
Zapfsäulen mutieren zu Goldeseln, Lieferketten stocken, der Nahe Osten liegt in weiten Teilen in Schutt und Asche und in Lüneburg wird über die Lichter- und Böller-Kanonade beim Frühjahrsmarkt gestritten. Wie sang schon Udo Jürgens in seinem bitteren Song über den Zustand der Welt: „Und in Lüneburg war Volksfest und ’ne schöne Rauferei“.
Ohne Frage gehören Frühjahrsmarkt und Oktoberfest zum Kulturkitt einer Stadt. Gerade in bösen Zeiten ist Kultur auf ganzer Bandbreite wichtig. Und zudem, wer Hand ans Feuerwerk legen will wie die besorgten Naturschützer, der bekommt es mit giftigen Schaustellern zu tun.
Gut, das Feuerwerk findet spät abends statt, und ich frage mich dann, wie vor dem Hintergrund die Auflagen für den Kultursommer überhaupt zu vertreten sind. Aber vermutlich wird der Dezibelpegel auf 24 Stunden umgelegt, dann ist es auch nicht so schlimm. Zudem versichern die Schausteller, ihr Feuerwerk sei der Werbeknaller schlechthin. Wenn ich mal vergesse, dass gerade wieder Volksfest auf den Sülzwiesen ist, denke ich manchmal kurz, Wallensteins Söldner haben als Wiedergänger Quartier auf den Wiesen bezogen.
In der aktuell schrecklichen Zeit könnten die Schausteller noch nachlegen mit der Kanonade von Valmy, Geburtsstunde der französischen Republik, und Goethe für ihren Lichter- und Knallerzauber einspannen, der zu dem Geböllere sagte: „Von hier und heute geht eine neue Epoche der Weltgeschichte aus, und ihr könnt sagen, ihr seid dabei gewesen.“ Ja, wir sind dabei, wir wissen nur nicht so genau, was für eine neue Epoche da aufzieht voller Autokraten und KI. Wir wissen heute nur, dass nicht nur das Benzin teurer wird. Kurz, es ist wie immer: Erstmal ist das Hemd näher als die Hose.
Wie es auch sei, die Schausteller haben eine zwingende Argumentationskette: Flugzeuge über Lüneburg im Anflug auf Hamburg, Motorräder allemal und Autos als Dauerlärmkulisse seien schlimmer als zwei Feuerwerke im Jahr. Und dann sind da schließlich noch die Naturgewalten: Gewitter ließen sich auch nicht regulieren. Letzteres ein unschlagbares Argument.
Hans-Herbert Jenckel
Foto: ChatGPT
Noch in diesem Jahrzehnt solle die Elbbrücke zwischen Darchau und Neu Darchau Realität werden, sagte vorgestern, also am Dienstagnachmittag, Lüneburgs Landrat Jens Böther (CDU) in Darchau vor Landtagsabgeordneten der niedersächsischen CDU. Die hatten den Ausflug von Hitzacker, wo sie zu einer Klausurtagung zusammengekommen waren, auf die rechte Elbseite gemeinsam mit ihrem Fraktionsvorsitzenden Sebastian Lechner unternommen, um dort ein Zeichen der Unterstützung für die Brückenbaupläne des Landkreises Lüneburg zu setzen.
Ich frage mich, warum solches „Zeichen“ überhaupt nötig ist. Denn noch in diesem Mai, so Rouven Groß, der berichtende Redakteur der Elbe-Jeetzel-Zeitung, werde laut Jens Böther der Planfeststellungsbeschluss ergehen, es werde also quasi die Baugenehmigung für das Vorhaben erteilt. Im Juni solle der Lüneburger Kreistag die Ausführungsplanung für das Bauwerk verabschieden, anschließend werde man beim Land den Antrag auf die Bewilligung der nötigen Fördermittel stellen. Und sobald der Bewilligungsbescheid vorliege, könne der Kreistag den endgültigen Beschluss für den Brückenbau fassen.
EJZ-Redakteur Groß hat Einwände. Er erwähnt, dass Böther bei der Kommunalwahl im September nicht wieder antritt, und kommentiert den landrätlichen Prospekt folgendermaßen:
Quelle: Elbe-Jeetzel-Zeitung, Donnerstag, 7. Mai 2026, online am 06.05.2026
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Der Artikel von Herrn Groß ist auf Seite 3 der aktuellen Elbe-Jeetzel-Zeitung, Donnerstag, 7. Mai 2026, zu finden.
In deren kleinen täglichen Einführungskolumne „Ihre EJZ heute“ auf Seite zwei oben links glossiert Herr Groß das Bekenntnis des CDU-Reiseleiters, Landtagsfraktionschef Sebastian Lechner, der beim „Brückengespräch“ in Darchau am Dienstag hervorhob, er fühle sich der Maxime Ernst Albrechts verpflichtet, gleichwertige Lebensverhältnisse für Stadt und Land zu schaffen. Bewusst, meint der junge EJZ-Redakteur, sei Herrn Lech, der 1980 in der Region Hannover geboren wurde, dabei wohl nicht gewesen, dass …
Mich würde interessieren, ob Herrn Groß‘ Schlussbemerkung als neues Argument in Sachen Elbbrückenprojekt verstanden werden soll: Kann die lang nachwirkende, berechtigte Störung des wendländischen Verhältnisses zu Ernst Albrecht, der mit vierzehn Jahren, von Februar 1976 bis Juni 1990, der bisher am längsten amtierende niedersächsische Ministerpräsident war, nach Meinung des EJZ-Redakteurs wirklich als Begründung für die Reserve gegenüber gegenwärtigen Infrastrukturvorhaben dienen, insbesondere, wenn diese bezwecken, gleichwertige Lebensverhältnisse für Stadt und Land zu schaffen?
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Lieber Herr Berg,
interessant ist doch gerade nicht, dass die CDU-Landtagsfraktion sich jetzt noch einmal demonstrativ hinter die Brücke stellt. Interessant ist die Frage, weshalb sie das ausgerechnet jetzt tut.
Denn parallel läuft seit Monaten eine politische Erzählung: Zwei Fähren würden künftig ausreichen, die Daseinsvorsorge sei damit gesichert. Und diese Botschaft wird zeitlich auffällig kurz vor Planfeststellungsbeschluss und Kreistagsentscheidung zur Brücke massiv verstärkt – siehe durch die Landesregierung moderiertes Handlungsgespräch zum Fährkonzept – verschiedene Medien berichteten.
Damit kehrt sich Ihr Einwand komplett um.
Die Unterstützungsbekundung der CDU wirkt plötzlich nicht mehr überflüssig, sondern eher wie eine Reaktion auf den Versuch der Landesregierung, den KTA kurz vor der Entscheidung einzureden, das Problem sei doch längst „anders lösbar“.
