Lüneburg, 1. September
Etwas ist faul in unserem Rat. Er scheint vergiftet. Da wurden Köder ausgelegt. Und das nicht nur von einem. Weiterlesen
Lüneburg, 1. September
Etwas ist faul in unserem Rat. Er scheint vergiftet. Da wurden Köder ausgelegt. Und das nicht nur von einem. Weiterlesen
Lüneburg, 20. August
Heute sprechen wir über die Blase, nicht die Gallenblase, nicht die Harnblase oder die Luftblase, obwohl die es schon gut trifft. Heute geht es um die Filterblase, die uns nur Informationen liefert, die zu uns passen. Tunnelblick ist garantiert. Nicht nur Social-Media-Freunde stecken dank Algorithmus in der Blase, auch wir Journalisten und natürlich die Politiker vorne an. Weiterlesen
Lüneburg, 4. August 2017
Frustrierte Abgeordnete reagieren im Politikgefüge oft wie TNT. Jetzt hat eine Grüne in Niedersachsen die Landtagsmehrheit gesprengt, ist zur CDU gewechselt und hat für den CDU-Spitzenkandidaten Dr. Bernd Althusmann die Chance auf einen Breakball noch einmal erhöht.
Lüneburg, 16. Juli 2017
Der aktuelle Verfassungsschutzbericht stuft 28 500 Deutsche als linksextrem ein, mehr als je zuvor, und 8500 als gewaltorientiert und linksextrem. Viele davon haben am Wochenende mitgeholfen, das Schanzenviertel zu verwüsten. Weiterlesen
Lüneburg, 5. Juli 2017
Lüneburg gehört zu den Top-Mittelstädten Deutschlands beim Einwohnerwachstum. Das ist eine feste Größe im LZ-Berichtswesen. Das geht wieder aus aktuellen Quellen des Bundesinstituts für Bau, Stadt- und Raumforschung und des Forschungsinstituts F+B hervor. Und so stand es nun in der Süddeutschen Zeitung. Deutliches Zeichen: Die Immobilienpreise kennen nur einen Trend: teurer. Weiterlesen
Lüneburg, 23. Juni 2017
Heute rütteln wir an der Verfassung, aber nur des Lüneburger Kreistages.
Ich habe diesem Parlament via Facebook in einer öffentlichen Sitzung mehr Öffentlichkeit verschafft und live gesendet, wie die Politiker über die millionenschwere Event-Arena abstimmen. Der Fall ist aber nicht vorgesehen in der sakrosankten Hauptsatzung des Kreistages. Weiterlesen
Lüneburg, 9. Mai 2017
Fußt eine Bundeswehr 2.0, eine Armee im 21. Jahrhundert, eine High-Tech-Truppe nicht nur auf guter Ausbildung, demokratischen Grundwerten, sondern auch auf Tradition? Ja, aber die Tradition sollte nicht vor 1955 beginnen, sie sollte schon gar nicht die Wehrmacht als Vorbild nehmen. Es gibt genug, worauf die Bundeswehr stolz sein kann bei uns: Katastropheneinsätze bei Hochwasser an der Elbe, beim Bruch des Elbe-Seitenkanals, bei Waldbränden in der Heide, Auslandseinsätze von Somalia bis Mali. Weiterlesen
Lüneburg, 5. Mai
Deutschland ist nicht nur das Land der Dichter und Denker, sondern auch der Regelwut. Gesetze, Erlasse, Verordnungen und Verfügungen gehören zur DNA des Deutschen. Er neigt dazu , alles und jedes zu reglementieren. Manchmal auch nur, um dann zu schauen, wie er die Regeln umgehen kann. Weiterlesen
Lüneburg, 25. April 2017
Lüneburg soll eine Arena für Sport und Kultur bekommen. Eine große Idee, eine teure Idee. Und sie ist gut abgehangen. Diskutiert wird über die Stadthalle schon seit drei Jahrzehnten – ohne nennenswerte Nebenwirkungen. Weiterlesen
Lüneburg, 19. April
„Glaube keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast.“ Der Spruch fehlt in keinem Statistikbuch. Bei Kommunalwahlen mit geringer Wahlbeteiligung verkehren Rabulisten die Siege von ihnen missliebigen Kandidaten so mühelos in Niederlagen. Ihre Spekulationsmasse ist die große Schar der Nicht-Wähler. Auch in den LZ-Leserforums-Spalten geschieht das, zum Beispiel, um die Legitimation des Oberbürgermeisters anzuzweifeln oder die unerwünschten Ergebnisse von Bürgerbefragungen. Immer die gleiche Leier: Hätte es auch die Schattenarmee an die Wahlurne geschafft, es wäre anders ausgegangen.
Aktuelles Beispiel ist das Referendum in der Türkei, bei dem auch die Lüneburger Türken aufgerufen waren abzustimmen, und zwar in Hannover. Rund 59 Prozent stimmten dort für Erdogans Präsidial-System, also auch für Todesstrafe und Journalisten-Verfolgung.
Während die einen sagen, die Auslands-Türken hätten dem Präsidenten zum knappen Sieg verholfen. Rechnen andere vor: Tatsächlich seien hierzulande gar nicht so viele für Erdogan gewesen. Denn von den rund drei Millionen türkischstämmigen Menschen in Deutschland seien 1,4 Millionen wahlberechtigt gewesen, also mit türkischem Pass. Die Wahlbeteiligung lag bei 46 Prozent. Knapp 400 000 hätten für den Präsidenten gestimmt. Auf 1,4 Millionen gespiegelt doch beruhigend wenig, oder? Nein, erschreckend viele.
Die LZ hat Türken in Lüneburg gefragt, wie sie votiert haben. Eine Antwort gab es nicht. Aus Angst um ihre Familien.
Warum stimmen Menschen in einem freiheitlichen Land wie Deutschland für ein System in ihrer alten Heimat, vor dem sie warnen oder Angst haben und vor dem ihre Verwandten in der Türkei nach ihrer Einschätzung noch mehr Angst haben müssen?
Wer so leichtfertig mit demokratischen Werten umspringt, hat nichts von Freiheit verstanden und wacht auf – der Freiheit beraubt.
Hans-Herbert Jenckel