Ex-LZ-Chef Marc Rath sagt, warum die Politik in den Dorfkrug gehört

Als Journalist kennt Marc Rath Sachsen-Anhalt von A bis Z. Seine Stimme hat Gewicht. Der 60-Jährige ist Chefredakteur der beiden größten Zeitungen in Sachsen-Anhalt. Der Aufstieg der AfD und die Gründe für den Aufstieg sind seit Jahren sein Tagesgeschäft. Vier Jahre lang war Rath auch Chefredakteur der Landeszeitung in Lüneburg. Für den Blog.jj analysiert er das AfD-Ergebnis bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, das nicht nur hohe Wellen in Deutschland schlägt und wohl auch Auswirkungen auf die Kommunalwahl in Lüneburg haben wird. War das erst der Anfang, wie die AfDler posaunen, oder der Anfang vom Ende der Demokratie, wie andere fürchten?

Von Marc Rath

Es war ein Erdrutsch, der in der bundesdeutschen Wahlgeschichte ohne Beispiel ist: Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am vorigen Sonntag konnte die AfD ihr Ergebnis mehr als verdoppeln, während die CDU um mehr als die Hälfte schrumpfte.

Ausstrahlung bis auf
Wahl im Kreis Lüneburg

Nicht nur der Landstrich zwischen Altmark und Burgenlandkreis steht damit Kopf, nahezu das ganze Land kennt derzeit offenbar nur ein Thema – und es wird wohl auch am nächsten Sonntag auf die Kommunalwahlen im Landkreis Lüneburg ausstrahlen. Was ist da passiert – und warum?

Im neuen Landtag von Sachsen-Anhalt haben künftig mit AfD und BSW zwei Parteien mit 44 der 83 Sitze eine rechnerische Mehrheit, von denen die eine vor etwas mehr als zehn Jahren und die andere erst vor etwas mehr als zwei Jahren gegründet wurde. Das macht deutlich, vor welchem Epochenwandel Niedersachsens Nachbarland steht. AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund will es vom Kopf auf die Füße stellen. Nun ist er als der eindeutiger Sieger dieser Wahl in der politischen Pflicht. Die Wählerinnen und Wähler wollen einen Wechsel – das zeichnete sich in der Stimmung der vergangenen Wochen ab.

Partei im
Volksfest-Modus

Es sind vielleicht die beiden Bilder, die den Wahlkampf und den Abstand zwischen beiden Parteien am Wahlsonntag – 43,8 Prozent AfD, 17,2 Prozent CDU – am besten symbolisieren: Noch-Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) strampelte auf seinem Moutainbike im gelben Sieger-Trikot, übrigens ohne elektronische Hilfe, kreuz und quer durchs Land – mit kleinem Tross zu etlichen Terminen. Sein AfD-Herausforderer Ulrich Siegmund knatterte dagegen mit einer parteiblauen „Schwalbe“, der ostdeutschen Vespa, durch die Gegend – mehrere Hundert Simson-Fahrer folgen ihm bei den Ausfahrten mit Volksfestcharakter.

Doch gelingt es dem 35-jährigen Tangermünder überhaupt, eine Mehrheit zu organisieren? Ihm, der im Wahlkampf so kompromisslos auf eine absolute Mehrheit setzte und der im Falle seiner Wahl der mit Abstand jüngste Ministerpräsident seit 1949 sein würde. Und wie will er künftig das Land führen – mit einem AfD-Landesverband, der etliche Rechtaußenvertreter in seinen Reihen hat, weswegen er vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft wird? Das werden die nächsten Wochen zeigen. Ausgang – ungewiss.

Mittwoch in Bleckede, Tausende demonstrieren draußen, drinnen, im voll besetzten Bleckeder Haus, feiert sich die AfD mit Parteichefin Alice Weidel und Stephan Bothe, der nicht zur Landratswahl zugelassen wurde. Fotos: privat

So oder so: Es dürfte in Sachsen-Anhalt eine Landesregierung gebildet werden, die es in dieser Form in der Geschichte der Bundesrepublik noch nicht gegeben hat. An Stammtischen wird gerne über „die dummen Ossis“ gelästert, die undankbar seien und Demokratie nicht verstanden hätten. Doch das trifft nicht den Kern. Denn womöglich ist das Land nur ein Vorreiter, da hier Entwicklungen in einem Ausmaß zu erleben sind, die sich in anderen Regionen Deutschlands erst andeuten oder begonnen haben – und die sich auf die Stimmung auswirken.

Sachsen-Anhalt hat im Bundesvergleich mit den größten Anteil an älteren Menschen, der Geburtenrückgang ist hier besonders stark. In vielen Dörfern leben mehr Männer als Frauen, da diese häufig mobiler in ihrer Lebensgestaltung sind. Geschlossene Schulen, Kindergärten, Arztpraxen, Dorfläden und Gaststätten, stillgelegte Bahn- und Buslinien – diese Folgen und Herausforderungen des demographischen Wandels prägen in immer größerem Ausmaß inzwischen den Alltag im ländlichen Raum in Sachsen-Anhalt, außerhalb der beiden einzigen Großstädte Magdeburg und Halle.