Noch bemerkenswerter: Bis heute liegt offenbar kein endgültig finanzierungsreifer Förderantrag für die Neu-Darchauer Fähre vor, obwohl seit Monaten von „Baureife“ gesprochen wird und die Förderfähigkeit der Fähre bestätigt wurde. An dieser Stelle beginnt die eigentliche politische Frage.
Denn falls die Fähre tatsächlich die sichere, fertige schnellere und rechtlich unproblematische Lösung wäre, müsste längst ein belastbarer Förder- und Finanzierungsbescheid auf dem Tisch liegen — und nicht bloß politische Stimmungsmusik.
Die ganze Sache riecht zunehmend nach einem sehr einfachen Kalkül:
Erst den Kreistag von der Brücke abbringen. Den Rest regelt man später.
Und deshalb, lieber Herr Berg, sind die Bilder aus Darchau politisch alles andere als bedeutungslos. Geben Sie zu, Sie haben das Schauspiel doch auch durchschaut.
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Liebe Frau Dreyer,
durchschaut habe ich wenig, aber ich gebe zu, dass meine Leserzuschrift von gestern Früh als Einladung an Sie gedacht war, sich hier im Blog.jj erläuternd zu äußern. Was Sie als Schauspiel bezeichnen, die dienstägliche Visite der CDU-Landtagsfraktionäre unter Führung von Sebastian Lechner im Café von Rautenkranz an der Elbe in Darchau, hat mich genauso erstaunt wie der EJZ-Bericht von Herrn Redaktor Groß, weil weder das Ereignis noch dessen Darstellung etwas Neues brachten.
Dass Frau Bauseneick und Herr Dorendorf sich sehr gerne fotografieren lassen, ist bekannt, und dass Herr Groß nach so vielen Jahren seiner Beschäftigung mit dem Brückenthema die wahrscheinlichen Verlaufsstationen nach Ergehen des Planfeststellungsbeschlusses referieren kann, wird auch niemanden wundern.
Was übers Belanglose hinausging, war allein die Auskunft, es habe „ein Zeichen“ gesetzt werden sollen.
Ja, es gibt keinen bewilligungsreifen Förderantrag für die neue Neu-Darchauer Fähre, obwohl deren Förderfähigkeit bestätigt wurde und viel geredet wird. Doch hat sich die prekäre Haushaltslage der Gemeinde Neu Darchau ebenso medienöffentlich herumgesprochen wie die noch heiklere des Landkreises Lüchow-Dannenberg, zwei kommunale Akteure, die, soweit man weiß, beide vor dem Hintergrund rechtlich noch ungeklärter Fragen die Vereinbarung einer höchst abenteuerlichen Finanzierungskonstuktion, temporär, wie es heißt, zulasten des schwächeren Partners, bei der technisch avancierten Anschaffung ins Werk setzen möchten.
Und, ja, liebe Frau Dreyer, da auch dies alles längst in der Zeitung und/oder bei Blog.jj zu lesen gewesen ist, dürfte, wie sie schreiben, das vorsommerliche Rauschen durch die hoch aufgerichteten Kerzen der Kastanien vor allem dem Zweck dienen, die sich Mitte September umsortierenden Lüneburger Kreistagsabgeordneten in dem einen oder anderen Sinne zu beeindrucken.
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Herr Berg möchte mich offenbar unbedingt missverstehen. Mit dem von mir erwähnten „Schauspiel“ war selbstverständlich nicht der Besuch der CDU-Landtagsabgeordneten gemeint, sondern die bemerkenswerte Inszenierung rund um das landesregierungsgesteuerte „Handlungsgespräch Fährkonzept“.
Die CDU-Truppe aus Hannover dürfte vielmehr ein ziemlich deutliches Zeichen in Richtung ihrer Kollegen der Landesregierung gesetzt haben, man hat die Burleske inzwischen durchaus durchschaut. Die Unterstützungsbekundungen der CDU-Abgeordneten waren deshalb keineswegs überflüssig, sondern eher eine Antwort auf die Versuche, dem Kreistag kurz vor der Entscheidung einzureden, die strukturellen Probleme an der Elbe seien plötzlich auch ohne Brücke dauerhaft lösbar.
Denn zeitlich wirkt das Ganze mittlerweile schon fast zu perfekt.
Kurz vor Planfeststellungsbeschluss und Kreistagsentscheidung wird öffentlichkeitswirksam der „Heilsbringer neue Fähre“ präsentiert. Gleichzeitig ist bekannt, dass weder der vorgesehene Eigentümer die nötigen Eigenmittel aufbringen möchte noch der spätere Betreiber wirtschaftlich in der Lage wäre, diese dauerhaft zu tragen. Die groß angekündigte „Baureife“ vom 1. Oktober 2025 wirkt vor diesem Hintergrund inzwischen eher wie eine bühnenreife Farce.
Und dieselben Beteiligten räumen bereits heute ein, dass die Fähre nach Brückenbau wahrscheinlich wirtschaftlich gar nicht mehr tragfähig wäre. Damit steht zwangsläufig auch die Frage im Raum, wie eine vorgeschriebene Zweckbindungsfrist überhaupt erfüllt werden soll.
Das alles erinnert zunehmend an den Versuch, ein „dauerhaftes Provisorium“ als finale Lösung zu verkaufen.
Man muss wirklich kein Verschwörungstheoretiker sein, um zu erkennen:
In dem Moment, in dem der Kreistag Lüneburg die Umsetzung der Brücken-Baugenehmigung politisch beerdigt, wäre plötzlich auch der Weg für das erträumte Fährenmodell frei.
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Liebe Frau Dreyer,
Herr Berg möchte Sie nicht unbedingt missverstehen. Das Wort „Schauspiel“ kommt in Ihrem Text von Donnerstagabend nur einmal vor, ganz am Ende und in unmittelbarer Nachbarschaft zu Rouven Groß‘ „Bildern aus Darchau“ von Dienstagnachmittag.
Natürlich sind mir auch Uta Westermanns Bilder von Mittwochvormittag aus dem Amt für regionale Landesentwicklung bekannt. Und ich stehe nicht an, den dort dokumentierten Auflauf im Lüneburger Behördenzentrum ebenfalls als „Schauspiel“ zu bezeichnen.
Dass – so Ihre Worte, liebe Frau Dreyer: „Die Unterstützungsbekundungen der CDU-Truppe aus Hannover“ am Dienstag den Zweck hatten, (A) ihren am Mittwoch angereisten „Kollegen von der Landesregierung“, vertreten durch Herrn Matthias Wunderling-Weilbier, Staatssekretär im Wirtschaftsministerium (MW), und Frau Martina Weber, Abteilungsleiterin im Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (ML), vorab zu signalisieren, „man“ habe ihre „Burleske“ durchschaut, und dass (B) jener Fototermin die Absicht verfolgte, die Lüneburger Kreistagsabgeordneten vor der Illusion zu bewahren, „die strukturellen Probleme an der Elbe seien plötzlich auch ohne Brücke dauerhaft lösbar“, –– das Gewitztsein dieser Maßnahme ändert doch nichts daran, das Sebastian Lechner mit seiner Theatercompagnie ein „Schauspiel“ inszenierte, um das „Schauspiel“ des Theaterensembles von Miriam Staudte und Grant Hendrik Tonne in Sachen wirksamer Bühneneffekte zu übertrumpfen.
