Die Fähre „Amt Neuhaus“ und der Stau am Anleger am Bleckede Hafen. (Fotos: jj/LK Lüneburg)
Lüneburg, 10-. Juli
Warum spricht ein Stau an der Elbfähre in Bleckede dafür, stromaufwärts in Neu Darchau eine Brücke zu bauen? Politiker sind Überzeugungstäter und schrecken nicht davor zurück, für ihr Ziel Raum und Zeit zu krümmen. Landläufig heißt es: Argumente an den Haaren herbeizuziehen.
Der Glockenhof mit neuen Steinen, Bühne, Rampe und noch ohne Wasserspiel. (Foto: jj)
Carl-Peter von Mansberg war lange der Architekt, der das neue Lüneburg prägte, ob am Graalwall, an der Feldstraße oder auf dem Leuphana-Campus mit Hörsälen und Bibliothek – bis Libeskind kam. Und ich schätze ihn, weil er als Architekt Akzente setzte und irgendwie auch Bau-Philosoph ist. Das vorweggeschickt.
Der Ton ist scharf und unversöhnlich. Zwischen der Elbe-Jeetzel-Zeitung und ihrem Redakteur Rouven Groß auf der einen und Mitgliedern des Fördervereins „Brücken bauen“ auf der anderen Seite ist ein Streit um die Deutungshoheit über einen Brief von Niedesachsens Verkehrsminister Olaf Lies entbrannt. Es geht natürlich um die Elbbrücke. Während die Freunde der Brücke sich durch den Brief auch bestätigt fühlen, sieht Groß eher einen Abgesang.
Fähre oder Brücke bei Neu Darchau? Redakteur Rouven Groß sieht sich heftiger Kritik der Brückenfreunde ausgesetzt. Weiterlesen →
Der Krug geht solange zum Brunnen, bis er bricht. Dieser Satz geht mir wieder und wieder durch den Kopf.
Der Heisterbusch bei Bleckede 2013 umschlossen vom Jahrhunderthochwasser. Eine Ikone der Hochwasserkatastrophe. Das Foto hat Hajo Boldt geschossen.
Neulich sagte ein Umweltwissenschaftler in der Tagesschau unverblümt: In 20 Jahren ist die Erde ungemütlicher, eine andere, egal, wie viel Klimaschutz wir jetzt noch treiben. Darauf müssten wir uns einstellen. Und diese Woche erklärte ein Wissenschaftler in der Tagesschau, was passiert, und es passiert, wenn der Nordpol im Sommer ohne Eis ist.
Mit Wolfgang Bütow habe ich im ZuSa-Café über Themen geredet, über die Lüneburg spricht wie die „Grünen Oasen“ in IKEA-Holzoptik am Marktplatz.Weiterlesen →
Der Platz Am Sande, eigentlich seit 30 Jahren verkehrsberuhigt, aber gerne als schönster Busbahnhof Deutschlands tituliert. (Foto: jj)
30. Mai 2023
Der Generalbass der Lüneburger Politik schleppt sich durch die Jahrzehnte, die Verkehrspolitik ist das Fundament der Streitkultur. Ob die Verbannung des Autos, der Wegfall von Parkplätzen und schließlich das Hofieren des Radfahrers, der heute an allem Schuld trägt: Verkehrspolitik ist eine echte politische Dauerwurst.
Hier soll die Oase am Markt entstehen, ich fand die Stühle-Solo-Lösung auch ansprechend. (Fotos: jj)
Lüneburg, 22. Mai 2023
Lüneburgs Kern strotzt vor tausendjähriger Geschichte und Baudenkmälern. Veränderung ist im Stadtzentrum immer ein Drahtseilakt, wird kritisch beäugt und notfalls bekrittelt. Und nicht alles, was gut gemeint ist, mündet auch automatisch bei Gut. Der Satiriker Kurt Tucholsky hat das so zugespitzt: Das Gegenteil von Gut sei nicht Böse, sondern gut gemeint. Gut, gut gemeint oder daneben, das wird sich auch bei der entstehenden „Oase“ am ehemaligen Lüneburger Schloss zeigen, heute Landgericht.
Fähre oder Brücke? Das ist die Frage an der Elbe bei Neu Darchau. Die aktuelle Landesregierung ist klar auf Fähren-Kurs. Das ficht die Brücken-Freunde nicht an. (Fotos: jj)
Lüneburg, 19. Mai 2023
Wenn die Sicht auf die Welt, auf die kleine wie die große, vernebelt ist, verschwimmen auch die Fakten und das Wunschdenken hat freie Fahrt. Wir schalten um an den Deich. Dort kursieren gerade Passagen eines Schreibens des aktuellen Verkehrsminister Olaf Lies zur geplanten Elbbrücke Neu Darchau, die aus Sicht der Freunde der Elbbrücke die Hoffnung nähren, dass die Querung kommt.
Ob auf den Stint-Terrassen, am Sand oder in den Fußgängerzonen, Lüneburg hat Charme, der Publikum anzieht. (Fotos: jj)
Lüneburg, 11. Mai 2023
Ist der Ruf erst ruiniert, mäkelt sich’s ganz ungeniert. Ach, Sie wissen nicht, wie man seinen Untergang herbeiredet, sie suchen da Nachhilfe? Dann besuchen Sie am besten einmal den Lüneburger Rat. Dort sitzen Profis.
Ein Foto der Melbecker Wassermühle ist wie ein Ticket für eine Zeitreise zurück in meine Kindheit. Ich rieche Weizen und Mehl, Müller schieben auf Sackkarren Säcke, die Männer sehen aus, als wären sie mit Puderzucker überzogen. Der Lärm der Mahlwerke ist ohrenbetäubend. Die Mühle war mein Lieblingsspielplatz. Vor allem den handbetriebenen Fahrstuhl liebte ich. Wenn Müller Wilhelm Kruse die Kornsäcke von Etage zu Etage fuhr, war ich als Passagier an Bord. Und jedesmal, wenn es abwärts ging, stellte sich dieses lustvolle Kribbeln und Ziehen in meinem Bauch ein.