Unverständliche
Politiker

Und dann ist da der Unmut über „die da oben in Berlin“. Die Sprache der Politik ist für viele unverständlich. Der Wunsch nach Frieden und die Angst vor einem Krieg durch die jetzt begonnene Aufrüstung ist in vielen Gesprächen greifbar. Aktuelle Herausforderungen wie die Zukunft der Renten, bezahlbare Energie und Sicherung von Arbeitsplätzen werden auf dem Land anders gesehen als in Berlin. „Die können es nicht“. heißt es oft mit Blick in die Bundes- oder Landeshauptstadt. Manche wollen daher der AfD „eine Chance geben“, andere finden es „undemokratisch“, 40 Prozent der Wähler „auszuschließen und zu diskriminieren“.

Das mag man in und um Lüneburg auch das ein oder andere Mal hören. An Elbe und Saale gibt es jedoch einen gravierenden Unterschied: Die politische Landschaft ist nahezu verdorrt. Die Parteien haben nur wenig Zulauf. So hat Sachsen-Anhalts CDU mit etwas über 5.000 Mitgliedern nur ein Zehntel der Mitglieder, die die Niedersachsen-Union in ihren Reihen hat. In manchen Landstrichen sind abseits von Wahlkampfzeiten Grüne und FDP, bisweilen auch Linke und SPD, nicht mehr anzutreffen. Politik wird somit kaum begreifbar, weil ihre Vertreter nicht mehr greifbar sind.

Der AfD ist es im Nachbarland nicht nur gelungen, bei der Kommunalwahl 2024 die CDU als stärkste Kraft im Land abzulösen. Sie hat vielerorts als einzige in den letzten Monaten mit Wurfsendungen und Grillfesten auch in kleinsten Dörfern Präsenz gezeigt. Darauf konnte sie Wahlkampf jetzt bauen. Die Reihe „Fraktion im Dialog“ bescherte der Partei im ersten Halbjahr landesweit nicht nur volle Säle mit drei- bis vierhundert Teilnehmern. Es wurden vielmehr Ulrich-Siegmund-Festspiele, bei denen kritische Nachfragen – etwa zur Vetternwirtschafts-Affäre bei Fraktionsmitarbeitern – keine Rolle spielten. Wer das aufmerksam verfolgt hat, war über das Wahlergebnis am Sonntag nicht sonderlich überrascht.

Lüneburg kann
vom Osten lernen

Der Osten Deutschlands hat durchaus Vorreiter-Charakter – im positiven wie im negativen Sinne. Transformationen gab es hier in den vergangenen Jahrzehnten en masse, ohne dass diese damals so hießen. Die Menschen haben dafür eine besondere Antenne. Die Kehrseite: Die Bereitschaft zu Veränderungen hat Grenzen. Da geht es um Transparenz, Verständlichkeit, ein Agieren auf Augenhöhe und nicht zuletzt Verlässlichkeit und Sicherheit. Geht hier zu viel verloren, verliert die etablierte Politik die Menschen.

Insofern kann die Politik in Stadt und Landkreis Lüneburg von seinen östlichen Nachbarn lernen. Der Neustart nach den Kommunalwahlen ist eine gute Gelegenheit. Warum nicht auch mit Infostände und Dialogforen außerhalb des Wahlkampfes präsent sein, um direkten Dialog zu ermöglichen. Erst recht bei Themen, die unter den Nägeln brennen. Einige Pflänzchen gibt es da bereits zwischen Elbe und Heide. Es lohnt sich, sie zu pflegen und weitere auszusäen. Und: Die Politik gehört in den Dorfkrug. So wie dieser zur Gemeinde gehört. Beides darf nicht sterben. Mit dem Kneipensterben sterben Begegnungen und das Miteinander. Und das gefährdet nicht zuletzt auch die Demokratie.

Foto: David Behrendt

PS: Versehentlich stand erst Donnerstag in der BU, es muss natürlich Mittwoch heißen.

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11 Responses to Ex-LZ-Chef Marc Rath sagt, warum die Politik in den Dorfkrug gehört

  1. Avatar von Otto Berg Otto Berg sagt:

    Liebe Frau Dreyer, lieber Herr Habisch, lieber Herr Rath,

    Interessant ist ja, dass die vielfach behaupteten Gegensätze („Ost vs West“, „oben vs unten“, „Peripherie vs Zentrum“, „arm vs reich“, „Stadt vs Land“, „gebildet vs ahnungslos“, „Volk vs Elite“, „begünstigt vs geplagt“ etc.) kaum etwas erklären. Weil es Meinungsverschiedenheiten gibt, die es (auch in der deutsch-deutschen Geschichte seit 1949) immer gab wird die hin und her und noch und nöcher deklinierte Spaltungsmetaphorik mit ihren Haupt- und Nebenassoziationen, weil naheliegend, einfach vorausgesetzt (und nach einem heilenden oder wenigstens therapeutischen Offline-Stammtisch, von Herrn Rath, oder Online-Lagerfeuer, von Frau Dreyer, gesucht), obwohl der pandemische Neonationalprimitivismus ein inzwischen unübersehbar gesamtdeutsches Phänomen ist, das längst in allen sozialen und wirtschaftlichen Schichten jeder Alters- und Bildungsstufe begegnet.

