Lüneburg, 7. Februar 2018
Im Grunde stehen die Politiker immer noch in der Tradition von Konrad Adenauer, der seine Linie und Haltung mal so auf Kölsch beschrieb: „Wat kümmert mich ming Jeschwätz von jestern?“
Als Helmut Schmidt 1974 gefragt wurde, ob er Nachfolger von Kanzler Willy Brandt werden möchte, antwortete er mit „Nein“. Drei Tage später war er Kanzler.
Gleichwohl, keiner hat es in einem kürzeren Zeitintervall geschafft, Handeln und Haltung so auseinanderdriften zu lassen wie Martin Schulz. Zitate:
- „Mit dem heutigen Abend endet die Zusammenarbeit mit CDU und CSU.“ Und: „Es ist völlig klar, dass der Wählerauftrag an uns der der Opposition ist.“
- „In eine Regierung von Angela Merkel werde ich nicht eintreten.“
- „Der Wähler hat die große Koalition abgewählt.“
- „Wir stehen angesichts des Wahlergebnisses vom 24. September für den Eintritt in eine Große Koalition nicht zur Verfügung.“
- „Wir müssen nicht um jeden Preis regieren. Aber wir dürfen auch nicht um jeden Preis nicht regieren wollen.“
Und jetzt muss noch die SPD-Basis abstimmen, ob regiert werden darf. Dazu postete der Lüneburger Buchhändler Jan Orthey gestern auf Facebook:
„Man kann über eine große Koalition denken, was man möchte. Im vergangenen Jahr hatten wir alle die Chance, das richtige zu wählen, was viele ja auch getan haben, was auch immer für den einzelnen das richtige war oder ist.Das ist demokratisch und auch gut so.
Das jetzt aber eine verschwind geringe Minderheit über das Zustandekommen einer Regierung erneut abstimmen darf und alle anderen Zaungäste sind und zuschauen müssen, wie die Mitglieder der SPD über ihre eigenen Interessen abstimmen, denn nichts anderes passiert hier, ist nicht nur höchst undemokratisch sondern ein Unding. Was ist eure Meinung dazu?“
Ich habe das ausnahmsweise mal gelikt, zu recht?
Ich schließe mit Helmut Schmidt aus dem Jahr 2005:
„Das gegenwärtig zur Verfügung stehende Personal ist nicht sonderlich geeignet, gemeinsam zu regieren, weil beide Seiten nicht ausreichend wissen, was sie eigentlich wollen.“
Hans-Herbert Jenckel
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