälle beider Fähren auf sich nehmen mussten.
      Derweil haben Sie, geehrter Herr Kirst-Thies als Wohlstandsrentner womöglich auf Ihrer Terrasse liegend Ihren Blick über die Elbtalaue gleiten lassen. Ja, das Leben kann schön sein.
      Beglücken Sie uns weiter mit Ihren Märchen.

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      • frau dreyer, wenn der klimawandel so weiter geht, kann die straße direkt durch die elbe geführt werden, so selten kommt dann das wasser. wer braucht dann noch ihre ,,geleibte“ brücke? geliebte habe ich vermieden, schließlich will der brückenverein ohne brücke noch weiter feiern.

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      • Marina Möller schreibt:

        Der folgende Leserbrief von Herrn Kirst-Thies ist am 5. August 2022 in der Elbe-Jeetzel-Zeitung erschienen:

        Brückenbau befeuert Erderwärmung

        Die Sonne brennt vom Himmel. Auf der Erde brennen die Wälder. Die Böden trocknen aus, die Gletscher schmelzen. Der Meeresspiegel steigt. Starkregenereignisse lassen Bäche zu reißenden Flüssen anschwellen, die Ortschaften zerstören. Und vor unserer Haustür führt die Elbe Niedrigwasser.

        Die Fähre in Neu Darchau fällt aus. Der EJZ-Redakteur schreibt: “… erneut …”. Schnell ist vergessen, dass die Fähre im Durchschnitt nur 21 Tage pro Jahr ausfällt. 2019 und 2020 zusammen fiel sie ganze 4,5 Tage aus. Die rund 300 mit der Neu Darchauer Fähre werktags zur Arbeit Pendelnden werden jetzt für die Zeit des Fährausfalls die Bleckeder Fähre oder die Dömitzer Brücke nutzen müssen. Das ist ärgerlich, kostet mehr Zeit, Sprit und damit mehr Geld. Aber eine Katastrophe ist das nicht. Eine Katastrophe sind die menschengemachte Erderwärmung durch ungezügelten Co2-Ausstoß, Flächenversiegelung, Vernichtung von Ökosystemen und ihre oben beschriebenen Folgen.

        Vielleicht wird die Fähre Tanja dieses Jahr wieder längere Zeit – 85 Tage wie 2018? – ausfallen. Brauchen wir deshalb diese dritte Elbbrücke in der Region? Wenn wir klug sein wollen, kann die Antwort nur „Nein“ lauten. Wieder würde ein selten gewordener, wertvoller zusammenhängender Naturraum, der CO2 bindet und vielen – auch bedrohten – Arten ihr Zuhause bietet, zerstört und tonnenweise CO2 beim dreijährigen Bau der Brücke und der Herstellung der benötigten Baustoffe ausgestoßen. Der Bau der Brücke wird die Erderwärmung befeuern. In der Bilanz mit den zeitlich begrenzten „Umwegfahrten” der zur Arbeit Pendelnden und dem Dieselausstoß der Fähre ist und bleibt diese Brücke klima- und umweltschädlich.

        Und doch – aller Vernunft zum Trotz: Die Brückenlobbyisten werden versuchen, im Aufwind der Niedrigwasser-„Krise“ zur gewünschten Brücke zu segeln. Die IHK Lüneburg-Wolfsburg hat sich per dpa schon entsprechend eingelassen. Wann werden sie einsehen, dass wir bei unseren Investitionen wählerisch sein müssen, um auf der Erde als Spezies eine Zukunft zu haben? Bald werden wir keine Wahl mehr haben. Die Sonne brennt, die Erde brennt. Es ist heiß.

        Betrifft: Artikel „Wasser fehlt an allen Enden“ (EJZ vom 25. Juli) und Artikel „Tanja bleibt am Ufer“ (EJZ vom 26. Juli)

        Fundort: https://www.ejz.de/lokales/leserbriefe/brueckenbau-befeuert-erderwaermung_53_112180097-28.html

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      • Hans-Dieter Kirst-Thies schreibt:

        Werte Frau Dreyer,

        denken Sie bitte an den Datenschutz! Angaben zum sozialen Status, wie Schichtzugehörigkeit, Familienstand, wirtschaftliche Situation usw. dürfen Sie nicht einfach in die Öffentlichkeit bringen, wenn ich sie nicht freigegeben oder dort selbst eingestellt habe. Wenn die Daten zudem noch spekulativ und unwahr sind, macht das die Sache nicht besser.

        Ein Wort noch zu den Zahlen der Pendler*innen: Bei den im Durchschnitt 491 Fahrzeugen pro Tag, die mit der Fähre Tanja befördert wurden, sind LKW und Fahrräder dabei. Selbst wenn das alles Pendler*innen wären, die fahren ja 2x am Tag über die Fähre, müssen wir die 491 durrch 2 teilen und kommen also aufgerundet auf 246 Pendelnde. Dazu maximal 80 Schüler*innen ergäbe 326 Pendelnde über die Elbe.
        In Wirklichkeit ist die Zahl geringer, weil auch Touristen und Geschäftsreisende in den Zahlen enthalten sind.
        Noch zu den LKW: 3.352 LKW querten 2020 mit Tanja die Elbe, d. h. pro Tag im Durchschnitt 9 LKW.