    Ich hatte das Blog.jj-Publikum anlässlich der ausführlichen Wortmeldung von Juli Zeh vor sechs Wochen gefragt:

    Ist es wahr, dass „rassistische Einstellungen durch Verteilungskämpfe bedingt oder verstärkt“ werden. Das Fehlen von Busverbindungen, Bankschaltern und Postämtern also, aber nicht ein Übermaß an Denkfaulheit, Vorurteilen und Anspruchsmaulereien ist für das Entstehen, Intensivieren und sich Ausbreiten von Hass, Demagogensehnsucht und (verbale) Gewalt verantwortlich? Und der „durchschnittliche AfD-Wähler“ ist auch „kein Rechtsradikaler“, sondern „einfach extrem unzufrieden“? (Ist „extreme Unzufriedenheit“ denn eine Entschuldigung für extreme Destruktivität in Rede und Handeln?)

    Jetzt habe ich mich bei Gemini, dem KI-Assistenten von Google, erkundigt, ob wir es bei der AfD eigentlich realiter noch mit einem (halbwegs vernunftorientierten) politischen Akteur oder (besonders mit Blick auf ihre „begeisterten“, gegen harte Empirie und strenge Logik immunen „Follower“) doch schon mit einer (eher numinos inspirierten) eschatologischen Erweckungsbewegung zu tun haben:

    Sind die tonangebenden Leute in der AfD überhaupt an Rationalität und Argumenten interessiert? Geht es ihnen wirklich um die Lösung konkreter politischer Probleme oder wollen sie nur aufwiegeln, Macht erlangen und angebetet werden? Und verhalten sich deren Wähler nicht wie gottestrunkene Sinnsuchende, die um Erlösung (oder wenigstens um weltanschaulichen Glaubenskomfort) flehen und an die Hand genommen werden möchten wie Kleinkinder vom allwissenden Papi oder von dem allvergebenden Großmütterchen?

    Geminis Antwort lautet so:

    Diese Fragen berühren den Kern einer intensiv geführten politischen und sozialwissenschaftlichen Debatte in Deutschland. Die Motivationen der Führungskräfte der Alternative für Deutschland (AfD) sowie das Verhalten ihrer Wählerschaft werden von Politikwissenschaftlern, Soziologen und Psychologen sehr unterschiedlich analysiert.

    Hier ist eine Übersicht über die gängigsten Perspektiven auf diese drei Aspekte:

    1. Rationalität und Argumente in der Parteispitze

    In der Politikwissenschaft und der Medienanalyse wird die Strategie der AfD-Führung häufig unter dem Begriff des Populismus gefasst.

    • Kritische Sichtweise: Viele Analysten und politische Gegner werfen der AfD-Spitze vor, bewusst eine Strategie der provokativen Zuspitzung und des kalkulierten Tabubruchs zu nutzen. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen oft, dass in populistischen Diskursen komplexe Sachverhalte stark vereinfacht und emotionale Narrative (wie Angst vor Kontrollverlust oder Misstrauen gegenüber Institutionen) über faktenbasierte Argumente gestellt werden. Der Fokus liegt hiernach eher auf der Mobilisierung der eigenen Basis als auf politischen Zielen und dem parlamentarischen Kompromiss.
    • Eigensicht und Gegenargumente: Die Vertreter der AfD selbst betonen hingegen, dass sie eine „mutige Wahrheit“ aussprechen und Probleme benennen würden, die von anderen Parteien verschwiegen oder ignoriert würden. Sie nehmen für sich in Anspruch, eine adäquate Politik im Sinne nationaler Interessen (z. B. in der Migrations-, Wirtschafts- oder Energiepolitik) zu verfolgen und verweisen auf ihre Anträge und Anfragen in den Parlamenten.

    2. Problemlösung vs. Aufwiegelung

    Die Frage, ob es um konkrete Lösungen oder um reine Protestinszenierung geht, wird anhand des parlamentarischen Verhaltens untersucht.

    • Die Protest- und Mobilisierungsthese: Kritiker argumentieren, dass die AfD als Protestpartei von bestehenden Problemen und Krisen profitiert. Ein echtes Interesse an der Lösung dieser Probleme (z. B. durch überparteiliche Kompromisse) liefe ihrer eigenen Logik zuwider, da gelöste Probleme das Mobilisierungspotenzial verringern würden. Die Rhetorik ziele daher oft auf Spaltung („Wir gegen die da oben“) und Selbstdarstellung ab.
    • Die programmatische These: Auf der anderen Seite verweisen Unterstützer und Parteimitglieder auf das detaillierte Grundsatzprogramm und die Wahlprogramme der Partei. Sie argumentieren, dass die AfD sehr wohl konkrete politische Alternativen anbietet (wie Steuersenkungen, den Schutz der Außengrenzen oder den Erhalt der Kernenergie), diese jedoch aufgrund der politischen Isolation (die sogenannte „Brandmauer“ der anderen Parteien) nicht in praktische Politik umsetzen kann.