Nichts kann darüber hinwegtäuschen, dass beide „Events“, das vom 5. Mai in Darchau ebenso wie das vom 6. Mai in Lüneburg ohne jeden informativen Mehrwert waren und ganz überwiegend eine einzige Zielgruppe in dem einen oder anderen Sinne adressierten: die Lüneburger Kreistagsabgeordneten, von denen irgendwann ihr Votum zum Baubeginn verlangt werden wird.
Jawoll, ich hatte es oben schon geschrieben, das offenbar besprechungsintensive „Handlungsprogramm Fährverkehre Neu Darchau und Bleckede soll die Elbquerung kurzfristig verbessern“. Aber es gibt wenig Neues, was die Verbindung zwischen Neu Darchau und Darchau angeht. „Die Vorbereitungen für die Anschaffung der neuen Fähre laufen auf Hochtouren“, berichtet Bürgermeister Reinhard Siebolds. Doch, was das heißt und wann seine Gemeinde einen Antrag wird expedieren können, der den Förderkriterien des Niedersächsischen Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (NGVFG) für das kommunale Projekt entspricht, steht in den Sternen.
Über den Hürden-Realis dieser Finanzierungsmodalitäten verlautet kein Wort. Martina Weber, aus dem Landwirtschaftsministerium, verweist stattdessen auf die LEADER-Förderung der Europäischen Union: „Hier wären auch kleinere Infrastrukturmaßnahmen förderfähig.“ Unklar bleibt, ob Neu Darchau oder Lüchow auf „eine tatsächliche Förderung“ hoffen dürfen.
Vollmundig äußert sich dagegen der Staatssekretär Wunderling-Weilbier über den Rutschbahn-Irrealis der Brückenfinanzierung. Die mögliche Förderung der Fähre schließe die Förderung eines Brückenneubaus durch das Land keinesfalls aus. Wörtlich weiter dazu das NDR-Video (von sec:min 00:50 bis 01:14) hier:
Dass der Landkreis Lüneburg sich „zu einem großen Teil“ an der Brückenfinanzierung beteiligen muss, ist der kleine Tropfen AgitProp-Gift in diesem nur scheinbar harmlosen Statement. (Herr Jenckel hatte vorgestern Ähnliches lanciert, als er von den Lokaljournalisten forderte, „dass sie einordnen, was es für einen Landkreis bedeutet, wenn er für gut hundert Millionen Euro eine Elbbrücke bauen will“.)
Anders EJZ-Redakteut Rouven Groß, der an diesem Wochenende dem Ideal jenes JJ-Journalisten genügt. Vgl.: Elbe-Jeetzel-Zeitung, Sonnabend, 9. Mai 2026, Seite 2 („Ihre EJZ heute“):
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Tja, Herr Bruns,
immer trifft es die Falschen, auch beim Klima. Das wäre eine denkbare und auch schon reichlich eingeübte Lesart der Klimawandelbilanzen, wie sie gestern mit dem neuen Bericht des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersage und der Weltmeteorologiebehörde nahegelegt wurde. Und es stimmt ja: Europa heizt sich doppelt so schnell auf wie der Rest der Welt, daran ist inzwischen nicht mehr zu rütteln. Außer vielleicht, dass es im nächsten Jahr oder im übernächsten heißen könnte: Europa heizt sich jetzt noch schneller auf. Und auch dann wird, gespickt mit bitterer Ironie, gefragt werden: Ausgerechnet Europa, der Kontinent der klimapolitischen Schulmeister?
Nicht nur zählen die Europäer (wenn auch nicht alle Länder gleich) seit jeher zu den progressivsten in der Klimapolitik, sie sind auch kommunikativ besonders forsch, wenn es etwa darum geht, die Massen für einschneidende Maßnahmen zu gewinnen. „Forschung für eine klimaneutrale Mobilität“, so klingt der aktuelle Sound europäischer Klimapolitik. Positiv klingen, konstruktiv gegen die Katastrophe und immer schön die Motivation hochhalten. Positive Psychologie statt Apokalypsenrhetorik oder moralisierendes Pathos.
Tatsächlich gibt es unter den klimapolitisch Aktiven längst einen von Europa ausgehenden globalen Konsens darüber, den Klimadiskurs nicht mehr in Weltuntergangskategorien und destruktiver Sprache zu führen. Lösungen statt Probleme, heißt es. Psychologisch ist diese Losung auch vollkommen plausibel. Der Mensch ist gelähmt, wenn er in den Abgrund blickt. Aber probieren Sie mal aus dem, was der europäische Klimawandel-Dienst Copernicus an Daten für den neuen Klimabericht lieferte, einen positiven Turnaround hinzukriegen. Wir müssen nur die Zusammenfassung zitieren:
• „Mindestens 95 Prozent Europas verzeichneten 2025 überdurchschnittliche Jahrestemperaturen.
• Eine dreiwöchige Rekordhitzewelle traf das subarktische Fennoskandien, wobei die Temperaturen in der Nähe und innerhalb des Polarkreises 30 Grad Celsius überstiegen.
• Gletscher in allen Regionen Europas verbuchten einen Netto-Massenverlust, wobei Island den zweitgrößten Gletscherschwund seit Beginn der Aufzeichnungen registrierte; die Schneedecke lag um 31 Prozent unter dem Durchschnitt; der grönländische Eisschild schrumpfte um 139 Gigatonnen (139 Milliarden Tonnen) Eis.
• Die jährliche Meeresoberflächentemperatur in Europa war die höchste seit Beginn der Aufzeichnungen; 86 Prozent der Region erlebten mindestens ,starke‘ marine Hitzewellen.
• Waldbrände zerstörten rund 1.034.550 Hektar – die größte Fläche bisher.
• Die Flusspegel in Europa lagen während elf Monaten des Jahres unter dem Durchschnitt, wobei 70 Prozent der Flüsse unterdurchschnittliche Jahresströme verzeichneten.
• Stürme und Überschwemmungen betrafen Tausende Menschen in Europa, obwohl extreme Niederschläge und Überschwemmungen weniger verbreitet waren als in den vergangenen Jahren.