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  23. Da plant der Landkreis Lüneburg im 21. Jahrhundert eine Elbbrücke für den überregionalen Verkehr, obwohl er dafür gar nicht zuständig ist. Und er plant linkselbisch die zuführende Trasse zur Brücke nicht als großzügige Ortsumfahrung, sondern als Durchgangsstraße durch den Neu Darchauer Ortsteil Katemin. Eine betroffene Anwohnerin, deren Grundstück, unter anderem eine vor Jahren liebe- und mühevoll angelegte Streuobstwiese, direkt von der Trasse betroffen ist, äußert in einem Leserbrief ihr Unverständnis über dieses Vorhaben: https://blog-jj.com/2022/06/09/als-luneburger-politiker-noch-ruckgrat-bewiesen%ef%bf%bc/#comment-16625

    Flugs melden sich zwei organisierte Brücken-Lobbyisten, persönlich vom Bau der Brücke und Trasse nicht betroffen, weil kilometerweit entfernt wohnend, und meinen, die persönliche Betroffenheit wegdiskutieren zu können: Marko Puls, Zeetze/Mecklenburg, „Biodiversität wird erhalten“, Elbe-Jeetzel-Zeitung, 24.06.2022 – https://www.ejz.de/lokales/leserbriefe/biodiversitaet-wird-erhalten_53_112170502-28.html und Jörg Sohst, Bleckede, „Genug Platz“, Elbe-Jeetzel-Zeitung, 24.06.2022 – https://www.ejz.de/lokales/leserbriefe/genug-platz_53_112170498-28.html

    Der eine kommt vom Ästhetischen her und meint, die für eine Kreisstraße überdimensionierte Breite (16,25 Meter) von Trasse und Brücke „inklusive Geh- und Radweg“ werde sich „gut in das Landschaftsbild einpassen“. Der andere nähert sich der Sache vom Philosophischen her. Er meint, diese in einem dünn besiedelten Gebiet (rechtselbisch 21 Einwohner/innen pro Quadratkilometer, linkselbisch 65) geplante Brücke sei „ein Projekt des Fortschritts“.

    EINSPRUCH: Im 21. Jahrhundert, in dem der „Fortschritt“ des 18. und 19. Jahrhunderts, die Industrialisierung und Technisierung, alle Bereiche des Lebens auf unserem Planeten erfasst hat und dabei ist, sie für uns Menschen unbewohnbar zu machen, gehört jedes ganz neue Projekt, das den Boden weiter verdichtet, Naturräume zerstört, den Klimawandel befeuert und noch mehr Verkehr erzeugt, auf den Prüfstand.

    Fortschritt im 21. Jahrhundert heißt: erneuerbare Energien, Maßnahmen zur Erhaltung der Biodiversität, klimaschonende Mobilität, die Ziele zu den Menschen bringen, nicht die Menschen zu den Zielen. Da ist kein altes Denken, sondern viel Kreativität gefragt.

    In diesem Sinne: Was ist eine Brücke gegen eine Streuobstwiese?

    Hans-Dieter Kirst-Thies, Neu Darchau

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    • Helga Dreyer schreibt:

      Sehr geehrter Herr Kirst-Thies,

      Sie sind spät dran!
      Der Leserbrief der Streuobstwiesenbesitzerin ist im Blog bekannt (https://blog-jj.com/2022/06/09/als-luneburger-politiker-noch-ruckgrat-bewiesen%EF%BF%BC/#comment-16625). Die Aufklärung über die angebliche Biodiversität folgte auf dem Fuße (https://blog-jj.com/2022/06/09/als-luneburger-politiker-noch-ruckgrat-bewiesen%EF%BF%BC/#comment-16625).

      Auf Ihre Leserbriefe in der LZ und der EJZ, den Sie jetzt hier im Blog stolz präsentieren, haben Sie auch schon Antworten erhalten, die Ihre Xe, die in Wahrheit Us sind, entlarvten (https://www.ejz.de/elbbruecke-traegt-zum-klimaschutz-bei_53_112177009-28-.html).

      Wen wollen Sie mit der Streuobstwiesenstory also noch hinter dem Ofen hervorlocken?

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      • Karsten Lange schreibt:

        Liebe Frau Dreyer,
        die Güte von Argumenten entwertet doch ihr Alter nicht. „Das Neue ist selten das Gute, weil das Gute nur kurze Zeit das Neue ist“, notierte bereits Schopenhauer. Dasselbe trifft auch auf Streuobstwiesen und Biodiversität zu. Das Gute ist das Gute. Es büßt nichts ein, weil es nicht schon älter ist. Auch die Gründe für die angebliche Notwendigkeit Ihrer Brücke sollen doch nicht dadurch fußlahm werden, dass Sie die ständig wiederholen. Andererseits besagt das bloße Vorhandensein von Antworten noch gar nichts über deren Qualität. Die können sich selbst für Xe ausgeben, aber in Wahrheit Us sein. Denn „der heimliche Prosaiker sucht zum Gedanken den Reim; die Pfuscher zum Reim den Gedanken.“

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      • Hans-Dieter Kirst-Thies schreibt:

        Werte Frau Dreyer,

        mein Name steht über dem Beitrag, ich habe ihn auch als Leserbrief verfasst, aber gestern nicht in den Blog eingestellt. Wer war’s. Das würde mich interessieren.
        Meinen Beitrag können Sie oben lesen.

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      • Helga Dreyer schreibt:

        Lieber Herr Lange,
        für gehaltvolle und vor allen Dingen authentische Argumente bin ich immer zu haben, immer!