    3. Psychologie der Wählerschaft: Sinnsuche und Sehnsucht nach Führung?

    Die Wählerstruktur der AfD ist soziologisch gut erforscht und lässt sich nicht auf ein einziges psychologisches Motiv reduzieren.

    • Sehnsucht nach Orientierung und Autorität: In der Wahlforschung wird das von Ihnen beschriebene Phänomen teilweise durch das Konzept des autoritären Charakters oder die Sehnsucht nach klaren Verhältnissen in einer komplexen Welt erklärt. In Zeiten von Globalisierung, digitalem Wandel, Klimakrise und Kriegen empfinden viele Menschen eine tiefe Verunsicherung. Parteien, die einfache Wahrheiten, traditionelle Rollenbilder und eine starke Führung versprechen, bieten hier scheinbar emotionale Entlastung und Orientierung – vergleichbar mit einer Sehnsucht nach einer beschützenden Instanz.
    • Der rationale Protest- und Überzeugungswähler: Die moderne Wahlforschung zeigt jedoch auch, dass AfD-Wähler keineswegs nur „Sinnsuchende“ sind. Die Wählerschaft besteht zu einem großen Teil aus:
      • Protestwählern, die mit der Politik der etablierten Parteien (insbesondere der Bundesregierung) zutiefst unzufrieden sind und ein Denkzettel-Signal senden wollen.
      • Überzeugungswählern, die Kernpositionen der AfD (insbesondere in der Migrationspolitik und bei gesellschaftlichen Fragen) teilen, diese aus der Perspektive ihres Eigeninteresses für vollkommen rational halten und sie im aktuellen Parteienspektrum sonst nicht repräsentiert sehen.

    Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die AfD und ihre Wählerschaft ein komplexes Zusammenspiel aus strategischem Populismus, emotionaler Krisenreaktion und real existierenden Meinungsdifferenzen in der Bevölkerung widerspiegeln.

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    • Avatar von R. Löser R. Löser sagt:

      Hübsch formuliert von Gemini:

      Die AfD und ihre Wählerschaft [spiegeln] ein komplexes Zusammenspiel aus strategischem Populismus, emotionaler Krisenreaktion und real existierenden Meinungsdifferenzen in der Bevölkerung wider.

      Die Frage nach der Gewichtung dieser drei Komponenten bleibt allerdings unbeantwortet.

      Wer aber bei https://www.facebook.com/landeszeitung die bis jetzt über 290 Kommentareinschläge unter dem LZ/WA-Bericht von gestern, Sonnabend, den 12. September 2026, über ein kreisweit bekanntes, auf sämtlichen ihm zugänglichen öffentlichen Medienkanälen aggressiv dauermoralisierendes AfD-Organ überflogen hat, über einen – angeblichen – „Politiker“, der sich darin gefällt, ganze soziale Gruppen gebetsmühlenartig über seinen kleinen schäbigen Kamm zu scheren, ihnen von ihm nach Herkunft, Religion und phänotypischen Merkmalen zugeordnete Menschen immer wieder pauschal zu beschuldigen, zu verurteilen und zu drohen, — wer also diese Flut von Leserkommentaren zur Kenntnis genommen hat unter diesem LZ/WA–Teaser, der darüber informiert, es sei jene ständig rechtsordnungsfanatisch eifernde Kommunikationskanone kürzlich vom Verkaufspersonal eines Supermarktes beim Ladendiebstahl erwischt worden, was durch die spätere Auswertung der Aufnahmen von Überwachungskameras zusätzlich habe beleg werden können, dieser alltagssoziologisch lernbegierige News-Rezipient wird doch gar nicht anders können, als die gut 90 Prozent der Kommentierenden, die ALLES infrage stellen, die die Naturgesetze, die Institutionen, die kodifizierte Gesetzgebung, die Aufrichtigkeit von Zeugen, von Mitarbeitern, Polizisten, von gerichtlichen Instanzen und Journalisten lieber anzweifeln und in einen großen, hinterhältig abgekarteten Verschwörungzusammenhang bringen, als das Nächstliegende zu tun: Den pseudopolitischen Sektenwahn aufgeben und sich eingestehen, dass nicht die Tatsachen lügen, sondern wohl eher ihr AfD-Held, der sich, wie es aussieht, beim schnöden, sehr wenig vorbildlichen Shoplifting hat schnappen lassen, und dass durch ihn höchstwahrscheinlich nicht Gott spricht wie der es seinerzeit am Berg Sinai durch Moses getan haben soll, als dieser verkündete:

      Werdet ihr nun meiner Stimme gehorchen und meinen Bund halten, so sollt ihr mein Eigentum sein vor allen Völkern; denn die ganze Erde ist mein. Und ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein.