• Die biologische Vielfalt ist für eine nachhaltige Zukunft von entscheidender Bedeutung, doch der Klimawandel ist eine der Hauptursachen für ihren Rückgang. Klimawandel und Biodiversität sind in der Politik und den Rahmenwerken Europas eng miteinander verknüpft.“
Ein einziger Punkt aus der Zusammenfassung fehlt bisher. Er lautet:
• „Erneuerbare Energien deckten 2025 fast die Hälfte (46,4 Prozent) des europäischen Strombedarfs; die Solarenergie erreichte mit 12,5 Prozent einen neuen Rekordanteil.“
Für die neuen Diskurstheoretiker des Klimawandels ist das freilich der entscheidende Hinweis: die beschleunigte Elektrifizierung des Kontinents mittels Wind, Sonne, Wasser und Biomasse als Rettungsanker in einem klimapolitischen Kurs, der sich vor aller Augen auch in Europa längst zuungunsten vieler längst akzeptierter Klimaschutzmaßnahmen – siehe Green Deal oder E-Autowende – verschoben hat. Forciert und rhetorisch gerahmt wird dieser neue Kurs von einflussreichen Lobbyisten (fragen Sie gerne Michael Zeinert von der IHK oder Patrick Pietruck vom MIT), die mit beunruhigenden Klimafakten noch nie wirklich etwas anfangen konnten, und auch von Politikern, die das fossile Zeitalter fahrlässig verlängern, indem sie eine Wirtschaft ohne Gas und Öl als eine Gesellschaft vor der Deindustrialisierung etikettieren. Das ist die Schwarzmalerei, die immer noch als salonfähig gilt.
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ist es jetzt endlich soweit, das der friedhofzwang abgeschafft wird? es wird zeit. auf meine frage an einen damaligen cdu -samtgemeindebürgermeister, wann dieser zwang endlich abgeschafft wird ,kam folgende antwort: noch haben ,,wir“ intakte friedhöfe und ,,wir“ wollen sie auch behalten. meine nächste frage war: wer ist wir? es kam keine antwort. ein paar monate später konnte er nicht mehr antworten, er liegt jetzt auf seinem intakten friedhof. die verwaltungen sorgen eben gern für sich. ich will in meinem garten landen. da können sich die verwaltungen auf den kopf stellen. meine zeit ist knapp. kommt aus den puschen, oder ich verstoße gegen ein überholtes gesetz. meine asche ist für meine magnolie ein guter dünger. schmunzel.
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Feuerwerke? Okay, Herr Jenckel, aber was ist mit Rasenmähern, Kleinkrafträdern und Ess-Juh-Wies?
Die produzieren Feinstaub an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr.
War nicht mal von einem Fahrradring die Rede, der mithelfen sollte, die Verbrenner von der Innenstadt fernzuhalten?
Damit ist’s nun aus, lese ich. Ein ehemaliger Mitarbeiter vom ehemaligen LZ-Chef Marc Rath hört sogar das Gras wachsen. Der meint, die Rad-Frondeure schlössen sich zu einer Ablehnungsfront zusammen, aber:
Ist das alles Wahlkampf und Kampagnenjournalistik, Herr Jenckel? Oder findet sich auch ein Körnchen Wahrheit in diesen Zeilen?
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Nein, alles nur Platz für Wahlkampfversprechen. Und das angestaubte Video ist gar nicht so alt. Alle Beschlüsse und Studien stammen aus der Zeit Mädge. Und jetzt heißt es auch von ihm, die Stadtgesellschaft werde älter, deswegen müssen eine neue Ortsbestimmung her. Vielleicht hätten alle einmal auf eine Lüneburger Alterspyramide geschaut, bevor sie Hurra zu allen möglichen Studien und Rad- und Klimaentscheiden rufen. LG jj
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Kleine Korrektur, lieber Herr Jenckel.
Während Ulrich Mädge das Projekt in seiner Amtszeit (z. B. mit dem Umbau der Wallstraße) zwar einleitete, wurde die endgültige Übernahme der weitreichenden Forderungen des Radentscheids unter der Führung von Claudia Kalisch im Mai 2022 besiegelt.
Die „treibende Kraft“ hinter der Übernahme des Radentscheids war primär die Stadtverwaltung unter Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch (Grüne) in enger Abstimmung mit den Initiatoren des Bürgerbegehrens.
Hier sind die Details zur Entstehung der Beschlussvorlage:
Es war also ein Zusammenspiel aus dem Druck der Straße (die Initiative mit ihren Unterschriften) und der politischen Agenda der neuen Oberbürgermeisterin, die die Beschlussvorlage als Vehikel nutzte, um die Radverkehrsstrategie zu zementieren. Herr Mädge hatte damit nichts mehr zu tun.
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Liebe Frau Dreyer,
wie kommen Sie zu Ihren negativen Wertungen? Woher wissen Sie von den „eigentlichen“ Beweggründen der Handelnden? (Kennen Sie das Mädge-Video, das kurzatmige Kurpark-Geplänkel, auf das Herr Jenckel sich bezieht?)
Frau Kalisch traf also eine „strategische Entscheidung“ und setzte sich „massiv“ dafür ein, das Bürgerbegehren „direkt in städtisches Handeln zu überführen“. Wie perfide von ihr! Sollte man Hauptverwaltungsbeamtinnen solch hinterhältige Zielstrebigkeit nicht einfach verbieten? Und horribile dictu: „Die offizielle Beschlussvorlage wurde von der Stadtverwaltung erarbeitet.“ Wie trickreich ist das denn?
Und auch der „Ratsbeschluss vom 12. Mai 2022, mit dem eine überwältigenden Mehrheit (einschließlich großer Teile von SPD und CDU) für den Beitritt“ stimmte, war letztlich das erschlichene Ergebnis einer gemeinen Überrumpelung? Sie kennen die wahren Motive der viel zu Gutmütigen, der emotiv Verführten, der kopflos Geneppten? „Man“ hat sich damals hinreißen lassen? Wollte bloß „Einigkeit zeigen und den Willen der rund 8.000 Unterzeichner respektieren“? Und so viel zartbesaitete Sensibilität war in Lüneburg tatsächlich einmal möglich? Wurde aber aber von kaltem Zweckdenken über den Löffel zauberischer Verträumtheit balbiert?
Ihr Urteil, liebe Frau Dreyer, muss also lauten, wie es lautet: Es waren der „Druck der Straße (die Initiative mit ihren Unterschriften)“ und die „politische Agenda der neuen Oberbürgermeisterin, die die Beschlussvorlage als Vehikel nutzte, um die Radverkehrsstrategie zu zementieren“. — True crime! Mafiös geradezu! Vielleicht steckt Patrick Pietruck diese abgefeimte Kabale ja noch Carlo Eggeling zur spektakulären Weiterverabeitung?