        Wenn hier aber durch Herrn Kirst-Thies zum x-ten Male beklagt wird, eine Streuobstwiese würde der Brückentrasse „zum Opfer“ fallen, wenn er weiterhin so tut, als werde die Brückenvereinbarung torpediert, weil keine Ortsumfahrung um Katemin geplant wird, wenn er dutzendmal mit der Verbreitung seines Wehgeschreis in die Irre führt, die Brücke würde angeblich mehr Verkehr erzeugen und dadurch das Klima belasten, dann ist aber auch einmal genug. Die Qualität seiner Argumente sind beispiellos heuchlerisch.

        Wenn Sie diesen Erklärungen blindgläubig folgen wollen, na bitte, nur zu. Ich muss Sie von nichts überzeugen und auch zu nichts überreden, lieber Herr Lange.
        Trotzdem könnten Sie mal evaluieren, wer in diesem Vorgang eigentlich der Prosaiker und wer der Pfuscher ist.

        Eine kleine Hilfestellung:
        Im Mai 2016 ist die landesplanerische Feststellung bekannt gegeben worden (https://bruecken-bauen-ev.de/wp-content/uploads/2022/07/Landesplanerische_Feststellung_opt.pdf) Dort auf Seite 11 ersehen Sie die beiden verbliebenen möglichen Trassenvarianten S 2 und S 3, die beide das Brachgrundstück an der Bäckerstraße in Katemin tangieren.

        Irgendwann NACH dem 2. Juni 2017 wurden Luftaufnahmen in Katemin gemacht, durch Google-Earth veranlasst. Wie Sie sehen, sehen Sie nichts von Apfelbäumchen oder überhaupt irgendeine „Biodiversität“ auf dem Harmschen Grundstück:

        Am 11. Juni 2022 befinden sich nun kleine Apfelbäumchen auf dem Areal:
        Foto 2

        „Streuobstwiese“ Grundstück Harms, Aufnahme vom 11.06.2022 (H. Dreyer)

        Und nun frage ich Sie ganz ernsthaft, lieber Herr Lange: hätten Sie, in Kenntnis der Trassenplanung, auf diesem Grundstück, das jahrzehntelang brach lag, noch Apfelbäume gepflanzt?

        Niemand hätte das getan! Wenn dann noch bekannt wurde (Neu-Darchau ist ein Dorf!), dass sich Mitglieder der Bürgerinitiative „Ja zur Fähre, nein zur Brücke“ sich öffentlich wie kleine Kinder diebisch über diesen „Coup“ (vermeintliche Erschwernis der Brückenplanungen) freuten, dann muss ich mich heute wundern, dass sich der belesene Herr Kirst-Thies überhaupt dazu hergibt, dieses besagte Scheinargument – Streuobstwiese muss der Brückentrasse geopfert werden – unter die Leute zu bringen.

        „Daher hat keine Wahrheit die andere zu fürchten. Trug und Irrtum hingegen haben jede Wahrheit zu fürchten“ (auch von Schopenhauer).

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      • jj schreibt:

        Liebe Frau Dreyer, Sie denken aber bitte auch noch an die Elbe-Autobrücken, die in Deutschland bereits Landkreise über den Strom geschlagen haben.
        Gerne erinnere ich auch an die Waldschlösschenbrücke in Dresden, die der Stadt den Welterbetitel gekostet hat und über die 2025 rund 45.000 Fahrzeuge rollen sollen.
        Meine Frage noch, wie viel Fahrzeuge sollen eigentlich über die Brücke bei Neu Darchau rollen? 3500? Ist das den Streit wert? lg jj

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      • Kurt C. Hose schreibt:

        War denn irgendwo von irgendwem behauptet worden, es gebe außer Lüneburg noch andere Landkreise, die in Eigenregie eine Brücke als Verlängerung oder Verbindungsstück einer Kreisstraße über eine Bundeswasserstraße gebaut haben, Herr Jenckel?

        Stellen wir uns Jens Böther vor, wie ihm in 15 Jahren – nach seiner Rückkehr von der Brücken-Einweihungsfeier auf der Kateminer Streuobstwiese in Neu Darchau – während des Festschmauses (Coena triumphalis) bei Michele Erzbischof Zeinert in dessen multifunktionaler IHK-Arena im ersten Geschoss seiner gerade fertiggestellten Erlöser-Kathedrale hinter dem multifunktionalen Doppelgiebel der Renaissancefassade aus dem Jahr 1548 vorgehalten wird, es sei für einen Echemer doch ein Leichtes gewesen, die feste Elbquerung – als Landkreis – in einem anderen Landkreis zu errichten, um die Entdeckung und Inbesitznahme der Neuen Welt auf der rechten Seite des Stromes vorzubereiten, es hätte dies schließlich auch jeder andere vollführen können. Daraufhin verlangt Böther von den anwesenden Konquistadoren und Entrepreneuren, ein gekochtes Ei auf seiner Spitze aufzustellen. Es werden viele Versuche unternommen, aber niemand schafft es (selbst Bernd Althusmann und Alexander Schwake, die Entdecker des Nordischen Knotens, schaffen es nicht), diese Forderung zu erfüllen. Am Ende sind sogar Anna Bauseneick und Eckhard Pols sowie Jürgen Glaser, Klaus Hoppe und Thomas Meyer davon überzeugt, dass es sich hierbei um eine unlösbare Aufgabe handelt, und der Landrat wird darum gebeten, es selbst zu versuchen. Dieser schlägt sein Ei mit der Spitze auf den Tisch, so dass diese leicht eingedrückt wird, und das Ei stehen bleibt. Als die Umsitzenden protestieren, dass sie das auch gekonnt hätten, antwortet Jens Böther: „Der Unterschied, meine Herren, ist, dass Sie es hätten tun können, ich hingegen habe es getan!“

        „For the First Time in Forever“ ist nicht nur der Titel eines berühmten Liedes, Herr Jenckel!