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      • Avatar von A. Janowitz A. Janowitz sagt:

        Herr Löser, „Den pseudopolitischen Sektenwahn aufgeben“ das würde ja „Selbstreflextion“ beinhalten?! Das ist einfach viel zu kompliziert für die schlichten Gemüter. Genau wie die Trump-Wählerschaft wollen die einfache Lösungen. Und genau wie beim „Brexit“ sorgen individualisierte Suchmaschnienenergebnisse auf den Plattformen für ein geschlossenes System an Meinungen und mittlerweile auch „Antworten“ von synthetischen Agenten. Die glauben alle „likes“ und „Meinungsbekundungen“ online wären ebenso „empörte“ wie sie selbst?! Deswegen kleben die meiner Erfahrung nach in jeder freien Sekunde an ihrer persönlichen Wanze, dem sog. Smartphone.

        Ich wurde Zeuge eines Grokvoxus-Bot überfalls auf einen ZDF upload auf YT. Binnen Minuten wurden tausende blaue Herzchen und lobhuldigungen im Forum verklappt. Und obwohl Grokvoxus vordergründig eine“Cryptowährung“ist, verklappten die Bots ausschliesslich AfD Wahlwerbung. Die Desinformation ist völlig entgrenzt. Inwieweit die sog. KI-Modelle Horden an synthetischen Agenten zwecks Meinungsbeeinflussung koordienieren, wissen im Detail wohl nur deren Dirigenten in den (sicher) vertrauenswürdigen Unternehmen, die uns bereits aus dem Cambridge-Analytica Komplex bekannt sein sollten. Nur weil diese Marke gelöscht wurde, heisst das nicht, die Gruppe wäre verschwunden.

        Und was glauben sie macht unser halbinteligenter Parade-Ronnie? Ganz sicher nicht sein eigenes unvermögen hinterfragen, oder gar seine missratenen Lebensentscheidungen.

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  2. Avatar von Helga Dreyer Helga Dreyer sagt:

    Lieber Herr Rath,

    die Dorfkneipe als Ort des politischen Gesprächs ist ein schönes Bild. Ihre Lösung ist sympathisch, aber sie beschreibt eher eine verlorene Öffentlichkeit als einen heute noch flächendeckend vorhandenen Ort. Die Dorfkneipe war eben nicht bloß Gastronomie. Dort trafen Menschen verschiedener Generationen, Berufe und politischer Ansichten zwangsläufig aufeinander. Das Gespräch hatte keinen Algorithmus, man konnte den Tisch nicht mit einem Klick verlassen, und am nächsten Morgen begegnete man sich trotzdem wieder. Diese soziale Verbindlichkeit fehlt in den digitalen Räumen.

    In vielen Dörfern ist die Dorfkneipe schon vor langer Zeit gestorben und wird nicht zurückkehren. Das Bedürfnis nach Begegnung ist trotzdem vorhanden. Bei uns entstehen neue Treffpunkte, teilweise angestoßen und dominiert von AfD-Sympathisanten, und sie finden durchaus Zulauf. Andere politische Kräfte haben diesen gesellschaftlichen Raum offenbar nicht rechtzeitig erkannt.

    TikTok, Instagram und Facebook sind aber kein Ersatz für die Dorfkneipe. Sie funktionieren eher wie viele voneinander getrennte Theken, an denen sich überwiegend Gleichgesinnte versammeln. Ein politischer Beitrag wird gelobt, verspottet oder beschimpft; ein echtes Streitgespräch mit Zuhören, Nachfragen und gelegentlicher Annäherung entsteht selten. Lautstärke wird belohnt, Differenzierung eher bestraft. Auf diesen sozialen Medien wird überwiegend die eigene Meinung veröffentlicht und vom jeweiligen Lager bestätigt. Ein wirklicher Austausch gegensätzlicher Auffassungen entsteht nur selten.

    Die große Frage ist für mich folgende: muss Politik wirklich wieder in den Dorfkrug – oder muss sie endlich lernen, ohne Dorfkrug ins Dorf zu kommen?

    Während die demokratischen Parteien noch vom Dorfkrug als Ort des Gesprächs träumen, haben AfD-Sympathisanten längst begriffen, dass politische Bindung beim regelmäßigen Zusammensitzen entsteht. Sie warten nicht auf eine Einladung zur Debatte. Sie schaffen selbst die Treffpunkte und prägen dort nach und nach das Meinungsklima. Wie lässt sich der politische Raum im Dorf aber zurückgewinnen, ohne einen zweiten Stammtisch zu gründen und damit nur ein weiteres Lager zu schaffen?