Die armen Ratsmitglieder wurden – auf vielleicht sogar rechtswidrige Weise – zum Mitmachen bei einer linksgrünversifften Initiative getrieben, wurden zum Opfer der magisch (oder durch K.-o.-Tropfen) bewirkten Außerkraftsetzung ihrer Vernunft und Voraussicht und haben erst in der letzten Woche zur „Ironie“ zurückgefunden, die darin besteht, plötzlich die „Umsetzung“ des von ihnen selbst vor vier Jahren „stramm“ Beschlossenen eisern „zu blockieren“.
Ja, sollte die rücksichtslos zur Anwedung gebrachte Manipulationskunst der damals gerade ins Amt gewählten Oberbürgermeisterin nicht gerichtlich verfolgt werden? War das alles nicht vielleicht sogar das minutiös geplante Abspulen eines in illegitimer Heimlichkeit vorbereiteten Programms, das nun im böswilligsten Durchdrückenwollen gipfelt, – ohne Finanzen und Parkplätze zu beachten? Ist so etwas nicht immer flagranter Missbrauch von armen, unschuldigen Abgeordnetenseelen, wenn die so stark unter Zugzwang gesetzt werden, dass „eine überwältigende Mehrheit von ihnen (einschließlich großer Teile von SPD und CDU)“ für einen Vorschlag stimmt, der diese empfindsamen Seelen bei umschlagender Wetterlage (denn „Klimaveränderungen“ gibt es ja bekanntlich ebensowenig wie „Wahlkampfpropaganda“) zu den lächerlichsten öffentlich dargebotenen Sperenzchen nötigt, zu Spitzfindigkeiten, Lügen und blödem Arme-Sünder-Theater, alles Manöver, Liebe Frau Dreyer, von denen Sie, an anderem Ort und in einem anderen Zusammenhang ja erst zurückliegenden Montag, am 13. April 2026 um 17:53 Uhr, eine schauderhaft aktuelle Probe aufgespießt und sie dem Kreis der Interessierten in ihrer ganzen wirr zusammengestümperten Kümmerlichkeit seziert und vor Augen gestellt haben?
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PS: Vor 68 Jahren, am 17. April 1958 wurde bei der Expo 58 in Brüssel das Atomium eröffnet.
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Im Gespräch mit der LZ-Redaktion BETONTE der damals noch amtierende Oberbürgermeister Ulrich Mädge im Schlussstatement des gedruckten Interviews am 12. Oktober 2020 mit Nachruck GEGEN die Ergebnisse eines von seiner Verwaltung in Auftrag gegebenen Verkehrsgutachtens, das bei dem geplanten Neubaugebiet Am Wienebütteler Weg von Westen her in Richtung Innenstadt pro Tag 1.500 zusätzliche Verkehrsbewegungen prognostizierte:
Und den Werbeeinsatz von Frau Dreyer zugunsten des örtlichen MIT-Vorsitzenden Patrick Pietruck hat es vor einem halben Jahr hier im Blog schon einmal gegeben. Man kann ihn absteigend ab hier in Rede und Gegenrede nachlesen. Die äußerst minderwertige Qualität der damals von verschiedenen Stimmen taxierten „politischen“ Einlassungen von Herrn Pietruck ist inzwischen noch windiger geworden, so dass kaum zu verstehen ist, warum sich eie analytische Kapazität wie Frau Dreyer dazu hergibt, diesem Floskelspender zur Seite zu springen.
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Liebe Mitdiskutanten,
vielen Dank für die bemerkenswert theatralische und sehr emotional geladene Rückmeldung. Es ist faszinierend, wie eine simple Korrektur der Jahreszahlen bei Ihnen eine wahre Eruption an Prosa auslöst.
Um zur Sache zurückzukehren: es geht mir schlicht um die Fakten, die Herr Jenckel in seinem Beitrag falsch dargestellt hat („Alle Beschlüsse und Studien stammen aus der Zeit Mädge“)
Die Behauptung, Ex-OB Mädge habe die maßgeblichen Beschlüsse zum Radentscheid herbeigeführt, lässt sich mit einem Blick auf den Kalender leicht widerlegen:
Die Amtszeit von Claudia Kalisch begann am 1. November 2021.
Die offizielle Übergabe der Unterschriften durch die Radentscheid-Initiative erfolgte am 22. Dezember 2021 – also fast zwei Monate nach Mädges Ausscheiden – direkt an Frau Kalisch.
Der Beitrittsbeschluss des Rates, der das Bürgerbegehren zur verbindlichen Arbeitsgrundlage machte, wurde erst am 12. Mai 2022 unter der Regie der aktuellen Verwaltung gefällt.
Besonders Herr Kirsche scheint sich in der Rolle des ‚weißen Ritters‘ für die Oberbürgermeisterin so sehr zu gefallen, dass er vor lauter Begeisterung den Boden der Tatsachen komplett verlassen hat. Wer meine nüchterne Feststellung, dass eine Verwaltungschefin ihre Ziele ‚strategisch‘ und ‚zielstrebig‘ verfolgt, als ‚perfide‘ oder ‚hinterhältig‘ halluziniert, betreibt eine bizarre Form der unfreiwilligen Satire.
Erklären Sie uns doch mal, lieber Herr Kirsche: ist es für Sie bereits eine ‚abgefeimte Kabale‘, wenn eine Politikerin ihren Job macht, statt auf eine ‚zauberische Verträumtheit‘ zu hoffen?
Ihre Sorge um die ‚armen, unschuldigen Abgeordnetenseelen‘, die angeblich durch ‚magisch bewirkte Außerkraftsetzung ihrer Vernunft‘ (oder gar K.-o.–Tropfen!) zum Mitmachen genötigt wurden, ist zwar großes Pathos, beleidigt aber massiv die Intelligenz des Lüneburger Rates. Dass die Ratsmitglieder unter dem Eindruck von 8.000 Unterschriften eine politische Abwägung trafen, ist banale Realpolitik – keine ‚mafiöse Kabale‘ und erst recht kein ‚True Crime‘.
Und zu Frau Behnke: Dass Sie versuchen, mich über eine herbeifabulierte Nähe zu Dritten mundtot zu machen, ist ein ebenso klassisches wie billiges Ablenkungsmanöver. Es ist nun mal deutlich leichter, über vermeintliche Gesinnungen zu schwadronieren, als sich der simplen Tatsache zu stellen, dass das Jahr 2022 nach 2020 kommt.
Das Mädge-Zitat von 2020 bezieht sich auf allgemeine Radverkehrsförderung. Der Radentscheid in seiner konkreten Form (mit den massiven Eingriffen in den Parkraum und dem Ring-Konzept) ging jedoch weit über das hinaus, was unter Mädge geplant war. Das ist ein entscheidender Unterschied.
Herr Mädge sprach 2020 von ‚optimierten Radwegeverbindungen‘. Das ist Konsens.