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      • Otto Berg schreibt:

        Lieber Herr Kirst-Thies,

        ich war’s.

        Ich habe Ihren Leserbrief aus der Elbe-Jeetzel-Zeitung vom 8. Juli 2022 vorgestern in den Blog eingestellt. Besonders nach der inferioren „IHKLW-Zeinert-PM“ vom 26. Juli 2022, deren großspuriges Geblubber am Freitag via LZ (vgl: https://blog-jj.com/2022/07/27/der-landtag-ruft-wer-sitzt-im-zug/#comment-17203) und am Montag via EJZ verbreitet wurde, schien Ihre provokante Prüfstand-These mir zum Thema zu gehören und einen ebenso versierten wie angeregten Austausch unter den Foristen zu versprechen. Alles Drei (prüfbare Thesen, engagierter Austausch über Gründe und Fakten und das Luftablassen aus offiziös im Blätterwald herumgereichtem Floskel-Nonsense) verdient nach meinem Dafürhalten die Aufmerksamkeit eines größeren, überregionalen Publikums, das (vor allem bei etwas komplexeren Argumentationslagen) wohl nur der Blog.jj von Hans-Herbert Jenckel erreicht.

        Ich hoffe, Sie vergeben mir.

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      • Karsten Lange schreibt:

        Liebe Frau Dreyer,

        zu Ihrem Kommentar vom 2. August 2022 um 18:33 Uhr: „Und nun frage ich Sie ganz ernsthaft, lieber Herr Lange: hätten Sie, in Kenntnis der Trassenplanung, auf diesem Grundstück, das jahrzehntelang brach lag, noch Apfelbäume gepflanzt?“ Siehe: https://blog-jj.com/2022/07/29/ist-die-elbbrucke-ein-fall-fur-den-klimawandel-in-jedem-fall/#comment-17259

        Für solches vermeintlich widersinnige, auf Normaltät und Zukunft setzende Handeln im Angesicht einer heranrollenden Katastrophe gibt es ein berühmtes Vorbild:

        „Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen“, soll Martin Luther einst ausgerufen haben. Kann das Gesagte einen Sinn ergeben, auch wenn der Satz sich bei Luther nicht belegen lässt? Ist nicht jedes Leben ein Pflanzen im Bewusstsein der Endlichkeit von Garten und Gärtner? – Dem Reformator aber wurde dieser Spruch wahrscheinlich in den Mund gelegt.

        Schon das „Apfelbäumchen“ stimmt ja skeptisch. Der Ausdruck klingt weniger nach dem historischen Luther, als nach dem bürgerlichen Lutherbild des 19. Jahrhunderts, wo er als frommer Hausvater den Familiengarten hegt und pflegt. Der entscheidende Punkt ist aber inhaltlicher Art: Luther fürchtete den Weltuntergang nicht. Er freute sich darauf.

        Woher das Wort dann stammt, weiß bis heute niemand genau. Es ist vermutlich erst in den dreißiger Jahren entstanden. Der erste bekannte Nachweis stammt von Oktober 1944 aus einem Rundbrief der Bekennenden Kirche in Hessen. Am Ende des Krieges konnte der Spruch zünden. Das Land lag in Trümmern, und die Leute sahen ihre vertraute Welt untergehen. Das Wort passte einfach in die Zeit. Das „Lutherwort“ vom Apfelbäumchen vermittelte den Menschen damals Lebensmut in ihrer Not, damit sie weitermachen konnten.

        Ausführlich dazu: https://digi20.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb00049341_00001.html

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    • Lieber Herr Berg,

      danke, dass Sie das klargestellt haben. Die unhaltbare Spekulation Frau Dreyers über meine innere Gefühlslage (Stolz) beim Einstellen meines Leserbriefes, die sie als gegeben postuliert, ist damit als solche verifiziert. Ein in der Wissenschaft eher unmöglicher Fall. Da ist etwas nur zeitlich begrenzt gültig, solange, bis es falsifiziert wurde.

      Vielleicht sollte Frau Dreyer etwas vorsichtiger sein mit ihren häufigen Spekulationen über Gefühle, Motivationen, (Nicht-)Kenntnissen anderer Menschen. Die haben mit der Sache (Elbbrücke und damit zusammenhängenden Themen) sowieso nichts zu tun.

      Für das Vergeben ist jemand anderes zuständig 😉 und die Sache zu nichtig. Ich bin mit der Klarstellung völlig zufrieden.

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  24. Alfons Bauer-Ohlberg schreibt:

    In der Wochenendausgabe der Lünepost wurde gerade die Entscheidung des Verlages bekanntgegeben, dass die gedruckte Ausgabe aus wirtschaftlichen Gründen zukünftig nicht mehr im Amt Neuhaus verteilt werde. Das wird doch wohl nicht an der fehlenden Brückenverbindung gelegen haben? Oder ist dies ein Zeichen der rechtselbisch bereits weit fortgeschrittenen Digitalisierung, die einen gegenständlichen Transport überflüssig macht? Und könnte das nicht auch für Personen gelten? Auch die IHKLW sollte sich vom biblischen Untertanmachen der Erdoberfläche verabschieden und sich auf den Weg zu einer verkehrs- und energie-reduzierten und damit konzentriert vernetzten, vor allem mehrgeschossigen Gewerbeflächen-Politik aufmachen. Damit noch Flächen für Pflanzen und Tiere und ein ausgeglichenes Klima übrigbleiben.