    Lokale Medien und Blogs könnten das Gespräch nicht nur abbilden, sondern eröffnen. Sie könnten regelmäßig eine konkrete Frage aus dem Alltag stellen, unterschiedliche Sichtweisen nebeneinander veröffentlichen und anschließend nachhaken. Nicht: „Was halten Sie von der Politik?“, sondern beispielsweise: „Welche Verbindung über die Elbe braucht unser Dorf – und weshalb?“ Oder: „Was müsste sich ändern, damit junge Menschen hierbleiben?“ Möglicherweise holen solche Fragen politische Debatten aus dem abstrakten Raum zurück.

    Die Verbindung von analog und digital müsste allerdings anders aussehen als eine gewöhnliche Facebook-Kommentarspalte. Denkbar wäre etwa, einzelne Stimmen aus dem Dorf zunächst persönlich einzusammeln, redaktionell zu ordnen und anschließend im Blog zur Diskussion zu stellen. Dadurch gäbe es einen gemeinsamen Ausgangspunkt, statt des üblichen Durcheinanders aus Parolen, Empörung und persönlichen Angriffen.

    Eine der wenigen Ausnahmen in unserer Region ist für mich ausgerechnet dieser Blog. Herr Jenckel setzt gesellschaftspolitische Themen, lässt unterschiedliche demokratische Positionen zu und achtet als Hausherr darauf, dass der Streit nicht völlig aus dem Ruder läuft. Dadurch entsteht etwas, das andernorts kaum noch vorhanden ist, eine virtuelle Begegnungsstätte für Menschen, die sich politisch keineswegs einig sind.

    Früher verkörperten Hauser und Kienzle bei „Frontal“ diese Form des demokratischen Streits. Beide standen erkennbar auf verschiedenen Seiten, hörten einander aber zu, widersprachen sich und blieben miteinander im Gespräch. Vielleicht brauchen wir heute weniger nostalgische Erinnerungen an den Dorfkrug und mehr solcher moderierten Räume – regional, offen für alle demokratischen Lager und mit einem Gastgeber, der auf Tatsachen und Contenance achtet.

    Die Demokratie wird doch nicht dadurch gerettet, dass Politiker wieder in Dorfkneipen gehen, die es vielerorts ja schon längst nicht mehr gibt. Sie wird meiner Meinung nach gestärkt, wenn demokratische Parteien die politischen Räume wieder ausfüllen, die sie selbst preisgegeben haben. Franz Josef Strauß formulierte es so: „Rechts von uns darf es keine demokratisch legitimierte Partei geben, d. h. wir, die CDU und CSU, müssen diesen Raum und diese politische Landschaft ausfüllen.“

    Der zweite Halbsatz ist entscheidend und wird heute auffallend selten mitgedacht. Politische Räume bleiben nicht leer. Ziehen sich demokratische Parteien aus bestimmten Themen und Lebenswelten zurück, werden diese Räume von anderen besetzt – zunächst gesellschaftlich und sprachlich, später auch bei Wahlen.

    Falls sich ein wachsender Teil der Bevölkerung von keiner demokratischen Partei mehr vertreten fühlt, wird auch das schönste Dorffest daraus keine gemeinsame politische Öffentlichkeit machen.

    Die Aufgabe beginnt deshalb nicht am Stammtisch, sondern bei den Parteien – und insbesondere bei der Union. Sie müsste Menschen mit konservativen Positionen wieder das Gefühl geben, politisch vertreten zu sein, ohne Sprache, Feindbilder und Radikalität der AfD zu übernehmen. Dazu gehören aus meiner Sicht drei Dinge

    1. Probleme dürfen nicht kleingeredet oder moralisch wegmoderiert werden.
    2. Politische Entscheidungen müssen im Alltag erkennbar etwas bewirken.
    3. Konservative Positionen müssen innerhalb des demokratischen Spektrums wieder ausgesprochen werden können, ohne vorschnell mit der AfD gleichgesetzt zu werden.

    Die Abgrenzung zur AfD bleibt dabei zwingend. Eine CDU, die der AfD hinterherläuft, füllt keinen demokratischen Raum aus, sondern bestätigt lediglich deren Deutungshoheit. Eine CDU, die bestimmte Themen meidet, weil auch die AfD darüber spricht, überlässt ihr diesen Raum ebenso.

    Deshalb an dieser Stelle einmal (m)ein ausdrückliches Lob an Herrn Jenckel. So unscheinbar sein regionaler Blog neben den großen sozialen Netzwerken wirken mag, erfüllt er möglicherweise eine demokratische Aufgabe, die inzwischen kaum jemand anderes mehr übernimmt. Er berichtet nicht nur über gesellschaftliche Auseinandersetzungen, sondern stellt einen der wenigen Orte bereit, an denen sie noch gemeinsam ausgetragen werden können. Als Kontaktbörse eigener Art ist er deshalb ebenfalls nicht zu unterschätzen.

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    • Avatar von Anne König Anne König sagt:

      Vorgestern, vergangenen Mittwoch, am 9. September 2026 (online am 8. September 2026 um 17:52 Uhr), ist ein langes Interview mit Hartmut Rosa, geboren 1965 und einer der bekanntesten Soziologen des Landes, der in Jena und Erfurt forscht und lehrt, in der Süddeutschen Zeitung erschienen. Hier ein kleiner, aber interessanter Auszug:

      Professor Rosa wurde gefragt, ob nicht die SPD sich wieder auf ihre ureigene Klientel, auf soziale, materielle Daseinsfürsorge besinnen müsste – oder liegen die Felder, mit denen man Wähler erreicht, heute ganz woanders?