Der Dissens heute liegt in der Art der Umsetzung: Brauchen wir den Radring (Pez-Kritik!) oder direkte Achsen? Der aktuelle Konflikt im Mobilitätsausschuss zeigt doch gerade, dass die damals beschlossene Vorlage nun an die Grenzen der finanziellen und räumlichen Realität stößt.
Meine Analyse stützt sich auf die vorliegenden Protokolle und die verkehrsplanerische Kritik.
Politische Akteure wie Herr Pietruck oder Frau Kalisch benenne ich jeweils als Akteure ihrer jeweiligen Positionen. Das ist keine Parteinahme, sondern Beobachtung des Lüneburger Polit-Parketts. Es ist für mich unbegreiflich, weshalb diese Darlegungen Sie, lieber Herr Kirsche, und Sie, werte Frau Behnke, dermaßen getriggert haben.
Es geht mir nicht um die Diskreditierung von Personen, sondern um die Präzision in der Debatte. Aber ich sehe schon, wer in Lüneburg Fakten statt Gefühle liefert, muss sich wohl auf den Scheiterhaufen der Ironie gefasst machen. Ich gelobe Besserung und werde beim nächsten Mal versuchen, die Realität etwas weniger ‚perfide‘ darzustellen. Das wird mir wohl am besten gelingen, wenn ich mich – als Nicht-Lüneburgerin – aus dieser Blog-Diskussion komplett heraushalte.
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Liebe Frau Dreyer,
mein Punkt war nicht Ihr Hinweis zur Chronologie mit dem Sie als Anwältin von Herrn Mädge aufgetreten sind. Das ist aller Ehren wert! Meine Persiflage betraf allein Ihre unterm Kostüm der Sachlichkeit herausfordernd durchschimmernden Spitzen.
● Faktum ist (Ihre Formulierung): „Am 12. Mai 2022 stimmte der Rat mit einer überwältigenden Mehrheit (einschließlich großer Teile von SPD und CDU) für den Beitritt“. Im Aufhebungsantrag der CDU vom 12. November 2025 heißt es sogar: „Im Jahr 2022 entschied der Rat der Hansestadt Lüneburg nahezu einstimmig, dem Bürgerbegehren ‚Radentscheid Lüneburg‘ beizutreten (Vorlage VO/10016/22)„.
● Faktum ist ebenso: Am 24. September 2018 hat der Kreistag (mehrheitlich bei 7 Nein-Stimmen und 3 Enthaltungen) beschlossen, das Planfeststellungsverfahren zur Elbbrücke aufzunehmen (Vorlage: 2018/256).
Aktuelle Konflikte in beiden Fällen zeigen (Ihre Worte), „dass die damals beschlossene Vorlage nun an die Grenzen der finanziellen und räumlichen Realität stößt“ – und mit der Vorlage die damit verfolgten Vorhaben, darf wohl hinzugefügt werden.
Wie kann eine Kommunalverwaltung handeln (Arbeit, Geld, Zeit und Zuversicht investieren), wenn das Versprechen, das in solchen klaren Voten steckt, alle drei, vier Jahre vom Wind wechselnder Opportunitäten (oder vom Vorteilsgerangel sich abwechselnder Opportunisten) entwertet wird, wenn also Beschlusstreue, Verlässlichkeit und Planungssicherheit nichts sind als leere Worthülsen?
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Sehr geehrte Frau Dreyer,
bitte bleiben Sie doch sachlich, unterlassen es, Vorgetragenes zu verdrehen und halten sich an die nachprüfbaren Tatsachen.
Alle fünf Jahre wird in den niedersächsischen Kommunen neu gewählt. Die letzten Kommunalwahlen in Niedersachsen haben am 12. September 2021 stattgefunden. Die rund 150.000 Wahlberechtigten im Landkreis Lüneburg haben über die neue Zusammensetzung des Kreistages, der Samtgemeinde-, Gemeinde- und Ortsräte entschieden. Einige Kommunen wählten außerdem direkt ihre Hauptverwaltungsbeamten. So wählte die Hansestadt Lüneburg eine neue Oberbürgermeisterin oder einen Oberbürgermeister, Amelinghausen, Dahlenburg, Ilmenau und Ostheide bekommen eine neue Samtgemeindebürgermeisterin oder einen Samtgemeindebürgermeister. Die Stichwahlen, die Frau Kalisch in Lüneburg für sich entschied, fanden am 26. September 2021, parallel zur vorletzten Bundestagswahl statt.
Am 5. Juli 2021 um 16:49 Uhr, das heißt drei Monate VOR der Wahl von Frau Kalisch, schreibt Hans-Herbert Jenckel in seinem Blog.jj:
Jenckel räumt ein:
Und, ja, jj kann erst am 22. Dezember 2021 um 20:05 Uhr, knapp zwei Monate nach dem Amtswechsel im Rathaus, vermelden:
Usw.
Frau Kalisch hatte ihr Amt am 1. November 2021 angetreten, am 22. Dezember 2021 liegt die „Radverkehrsstrategie 2025“ vor. Wann und von wem, werte Frau Dreyer, meinen Sie, war diese „Strategie“ maßgeblich mit auf den Weg gebracht worden?
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Im September ist das neun Jahre her. Dann ist der Mann 76 und unternimmt die wenigen noch fehlenden Anstrengungen, um sein Andenken vollständig zu ruinieren:
Lüneburg – die Öko-Stadt der Zukunft?
Lüneburgs Oberbürgermeister Ulrich Mädge will mehr Nachhaltigkeit für die Hansestadt erreichen – und setzt auf Veränderung.