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    • Roger Schmitt schreibt:

      Alfons, warum hat Jens Böther den Bau der ELBBRÜCKE · DURCH · BLECKEDE · nicht längst aufgegleist? Von 2006 bis 2019 war Böther Bürgermeister der Kleinstadt zu beiden Seiten der Elbe. Der jetzige Landrat hat dreizehn Jahre gehabt, um eine Geheimsitzung auf die andere folgen zu lassen, damit sein Herzenswunsch und der des Vereins der Wunschförderer und -bestärker um Marko Puls, Helga Dreyer, Karl-Heinz Hoppe, Grit Richter, Beate Wisniewski, Karin Ose Röckseisen, Jürgen Krumböhmer, Andrea Schröder-Ehlers und Bernd Althusmann in Erfüllung geht. Den Bleckedern hätte Herr Böther etwas hinterlassen, für das diese ihm bis zum Tage des Jüngsren Gerichts dankbar gewesen wären. Und das Schönste: Böther brauchte nicht über die Gemarkung eines fremden Landkreises zu verfügen, in welchem kaum jemand mit seinem Danaergeschenk beglückt werden möchte.

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    • Jens Rademacher schreibt:

      Zwei Fragen an und zwei Antworten von Heinz Wanner, 77, Professor emeritus am Oeschger-Zentrum für Klima- und Klimafolgenforschung an der Universität Bern:

      Was droht bei einer Megadürre?

      Hitze, Trockenheit und dadurch Wasserknappheit. Wir hätten in der Landwirtschaft und in der Energieerzeugung ein riesiges Problem. Vor allem die fossile und nukleare Energieerzeugung, die von einer ausreichenden Menge an Kühlwasser abhängig sind, wären erheblich betroffen. Ein solcher Mangel könnte zu lange anhaltenden Stromausfällen führen und damit Gesellschaften und Volkswirtschaften stark in Mitleidenschaft ziehen. Hinzu kommen Ernteausfälle und eine erhebliche Verringerung der Transportkapazität von Flüssen und Eisenbahnen. Schon deshalb müssen wir schleunigst weg von den fossilen Energien und regional erneuerbare Energien produzieren. (…)

      Auf welche Sommer müssen wir uns in Zukunft einstellen?

      Wenn wir so wenig tun wie jetzt, werden wir sicher regelmäßig die 40-Grad-Schwelle in Mitteleuropa überschreiten. Die Gefahr ist, dass wir längere Hitze- und Trockenperioden mit Bodenaustrocknung haben und dazwischen kurze Phasen mit Starkregen und Überschwemmungen. Mehrere schwarze Schwäne kommen dann auf einmal. Wir müssen den Kohlenstoff aus dem System nehmen. Sonst wird es gefährlich.

      https://www.faz.net/aktuell/wissen/erde-klima/klimahistoriker-warnt-wir-sind-auf-heisse-sommer-nicht-vorbereitet-18207680.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

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  25. Helga Dreyer schreibt:

    Lieber Herr Jenckel,

    ich würde doch wahnsinnig gerne einmal von den Landtagsabgeordneten Staudte und Schulz-Hendel die Argumente hören, die die Partei B 90/Die Grünen zu der ablehnenden Meinung zum Brückenbau führen.

    Meine wiederholten Nachfragen an Frau Staudte ( https://blog-jj.com/2021/02/20/der-wiedergaenger-von-der-elbe/#comment-13946 und Herrn Schulz-Hendel (https://blog-jj.com/2021/11/18/elbbruecke-darchau/#comment-15207) blieben bisher unbeantwortet.

    Vielleicht fragen Sie, lieber Herr Jenckel, einmal höflich an, ob da bis zur Wahl noch etwas Substanzielles kommt oder ob es im Brückenthema bei der ideologischen Indoktrination dieser beiden Kandidaten für die nächste Landtagswahl bleibt.

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  26. Achtung, Satire!

    Im Amt Neuhaus soll eine innovative Bücke entstehen, die Strom erzeugen kann. Dafür hat Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) dem Landkreis am Dienstag einen Fördermitteltopf von rund 6,5 Millionen Euro angeboten bzw. in Aussicht gestellt.
    Geplant ist eine Brücke für Radfahrer Fußgänger und PKW, sowie LKW mit befahrbaren Photovoltaik- und Solarmodulen, die die Beleuchtung der Brücke speisen. Das Projekt wäre laut Verkehrsministerium deutschlandweit bisher wohl einmalig.
    Umwege vermeiden und die eigene Beleuchtungsenergie erzeugen
    Die Brücke soll eine Zukunftige Lücke bei der Elbquerung schließen. „Ein sehr gutes Angebot – auch für die vielen Berufspendler nach Berlin“.
    Der Baubeginn wäre für Januar 2024 geplant.