      Rosa antwortete: Selbst wenn es so ist, dass Arbeiter stark AfD wählen, gibt es einen interessanten weiteren Befund: Vielen, die die AfD gewählt haben, geht es eigentlich ganz gut. Sie sind nicht mehrheitlich arm, haben nicht unbedingt Angst um ihren Arbeitsplatz. Wichtig für Wahlentscheidungen ist nicht unbedingt die Frage: „Wo stehe ich?“, sondern: „Wohin gehe ich?“ Wir haben eine moralische Landkarte, ein Gefühl dafür, wohin wir uns gesellschaftlich bewegen. Das ist mir ultrawichtig: Menschen fühlen sich nicht gut, wenn sie oben stehen, sondern wenn sie sich nach oben bewegen.

      SZ: Das war doch aber lange Zeit das Mantra der SPD.

      Rosa: Genau: Wir haben nicht viel, wir sind bescheidene, kleine Arbeiter. Wir arbeiten hart, aber unsere Kinder werden es mal besser haben – ein besseres Gesundheitssystem, Bildungssystem, Sozialsystem, mehr Geld, mehr Möglichkeiten. Das ist das Entscheidende! Das, was heute das Gefühl der AfD-Wähler ausmacht, ist: Wir haben noch (!) ziemlich viel, wir arbeiten hart, aber den Kindern wird es schlechter gehen. Wir gehen den Bach runter. Das Problem der SPD oder aller linken Parteien ist, dass der Zukunftssinn völlig erloschen ist. Wir haben offenbar nur noch die Wahl zwischen Apokalypsen.

      SZ: Welche Apokalypsen sind das?

      Rosa: Was die schwarz-roten Regierungsparteien vor der Wahl stark kommuniziert haben: Wir eskalieren gegen Russland, schließen sogar die Kulturinstitutionen. Da schwingt mit: der letzte Sommer im Frieden, wir müssen kriegstüchtig werden. Die Zukunft, auf die wir zugehen, ist also Krieg. Oder was Merz immer sagt: Wir müssen härter arbeiten, wir können uns alles Mögliche nicht mehr leisten. Wir haben Klimakrise. Wir gehen auf Abgründe zu. Thomas de Maizière hat am Wahlabend ganz richtig gesagt: Die AfD ist die Partei der guten Laune geworden, die setzt dem auf kleiner Basis etwas entgegen: Wir machen was. Wir halten wieder zusammen – und wenn wir einen Hofladen eröffnen. In Westdeutschland positioniert man sich oft symbolisch, zeigt etwa Flagge gegen Rassismus. In Ostdeutschland findet man eher das pragmatische Milieu: „Wir machen was für das Schwimmbad, reparieren die Straße.“

      SZ: De Maizière nannte die AfD eine „Partei der Hoffnung“.

      Rosa: Die AfD hat erstaunlicherweise dieses Gefühl erzeugt, sie mache wieder etwas für die Zukunft, obwohl ihr politisches Programm total rückwärtsgewandt, regressiv ist und dazu noch eine Nostalgie befördert, die nie einer historischen Realität entsprochen hat. Ich glaube, ihr Programm würde in eine katastrophale Zukunft führen, weil es auf einer identitären Vorstellung von Volk oder Gemeinschaft fußt, auf Homogenität – das Nicht-Gleiche soll ausgeschlossen werden, wer nicht so denkt, nicht so glaubt, nicht so fühlt wie ich, gehört nicht dazu.

      Totzdem plädiert Rosa in seinem Fazit, eine*n Andersmeinende*n (wenigstens bis zum Beweis des Gegenteils) zunächt immer als eine Person zu akzeptieren, die auch recht haben könnte:

      Mir erscheint für alle Seiten wichtig, dass man Dinge auch anders sehen kann, ohne das Böse an sich zu verkörpern oder einfach dumm zu sein. Demokratie kann nur funktionieren, wenn ich davon ausgehe, dass da draußen Menschen sind, die anders aussehen, anders lieben, anders glauben, anders leben – und die dennoch wichtig sind, die ich hören will, von denen ich mich erreichen lassen will.

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      • Avatar von Christian Geyer Christian Geyer sagt:

        Auch bei den AfD-Wählern gibt es nicht nur rechtsradikal Kernüberzeugte, wie es gelegentlich erwähnte, dann aber ungenannt bleibende „Studien“ angeblich wissen wollen.