Von Kim Ly Lam
Bis 2030 sollen ausschließlich Elektrofahrzeuge für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) durch die Innenstadt Lüneburgs rollen. Klassische Busse, Taxis und andere betriebliche Dieselfahrzeuge werden dann aus dem Stadtbild verschwinden, glaubt man Ulrich Mädge. Es sind ehrgeizige Ziele, die der Oberbürgermeister anlässlich des vergangenen Dieselgipfels anfang September verkündete – und bei einigen Bürgerinnen und Bürger Besorgnis erregen. Doch Mädge lässt sich nicht beirren. „Veränderung löst anfangs immer Skepsis aus, doch der Wirtschaft geht es gut. Es ist an der Zeit, dass wir uns dem Klimawandel widmen“, erklärt er. „Und die Zeit läuft uns davon.“gt Stefanie Nicklaus von der Leitstelle. „Wir tüfteln noch an konkreten Angeboten.“
Quelle: Hamburger Abendblatt, online am 28. September 2017 um 06:00 Uhr
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es gehört zu den seltenen intellektuellen Genüssen, Zeuge zu werden, wie eine ungenannte, aber messerscharfe Feder die metaphysischen Nebelwände der Lokalpolitik durchdringt. Die jüngste Satire, die derzeit als ein beunruhigendes „Offenbarungs-Geheimnis“ durch die Stadt geht, rückt die hiesigen Verhältnisse in ein Licht, das so scharf gebündelt ist, dass die Architekten der Beharrsamkeit unweigerlich blinzeln müssen. Mit chirurgischer Eleganz wird hier das Lüneburger Paradoxon seziert: Jenes seltsame Bestreben, das Salz der Erneuerung zu streuen, ohne dass der Boden der Gewohnheit dabei auch nur einen Millimeter nachgeben darf. Wer die aktuelle Debatte um den Fahrradring betrachtet, erkennt darin kein schlüssiges Verkehrskonzept, sondern ein physikalisches Kuriosum, das aus dem Zweckbündnis der Beharrungskräfte von SPD und CDU erwächst. Man versucht dort, insbesondere in der Ilmenaustraße, den Raum so zu krümmen, dass das Automobil zur unbeweglichen Konstante und der Radfahrer zur flüchtigen Variablen schrumpft. Es ist der Versuch einer „Verkehrswende“, die so reibungsfrei zwischen den taktischen Manövern der großen Fraktionen zerrieben wird, dass sie mangels Bewegung in sich selbst erstarrt. Während das Internet bereits im digitalen Fieber glüht und die Wellen der Empörung in den Kommentarspalten so hoch schlagen wie die Giebel der Altstadt, begegnet die Politik diesem Sturm mit einer klimatisierten Langsamkeit, die man andernorts für eine Lähmung halten würde. Die Satire entkleidet diesen überparteilichen Tiefschlaf: Ein Fahrradring, der an jeder Bordsteinkante seine Seele zugunsten des ruhenden Blechs opfert, ist kein Ring, sondern ein Mosaik aus Ausreden. Man simuliert Weitsicht für das Übermorgen, scheitert jedoch kläglich an der profanen Realität des Heute – gelähmt durch die Sorge, man könnte durch eine mutige Entscheidung versehentlich das Gleichgewicht der Bequemlichkeit stören. Dieser Text ist kein bloßes Pamphlet, sondern ein optisches Präzisionsinstrument. Er lehrt uns, durch den Ruß der täglichen Debatten hindurch das Skelett der Unentschlossenheit zu erkennen – und jene Ampeln zu verlachen, die uns in Lüneburg so beharrlich im Kreis führen, bis wir die Erschöpfung für Fortschritt halten. Eine solche Leuchtkraft ist für die Magister des Zögerns gewiss schmerzhaft, für den denkenden Bürger jedoch so erfrischend wie ein Schluck Quellwasser nach einer Wanderung durch die trockene Heide.
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Lieber Detlef, wo finde ich denn diese „jüngste Satire“, die Ihnen „den seltenen intellektuellen Genuss“ verschafft, „Zeuge zu werden, wie eine ungenannte, aber messerscharfe Feder die metaphysischen Nebelwände der Lokalpolitik durchdringt“? Das Stück, das so vieles kann – durchdringen, offenbaren, gehen, rücken, leuchten, sezieren, entkleiden, lehren und erfrischen – , das derzeit „als ein beunruhigendes ‚Offenbarungs-Geheimnis‘ durch die Stadt geht“ und „die hiesigen Verhältnisse in ein Licht“ rückt, „das so scharf gebündelt ist, dass die Architekten der Beharrsamkeit unweigerlich blinzeln müssen“, wo ist es? Würden Sie mir bitte den Weg zur Quelle jener vielseitig vermögenden Helle weisen, zu diesem „Text“, der „kein bloßes Pamphlet, sondern ein optisches Präzisionsinstrument“ ist, das uns lehrt, „durch den Ruß der täglichen Debatten hindurch das Skelett der Unentschlossenheit zu erkennen – und jene Ampeln zu verlachen, die uns in Lüneburg so beharrlich im Kreis führen, bis wir die Erschöpfung für Fortschritt halten“? Bitte, bitte!
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Es werde Ruhe
Zu viele Autos und Motorräder: Das Grödner Joch soll künftig im Sommer geschlossen werden. Andere Südtiroler Pässe könnten folgen.
Ein Artikel von Hans Gasser in der Süddeutschen Zeitung, online am 10. April 2026 um 11:09 Uhr
Und bei uns? Da soll es, geht es nach der FDP, nach deren OB-Kandidaten Frank Soldan und nach den CDU- und SPD-Ratsmitgliedern, um den Kalkberg herum konzeptlos weiter brummen und dieseln. Da wird nämlich, wie der LZ/WA-Lokalredakteur und politische Autor Joachim Zießler heute in der Landeszeitung (online gestern, am 09. April 2026 um 18:05 Uhr) schreibt, mit haushaltspolitischen Krokodilstränen in den Augen zu verbrämen versucht, dass es in Wahrheit um ein vorgezogenes Wahlmanöver der kleinstkarierten, ja, der beschämendsten Art geht („Worte wurden wie Klingen benutzt, Wunden sollten dabei auch der Verwaltung zugefügt werden.“), wenn ein lachhaft vorgestriger „Kulturkampf Auto gegen Rad“ inszeniert wird. Ich zitiere Zießler:
Das hält der LZ-Kommentator „zunächst mal“ für …
Zießler mahnt Ehrlichkeit an und spart beim Demaskieren der aggressiv, aber leider ohne jedes schauspielerische Talent polternden „Christ-“ und „Sozialdemokraten“ nicht mit bitterer Ironie:
Mit „KLICK“ geht es zum vollständigen Artikel, in dem sein Verfasser „das Gute“ an der Maskerade darin zu sehen empfiehlt, das nun wieder „politisch“ gestritten werde und so unterschiedliche „parteiliche“ Profile sichtbar würden. Doch kann das einem Wähler genügen? Sicher nicht! So scheint sich auch Zießler im Klaren darüber, dass plötzliche Richtungswechsel, die kürzlich gemeinsam getroffene Vereinbarungen aus fadenscheinigen Gründen kassieren und von überstürzt an drei sehr dünnen Haaren herbei gezogenen Vorwürfen flankiert werden, nach Krawall und nach unaufrichtiger „D-Day“-Taktik (wenig erfreulicher Erinnerung) deutlicher aussehen – als nach zentral fundierten Gemeinwohlgedanken und planerischer Sorgfalt beim Streben nach „der Stadt (und all seiner Bewohner) Bestes“.
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Krach, Gas, Gestank und Feinstaub — jahrzehntelang?
