Mischen alte Polit-Profis bald das Rathaus auf?

Lüneburg, 30. Januar 2024

Die kennen wir doch: Ex-Oberbürgermeister Ulrich Mädge, Bürgermeister Eduard Kolle, unten die Ex-SPD-Fraktionschefs im Rat Klaus-Peter Salewski (l.) und Heiko Dörbaum (r.) und dazwischen der Ex-Ratsvorsitzende Wolf von Nordheim. Sie alle wollen in den Seniorenbeirat. (Fotos: jj/Hansestadt)

Sie waren Profis in der Lüneburger Lokalpolitik, und das über Jahrzehnte, und sie könnten drauf und dran sein, die Lokalpolitik der Hansestadt erneut aufzumischen – und zwar bei der Wahl zum Seniorenbeirat. 

Der Seniorenbeirat sitzt im Sozial- und Gesundheitsausschuss und im Verkehrsausschuss des Rates als beratendes Mitglied mit am Tisch, der Beirat betreibt Öffentlichkeitsarbeit, bereitet Eingaben an Landes- und Bundesministerien vor. 74 Wahlvorschläge stehen auf der Liste, 60 Männer und Frauen werden als Delegierte gewählt, die aus ihrer Mitte die fünf Mitglieder des Beirates wählen. Das Quintett könnte zu einem schlagkräftigen Schattenkabinett werden.

Zur Wahl als Delegierter tritt nicht nur der Marathon-Oberbürgermeister Ulrich Mädge an, dem vieles nicht passt, was heute im Rathaus passiert, sondern auch engste Vertraute des ehemaligen Verwaltungschefs wie Bürgermeister Eduard Kolle oder die Fraktionsvorsitzenden a.D. Heiko Dörbaum und Klaus-Peter Salewski, alle SPD.

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Wurde die Schweigespirale durchbrochen?

Demo gegen rechts auf dem Lüneburger Marktplatz. (Foto: jj)

Lüneburg, 26. Januar 2024

Elisabeth Noelle-Neumann wäre in diesen Tagen der Massen-Demos gegen rechts ein gefragter Studiogast, weil wir gerade am Lagerfeuer in den TV-Studios ergründen, was da am vergangenen Wochenende passiert ist. 

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Lüneburg regelt alles, jetzt auch die Porträt-Frage

Oberstadtdirektor Dr. Reiner Faulhaber v.l., Oberbürgermeister und in Personalunion Verwaltungschef Ulrich Mädge und Oberstadtdirektor Hans-Heinrich Stelljes. (Fotos: jj/wege)

Lüneburg, 17. Januar 2017

Ulrich Mädge war ein großer Oberbürgermeister und zugleich der erste, der nach dem Krieg in Personalunion auch Chef der Lüneburger Stadtverwaltung wurde. Als Würdigung möchte Mädge ein großes künstlerisches Foto von sich statt eines Gemäldes in der Ahnengalerie des Rathauses sehen und am besten gleich den Umzug der Galerie ins Gewandhaus. Er stößt damit in eine Lücke: Für solche Porträts fehlt ein Regelwerk. Das hat uns gerade noch gefehlt.

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Wie die Wut die Demokratie untergräbt

Tumulte und Blockaden, Aggressionen gegen Politiker. Die Hemmschwelle sinkt allerorten. Maik Peyko treibt der fragile Zustand der Demokratie um. Peyko ist ein Lokalpolitiker mit Herz, im Kreistag, Samtgemeinderat Ostheide und in der Gemeindepolitik aktiv. Der Diplom-Sozialpädagoge und Sozialdemokrat hat zur Stimmungslage im Land einen Beitrag geschrieben, den ich hier im Blog veröffentliche.

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Es ist nie der richtige Zeitpunkt

In der Lokalpolitik ist nie der richtige Zeitpunkt für Zukunft, schon gar nicht für weniger Parkplätze oder autofreie Zonen oder gar für höhere Gebühren. Gott bewahre, dafür ist nie, nie, nie der richtige Zeitpunkt, nicht vor Corona, nicht während Corona und natürlich schon gar nicht beim grassierenden Filialisten-Sterben. 

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November-Fieber oder früher war mehr Lametta

Ach, was waren das für schöne Zeiten, als noch das November-Fieber im Rathaus grassierte. Nein, nicht was ihr denkt, Grippe, Corona oder das Kribbeln in der Nase und die Unlust, ins Büro zu gehen. Nein, November-Fieber hieß vor einer Ewigkeit der Umstand, dass die Dezernate kurz vor Jahresende noch Geld in der Kasse hatten und es unbedingt ausgeben wollten, damit bloß kein Kämmerer oder Ratsmitglied auf die Idee kommt, ihren Etatansatz fürs nächste Jahr zu kürzen. Heute sind alle klamm, dieses Fieber nur noch Legende.

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Das fiese Wort vom Systemsprenger

Systemsprenger, das ist das fieseste Schlagwort für die Elbbrücke Neu Darchau. Gesagt hat es der Staatssekretär im Verkehrsministerium, Frank Doods in Feindesland, nämlich in Neuhaus, wo die Menschen seit dreißig Jahren von der Brücke träumen. Dabei hat Doods natürlich in vielerlei Hinsicht recht.

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Es bricht die große Zeit der Schießbude an

Lüneburg 30. November 2023

Kaum stehen die ersten Tannenbäume im Lüneburger Lande, beginnt auch die große Zeit der Schießbuden. Nicht was Sie denken. Keine Buden auf dem Jahrmarkt. Schießbuden werden unter Journalisten die Fotos genannt, auf denen sich mehr oder weniger viele Menschen wie zum Appell aufreihen. Wahlweise halten sie Flyer in der Hand, Bücher oder manchmal einfach auch gar nichts. Oder sie nehmen vor einem Wandgemälde oder wie auf einer Hühnerleiter hinter einer Baggerschaufel oder vor einer Lüneburg-Flagge Haltung an. Das nennt man in unseren Kreisen flapsig eine Schießbude. 

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Widerstandskämpfer aus dem Orchestergraben

Die Musiker des Lüneburger Theaters musizieren für den Erhalt des Orchesters auf dem Marktplatz. (Foto: jj)

16. November 2023

Das Ensemble des krisengeschüttelten Lüneburger Theaters kann Freude schöner Götterfunken anstimmen. Landkreis, Stadt und Land öffnen die Geldschleusen. Aus schwerer Finanznot gerettet – erstmal. Das sieht zwar nach einem Erfolg der Politik aus, ist es aber nicht nur. Es ist in erster Linie ein Erfolg des Orchesters und der Gutachter, die die Musiksparte schrumpfen und streichen wollten und damit ungewollt unglaubliche Kräfte freigesetzt haben. . 

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Keine Zeit für Hasenfüße: Werft die Gießkanne weg, holt die Beregnungsanlage raus

Straßen sanieren oder Theater retten? Krankenhaus retten oder Schulen sanieren? Eine Lüneburger Triage ist so wenig eine Option wie das bei Lokalpolitikern so beliebte Gießenkannen-Prinzip. (Fotos: jj)

19. Oktober 2023

An Tagen wie diesen, an denen alle Lüneburger Kommunen in gewaltige Finanzlöcher starren, kriegen Angsthasen ganz kalte Füße. Die Finanzkraft rutscht, die Wirtschaft schwächelt, die so wichtige Gewerbesteuer für Gemeinden womöglich über kurz oder lang auch. An Tagen wie diesen sollten sich Kommunen auf eine alte Tugend besinnen: antizyklisch gegensteuern. Es lohnt sich bei allen Risiken. 

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