        Infratest dimap schilderte 2023 in der Sonderuntersuchung „Wie rechts denkt Deutschland?“, dass 18 bis 27 Prozent der AfD-Anhänger ein manifest rechtsextremes Weltbild aufweisen und weitere 22 bis 25 Prozent als ausgeprägt rechts gehandelt werden. Was bedeuten würde, dass 40 bis 50 Prozent der AfD-Wählerschaft im ausgeprägt rechten bis rechtsextremen Spektrum anzusiedeln sind. Aber klar: Da sind ja noch die anderen 50 Prozent dieser Wählerschaft, die ebenfalls AfD wählen.

        Das mag man schon verhängnisvoll genug finden, ohne Genaueres über deren Motive zu wissen. In der Logik einer differenzierten Erhebung von Einstellungen lag jedoch die Bitte um eine Stellungnahme zu der Aussage: „Es ist mir egal, dass die AfD teilweise als rechtsextrem gilt, solange sie die richtigen Themen anspricht.“ 66 Prozent der AfD-Anhänger stimmten in den bundesweiten Untersuchungen des ARD-Deutschlandtrends von Infratest dimap der zitierten Aussage zu.

        Insofern handelt es sich um eine datengestützte Feststellung und nicht um eine gefühlte Phantasie, wenn der Soziologe Hartmut Rosa in dem in Teilen etwas verquasselt wirkenden Interview mit der Süddeutschen Zeitung zum Wahlerfolg der AfD anmerkt: „Da sagen die Leute irgendwann: Dann bin ich halt ein Nazi.“ Und denken dabei vermutlich: „ohne dass ich tatsächlich ein Nazi wäre“.

        Das komme davon, so Rosa, wenn bei gewissen Themen „anderer Meinung“ zu sein automatisch mit dem Risiko verbunden sei, „als Undemokrat, gar als Nazi“ dargestellt zu werden. Der Eindruck, ob dieser nun zutrifft oder nicht, herrsche vor und sei als solcher politisch relevant, erörterungsbedürftig, der Eindruck nämlich, „es gebe eine offiziell richtige Meinung bei allen Streitfragen, beim Klimaschutz, beim Gendern, beim Impfen, in der Ukraine-Frage, und wenn du die nicht teilst, bist du ein Nazi, kein Demokrat“.

        Ja, es gibt zweifellos diese „kommunikative Arroganz“, die darin besteht, es sich mit der „antifaschistischen Widerrede“ zu einfach zu machen. Und doch bleibt die Frage, wie Wähler beurteilt und angesprochen werden sollen, die eine Partei wählen, von der als gesicherte Erkenntnis gelten muss, dass deutlich über die Hälfte ihrer Wählerschaft ins ausgeprägt rechte bis rechtsextreme politische Spektrum gehört.

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    • Avatar von Klaus Bruns Klaus Bruns sagt:

      Herr Rath hat völlig recht, die Politik ist nur noch im Suff zu ertragen. . Im Suff sind sich alle einig, aber wehe, sie werden auf dem Heimweg wieder nüchtern. Schon hat wieder jeder seine eigene Meinung. Schmunzel

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      • Avatar von Gabi Wagner Gabi Wagner sagt:

        Das geht Herrn Rath vermutlich mit Ihnen ähnlich, Herr Bruns. Solange er Sie anhört, wird ihn der Schwindel beuteln, als hätte er den Inhalt von drei Flaschen Jägermeister die Kehle hinabgestürzt. Aber wenn er dann auf dem Heimweg ist, wird er sein Bewusstsein rasch zurück erlangen und seine prekäre Lage in den gurgelnden Strudeln Ihres Redeflusses mit einem Schmunzeln aus seinem Gedächtnis löschen.

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  3. Avatar von Klaus Bruns Klaus Bruns sagt:

    es wird mal wieder viel versprochen und viele gute Absichten mitgeteilt. Dumm gelaufen. keiner der Flyer Protagonisten weiß, ob er eine Mehrheit für seine Pläne bekommen wird. Die Briefkästen laufen über und am Ende ist es wie immer. Außer Spesen nichts gewesen. und es wird wieder bemerkt, bei uns ist es egal wer regiert, die Reichen werden reicher und die Armen werden kurz gehalten. Steuergeschenke für die versagende Elite, Sozial Kürzungen für deren Mitarbeiter. Und das gefährdet in der Tat die Demokratie.

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  4. Avatar von Erwin Habisch Erwin Habisch sagt:

    In welchen Dorfkrug soll die Politik gehören? Es gibt ja kaum noch Gasthäuser in den Dörfern des Landkreises Lüneburg. Das Kneipensterben hat doch schon längst stattgefunden.
    Was bleibt ist die Mitwirkung von Kommunalpolitikern in örtlichen Vereinen. Präsenz zeigen in Sportvereinen, bei der Feuerwehr … und dort ansprechbar sein.
    Bei Kommunalpolitik zählt häufig die Person mehr als das Parteibuch. Das ist eine Chance, die manche ergreifen – und andere leider nicht.
    Bei der Kommunalwahl am Sonntag ist Sachsen-Anhalt kein Thema. Es geht um das, was uns hier bei uns vor Ort und im Landkreis wichtig ist. Danach sollten alle Wähler und Wählerinnen entscheiden.

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