Wer da künftig mitreden möchte, der lese den Artikel von Joachim Zießler zu den gebrochenen Fahrradringversprechen von CDU und SPD in der LZ von heute:
„Sabotage“ oder Haushaltsdisziplin? Rat vertagt Entscheidungen zum Fahrradring
Der Kommentar desselben Autors gehört dazu:
Kulturkampf Auto gegen Rad: Wieso ein Trauerspiel für Wähler ein Glücksfall sein kann
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es wird zeit, das auf jedem vulkan, zumindest auf island, ein filter gebaut wird. es kann doch nicht sein, das wegen asche(feinstaub) die wirtschaft leiden muss, weil kein flugzeug fliegen kann. was es doch alles bei uns einmal im jahr gibt: silvester mit lärm und gestank, osterfeuer hauptsache mit gestank. rummel mit lärm und gestank. karneval mit lärm und gestank. habe ich was vergessen? ach ja , das grillen und nicht nur einmal im jahr. was ist eigentlich mit den kaminen ohne feinstaubfilter? werden die nicht mehr benutzt? schmunzeln.
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Warum „zumindest auf island“? Warum nicht auch in Reppenstedt? Warum nur immer woanders? Wird bei Ihnen nicht gegrillt? Gibt es in der Agnes-Miegel-Straße keinen Lärm und Gestank? „was ist eigentlich dort mit den kaminen ohne feinstaubfilter“? Können die Flugzeuge bei Ihnen trotzdem fliegen? Warum gründen Sie keine Bürgerinitiative oder setzen sich einmal mit Steffen Gärtner zusammen, wenn Sie Karneval, Ostern und Silvester mehr als einmal im Jahr feiern möchten? Ach ja, das Schmunzeln, es wird Zeit, dass da ein Filter drauf gebaut wird. Ist gar nicht schwer, etwas zu ändern. Ich zum Beispiel, nachdem ich jahrelang östlich des Kranken Heinrichs deutlich als Reppenstedter Tourist erkennbar war, habe nun (wie HEGB im KT) aus Stilgründen beschlossen, auf die bequeme Kombination von Socken in Sandalen zu verzichten. Aber gewöhnungsbedürftig ist das schon, wenn ich Am Sande, in der Bäckerstraße oder An den Brodbänken frühmorgens in eine Pfütze trete und dann den ganzen Tag in nassen Strümpfen durch die Boutiquen schleiche, — immer auf der Hut, dass Patrick Pietruck nicht plötzlich – wie der künstliche Vulkan von Uwe Schulz-Ebschbach im Bispinger Heidekastell Iserhatsche – feuerspeiend hinter einem lavaglühenden Grabbeltisch vorgeschossen kommt, mich ausschimpft und mir magmagrollend bescheinigt, ich passe nicht in sein historisch fein verstaubtes Stadtbild.
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Wolfgang Wittenhage
in reppenstedt fehlen die vulkane. ein gärtner ist da zu wenig. ihn zieht es ohne filter, eh in die ferne. schmunzel.
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Andere träumen von Urlauben, Autos oder Booten. Ich träume davon, in Berlin beim Rathaus Steglitz das Steakhaus Ratlitz zu eröffnen.
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Ich erinnere mich, dass ich als Kind immer bettelte, wir mögen doch bis zum Feuerwerk auf dem Rummel (Volksfest) bleiben. Meistens mit Erfolg. Und doch habe ich mich als Kind schon darüber gewundert, dass den Erwachsenen, die damals noch so häufig ihre Kriegserinnerungen austauschten, Knallerei und Feuerregen gefallen konnten, statt schreckliche Erinnerungen heraufzubeschwören. Der Mensch ist schon ein seltsames Tier.
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Ich erinnere mich, dass Mario Adorf in dem Karl-May-Film „Winnetou 1. Teil“ von 1963 (Regie Harald Reinl) in der Rolle des skrupellos bösartigen Banditen Frederick Santer aus felsigem Hinterhalt zuerst den edelmütigen Häuptling Intschu-tschuna (Mavid Popović) erschießt und dann die gütige Nscho-tschi (Marie Versini), die Schwester von Winnetou (Pierre Brice).
Doch Winnetous aufrechter Blutsbruder Old Shatterhand (Lex Barker) hat die Spur von Santers fieser Bande entdeckt und eilt den Bedrängten mit den tapferen Kriegern der Apachen zu Hilfe. Die ruchlosen Banditen finden im wilden Hauen und Stechen den Tod. Der angeschossene Santer hängt an einem Felsvorsprung, von dem er schließlich in die Klingen der unter ihm senkrecht aufgestellten Speere stürzt, ein Tod, der nicht gezeigt, aber durch ein metallisches Reißen zu peinigendem Gehör gebracht wird. Die schwer verletzte Nscho-tschi stirbt klaglos. Der noble Winnetou versichert seinem Blutsbruder, dessen schwere Erschütterung durch hart starrendes Blicken und mahlende Kiefermuskeln (Bruxismus) angezeigt wird, dass ihn jene geliebt habe, worauf Old Shatterhand bekennt, dass auch er Nscho-tschi geliebt habe und sie niemals vergessen werde.
Jetzt stelle man sich vor, als „Nugget-tsil“ wäre damal nicht der Gipfel Tulove Grede (auch Mali Alan) im meerseitigen Velebit-Massiv der Dinariden an der kroatischen Adria, sondern das Kalkbergelände im Westen von Lüneburg ausgesucht worden:
Wie hätte die Stadtbevölkerung wohl das viermal eingespielte Getöse des je zweieinhalb Minuten lang ununterbrochen knatternden, von gellendem Geschrei und gefährlich zischendem Pulverdampf begleiteten Gefechtsfeuers aufgenommen? Hätten sich empörte Menschenmengen auf dem Marktplatz zusammengefunden und lauthals von den Stadtvätern (Stadtmütter gab es noch keine) Rechenschaft verlangt? Wären scharfe Protestnoten ans Rathaus versandt und von Erich Drenckhan, dem vorletzten CDU-Oberbürgermeister, und Hans Heinrich Stelljes, dem eben ins Amt gelangten Oberstadtdirektor, mit verständnissinnigem Stirnrunzeln studiert worden?
PS: Morgen vor 65 Jahren, am 10. April 1961 traten die ersten Kriegsdienstverweigerer der Bundesrepublik ihren Ersatzdienst an.
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Ersatzdienstleistende Kriegsdienstverweigerer würden in den Pflegeberufen dringend gebraucht. Was das angeht, wäre ich zwar nicht für Wehrpflicht, aber für ein verpflichtendes soziales Jahr für alle. Das würde vielen auch in ihrer persönlichen Entwicklung guttun. — Mario Adorf ist es auf Jahre übelgenommen worden, Winnetous Schwester erschossen zu haben.
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Jetzt haben Sie aber wirklich das maximal harmlose Problem in Stellung gebracht, Herr Jenckel. Um diesmal auch wirklich in kein politisches Fettnäpfchen zu treten?
Eine Kandidatin und sechs Mitbewerber treten am 13. September zur OB-Wahl in Lüneburg an:
Fragen Sie die doch bitte einmal, was sie gegen die Pest der ganzjährig lärmenden Laubbläser zu unternehmen gedenken.
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