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  27. Otto Berg schreibt:

    Lieber Herr Reinhardt, lieber Herr Jenckel,

    Sie machen beide die Kosten für den Neubau einer dritten Elbbrücke in den zwei Landkreisen zum Mittelpunkt ihrer Überlegungen (wobei Herr Reinhardt die „aktuellen politischen und wirtschaftlichen Bedingungen“, welche seiner Überzeugung nach die „Realisierungswahrscheinlichkeit“ des Querungsprojektes gegen Null rücken lassen, nicht erläutert, sondern für selbsterklärend zu halten scheint).

    In diesem Zusammenhang (und, wie ich gerade sehe, im Anschluss an Beate Wisniewski) möchte ich darauf hinweisen, dass der „Förderverein Brücken bauen e. V.“ seinen Web-Auftritt von Grund auf renoviert und seine immer schon gehaltvollen, (von wenigen Ausnahmen abgesehen) polemik- und ideologiefreien (aber natürlich nicht meinungsfreien) Inhalte neuerdings übersichtlich, gut organisiert und in einem ansprechend frischen Design präsentiert: https://bruecken-bauen-ev.de/

    Auf der Website finden Sie:

    ⯌ Argumente für die Elbbrücke
    ⯌ Aktuelles zu Planung und Bau der Brücke
    ⯌ Details zur Finanzierung
    ⯌ Antworten auf häufig gestellte Fragen
    ⯌ Informationen über den Verein
    ⯌ Weiterführende Links und Downloads

    Leider fehlt eine Suchfunktion, so dass ich nicht sagen kann, ob dort zum Jenckelschen Einwand gegen das „Umwegereduktions- oder Erleicherungsargument“ der Brückenfreunde schon substantielle Gegengründe zu finden sind. (Das Miniaturfeuerwerk aus dem Hause Zeinert ist zu vernachlässigen, da sein Urheber sich nicht darum zu scheren scheint, was, sondern wohl nur darum, dass er brabbelt. Dergleichen hätte auch vom ADAC oder von der Süderelbe AG kommen können.)

    Die drei „gewichtigen, Nervosität erzeugenden Gründe“ von Herrn Jenckel sind zum Teil jedenfalls schon abgefrühstückt:

    (1.) Der Behauptung, dass „die Baukosten galoppieren und keiner weiß, wohin“, wird „Unlauterkeit“ entgegengehalten, da die Zukunft auch hinsichtlich von Preisentwicklungen offen und die Brücke ein vergleichsweise „einfach“ zu kalkulierendes „Standardbauwerk“ sei, unten hier: https://bruecken-bauen-ev.de/finanzierung/ (Die Ungeheuerlichkeit, dass der Eigenanteil des Landkreises, sofern es bei der Gesamtsumme von 73,4 Millionen Euro bleibt, bei brutto 15,7 Millionen Euro liegt und damit WENIGER ALS HALB SO HOCH ist, wie die derzeit bekannten, zur Gänze aus den Kassen der Kommunen des Landkreises zu berappenden Bruttokosten der „Landeskarnkenhilfe-Arena“, wird von den Brückenfreunden – wohl aus „politischen“ Gründen – nicht erwähnt.)

    (2.) „Warum ist die Brücke nicht schon längst gebaut worden?“ Unter diesem Eintrag findet sich hier: https://bruecken-bauen-ev.de/haeufige-fragen/ ein historischer Abriss zum jahrzehntelangen Gerangel um das Brückenprojekt. Damit, dass die B90/Grünen sich nach dem 9. Oktober ihren Koalitionspartner im 19. Niedersächsischen Landtag werden aussuchen können und in der nächsten Landesregierung vertreten sind, wird von jedem informierten Zeitungsleser gerechnet. Doch warum ist dann „die Brücke schwer umzusetzen“? Herr Jenckel schreibt, alles nehme „seinen geordneten Planungsgang“. Und hat denn Herr Althusmann während der letzten fünf Jahre nicht alles getan, um „die Finanzierungsautomatismen“ zu „sichern“ (Bestätigung des seit 2015 eingefrorenen Planungszuschusses, Einstellung in das Jahresprogramm der N-GVFG Maßnahmen, 6-Mio-Extra aus dem Landesstraßenbauplafond)? Jedenfalls verstehe ich nicht, warum (und wie) Frau Staudte und Herr Schulz-Hendel die „Brückentaube“ dann noch sollten „zu Tode streicheln“ können. — Oder hat „Brücken-Bernd“ die Gelder gar nicht gesichert, sondern einfach wieder nur „zugesichert“?

    (3.) Ja, dem Landkreis und (über das „Pulverfass“ der Kreisumlage) den Landkreisgemeinden „wird mit dem Brückenbau trotz der Zusagen des Landes eine Millionen-Last in die Bilanz[en]“ geraten. Die Ausführungen zu den „Unterhaltskosten“ sind hier: https://bruecken-bauen-ev.de/haeufige-fragen/ sehr dünne. Aber der knackig formulierte Wunsch, es möchten die Kosten nicht ähnlich aus dem Ruder“ laufen „wie bei der Arena“, kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass er nichts Eigenes enthält, sondern bloß das unter (1.) Vorgetragene wiederholt.

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    • Helga Dreyer schreibt:

      Lieber Herr Berg,
      unsere Web-Seite befindet sich noch im Aufbau.

      Wir haben das Wesentliche schon freigegeben, damit sich schon heute Betzenstedter Schlauberger und Kohlköpfe vor dem Ablassen von sinnfreien Facebook-Kommentaren – zu lesen vornehmlich auf der LZ-Seite – informieren können oder wir in unserer Antwort nur noch auf diese – unsere – Quellenangaben hinweisen müssen.

      Über Folgekosten-Berechnungen und wer diese Kosten zu tragen hat, werden Sie in unserem Web-Auftritt demnächst lesen können.
      Vorab aber heute schon der Hinweis auf die Blog-Kommentare:
      https://blog-jj.com/2021/11/18/elbbruecke-darchau/#comment-15204
      und https://blog-jj.com/2021/11/18/elbbruecke-darchau/#comment-15234
      (Antworten auf Schrader-Kommentare, dort mit weiteren Quellenangaben). Wer möchte, der kann sich damit schon einen Eindruck verschaffen.

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  28. Beate Wisniewski schreibt:

    Herr Jenckel, Herr Reinhardt,
    Ihre Kommentare zeugen nicht gerade von Sachverstand.
    Bitte machen Sie sich erst einmal vertraut mit den Berechnungen, die die faktische Belastungen der Kreishaushalte durch Bau- und Folgekosten ergeben.
    Kleiner Tipp: die Vereinbarungen im Brückenvertrag, die Höhe der Baukosten und die Höhe der Zuschüsse spielen neben der Lebensdauer der Brücke eine Rolle. Und dann stellen Sie diesen Betrag dem sechsstelligen Betrag gegenüber, den der Landkreis Lüneburg Jahr für Jahr für Subventionen der Neu- Darchauer Fährnutzer ausgibt, gegenüber.
    Einzelheiten dazu hier: https://bruecken-bauen-ev.de/finanzierung/

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    • jj schreibt:

      Liebe Frau Wisniewski,
      Ihr Kommentar zeugt zwar von Brücken-Patriotismus, nicht aber von kühlem Kopf.

      Die Wirtschaftlichkeit der Brücke muss der Landkreis Lüneburg nicht nach den Kriterien nachweisen, wie sie üblicherweise bei solchen Bauwerken anstehen. Denn üblicherweise bauen solche Brücken keine Landkreise, sondern Bund oder Land.

      Doch weder im Bundesverkehrswegeplan noch im Landesraumordnungsprogramm fand die Brücke bis auf den Satz: Das ist allein Sache des Landkreises, Berücksichtigung. Warum? Weil dies ein lokales Problem ist, weil im Rausch der Einheit zu viele Versprechungen gemacht worden sind. Weil der politische Wille im Grund längst erlahmt ist und wir ganz andere Probleme haben als eine Brücke über die Elbe zu schlagen.

      Die Freunde der Brücke und ihr Elan sind bewundernswert, aber mir scheint, auch aus der Zeit gefallen. lg jj

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      • Andreas Janowitz schreibt:

        Tja bei jeder Gelegenheit seine Meinung hinausposanen, während wirklich drängende Probleme sang- und klanglos untergehen. Pflegekräfte die in „normalen“ Schichten 20 Patienten durchbringen müssen oder 4-5 Intensivpatienten je nach Station und Krankenstand werden schlicht „vergessen“ beim Geldverschleudern.
        20Mio für diesen Schuhkarton? Kein Problem. Neue Software für`s Krankenhaus? Fehlanzeige. Von neuem Personal mal ganz zu schweigen….

        Machen Sie vielleicht vor dem Ende des Blogs nochmal ein Fass auf?

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      • rol1959 schreibt:

        Ihr Denkfundament ist fehlerhaft.
        In Deutschland hat derjenige die Baulast des Brückenbauwerks zu tragen, der Baulastträger der darüber führende Straße ist.
        Und das ist nun einmal der Landkreis. Diese Tatsache haben Sie in Ihrem Beitrag ja auch noch untermauert, denn es nutzt ja nur eine überschaubare Anzahl von Pendlern die Überfahrt bei Darchau / Neu Darchau.
        Wie könnte dann das Land oder gar der Bund zuständig sein? Überdenken Sie Ihren Standpunkt bitte, vielleicht mit Hilfe:

        Klicke, um auf Einteilung_Kreisstrasse.pdf zuzugreifen

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      • jj schreibt:

        Natürlich sind Bund und Land nicht zuständig, denn es handelt sich ja heute um eine Kreisstraße. lg jj

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      • Helga Dreyer schreibt:

        Lieber Herr Jenckel,

        würden Sie mir bitte erläutern, was für Sie eigentlich „aus der Zeit gefallen sein“ heißt?

        Bitte lesen Sie bei https://www.openthesaurus.de/synonyme/aus+der+Zeit+gefallen. Können Sie auch nur ein einziges hier aufgeführtes Synonym anwenden, das auf die Brückenfreunde zutreffen könnte?

        Ist es nicht eher so, dass Sie IHRE Meinung („denn üblicherweise bauen solche Brücken keine Landkreise, sondern Bund oder Land“) unsachgemäß, ja sogar bewusst falsch dargelegt haben? Ist bei Ihnen denn gar nichts haften geblieben aus meinen mit Quellenangaben bestückten Kommentaren – z. B. https://blog-jj.com/2021/05/06/bruecken-debatte/#comment-14543?
        Liebe Grüße
        Helga Dreyer

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      • jj schreibt:

        Liebe Frau Dreyer,
        ich schätze Ihre Sachkenntnis und Ihre Beständigkeit und kenne natürlich Ihre Ausführungen. Ich bleibe aber bei meiner Meinung und würde Sie bitten, mir einige Beispiele von Elbbrücken zu nennen, und wir reden nicht Fußgängerbrücken, sondern von ausgewachsenen Elbbrücken, die Landkreise in den vergangenen Jahrzehnten gebaut haben, damit ich mir ein Bild machen kann. Ich habe leider keine gefunden, aber das kann ja noch werden. Ein Landkreis. Ich bedanke mich im Voraus.
        Ansonsten gilt für die Historie des Projektes: Politiker haben immer wieder auf dicke Hose gemacht und haben Bauchlandungen hingelegt.
        Die Aufnahme in den Bundesverkehrswegegesetz scheiterte.
        EU-Geld zu ergattern, scheiterte.
        Einheits-Geld aus Meck-Pom zu bekommen, scheiterte.
        Was bleibt, die Ansage im Landesraumordnungsprogramm, so eine Brücke sei ein kommunale Angelegenheit. Und genau dafür wurde eine Landesstraße zu einer Kreisstraße runtergestuft. Und wenn einer glaubt, man kann Sie danach einfach wieder hochstufen, das wissen Sie, der liegt falsch. Dann müsste das Fördergeld auch erstattet werden. Alles andere grenzte ja an Schmu.
        Ihre Ansage, da werde schlicht eine Straße gebaut, die zufällig über die Elbe führt, kommt schon sehr simpel daher. Diese Brücke kostet irgendwas, je nachdem wann gebaut wird, zwischen 70 und 100 Millionen Euro.
        Richtig ist, die Brücke wird nicht an Gesetzen scheitern, auch nicht an der Zusage von 75 Prozent GVFG-Förderung, sondern eher am politisch Gewollten oder an dem was politisch machbar ist. Die Frage, ob Sie vor Gericht bestand hat oder vor dem Naturschutz oder vor den erhöhten Anforderungen an Klimaveränderungen, lassen wir beiseite.
        Im Spätherbst wird sich entscheiden, welcher politische Wille in Niedersachsen regiert, dann sehen wir weiter. Ihr jj

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      • Helga Dreyer schreibt:

        Das hatten wir alles schon mal betanzt, lieber Herr Jenckel!

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      • jj schreibt:

        Liebe Frau Dreyer, das stimmt, aber die Schwachstellen lesen Sie ja ungern. Nun warte ich auf die Elbbrücken für Autofahrer, die Landkreise in Deutschland bauen. lg Ihr jj

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      • Ingeborg Harms schreibt:

        Liebe Frau Wisniewski,

        ist Ihr Denkfundament nicht ebenfalls fehlerhaft?

        Denn wenn „nur eine überschaubare Anzahl von Pendlern die Überfahrt bei Darchau / Neu Darchau“ nutzt und Hans-Herbert Jenckel von den oft behaupteten 600 pro Tag auch noch viele Brückenkreuzer in spe ausschließen konnte, für die wohl sinnvoller bliebe, eher die Fähre in Bleckede oder die Brücke in Dömitz anzufahren, wieso sollten die immense Baulast eines in überwiegenden Hinsichten hochproblematischen Brückenbauwerks dann eigentlich „die Landkreise“ (also deren Kommunen respektive deren Steuerzahler) tragen wollen, die Baulastträger der darüber führenden Straße sind? Könnte das dafür erforderliche Geld nicht segensreicher investiert werden, wenn eine im Vergleich zum Gesamt der Zahlenden verschwindende Minderheit der Profitierenden die Härte von im Mittel zehn Umweggefahrten pro Jahr auf sich nähme?

        Überdenken Sie Ihren Standpunkt bitte, vielleicht mit Hilfe der Anschlussfrage, wieso 183.372 Einwohner des Landkreises Lüneburg zusammen mit 48.424 Einwohnern des Landkreises Lüchow-Dannenberg den vermeinten Querungskomfort von weniger als 600 Pendlern von links und rechts der Elbe bezahlen sollen.

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  29. Ulf Reinhardt schreibt:

    Gibt es denn wirklich noch Zeitgenossen, die unabhängig von ihrer politischen Gesinnung davon ausgehen, dass unter den aktuellen politischen und wirtschaftlichen Bedingungen die Brücke eine Realisierungswahrscheinlichkeit oberhalb von 0,01 % hat?

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    • R. Löser schreibt:

      Ja! Mich gibt es.

      Wenn der Gemeingeist noch einmal in seine Spendierhose schlüpft und mit segensreicher öffentlicher Hand am einen Ende eine geräumige Trainingshalle für den Geschäftsführer der SVG Betriebs GmbH hinstellt (Spitzenpritschen) und am anderen eine großflächige Konzertwiese für den Geschäftsführer der Campus Management GmbH anlegt (Event-Bridgen), dann, davon gehe ich aus, bekommt der Bau der Brücke zwischen diesen beiden bedeutenden Bedarf befriedigenden Instituten brüderlichen Bürgerwohls bestimmt bald eine reelle Schangse (kulturelle Teilhabe)!

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    • Andreas Janowitz schreibt:

      Musste feststellen, das es in Europa noch ganze 2 Nachtzugverbindungen gibt, also nein keine Regung von Vernunft.

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      • Gabi Wagner schreibt:

        Performance ist die Währung, Andi.
        Im Schlafwagen oder mit Vernunft kommst du
        a) weder nach Hannover in den Landtag,
        b) noch ins Alte Postamt nach Lüchow,
        c) oder zu einer Elbbrücke bei Darchau.

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